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Beliebteste Inhalte seit 15.08.2017 aus allen Bereichen

  1. 5 Punkte
    Stack heißt die gute, ist aber Fotosatz (Letraset) und wohl nicht als Digitalisierung erhältlich. Quelle: http://bowfinprintworks.com/LinedFontGuide05.html Designed circa 1971 by Les Lawrence and available in many styles: Stack, Stack Mono, Stack Multifine, Stack Multiline, Stack Inline, Stack Rimmed, Stack Shaded [Reichardt], as well as Bar, Bar Half Solid, and Bar Shaded. [Face Photosetting] Quelle: https://fontsinuse.com/typefaces/32142/stack
  2. 3 Punkte
    Für einen längeren Dokumentarfilm über die Auskwirkungen von Digitalisierung hat der Regisseur Aldo Montesano den Schriftsetzer und Buchdrucker Martin Z. Schröder in seiner Berliner Werkstatt besucht und befragt. Dieser fünfminütige Film ist ein kleinerer Teil aus dem in Arbeit befindlichen Dokumentarfilm.
  3. 3 Punkte
    https://www.myfonts.com/fonts/mawns/brannboll/
  4. 3 Punkte
    Und ich schmeiß da auch mal was in die Runde: EspressoFino.ttf (noch unfertig, keine Ziffern, kein ß keine Großbuchstaben...
  5. 3 Punkte
    Aber trotzdem muss es nicht anders behandelt werden, ob der Koffer 55 x 40 x 23 cm groß sein darf, oder ob er das tatsächlich ist. Solche Grenzwerte sind ja letztlich der "Karton" in den der Koffer passen muss. Lese ich aber "das neu ausgewisenen Neubaugebiet hat 5 x 1000 m²", dann ist das nicht ein 1 km langer Landstreifen von 5 m breite, sondern eben 5 Grundstücke zu je 1000 m²
  6. 2 Punkte
    Da die Buchstaben ja bis auf "l" und "i" schon verdammt nach Frutiger bzw. nach Frutiger-Verwandschaft aussehen, habe ich den Font Segoe UI mal dagengehalten, der ja – weil auf den meisten Windows-Rechnern standardmäßig installiert – immer gut als Ersatzschrift für Frutiger bzw. Myriad passt. Über den Wikipedia-Eintrag der Segoe UI bin ich dann über die Schriftart Leelawadee gestolpert – mir als Mac-Benutzer bis dahin nicht bekannt. In diesem thailändischen Font sind die lateinischen Buchstaben fast identisch mit der Segoe UI – bis auf „ … die Großbuchstaben »I« und »M« sowie die Kleinbuchstaben »i« und »l«) …“. Beim Drüberlegen passt das aber schon ganz gut – ich gehe mal davon aus, dass bei dem Logo die Buchstaben künstlich geneigt (sagt man das so?) wurden.
  7. 2 Punkte
    Also ich lese: Mein lieber Freund Alois, wenn dir je wieder die Freiheit winke, so wisse du daß kein unberufener deine Briefe, deine Akten durchgelesen hat. Ich habe die (???)sachen am 29. 12. 43 (45?) an mich genommen. Ich glaube in deinem Interesse gehandelt zu haben. Es ist alles unberührt geblieben bis auf die Photos, die (???) durchgesehen habe. Bleib mein Kamerad wie ich für dich immer stehen werde, dein Freund (Schwenk??), Ahoi Die Fragezeichen sind leider durch das unscharfe Foto bedingt, da machen meine Augen nicht mehr mit.
  8. 2 Punkte
    Die anderen Antworten als "Schnickschnack und Rumgesülze" zu bezeichnen finde ich unpassend, weil falsch.
  9. 2 Punkte
  10. 2 Punkte
    Die Vorstellung, Kinder (egal welchen Alters) kämen mit den mehrstöckigen a- und g-Formen nicht zurecht, halte ich schlicht für falsch, selbst wenn sie in der Schule nur mit den »einfachen« Formen in Berührung kommen. Dass die Formen überhaupt ausschließlich gelehrt werden, halte ich für ebenso falsch. Jedes am Lesen interessierte Kind kennt das mehrstöckige a; es steht auf den meisten Straßenschildern und an unzähligen anderen Stellen, die Kinder ständig sehen. Darüber hinaus ist das zweistöckige a viel einfacher zu identifizieren als das einstöckige.
  11. 2 Punkte
    Oder trau dich einfach, den falschen Gemeinplatz zu ignorieren, Kinder kämen mit diesen a- und g-Formen nicht zurecht! Source Sans
  12. 1 Punkt
    Signerica oder Carpenter sind ähnlich
  13. 1 Punkt
    Filmplakat – Trajan bei MyFonts herunterladen Auf dem Plakat sieht es aber feiner aus, vielleicht gibt es noch eine dünnere Variante ..?
  14. 1 Punkt
    Hmmm, irgendwie schon mal gesehen, die Schrift. Glaube ich. :kopfkratz: Eine Hilfe bin ich Dir da leider nicht, aber ich mag die Logoidee.
  15. 1 Punkt
    Eine Liste von Schreibschriften im Stil deutscher Kurrentschriften.
  16. 1 Punkt
    Es werden wohl "Privatsachen" sein. Und "Photos, die ich [] durchgesehen habe".
  17. 1 Punkt
    Ich habe das nicht so gelesen, dass es auf Antworten hier im Forum bezogen gemeint war (ich sehe auch keine Antwort, die eine solche Interpretation für mich hergeben würde).
  18. 1 Punkt
  19. 1 Punkt
    Ja, ist handgemalt, aber ein Font stand vermutlich trotzdem Pate. Ein Schildermaler würde einem abschließenden s normalerweise keinen Ansatz für den nächsten Buchstaben mitgeben. Aber mit dieser abgemalten und dann schräg fotografierten Vorlage ist die Identifikation natürlich schwierig. Gibt es keine andere Bilder? Und was sehen wir da eigentlich? Wo ist der Originalschriftzug? Wann wurde der gemacht?
  20. 1 Punkt
    Nachdem man 24 Stunden in einer Kneipe verbracht hat, verlässt man diese mit einem Bartagamen.
  21. 1 Punkt
    Satzregeln sind nicht immer so schwarzweiß, speziell wenn wie hier von gebrochenen Schriften die Rede ist, die ja über hunderte Jahre zum Einsatz kamen. Klassischer deutscher Fraktursatz hat in der Regel ein langes s und dies so irgendwo zu schreiben, ist in keinem Falle falsch. Schaut man aber genauer hin, finden sich (wie oben demonstriert) auch Abweichungen, die in ausführlicheren Fachbüchern dann auch erwähnt werden. Detailtypografie von Forssman aus dem gleichen Verlag sagt zum Beispiel: »In gotischen Schriften kann auch generell das runde ſ(sic!) verwendet werden …«. Ich hatte Herrn Forssman auch einmal persönlich dazu befragt. Er stützt das einfach auf die entsprechende Beobachtung. Es ist eine Konvention, die sich nachweisen lässt. Die Gründe der damaligen Konvention sind meines Wissen nach nicht schriftlich belegt. Der Gedanke liegt aber nahe, dass diese Gattung als eher fremdländisch/weniger deutsch angesehen wurde und dann entsprechend gesetzt wurde. Zur gleichen Zeit war ja z.B. auch die Antiqua noch »fremd« und hatte z.B. kein Eszett und somit andere Satzregeln als der deutsche Fraktursatz.
