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Ein neuer Schriftenfächer

Ankündigungen von neuen Fonts, Typo-Büchern, Diplom-Arbeiten etc.

Ein neuer Schriftenfächer | 30. Dez. 2009 11:14

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Ein neuer Schriftenfächer

Der Schriftenfächer der Zürcher Hochschule der Künste und der Berufsschule für Gestaltung Zürich bietet einiges mehr als herkömmliche Schriftenfächer. Er ist nach didaktischen Kriterien aufgebaut.

Rund 180 Schriften werden in einer neuen Klassifikation gezeigt, die auf geschichtlichen wie auch formalen Kriterien basieren. Der Fächer bietet die Möglichkeit, Schriften zu vergleichen und sie auch in den geschichtlichen Zusammenhang zu stellen.

Er ist speziell für Lernende und Schriftinteressierte konzipiert worden, die mehr über Schriften erfahren möchten. Der Fächer behandelt fast ausschliesslich Schriften im OpenType-Format.

http://www.schriftenfaecher.ch/
Zuletzt geändert von Emission am 12. Jan. 2010 22:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 30. Dez. 2009 11:58

Da muss ich schon nur aus lokalpatriotischen Gründen lautstark applaudieren!
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 30. Dez. 2009 15:48

Sieht schön aus. Aber die Einteilung finde ich seltsam.
Was sind denn »Schriften vor Gutenberg«? Trajan?
Oder »gotisierende Schriften«? Den englischen Begriff »Black Letter« könnte man doch prima und unmissverständlich mit »gebrochene Schriften« übersetzen?
»Antiqua« als Bezeichnung für Serifenschriften ist schwierig, gerade, wenn bei den Serifenlosen der Begriff »serifenlose Antiqua« aus der DIN-Klassifikation auftaucht.
Und Schriftsippen sind doch nicht automatisch Hybrid ...

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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 30. Dez. 2009 18:19

gibt es irgendwo eine vollständige liste der gezeigten schriften?

bye
thierry
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 01. Jan. 2010 12:00

Kupfers hat geschrieben:Sieht schön aus. Aber die Einteilung finde ich seltsam.
Was sind denn »Schriften vor Gutenberg«? Trajan?
Oder »gotisierende Schriften«? Den englischen Begriff »Black Letter« könnte man doch prima und unmissverständlich mit »gebrochene Schriften« übersetzen?
»Antiqua« als Bezeichnung für Serifenschriften ist schwierig, gerade, wenn bei den Serifenlosen der Begriff »serifenlose Antiqua« aus der DIN-Klassifikation auftaucht.
Und Schriftsippen sind doch nicht automatisch Hybrid ...


Schriften vor Gutenberg sind Schriften, die es als Druckschriften nie
gab. Wie der Name sagt, sind dies Schriften die vor Gutenberg
geschrieben wurden. Im Fächer wird zusätzlich noch unterschieden in
folgenden 3 Untergruppen: Römisch, Frühchristlich und Gotik.
Gotisierende Schriften sind tatsächlich die Schriften, die allgemein
als gebrochen bezeichnet. Gotisierend ist ein präziserer Begriff. Eine
Rundgotisch ist ja im klassischen Sinn nicht wirklich gebrochen.
Gotisierend bezeichnet diejenigen Schriften, die ausgehend von der
Textur weiterentwickelt wurden. Im Fächer wird zudem unterschieden
zwischen den Epochen Gotik und Renaissance. Übrigens «Black Letter»
heisst ja nicht gebrochen (genau übersetzt), gleich ist es bei den
Hybrid-Schriften. Antiqua bezeichnet die klassischen Serifenschriften
(Renaissance, Barock, Klassizismus). Wir verwenden diesen Begriff, so
kann es nicht zu Verwechslungen mit den serifenbetonten Schriften
kommen. Erscheint uns logisch. Bei den Schriftsippen unterscheiden wir
nach der Mehrteiligkeit (2-teilig, 3-teilig usw.). Hybrid verwenden
wir für Schriftfamilien, die z.B. eine serifenlose eine Halbserifen-
oder eine Serifenschrift beinhalten. Die Frage stellt sich hier, was
heisst Hybrid genau. Im allgemeinen Teil des Fächers wird noch auf die
erweiterten Schriftsippen eingegangen.
Samuel und Richard

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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 09. Jan. 2010 22:06

ThierryM hat geschrieben:gibt es irgendwo eine vollständige liste der gezeigten schriften?

