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Zeige Inhalte mit den meisten Reaktionen seit 30.11.2010 in Schriftarten

  1. Die Sitka ist ein von Matthew Carter gestalteter Systemfont, der ab Version 8.1 mit dem Windows-Betriebssystem ausgeliefert wird. Für beste Darstellung und Leserlichkeit in allen Schriftgraden verfügt die Schrift über ganze 6 optische Größen, die bei entsprechender Software-Unterstützung automatisch aktiviert werden. Sitka Small, Einsatz < 9,7 Punkt Sitka Text, Einsatz ≥ 9,7 < 13,5 Punkt Sitka Subheading, Einsatz ≥ 13,5 < 18,5 Punkt Sitka Heading, Einsatz ≥ 18,5 < 23,5 Punkt Sitka Display, Einsatz ≥ 23,5 < 27,5 Punkt Sitka Banner, Einsatz ≥ 27,5 Punkt Die 6 optischen Größen sind für alle 4 Grundstile (normal, kursiv, fett, fett kursiv) verfügbar. Somit besteht die Schriftfamilie insgesamt aus 24 Schnitten, jeweils mit lateinischer, kyrillischer und griechischer Belegung.
    6 Punkte
  2. Hanzipen ist eine digitalisierte Druckbuchstaben-Handschrift des taiwanischen Schriftlabels DynaComware. Neben der CJK-Belegung, für die sie entwickelt wurde, enthält sie aber auch die lateinischen Schriftzeichen. Hanzipen ist im Betriebssystem Mac OS 10 (ab Version Mavericks) enthalten und umfasst zwei Strichstärken (regular, bold).
    5 Punkte
  3. Die FF Hertz zielt mit ihrem geringen Strichstärkenkontrast und der relativ großen Laufweite besonders auf den Einsatz in Textgrößen. Der Book-Schnitt ist ziemlich kräftig und eignet sich daher gut für die Darstellung auf e-Ink-Displays, die den Text dünner erscheinen lassen, als er ist, oder um ein traditionelles kräftiges Druckbild zu erreichen. Die Schriftfamilie umfasst zwei Kapitälchensätze: Einen größeren, der Abkürzungen und Akronyme nicht zu sehr aus dem Text hervorstechen läßt, und einen kleineren, der optisch auf der Höhe der Kleinbuchstaben bleibt. Es gibt sechs Strichstärken mit zugehörigen Kursiven. In allen aufrechten sowie allen kursiven Schnitten nimmt jede Glyphe den gleichen horizontalen Platz in allen Fettegraden ein, so daß ein Wechsel zwischen verschiedenen Fettegraden möglich ist, ohne dass sich der Textumbruch ändert. Der Entwurf begann mit einer Zeichenübung im Fonteditor mit heruntergesetzter Auflösung (einer Technik, die von Tim Ahrens vorgeschlagen wurde, um sich zuerst auf die groben Proportionen einer Schrift zu konzentrieren und sich nicht zu früh in Details zu verlieren), die sich schnell zu einem größeren Projekt auswuchs. Die FF Hertz vereint Einflüsse aus Hermann Zapfs »Melior« und seiner vergessenen »Mergenthaler Antiqua«, Ziffern aus der Schreibmaschine von Jens’ Mutter, und, besonders in den Kursiven, alte deutsche Kartographiealphabete.
    4 Punkte
  4. Die Century Schoolbook ist eine Abwandlung der Hausschrift des Century-Magazins. Morris Fuller Benton gestaltete die Century Schoolbook im Auftrag des Schulbuch-Verlages Ginn & Co. Die ursprüngliche Century war gestalterisch auf den Magazin-Satz ausgerichtet. Das Buchstabenbild und die Zwischenräume waren eher eng und feine Details, wie die vertikal lang gezogenen Serifen, verliehen der Schrift eine gewünschte Eleganz. Bei der Century Schoolbook lag der Fokus auf der Leserlichkeit. Das Buchstabenbild und die Zwischenräume sind weiter gehalten. Die Strichstärke ist größer und mit weniger Kontrast gezeichnet. oben: Century Expanded, unten: Century Schoolbook Digitale Versionen als Century Schoolbook oder New Century Schoolbook gibt es zum Beispiel von Linotype, Bitstream, Scangraphic und URW++. Adaptionen unter anderem Namen sind die Grad (Mark Simonson) und die Augustea BQ (Berthold).
    4 Punkte
  5. Die Rund-Grotesk ist eine geometrische Groteskschrift, die ab 1931 bei der Stuttgarter Schriftgießerei C. E. Weber als Hausschnitt ohne Gestalterangabe erschien. Wie ihre Vorläufer, zum Beispiel Kabel, Erbar-Grotesk und Futura, benutzt die Schrift geometrische Gestaltungsprinzipien, ohne gänzlich von traditionellen Antiqua-Formen abzurücken. Damit behält die Schrift eine ausreichende Lesefreundlichkeit und ist somit nicht gänzlich auf Schauanwendungen beschränkt. Auffällige Charakterzüge der Rund-Grotesk sind die großen Oberlängen und das f mit Unterlänge. Es wurden im Laufe der 1930er-Jahre insgesamt sechs Schnitte (normal, kursiv, halbfett, fett, kursiv fett und schmalfett) veröffentlicht. Eine Digitalisierung in bislang vier Schnitten fertigte Frédéric Krauser als seine Bachelor-Arbeit an der Bauhaus-Universität Weimar im Jahr 2012.