  22. 1 Punkt
    http://www.mapz.com Allerdings würde ich das persönliche Gespräch suchen. Da lässt sich unter Umständen eine optimaler auf Deine Bedürfnisse abgestimmte Lizenz- und Preisgestaltung vereinbaren. Nach meinen Erfahrungen ist das auch in deren Sinne.
  23. 1 Punkt
    Meine Tampondruck-Zeit liegt jetzt leider einige Jahre zurück, damals bedruckten wir damit Staubschutz-Masken aus speziellem Vlies. Da brauchten wir auch Klischees für kleine Versuchs-Serien, und setzten hier diese UV-Belichtbaren Polymerplatten ein, und wir hatten dafür dann wirklich sehr wenig dafür bezahlt. Für die große Serie (einige 10000 Drucke) brauchte es dann aber Stahlklischees, die aber auch bezahlbar waren. Suche dir vielleicht in der Nähe jemanden, der Werbegeschenke bedruckt. Vielleicht mal hier anmelden und Preis anfragen: https://www.eickmeyer24.com/ und https://www.seitzdruck.com/ Und hier ist das ganz gut gezeigt: Die Tampons für undere Maken hatten wir uns damals übrigens aus Silikon-Abformharz selbst gegossen.
  24. 1 Punkt
    Danke auch von mir, jetzt so fast 10 Jahre später. Tolles Forum, tolle Leute!
  25. 1 Punkt
    Ein Röhrenradio namens JMPERIAL (oder Imperial?)...
  26. 1 Punkt
    Vielen Dank für die Vorschläge! Ich wusste leider nicht, nach welchen Schlagwörtern ich in den Schriften suchen muss, um bestimmte Merkmale zu finden. Ich habe mal eine Synthese aus allen drei Vorschlägen gemacht. Da ich nur diesen einen Schriftzug nachbilden muss und den auch nur für eine Siebdruckvorlage, benötige ich keinen kompletten Font. Basis war der erste Vorschlag, der auslaufende Strich beim "a" (da gibts bestimmt einen Fachbegriff für) ist aus dem Zweiten und das "s" aus dem Dritten. Ich denke so sollte es dem Original genügen. Vielen Dank!
  27. 1 Punkt
    (Horst Kuchling: Taschenbuch der Physik. 13. Aufl. Fachbuchverlag Leipzig 1991. S. 28. Hervorhebung original.)
  28. 1 Punkt
    Einheiten bitte nie, unter keinen Umständen, niemals nicht in eckige Klammern setzen! Büdde, büdde nücht! Auch, wenn das Hunderte von Mathekollegen so tun...
  29. 1 Punkt
    Und, die Selbdthilfe-Tipps schon durch? also: 1. Bildbearbeitung: Kontrast möglichst erhöhen. 2. Font-Identifizierungs-Automaten nutzen: https://www.fontspring.com/matcherator https://www.myfonts.com/WhatTheFont/ https://www.whatfontis.com/ Das machen die Profidesigner hier, die ihre Arbeitszeit auch für diese Fontsuchen einsetzen auch. Nur eigentlich müssten die diese Zeit auch bezahlt bekommen. Ist der Text als Text auf ner Website, dann gibtv es Browser-Adons, die jeden Webfont namentlich anzeigen, z.B. Whatfont, Fount oder Font-Finder.
  30. 1 Punkt
    Ich schrieb ja schon, dass die Anwendung auch OpenType-Funktionen unterstützen muss. Wordpad, als absolute Minimal-Textverarbeitung ist aber nicht so ein Programm. OpenType ist nämlich so eine Profi-Technik, die in den Programmen, welche die Profi-Gestalter verwenden, wie z.B. InDesign funktionieren. Selbst Word hat da noch immer seine Schwierigkeiten, und das Windows-Zubehörprogramm Wordpad ist bewusst so mager gehalten, damit die Nutzer schnell ein "richtiges" Programm kaufen. Glücklicherweise gibt es aber jetzt auch eine Software, die wirklich jeder verwenden kann, da kostenlos zu bekommen: LibreOffice: https://de.libreoffice.org/ Dieses Programm ist eigentlich die erste Textverarbeitung, die wirklich OpenType nahezu komplett unterstützt. Zwar gibt es hier keine Benutzerunterstützung über ein spezielles OpenType-Menü, aber eigentlich ist die auch nicht nötig. Einige Standard-Funktionen sind nämlich automatisch aktiv, wie eben ein OpenType-Kerrning, die Ligatur-Funktion (liga) und die kontextabhängigen Ersetzungen (calt). Alle anderen OpenType-Funktionen, mit denen wirklich tolle Sachen möglich sind, lassen sich einfach einschalten, indem man, wählt man eine Schrift aus, den registrierten Featuirenamen getrennt durch einen Doppelpunkt hinter den Schriftnamen eingibt, und mehrere aktivierte Features durch ein & verbindet. Will man eine standardmäßig aktive Funktion ausschalten kommt entweder ein - vor den Feature-Namen, oder =0 dahinter (beides funktioniert. Also z.B. musterschrift:dlig - zusätzliche spezialligaturten werden eingeschaltet musterschrift:hlig&salt - historische Ligaturen und Stilalternativen sind eingeschaltet musterschrift:case&-liga - Kapitälchen ein, ligaturen ausgeschaltet.
  31. 1 Punkt
    Ach na klar. Automatische Angewohnheit mit dem Englisch. Danke Kathrin. Ich frage der Korrektheit lieber nochmal auf deutsch: Das Ziel ist es, dass ich die breiter der Zahl "100" manipulieren möchte, also ein eigenes Glyph brauche für die "100". Das Manipulieren von Characterpairs nennt sich kerning. Ich möchte aber eine 3er-Zeichenkette manipulieren. Bis jetzt benutze ich FontForge, und ,meine Schriftart ist eigentlich Fertig, nur noch das Problem mit der 100. Also wenn ich es in FontForge nicht schaffe, dann schau ich mir das liga feature an, zur Not mit was anderem. Aber das PDF war sehr hilfreich: Stichwort: "contextual chaining substitution"...glaube ich, für alle anderen Suchenden ;) Erstmal danke, versuche mich a bissi durch das PDF zu wühlen, welches 100 besser ist als die Standardeinleitung.
  32. 1 Punkt
    Dann aber bitte m². Oder sind es fünfzehn Blattschlangen, die jeweils fünfzehn Meter lang sind?
  33. 1 Punkt
    Die einstöckigen a und g in Kinderbuchschriften sind für das Leselernalter gedacht, da hierdurch der Zusammenhang zu den gelernten Schreibformen unmittelbarer ist. Aber 8- oder 12jährige können (sollten) prinzipiell jede Schrift problemlos lesen, auch ohne ›Kinder-Extras‹. Übrigens, clean hat mit Serifen garnichts zu tun.
