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The Geometry of Type

Ralf Herrmann

Wenn man heute ins weite Feld der Typografie einsteigt, ist man schier erschlagen von der Menge der verfügbaren Fonts: über 20.000 Schriftfamilien sind mittlerweile verfügbar. Doch wie unterscheiden sie sich in Stil und Qualität und was macht eine bestimmte Schrift für ein Projekt besser geeignet als eine andere?

Für den Anfang sollte man eine Grundstock an Schriften kennen. Doch welche sind das? Die Klassiker aus dem Bleisatz? Die meistverkauften Schriften von heute? Die interessantesten Neuerscheinungen? Eine einfache Antwort darauf gibt es nicht. Doch es hilft, wenn man zum Einstieg einen Lehrmeister hat, der den Schriftenmarkt wie kein anderer kennt – jemand wie Stephen Coles. Er war Kreativdirektor bei FontShop in San Francisco und ist bekannt für seinen Typografie-Blog Typographica. Ein neueres Projekt, das er gemeinsam mit Sam Berlow und Nick Sherman gestartet hat ist Fonts in Use.

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Im englischsprachigen Buch The Geometry of Type stellt Stephen Coles 100 beachtenswerte Schriften vor. Zum Einstieg gibt es etwas Hintergrundwissen zu typografischen Fachbegriffen und der im englischsprachigen Raum benutzten Vox-Schriftklassifikation.

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Nach den ersten 20 Seiten Einführung geht es dann aber schon an die Vorstellung der 100 Schriften, die allesamt wie auf nachfolgendem Bild zu sehen angelegt sind.

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Jede Schrift wird auf einer Doppelseite vorgestellt. Ein kurzer Text verrät Hintergrundinformationen zur Entstehung und gibt Empfehlungen zu möglichen Einsatzgebieten der Schrift. Die Besonderheiten des Schriftentwurfs werden durch einzelne Wörter als Schriftmuster gezeigt und durch Anmerkungen erläutert.

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Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und somit bestens für Einsteiger geeignet. Es ist weniger ein Lehrbuch, als ein erklärendes »Schriftmuster-Bilderbuch«. Die 100 vorgestellten Schriften sind:

Adobe Jenson, Cala, Bembo Book, FF Clifford, FF Scala, Lexicon, Minion, Garamond Premier, MVB Verdigris, Adobe Caslon, Baskerville Original, Mrs Eaves, Plantin, Arnhem, Times New Roman, Le Monde Journal, Bauer Bodoni, ITC Bodoni, H&FJ Didot, Filosofia, Farnham, New Century Schoolbook, Miller, Eames Century Modern, Ingeborg, Melior, Neue Swift, Skolar, Fedra Serif, FF Meta Serif, Doko, Luxury Diamond, Albertus, Modesto, Trajan, Berau Grot, Knockout, FF Bau, Univers, Neue Helvetica, Akkurat, National, Antique Olive, Bell Centennial, News Gothic, Benton Sans, Whitney, Futura ND, Avenir, Gotham, ITC Avant Garde, Calibre/Metric, FF DIN, Interstate, Verlag, Klavika, MVB Solano Gothic, Forza, Gill Sans, FF Yoga Sans, Frutiger, Myriad, Verdana, Syntax, Cronos, TheSans, Auto, Optima, Beorcana, FF Meta, Amplitute, Fedra Sans, FF Dax, FF Balance, Giza, Clarendon, Farao, Heron Serif, Archer, Neutraface Slab, Rockwell, PMN Caecilia, FF Unit Slab, Adelle, Freight Micro, Kinescope, Studio Slant, Radio, Bickham Script, Tangier, Suomi Hand Script, Nitti, Ed Interlock, Bree, Rumbe, Trade Gothic Condensed Bold No. 20, Heroic Condensed, Cabazon, SangBleu, Marian

Die Auswahl enthält sowohl historische Klassiker als auch moderne Bestseller – selbst Systemschriften wie Verdana und Times New Roman finden Erwähnung. Die Auswahl spiegelt an vielen Stellen jedoch auch einfach die persönlichen Vorlieben von Stephen Coles wider. Denn eine rein objektive Aufstellung der 100 wichtigsten Schriften kann es ohnehin kaum geben.

So verschafft das Buch auch weniger einen umfassenden Überblick über den Schriftenmarkt. Vielmehr bietet es einen Einstieg über empfehlenswerte Schriften und erklärt dabei ausführlich, wo die stilistischen und qualitativen Unterschiede liegen und wie sich diese bei der Schriftwahl für ein Projekt auswirken können. Und dies ist für Einsteiger sicher ein gelungener Ausgangspunkt um den riesigen Fontmarkt in Zukunft weiter zu erforschen.


Untertitel: The Anatomy of 100 Essential Typefaces

Autor(en): Stephen Coles

veröffentlicht: 2013

Verlag: Thames and Hudson Ltd

Sprache: , englisch,

ISBN: 978-0500241424



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