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Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie

In der Vergangenheit haben wir schon oft in Artikeln und Forenbeiträgen auf Entwicklung und Unterschiede der gängigen Fontformaten hingewiesen. Wie unterscheidet sich TrueType und OpenType nun wirklich? Wie spielen die neuen und alten Webfont-Formate hier hinein?
Folgende Infografik zeigt die Entwicklung der wichtigsten Umriss-Fontformate auf übersichtliche Weise. Als begleitender Artikel sei dieser Blog-Beitrag empfohlen.



Die Grafik kann in voller Auflösung (2000 × 2000 Pixel) bei fonts.info betrachtet und heruntergeladen werden: http://www.fonts.info/pub/download/fontformats.png
 
Das Bild kann unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY-ND 3.0 weiterverwendet werden.
Die Berliner Morgenpost hat ein Audio-Interview mit Barbara Dechant vom Berliner Buchstabenmuseum am Alexanderplatz geführt, dessen Ausstellungsdesign gerade grundlegend überarbeitet wurde. Das Interview ist nun mit unterlegten Schwarz-Weiß-Fotografien als YouTube-Video verfügbar.




Auch der Schriftanbieter Emigre biete seine Schriften nun als Webfonts an. Wie FSI FontShop International hat man sich für Lizenzmodell entschieden, bei dem die Anwender die Schriften auf dem eigenen Webserver ablegen können. Dazu bekommt man ein vorgefertigtes Paket, bestehenden aus .EOT- und WOFF-Fonts.

Man kann sich die Schriften wahlweise für einen Zeitraum von 5 Jahren oder für eine beliebig lange Laufzeit lizenzieren lassen. So kostet zum Beispiel ein Schnitt der Mrs. Eaves als Webfont in der Grundversion für 5 Jahren 39,- US-Dollar – was exakt dem Preis der normalen Druckschrift ohne OpenType-Funktionen entspricht. Dieser Preis ist gültig für bis zu 10.000 Seitenabrufe pro Monat. Die Lizenz ohne Laufzeitbegrenzung kostet jeweils 2,5 Mal so viel wie die auf 5 Jahre beschränkte Lizenz.

Die Schriften wurde laut Emigre bildschirmoptimiert. Für besonders gute Ergebnisse empfiehlt der Hersteller vor allem seine Type Director’s Picks. Weitere Infos bietet der aktuelle Emigre-Newsletter.
In den Fachartikeln, Wiki-Einträgen und Foren auf Typografie.info finden sich jede Menge hilfreicher Tipps zum Umgang mit Schrift am Rechner. Hier übersichtlich zusammengefasst die besten Tipps für den Umgang mit Schrift und Typografie unter Mac OS X. Wir haben uns auf jene Tipps beschränkt, die direkt über das System verfügbar sind und keine kommerziellen Zusatzprogramme erfordern.

Tipp № 1: Zugriff auf diakritische Zeichen (seit 10.7)

Drückt man in Programmen wie TextEdit, Mail, Safari usw. die Taste »a« und hält diese gerdrückt, erscheint am Buchstaben ein Auswahlmenü, das die direkte Eingabe von ä, â, à, á, æ, ã, å oder ā ermöglicht. Das Zeichen kann dann über die unter dem Buchstaben angegeben Zahl oder durch die Maus eigegeben werden. Bei einer deutschen Tastaturbelegung können so sehr einfach diakritische Zeichen mit allen Vokalen sowie n, s und y in Minuskel- oder Versalform gebildet werden.

Tipp № 2: Textersetzung benutzen (seit 10.6)
Seit 10.6 in den Tiefen der Systemsteuerung versteckt, ist diese Funktionen nützlicher, als es auf den ersten Blick scheint. Sie finden die Funktion unter Sprache & Text → Text. Nutzen Sie diese Funktion nicht nur mit den Standardvorgaben die © in © verwandeln etc.!
Definieren Sie alle typografischen Zeichen, die Sie regelmäßig verwenden möchten und auf die kein direkter Zugriff über ein Tastaturkürzel möglich ist! Definieren Sie ein langes s (ſ) einfach als #langs. Das Multiplikationszeichen (×) hat ebenfalls kein Tastaturkürzel am Mac. Geben Sie es zukünftig einfach als #mal ein. Wir wäre es mit #ß für das Versal-Eszett?
Sie lieben die neuen farbigen Emoji von Mac OS X und möchten sie möglichst oft in Chatnachrichten einsetzen? Definieren Sie einfach Ersetzungen wie #herz, #lächeln, #winken und so weiter. Die Kürzel lassen sich schnell tippen, leicht merken und das vorangestellte Doppelkreuz verhindert, dass die Ersetzung ungewollt – z.B. in einem normalen Fließtext – durchgeführt wird.