  34. 1 Punkt
    Herzlichen Dank. Die Fiendstar scheint mir gut zu passen :)
  35. 1 Punkt
    Herzlich willkommen! Schau mal hier: Sind zwar für Schaugrößen geeignet, aber vielleicht fehlt dir ja auch noch eine solche. http://www.typografie.info/3/Schriften/listen.html/schriften-fuer-kinderbuecher-display/ Das Thema Lesegrößen wurde hier schon behandelt, da findest du sicher hilfreichen input:
  36. 1 Punkt
  37. 1 Punkt
    https://fdi-type.de/blog/fdi-type-joins-fontspring-r8/ https://www.fontspring.com/foundry/fdi-type-foundry
  38. 1 Punkt
    Die Bitter der argentinischen Schriftgestalterin Sol Matas ist eine humanistische Slab-Serif-Schrift, die auf gute Leserlichkeit auf Monitoren ausgelegt ist. Die kostenlos nutzbare Schriftfamilie besteht aus vier Schnitten (normal, kursiv, fett, fettkursiv) und verfügt über Zeichen der Schriftsysteme lateinisch, kyrillisch und Devanagari.
  39. 1 Punkt
  40. 1 Punkt
    Bzw. doch alltäglich Deutsch spricht, aber eben ein »insulares«, das sich von den aktuellen Standardvarietäten ziemlich weit entfernt hat. Auf unserem Lieblingsweihnachtsmarkt in Pennsylvania kann man Mennoniten hören, die (untereinander) Deutsch sprechen. Das klingt fast genau so wie die wahrscheinlich ziemlich akkurate Transkription von @Stötzner. Die von den Mennoniten verwendete Orthografie ist auch eigen und versucht meist, die Sprache 1:1 abzubilden.
  41. 1 Punkt
    bei sehr eigenwilliger Rechtschreibung wird’s problematisch. die Menonitenzeitung bestellt, … lesen giebt, und nach Gronau werde ich nicht ehr, [kamen, kann?], ehr ihr uns eine Einreise Genemiung schickt, von Johan habe ich die
  42. 1 Punkt
    Johann Matthesons Übersetzung der Händel-Biographie von Mainwaring (der ersten in Buchform erschienenen Biographie eines Komponisten überhaupt, wie mich Wikipedia aufklärt). Typographisch ganz schön was los auf der Titelseite: Fraktur in verschiedenen Größen (plus Zierbuchstabe), eine Antiqua (aufrecht und kursiv), eine Kurrentschrift, eine englische Schreibschrift, eine griechische Type. In Hamburg liebte man die Schriftmischung ...
  43. 1 Punkt
    Ein Text, den man lesen kann, hat immer eine bestimmte Gestalt und Anmutung. Doch auch wenn Inhalt und Form meist zusammen auftreten, sind sie doch prinzipiell unterschiedliche Komponenten. Stellen Sie sich zum Beispiele eine ungeöffnete TXT-Datei vor. Sie enthält nichts als eine kodierte inhaltliche Information ohne jegliche Gestalt. Großes B, kleines u, kleines c, kleines h. Das Wort »Buch« abstrahiert in seine sinntragenden Einzelteile. Erst bei der Anzeige der Datei bekommt der Text zwangsläufig eine Gestalt. Er muss in (irgend-)einer Schriftart dargestellt werden. Die Wahl der Schrift beeinflusst die Wirkung des Textes, jedoch handelt es sich dabei lediglich um eine Formatierung – eine zusätzliche, visuelle Komponente. Wir ändern den Stil der Botschaft, oder metaphorisch gesprochen: die Kleidung des Textes. Auf den Text selbst hat dies keinen Einfluss. Oder doch? Es scheint seltsamerweise eine Ausnahme zu geben. Man kann einem deutschen Text bedenkenlos eine der tausenden erhältlichen Schriftarten zuweisen – außer es handelt sich um eine gebrochene Schrift. Dann wird man alsbald ermahnt werden, dass gebrochene Schriften andere typografische und orthografische Satzregeln erfordern. Die Formatierung der Schrift müsse dann sozusagen auf den Inhalt zurückwirken. Langes und rundes s müsse sich nach bestimmten Regeln abwechseln und üblicherweise getrennt kodierte Buchstaben müssen zu Ligaturen verschmelzen und damit in gewisser Weise andere Zeichen bilden. Der »B u c h s t a b e« darf nicht zum »B u c h s t a b e« werden, sondern muss als »B u ch ſt a b e« gesetzt werden«. Doch warum ist dies so? Ich habe mich in den letzten Jahren immer mal wieder absichtlich dumm gestellt und bei entsprechenden Ermahnungen über die vermeintlich »korrekten Fraktursatzregeln« gefragt, warum man diese denn anwenden müsse. Die Antwort lautete dann in etwa »weil das früher so war« beziehungsweise »weil diese Schriften mal so gedacht waren«; und nicht zu vergessen: »weil dies der Lesbarkeit diene«. Doch sind dies überzeugende Argumente? Ich habe da so meine Zweifel. Schauen wir sie uns einmal im Detail an. Schriftstil diktiert Satzweise – Ein Prinzip des Schriftsatzes? Zunächst zur Idee, Schriften müssen so wie früher gesetzt werden, weil diese Satzweisen mal so üblich waren bzw. weil die Schriften direkt für diese Satzweisen gedacht waren. Wenn dies ein Prinzip des Schriftsatzes wäre, verwundert es, dass wir dies bei Antiqua-Schriften nicht auch so handhaben. Denn diese haben ja schließlich auch meist historische Wurzeln, genau wie die gebrochenen Schriften. Walbaum Fraktur und Walbaum Antiqua entstanden zum Beispiel gleichsam um 1800. Wenn man Frakturschriften so setzen müsste, »wie sie mal gedacht waren«, warum dann nicht auch die ebenso alten Antiqua-Schriften? Eine Walbaum Antiqua wurde vor 200 Jahren schließlich typografisch und orthografisch auch anders gesetzt als heute. Wir kommen aber gar nicht auf die Idee, dass eine klassizistische Schrift stets die Satzkonventionen des Klassizismus verwenden müsse. Und warum können wir problemlos eine Trajan-Schrift mit zweitausendjähriger Geschichte mit Ü setzen, obwohl dieser Schriftstil ursprünglich noch nicht einmal ein U hatte, geschweige denn Umlaute. WARVM·MVSS·TRAJAN·NICHT·WIE·DAMALS·GESETZT·WERDEN – gebrochene Schriften aber schon? »Weil das früher so war« ist da wenig überzeugend. In dieser Idee liegt kein Prinzip des Schriftsatzes. Es verstößt ganz im Gegenteil sogar gegen die Art und Weise, wie Schriftstile üblicherweise benutzt werden – nicht nur hier und heute, sondern auch in den letzten 500 Jahren Druckkunst mit beweglichen Lettern im Einsatzgebiet des lateinischen Schriftsystems. Lesekonvention und geschichtliche Zusammenhänge Der wahre Grund, warum sich einige besondere Satzregeln für gebrochene Schriften wünschen, mag in der besonderen Geschichte dieses Schriftstils im deutschen Sprachraum liegen – und der Lesekonvention, die daraus resultiert. Denn erstens überlebten die gebrochenen Schriften durch die Zweischschriftigkeit im deutschen Sprachraum deutlich länger als in anderen Teilen der Welt. Wenn heute in den Niederlanden oder Großbritannien gebrochene Schriften eingesetzt werden, dann richtet man sich kaum danach, wie dieser Schriftstil vor hunderten Jahren mal für die jeweiligen Sprachen eingesetzt wurde. Die entsprechenden Satzkonventionen (die zum Beispiel auch die Unterscheidung von langem und runden s beinhalteten) liegen so weit in der Vergangenheit, dass sie keinerlei Relevanz mehr besitzen. So wie wir auch hierzulande das Poster einer Folkband in einer Unzialschrift wohl kaum so setzen würden, wie zur Zeit der Entstehung der Unziale. Diese Satzweisen