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Michael Bundscherer

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  1. Hallo @sonderzeichen, da hast du einen Punkt. Im Französischen gibt es die Regel für literarische Texte, dass der Dialogstrich (— quotation dash) in literarischen Texten die Anführungszeichen bei direkter Rede ersetzen kann (auch hierzu hätte ich einen Geviertstrich verwendet, aber schön, wenn es dafür auch eine eigene Glyphe gibt). Damit kann man vermeiden, dass der Text wegen der vielen Guillemets evtl. unübersichtlich wird. Dabei wird jeder Sprechwechsel/Äußerung mit einem neuen Stich markiert. — Je sais pas, dit-elle, — peut-être demain. Ähnliches gilt teilweise auch für Spanisch, Portugiesisch, Italienisch Polnisch und Bulgarisch (bin mir aber nicht bei jeder dieser Sprachen sicher).
  2. Im deutschen Schriftsatz ist dieses Zeichen eher untypisch (vgl. Duden und Fachliteratur). Hast du eine Quelle, die seine Verwendung belegt? Die Horizontal Bar (U+2015) kann optisch einem Bindestrich ähneln; ihre Länge variiert jedoch je nach Schriftart, und sie sitzt mitunter etwas höher. Diese Glyphe findet sich in der Regel nur in sehr gut ausgebauten Schriftfamilien. Mit einem Geviertstrich bist du hier typografisch auf der sicheren Seite. Aber wie oben angedeutet: Typografie ist kein Selbstzweck. Wenn es zum Medium und zum gewünschten Ton passt, kannst du sogar ein Ornament verwenden (auch wenn das semantisch nicht mehr ganz valide ist).
  3. Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen: In der Typografie hat jedes Zeichen seine Funktion – und sei es auch »nur« ein kleiner Strich. (Wir erinnern uns: One cannot not communicate – Paul Watzlawick.) Der Zweck des Gedankenstrichs vor dem Urhebernamen eines Zitats ist die visuelle Trennung von Zitat und Quelle – insbesondere im Fließtext, später auch in Kurznachrichtendiensten. Er stammt ursprünglich aus dem anglo-amerikanischen Raum. Im Deutschen wird dafür in der Regel der Halbgeviertstrich (En-Dash, U+2013) verwendet; die Amerikaner lieben dagegen den langen Geviertstrich (Em-Dash, U+2014). Alternativ könnte man das Zitat auch Kursiv setzen, den Name in Klammern, rechtsbündig, mit Trennlinie oder Ornament abgegrenzt, als Fußnote, durch veränderte Schriftgröße oder anderweitig typografisch abgrenzen. Je nach Medium und gewünschtem Ton ist all das (und noch viel mehr) möglich und »erlaubt« – klassisch zurückhaltend bis expressiv. Wichtig ist lediglich, dass Anfang und Ende von Zitat und Quelle klar und stimmig erkennbar sind. Wird das Zitat jedoch bereits durch Anführungszeichen und einen abschließenden Satzpunkt, der Name durch Zeilenumbruch und Kapitälchen eindeutig gegliedert, ist ein zusätzlicher Gedankenstrich funktional eigentlich überflüssig. In solchen Fällen spricht vieles dafür, diesen im Sinne von „weniger ist mehr“ wegzulassen.
  4. bis

    Am 28. Juni 2025 tritt die nächste Stufe des European Acces­­si­­bility Act in Kraft. Er verpflichtet Unter­­nehmen dazu, barrie­refrei zu kommu­­ni­­zieren. Dieser drei­­teilige Abendkurs soll Fach­leuten aus der Unter­­neh­­mens­­kom­mu­­ni­­kation, dem Marketing und dem Design das nötige Wissen vermitteln. Am ersten Abend werden die theo­re­tischen und tech­­nischen Grundlagen erläutert. Wir analy­sieren ein Produkt anhand des wissen­­schaft­­lichen Analy­­se­­modells der Ange­­mes­­senheit und Verstän­d­­lichkeit. Dabei werden neun Dimen­­sionen beleuchtet und struk­turelle, textliche und visuelle Aspekte erfasst. Die Teil­­neh­­menden sind dazu eingeladen, ein eigenes Projekt, Produkt oder Corporate Design mit zubringen, können jedoch auch an einem vorge­­gebenen Thema arbeiten. Am zweiten und dritten Abend arbeiten die Teil­neh­menden (gerne in Teams) an der Lösung der iden­ti­fi­zierten Probleme. Je nach beruf­lichem Hintergrund können z.B. Marke­ting­fachleute