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Historische Satzregeln des langen s (ſ)
Die Hauptregel
Legt man die zuletzt gebräuchlichen Regeln zu Grunde, deckt die folgende Regel schätzungsweise 0,2% der Wörter mit s nicht korrekt ab:
1. Das runde s steht am Ende unverbunden gesprochener, sinntragender Einheiten (Wörter, Teilwörter, Vorsilben, vor Nachsilben). In allen anderen Fällen steht das lange s.
Beispiele:
kreiſt, graſte, verglaſten
Ausnahmen
Auch innerhalb sinntragender Einheiten kann unter gewissen Bedingungen das runde s stehen:
2. Das runde s steht an Stelle des langen s, wenn Folgendes zutrifft:
Aſbeſt, Iſrael, Iſlam, Moſlem
In den meisten Fällen sind die Empfehlungen der Wörterbücher bezüglich dieser Wörter uneinheitlich, sogar innerhalb eines Buches. So empfiehlt Koenigs Großes Wörterbuch der Deutschen Sprache von 1922 Moslem, aber moſleminiſch.
Legt man die zuletzt gebräuchlichen Regeln zu Grunde, deckt die folgende Regel schätzungsweise 0,2% der Wörter mit s nicht korrekt ab:
1. Das runde s steht am Ende unverbunden gesprochener, sinntragender Einheiten (Wörter, Teilwörter, Vorsilben, vor Nachsilben). In allen anderen Fällen steht das lange s.
Beispiele:
- Langes s am Anfang sinntragender Einheiten:
ſein, ſtark, ſpielen, ſchlau, ſkurril, ſlawiſch, ſzeniſch, Bauſchutt, Anſicht, Trübſal, Mannſchaft; - und innerhalb sinntragender Einheiten:
brauſen, kreiſt, Knoſpe, Raſter, fiſchen, Blaſe. - Rundes s am Ende von Wörtern:
Glas, es, bis, Saus und Braus - Rundes s am Ende von Teilwörtern (inkl. Fugen‑s):
Haustür, Glasſammlung, Hilfsbereitſchaft, Rechtsweg, deshalb, Dienstag - Rundes s am Ende von Vorsilben:
Ausdauer, Disput, Transport - Rundes s vor Nachsilben:
häuslich, Mäuschen, Bistum, Weisheit, boshaft - Langes s am Ende verbunden gesprochener Vorsilben:
aſſimilieren, Diſſertation, Tranſit (von lateinisch: trans + ire); - und vor verbunden gesprochenen Nachsilben:
glaſig, Raſerei, Weiſung
kreiſt, graſte, verglaſten
Ausnahmen
Auch innerhalb sinntragender Einheiten kann unter gewissen Bedingungen das runde s stehen:
2. Das runde s steht an Stelle des langen s, wenn Folgendes zutrifft:
- Es steht im Silbenauslaut.
- Der folgende Buchstabe ist nicht p, t oder z.
- Es ist nicht Teil eines Digraphen, Trigraphen, usw., wie ſſ, ſch oder ſh (aus dem Englischen).
- Es ist nicht erst durch Auslassung eines tonlosen e an den Silbenauslaut gelangt.
- Rundes s im Silbenauslaut:
Maske, brüsk, Roswitha, Feudalismus, Dresden, Osnabrück, lesbiſch, Gleisner, Kosmos, Oslo, Ischias, Esquire, Esra - Langes s im Silbenauslaut vor p, t oder z:
kreiſt, Knoſpe, Raſter, Diſziplin - Langes s im Silbenauslaut als Teil eines Di- oder Trigraphen:
Buſch, Waſſer, aſſimilieren, Diſſertation, Squaſh - Langes s im Silbenauslaut durch Auslassung:
unſre (von unſere), Drechſler (von Drechſeler), Pilſner (von Pilſener)
Aſbeſt, Iſrael, Iſlam, Moſlem
In den meisten Fällen sind die Empfehlungen der Wörterbücher bezüglich dieser Wörter uneinheitlich, sogar innerhalb eines Buches. So empfiehlt Koenigs Großes Wörterbuch der Deutschen Sprache von 1922 Moslem, aber moſleminiſch.
Übermittelt von
Joshua K.
, 09. Februar 2013
Zuletzt aktualisiert 10. Februar 2013
Aufrufe: 180
Autor(en)
Zuletzt aktualisiert 10. Februar 2013
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