Jump to content

Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie
In der letzten Folge dieser Serie wurde bereits dargelegt, warum digitale Schriften überhaupt lizenziert werden und man kein Eigentum an ihnen erwerben kann. Man erhält stattdessen eine Nutzungslizenz. Nicht wenige Schriftanwender wundern sich aber heute, dass man für eine Nutzung von Fonts auf Webseiten oder in eBooks zusätzliche Lizenzen zur normalen Druckschriftlizenz benötigt und dass diese eventuell sogar an Auflagen bzw. Seitenabrufe gekoppelt sind. Bei Druckschriften spielt es doch auch keine Rolle, welche Drucksachen man produziert und ob diese eine Auflage von 100 Stück oder 1 Million Stück haben. Warum kostet nun also digitales Publizieren extra und ist gegebenenfalls sogar auflagenabhängig? Was ist der Unterschied zwischen einer Buchseite auf Papier und auf einem Kindle? Sind nicht beide einfach nur zum Lesen da und sollten mit einer Lizenz abgegolten werden? 
Auch hier wähnen einige Kritiker böse Machenschaften und Übervorteilung der Schriftnutzer. Tatsächlich sind diese speziellen Nutzungslizenzen eine logische Folge des Prinzips der Nutzungslizenz. Man muss dazu lediglich verstehen, was »Nutzung von Schrift« heute bedeutet und wofür man also genau bezahlt.
 
Auflagenunabhängigkeit von Druckschriftlizenzen
Dass für Druckschriften keine auflagenabhängigen Kosten entstehen ist heute üblich, aber gar nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man sich vergleichbare lizenzfähige Gestaltungsleistungen anschaut. Wird ein Illustrator oder Fotograf engagiert, macht es meist einen großen Unterschied, ob dessen Werk im Lokalteil einer Zeitung oder auf dem Cover eines Magazins in millionenfacher Auflage erscheint. In beiden Fälle würde aber für die verwendeten Schriften kein unterschiedlicher Preis entstehen, völlig gleich, welchen Anteil die Schrift am gestalterischen Gesamtwerk hat. Selbst für ein typografisches Logo auf Basis eines Fonts, für das die Agentur vielleicht sechstellige Erstellungskosten veranschlagt, erhöht sich der Lizenzpreis der benutzen Schrift in der Regel nicht. 
Dass dies so ist, hat wohl eher historische Gründe. Die früheren Schriftträger, egal ob im Blei- oder im Fotosatz, waren einmalig, nicht kopierbar und dem Verschleiß unterworfen. Ihr Einsatz war also schon physisch beschränkt. Mit der Umstellung auf Nutzungslizenzen für digitale Fonts hat man dann einfach keine Auflagenbeschränkungen eingeführt. Dies wären wahrscheinlich zu dieser Zeit schwer vermittelbar und schon gar nicht durchsetzbar gewesen. Die einzig nötige Änderung, war die Umstellung auf nutzerbasierte Lizenzen. 
 

 
Nutzungslizenzen nach Anzahl der Nutzer
Bei physischen Produkten ist eine Beschränkung der Nutzerzahl quasi schon »eingebaut«. Eine Schriftscheibe für das Fotosatzgerät diatype (siehe Abbildung) kann nur in ein Gerät eingelegt und von einer Person benutzt werden. Und auch vor einem Bleisatz-Setzkasten steht schon aus praktischen Gründen nur eine Person. Mit digitalen Schriften (oder jeglicher Desktop-Software) änderte sich dies schlagartig. Diese können problemlos auf 100 Unternehmensrechner kopiert und von 100 Personen gleichzeitig genutzt werden. 
Daher wird bei der Lizenzierung von Software die Zahl der Nutzer bzw. Installationen über die Nutzungsbedingungen eingeschränkt bzw. eine Multi-Lizenz fällig. Das ist zwar nicht die einzig mögliche Lizenzierungart, aber es ist die übliche, da sie vergleichbar mit der Nutzung physischer Produkte ist und somit ein gewisses Maß an Fairness mitbringt. Umso mehr Nutzer es gibt, umso höher ist der Lizenzpreis. Eine Agentur mit 5 Computern muss 5 Mal InDesign lizenzieren und eine Agentur mit 50 Computern eben 50 Mal. Der Preis richtet sich nach den tatsächlichen Nutzern und wird nicht etwa in gleicher Höhe einmal pro Unternehmen fällig. Das würde die kleinere Agentur kaum als fair ansehen. Daher ist Einzelplatz-Software praktisch immer an die Zahl der Einzelnutzer gekoppelt. 
 
Fontnutzung definiert
Haben wir InDesign und unsere Fonts für unseren Rechner ordentlich lizenziert, können wir damit im Drucksachenbereich tatsächlichen machen was wir möchten. Beliebige Kunden, beliebige Projekte, beliebige Auflagen. Die einmalige Nutzungslizenz deckt dies alles ab – auf Lebenszeit. 
Doch soll die Schrift in eine Webseite oder ein eBook eingebettet werden, ist damit Schluss. Warum das so ist, liegt in der Definition von Schriftnutzung:
 
Schriftnutzung ist das aktive Rendering von Schrift unter Zuhilfenahme der Fontsoftware. Das bedeutet: Ein Programm erzeugt dynamisch einen Textfluss mit den jeweiligen Fonts. Dazu wandelt es einen gegebenen, digital vorhandenen Text in Echtzeit in eine darstell- bzw. druckbare Form um, in dem es aus dem Font einzeln die passenden Glyphen entnimmt, dabei die Zurichtung und Unterschneidung anwendet und gegebenenfalls weitere Funktionen wie OpenType-Ersetzungen oder Hinting-Anweisungen ausführt. Dies ist die Nutzung von Fonts.
Wenn ein Grafikdesigner eine Drucksache in InDesign setzt, erfolgt diese Nutzung. Die Fontsoftware wird dem Anwendungprogramm über eine temporäre oder dauerhafte Installation zur Verfügung gestellt und in der Bildschirmansicht oder in einer Ausgabeform (etwa als PDF oder TIF) gerendert. Wie oft diese Gestaltung dann von der dann statischen Druckvorlage tatsächlich reproduziert wird, spielt keine Rolle, denn die Nutzung der Fontsoftware ist mit der Gestaltung der Seiten ja bereits abgeschlossen. Auch kann man die gerenderten Texte bekanntlich in Kurven oder ein Bitmapbild wandeln und diese, zum Beispiel als Logo eines Unternehmens, weitergeben. Denn das Logo in Kurven oder als Bitmap-Bild ist dann kein aktives Schriftrendering mehr.
 