sind uns nicht vertraut und somit entsteht hier auch keine entsprechende Erwartung der Leserschaft, der man entsprechen müsste. Bei gebrochenen Schriften ist dies jedoch gegebenenfalls anders. Sie überlebten im deutschsprachigen Raum bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts als Verkehrsschrift und ihr damaliges Satzbild ist in gewisser Weise noch vertraut. Und dies kann eine entsprechende Erwartung bezüglich des vermeintlich »richtigen Schriftsatzes« auslösen. Ein zweiter Grund mag im ungewöhnlich plötzlichen Ende der gebrochenen Schriften liegen. Viele historische Schriftstile haben sich langsam überlebt und wurden Schritt für Schritt durch neue Stile verdrängt. Und auch die Lesekonventionen konnten sich somit schrittweise anpassen. Doch die gebrochenen Schriften kamen Mitte des 20. Jahrhunderts schlagartig außer Gebrauch. Und damit wurde die Lesegewohnheit bezüglich ihres Satzbildes mehr oder weniger »schockgefroren«. Dies ist ja letztendlich auch der Grund für die immer noch lebendige Nazi-Assoziation dieses Schriftstils. Der Propaganda-Einsatz im dritten Reich war die letzte typische, öffentlichkeitswirksame Anwendung und dies wirkt noch heute nach, denn moderne Einsätze, die entsprechende Assoziationen überlagern oder verdrängen könnten, sind selten. Oft wird der Schriftstil sogar zu einem bewusst genutzten Symbol für die Zeit des Nationalsozialismus. Ob historisch gerechtfertigt oder nicht – die gebrochenen Schriften sind in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin ein typisches Symbol für rechtsradikales Gedankengut (Foto: J. Schalansky) Nach 1941 kamen die gebrochenen Schriften immer seltener in zeitgemäßen Anwendungen zum Einsatz und damit verfestigte sich der traditionelle Charakter umso mehr. Las man in den ersten Jahrzehnten nach dem Normalschrifterlass Texte in gebrochener Schrift, stammten sie entweder aus er Zeit vor 1941 oder sie sollten bewusst traditionell erscheiden. Die Fortentwicklung der Orthografie und der niedergeschriebenen Sprache fand derweil in der Antiqua statt. So war es anfangs auch völlig normal, dass die gebrochenen Schriften auch nach 1941 weiterhin nach traditionellen Fraktursatz-Regeln erschienen. Schließlich wollte man mit ihnen ja gerade traditionell erscheinen und die Mehrheit der Bevölkerung war die klassischen Regeln noch gewohnt und erwartete sie. Im Sinne des Lesers war es deshalb sinnvoll, sie weiterzubenutzen. Fraktursatz heute Nun sind wir im 21. Jahrhundert angekommen und die Realität der Schriftsatzkonventionen gebrochener Schriften sollte neu bewertet werden. Mehrere Generationen deutschsprachiger Leser sind mit Antiqua aufgewachsen. Und selbst wer mit dem Fraktursatz vertraut ist, liest in der Regel dennoch mehrheitlich Antiqua-Texte im Alltag. Denn die Antiqua ist die verkehrsübliche deutsche Schrift und dominiert somit selbstverständlich auch die Lesekonventionen. Im Wikipedia-Artikel zum langen s heißt es aktuell noch »im Fraktursatz ist die Verwendung des langen s selbstverständlich …«. Doch ist dies wirklich realistisch? Ich habe einmal die Probe aufs Exempel gemacht: Bei einer längeren Fahrt über deutsche Landstraßen habe ich sämtliche Vorkommen von gebrochener Schrift auf aktuellen Schildern und Werbetafeln fotografiert, bei denen ein Einsatz des langen s möglich gewesen wäre. Es wurde dazu weder eine bestimmte Strecke gewählt, noch Fundstücke weggelassen. Lediglich historische Logos (z.B. von Brauereien) blieben unberücksichtigt. Hier das Ergebnis: Was fällt auf? Einerseits, dass die früher üblichen Fraktursatz-Ligaturen in diesem Anwendungsbereich praktisch ausgestorben sind. Beim Einsatz des langes s bilden sich zwei Gruppen: Satz mit ſ: 5 Schilder Satz ohne ſ: 18 Schilder Von einer selbstverständlichen Verwendung des ſ kann also keine Rede sein. Es ist eher umgekehrt: der Verzicht auf ein ſ ist mittlerweile der Normalfall. Man kann dies natürlich – wie es oft gemacht wird – als bloßen Anwendungsfehler von »typografischen Laien« abstempeln. Doch Schriftsatz-Konventionen sind weder Selbstzweck noch unumstößliches Naturgesetz. Wir setzen Texte nach üblichen Konventionen, da wir damit dem Leser so weit wie möglich entgegenkommen wollen. Wir erleichtern ihm das Lesen, indem wir seiner Lese-Erwartung entsprechen. Und die Leser haben genau diese Erwartung, da sich fast alle, die Schriften setzen, mehr oder weniger an die gleichen Konventionen halten. Die Schriftsatz-Konvention und die Erwartung der Leser sind zwei Seiten einer Medaille und untrennbar miteinander verbunden. Es kommt also darauf an, was üblich ist, nicht »was früher einmal war«. Die klassischen Fraktursatz-Konventionen sind für die Mehrheit der deutschsprachigen Bevölkerung heute kein Teil der normalen Lese-Erfahrung mehr und auch gelegentliche Anwendungen werden das Rad der Zeit nicht wieder zurückdrehen. Und somit werden die historischen Konventionen eher zu einem Lesehindernis – allein durch die Tatsache, dass man sie nicht mehr erwartet. Das mag so manchen Schriftenfreund schmerzen, doch es lässt sich einfach nicht leugnen. Das Schild Gaststätte ohne langes s ist nicht falsch, sondern lediglich nicht traditionell gesetzt. Es entspricht der aktuellen (Antiqua-)Rechtschreibung und der Erwartung der Mehrheit der Leser. Und den Lesern in dieser Hinsicht zu dienen, ist schließlich eine Grundforderung guter Typografie. Wir können also noch ein paar Jahrzehnte weiter die obigen Schilder als vermeintlich »falschen Satz« bezeichnen – oder wir können einsehen, dass wir hier die aktuelle und mit großer Wahrscheinlichkeit auch die zukünftige Satzkonvention vor uns sehen. Denn was soll denn der Maßstab bezüglich des falschen und richtigen Satzes sein, wenn nicht die Konvention? Auch die klassischen Fraktursatzregeln waren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts allein durch ihre Üblichkeit gerechtfertigt. Wer die frühere Üblichkeit als richtig, und die aktuelle Üblichkeit als falsch bezeichnet, misst mit zweierlei Maß und argumentiert also allein im Sinne einer eher willkürlich gewählten historischen Tradition und nicht im Sinne des heutigen Lesers. Wer heute gebrochene Schriften benutzt, hat die Wahl zwischen mehreren Varianten, je nachdem, worauf die Priorität liegen soll: auf der optimalen Lesbarkeit oder einer möglichst traditionellen Anmutung. Schaut man sich die vorherrschenden Konventionen an, ergeben sich drei typische Varianten. Verwendung heute – Variante 1: Fraktursatz nach Antiqua-Regeln Wer Texte in gebrochener Schrift möglichst für eine breite Leserschaft zugänglich anlegen will, setzt sie so, wie jeden anderen Stil aus 2000 Jahren lateinischem Schriftsystem – denn gebrochene Schriften sind schließlich nichts anderes als einer von vielen Schriftstilen in diesem Schriftsystem. Wenden Sie also einfach alle aktuellen