    4 Punkte
  6. Die FF Franziska von Jakob Runge wurde an der »Muthesius Kunsthochschule« in Kiel unter der Leitung von Albert-Jan Pool und Prof. André Heers im Jahr 2012 als Masterarbeit begonnen. Ab 2013 wurde die Schrift für die FontFont-Bibliothek ausgebaut und verfeinert. Sie erschien dort im Juni 2014. Der kräftig-robuste Schriftentwurf spielt mit einer Mischung von Antiqua- und Egyptienne-Elementen. Die Kursive ist nur leicht geneigt und zeichnet sich durch ihren kräftigen, scharfkantigen Schnitt aus. Eine Reihe von Piktogrammen, einschließlich verschiedener Pfeile und Dingbats, ergänzen den üblichen Zeichenumfang der FontFont-Schriften. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen Die Familie ist in 10 Strichstärken (Hairline bis Black) in aufrechten und kursiven Schnitten erhältlich.
    4 Punkte
  7. Die Gotham enstand ursprünglich als exklusive Hausschrift für das Männermagazin GQ. Dazu studierte Tobias Frere-Jones alte Beschilderungen New Yorks. Ein Gebäude, das Port Authority Bus Terminal, hatte es ihm dabei besonders angetan und wurde der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Gotham. Natürlich erhielt die Schriftfamilie im Vergleich zu den Versalvorlagen auch Kleinbuchstaben. Diese wurden im Grundcharakter geometrisch ausgeführt, jedoch ohne allzu große Strenge. Nachdem die Schrift nicht mehr exklusiv war, wurde sie rasch zu einem Bestseller, insbesondere in Nordamerika. Mittlerweile ist die Familie in 64 Schnitten (8 Strichstärken in jeweils 4 Weiten) verfügbar.
    4 Punkte
  8. Die Palatino ist neben der Optima die bekannteste Schrift Hermann Zapfs. Seit ihrem Erscheinen zur Mitte des 20. Jahrhunderts findet sie sich in regelmäßiger Anwendung. Benannt ist die Schrift nach dem Italiener Giovanbattista Palatino, einem Schreibmeister des 16. Jahrhunderts und Zeitgenossen von Michelangelo und Claude Garamond. »Hermann Zapf wies mit dieser Schrift überzeugend nach, daß auf den Grundlagen der Renaissance immer noch weitergebaut werden kann, daß es hier immer noch genügend Möglichkeiten zum Variieren verschiedener Details der Schriftzeichnung gibt, durch die die Individualität der eigenen Auffassung ausgedrückt werden kann« heißt es in Die schöne Schrift von František Muzika Korrekturphasen der Palatino Kursiv (hier noch unter dem später verworfenen Namen Medici) Zapf baut seine Palatino auf antike Proportionen auf und haucht ihnen dabei kalligrafischen Charakter ein. Die Schrift läuft vergleichsweise weit. Dies macht die Schrift jedoch auch besonders robust und lesefreundlich. Schlichte Einführung eines Klassikers im Jahr 1950 Buchstabenbelegung in der Bleisatzversion von 1950 Die Entwürfe von Hermann Zapf (rechts) wurden von August Rosenberger (links) für den Bleisatz geschnitten Der erste Druck in einem Probegrad erfolgt 1949 in dem Buch »Von der dreifachen Ehrfurcht, Gedanken Goethes über Erziehung zu edlem Menschentum« als Privatdruck der Schriftgießerei D. Stempel. Die Schrift erscheint dann 1950 für Hand- und Linotypesatz. Eine leichtere Version der Palatino wurde von Linotype unter der Bezeichnung Aldus Antiqua herausgebracht. Zugehörig waren ebenfalls die Versal-Alphabete Michelangelo, Sinista und Phidias. Die Palatino Nova (2005) ist eine moderne Überarbeitung für den Digitalsatz durch Akira Kobayashi. Die neue Version vermeidet die Einschränkungen von Blei- und Fotosatz und ist auch im Zeichenvorrat den heutigen Erfordernissen angepasst. Die Michelangelo heißt nun Palatino Nova Titling und die Sinista wurde in Palatina Nova Imperial umgetauft. Mit der Palatino Sans bekam die Palatino im 2006 eine serifenlose Schwester. 2013 erschien zudem eine eText-Version in 4 Schnitten (normal, kursiv, fett, fett kursiv) speziell für den Einsatz auf elektronischen Lesegeräten. Die Überarbeitung erfolgte in diesem Fall von Toshi Omagari.
    4 Punkte
  9. Mit der Helvetica Now erschien 2019 eine weitere Bearbeitung des Klassikers Helvetica. Die Helvetica Now zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie in drei optischen Größen (Micro, Text and Display) mit bis zu 10 Strichstärken erhältlich ist. In der Summe kommt die Familie auf 48 Schnitte. Erstmals für die Helvetica erhältlich sind auch Alternativbuchstaben wie ein l mit Fuß, um Versal-I und Minuskel-l besser unterscheiden zu können. Weitere Varianten gibt es für a, u, R und G.
    3 Punkte
  10. Die Meret von Nils Thomsen erschien ursprünglich 2011 über OurType und ist seit 2018 in einer überarbeiten Fassung bei TypeMates erhältlich. Die Schriftfamilie orientiert sich an den beiden grundlegenden Schreibwerkzeugen der Schriftgeschichte: der Breit- und der Spitzfeder. Das Resultat ist eine robuste Text-Schrift mit acht Strichstärken – die Hälfte für Textgrößen ausgelegt. Die Kursive ist schlicht gehalten, besitzt aber dennoch einen eigenständigen Charakter. Ein Einblick in die recht analytische Recherche zu den Schriftformen und Entscheidungen während Nils Thomsens Zeit in der Schriftgestaltungsklasse »Type and Media« an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Den Haag ist hier (auf Englisch) nachzulesen.