 
Digitales Publizieren
Beim digitalen Publizieren (Webseiten, eBooks, Mobil-Anwendungen etc.) geht nun aber die Nutzung vom Ersteller der Publikation auf den Leser der Publikation über – und dies ist der entscheidende Unterschied. Denn der komplette und funktionsfähige Font wird mit der Webseite, der App oder dem eBook ausgeliefert und in Echtzeit beim Leser auf dem Gerät gerendert, als wäre er lokal installiert. Diese Art der Nutzung entspricht also exakt der Nutzung des Fonts durch einen Grafikdesigner in InDesign. Statt der einmaligen Benutzung durch den Designer entsteht eine tausendfache Nutzung durch die Leser. Es spielt dabei auch nur bedingt eine Rolle, ob der Font für den Leser in irgendeiner Form zugänglich ist oder nicht. Entscheidend ist die Nutzung im Sinne des aktiven Textrenderings.
Ein Unterschied zur Nutzung in InDesign ist natürlich der Zweck. Während der Grafikdesigner den Font in der Regel als ein professionelles Werkzeug zur Erstellung von kommerziellen Drucksachen benutzt, konsumiert der Leser einer Webseite oder eines Magazins auf dem Kindle oder iPad lediglich einen Text. Dieser Unterschied spiegelt sich im deutlich unterschiedlichen Preis der Nutzungen wider. Während der Grafikdesigner den üblichen Lizenzpreis von z.B. 50 Euro bezahlt, zählt der Leser einer Webseite nur als einer von tausenden Seitenabrufen, die der Anbieter der Webseite begleichen muss. So zahlt der Betreiber der Webseite z.B. einen jährlichen Pauschalbetrag, mit dem Millionen von Seitenabrufe abgegolten sind.
 
Niemand erwartet, dass die Nutzungslizenz von InDesign einschließt, dass man die InDesign-Software als Teil der Gestaltung beliebig weitergeben könnte. Bei Fonts hingegen erwarten viele jedoch genau dies. Dabei sind beide Produkte prinzipiell vergleichbar. Sie sind digitale Gestaltungswerkzeuge und man bezahlt dafür, sie auf einem lokalen Gerät benutzen zu können und nicht sie tausendfach offen oder eingebettet weiterzuverbreiten.
 
Man muss also beim digitalen Publizieren immer unterscheiden, ob das Werkzeug (»der Font«) nur benutzt oder auch weitergegeben werden soll. Die Erstellung eines Logos mit einem Font ist eine Fontnutzung. Die Weitergabe des Logos als TIF oder Vektordatei ist im Sinne der Lizenz keine Nutzung des Fonts mehr und muss nicht separat vergütet werden. Die Erstellung einer GIF-Datei, die Text enthält ist eine Nutzung. Aber die GIF-Datei kann anschließend auf eine Webseite gestellt oder in ein eBook eingebettet und millionenfach verbreitet werden. Die Darstellung der Schrift ist statisch und keine Fontnutzung im Lizenzsinne mehr. 
Wird jedoch die Webseite oder das eBook mit dem Font zusammen ausgeliefert, vervielfältigt man das Werkzeug selbst – und dies für eine Nutzung, die in die Tausende oder Millionen gehen kann. Dafür muss in der Regel eine separate Lizenz erworben werden, die dann gegebenenfalls auch auflagenabhängig ist. 
 
Sonderfälle
Während man sehr klar unterscheiden kann, dass das aktive Rendern eines Webfonts eine Fontnutzung ist, die Anzeige des Textes in einem GIF auf der Webseite aber nicht, ist die Einstufung als Fontnutzung manchmal aber auch schwerer. Die Formate PDF und SWF (Flash) sind solche Fälle, weil sie genau zwischen die genannten Pole fallen. Die Anordnung der Zeichen in einem PDF ist in der Regel im Voraus durch den Ersteller des PDFs festgelegt worden. Es gibt also keinen echten Textfluss, der beim Betrachten in Echtzeit erzeugt werden würde. Dennoch werden sehr wohl die einzelnen Glyphen aus dem (meist unvollständig) eingebetteten Font entnommen und bei der Darstellung des PDFs entsprechend angeordnet. Das PDF kann aber auch – zum Beispiel für Formulare – als bearbeitbar angelegt worden sein, so dass der Anwender den Text nachträglich komplett abändern kann. Somit ersteht also doch wieder eine Nutzung der Original-Fontsoftware, die dies deutlich von der Darstellung eines GIFs oder eines in Kurven gewandelten Vektorbildes unterscheidet.
 

 
In dieser unklaren Zuordnung, ob PDFs nun eine Nutzung der Fontsoftware sind oder nicht, liegt begründet, dass sich die Nutzungsbedinungen (EULAs) der einzelnen Schrifthersteller hier auch so deutlich unterscheiden. Die meisten Hersteller gestatten die Erstellung von unbearbeitbaren PDFs, manche fordern für deren Verbreitung aber auch die Begleichung einer speziellen Nutzungslizenz. Manche gestatten die kostenlose Verbreitung solcher PDFs, nicht aber die kommerzielle. Hier sollte man also genau hinschauen und die EULA vor dem Kauf der Schriftlizenz sorgfältig studieren.
 
Fazit
Hat man dieses Prinzip der Schriftnutzung als aktives Rendering von Schrift verstanden, wird offensichtlich, warum es heute so viele Lizenzen gibt und warum beim digitalen Publizieren nutzerabhängige Lizenzgebühren fällig werden. Daran ist, wie wir gesehen haben, auch nichts neues. Schriftlizenzen waren von Anfang an nutzerabhängig. Neu ist lediglich, dass der Font nicht mehr nur lokal installiert wird, sondern gegebenenfalls an hunderttausende Leser von Webseiten und eBooks ausgeliefert werden kann. Diese hundertausendfache Nutzung kann jedoch nicht einfach mit der normalen Druckschriftlizenz abgegolten sein, die in ihren Bedingungen und ihrem Preis ganz konkret auf die 1 bis 5 lokalen Nutzer zugeschnitten ist – so wie Nutzungslizenz von Adobe InDesign nicht die Verbreitung des Programms selbst einschließt. 
 