Hallo Thierry,

eine Liste der Schriften findest du im aktuellen ABCdarium-Artikel.

Freundlicher Gruß
Thomas
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 10. Jan. 2010 2:13

interessant, danke!

nach durchsicht der liste erscheint mir der wörgötter-fächer insgesamt besser. schon die zahl der gezeigten schriften (> 220 vs. < 180) ist ein klarer vorteil. von seinem geringeren umfang verschenkt der neue fächer einiges für rubriken, die meines erachtens überflüssig sind: ›pixel‹ und ›symbole‹. wer ein bestimmtes dingbat sucht, wird nicht glücklich, wenn nur eine auswahl der enthaltenen symbole gezeigt wird. und pixelschriften schaut man sich am besten dort an, wo sie meist zum einsatz kommen: auf dem bildschirm. schön finde ich hingegen in dem neuen fächer, dass er charakteristische buchstaben der schriften groß zeigt und kommentiert. ich hoffe, dass bei den schriftsippen, die bei weitem nicht nur zweigliedrig sind (thesis, lucida, stone), im text darauf hingewiesen wird, dass es da noch mehr gibt.

was bei beiden fächern etwas bedauerlich ist: von schriftklassikern wird nicht konsequent die neueste, sorgfältigste, am besten ausgebaute digitalisierung genannt, wenn ich die angaben in deiner liste richtig verstehe. hinter ›bembo‹ verbirgt sich wohl nicht die bembo book, die auch nicht perfekt sein mag, aber wesentlich besser ist als diese anämischen altversionen. der neue fächer ignoriert die sabon next, die optima nova und die garamond premier pro – letztere (mit vier optischen größen, kyrillischem und griechischem zeichensatz usw.) der guten alten stempel garamond, die nicht mal über eine ffi-ligatur verfügt, wohl im praktischen nutzen überlegen. welchen vorteil die linotype-clarendon gegenüber der von urw++ mit fünfzig schnitten haben soll, kann ich nicht erkennen. für die neue swift kam vielleicht der redaktionsschluss zu früh. es mag ja sentimentale gründe geben, an den alten digitalisierungen festzuhalten, aber wenn man nur eine version zeigen kann, dann sollte das die sein, die dem käufer die meisten möglichkeiten bietet, sofern diese fassung nicht gerade optisch unvertretbar ist.

aber wer braucht eigentlich noch so was wie schriftenfächer?

bye
thierry
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 10. Jan. 2010 14:19

Ich stimme Dir zu.
Braucht überhaupt noch jemand so etwas wie Schriftmuster (Bücher, Fächer, was auch immer). Und wenn ja, wie müssten diese aussehen?

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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 10. Jan. 2010 15:56

Ja, ich bin unbedingt der Meinung, dass wir gedruckte Schriftmuster benötigen. Schrift sollte auf Papier beurteilt werden und nicht allein am Bildschirm.
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 11. Jan. 2010 12:41

Kupfers hat geschrieben:Ich stimme Dir zu.
Braucht überhaupt noch jemand so etwas wie Schriftmuster (Bücher, Fächer, was auch immer). Und wenn ja, wie müssten diese aussehen?


mein altes fontbook, also nicht die aktuelle ausgabe war ziemlich abgenutzt. in die neue habe ich vielleicht zweimal reingesehen. keine ahnung wieso. wahrscheinlich war ich damals noch nicht so versiert im schriften identifizieren. heute gibt es ja auch genug onlinedienste wo man sich informieren kann.
schriftmuster sind trotzdem immer gerne willkommen, wobei ich persönlich mit diesen fächern nix anfangen kann.
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 11. Jan. 2010 12:58

Mir geht's da ähnlich ...

