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Facelifting bei Reclam

102 Antworten in diesem Thema

#1

boernie
boernie
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Geschrieben 02.02.2012 - 11:03 Uhr

Friedrich Forssman und Cornelia Feyll haben Reclams Universal-Bibliothek
ein Facelifting verpasst. Anfang Februar sollen die ersten Bände im neuen
Design erscheinen. Ich kann der weißen Fläche allerdings nichts abgewinnen.
Sieht aus wie früher die Schulhefte…

http://www.reclam.de/special/ub_neu

#2

Kathrinvdm
Kathrinvdm
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Geschrieben 02.02.2012 - 11:19 Uhr

Hm, ja, eine große Verbesserung will sich mir jetzt auch nicht auf den ersten Blick erschließen.
Aber dazu würde mich die Meinung von Forenkollege Martin Z. Schröder sehr interessieren, der ja in der Buchtitelgestaltung zu Hause ist.

#3

Martin Z. Schröder
Martin Z. Schröder
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Geschrieben 02.02.2012 - 11:56 Uhr

Ich mache Buchgestaltung nicht vorrangig. Das nur am Rande.

Wir könnten ja erst einmal die Begleitpublikation lesen.

Einen ersten Eindruck habe ich freilich: Waum muß das so schmucklos sein? Aber den ziehe ich zurück, bis ich so ein Buch in der Hand gehalten habe. Wir sollten Bücher nicht nach Abbildungen beurteilen, zumal wenn man den Verdacht haben muß, daß wir darauf das Eigentliche nicht sehen. Und wenn der Entwurf von einem Typografen mit gutem Ruf kommt.

#4

Pachulke
Pachulke
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:00 Uhr

Warum muß man immer Dinge ändern, die in Ordnung waren? Ich halte das Ergebnis auch nicht für eine Verbesserung.

#5

Martin Z. Schröder
Martin Z. Schröder
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:20 Uhr

Wenn ich mir in dem oben verlinkten PDF die Seiten 47 und 53 ff. ansehe, finde ich die Titel allerdings sehr erfreulich. Die Wirkung der Ansicht ist schon frappierend.

#6

Sebastian Nagel
Sebastian Nagel
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:22 Uhr

Wir könnten ja erst einmal die Begleitpublikation lesen.
Einen ersten Eindruck habe ich freilich: Waum muß das so schmucklos sein?


Ich habe ja schon drüben im fontblog in einem Einzeiler beklagt, dass ich die Illustrationen auf dem Titel vermissen werde.
Aber siehe da, im PDF auf Seite 56 ... Illustration!

#7

RobertMichael
RobertMichael
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:23 Uhr

ich zitier mich mal selber:

ich mag die neue gestaltung, frag mich aber gleichzeitig warum die weiße fläche dazugekommen ist. sie steht dem cover gut und sicher auch den folgenden anzeigen und dem restlichen corporate identity etc. aber warum hat man nicht einfach die faksimilies weggelassen? der rest war doch minimal genug, jeder der den namen ‘reclam’ hörte brachte damit ein gelbes cover in verbindung. ich schließe mich also sebastian an — schön und schade.



#8

RobertMichael
RobertMichael
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:25 Uhr

Aber siehe da, im PDF auf Seite 56 ... Illustration!


argh! :neenee:

#9

Schnitzel
Schnitzel
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:31 Uhr

... und die Illustrationen auf Seite 71 erst. Hauptsache dafür ist noch Platz :-P

#10

Martin Z. Schröder
Martin Z. Schröder
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:34 Uhr

Warum muß man immer Dinge ändern, die in Ordnung waren?