Rechtschreibregeln an und weisen Sie Ihrem Text lediglich eine gebrochene Schrift zu – genau so, wie es auch in allen anderen Ländern des lateinischen Schriftsystems gemacht wird. Lassen Sie sich nicht von einzelnen sagen, dass dies falsch wäre. Denken Sie – wie bei jeder gestalterische Aufgabe – an Ihre Zielgruppe. Sie müssen Schrift nicht so setzen, wie es ein Leser 1850 erwartet hätte. Denken Sie an ihre tatsächlichen Leser. Und ihnen das Lesen zu erleichtern, kann nicht falsch sein. Es ist ganz im Gegenteil überhaupt der Grund, warum einheitliche Satzregeln existieren. Selbst bei neu aufgelegten Büchern in gebrochener Schrift verschwinden langes s und Spezial-Ligaturen zunehmend. Man beachte auch die diesbezügliche »Marginale für Dogmatiker« auf der Seite der Stiftung Buchkunst. Verwendung heute – Variante 2: Fraktursatz nach klassischen Fraktursatz-Regeln Alternativ können Sie freilich auch bewusst historisierenden Schriftsatz erstellen – in jedem Schriftstil, also auch in gebrochenen Schriften. Wenn auf der Gedenktafel ZVM GEDAECHTNIS in Antiqua-Lettern steht; wenn sich eine Bleisatzwerkstatt Druckerey nennt; wenn beim Mittelalterfest ein »Thorzoll« von »5 Thalern« verlangt wird – all dies sind bewusst historisierende Schreibweisen. Sie entsprechen absichtlich nicht den heute üblichen Satzweisen. Sie sind eine historische Anspielung. Und in gleicher Weise können sie heute auch bewusst klassische Fraktursatz-Regeln benutzen. Klassischer Fraktursatz stützt sich in der Regel auf die letztgültigen typografischen und orthografischen Konventionen aus der Zeit, als Fraktusatz noch eine Verkehrsschrift im deutschsprachigen Raum war und die alte Rechtschreibung galt. In FAQ-Bereich von Typografie.info können die diesbezüglichen üblichen Regeln zum Einsatz des langen s und der Ligaturen nachgelesen werden. Modernes Buch mit klassischer Satzweise Verwendung heute – Variante 3: Fraktursatz nach modernisierten Fraktursatz-Regeln Die orthografischen und typografischen Konventionen lassen sich in der Wahrnehmung des Lesers nur schwer voneinander trennen. Ein Plakat aus den 1930ern benutzt nicht nur eine bestimmte Typografie, sondern natürlich auch die seinerzeit übliche Rechtschreibung. Kombiniert man nun neue Rechtschreibung mit klassischer Fraktur-Typografie, kann dies seltsam wirken, insbesondere bezogen auf die nun wieder verwendete Heyse’sche s-Schreibung. Der Duden hat deshalb seine Fraktursatz-Empfehlungen modernisiert und der neuen Rechschreibung angepasst. Die dazu nötige Änderung betrifft das Doppel-s im Auslaut in Wörtern wie Kuss, Schloss, muss und so weiter. Diese sollen laut Duden nun aus ästhetischen Gründen mit ſs dargestellt werden: Kuſs; Schloſs; ich muſs. Aus dem aktuellen Duden Diese Weiterentwicklung der klassischen Fraktursatz-Regeln ist nachvollziehbar, jedoch wird dies meiner Einschätzung nach wohl eine Insellösung bleiben, die sich z.B. auf Webseiten von Frakturfreunden in Anwendung findet, aber wohl kaum im Alltag auftaucht. Mir ist sie jedenfalls in freier Wildbahn noch nie begegnet. Regelungen zu Ligaturen trifft der Duden übrigens nicht und wendet in den Satzbeispielen auch selbst keine an. Die Ligaturen sind und waren typografische Konvention und die Benutzung oder Nichtbenutzung somit im Sinne der Rechtschreibung nicht relevant. Fraktursatz mit langem s in einem Magazin. Wenn es zu Projekt und Zielgruppe passt – warum nicht! Weitere Hinweise Mangels einheitlicher Konventionen oder amtlicher Vorgaben kommen also heute verschiedene Satzweisen in Betracht. Sie könnten auch eine Teilmenge der Regeln verwenden, z.B. das lange s anwenden, aber keine Frakturligaturen – oder umgekehrt. Jedoch werden sie damit wohl unweigerlich Kritik von Frakturfreunden ernten. Bei aller Freiheit gibt es jedoch auch Dinge, die man vermeiden sollte. Ein typisches Beispiel ist die durchgängige Verwendung des langen s, wie hier bei der Berliner Volksbühne. (Abbildung: F. Hardwig, Creative Commons BY 3.0) Mit dieser Satzweise stoßen Sie sowohl die Frakturfreunde vor den Kopf als auch jene, die generell ein rundes s erwarten würden. Weitere Fallen lauern in schlecht digitalisierten Schriftarten oder – mangels Leseerfahrung – dem Griff zu falschen Zeichen, wenn die Schriften nicht eingetippt werden. Brennpuntzt und Yatzuza Intz. Hier wurden tz-Ligaturen als k verwendet. Schloss-Apoſheke? (Foto: E. Spiekermann) Friseur für Damen und Hexxen (Foto: J. Schalansky) Missglücktes Bier-Etikett: Eine weitere tz-Ligatur als k sowie ein S anstelle des G. Fazit Es it der Normalzustand, dass man beliebigen Texten beliebige Schriften zuweisen kann. Dass es im deutschsprachigen Raum einmal eine Zeit gab, wo unterschiedliche Schriftstile mit unterschiedlichen Satzregeln parallel angewendet wurden, ist ein historisches Kuriosum. Es ist schrifthistorisch hochinteressant, aber birgt außer dem Aspekt der Tradition keinen funktionalen Nutzen, den es zu erhalten gäbe. Wir haben schließlich eine Sprache und ein Schriftsystem. Ein und dasselbe Wort je nach Schriftstil anders zu setzen bringt für Leser und Setzer keine Vorteile. Mir fallen jedenfalls keine ein. Heutige Nutzer gebrochener Schriften müssen sich nun generell oder projektbezogen für eine Satzweise entscheiden und demzufolge zum Beispiel Schloß, Schloſs oder Schloss schreiben. Die verschiedenen Varianten haben alle in gewisser Weise ihre Berechtigung und wir sollten daher aufhören, weiterhin von der Existenz eines vermeintlich richtigen Fraktursatzes zu sprechen. Den gab es vor 100 Jahren durch die Verkehrsüblichkeit dieses Schriftstiles – heute gibt es ihn nicht mehr. Man muss ohnehin kein Prophet sein, um die weitere Entwicklung der Fraktursatz-Konventionen vorauszusagen. Der traditionelle Fraktursatz wird genau wie die alte Rechtschreibung außer Gebrauch geraten und aus neuen Anwendungen irgendwann ganz verschwinden. Die modernisierten Fraktursatz-Regeln werden eine Zeit lang weiter verwendet werden, jedoch nur von einem Bruchteil der Bevölkerung – einigen Liebhabern der gebrochenen Schrift. Dieser kleinen Gruppe von Anwendern stehen Millionen Nutzer elektronischer Geräte gegenüber, die ihren Texten einfach eine gebrochene Schrift zuweisen können und die – wie ich finde völlig zu recht – noch nicht einmal auf die Idee kommen, dass sie schriftartabhängig ihren Satz überarbeiten müssten. Diese Konvention des Satzes gebrochener Schriften nach herkömmlichen Antiqua-Regeln wird daher sicherlich irgendwann die einzige Konvention sein – ob es nun noch 25, 50 oder 100 Jahre dauert. Und dann sind wir auch im deutschsprachigen Raum da angekommen, wo alle anderen Länder mit lateinischer Schrift bereits seit hunderten Jahren sind: ein Satz von Regeln und Konventionen für einer Sprache – unabhängig vom Schriftstil. Warum sollte es auch komplizierter sein?
