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Beliebteste Inhalte seit 01.03.2017 in Fontlisten

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    Fragen nach Schriften für den Einsatz in Bachelor-, Diplom-, Master- oder auch Doktorarbeiten werden hier im Forum in schöner Regelmäßigkeit gestellt. Groß ist der Verdruss über die altbekannte Vorgabe, Times New Roman und Arial einzusetzen, genauso groß der Wunsch der Verfasser, sich durch ansprechende Typografie und eine alternative Schriftwahl vom grauen Einheitsbrei unzähliger, bereits existierender wissenschaftlicher Arbeiten abzusetzen. Dieses Anliegen ist mehr als verständlich. Dennoch weisen wir hier im Forum – und das soll auch an dieser Stelle geschehen – immer wieder darauf hin, dass die Fragesteller zunächst genau in Erfahrung bringen sollten, ob die Schriftenvorgaben ihrer Universitäten für das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten zwingend sind – oder reine Empfehlungen darstellen, die eine alternative Schriftwahl ausdrücklich erlauben. Sollte Letzteres der Fall sein, dann gibt es bei der Wahl der Alternativschriften ein paar Dinge zu beachten. So sollte die Typografie (also die Anwendung von Schrift) sich speziell in wissenschaftlichen Arbeiten davon leiten lassen, dem Leser der Arbeit »zu dienen«. Soll heißen: Wählt der Verfasser Schriften, die zu ungewöhnlich in der Form oder aus anderen Gründen zu leseunfreundlich sind, dann erschwert dies dem Lesenden nicht nur die reine Lesetätigkeit, sondern auch die Aufnahme der im Text enthaltenen Informationen. Beides wäre für eine wissenschaftliche Arbeit fatal und könnte im schlimmsten Falle die Notengebung negativ beeinflussen. Damit das nicht passiert, sollte mit Inhalt und Form der Arbeit auf eine Weise umgegangen werden, die die Aufnahme der Informationen so leicht und angenehm wie möglich macht. Um die Qual der Wahl zu erleichtern, haben wir nach ausführlichen Diskussionen eine Liste von empfehlenswerten Schriftenpaaren für den Satz wissenschaftlicher Arbeiten zusammengestellt. Dabei ist in allen Fällen die Serifenschrift als Fließtextschrift gedacht und die jeweils zugeordnete Sans als Gegenstück für Überschriften und Auszeichnungen. Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Kritik, Vorschläge für weitere Schriften und sonstige Anregungen/Ergänzungen sind von daher immer herzlich willkommen. Eine generelle Anmerkung: Typografie besteht natürlich nicht nur aus der Wahl der richtigen Schriften. Man kann, bei falscher Anwendung, die besten Schriften zuverlässig zugrunde richten und mit ihnen vollkommen unleserliche Schriftstücke fabrizieren. Umgekehrt kann man aber auch mit schlechten Schriften durch einen mit Sorgfalt und Bedacht erstellten Textsatz ein durchaus respektables Ergebnis erzielen. Damit schlechte oder unpassende Schriften bei wissenschaftlichen Arbeiten in Zukunft kein Problem mehr sein müssen, haben wir diese Liste erstellt – und für alle darüber hinausgehenden Fragen rund um die Typografie gibt es das Forum und sein Archiv. Dort findet sich bereits eine Vielzahl an Fragen und Antworten zur Schriftanwendung in wissenschaftlichen Arbeiten. Sollte es Fragen geben, die noch nicht gestellt wurden, dann zögert bitte nicht, einen neuen Thread zu eröffnen und sie zu stellen – wir helfen gerne! Eine gute Wahl: Minion + Myriad Diese beiden Schriften sind moderne Klassiker, die hier immer wieder guten Gewissens für die Verwendung in wissenschaftlichen Arbeiten empfohlen werden. Großer Vorteil: Myriad und Minion stehen auf beinahe jedem Rechner standardmäßig zur Verfügung und schonen auf diese Weise das Budget. Mit der Minion als Fließtextschrift und der Myriad als flankierender Schrift für Überschriften und Auszeichnungen kann man (bei sorgfältiger Anwendung) kaum etwas falsch machen – aber sehr viel richtig. Edel und unverbraucht: Skolar Serif + Sans Dieses Duo lässt bei Satz und Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten kaum einen Wunsch offen: Hoher Zeichenumfang und ein breiter Sprachenausbau der Skolar lassen sofort erahnen, dass sie speziell für diesen Zweck entworfen wurden. Der (für diese Liste) vergleichsweise hohe Preis dieser Schriftfamilie garantiert ein unverbrauchtes Erscheinungsbild und eine gewisse Exklusivität. Das Microsoft-Duo: Cambria + Calibri Die Cambria ist eine gute Alternative zur Times New Roman und speziell im Hinblick auf ihre gute Bildschirmleserlichkeit zu empfehlen. Ihr Schöpfer Jelle Busma bezeichnet sie