Weil "in Ordnung" uns nicht ausreicht. Wenn wir in unserer Zeit Bücher machen, sollen sie nicht aussehen wie die von unseren Vätern. Wir suchen den zeitgemäßen Ausdruck. Ich bin sehr gespannt, eines der neuen Bücher in der Hand zu halten und habe den Verdacht, daß sie sehr schön sind. In einer vom Foto überfrachteten Welt kann dieser Umschlag, der durch das weiße Schild ja auch ornamental wirkt, sehr angenehm wirken. Man sollte sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen und auf ihm beharren. Warten wir die Bücher ab. Ich habe beim Verlag angefragt, wo man das PDF als gebundenes Buch bekommt, weil ich es nigends finden kann, und teile die Antwort dann gern hier mit.

#11

Joshua K.
Joshua K.
  • 1.713 Beiträge

Geschrieben 02.02.2012 - 12:48 Uhr

Ich zitiere mich ebenfalls selbst:

Mir gefällt’s, aber ich finde ebenfalls, daß das „Reclam“ zu dicht am Balken steht.

In der PDF-Datei wirken die Zeilen ziemlich eng. Ich mag zwar die Documenta, aber daß das jetzt die lesbarste Gestaltung seit 1867 ist, wie in der Datei steht, bezweifle ich. Gedruckt hab ich’s allerdings noch nicht gesehen.


Die PDF-Datei hätte ich auch gerne gedruckt! Ich finde solche Gestaltungsveränderungen über die Zeit sehr spannend.

#12

Pachulke
Pachulke
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Geschrieben 02.02.2012 - 12:57 Uhr

Wenn wir in unserer Zeit Bücher machen, sollen sie nicht aussehen wie die von unseren Vätern.


Gerade Reclam hätte die Chance, solche Unveränderlichkeit als Alleinstellungsmerkmal zu vermarkten. Aber schön, ich gehöre auch zu den Leuten, die nie verstehen werden, warum die F.A.Z. angefangen hat, bunte Bildchen auf die erste Seite zu pappen.

#13

pürsti
pürsti
  • 489 Beiträge

Geschrieben 02.02.2012 - 13:01 Uhr

kurzer Einwurf:

warum die F.A.Z. angefangen hat, bunte Bildchen auf die erste Seite zu pappen.


Vieleicht, weil es ab dem Zeitpunkt, wo es technisch und ökonomisch machbar war, einfach Sinn macht?

#14

Martin Z. Schröder
Martin Z. Schröder
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Geschrieben 02.02.2012 - 15:43 Uhr

"Die Welt in Gelb" kann in Einzelexemplaren kostenlos bei Reclam bezogen werden, in der kommenden Woche sind die Büchlein auch beim Buchhandel zu bekommen, ggf. zu einer geringen Schutzgebühr.

#15

gutenberger
gutenberger
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Geschrieben 02.02.2012 - 21:12 Uhr

einer unentschlossenen Verschlimmbesserung. Mal abgesehen davon, dass weiße und gelbe Flächen in meinen Augen selten glücklich miteinander kombiniert werden (wie dieser Fall mal wieder leider zeigt), stört mich vor allem, dass der Titel aufgrund der Einrückung im weißen Kasten nun nicht mit der Verlagsbezeichnung bündig ist und eigentlich keine Bindung hat. Bei den kleinen Abbildungen scheint mir auch die neue Schriftgröße nicht unbedingt einer mindestens gleich guten Lesbarkeit (im Vergleich zur alten Fassung) dienlich. Die schwarze Linie an der Unterkante des weißen Kastens stört mich auch, ich weiß nur noch nicht warum - vermutlich weil sie gar keinen erkennbaren Sinn hat.
Und etwas grellere Farben für verschiedene Untergründe hätten eine Änderung des bisherigen Konzepts nicht gebraucht.
Vielleicht sähe dieser weiße Kasten auf einem insgesamt deutlich dunkleren Farbspektrum ja auch gut aus, weil der weiße Kasten dann seine Etikettenwirkung verbessern könnte und eine gewisse Logik wegen schlechterer Lesbarkeit von schwarzer Schrift auf dunkleren Tönen hätte - aber dann müsste man sich ja vom Reclamgelb trennen ...
Hätte man vielleicht tun sollen, oder das "Redesign" lassen ...
Schade eigentlich.

