Kupfers hat geschrieben:Sieht schön aus. Aber die Einteilung finde ich seltsam.
Was sind denn »Schriften vor Gutenberg«? Trajan?
Oder »gotisierende Schriften«? Den englischen Begriff »Black Letter« könnte man doch prima und unmissverständlich mit »gebrochene Schriften« übersetzen?
»Antiqua« als Bezeichnung für Serifenschriften ist schwierig, gerade, wenn bei den Serifenlosen der Begriff »serifenlose Antiqua« aus der DIN-Klassifikation auftaucht.
Und Schriftsippen sind doch nicht automatisch Hybrid ...
Schriften vor Gutenberg sind Schriften, die es als Druckschriften nie
gab. Wie der Name sagt, sind dies Schriften die vor Gutenberg
geschrieben wurden. Im Fächer wird zusätzlich noch unterschieden in
folgenden 3 Untergruppen: Römisch, Frühchristlich und Gotik.
Gotisierende Schriften sind tatsächlich die Schriften, die allgemein
als gebrochen bezeichnet. Gotisierend ist ein präziserer Begriff. Eine
Rundgotisch ist ja im klassischen Sinn nicht wirklich gebrochen.
Gotisierend bezeichnet diejenigen Schriften, die ausgehend von der
Textur weiterentwickelt wurden. Im Fächer wird zudem unterschieden
zwischen den Epochen Gotik und Renaissance. Übrigens «Black Letter»
heisst ja nicht gebrochen (genau übersetzt), gleich ist es bei den
Hybrid-Schriften. Antiqua bezeichnet die klassischen Serifenschriften
(Renaissance, Barock, Klassizismus). Wir verwenden diesen Begriff, so
kann es nicht zu Verwechslungen mit den serifenbetonten Schriften
kommen. Erscheint uns logisch. Bei den Schriftsippen unterscheiden wir
nach der Mehrteiligkeit (2-teilig, 3-teilig usw.). Hybrid verwenden
wir für Schriftfamilien, die z.B. eine serifenlose eine Halbserifen-
oder eine Serifenschrift beinhalten. Die Frage stellt sich hier, was
heisst Hybrid genau. Im allgemeinen Teil des Fächers wird noch auf die
erweiterten Schriftsippen eingegangen.
Samuel und Richard