Ausblick
In den ersten beiden Artikeln dieser Serie haben wir schon gezeigt, dass Nutzungslizenzen für Schriften kein Trick, sondern eine rechtliche Notwendigkeit sind und dass die Nutzerabhängigkeit der Lizenzen zu verschiedenen Lizenzarten für Druckschriften, Webnutzung, eBook usw. führt. 
Um überhaupt erst einmal Nutzungsrechte einräumen zu können, muss man jedoch auch im Besitz von Rechten an den immateriellen Gütern sein. Dafür kommen verschiedene Schutzrechte in Betracht, um die es gern Streit gibt. Deshalb werden wir uns in den weiteren Folgen dieser Serie jeweils ausführlich mit diesen einzelnen Schutzrechten beschäftigen. 
Schriftlizenzierung ist Alltag im professionellen Design. Doch die Details lernt man leider auch in einer Ausbildung oder einem Studium in diesem Fachbereich nicht. In unserem früheren Artikel Mythos Schriftlizenzen haben wir bereits einige Grundlagen zu diesem Thema vermittelt. Dabei ging es vor allem ganz praxisbezogen um das »Wie« – und weniger um das »Warum«. Um letzteres ranken sich jedoch ebenfalls viele Gerüchte. Wer sich zum Thema Schriftlizenzen im Internet informieren möchte, findet dabei eine Fülle von abenteuerlichen Aussagen. Mit einer Serie von Artikeln soll hier nun etwas Licht ins Dunkel gebracht werden. 
Als erstes soll es schlicht und ergreifend um die Frage gehen, warum Schriften überhaupt lizenziert werden. Denn immer wieder wird von einzelnen der Eindruck erweckt, das Prinzip der Lizenzierung und dessen Anwendung in der Praxis wären ein Konstrukt, dass sich die Schrifthersteller künstlich und zu Lasten der Schriftnutzer erschaffen hätten. Die Lizenzbedingungen werden als unlautere Einschränkungen verstanden und manch einer wähnt sogar, dass Fonts im Rechtssinne überhaupt nicht lizenzierbar wären …
Dabei ist die Sache eigentlich schnell erklärt:
Digitale Schriften (»Fonts«) werden nicht gekauft, sondern lizenziert, denn das Rechtssystem bietet zur Nutzbarmachung von immateriellen Gütern schlicht gar keine Alternativen. Wenn man also das System der Schriftlizenzierung anzweifelt, beweist man allenfalls rechtliche Unkenntnis. Dazu zwei Beispiele, die sich bei der Suche zum Thema Schriftlizenzen finden lassen:
Insbesondere die zweite Aussage, die offenbar von einem Anwalt stammt, überrascht. Dass dieser das einfache und im BGB klar definierte Prinzip des Eigentums nicht verstanden hat, ist erstaunlich. Denn der deutsche Begriff des Eigentums als »absolutes Herrschaftsrecht« kann sich ausschließlich auf eine Sache beziehen – und dabei ist eine Körperlichkeit eine zwingende Vorraussetzung, etwas als Sache einzustufen:
Wenn Sie etwa ein Buch kaufen, werden Sie Eigentümer dieses Buches bzw. dieser Sache. Ist der Text aktuell urheberrechtlich geschützt, dürfen sie den Inhalt zwar nicht vervielfältigen, aber als Eigentümer dürfen Sie mit der Sache selbst ansonsten machen, was sie möchten. Sie können Ihr Buch also auch an Dritte weitergeben oder weiterverkaufen. Der Anbieter der Sache kann Ihre persönliche Nutzung nicht einschränken, sofern dies keine anderen Rechte berührt.
 
Kein Eigentum am eBook
Ganz anders verhält es sich aber, wenn Sie das gleiche Buch als eBook erwerben. Das elektronische Buch hat keine Körperlichkeit und ist daher nach geltendem Recht keine Sache. Sie können also folglich auch kein Eigentümer der Sache werden. Dieses Prinzip ist auf immaterielle Güter, die zum Beispiel in elektronischer Form ausgeliefert werden, schlicht nicht anwendbar. Denn diese ließen sich einfach kopieren – hat der Eigentümer damit eine neue Sache aus dem Nichts geschaffen? Und da er als Eigentümer ja mit seinem Eigentum machen kann, was er möchte, kann er also seine einmal gekaufte Sache millionenfach vermehren, wie es ja mit Eigentum gesetztlich möglich ist? Muss sich also für einen neuen MP3-Song oder ein neues eBook nur ein einziger Käufer finden und dieser darf dann sein Eigentum millionenfach weitergeben?
Das Gedankenbeispiel zeigt, dass dies so nicht funktioniert. Immaterielle Güter sind keine Sachen und man kann daher kein Eigentum an ihnen erwerben. Der gesamte Rechtsbegriff des »Sachen-Eigentums« mit all seinen Folgen ist nicht anwendbar. Und daher werden sämtlichen immateriellen Güter (Musik, Fotos, Illustrationen, Computerprogramme und eben auch Fonts) immer lizenziert und niemals verkauft. 
 
Schriftlizenzen. Seit über 20 Jahren unabdingbar
Der rechtlich also notwendige Sprung vom Eigentum eines Buches zur Nutzungslizenz eines eBooks hat sich bei Schriften schon vor längerem abgespielt. Solange Schriften in Blei oder auf Fotosatz-Scheiben ausgeliefert wurden, war der Nutzer ebenfalls Eigentümer der Schriften. Oder genauer gesagt: Er war Eigentümer der Schriftenträger.
 

Von einer Fotosatzscheibe konnte man Eigentümer werden
 
Mit der Auslieferung auf Disketten und CD-ROMs, wie es etwa in den 1990er Jahren noch üblich war, befanden sich die Schriften dann in einer Übergangsphase. Zwar gab es einen physischen Datenträgen (also eine körperliche Sache), aber der Datenträger war dabei lediglich ein Transportmittel. Das eigentlich Gut war bereits immateriell und damit keine Sache mehr. Man konnte die Schrift ja vom Datenträger auf beliebige Computer kopieren und die Körperlichkeit als Vorraussetzung der Einstufung als Sache war somit trotz physischem Datenträgen schon nicht mehr gegeben.
Man beachte den feinen, aber klaren Unterschied: eine Fotosatz-Scheibe und eine Font-Diskette sind beides physische Schriftträger, aber bei ersterem ist das Gut (die Schriftzeichen) selbst physisch untrennbar mit der Sache verbunden, bei letzterem hingegen ist der Datenträger als Sache lediglich eine technische Notwendigkeit bzw. Möglichkeit das immaterielle Gut zu transportieren. Da das gleiche Gut aber genauso auch über das Internet auf den Rechner des Nutzers gelangen kann, macht es rechtlich keinen Sinn, zwischen beiden Formen zu unterscheiden. Ob der Font über das Telefonkabel oder das Kabel des CD-ROM-Laufwerkes auf die Festplatte gekommen ist, kann ja nicht dazu führen, dass einmal Eigentum entstanden ist und einmal nicht.
Digital kopierbare Schriften mussten also zwangsläufig von Anfang an lizenziert werden. Dies ist eine notwendige Folge der fehlenden Körperlichkeit. Es ist jedoch kein Trick aus Habgier der Schriftanbieter (wie einige mutmaßen), mit dem Schriftanwendern künstliche Einschränkungen und zusätzliche Kosten auferlegt werden sollen. Schriftlizenzen sind schlicht der einzig mögliche rechtliche Rahmen, indem Schriftanbieter und Schriftanwender eine Nutzung vereinbaren können.
 