Tipp № 3: Schluss mit der Caps-Lock-Taste
Ein Relikt aus der Schreibmaschinen-Ära und dem frühen Computer-Einsatz: die Feststelltaste wird heute praktisch immer aus Versehen gedrückt. uND dAS vERÄRGERT iN dER rEGEL. Schalten Sie die Taste doch einfach ab!
Öffnen Sie in der Systemsteuerung die Einstellungen für Tastatur (und Maus). Über den Button Sondertasten (im Reiter Tastatur) kann die Funktion der Feststelltaste einfach auf Keine Aktion gestellt werden.

Tipp № 4: Die Sache beim richtigen Namen nennen
Drück doch mal Propeller! Wie bitte? Na die Apfel-Taste! Da ist kein Apfel auf meinen Tasten?!

Benutzen Sie lieber die offiziellen deutschen Bezeichnungen der Steuerungstasten, um Verständigungsprobleme zukünftig zu vermeiden. Die wichtigsten lauten: Befehlstaste (⌘), Wahltaste (⌥), Umschalttaste (⇧), Feststelltaste (⇪), Control-Taste (ctrl), Leertaste, Tabulator (⇥), Rückschritt (←), Entfernen (⌦), Zeilenschalter (↩), und Eingabe (⌅). 

Tipp № 5: Typografische Feinheiten in Apple-Programmen
Geradezu verdächtig gut versteckt hat Apple die erweiterten typografischen Funktionen (OpenType/AAT) in den eigenen Programmen oder jenen, die Apples Textformatierungspaletten direkt benutzen.
Unter dem Zahnrad in der Schriftenpalette verbirgt sich der Punkt Typografie. Hier lassen sich, je nach gerade gewählten Schriftart, die erweiterten typografischen Funktionen wie Ligaturen, Ziffernsets, Bruchziffern usw. aktivieren.

Tipp № 6: Die Entfernen-Taste: es gibt sie doch noch!
Auf Tastaturen mit Nummernblock hatte man noch die Wahlmöglichkeit, ob man das Zeichen links oder rechts vom Cursor löschen wollte. Auf Tastaturen der Laptop-Rechner (z.B. MacBook Pro) gibt es aber nur noch die Rückschritt-Taste   ←  . Was nur wenige wissen: Drücken Sie einfach zusätzlich   fn   und Sie können Sie auch das Zeichen rechts vom Curson löschen.

Tipp № 7: Warum haben meine Fonts Null Kilobyte?

Kommen Fonts von außen auf den Mac (E-Mail, CD-ROM, USB-Stick, FTP-Transfer etc.) versagen sie nicht selten den Dienst und zeigen im Finder lediglich eine Dateigröße von 0 KB an. Es handelt sich in diesem Fall um Fonts für die Classic-Umgebung, die zerstört werden, sobald sie die Mac-Umgebung verlassen. Dies lässt sich im Nachhinein auch nicht reparieren. Die Font müssen auf dem Originalrechner zunächst gepackt werden (z.B. als ZIP-Archiv), dann bleibt die Datenstruktur auch beim Kopieren erhalten.

Tipp № 8: Text-Dienste benutzen

Eine kaum bekannte und benutzte Funktion in Mac OS X. Das System stellt allen Programmen so genannte »Dienste« zur Verfügung, mit denen Inhalte bearbeitet oder an andere Programme weitergereicht werden können. Unter den Diensten finden sich auch viel textspezifische Funktionen. Aktivieren Sie die gewünschten Dienste einfach in der Systemsteuerung unter Tastatur → Tastaturkurzbefehle → Dienste → Text. Anschließend kann ein markierter Text in einem Programm über das Programm-Menü und den Auswahlpunkt Dienste bearbeitet werden. Hier einige Beispiel:
Zwischen Zollzeichen (»Geraden Anführungszeichen«) und korrekten deutschen Anführungszeichen (»Runde Anführungszeichen«) wechseln Merfache Leerzeichen oder Zeilenumbrüche entfernen Zeilen aufsteigend/absteigend sortieren Zusammenfassen: kürzt Texte automatisch per Schieberegler und entfernt gegebenenfalls unnötige Formierungen, Umbrüche, Bilder etc. (Nur mit installierten Developer Tools verfügbar) Statistik: Zählt Buchtaben, Leerzeichen, Wörter und Zeilen  
Tipp № 9: Tastatur- und Zeichenübersicht in die Menü-Leiste!