    3 Punkte
  11. CamingoSlab ist eine serifenbetonte Variante der 2008 erschienenen CamingoDos. Die Familie ist in sieben Strichstärken mit zugehörigen Kursiven verfügbar. Alle Schnitte verfügen über eine erweiterte lateinische Belegung und man hat die Wahl zwischen einer Standardvariante mit 510 Glyphen und den Pro-Schnitten mit 830 Glyphen. Nur in letzteren steckt die OpenType-Funktionalität für Kapitälchen, zehn Ziffernsets und stilistische Alternativen.
    3 Punkte
  12. Tuna ist eine lebhafte, zeitgenössische Fließtextschrift mit kräftigen Serifen, die sowohl für die Verwendung am Bildschirm als auch für den klassischen Buchsatz optimiert wurde. Die Schriftfamilie verfügt über 10 Schnitte. In den jeweils über 700 Glyphen steckt eine erweiterte lateinische Belegung, Kapitälchen und 5 verschiedene Ziffernsets.
    3 Punkte
  13. Die Pensum Pro von Nils Thomsen hat ihren Ursprung in Formübungen mit der Breitfeder und dem Pinsel in der Klasse von Peter Verheul, während Nils’ Zeit 2009 bei Type and Media in Den Haag. Die Schriftfamilie ist primär für Textgrößen gestaltet und bietet neun Strichstärken von Thin bis Black plus zugehöriger Kursiven. Die markanten Serifen zusammen mit dem geringen Kontrast optimieren die Schrift für lange Lesetexte z.B. in Magazinen oder Büchern. Mitunter können die scharfkantigen Details, welche im Kontrast zu pinselartigen und weichen Formen stehen, in großen Überschriften oder kursiven Zitaten punkten. Die Pensum Pro beinhaltet rund 1050 Zeichen mit etlichen OpenType-Features. Hinzu kommt der umfangreiche Sprachausbau von rund 90 Sprachen (Adobe Latin 3).
    3 Punkte
  14. Die Playfair Display ist eine Barock-Antiqua des dänischen Schriftgestalters Claus Eggers Sørensen. Mit ihrem schmalen Lauf und der hohen Kontrasstärke eignet sie sich besonders für Schauanwendungen. In diesem Anwendungsbereich ist die Playfair Display überdurchschnittlich gut ausgebaut: Sie kommt in drei Strichstärken mit zugehörigen Kursiven. Die Zeichenbelegung umfasst auch Kapitälchen und Schmuckligaturen. Eine kyrillische Belegung ist in den über 800 Glyphen ebenfalls enthalten.
    3 Punkte
  15. Die Canto von Richard Lipton basiert auf den Untersuchungen Edward Catichs zur Entstehung römischer Inschriften durch den Pinsel als formbestimmendes Schreibwerkzeug. In der Canto wird dieser Duktus auf eine heutige, doppelhäusige Antiqua-Familie übertragen. Die römischen Capitalis-Monumentalis-Versalien verbinden sich dabei mit dem Duktus humanistischer Kleinbuchstaben. Kapitälchen und ausladende Schwungbuchstaben gehören ebenfalls zum Zeichenvorrat. Die zwei Strichstärken sind jeweils in vier verschiedenen Version erhältlich. Einer normalen (»strengen«) Version, einer etwas bewegteren Version (»Pen«) sowie zwei Display-Versionen, deren Strichführung deutlich die Schreibung mit dem Pinsel hervortreten lässt.
    3 Punkte
  16. Die Questa ist eine Schriftsippe, die als Zusammenarbeit von Jos Buivenga und Martin Majoor entstand. Die Sippe besteht aus vier Stilen. Die Serifenfamilie nahm sich klassizistische Schriften von Bodoni, Didot und Walbaum zum Vorbild, ohne jedoch eine konkrete Neuinterpretation einer dieser Schriften sein zu wollen. Auch gibt sich die Schrift weniger konstruiert als die klassizistischen Vorbilder. Auf Basis der Serifenversion wurden die eher statische Groteskfamilie und die elegante Display-Version Questa Grande als Einzelschnitt erarbeitet. Die Serifen- und Sans-Versionen verfügen über je fünf Strichstärken (jeweils mit Kursive). 2016 kam die Questa Slab als Erweiterung der Sippe hinzu. Der Regular-Schnitt aller Sippenmitglieder kann gratis als Druckschrift und Webfont geladen werden.
