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Read/ability


Ralf Herrmann

Jan Filek studierte Kommunikationsdesign an der FH Düsseldorf. Dort entstand als Diplomarbeit das Buch Read/ability, das 2013 im in überarbeiteter Fassung im Niggli-Verlag erschienen ist. Es ist in etwa vergleichbar mit dem englischsprachigen Buch Reading Letters und bietet wie dieses ein Bestandsaufnahme zu Wesen und Forschung der Leserlichkeit bzw. Lesbarkeit von Schrift aus der Sicht der Schriftanwendung, insbesondere im Grafikdesign-Bereich.

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Das Buch gliedert sich in drei Bereiche: Lesen, Forschen und Gestalten. Im ersten Teil des Buches wird der menschliche Leseprozess näher beleuchtet. Wie läuft das Lesen auf physiologischer und kognitiver Ebene ab und welche Effekte sind dabei zu beobachten? Im zweiten Teil wird die Forschung der Lesbarkeit thematisiert und auch deren Nutzen und Verlässlichkeit infrage gestellt. Im letzten Teil des Buches geht es dann an die praktische Seite: die einzelnen Schrift- und Satzparameter (x-Höhe, Buchstabenabstände, Schriftgröße, Satzarten, Serifen usw.) werden auf gut 80 Seiten detailliert im Sinne der Forschungsergebnisse besprochen.

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Das Buch kann insgesamt überzeugen. Für ein Buch, das auf eine Hochschularbeit zurückgeht ist es sehr fundiert und umfassend. Das Thema wird sehr sachlich auf Basis der aktuellen Forschungsergebnisse aufgearbeitet, ohne die leidigen Mythen um die Lesbarkeit zu wiederholen, die sich seit Jahrzehnten durch die typografische Fachliteratur ziehen. Ebenso sachlich wie die (natürlich passenderweise) sehr gut leserlich gesetzten Texte in Avenir zeigt sich auch die Gestaltung des Buches.

Den einzigen Kritikpunkt kann man nicht dem Autor, sondern dem Stand der Forschung an sich anlasten: Auch nach Jahrzehnten der Forschung und also auch nach dem Lesen dieses Buches bleiben klare Antworten zu den Parametern möglichst leserlichen Schriftsatzes aus. So kann auch dieses Buch kein Lehrbuch sein, dass dem Leser klare Empfehlungen an die Hand gibt. Das Buch beschränkt sich auf eine Dokumentation aus der sich allenfalls Indizien ableiten lassen, die dann im gekonnten gestalterischen Zusammenspiel zu guten Ergebnissen führen können.

Positiv hervorzuheben ist auch, dass hier nun erstmals ein aktuelles deutsches Buch zu diesem Thema vorliegt, das einen leicht verständlichen Zugang zu den Forschungsergebnissen bietet, die ja ansonsten nur in »Wissenschaftsenglisch« verfügbar sind. Auch die lokalen Besonderheiten wie die DIN 1450 zur Leserlichkeit von Schrift werden übrigens im Buch berücksichtigt.

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Das Buch hat 198 Seiten und kostet 38,– Euro.

bearbeitet von Ralf Herrmann


Untertitel: Typografie und Lesbarkeit

Autor(en): Jan Filek

veröffentlicht: 2013

Verlag: niggli Verlag

Sprache: deutsch

ISBN: 978-3721208795



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Eine elegante Display-Schrift von Friedrich Althausen mit 200 Ligaturen
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