  44. 1 Punkt
    Wird im deutschsprachigen Raum eine Diskussion um gebrochene Schriften geführt, wird es dabei alsbald auch vor allem um das lange s (ſ) gehen. Und wenn man das lange s diskutiert, taucht fast unweigerlich das Wach-Stuben-/Wachs-Tuben-Argument auf, das den Nutzen des langen s belegen soll und in seiner Grundidee bereits seit gut 100 Jahren verbreitet wird. Obwohl das lange s als grafische Variante des s-Graphems mittlerweile weltweit außer Gebrauch geraten ist, wird das Wach-Stuben-/Wachs-Tuben-Argument jedoch immer noch verwendet – meist, um die historischen Satzkonventionen gebrochener Schrift für die Darstellung deutscher Texte als überlegen darzustellen. Schauen wir uns das Wach-Stuben-/Wachs-Tuben-Argument also ruhig einmal genauer an. Die Argumentationsweise sei zur Einführung hier zunächst in einige Zitaten präsentiert: Fraktur wird vom Auge leichter und schneller aufgenommen als Antiqua: Buchſtabe, Kreisſparkaſſe, Zahnſchmerzen Außerdem gibt sie den Wortgehalt eindeutiger wieder: Wachstube, Wachſtube Wörter wie die beiden letzten Beispiele zeigen auch, wie undeutlich der Wortgehalt oft durch Antiqua und wie eindeutig er durch Fraktur wiedergegeben werden kann: Einmal ist – bei gleicher Antiqua- Schreibweise! – die Tube mit Wachs gemeint, das andere Mal die Stube der Wache. (Quelle: »Vorzüge der deutschen Schrift«, Website des Bundes für deutsche Schrift und Sprache) Die drei s-Zeichen der Lateinschrift (s, ss, ß) genügen nicht, um alle deutschen Wörter, die einen S-Laut enthalten, unmißverständlich auszudrücken. »Versendung« z. B. kann bedeuten: 1. Endung eines Verses. 2. Verschickung. Unmissverständlich ist Versendung, Verſendung. (Quelle: Ostdeutsche Ausgabe des Duden, 1951) Nur in deutscher Schreib- und Druckschrift […] können durch die unterschiedliche Schreibung der S-Laute viele zusammengesetzte Wörter schon auf den ersten Blick klar erkannt werden — ein gerade auch von Ausländern geschätzter Vorteil. (Quelle: Website des Bundes für deutsche Schrift und Sprache) Die notwendige Unterſcheidung von s als Silbenſchluß und ſ als Silbenanfang dürfte keineswegs verſchwinden […]. Der Unterſchied z. B. zwiſchen Gasträumen und Gaſträumen ſollte auch in der Schrift zum Ausdruck gelangen […]. (Quelle: Friedrich Genzsch, in Die zeitgemäße Schrift, Heft 6, 1928) Es wird also argumentiert, dass es in der deutschen Sprache Wörter gibt, die sich nur durch den Einsatz des langes s klar unterscheiden lassen und dadurch wäre also der Wert des langen s belegt – in der Folge dann nicht selten auch gleichsam die Überlegenheit der gebrochenen Schriften, die in der Vergangenheit ja konsequent mit langem s gesetzt wurden. Die Einzelbeispiele, die den Vorteil des langen s belegen sollen, lauten also: Wachstube – Wachs(-)tube oder Wach(-)stube Versendung – Vers(-)endung oder Ver(-)sendung Gasträume – Gas(-)träume oder Gast(-)räume Zusammenhang des Schriftstil und des Zeichenvorrats Zunächst fällt auf, dass die Argumentationsweise im Kern einen falschen Logikschluss zieht, der bereits in einem früheren Artikel ausführlich besprochen wurde. Das lange s ist ein (mittlerweile nicht mehr verkehrsübliches) Zeichen des lateinischen Schriftsystems, das seit seiner Entstehung prinzipiell in allen üblichen Schriftstilen dieses Schriftsystems zum Einsatz kommen konnte. Auch in Antiqua-Schriften kann man ein langes s prinzipiell benutzen. Somit kann die Existenz dieses Zeichens nicht die Überlegenheit der gebrochenen Schriften für den Satz deutscher Texte belegen. Denn das lange s ist schlicht kein exklusives Zeichen gebrochener Schriften. Moderne Anwendung des langen s im Antiqua-Satz für das Erscheinungsbild eines Berliner Modegeschäftes. Diskussionen um den Sinn oder Unsinn des langen s sollten daher völlig unabhängig vom Schriftstil erfolgen. Aber auch ohne die Diskussion um die gebrochenen Schriften gibt es auf Basis der obigen Zitate einiges zum langen s zu sagen. Homonyme Wörter Betrachtet man sich die eingangs genannten Beispiele im Detail, haben wir es mit zwei Phänomenen zu tun: homonymen Wörtern und Wortzusammensetzungen. Ein Homonym ist allgemein ein Wort, das für verschiedene Begriffe steht. In der deutschen Sprache kommen Homonyme zahlreich vor. Hier einige Beispiele: die Bank (Sitzbank), die Bank (Geldinstitut) die Leiter (Stufengerät), der Leiter (Chef), der Leiter (physikalischer Leiter) der Ball (Spielgerät), der Ball (Tanzveranstaltung) der Hahn (Wasserhahn), der Hahn (männliches Huhn) die Kiefer (Nadelbaum), der Kiefer (Teil des Gesichtsschädels) sieben (Zahlwort), sieben (durch ein Sieb schütteln) der Strauß (Laufvogel), der Strauß (Blumengebinde) der Tau (Niederschlag), das Tau (Seil), das Tau (griechischer Buchstabe) die Mutter (eines Kindes), die Mutter (Hohlschraube) das Schloss (Türschloss), das Schloss (Bauwerk) die Steuer (Abgabe an den Staat), das Steuer (Lenkvorrichtung) die Stimme (Sprachfähigkeit), die Stimme (Wahlstimme) der Strom (Fluss), der Strom (elektrische Größe) Die Liste ließe sich problemlos fortführen. Wir benutzen diese gängigen Wörter täglich millionenfach ohne jegliche Verständigungsprobleme. Denn diese Begriffe werden immer in einem bestimmten Kontext benutzt und dieser gibt in aller Regel klar darüber Auskunft, welche der möglichen Bedeutungen gemeint ist. Vergleicht man diese Liste jedoch mit den drei Beispielen aus den eingangs genannten Zitaten fällt eines deutlich auf: Während die Mehrfachbedeutungen von Ball, Leiter, Mutter usw. täglich benutzt werden, ist dies bei den theoretischen Nebenbedeutungen Wachs-Tube, Vers-Endung und Gas-Träumen nicht der Fall. Sie kommen in normalen Schriftanwendungen gar nicht oder nicht in signifikanter Zahl vor und daher ist auch niemand auch nur ansatzweise versucht, die Begriffe falsch zu lesen. Wer eine Gaststätte betritt und im Flur eine