Ausblick
Bei digitalen Schriften wird also eine Lizenz zur Nutzung des immateriellen Gutes eingeräumt. Der Anbieter des Gutes bestimmt in den zugehörigen Nutzungsbedingungen (EULA, »End User License Agreement«) unter welchen Bedingungen diese Nutzung erfolgt. Um zu verstehen, warum es dabei heute so viele verschiedene Lizenzen für Print, Web, eBooks und Apps gibt, muss man zunächst den Begriff der Fontnutzung näher beleuchten. Dies wird in der zweiten Folge dieser Serie geschehen.
Die Platzierung von Piktogrammen macht das Layout von Beschilderungen nicht selten zu einem aufwendigen Geduldspiel, da Textrahmen und die Piktogramme als einzelne Vektorobjekte fortlaufend manuell aneinander ausgerichtet werden müssen. 
Mit der vom Icondesigner Andreas Wohlleben gestalteten Wayfinding Sans Symbols wird die Benutzung von Piktogrammen jedoch nun so einfach wie das Tippen von Text. 
 
Die Wayfinding Sans Symbols verfügt über 400 Symbole aus dem großen Themenkomplex der Beschilderung im öffentlichen Raum. Die Schrift deckt den Unicode-Bereich »Transport & Map Symbols« vollständig ab und bietet darüber hinaus viele nützliche Zeichen, die in den herkömmlichen Piktogramm-Sets oft fehlen. Jedes Zeichen ist dabei in vier Varianten (rechteckig oder rund jeweils positiv oder negativ) verfügbar. 
 

 
Neben den Bildzeichen enthält die Wayfinding Sans Symbols auch 60 Pfeile, die sich ebenfalls einfach eintippen lassen. Die umschlossenen Buchstaben und Ziffern ermöglichen es auf einfache Weise, Raumnummern, Etagen, Sitzreihen, Nahverkehrslinien und vieles andere mehr zu kennzeichnen.
 

 
Das mühselige Suchen der gewünschten Zeichen in der Glyphenpalette ist bei dieser Schrift nicht nötig. Mit aktivierter Ligaturfunktion reicht das Tippen von einfachen semantischen Codes wie #wheelchair, #parking, #toilet und das gewünschte Piktogramm erscheint. 
 
 
Aber die »Intelligenz« der Schrift beschränkt sich nicht nur auf die Eingabe der Piktogramme selbst. Selbst mehrfarbige Piktogramme sind möglich und auch dies lässt sich allein durch Tippen erreichen, ohne dass die Piktogramme in Pfade gewandelt und manuell Ebenen angelegt werden müssten. Die verschiedenen Ebenen passen sich dabei sogar automatisch der Form und Größe des gerade benutzten Piktogramms an. 
 

 
Die Schrift bietet sich insbesondere als Ergänzung zur Wayfinding Sans Pro an, kann aber natürlich auch mit jeder anderen Schrift benutzt werden. Durch den Einsatz als Piktogramm-Font sitzen die Symbole so immer perfekt zur Grundlinie des Textes. Außerdem sind Modifikationen an Text und Piktogrammen jederzeit ohne manuelle Korrekturen von Abständen möglich. Die Größenverhältnisse zwischen Text und Piktogrammen lassen sich global über Absatz- oder Zeichenformate steuern. 
 
Ausführliche Informationen und eine Ãœbersicht über die Zeichenbelegung bietet das Schriftmuster-PDF. Die Schrift ist über fonts.info verfügbar. Zur Einführung gibt es 50% Rabatt. http://www.fonts.info/store/index.php/de/fonts.html
An und für sich ist es ein Vorteil von Druckschriftlizenzen, dass sie nicht an Auflagen gekoppelt sind. Eine Zahlung und der jeweilige Nutzer hat ausgesorgt. Allerdings kommt man immer wieder auch in Situationen, wo dieses System unfair scheint. Etwa, wenn man nur mal eben ein paar Buchstaben für das Nachsetzen eines Logos benötigt oder wenn man eine Schrift dem Kunden vorschlagen möchte, ohne genau zu wissen, ob sie jemals eingesetzt werden wird. Dennoch wird auch hier der volle Lizenzpreis fällig und seit nunmehr gut 20 Jahren Desktop Publishing hat sich dafür keine wirkliche Alternative aufgetan. 
 
Einen völlig neuen Vorstoß wagte vor kurzem der Anbieter FontSlice. Hier bezahlt man einen Font tatsächlich nur buchstabenweise und dieser wird dann mit dem beschränkten Zeichensatz für den jeweiligen Nutzer generiert. Ob aber die Festplatte voller unvollständiger Fonts wirklich ein auf breiter Front tragfähiges System der Schriftlizenzierung darstellt, darf bezweifelt werden. Zumal sich das System nur schwer mit den komplexen OpenType- und Hinting-Funktionen moderner Fonts vertragen dürfte. 
 
Statt die Fonts selbst aufzusplitten, könnte man aber auch einfach die Nutzungszeit beschränken. Und genau dieses System verfolgt der neue Dienst namens Skyfonts von Monotype. Dazu muss der Schriftanbieter natürlich die Nutzungszeit technisch auf Seiten des Nutzers einschränken. Eine Idee, die bei Fonts und anderen digitalen Gütern nicht neu, aber in der technischen Umsetzung recht anspruchsvoll ist – zumindest wenn die Fonts dabei so problemlos nutzbar sein sollen, wie herkömmliche Fonts. 

Monotype, als einer der mittlerweile größten Schriftanbieter der Welt, hat mit Skyfonts nun so ein System auf die Beine gestellt. Um diesen Dienst nutzen zu können, muss man sich zunächst registrieren und eine Software für Windows oder Mac OS installieren, die dann im Hintergrund die Schriften installiert und auch wieder deinstalliert. Die Anwendung für Windows ist als 32- und 64-Bit-Variante ab Windows XP verfügbar. Die Mac-Version erfordert mindestens Mac OS 10.7. 

 
Nach der Installation kann man den Dienst sofort benutzen. Die Auswahl der Schriften erfolgt direkt im Browser unter skyfonts.com. Eine iPad-Anwendung sowie ein Plugin für Design-Anwendungen ist aber ebenfalls in Vorbereitung. Momentan hat man Zugriff auf über 8000 Fonts aus den Bibliotheken von Monotype, ITC, Bitstream und Linotype. 
 