Richt­linien für die Umsetzung von Barrie­re­freiheit im Unter­nehmen entwickeln, Designer Print­produkte opti­mieren oder UI/UX Designer das Interface Design von Websites über­a­r­beiten. Als Beraterin u.a. für das Web Design System der Schwei­ze­rischen Bundes­kanzlei oder die Über­a­r­beitung des Corporate Designs der elbkinder Kitas Hamburg hat Sabina Sieghart die Expertise, prak­tikable Umset­zungen zu reali­sieren und kann Hilfe­stellung bei der Über­windung typischer struk­tu­reller Hürden geben. Themen Theo­re­tische und prak­tische Grundlagen Wissen­­schaftliche Fundierung Hilf­reiches Analy­­se­­modell aus der Forschung Projekt­s­pe­zi­fische Lösungs­­ansätze Praxis­o­ri­en­tierte Übungen Effektive Umsetzung Team­­arbeit Ziel Sie gewinnen Erkenntnisse für ihre eigene Arbeit oder ihr Unter­nehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der konzep­ti­o­nellen und visuellen Umsetzung. Eine besonders effektive Umsetzung ist durch Teams aus Kommu­ni­ka­ti­ons­ver­ant­wort­lichen und Vertretern der Haus­agenturen möglich. Zielgruppe Der Abendkurs richtet sich an alle, die barrie­refreie Kommu­ni­kation umsetzen wollen. Gestal­ter*innen, Desi­g­ner*innen, Kommu­ni­ka­ti­ons­be­auf­tragte in Unter­nehmen, PR-Fachleute Weitere Hinweise Das Kernteam der tgm-Fort­bildung konzipiert und orga­nisiert bundesweit Fort­bil­dungs­an­gebote für die Krea­tiv­branche. Neben dem Kernteam arbeiten wech­selnde Aktiv­team­mit­glieder am Angebot mit. Diese Fort­bil­dungs­maßnahme wird ehren­amtlich von Petra Marth orga­nisiert. Abendkurs, 3 Abende Donnerstag, 12.9.2024 — von 17.00 bis 20.00 Uhr Donnerstag, 19.9.2024 — von 17.00 bis 20.00 Uhr Donnerstag, 26.9.2024 — von 17.00 bis 20.00 Uhr Weitere infos und Anmeldung unter: https://tgm-online.de/programm/veranstaltungen/leichte-sprache-und-barrierearmes-design
  5. Hallo Sebastian, eine gute Übersicht, die sich in etwa deckt mit dem, was ich auch verwende. Grundsätzlich: In InDesign gibt es mit dem Script ChainGREP.jsx eine einfache Möglichkeit, mehrere GREP-Operationen hintereinander ablaufen zu lassen. In dem beschriebenen Fall ist das aber nicht sinnvoll, weil einem dann die Kontrolle über die Ersetzungen entgleitet (ist also nur sinnvoll bei einigen todsicheren Ersetzungen, wie doppelte Wortzwischenräume). Außerdem dokumentiere ich Textersetzungen in der Regel für den Auftraggeber (hierzu färbe ich den ersetzten Text magenta ein und lasse das in der BK1 freigeben). Deshalb mache ich das wie Sebastian: Ich habe in Suchen-und-Ersetzen verschiedene Routinen gespeichert, die ich je nach Text teilweise einzeln, teilweise dokumentübergreifend ablaufen lasse. Weitere Vorschläge (ebenfalls mit Schwerpunkt Finanzkommunikation): Gesellschaftsformen (AG, SE, GmbH) an Firmennamen anhängen: z. B. Müller AG Gesetztexte (AktG, BGB, EGAkt, EnSiG, HGB, UmwG, WStBG) an Gesetzverweis anhängen: z. B. § 16, Abs. 3, Satz 1 AktG Ebenso sollte innerhalb dieser Gesetzesverweise kein Umbruch erfolgen: z. B. nach para., Abs., Nr., No., no., nos., S., Satz, Sätze, sent., sentence, sentences, secs., sec., Section, section, Sections, item, number, Punkt, Art. (die Liste ist bei mir im Laufe der Jahre um einige weitere Punkte angewachsen …) nach Apostroph einen optisch verringerten Wortzwischenraum setzen (vor allem in englischen Texten) Datum: Hier habe ich verschiedene Routinen für deutsche und englische Texte, jeweils in Kurz- und Langform (mit abgekürzten oder ausgeschriebenen Monatsnamen). Zum einen sollte nicht innerhalb eines Datums getrennt werden, zum anderen kann ich so auch herausfinden, ob in einen Text unterschiedliche Schreibweisen existieren. Anreden und Titel (Dr., Ing., Ms., Mr. …) mit Namen zusammenschweißen Abkürzungen zusammenschweißen: u. a., z. B., s. u. … kein Umbruch in URLs (Aufnahme: nach »/«) Telefonnummern sollten einheitlich geschrieben werden.