Tür mit der Beschriftung »Gastraum« findet, wird nicht auf die Idee kommen, dass ihn hinter der Tür ein Gas-Traum (was auch immer das sein soll) erwartet. Wenn sich Wachleute in der Wachstube aufhalten, erwartet niemand, dass dies bedeutet, die Wachleute wurden geschrumpft und stecken nun in einer Wachs-Tube. Und auch die Unterscheidung von Ver(-)sendung und Vers(-)endung ergibt sich klar aus dem Zusammenhang. Wenn vom Aufbau von Gedichten die Rede ist, ist auch der Bezug zum Vers eindeutig – wenn man den Begriff der Vers(-)endung überhaupt verwenden will und nicht einfach vom Vers(-)ende oder Termination spricht. Meint man dagegen den Postversand wird freilich niemand an Gedichtsverse denken. Wie zum Beweis schreibt auch der Bund für deutsche Schrift und Sprache in seinen in Antiqua gesetzten Allgemeinen Geschäftsbedingungen: »Die Lieferung erfolgt zu einer gewichtsabhängigen Versandkostenpauschale. Alle Risiken und Gefahren der Versendung gehen auf den Kunden über, sobald die Ware vom BfdS an den beauftragten Paket- bzw. Postdienst übergeben wurde.« Damit widerlegt der Bund gleichsam die Notwendigkeit einer Unterscheidung durch ein langes s. Die Bedeutung von Versendung ist in so einer typischen Anwendung genauso selbstverständlich wie die des Begriffes Ball in der Einladung zu einer Tanzveranstaltung. Egal ob Antiqua oder Fraktur: Wer käme bei diesem Restaurant auf die Idee, dass hier von Wachs-Tuben oder Gas-Träumen die Rede ist? Wortzusammensetzungen Eine Eigenheit der Schreibung deutscher Texte sind Wortzusammensetzungen. Und dadurch kann tatsächlich die gemeinte Wortbedeutung verschleiert werden, wie das Beispiele Wachs(-)tube/Wach(-)stube zumindest in der Theorie zeigt. Doch das Beispiel ist einseitig gewählt, um den Einsatz des langen s zu rechtfertigen. Denn auch solche Wortzusammensetzungen, die zu Fehlinterpretationen einladen oder beim Computersatz zu falschen automatischen Trennungen führen, finden sich in der deutschen Sprache häufig. Hier einige wahllose Beispiele: Bau-charme | Bauch-arme Blumentopf-erde | Blumento-pferde Konsumenten | Konsum-enten Moderation | Mode-ration Lach-erfolge | Lacher-folge Musiker-leben | Musik-erleben Druck-erzeugnis | Drucker-zeugnis Nacht-eilzug | Nachteil-zug (Morgenstern, Abendstern) Zwergel-stern | Zwerg-elstern Bau-mangel | Baum-angel Fehl-ernährung | Fehler-nährung Gau-leiter | Gaul-eiter Kameraden-kreise | Kamera-denk-reise Patent-richter | Paten-trichter Profil-aufruf | Profi-laufruf Sauf-lieder | Sau-flieder Schul-terrasse | Schulter-rasse Spargel-ernte | Spar-gelernte Ver-brechen | Verb-rechen Versal-eszett | Versales-zett Vers-endung | Versen-dung Zucker-guss | Zuck-erguss Man kann auch diese Liste endlos fortführen, denn sie entsteht aus einem Grundprinzip der Schreibung deutscher Texte. Eines wird aus solch einer Listen schnell deutlich: Die Fehlinterpretation entsteht dadurch, dass sich innerhalb eines Wortes neue Teilwörter bilden lassen. Topf und Erde erzeugen über die beabsichtige Morphemgrenze hinaus das Wort Pferde, das man dann gegebenenfalls versucht ist als solches zu lesen. Zur Schreibung von s-Lauten besteht dabei jedoch kein direkter Zusammenhang und daher ist die Unterscheidung von ſ und s auch kein probates Mittel zur Vermeidung des Problems. Die gewünschten und ungewünschten Morphemgrenzen können beim Zusammentreffen nahezu aller Buchstaben auftreten. Wäre eine Kennzeichnung von Fugen durch zwei unterschiedliche Darstellungen des s-Graphems wirklich sprachlich nötig, müsste diese Notwendigkeit gleichermaßen für alle anderen Grapheme auch gelten. Man könnte das eingangs genannte Duden-Zitat also auch für alle anderen Laute umschreiben und jeweils zwei Formen für praktisch jeden Buchstaben des deutschen Alphabets einfordern. Die alternative Lösung Im normalen Schriftverkehr führen die falsch gedeuteten Wortfugen nur sehr selten zu echten Problemen. Die Blumento-Pferde sind eher ein Spaß, denn ein Ausdruck gravierender Probleme in der Schreibung deutscher Texte. Doch was ist nun, wenn wirklich einmal der Fall eintritt, dass sich die Morphemgrenzen nicht eindeutig aus dem Kontext ableiten lassen und der Ersteller eines Textes dem Leser eine Hilfestellung bieten möchte? Dann bieten die deutsche Rechschreibung und Grammatik dafür ein offizielles und probates Hilfsmittel an: den Bindestrich. Die Existenz dieser Möglichkeit wird von den Verfechtern des langen s bzw. der gebrochener Schriften meist komplett unter den Teppich gekehrt. Oder man lehnt diese Möglichkeit mit dem schwammigen Argument ab, dass dadurch »unschöne Wortbilder« entstehen würden. Da man ja aber selbst vor allem auf die Verständlichkeit abstellt, sollte man auch in diesem Sinne alle Möglichkeiten in Betracht ziehen. Der Einsatz des Bindestrichs für missverständliche Morphem-Grenzen ist übrigens keine neumodische Erfindung, die erst nach der Aufgabe des ſ nötig geworden wäre. Auch klassische, in Fraktur gesetzte Rechtschreibwerke schlagen den Bindestrich zur Kenntlichmachung missverständlicher Wortfugen vor. Die nach alter Rechtschreibung regelkonformen Schreibweise Bettuch (Bett-Tuch oder Bet-Tuch?) war zum Beispiel ohne Bindestrich genauso wenig eindeutig unterscheidbar wie heute Wachstube im Antiquasatz. Auch Tradionalisten können somit kaum etwas gegen den Bindestrich als Fugenkennzeichner einwenden. Wenn diese Möglichkeit selbst im traditionellen deutschen Schriftsatz möglich und richtig war, warum dann nicht auch in gleicher Weise Wachs-Tube? Freilich heißt dies nicht, dass man jeden Text nun mit Bindestrichen überziehen solle – aber in den seltenen Fällen, wo problematische Wortfugen klar unterschieden werden sollen, ist dies über den Bindestrich problemlos möglich. Duden, 1919 Vergleicht man nun die Verbesserung der Fugendarstellung durch ſ und den Bindestrich zeigt sich wieder