    3 Punkte
  17. Die Rabenau (früher Lucinde) ist eine Antiqua-Schrift von Axel Bertram und erschien 2011 bei Linotype. Ab dem Jahre 2003 wirkte der Kalligraf und Schriftgestalter Andreas Frohloff am Ausbau und der Fertigstellung der 16 Schnitte der Schriftfamilie mit. Rabenau wurde durch verschiedene Quellen inspiriert: von Alphabeten für Buch-Cover bis hin zu Schreibmaschinenschriften und sogar englischen Schriften vom Anfang des 19. Jahrhunderts (z.B. denen, die der erfahrene Drucker William Bulmer verwendete). Die Familie ist in vier Strichstärken (regular, book, semibold, bold) erhältlich. Zusätzlich gibt es schmale und Poster-Schnitte sowie eine lichte Version. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
    3 Punkte
  18. Die Abril-Schriftfamilie von Veronika Burian und José Scaglione erschien 2011. Die Familie könnte auch als Schriftsippe bezeichnet werden, da sie zwei sehr unterschiedliche Schriftstile unter einem gemeinsamen Namen zusammenführt. Die Schnitte mit dem Zusatz Display basieren auf den Gestaltungsprinzipien der klassizistischen Antiqua und eignen sich entsprechend besonders für größere Schriftgrade. Die Schnitte mit dem Zusatz Text basieren dagegen auf den Egyptienne-Schriften des 19. Jahrhunderts. Mit dem deutlich schwächeren Strichstärkenkontrast können sie auch für Fließtexte angewendet werden. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen Die Familie ist mit zwölf Display-Schnitten, sechs Textschnitten und über 600 Glyphen gut ausgebaut. Die 4 Grundschnitte der Text-Version wurden manuell bildschirmoptimiert. 2014 erschien mit der Abril Titling ein zusätzlicher Ableger. Die Familie in 32 Schnitten basiert auf der Abril Text, wurde aber speziell für den Schaugrößen-Einsatz umgearbeitet und verfügt für den Einsatz im Editorial Design auch über schmale Schnitte. bei MyFonts herunterladen
    3 Punkte
  19. Als Vorlage für die Galliard von Matthew Carter dienten Schriften, die Robert Granjon Mitte des 16. Jahrhunderts schuf. Für die Antiqua war dies die von Plantin in Antwerpen 1567 angeschaffte Gros Cicero, für die Kursive die 1570 im Auftrag Plantins geschnittene Ascendonica Cursiue (20 Punkt Didot). Granjons Gros Cicero fällt insbesondere durch ihre für die Zeit vergleichsweise große x-Höhe auf. Die Kursive gibt sich äußerst lebendig und charakterstark. Außerdem besitzt sie auffällige Schwungbuchstaben und Ligaturen, die sich zumindest teilweise in der ITC Galliard wiederfinden. Die Bezeichnung Galliard geht auf die von Granjon geschnittene 8-Punkt-Antiqua zurück, die dieser nach einem Volkstanz »La Gaillarde« benannt hatte. Die Veröffentlichung der Schrift zog sich lange hin, denn ihre Entwicklung fiel im Sinne der Schrifttechnik auf turbulente Zeiten. Die Entwürfe entstanden zunächst für das Linofilm-System, das eine Einteilung der Buchstabenbreiten auf 18 Einheiten verlangte. Nach zwei Versuchen, die Feinheiten der Schrift in diesem System akzeptabel wiederzugeben, wurde das Projekt zunächst fallengelassen. Mit dem später erschienenen Linofilm-Quick-System war die technische Ausgangslage besser, jedoch war das System an sich kein Verkaufsschlager, sodass es auch hier zu keiner Veröffentlichung der Galliard kam. Erst mit dem Linotype-VIP-System mit 54 Einheiten wurde das Projekt schließlich realisiert und die Schrift erschien 1978 in vier aufrechten und kursiven Schnitten. bei MyFonts herunterladen Drei Jahre später übernahm ITC die Rechte an der Schrift und verhalf ihr weltweit zu einer großen Verbreitung. Durch die im PostScript-Format üblichen 8-Bit-Zeichensätze war der Zeichenumfang zunächst gegenüber den Originalentwürfen geschrumpft. Jedoch gibt es heute wieder Pro-Versionen mit größerem Zeichensatz inklusive verschiedener Ziffernsets, Ligaturen und Schmuckbuchstaben. Für Lesetexte am Bildschirm kam 2013 noch eine von Carl Crossgrove überarbeitete eText-Version in vier Schnitten heraus.
    3 Punkte
  20. Nach dem Schnitt der Post-Antiqua widmete sich Herbert Post einem Frakturschrift-Entwurf. Denn die geänderten politischen Verhältnisse Anfang der 1930er-Jahre ließen wenig Raum für die Anwendung seines Antiqua-Entwurfes. »Die Verleger suchen sehr nach einer uns zeitgemäßen Schrift. […] Es ist schade, daß ich mit dem Drucken in Antiqua aufhören muß, wenigstens vorerst …« schrieb Post in einem Brief. Schriftmuster der Post-Fraktur, Ende der 1930er-Jahre 1933 reiste Post nach Frankfurt/M. um durch Rudolf Kochs Sohn Paul Koch den Schnitt seiner Fraktur besorgen zu lassen. Die Bauersche Gießerei erklärte sich zur Anfertigung eines Probegusses bereit. Einfach und klar sollte die Fraktur werden. »Ich strebte eine Buch- und Leseschrift an. Sie sollte deutlich sein. Sie sollte die Vorzüge der klassischen Schriften eines Unger habe, der schon vor 100 Jahren versuchte die barocken Schnörkel zu vermeiden. Ich ging sogar soweit, daß ich möglichst wieder auf die Grundform in den Versalien ging. Ich nahm die Federform, die organische Form, um eine flüssigere Linie, den gesetzmäßigen Wechsel von dicken und dünnen Linien zu erhalten – aber beachtete streng, daß die Buchstaben im Schnitt auf die im Letterndruck sich ständig wiederholenden Typenform, also auf das Gesetz der Type abgestimmt sind. Dies scheint mir das Geheimnis in der Schriftgestaltung zu sein.