 
Obwohl der Dienst nun offiziell gestartet ist, hat die Schriftsuche auf der Skyfont-Seite das Beta-Stadium aktuell wohl noch nicht ganz verlassen. Die Schriftfamilien erscheinen lediglich alphabetisch ohne einen Zugriff über Schriftklassifikationen oder andere typische Merkmale bzw. Einsatzbereiche. Wer nicht genau weiß, welche Schriften genutzt werden sollen, sucht sich diese vielleicht besser zunächst auf fonts.com oder linotype.de aus. 
 

Hat man die gewünschten Schriften aber einmal gefunden, könnte die Nutzung dann tatsächlich kaum einfacher sein. Ein Klick auf »Try« im Browser installiert die Schrift sofort im Hintergrund im Betriebssystem und stellt sie systemweit zur Verfügung. Kein umständlicher Bestellvorgang, kein Download, kein manuelles Entpacken von ZIP-Archiven und Installieren von Schriften. In den meisten Programmen sind die Fonts unmittelbar nach dem Klick im Browser sofort nutzbar. Wohlgemerkt: es handelt sich hier keineswegs um eine Vorschau in Bitmapdarstellung oder ähnliches. Der komplette Font ist vollwertig und ohne jegliche Einschränkungen testweise nutzbar. Hier kann man also durchaus lobend erwähnen, dass der Anbieter hier auf entsprechendes Vertrauen der Nutzer setzt. Denn die direkte Nutzung dieser Testschriftzüge ist nur gemäß der Nutzungsbedingungen verboten – technisch unterbunden wird sie nicht. Die Fonts funktionieren während des Testens ohne Einschränkungen. In Mac OS X klinkt sich das System sogar in die Benachrichtungsdienste (wie Growl) ein, sodass man vom System über die Installation und Deinstallation informiert wird. Durchaus praktisch!
 

 
Die Kosten
Hat man sich dann für bestimmte Fonts entschieden und will diese tatsächlich nutzen, muss man dafür mit so genannten Credits bezahlen. Das System ist dabei recht einfach. Man lizenziert die Schrift entweder für 24 Stunden (Kosten: 1 Credit) oder für 30 Tage (3 Credits). 
Die Kosten für die Credits sind abhängig davon, wie viele man auf einmal erwirbt. Bei der Mindestbuchung von 45 Dollar kostet ein Credit 3 Dollar. Dies bedeutet, die Nutzung einer beliebigen, gegebenenfalls vollwertigen OpenType-Schrift über den Skyfonts-Dienst kostet also 3 Dollar für einen Tag oder 9 Dollar für 30 Tage. Wer den Dienst häufig nutzt und viele Credits auf einmal kauft, kann die Kosten darüber hinaus weiter senken. 
 
Fazit
Die Preisstruktur wirkt durchaus angemessen und im Einklang mit den herkömmlichen Lizenzpreisen. Wer weiß, dass eine bestimmte Schrift nur kurzzeitig genutzt oder erstmal nur getestet werden soll, kann hier kräftig sparen und der Dienst eignet sich auch perfekt für externe Mitarbeiter, die nur zeitweise an bestimmten Projekten arbeiten. Selbst wenn später doch noch einmal unerwartete Änderungen anstehen, kann man jederzeit mit einem Klick die dann abgelaufene Lizenz wieder verlängern. 
 
Das Kleingedruckte
Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Ich finde das System in technischer Funktionalität und Preisgestaltung durchaus überzeugend. Es füllt eine seit langem bestehende Nutzungs- bzw. Lizenzierungsnische in der gesamten Grafikdesignbranche und gegebenenfalls sogar darüber hinaus. Doch der Skyfonts-Dienst hat auch eine Eigenheit, die ich nicht akzeptabel finde und vor der ich hier ausdrücklich warnen möchte: das Credit-System, wie es auch andere Anbieter digitaler Güter (etwa iStockphoto) benutzen. 
 

 
Man kann gerade noch damit Leben, dass diese Credits eine bewusste Verschleierung der tatsächlichen Preise sind. Ein Preis von »3 Credits« lässt ein Produkt einfach günstiger erscheinen als die »9 Dollar«, die gegebenenfalls tatsächlich dahinterstehen. Unannehmbar ist jedoch, dass die Anbieter die Credits einfach nach einer bestimmten Laufzeit (bei Skyfonts: ein Jahr) verfallen lassen. 
Credits sind nichts anderes als ein Guthaben auf zukünftige Käufe über einen bestimmten Dienst. Sie funktionieren genauso wie ein PayPal-Guthaben oder eine Geldkarte bei der Sparkasse. Man lädt sie mit einem bestimmten Betrag auf und kann bei zukünftigen Einkäufen über das entsprechende Guthaben verfügen. Man stelle sich jedoch einmal vor, PayPal oder die Sparkasse würden ihren Nutzern nach einem Jahr die Nachricht schicken, dass der Anbieter das Konto komplett geleert – und sich das Geld in die eigene Tasche gesteckt hat, weil der Inhaber des Kontos es nicht rechtzeitig komplett aufgebraucht hat. Es wäre ein Skandal!
Doch nichts anderes wird bei Skyfonts und iStockphoto gemacht. Die Anbieter kommen mit dem simplen Trick davon, dass sie das eingezahlte Guthaben nicht in einer offiziellen Währung führen, sondern es einfach »Credits« nennen. Pikanterweise wird man durch die Mengenrabatte ja auch noch explizit dazu verleitet, möglichst viele Credits auf einmal zu erwerben. Ob man sie innerhalb eines Jahres aufbrauchen wird oder nicht, ist im Voraus völlig unklar. Und da man hier ja zeitlich befristete Nutzungslizenzen erwirbt, ist es auch nicht einmal möglich, dass man zum Ende des Jahres sein Guthaben noch schnell irgendwie aufbraucht. Die Schriftlizenzen werden dann benötigt, wenn der jeweilige Auftrag ansteht. Man kann ja nichts »auf Vorrat« gestalten, nur weil man gerade noch ein paar Credits übrig hat, denen der Verfall droht. 
 