#16

pürsti
pürsti
  • 489 Beiträge

Geschrieben 03.02.2012 - 8:34 Uhr

In allzu vielen Fällen entsteht der Wunsch nach Redesign durch eine Übersprungshandlung. Eine genaue Analyse dessen, was zum Gefühl der Unzufriedenheit führt, ist unterblieben. Man möchte einen frischen Wind wehen lassen; die überlieferte Gestaltung ist wehrloses Opfer eines unüberlegten Aktionismus. Oft wird dabei Gestaltung geopfert, die vollkommen unschuldig ist und mit der die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter des von Redesign befallenen Unternehmens das freundliche, warme, sichere Gefühl einer althergebrachten Vertrautheit verbinden. Abgesehen davon ist Redesign meist sehr teuer und bindet wertvolle Arbeitskraft.

Zitat vom Re-Designer der Reclam-Heftchen.
http://www.agentur-gegen-redesign.de/

#17

boernie
boernie
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Geschrieben 03.02.2012 - 9:25 Uhr

Vielen Dank für dieses Zitat!
Anspruch und Wirklichkeit... Ich könnte mich vor Lachen in die Ecke schmeißen!

#18

Kathrinvdm
Kathrinvdm
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Geschrieben 03.02.2012 - 10:48 Uhr

Ich habe ja im Rahmen meiner Recherchen für den Artikel im TJ3 mit Herrn Forssman gesprochen und halte ihn für einen ausgewiesenen und versierten gestalterischen Fachmann. Die Qualität seiner Arbeiten spricht für sich. Ich würde also, bevor ich in die Kerbe »Anspruch und Wirklichkeit« schlage, gerne erstmal die Hintergründe der Reclam-Überarbeitung kennen. Es gibt sicherlich einen Grund für die Überarbeitung, der, kennt man ihn, die Gestaltung der Buchtitel in dieser Form plausibel macht. Wir wissen doch alle, wie Gestaltungsprozesse ablaufen und wie Kunden und Sachzwänge die Entwicklung eines Erscheinungsbildes mit beeinflussen können. Daher und aus Respekt vor dem Gestalter scheue ich mich davor, diese Gestaltung – auch wenn mich die hier gezeigten Beispiele nicht spontan überzeugen – pauschal zu verurteilen.

#19

bertel
bertel
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Geschrieben 03.02.2012 - 11:04 Uhr

Das kann ich verstehen, liebe Kathrin, nur ist es doch so, dass gerade Sachzwänge und Kundenmeinungen in der Regel den größten Teil zu einem nicht gelungenen* Ergebnis beitragen. Auch wenn das Ergebnis von einem versierten und anerkannten Gestalter stammt, kann es aus genau den Gründen nicht gut sein.

*Direkt schlecht ist es nicht, nur eben nicht gut und vor allem nicht notwendig. Das sind aber immer nur Meinungen aus Sicht des uninvolvierten Betrachters.

#20

pürsti
pürsti
  • 489 Beiträge

Geschrieben 03.02.2012 - 11:05 Uhr

Ich glaub auch daß Forssman ein vernünftiger Gestalter und wissensreichter Typograph ist. Wie auch Herr Beinert. Manchmal wünschte man sich aber schon, daß sie mehr gestalten und weniger labern. Und wer denn meint, mehr oder weniger kluges Zeug publizieren zu müssen, na der muß sich dann wohl daran messen lassen. Wir sind eher zu vergesslich (vor allem vor Wahlen) im Bezug auf Klugscheisser und Heilsversprecher. Diese öfter mal an gesagtes erinnert würd die
Dummes-Zeugs-Reden-Quote (Oh, Gott, Ottl, hilf mir kuppeln) vieleicht senken.

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