« Die Veröffentlichung der Post-Fraktur gestaltete sich jedoch als schwierig. Die Bauersche Gießerei stellte sie zwar her, wollte sie jedoch nicht vertreiben, zumindest bis sich doch Interessenten meldeten und die Geschäfte an Post vorbeizugehen drohten. Es kam zum Streit, der darin mündete, dass Post die Matrizen und Stahlstempel gegen eine Zahlung von 500,– Mark auslöste. Post bot die Schrift in der Folge auch Karl Klingspor an. Dieser sah in ihr jedoch eine zu starke Ähnlichkeit zu Rudolf Kochs gerade erschienener Claudius und drohte daher mit rechtlichen Schritten, wenn die Schrift in den Handel kommen sollte. Rudolf Kochs Claudius in einer Digitalisierung von Ralph M. Unger 1937 einigte sich Post mit der H. Berthold AG in Berlin über den Vertrieb von Post-Antiqua und Post-Fraktur und im gleichen Jahr begann nun zügig der Ausbau und Schnitt beider Schriften. Neben dem normalen Schnitt begann auch die Arbeit an einer halbfetten Garnitur und Zierversalien. Beide kamen 1940 heraus. Die Schriftprobe zur Veröffentlichung der Post-Fraktur betont gleich auf der ersten Seite ausdrücklich, dass die Schrift bereits 1933 im Entwurf vorlag – also vier Jahre vor der Veröffentlichung der Claudius. Digitalisierungen der Post-Fraktur sind zum Beispiel über Delbanco-Frakturschriften und RMU Fonts erhältlich. bei MyFonts herunterladen
    3 Punkte
  21. Die Caslon ist eine bekannte Barock-Antiqua, die im 18. Jahrhundert von William Caslon entwickelt wurde. In vielen englischen Druckereien waren um 1800 holländische Schriften, zum Beispiel von Voskens und Van Dyck, im Einsatz. Caslons Schriften basieren laut Einschätzungen von Experten wie Stanley Morison direkt auf diesem Vorläufern. Mit Caslons Schriften werden die holländischen Importe überflüssig und die Caslon-Schriften werden ein großer Erfolg in England und auch in den britischen Gebieten Nordamerikas. Es gibt unzählige Adaptionen der Caslon in Blei-, Foto- und Digitalsatz von verschiedenen Herstellern. Als saubere, gleichmäßig wirkende Textschrift ist vor allem die Adobe Caslon zu nennen. Eine bewusst sehr raue Digitalisierung ist zum Beispiel die ITC Founder’s Caslon. Sie kommt in optischen Größen für 12 Punkt, 30 Punkt, 42 Punkt und Postergrößen. Mit Mac OS X wird die Big Caslon ausgeliefert. Entsprechend der Bezeichnung »big« ist sie jedoch nur als Schauschrift in großen Schriftgraden verwendbar. bei MyFonts herunterladen
    3 Punkte
  22. Die FF Dora von Slávka Pauliková vereint in ihren 5 Schnitten Leserlichkeit und Charakterstärke. Der normale aufrechte Schnitt glänzt durch einen weichen, humanistischen Stil mit hervorragender Leserlichkeit. Die Schrift kann daher problemlos für Lesetexte in Büchern und Zeitschriften eingesetzt werden. Die kursiven und fetten Schnitte hingegen zeichnen sich durch ihre bewegte und kräftige Strichführung aus. In der Display-Version mit den bulligen Serifen und den tiefen, kantigen Einschnitten wurde der besondere Charakter der FF Dora noch einmal verstärkt und auf die Spitze getrieben. bei MyFonts herunterladen
    3 Punkte
  23. Die von Paul Renner in den 1920er-Jahren geschaffene Futura gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Schriften des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn dieses Jahrhunderts dominierten im deutschsprachigen Raum noch die gebrochenen Schriften. Am Bauhaus in Weimar und später in Dessau experimentierten Designer wie Herbert Bayer, Josef Albers und Joost Schmidt mit stark vereinfachten Alphabeten, die gänzlich aus geometrischen Grundformen zusammengesetzt sind und teilweise sogar auf Großbuchstaben verzichten. Doch die neuen Alphabete sind zu radikal, um als Gebrauchsschrift eingesetzt werden zu können. Inspiriert von den Ideen der Bauhäusler gelingt Paul Renner jedoch ein erfolgreicher Kompromiss. Er baut seine Futura ebenfalls auf möglichst einfachen Grundformen auf, orientiert sich aber dennoch an Lesegewohnheiten und schriftgestalterischen Konventionen, mit denen in Satzschriften visuelle Effekte ausgeglichen werden. So sind Kreisformen in der Futura nicht streng mathematisch, sondern nach optischen Gesichtspunkten konstruiert und auch Einläufe von Kurven in Stämme verjüngen sich, um Fleckenbildung zu vermeiden. In der allerersten Version 1927 hatte die Futura noch einige experimentelle Buchstabenformen als »Spezialfiguren«, die aber in der Folge aus den Mustern verschwanden und sich heute in aktuellen OpenType-Versionen wiederfinden.