Was nützen die besten Helferprogramme, wenn man keinen einfachen Zugang zu ihnen hat. Die seit langem im Mac OS enthaltene Tastaturübersicht zeigt, hinter welchen Tasten sich im gerade benutzten Tastaturlayout Sonderzeichen beim Drücken von Wahl- und Umschalttaste verbergen.
Die in 10.7 gerade vollständig überarbeitete Zeichenübersicht bietet den Zugriff den kompletten Unicode-Zeichenvorrat – übersichtlich nach Kategorien angezeigt und mit einer Suchfunktion nach Unicode-Name.
Um die Tastatur- und Zeichenübersicht von Mac OS X schnell erreichen zu können, sollte man sie einfach in die Menüleiste legen. Dazu unter Systemeinstellungen → Sprache & Text → Eingabequellen den Punkt aktivieren: Eingabequellen in der Menüleiste anzeigen.
Anschließend in den Systemeinstellungen unter Tastatur → Tastatur den Punkt Tastatur- und Zeichenübersicht in der Menüleiste anzeigen aktivieren.

Tipp № 10: Font-Cache löschen

Schriftzeichen erscheinen durcheinander in einem Dokument; das Schriftmenü spielt verrückt oder zeigt bestimmte Fonts nicht an; Dokumente lassen sich nicht Drucken oder dabei werden Schriften ungewollt ersetzt etc.
Viele dieser Probleme lassen sich lösen, wenn man immer mal wieder den Zwischenspeicher (»Font Cache«) löscht und dadurch neu aufbauen lässt. Die einfachste Möglichkeit, den Font Cache von Mac OS X zu löschen, ist das Starten im abgesicherten Modus: Rechner starten Auf den Startton warten Umschalt-Taste drücken Taste loslassen, wenn das Apple-Logo erscheint Rechner hochfahren lassen und danach erneut starten Aber Achtung: Das Löschen des Font Cache entfernt auch die gegebenenfalls getätigten Aktivierungen und Deaktivierungen von Systemschriften über die Schriftsammlung.

 
Studenten und Lehrende könnten die Produkte von FontLab schon seit längerem zu deutlich vergünstigten Konditionen lizenzieren lassen. Darüber hinaus sind die Fonteditoren FontLab Studio, Fontographer und TypeTool jetzt auch als zeitlich beschränkte Versionen verfügbar und lassen sich so zum Beispiel im Rahmen einen Schriftgestaltungskurses an einer Hochschule nutzen. Im Vergleich zur Vollversion lassen sich so bis zu 77 Prozent des Kaufpreises einsparen. Im Detail sehen die Preise folgendermaßen aus:



TypeTool
Studentenlizenz für 1 Jahr: 23,- US-Dollar
Regulärer Preis: 99,- US-Dollar

Fontographer
Studentenlizenz für 1 Jahr: 79,- US-Dollar
Regulärer Preis: 399,- US-Dollar

FontLab Studio
Studentenlizenz für 1 Jahr: 119,- US-Dollar
Regulärer Preis: 649 US-Dollar

Zur Bestellung muss dieses Formular ausgefüllt werden. Weitere Informationen gibt es auf der FontLab-Homepage* unter dem Punkt »Academic«.

*) Partnerlink
Das große Eszett wurde durch die Aufnahme in den Unicode im Jahr 2008 in technischer Hinsicht schlagartig für die digitale Kommunikation benutzbar. Damit es aber auch darstellbar ist, müssen die gängigen Schriften nun sukzessive um dieses Zeichen erweitert werden. So können schon heute die Millionen Nutzer von Windows 7 auf große Eszett in den gängigen Systemfonts von Microsoft zurückgreifen. Benutzt man das große Eszett jedoch auf Webseiten, kann man nie wirklich sicher sein, ob der Besucher das Zeichen tatsächlich sieht …

Denn auf dem Rechner des Webseiten-Besuchers muss zumindest eine Schrift mit großem Eszett installiert sein. Im schlimmsten Fall wird also ein großes Eszett aus einer anderen Schrift benutzt oder gar nur das sogenannte Nicht-definiert-Zeichen (.notdef) angezeigt – in der Regel ein nicht gefülltes Rechteck. Dies ist natürlich nicht gerade eine optimale Lösung!
 