als »robustes Arbeitspferd« und mit ihrem großen Zeichenumfang eignet sie sich gut auch für wissenschaftlich-technische Arbeiten. Als ergänzende Schrift für Headlines und Auszeichnungen bietet sich die Calibri an; wie die Cambria auch wird sie seit der OS-Version »Vista« als Microsoft-Systemschrift ausgeliefert und ist auch Bestandteil der neueren Microsoft-Office-Pakete. (Als mögliche Alternative zur Calibri empfehlen Forumsmitglieder die Akkurat. Sie hat allerdings einen relativ begrenzten Zeichenumfang. Bitte vor Verwendung prüfen, ob alle benötigen Zeichen vorhanden sind) Hochwertige Allrounder: Thesis Serif + Sans (+ Mix + Mono) Bei der Thesis ist der Name Programm: Diese Schriftensippe aus Sans, Serif, Mix und Mono deckt an Formvariationen eigentlich alles ab, was das Herz eines Verfassers (und Gestalters) wissenschaftlicher Texte begehrt. Die Thesis ist – wie die Skolar – zugegebenermaßen nicht ganz günstig, allerdings benötigt man für eine wissenschaftliche Arbeit ja auch nicht gleich das komplette Paket, sondern kann die benötigten Schnitte nach Bedarf einzeln kaufen. Freundlich und kompetent: Arno + Hypatia Sans Die Arno besitzt einen umfangreichen Zeichensatz mit erweiterter lateinischer, kyrillischer und griechischer (inkl. polytonisch) Belegung und eignet sich damit hevorragend als Fließtextschrift für wissenschaftliche Arbeiten. Als Auszeichnungsschrift zur Arno empfiehlt sich die (mit ebenfalls großem Zeichenumfang versehene) serifenlose Hypatia Sans. Dieses Duo besticht – bei aller wissenschaftlich-formalen Korrektheit – durch ein angenehm freundliches Erscheinungsbild. Kostenlos und vielsprachig: PT Serif + Sans Dieses Duo hat einen ungewöhliche Entstehungsgeschichte (gewidmet ist es Peter dem Großen und seiner Schriftreform) und besticht insbesondere durch den komfortablen Sprachenumfang. Die Klassiker: Palatino + Frutiger Die Palatino ist eine der bekanntesten Schriften ihres Gestalters Hermann Zapf. Die Renaissance-Antiqua mit kalligrafischem Charakter läuft relativ breit und hat ein robustes, lesefreundliches Erscheinungsbild, mit dem sie sich wunderbar für Fließtexte eignet. Als Ergänzung für Überschriften und Auszeichnungen eignet sich die nach ihrem Schöpfer benannte Frutiger, die ihrerseits eine der bekanntesten serifenlosen Schriften überhaupt ist. Der Einsatz dieser Schriften ist keine typografische Revolution – aber eine gute Wahl. Für Juristen: Equity + Concourse Die Serifenschrift Equity und ihre serifenlose Schwester Concourse wurden 2011, bzw. 2012, speziell für die Bedürfnisse der Verfasser juristischer Texte von Schriftgestalter Matthew Butterick entworfen. Für Sprachwissenschaftler besonders interessant: Andron + Lapidaria Diese beiden Schriften aus der Feder von Andreas Stötzner eignen sich – neben allem anderen – besonders gut für den Einsatz im sprachwissenschaftlichen Bereich. Die Andron ist mit umfassender lateinischer Belegung sowie Griechisch und Kyrillisch verfügbar und wird fortlaufend weiter ausgebaut. Die Schnitte der Lapidaria bieten eine vollständige Unterstützung aller eurolateinischen Sprachen sowie Griechisch. Kostenlos, umfangreich und für XeTeX geeignet: Linux Libertine + Biolinum Diese beiden Schriften wurden entwickelt vom Libertine-Open-Fonts-Projekt. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, ansprechende und umfassend ausgebaute Schriften als freie Alternative zu bestehenden Fonts wie Times New Roman oder Arial zu entwickeln. Die Fonts dürfen von den Nutzern kostenlos verwendet und weiterentwickelt werden, genauere Informationen hierzu finden sich auf der Website des Projektes (Lizenz: GPL, bzw. SIL). Dank ihrer identischen vertikalen Metrik harmonieren die beiden Schriften ausgesprochen gut und eignen sich unter anderem auch für den Einsatz in Satzprogrammen wie XeTeX, welches eine volle Unterstützung der zahlreichen Open-Type-Funktionen bietet.
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    Die Schriftentwürfe des Bauhauses stehen synonym für reduzierte, geometrische Groteskschriften. Doch nicht alle Schriften dieser Art haben tatsächlich eine direkte Verbindung zum Bauhaus. Futura, ITC Bauhaus, Blippo, Pump und ähnliche Schriften sind zwar geometrisch konstruiert, aber beziehen sich in ihrer Gestaltung nicht direkt auf Entwürfe von Bauhaus-Gestaltern. Diese Liste sammelt Original-Bauhaus-Schriften, modernen Adaptionen und Satzschriften, die am Bauhaus eingesetzt wurden.
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