Die Satzzeichen reißen darum die Löcher, weil es sie im ursprünglichen chinesischen Satzbild nicht gab. Kreisförmige ("hohle") Punkte hat man händisch als Lesehilfe drannotiert, da gab's keine Ausdifferenzierung zwischen Punkt, Komme, Semikolon, Doppelpunkt etc. Sowas gibt's wohl erst seit Ende der Qing (bin jetzt zu faul um ans Regal zu gehen) - der "Satzkegel" war aber nun mal quadratisch, so dass im "modernen" Satz diese Minizeichen dermaßen große Lücken reißen.
Im "ganz modernen" Satz ist das nicht mehr unbedingt so. Das heißt, die Zeichen liegen nicht auf einem präzisen Schachbrett (das taten sie genau genommen auch früher nur theoretisch), aber man sollte irgendwie immer Blocksatz anstreben, damit man ein halbwegs ausgeglichenes Satzbild bekommt, der Ausgleich setzt dann nämlich bei den Satzzeichen an - es gibt nämlich keine Wortzwischenräume im Chinesischen. Im chinesischen Sprachraum ist nach wie vor auch die senkrechte Satzweise beliebt, da ist Ausgleich nach unten überhaupt keine Thema, da darf es dann ruhig mal "flattern" (wenn man davon überhaupt sprechen kann).
Fremdwörter müssen nicht zwangsläufig in einer Monospace oder sogar gesperrt eingebaut werden, der chinesische Leser erfreut sich auch hier gerne an einer schönen "westlichen" Typografie, gegebenenfalls muss man halt die Zeilen, in denen die westlichen Begriffe stehen, manuell ausgleichen.
Ich hoffe, das habe ich jetzt trotz erkältungsverwirrtem Kopf nicht allzu verkompliziert ausgedrückt.
PS: Sebastian, Bertels Beispiele sind ein bisschen unrepräsentativ, ich scanne dir bei Bedarf gerne mal die eine oder andere Seite, sag einfach mal per PN Bescheid.
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Norbert P am 06. Nov. 2009 12:35, insgesamt 1-mal geändert.