    3 Punkte
  24. »Sie will eine Schrift sein aus dem Geiste unserer Zeit entwickelt, zweckmäßig durchgestaltet wie eine moderne, von allen anerkannte und freudig bejahte Industrieform von heute.« Hermann Zapf, 1958 Die Anfänge der Optima gehen bis ins Jahr 1950 zurück. Damals studierte Hermann Zapf in Rom und Florenz alte Inschriften und kehre mit vielen Skizzen nach Deutschland zurück. Darunter befanden sich auch einige serifenlose Buchstaben, die Zapf wegen ihrer Einfachheit und Strenge besonders gefielen. Die Skizzen basierten auf Inschriften am Konstantinbogens in Rom und Grabplatten aus Santa Croce. Sie bildeten die Grundlage der Idee einer serifenlosen Schrift mit Wechselzug. Skizzen von Hermann Zapf aus Italien, die mangels Papier auf Lire-Scheinen ausgeführt wurden Die ersten Entwürfe zur Optima entstanden 1952 mit einer leicht schräg gestellten Breitfeder. Doch schon bei der Zeichnung der halbfetten Variante, zeigten sich Probleme mit diesem Ansatz. Die Schattenachse wurde daraufhin horizontal gestellt und die Optima entwickelte sich zu einer »ausgesprochen sachlichen Antiquaform«, wie Zapf den Entwurf beschrieb. Dabei mischt die Schrift geschickt die Prinzipien von Antiqua und Grotesk. Denn von der Strichführung her, ist die Optima eher eine Serifenschrift – nur besitzt sie eben gar keine Serifen. Mit Druck- und Prägeversuchen sowie fotografischen Reproduktionen wurde die Schrift weiter optimiert. Mit leicht verstärkten Grundstrichen und Strichenden, wie sie sich bereits in altrömischen Inschriften finden, konnte Zapf die Schrift robuster für die Drucktechniken der Zeit machen und die Schrift wurde auch für kleinere Lesegrade tauglich gemacht. Die Versalien zeigen eine klare Referenz zu den majestätischen Inschriften, wie man sie etwa von der Trajan-Säule in Rom kennt. bei MyFonts herunterladen Bei den Auszeichnungsgraden über 14 Punkt wehrte sich Zapf erfolgreich gegen die Einhaltung der deutschen Normalschriftlinie, die zu einer Kürzung der Unterlängen geführt hätte. Die Grundlinie wurde stattdessen höher gestellt und Schriftmischungen mussten also entsprechend ausgeglichen werden. Damals hieß es in den Broschüren: »Das Aufgabengebiet der Optima umfasst Kunst- und Fotobücher, technisch-wissenschaftliche Publikationen, Kataloge, Industriedrucksachen, Festschriften und Repräsentationsdrucke, Kinderbücher und Zeitschriften.« Die elegante, fast majestätische Anmutung verschaffte der Schrift viele Einsätze in modernen Inschriften bzw. Beschilderungen. Auch im Kosmetikbereich wird die Eleganz für Unternehmens- und Produktbezeichnungen immer wieder verwendet. Als Werkschrift, wie eigentlich anvisiert, konnte sich die Schrift eher nicht durchsetzen. Korrekturabzüge von Hermann Zapf aus dem Jahr 1958 Im Jahre 2002, mehr als 50 Jahre nach dem ursprünglichen Entwurf, wurde die Optima Nova veröffentlicht, die Zapf zusammen mit Akira Kobayashi entwickelt hatte. Die neue Optima verfügt nun über neue Schnitte (Light und mehrere Condensed-Schnitte), echte Kursivformen, Kapitälchen (selbst in der Kursiven) und einen speziellen Titelsatz-Schnitt mit Ligaturen.
    3 Punkte
  25. Die Trivia ist eine Familie in 48 Schnitten. Štorm hatte immer wieder das Problem, Verlegern die verschiedenen Schriftklassifikation (Antiqua, Grotesk, Egyptienne etc.) und ihre möglichen Ausprägungen zu erklären. Mit dieser Schrift schuf er dazu eine Schriftfamilie als Paradebeispiel, die mit der Zeit immer weiter anwuchs. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
    3 Punkte
  26. Neil Summerour zur Entstehung seiner »Air«: Gestaltungsinspiration Air entstand, wie in einem guten schlechten Film, an der Schnittstelle zwischen Grotesk und Grotesque. Ich wollte die wichtigsten Merkmale der deutschen Grotesk und der amerikanischen Grotesque miteinander verbinden, um etwas Neues und doch Vertrautes zu schaffen. Dies ist kein Versuch, Helvetica neu zu erfinden (gähn), vergesst das gleich wieder. Ich wollte von Anfang an, dass die Air ein Arbeitstier wird, das dem Benutzer Auswahl und Flexibilität ohne Ende bietet. Im Kern ist diese Schriftart das gereifte Gerüst der Aaux Next, das ich vor Jahren entwickelt habe. Aaux Next entstand aus meiner Liebe zur Akzidenz-Grotesk und meinen Vorbehalten gegen sie. Bei der Aaux Next versuchte ich, mechanisch, kalt und kompromisslos vorzugehen. Ich damals: ein alleinstehender, übermütiger junger Mann – das passte. Ich heute: verheiratet, Kinder, Hund. Ich musste feststellen, dass ich ein ziemliches Weichei geworden bin. Wenn ich mir Aaux Next jetzt anschaue (und wenn ich das in den letzten Jahren tat), sehe ich eine weitere Schriftart hervorlugen, die herauswollte, eine, die den roboterhaften Serifenlosen, den billigen Kunststückchen und Kompromissen nicht in die Falle gehen sollte. Das Erbgut dieser Schriftart musste gezeichnet und nicht bloß am Bildschirm generiert werden, also nahm ich mir ein Jahr Zeit. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen Gestaltungsinformation Ich liebe Schrift. Ich liebe es, mit Schrift zu arbeiten. Aber ich hasse es, nur entweder eine Oblique oder eine echte Kursive zur Verfügung zu haben. Um beide zu ihrem Recht kommen zu lassen, machte ich mich daran, beide zu entwerfen; dafür gibt es genug Gründe. Ich möchte, dass der Benutzer die richtige Schriftart für den Druck, für Websites usw. bewusst wählt (und die Möglichkeit hat, dies zu tun). Diese Flexibilität stand im Zentrum meiner Entscheidungsfindung. Die Oblique ist direkt und aggressiv. Die Kursive zeichnete ich neu, gab den Buchstaben weniger Neigung, aber mehr handschriftlichen Duktus; daher ist das Ergebnis den aufrechten Schnitten wesensähnlicher. Derzeit sind neun Strichstärken verfügbar. Aufgrund der logischen Strichstärkenfolge und der gewünschten Flexiblität wurden einige leichte Schnitte erforderlich, deren Gestaltung und Einsatzmöglichkeiten ich nachging. Herausgekommen sind eine Reihe von dünnen, aber nicht zu dünnen Strichstärken, die ihre Wirkung in der richtigen Größe entfalten. Das Ergebnis ist eine robuste Großfamilie aus 81 Fonts, die funktional, professionell und äußerst leserlich ist, ohne ihre Persönlichkeit aufzugeben. Dazu kommt, dass jeder Font 900 Zeichen mitbringt, darunter Ligaturen, Schmuckligaturen, Formatvarianten, vorgefertigte Brüche sowie separate Zähler- und Nennerziffern, proportional und tabellarisch zugerichtete Versal- und Mediävalziffern, hoch- und tiefgestellte Ziffern, Kapitälchen, kontextabhängige Zeichenvarianten sowie Sonderzeichen für zahlreiche Sprachen. Am Ende steht also eine vielseitige Schriftfamilie, die sich für jedes Projekt eignet.