 
Doch mit der Webfont-Technik lässt sich dieses Problem lösen. Das große Eszett kann zusammen mit der Webseite als Einzelzeichen-Font ausgeliefert werden und der Browser greift dann notfalls auf dieses Zeichen zurück, wenn es in der gerade benutzten Schriftart noch fehlen sollte. Diese Technik ist zum Beispiel seit kurzem im Forum von Typografie.info im Einsatz, wie nachfolgendes Browser-Bildschirmfoto zeigt.
 

 
Um den Einsatz des großen Eszett auch auf anderen Webseiten zu fördern, veröffentlich fonts.info ein Set von Einzelzeichen-Webfonts, die gängige Systemschriften um ein großes Eszett erweitern, falls dieses in der benutzten Schrift auf dem Rechner des Webseitenbesuchers noch nicht vorhanden sein sollte. Unser Paket umfasst ganze 28 Versal-Eszett passend zu folgenden Schriften:

Arial, Comic Sans, Courier New, Georgia, Lucida Sans Unicode bzw. Lucida Grande, Times New Roman, Trebuchet MS, Verdana

Eine visuelle Übersicht der Versal-Eszett bietet dieses PDF.



Das Eszett-Set steht unter Creative-Commons-Lizenz und kann hier heruntergeladen werden:
http://www.fonts.info/store/index.php/de/blog/webfont-versal-eszett/
 
MyFonts hat seine beliebtesten Schriften des Jahres 2011 auf Basis der Verkaufszahlen ermittelt. Hier ist die Übersicht der Spitzenreiter …
 
Reina von Lián Types

Calluna Sans von Exljbris

Alana von Laura Worthington

Sánchez von Latinotype

Belluccia von Correspondence Ink

Hera Big von Lucas Sharp

Centrale Sans von Typedepot

Borgues Script von Sudtipos

Cassia von Hoftype

Melany Lane von Yellow Design Studio

 
Code Pro von Fontfabric

 
Mishka von Fenotype

 
Populaire von PintassilgoPrints

 
Gelato Script von Schizotype

 
Pluto und Pluto Italics


Siehe auch:
Typefacts: Die besten Fonts 2011 Fontwerk: Die besten Schriften 2011 FontShop’s Best Typefaces of 2011
Der Schriftanbieter Type Together macht uns allen ein schönes Weihnachtsgeschenk. Die Bree Serif Regular kann derzeit kostenlos heruntergeladen werden und steht mit der sehr liberalen OFL-Lizenz für eine weitreichende Anwendung zur Verfügung.

Die Bree (Sans) von José Scaglione und Veronika Burian wurde ursprünglich 2008 veröffentlicht und vielfach ausgezeichnet. Mit der Bree Serif bekommt die »aufrechte Kursive« bald eine passende Schwester, die sich im Regular-Schnitt nun schon einmal testen lässt.
Gerade hat Nick Shinn seine Parity veröffentlicht – eine Schrift, die von Grund auf als Unicase-Schrift, also als Kombination von Groß- und Kleinbuchstabenformen mit gleicher Buchstabenhöhe, gestaltet wurde.
 
Doch wie soll man Schriften dieser Art eigentlich im Deutschen bezeichnen? Dies fragte sich auch Jürgen Siebert von FontShop Deutschland. Die FontBook App ist mehrsprachig angelegt, aber eine Übersetzung für Unicase innerhalb dieser Anwendung fehlte bislang. Siebert fragte daher auf Twitter nach einer Übersetzung. Einen etablierten Begriff scheint es nicht zu geben, aber schnell wurden von verschiedenen Seiten neue Kunstwörter als Vorschlag unterbreitet; zum Beispiel Miscuskel/Mixuskel, Mononuskel/Monuskel oder Binuskel.


 
Den bislang überzeugendsten Vorschlag lieferte schließlich Florian Hardwig:
HEIM bzw. heim -> monokameral
Heim -> bikameral
HҼУM -> unikameral


 
Im Gegensatz zu den anderen Vorschlägen wird hier kein völlig neues Wort erfunden, da der sprachliche Bezug auf die zwei »Kammern« der lateinischen Schrift so bereits in anderen Sprachen im Einsatz ist. So findet sich bicameral/bicamérale zum Beispiel im Englischen und im Französischen.
Wir möchten diesen Vorschlag zur Etablierung von unikameral als deutsche Übersetzung für Unicase gern unterstützen und einen entsprechenden Artikel im Wiki von Typografie.info anlegen. Zuvor möchten wir jedoch der Community von Typografie.info noch einmal die Chance geben, über diesen Vorschlag zu diskutieren.

(Alle gezeigten Schriftmuster: Parity von Nick Shinn)
Eine elegante Display-Schrift von Friedrich Althausen mit 200 Ligaturen
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