Wer sich dennoch auf diesen Deal einlassen möchte, hier kann man sich für Skyfonts registrieren: (10 Credits sind übrigens für neue Nutzer inbegriffen)
http://skyfonts.com
 
Update: Monotype hat den Dienst kurz nach seiner offiziellen Ankündigung bereits wieder vom Netz genommen. Die Technologie wurde in das Abo-Angebot von fonts.com integriert. Man muss nun das so genannte Master-Abo für mindestens 100 Dollar pro Monat wählen, um den Zugriff die temporär installierbaren Desktop-Fonts zu bekommen. Für Vielnutzer zwar ein guter Deal, aber der Vorteil von Skyfonts, einzelne Fonts kurzzeitig günstig mieten zu können, ist damit wieder unmöglich geworden. 
3 Tage Programm, 4 Bühnen, 50 Sprecher, Workshops, Gespräche, eine Party, 1000 weitere Teilnehmer. Unter dem Motto »Touch« wird sich die TYPO Berlin 2013 den »greifbaren Aspekten des Gestaltens« widmen.
Die TYPO Berlin findet im Haus der Kulturen der Welt vom 16. bis 18. Mai – also unmittelbar vor dem Pfingstwochenende – statt.
Wer sich noch dieses Jahr anmeldet, kann wie immer sparen. Reguläre Teilnehmer zahlen 450,– Euro (statt 650,- Euro) Euro zzgl. Mehrwertsteuer, Studenten zahlen 219 Euro (inkl. Mehrwertsteuer).

http://typotalks.com/berlin/de/
Ganz gleich ob man die derzeitige Entwicklung nun mag oder nicht – auch wer gegen das große Eszett argumentiert, möchte es zu diesem Zweck zumindest eingeben können. Wer keine der neuen T2-Tastaturen hat oder sich manuelle mit Textersetzungen oder Zeichenübersichts-Programmen hilft, greift in der Regel auf das einfache Kopieren-und-Einfügen zurück. Eine zentrale Anlaufstelle dafür wurde nun unter http://versaleszett.typografie.info geschaffen.

Besonders praktisch ist dies übrigens für Mobilgeräte, wo der Zugriff auf spezielle Sonderzeichen, die nicht in der gerade benutzen Software-Tastatur-Belegung enthalten sind, meist recht umständlich oder gar nicht möglich ist.



http://versaleszett.typografie.info
Die norwegischen Schriftgestalter Frode Helland und Sindre Bremnes sind gerade mit dem neuen Schriftenlabel Monokrom an den Start gegangen. Bislang sind 5 Schriftfamilien verfügbar, die allesamt gestalterisch und qualitativ überzeugend daherkommen. Die Schriftschnitte sind ab 60 Euro verfügbar.



Aus deutscher Sicht interessant: Sämtliche Schriften von Monokrom kommen mit Versal-Eszett.



Weitere Infos: https://monokrom.no
Die Antiqua-Schrift Marat von Ludwig Übele erschien 2008 und wurde auf Anhieb zu einem Erfolg. Sie zählte zum Beispiel zu den besten 10 Schriften des Jahres 2008 bei MyFonts und Typographica. Nun liefert der Designer eine passende serifenlose Variante nach: die Marat Sans.

Mit ihren 9 Strichstärken und den einzeln erhältlichen Kapitälchen-Fonts bringt es die Marat Sans auf ganze 27 Schriftschnitte.
http://www.myfonts.com/fonts/ludwiguebele/marat-sans/
Der deutsche Schriftgestalter und Multimedia-Künstler Yanone dreht einen Tanzmusikfilm, dessen Konzept seiner Schriftfamilie Antithesis entlehnt ist. Die Schriftfamilie Antithesis ist Yanones Meisterstück der Schriftgestaltungsklasse Type and Media an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Den Haag. Eine Schriftfamilie mit ihrerseits ungewöhnlichem Konzept: Die Spannung zwischen drei ungleichen Polen. Anders als bei vielen Schriftfamilien heute üblich besteht sie nicht aus einer Vielfalt an Strichstärken, die dem selben Konstruktionsprinzip folgen. Antithesis ist eine Familie aus nur drei Schnitten, deren Konstruktion sich bei verwandter Formensprache maßgeblich voneinander unterscheidet. Die Normale ist eine scharfkantig geschnittene Slab-Serif, die Kursive eine verbundene Schreibschrift und die Fette eine serifenlose Groteske — drei Formenprinzipien, die in dieser Kombination äußerst unüblich sind.



Schon während des Schriftgestaltungsstudiums in Den Haag hatte Yanone die Idee, dieses Konzept der Spannung in einen Kunstfilm zu verwandeln. Im Sommer 2011, nach Ende des einjährigen Master-Studiums, hatte er nach Gesprächen mit der langjährig befreundeten freien Dresdner Tänzerin Johanna Roggan und mehreren Festivalbesuchen in der Psytrance-Szene die durchschlagende Idee: Ein ungefähr zehnminütiger Tanzmusikfilm, in dem er Johanna Roggan ganz ins Rampenlicht stellt und ihr die Freiheit lässt, die gemeinsam erarbeitete Handlung rund um die Spannung zwischen drei Polen, den drei Phasen der philosophischen Dialektik (These, Antithese und Synthese) und den drei Phasen der Entstehung des Universums nach hinduistischem Glauben (Entstehung, Dauer und Auflösung) auf’s Parkett zu bringen.


Antithesis – Trailer from Yanone on Vimeo.


Der Film soll außerdem durch eine aufwendige 3D-Produktion begeistern. »Ich bin schwer beeindruckt vom Medium des 3D-Films«, so der Schriftkünstler und angehende Filmemacher, »aber auch enttäuscht von der geringen Bereitschaft der namhaften 3D-Kinofilme, sich über die bloße Räumlichkeit hinaus kreativ mit dem Medium auseinander zu setzen. Schwerter und Bälle, die den Zuschauern ins Gesicht fliegen, können es wirklich noch nicht gewesen sein.«



Finanziert werden soll der Film durch das zunehmend erfolgreiche Crowd-Funding, den massenhaft eingeworbenen Spenden von Interessenten aus aller Welt über Internet-Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo. »Ich bin mir bewusst«, sagt Yanone, »dass vor allem bei Kunstfilmen den Filmemachern über Crowd-Funding eingeworbenes Geld nicht gerade geschenkt wird«. Deshalb hat er eine Idee, die ihm Mut macht. Als Gegenleistung möchte er den Spendern neben gedruckten Plakaten die zum Projekt gehörende Schriftfamilie Antithesis in digitaler Form schenken. Eine tolle Gelegenheit für Gestalter mit Interesse an neuen Schriften, die später professionell erscheinende Schriftfamilie zu einem Bruchteil ihres Werts zu ergattern. »Zwar verliere ich durch das Verschenken der Schrift an die Spender viele spätere Käufer, doch immerhin kann ich dadurch die Produktionskosten des Films tragen«, freut sich Yanone.

