• Deutsche Publishing-Konferenz in München

    Wie wir bereits Ende letzten Jahres angekündigt haben, findet vom 27. bis 28. April 2012 die erste Deutsche Publishing-Konferenz in München statt. Die Vorträge, Workshops und Diskussionen beleuchten Themen rund um Adobe InDesign und die Creative Suite greifen den Stand der Dinge im Print- und Digital-Publishing auf, sprechen technische Standards (EPUB, Folio, HTML5, XML, etc.) an und geben Einblick in Spezialthemen wie Colormanagement, Barrierefreiheit und Schriftsatz mit OpenType-Funktionen.



    Mittlerweile kann auch das vollständige Programm auf der Konferenz-Website angeschaut werden: http://publishing-konferenz.de/agenda.html

    Auf Vimeo wurde ein Kanal für Video-Beiträge eingerichtet, der z.B. diesen Kurz-Workshop zu Silbentrennungen in InDesign enthält:


    Einige Hintergrundinformationen zur Konferenz gibt dieses Kurzinterview mit Klaas Posselt und Anselm Hannemann, zwei der fünf Organisatoren der Deutschen Publishing-Konferenz 2012 in München.

    Typografie.info: Klaas, Anselm, wo kommt ihr beide her und wie seid ihr dazu gekommen, zusammen die DPK12 zu organisieren?

    • Anselm: Dazu muss ich ein wenig ausholen: Ich hatte mich Ende 2010 mit Hans Neumair und Wolf Eigner zusammengesetzt und wir haben uns überlegt, ob man nicht in Deutschland eine Konferenz machen kann, die die Publishing-Szene bereichert. Eine derartige Veranstaltung gab es ja bisher nur in der Schweiz mit der Swiss-Publishing-Week. Unser Fazit war, dass wir einfach mal die Standortleiter der InDesign User Groups Deutschland fragen könnten.
    • Klaas: Anselm war mir zu dieser Zeit gedanklich ein gutes Stück voraus. Ich hatte mich vorher gar nicht mit diesem Thema beschäftigt und habe erstmalig davon in einer Telefonkonferenz mit allen deutschen InDesign User Group Standortleitern gehört. Anfänglich mussten wir uns erst einmal finden, aber spätestens nachdem ich Anselm mal das Berliner Nachtleben nähergebracht hatte und wir uns kennengelernt hatten, wurde die DPK zu meinem liebsten Hobby.

    Typografie.info: Ihr sprecht beide davon, dass die Konferenz dringend notwendig für die deutsche Publishing-Szene ist. Warum?

    • Anselm: Was Marc Thiele über die Webszene sagt, gilt auch für unsere Publishing-Szene: »Die Szene ist groß, aber still«. Es gibt weder viele gute kommerzielle, noch kostenfreie Veranstaltungen. Es gibt viele Marketing-Events, aber kaum Fachevents, wo die Leute auch wirklich etwas mitnehmen für Ihre tägliche Arbeit. Diese Lücke wollen wir füllen, indem wir eine möglichst preiswerte Konferenz veranstalten, ohne auf Top-Referenten, Workshops und ein tolles Drum-herum (Party, Eventlocation) zu verzichten.
    • Klaas: Da kann ich mich nur anschließen. Die Events, die ich in den letzten Jahren besucht habe, konnten mich inhaltlich nicht überzeugen. Auch eine persönliche Atmosphäre ist mir bei solchen Veranstaltungen sehr wichtig, denn ein ungezwungenes Gespräch mit einem der »Gurus« ist nicht zu ersetzen. Deswegen setzen wir stark auf diese Komponente bei der Planung der DPK.

    Typografie.info: Hattet ihr Events, die euch inspiriert haben und wie unterscheidet sich die DPK12 davon?

    • Klaas: Ich denke das Gute an der DPK ist, dass es viele Leute im Planungsteam gibt, die schon viel herumgekommen sind und gute Ideen von anderen Veranstaltungen einbringen können. Auf der anderen Seite haben wir aber auch etliches mitbekommen, was wir definitiv anders machen wollen, auch das hilft natürlich. Nicht zuletzt haben wir zahlreiche Ideen und Vorschläge aus den InDesign User Groups mit einbringen können. Seit Jahren bekommen wir hier ein ungefiltertes, direktes Feedback der User – hier bekommen wir sehr gut mit, was gewünscht wird und was ankommt.
    • Anselm: Ich als »Cross-Scener«, der eigentlich viel mehr in der Webentwicklung unterwegs ist, war zugegebenermaßen noch nicht auf vielen Publishing-Events. Vielleicht ist das ja gar nicht so schlecht, denn ich kann so von anderen Branchen berichten.
      Mich hat ganz besonders die Beyondtellerand 2011 begeistert und ich konnte viel mitnehmen an Inspiration. Es war ein perfekt organisiertes Event mit einzigartiger Location und Atmosphäre, bei einem minimalen Ticketpreis und hochkarätigen Referenten.

    Typografie.info: Wie habt ihr das Programm für die DPK12 aufgestellt?

    • Klaas: Auch hier war es wieder von Vorteil, dass die DPK von einer größeren Gruppe geplant wird. Jeder von uns hat hier seine Vorlieben, was in meinem Augen zur einer guten Mischung des Programmes geführt hat. Anfänglich war ich bei Programmpunkten, die mir recht fern lagen, gerade sehr webaffine Themen, skeptisch und hegte die Befürchtung, dass einiges nicht sein Publikum finden wird. Aber inzwischen finde ich gerade diese Themenvielfalt so interessant. Ich bekomme Input zu Themen und Sachverhalten, zu denen ich vorher keinen Zugang hatte, die sich mir aber nun erschließen.
    • Anselm: Das stimmt. Zunächst durfte jeder aus dem Team seine Lieblingsreferenten und Themen nennen. Daraus haben wir dann eine Schnittmenge gebildet, uns wieder und wieder darüber Gedanken gemacht und auch heute, schon über ein halbes Jahr nach der Themenplanung finde ich die Aufstellung immer noch so ideal, dass ich am liebsten alle Sessions selbst sehen möchte. Aber daraus wird leider wohl nichts …

    Typografie.info: Was gibt es denn aus Sicht eines Typografiebegeisterten auf der DPK12?

    • Klaas: Da Publishing nicht ohne Typografie funktioniert, haben wir das Thema natürlich auch in unser Programm aufgenommen. Wir beschränken uns aber nicht auf Ober- und Unterlängen, Duktus & Co.
      Vielmehr wollen wir Typografie mit der Praxis in Verbindung bringen. Das bedeutet wir haben Sessions zum Umgang mit Schriften in InDesign, erklären aber auch, wie Typografie mit den Tablets zusammengeht und was man hier alles Neues beachten muss.
    • Anselm: Ich als digitaler Publizist freue mich vor allem, dass wir auch dazu passende Themen bieten können. Wie schaut Schrift auf einem Tablet aus, was kann man mit Webfonts anstellen, was mit InDesign, OpenType und den verschiedenen Schriftglättungsoptionen oder sonstigen CSS-Hacks? Es wird also für Printler und Nonprintler viele technische Details zur Typografie geben.
    Anmeldung und weitere Informationen unter:
    http://publishing-konferenz.de
      
    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von bertel
      bertel -
      Spannendes Programm. Aber ganz ehrlich – 650 € halte ich für völlig überteuert.
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