    3 Punkte
  27. »Andika – eine Grotesk mit Unicode-konformer Zeichenbelegung – wurde zu Alphabetisierungszwecken entworfen und berücksichtigt vor allem die Bedürfnisse von Leseanfängern. Das Hauptaugenmerk lag auf klaren, leicht zu erkennenden Formen, die dem Verwechseln von Buchstaben vorbeugen. Manche Lehrer in Alphabetisierungsprojekten bevorzugen serifenlose Schriftarten wegen ihrer gegenüber Serifenschriften einfacheren, weniger detaillierten Formen. Mitunter beschränkte diese Präferenz die Auswahl auf Schriftarten, die für Lese- und Schreibanfänger nur bedingt geeignet waren. Bisweilen mussten sogar mehrere Schriftarten für ein Projekt zum Einsatz kommen, um das erforderliche Zeichenrepertoire abzudecken; die Dokumente, die so entstanden, waren oft verwirrend und unschön. Diese Schwierigkeiten werden durch Andika behoben.« Für einige Zeichen (siehe Abbildung unten) gibt es zwei Formen, von denen jeweils eine handschriftnäher ist. Andika liegt bisher nur in einem Regular-Schnitt vor; weitere Schnitte (kursiv, fett, fettkursiv) sollen folgen.
    3 Punkte
  28. Mit der Koch-Kurrent wurde Rudolf Kochs Kurrent-Handschrift in eine Buchdruckschrift überführt. Die Schrift erschien 1936 in Graden zwischen 12 bis 36 Punkt bei Gebr. Klingspor in Offenbach und damit erst nach Tod des Künstlers. Im Musterheft heißt es zur Schrift: »Es lebt in ihr ein Teil der lebendigen, ursprünglichen Eigenart der schönen Handschrift dieses großen Schreibmeisters. Deswegen ist sie so ausdrucksstark, so straff und charaktervoll. Es reizt geradezu, sie mit der Breitfeder nachzuschreiben, so schön und einprägsam sind ihre Formen. In der Werbung wird diese Schrift außerordentlich erfolgreich sin, denn sie hat den großen Vorzug, trotz aller Lebendigkeit nicht zu bewegt oder formlos zu wirken. Man kann sie also nicht nur als auffallende Überschrifts- oder Schmuckzeile benutzen, sondern auch geschlossene Seiten setzen, ganze Briefe mit ihr schreiben, sie ist immer klar zu lesen und bietet so sehr hübsche, eigenartige Werbemöglichkeiten.« Eine kommerzielle Version ist als DS-Rudolf-Koch-Kurrent über Delbanco-Frakturschriften erhältlich.
    2 Punkte
  29. Die Serifenlose Inter von Rasmus Andersson wurde ursprünglich für Computerbildschirme entwickelt und verfügt über eine hohe x-Höhe, um die Lesbarkeit von gemischtem und kleinem Text zu erleichtern. 9 Strichstärken, entsprechende Kursive und über 2.350 Zeichen pro Schnitt bieten unter anderem eine erweiterte lateinische, kyrillische und polytonische Sprachunterstützung sowie zahlreiche OpenType-Funktionen. Die kostenfrei verfügbare Fontfamilie ist außerdem als Variabler Font erhältlich.
    2 Punkte
  30. Die Auszeichnungsschrift Ohio-Kraft ist eine 1922 veröffentlichte, fette Erweiterung zur Ohio-Schrift. Sie wurde von Paul Eduard Lautenbach für die Schriftguß AG entwickelt und auch über Trennert vertrieben. Digital ist die Ohio-Kraft heute als Neue Ohio Kraft (2017) über Walden Font Co. verfügbar. Die Ohio von Wiescher Design hat die gleichen Wurzeln, ist jedoch keine originalgetreue Digitalisierung.
    2 Punkte
  31. Butler ist eine kostenlose, von Dala Floda und Bodoni inspirierte Serifenschrift, die sich insbesondere für Display-Anwendungen eignet. Es gibt sie in sieben geraden Schnitten (Ultra Light, Light, Regular, Medium, Bold, Extra Bold, Black), jeweils als normale Serifen- und als Stencil-Version.
    2 Punkte
  32. Dieter Hofrichter hat mit der Carrara eine gut lesbare, unaufdringliche, »moderne Transitional-Antiqua« geschaffen, die sich für alle Arten von Text eignet. In größeren Schriftgraden kommen die individuellen Details gut zur Geltung. Die Schrift ist mit 12 Schnitten (von Extra Light bis Black mit entsprechenden Kursiven) und jeweils über 700 Zeichen, darunter Ligaturen, Kapitälchen, alle Arten von Ziffern, Pfeilen und OpenType-Funktionen gut ausgebaut. Den Light-Schnitt gibt es als kostenlosen Download. Ein Versal-Eszett ist leider nicht vorhanden.