Die Crowd-Funding-Phase hat gerade auf der international agierenden Plattform Indiegogo begonnen: http://www.indiegogo.com/antithesis
Weitere Informationen rund um die Schriftfamilie und das Filmprojekt präsentiert Yanone in regelmäßigen Abständen auf der Projektseite im Internet unter http://antithesis.de.
 
Freefonts für das iPad ist eine App, die Magazin-artig 90 kostenlose Schriften vorstellt.

FreeFonts versteht sich nach Aussage des Entwicklers Florian Zietz als »Hilfsmittel für Gestalter und zeigt eine qualitativ hochwertige Auswahl von Text-, Display-, Fraktur- und Symbolschriften. Immer mehr Grafik-Designer besitzen ein iPad. Ohne das aktive Projekt am Computer verlassen zu müssen, gehen Sie auf dem iPad und den FreeFonts auf inspirierende Entdeckungsreise.«

Kostenlose Fonts, aber kein kostenloses Programm. Die App ist bis zum 31.12.2012 zum Einführungspreis von 0,79 Euro über Apples iTunes-Store erhältlich. Ab dem 1.1.2013 kostet die App dann 2,99 Euro.



Das Café Moskau, gegenüber dem Kino International, in der Karl-Marx-Allee in Berlin Mitte, war eine der Prestigebauten der ehemaligen DDR. Erbaut in den frühen 1960er Jahren avancierte es, über die Jahre und wechselnde gesellschaftliche Entwicklungen hinweg, zu einem der Markenzeichen der Hauptstadt. Der Namenszug auf dem Dach wurde von dem Grafiker Klaus Wittkugel (*17.10.1910; † 19.09.1985) entworfen. Ab 1952 war er Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin und neben der gestalterischen Umsetzung zahlreicher Plakate, Bucheinbände und Briefmarken auch für die Beschilderung des Kino International sowie für das grafische Erscheinungsbild des Palasts der Republik verantwortlich.



Die Beschilderung des Café Moskau, mit den versal gesetzten Worten RESTAURANT, CAFE, KONZERT, MOSKAU und MOCKBA, bildet die Grundlage der Moskau Grotesk von Björn Gogalla. Dabei versteht sich die Schrift nicht als Replik. Einige Unzulänglichkeiten wurden »ausgebessert«. Zu Gunsten einer Bewahrung der Gesamtcharakteristik wurde jedoch nicht völlig auf Eigenheiten verzichtet.





Die Gemeinen und alle fehlenden Versalien sind komplett neu entworfen. Es ist nicht verwunderlich, dass die schlichte, unaufdringliche, geometrische Grundausrichtung der Schrift eine Brücke zur Architektur der 1960er schlägt. Inspiriert von den, in dieser Zeit beliebten, verschiedenen Möglichkeiten des architektonischen Musters und Wandreliefs entstanden ergänzend zwei Pattern-Fonts.



Die Schriftfamilie (in extra light bis extra bold) und die Muster-Fonts sind unter letteredit.gogalla.de erhältlich.
Bei den ersten Vorführungen in Deutschland wurde der Linotype-Film von Doug Wilson schon mit großer Begeisterung aufgenommen. Nun sind auch DVD und Blu-ray in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln erhältlich.


Neben dem Film mit 76 Minuten Spielzeit ist auch umfangreiches Bonusmaterial enthalten. DVD und Versand nach Europa kosten umgerechnet unter 30 Euro und sind hier erhältlich: http://shop.linotypefilm.com/ Weitere Informationen zum Film gibt es hier.
Unter dem Motto »Schriftdesign und Fonttechnik für globale Projekte« veranstaltet der Hamburger Schriftanbieter URW++ eine eintätige kostenlose Konferenz am 22.11.2012 im East Hotel in Hamburg.
 


Auf dem Programm stehen folgende Vorträge:
Frank Steitiya | URW++
SCHRIFTEN FÃœR EINEN GLOBALEN MARKT. Volker Schnebel | Digital Type Company
HAUSSCHRIFTEN IN EINER GLOBALEN WELT.
Schwerpunkt Arabisch. Susanne Zippel | Mittelpunkt Zhongdian
IHRE UNTERNEHMENSIDENTITÄT AUF CHINESISCH
Ãœber die komplexen Herausforderungen einer Harmonisierung
lateinischer und chinesischer Corporate Typefaces. Jeannine Merkli | Hilti Corporation
HILTI GLOBAL – the red font Martin Raab | Endress+Hauser Consult AG
E+H SANS UND SERIF GLOBAL
Praxisbeispiel Endress+Hauser Jürgen Willrodt | URW++
ABENTEUER SCHRIFT
Produktion und Verständnis komplexer Schriften mit der Opentype Technologie. Frank Blokland | Dutch Type Library
THE RELATIVENESS OF HARMONY IN (GLOBAL) TYPE. Es wird um eine Registrierung zur Veranstaltung per E-Mail oder Fax gebeten. Weitere Infos unter http://www.urw.de/deutsch/info/typenews/TypeNews10GF-2012-DE.html
Der Tastaturhersteller Cherry bietet unter der Bezeichnung Stream XT T2 eine neue Tastatur mit erweiterter Belegung nach DIN 2137-T2 an.
Seit über 20 Jahren gibt es den PC, doch die (aufgedruckte) Tastaturbelegung basiert nach wie vor auf den eingeschränkten Möglichkeiten der Schreibmaschine.
Die Stream XT T2 des traditionsreichen Tastaturherstellers Cherry bietet nun Windows-Nutzern erstmals den direkten Zugang zu vielen Sonderzeichen, die bislang nur sehr umständlich zu erreichen waren. Diakritische Zeichen europäischer Sprachen, korrekte Anführungszeichen, Apostroph, horizontale Striche, schmaler geschützter Leerraum, großes Eszett (ẞ), langes s (ſ) und so weiter sind nun leicht erreichbar und direkt auf der Tastatur aufgedruckt.

Die normierte T2-Belegung baut auf der üblichen deutschen Standardtastaturbelegung auf. Man kann sie also ohne Schwierigkeiten direkt benutzen, ohne wie bei anderen alternativen Tastaturbelegungen erst komplett umlernen zu müssen. Die Tastatur kann daher bedenkenlos allen PC-Nutzern empfohlen werden, die sich professionell mit Textsatz beschäftigen.

Die Cherry Stream XT T2 ist in hellgrau und schwarz erhältlich. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage von Cherry. Die Tastatur kommt gerade für um die 30 Euro in den Fachhandel. Eine Übersicht der Händler findet sich auf der Cherry-Seite. Als verfügbar gelistet ist die Tastatur zum Beispiel bei Keybo.de oder bei Amazon (Partnerlink).
Beyond tellerrand ist zurück – drei Tage Konferenz und Workshops vom 19.11. bis 21.11. für Web-Enthusiasten: Design, Technik, Inspiration und Networking.
 