Altes Fontbook und andere: Abgewetzt.
Neues Fontbook: Schön sauber. Eine Macht im Regal, aber sonst ...

Wobei ich Schriftmuster "brauche", um eine Schrift im Kopf zu behalten. Wenn ich an eine Schrift denke, und ich habe dazu ein Musterheft gesehen, dann assoziiere ich dieses. Aber das sind dann ja meistens "Werbe-Musterhefte", keine Musterbücher oder Fächer.

Vielleicht ist sowas für alle gut, die sich nicht täglich freiwillig mit Schrift beschäftigen (wollen), sondern halt beruflich damit zu tun haben. Da ist sowas bestimmt eine Hilfe, ähnlich einem Farbmuster- oder Papiermuster-Buch/Fächer.
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 11. Jan. 2010 14:38

natürlich: wie immer geschmackssache ... aber das preis-/leistungsverhältnis des fächers ist ja nicht gerade günstig – 180 schriften für ca. 55 euro; da find ich z. b. sowas wie das buch »1000 fonts« (isbn 081186846x) praktischer und interessanter. die sind schon ab ca. 15 euro zu haben.
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 12. Jan. 2010 1:19

Pomeranz hat geschrieben:Schrift sollte auf Papier beurteilt werden und nicht allein am Bildschirm.

das sehe ich wie du, aber es gibt (inzwischen) bessere wege als schriftenfächer, das zu tun. die bieten, für – wie cookie richtig anmerkte – nicht gerade einen schnäppchenpreis, eine magere auswahl an schriften bzw. kombinationen von schriftgröße, satzbreite, zeilenabstand usw. der ausdruck eines pdf-schriftmusters, womöglich gleich auf dem letztlich verwendeten gerät oder zumindest papier, ist aussagekräftiger. und wenn es so eines nicht von vornherein online gibt, wird dir jede einigermaßen verkaufstüchtige foundry eine beispielseite nach exakt deinen vorgaben erstellen. außerdem bist du dann nicht gezwungen, auf den absoluten mainstream zurückzugreifen, worauf die zusammenstellung beider fächer weitgehend hinausläuft. wichtig ist das insbesondere für neulinge in der branche: perpetua, melior, kabel, rotis und zapfino haben sie schon in der hochschule kennengelernt; sich danach einen eigenen geschmack zu bilden, wird über schriftenfächer, die genau diese altbestände recyclen, kaum möglich sein.

was ich mir vorstellen könnte, dass potenzial hat: im januar ein heft mit den, sagen wir, fünfzig oder hundert interessantesten schriften des vergangenen jahres – quer durch alle foundrys, jede auf einer seite vorgestellt. das wäre vermutlich zu einem vertretbaren tarif machbar, könnte man sammeln und nimmt man eher noch mal in die hand als einen totschläger wie das fontbook. mir ist der ästhetische wert von schriftmustern bewusst, aber eben auch, dass deren erfolg am praktischen nutzwert bemessen wird. und ich gebe gerne zu, dass ich etwas schönes, das ich häufig brauchen kann, mehr genieße als etwas vielleicht noch schöneres, von dem ich aber nur in seltenen ruhigen stunden etwas habe.

bye
thierry
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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 12. Jan. 2010 10:24

was ich mir vorstellen könnte, dass potenzial hat: im januar ein heft mit den, sagen wir, fünfzig oder hundert interessantesten schriften des vergangenen jahres – quer durch alle foundrys, jede auf einer seite vorgestellt. das wäre vermutlich zu einem vertretbaren tarif machbar, könnte man sammeln und nimmt man eher noch mal in die hand als einen totschläger wie das fontbook


Das ist eine ganz tolle Idee!

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Re: Ein neuer Schriftenfächer | 12. Jan. 2010 11:11

Ja, sehr schön. Nur wer machts!?
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