  6. Ich weiß, zwei Jahre zu spät … aber vielleicht interessiert es trotzdem jemanden: Eine Monospace-Schrift ohne »gestrichene Null« ist z.B. die »Lucida Console« (typografie.info).
  7. Ich habe jetzt mehrere Schriften in die engere Auswahl gezogen. Dabei hat sich herausgestellt: es gibt keine Schrift, die allen Kriterien perfekt entspricht. Es läuft wohl auf einen Kompromiss heraus und man muss abwägen zwischen Leserlichkeit und Platzbedarf. Danke euch allen! Einige hier genannte Schriften habe ich für meine aktuelle Übersicht übernommen.
  8. Habe ich schon auf meiner Liste und befindet sich in der engeren Wahl. Vielen Dank!
  9. Hallo Kathrin, vielen Dank! Der Gestalter der Schrift, Silas Dilworth von Typetrust, hat mir bereits das selbe Angebot gemacht. Ich bin mal gespannt, wie die Schrift läuft. Vielen Dank!
  10. Die »Heroic Condensed« ist nicht ideal für meinen Einsatzzweck. Aber vielleicht kann ich die x-Höhe durch die schmale Laufweite ausgleichen? Es kommt auf einen Test an, weswegen ich …
  11. Hallo Lars, danke schon mal für den Tipp! Ich habe »TypeTrust« mal wegen der »Heroic Condensed« angeschrieben. Bei MyFonts habe ich schon gesucht (und auch einige interessante Treffer erhalten) – aber es ist leider immer sehr viel unbrauchbares in der Ergebnisliste dabei.
  12. Hallo Leute, der Titel sagt schon alles: Ich suche eine recht schmallaufende serifenlose Schrift mit einer geringen x-Höhe. Lesen sollte man sie trotzdem noch können. (Natürlich darf die Schrift auch was kosten.) Habt ihr Tipps oder Empfehlungen für mich? Ich nehme auch gerne Hinweise an, wie/wo ich solche Schriften recherchieren kann (bei Typekit kann man nach solchen Kriterien suchen, bei Linotype konnte man das vor ein paar Jahren mit dem Font-Explorer auch mal). Vielen Dank! Michael Bundscherer
  13. Das wurde damals größtenteils „per Hand“ gemacht. Am besten, erst mal alles vorhandene sichern. Untersuche das noch vorhandene Material. Evtl. auch den Schatten an der Wand fotografieren, wenn einzelne Lettern inzwischen fehlen. Als nächstes würde ich vorschlagen, einen Schriftgestalter zu beauftragen, den Schriftzug nachzubauen. Gibt es hier in Forum ja auch einige.
  14. Hallo Ralf, vielen Dank für Deine Anmerkungen. Den Text von Albert-Jan Pool kannte ich bereits: ich finde, der Text hält nicht ganz das, was die Überschrift verspricht. Ich vermute, es handelt sich hierbei um eine Zusammenfassung seines Vortrags, der viel stärker auf den Aspekt Serifen eingeht. @Lars Kähler: Kennen Sie eine aktuelle Studie die Beweist, dass deutsche Texte in Fraktur besser lesbar sind. Ich bezweifle dies nämlich sehr. Ich glaube wie Sie, dass Serifenschriften – dank höheren Auflösungen – zukünftig öfters als in den letzten Jahren zu sehen sein werden. Dass diese sich aber „durchsetzen“ werden und zu einer jahrhundertealte Dominanz (sehr „unglückliche“ Formulierung) zurückkehren werden, bezweifle ich ebenfalls. Worauf stützen Sie diese Annahme?
  15. Hallo, ich schreibe gerade an einer Arbeit zum Thema Serifen. Allgemeine Infos zu Entstehung, der geschichtlichen Entwicklung und den Ausformungen habe ich selbstverständlich schon. Schwieriger wird es, wenn ich auf den Aspekt Lesbarkeit eingehen möchte (hier gibt es immer noch sehr unterschiedliche Meinungen). Bücher zum Thema Serifen gibt es, abgesehen von „Die kleine Serifee“, kaum. Ich habe lediglich „The Origin of the Serif“ gefunden, welches ich aber selbst nicht besitze. In den Online-Antiquariaten ist es gerade leider nicht für unter 100 Euro zu bekommen. Kennt jemand dieses Buch und kann es empfehlen (bzw. kurz zum Inhalt was sagen)? Könnt ihr mich mit weiteren Lesetipps (Print/Digital) versorgen, damit mich mich noch tiefer in das Thema einarbeiten kann? Fallen euch zum Thema Serifen noch weitere Aspekte ein? Vielen Dank!

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