 
Am ersten und zweiten Tag sind 16 Vorträge international bekannter Sprecher geplant. Aus typografischer Sicht dabei sicher besonders interessant sind die Vorträge von Nadine Chahine und Lucas de Groot.
Am dritten Tag finden ganztägige Workshops mit Mark Boulton, Ben Bodien und Remy Sharp statt. Jeder Workshop ist auf eine geringe Anzahl an Teilnehmern begrenzt, damit der Workshop ein intensives und lernreiches Erlebnis für jeden Teilnehmer wird.

Veranstaltungsort ist das Capitol-Theater, Erkrather Straße 30, 40233 Düsseldorf
Tickets für die Konferenz gibt es ab € 149 inklusive MwSt. (19%) und Buchungsgebühren.

Weitere Infos unter: http://2012.beyondtellerrand.com

Foto: ScreenOrigami
Adobe hat unter der Bezeichnung »Edge Web Fonts« einen Dienst für kostenlose Webfonts gestartet. Die Fonts lassen sich auf sehr einfache Weise in Online-Projekte einbinden und werden über die solide Infrastruktur des kommerziellen Anbieters Typekit ausgeliefert, den Adobe kürzlich übernommen hat.

Der Dienst erinnert in jeder Hinsicht stark an den kostenlosen Webfont-Dienst von Google. Im Unterschied zu diesem verfügt Adobe jedoch über ein erfahrene Schriftabteilung im Unternehmen, die sich dem Webfont-Katalog annimmt und diesen ausbaut. So sollen die besten Fonts der Bibliothek mit besserer Bildschirmoptimierung versehen werden und auch Adobe arbeitet an Open-Source-Schriften, die über den Edge-Webfontservice verfügbar sind bzw. in Zukunft sein werden. Nach der im letzten Monat vorgestellten Source Sans, wurde im Zuge der Veröffentlichung des Webfontdienstes die neue Source Code vorgestellt, die sich als gut leserliche Monospace-Schrift speziell an Entwickler richtet.



Ansonsten speist sich der Katalog aus den üblichen Open-Source-Schriften, die sich auch bei den Google Webfonts finden. Zu den besseren und gut ausgebauten Schriften gehören dabei etwa die Droid Sans/Serif und die PT Sans/Serif.

Der Webfontdienst wird in zahlreichen Adobe-Anwendungen zur Webseitengestaltung direkt eingebunden, sodass sich die Fonts dann ohne manuelle Programmierung spielend leicht einbinden lassen.

Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Homepage unter http://html.adobe.com/edge/webfonts/
Technische Informationen und eine komplette Übersicht der erhältlichen Schriften und Schriftschnitte gibt es unter http://www.edgefonts.com
Ein Hingucker sind sie in jedem Falle – die handgefertigten, hölzernen Tastaturen aus Frankreich. Sie sind aus Ahorn- oder Walnuss-Holz gefertigt und mit einer Tastaturbeschriftung in Fedra, Mrs. Eaves oder Didot versehen. Verschiedene Tastaturlayouts stehen zur Auswahl – aktuell jedoch keine deutsche Belegung. http://oreedesign.com


Bavaria ipsum dolor sit amet Bradwurschtsemmal. Pünktlich zum Start des Münchner Oktoberfestes stellt die Agentur aurum:media ihren bairischen Blindtext-Generator online.
Die Texte lassen sich auf zwei Arten generieren: Schmarrn ergibt einen Blindtext mit zufälligen bairischen Wörtern, also bairisches Kauderwelsch. Wählt man dagegen Granteln, folgt eine Aufzählung zufälliger bairischer Schimpfwörter. »Einsatz auf eigene Gefahr« warnen die Macher der Seite.
http://bavaria-ipsum.de
Am 4. Oktober findet die eintägige Konferenz Type Amsterdam 2012 statt, die von der Universität Amsterdam in Zusammenarbeit mit der Königlichen Akademie der Bildenden Künste Den Haag veranstaltet wird. Der Eintritt ist frei. Um eine Anmeldung unter typeamsterdam-ub@uva.nl wird gebeten.

Das Programm von 13 bis 17 Uhr:
Ramiro Espinoza
Krul and the untold history of the 'Amsterdamse Krulletter'
René Knip & Janno Hahn
Arktype.nl
Indra Kupferschmid
Technological shifts and their effect on letter shapes
Mathieu Lommen
Early 20th-century slab serifs and their type specimens
Fred Smeijers
Life after 'Counterpunch'

Weitere Informationen: (niederländisch)
http://www.bijzonderecollecties.uva.nl/en/what-s-on/events/events/events/content/folder/symposia/2012/10/typeamsterdam-2012.html
Ist die Grab-Inschrift von Bodoni in Bodoni gesetzt? Gibt es ein Aldusblatt auf dem Grabstein von Aldus Manutius? Was bleibt, wenn ein Gestalterleben zu Ende geht? Gestalten Gestalter ihre Grabsteine selbst? Oder haben wenigstens die nahen Verwandten den gestalterischen Willen so weit verstanden, dass sie ihn dem Steinmetz gegenüber durchsetzen? Sophie Heins und Karin Schmidt-Friderichs wollen es wissen.
Auf dieser Facebook-Seite werden Bilder und Informationen zusammengetragen und wer entsprechende Hinweise hat, kann diese dort direkt einstellen oder sich per E-Mail an die Initiatoren des Projektes wenden.
(Quelle des obigen Bildes: http://typefoundry.blogspot.de/2007/12/caslon-tomb-at-st-lukes-old-street.html )
<p>Die gebrochene Schrift Wiking zum kostenlosen Download …</p>
<p>Die gebrochene Schrift Wiking zum kostenlosen Download …</p>
<p>Die gebrochene Schrift Wiking zum kostenlosen Download …</p>
<p>Die gebrochene Schrift Wiking zum kostenlosen Download …</p>
<p>Die gebrochene Schrift Wiking zum kostenlosen Download …</p>
<p>Die gebrochene Schrift Wiking zum kostenlosen Download …</p>
×
×
  • Neu erstellen...

Hinweis

Wie die meisten Websites, legt auch Typografie.info Cookies im Browser ab, um die Bedienung der Seite zu verbessern. Sie können die Cookie-Einstellungen des Browsers anpassen. Anderenfalls akzeptieren Sie bitte die Speicherung von Cookies. Weitere Details in der Datenschutzerklärung