ein klares Bild: der Bindestrich kann als wirksames und universelles Mittel zur Kennzeichnung jeglicher problematischer Wortfugen benutzt werden – das ſ hingegen nützt nur bei einem Bruchteil der Fälle, bei denen zufällig ein s-Laut an einer Seite der Wortfuge steht. Bei der Unterscheidung von Musik-Erleben/Musiker-Leben oder Drucker-Zeugnis/Druck-Erzeugnis ist auch das ſ keine Hilfe. Es erscheint daher merkwürdig, dass der Nutzen des ſ zur Fugenkennzeichnung von einigen so deutlich betont, der des Bindestrichs in diesem Zusammenhang aber komplett ausgeblendet wird. Die Lesekonvention Die Verfechter gebrochener Schriften argumentieren über die Unterschiede von Fraktur und Antiqua oder den Einsatz oder Verzicht des ſ nicht selten auf absolute Weise. Das heißt, sie sind der Meinung, die Vorteile der gewünschten Schriftstile und Satzweisen würden universell gelten, ohne dass man sie auf eine bestimmte Leserschaft zu einer bestimmten Zeit einschränken müsste. Dies ist jedoch unrealistisch. Selbst wenn man sich der Meinung anschließt, dass der Einsatz des ſ die Lesbarkeit von Texten verbessern könne, dann setzt dies voraus, dass solche Schreib- und Satzkonventionen ein fester Bestandteil verkehrsüblicher Texte sind. Denn Satzkonventionen und Lesekonventionen sind zwei Seiten einer Medaille. Man benutzt die üblichen Satzkonventionen, weil der Leser sie so erwartet. Der Leser erwartet dieses Konventionen, weil sie üblicherweise so gesetzt werden. Unkonventionelle Satzweisen werden somit fast zwangsläufig zu einem Lesehindernis – selbst wenn sie früher einmal als Lesehilfe verstanden wurden. Da das lange s heute nicht mehr verkehrsüblich ist, wird es somit für heutige Leser eher zum Stolperstein. Erschwerend kommt hinzu, dass es unter den Zeichen der lateinischen Schrift, die gemeinsam in einer Sprache eingesetzt werden können, wohl kaum ein anderes Buchstabenpaar gibt, dass sich so leicht verwechseln lässt wie f und ſ. Wenn das lange s nicht vollkommen vertraut ist und vom Leser erwartet wird, dann ist dieser versucht, hier ein f zu lesen. Dies gilt übrigens erstrecht für Ausländer, die selten mit historischen deutschen Texten konfrontiert sind und dann Warſteiner als WARF-TEINER lesen. Es ist also genau das Gegenteil von dem richtig, was der Bund für deutsche Schrift und Sprache im eingangs genannten Zitat behauptet. Bei jedem Leser, bei dem das lange s kein selbstverständlicher Teil der Leseerfahrung ist, bildet es gerade keinen »geschätzten Vorteil«, sondern einen Stolperstein, der das Lesen des s-Lautes nur unnötig erschwert. Selbst aus traditionsreichen Logos wird das ſ zunehmend entfernt, denn bei heutigen Lesern schadet es nicht selten mehr als es nützt. Da das lange s als grafische Variante des s-Graphems weltweit außer Gebrauch geraten ist und auch nicht zu erwarten ist, dass es noch einmal eine Renaissance erlebt, ist also auch aus Sicht der heutigen Lesekonvention die Nützlichkeit des langen s zu verneinen. Selbst wenn das lange s früher einmal eine Lesehilfe gewesen sein könnte, so ist dies heute nicht mehr der Fall und auch gelegentliche Anwendung können daran nichts mehr ändern. Fazit Bei aller Liebe und allem Respekt für traditionelle Satzweisen, fällt das Wach-Stuben-/Wachs-Tuben-Argument bei realistischer Betrachtung in allen Belangen durch. Obwohl die Argumentationsweise bereits seit hundert Jahren benutzt wird, ließen sich in all der Zeit nur eine Handvoll Einzelbeispiele finden, bei denen Homonyme tatsächlich durch den Einsatz einer ſ-/s-Unterscheidung eindeutig unterscheidbar werden. Und dies, obwohl der Bund für deutsche Schrift und Sprache im eingangs genannten Zitat behauptet, der Wortgehalt würde in Antiqua »oft« undeutlich wiedergegeben. Dann müsste sich dieser Beweis ja leicht antreten lassen, indem man etwa in aktuellen Texten aus Zeitungen und Büchern dieses vermeintlich häufige Vorkommen entsprechender missverständlicher Antiqua-Wörter aufzeigt. Dieser Beweis scheint aber nur schwerlich möglich. Stattdessen finden sich die vermeintlich missverständlichen Begriffe vor allem in Texten, in denen in konstruierten Einzelbeispielen über die vermeintlich missverständlichen Begriffe geklagt wird. Und selbst diese Beispiele bilden noch nicht einmal typische Homonyme wie Ball, Mutter, Schloss, Steuer etc. Die vorgebrachten Begriffe haben nämlich stattdessen eine klare Hauptbedeutung: Wach(-)stube, Ver(-)sendung und Gast(-)raum. Die theoretisch möglichen Nebenbedeutungen sind so selten oder unrealistisch, dass sie in aktuellen Wörterbüchern noch nicht einmal aufgeführt werden. Der Vorteil einer Schreibung, der nur in der Theorie existiert und sich in der Praxis gar nicht in signifikanter Anzahl auswirkt, ist aber gar kein echter Vorteil. Dass man ihn dennoch weiter propagiert, das Verständnis der Begriffe aus dem Kontext und die universelle Möglichkeit der Fugenkennzeichnung durch den Bindestrich aber so gänzlich ignoriert, zeigt deutlich, dass es in dieser Diskussion gar nicht wirklich um die Sache – also die Verbesserung der Lesbarkeit deutschen Schriftsatzes – geht. Vielmehr soll hier eine historische Satzkonvention, bei der eine ſ-/s-Unterscheidung üblich war, posthum mit funktionaler Notwendigkeit geadelt werden. Dies kann man versuchen, aber solange sich die behauptete Nützlichkeit oder gar Notwendigkeit nicht klar in der täglichen Schriftanwendung wiederfindet, bleibt das Wach-Stuben-/Wachs-Tuben-Argument ein Scheinargument ohne Überzeugungskraft.
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    Heute morgen an einer Bäckerei: SB-BÄCKEREI supergünstig & genauso gut Da bleibt dann nur die Frage, ob das genauso gut (oder schlecht) auf den Preis bezogen wird oder im Vergleich zu anderen Bäckereien stehen soll . Ich tippe mal auf ersteres .
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