    2 Punkte
  33. Die Adobe Clean ist die exklusive Hausschrift des Software-Herstellers Adobe. Dieser setzte viele Jahre die populären Schriftfamilien Myriad und Minion aus dem eigenen Hause als Hausschriften ein, jedoch fehlte dadurch auch das typografische Alleinstellungsmerkmal. Daher wurde von Robert Slimbach mit der Adobe Clean eine neue Hausschrift entwickelt, die diesmal exklusiv zum Einsatz kommt. Der Grundcharakter der Adobe Clean ist der Myriad nicht unähnlich, jedoch weist erstere einige Eigenheiten auf, etwa der Verzicht auf bestimmte Sporne oder das eigenwillige g. Auch einige der Ziffern haben einen ganz eigenen Charakter. Da sie in den Produktnamen wie CS5 und CS6 vorkamen, wurden die Standardziffern als Versalziffern gestaltet. Für andere Einsätze gibt es neben Mediävalziffern auch Kapitälchenziffern sowie einen Ziffernsatz speziell für gemischten Satz, bei dem die Ziffern etwas kleiner sind als die Versalziffern. Die Adobe Clean kommt in allen Bereichen des Unternehmens zum Einsatz – für Produktlogos, Drucksachen und Webseiten. Innerhalb der Programme kommt die spezielle Variante Adobe Clean UI zum Einsatz.
    2 Punkte
  34. EmojiOne ist ein Satz von Emoji-Grafiken des US-amerikanischen Unternehmens Ranks.com, Inc. Die Emoji-Grafiken stehen als Bitmap- und Vektorgrafiken sowie als Font-Dateien zum Download bereit und wurden ursprünglich unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0 angeboten. Seit Version 3.0 gibt es eigene, größtenteils kostenpflichtige Lizenzen.
    2 Punkte
  35. GT America ist eine umfangreich ausgebaute Schriftfamilie von Noël Leu, die Elemente amerikanischer und europäischer Groteskstile vereint. Mit fünf Weiten in sieben Strichstärken zuzüglichen Kursiven und Monospaced-Varianten ergeben sich 84 Schriftschnitte.
    2 Punkte
  36. Die KS GrequeX wurde nach dem Vorbild der berühmten Grecs du Roi von Garamond erstellt. Dieser schnitt Mitte des 16. Jahrhunderts für den Drucker und Gelehrten Robert Estienne die Stempel, der damit im Auftrage Franz I. den Humanismus vorantrieb, indem diese Schrift für Jahrhunderte Griechische Schrift definierte. Die Schrift selbst basierte auf der Handschrift des Kreter Kopisten Angelo Vergikio. Für verschiedene Druckwerke kursierte die Grec du Roi in diversen Auflagen, von denen die umfangreichste um die 430 Elemente umfasste. Die KS GrequeX hat insgesamt über 1100 Ligaturen und Abkürzungen, die sowohl über Opentype-Features wie auch über die Glyphentabelle erreichbar sind. Neben polytonischem Griechisch inklusive archaischer Zeichen wird Latein unterstützt, auch mit Alternativ-Glyphen. Kapitälchen und zwei verschiedene Zahlenblöcke komplettieren den Font. Es werden jedoch keine Zeichen unterstützt, die Garamond nicht auch zur Verfügung hatte!
    2 Punkte
  37. Die PS Fournier von Stéphane Elbaz ist eine Neubearbeitung der Antiqua-Schriften von Pierre Simon Fournier aus dem 18. Jahrhundert. Die PS Fournier verfügt dabei über einen besonders großzügigen Ausbau mit 42 Schnitten. Sieben Strichstärken und drei optische Größen stehen dabei zur Verfügung. Abgerundet wird das Paket mit über 100 Zeichen für Rahmen, Linien und Ornamente.
    2 Punkte
  38. Die Cardamon von Brigitte Schuster entstand ursprünglich als Abschlussarbeit ihres Master-Studiums an der Kunsthochschule von Den Haag in den Niederlanden. Die Basis bildete eine Analyse historischer Schriften aus dem 16. Jahrhundert von Hendrik van den Keere und Robert Granjon für die aufrechten Schnitte und zusätzlich von Giovan Francesco Cresci für die Kursive. Darüber hinaus experimentiert Brigitte Schuster mit einer Betonung eckiger Formen, um in kleinen Graden die Lesbarkeit und in großen Graden die Individualität der Schrift zu erhöhen. Allerdings stellt sich der gewünschte Effekt nicht vollends ein, sodass der Effekt in der Cardamon Pro letztlich zurückgenommen wurde, aber weiterhin als stilistisches Element enthalten ist. bei MyFonts herunterladen Die Formen der Cardamon zeigen deutlich den Einfluss der historischen Renaissance-Antiqua, kombiniert mit Elementen einer mit der Breitfeder geschriebenen Handschrift. Letzteres findet zum Beispiel in den teilweise eckigen Formen, einer leichten Neigung der Buchstaben in Schreibrichtung sowie in den mitunter leicht gekehlten Stämmen seinen Ausdruck. Außerdem gab die Designerin der Cardamon mit leicht unterschiedlich lang gestalteten Serifen zusätzliche Lebendigkeit. Eine große x-Höhe und großzügige Punzen sorgen dafür, dass die Schrift auch in kleinen Graden leserlich und lesefreundlich ist. Die Familie ist in vier Strichstärken mit Kursiven ausgebaut, wobei die Strichstärkenunterschiede vergleichsweise schwach ausfallen. Die Pro-Belegung verfügt über 671 Glyphen mit Kapitälchen und allen gängigen Ziffernsets.
    2 Punkte
  39. Die Questa Grande von Jos Buivenga und Martin Majoor ist Teil der kommerziellen Questa-Sippe, kann jedoch kostenlos von Fontspring heruntergeladen werden. Die Schrift ist mit ihrem hohen Strichstärkenkontrast speziell auf den Einsatz in Schauanwendungen ausgelegt. Die Schrift besitzt eine lateinische Belegung mit Kapitälchen und Ziffern in Versal- und Minuskelform (jeweils tabellarisch und proportional).
    2 Punkte
  40. Theodore Low De Vinne druckte Ende des 19. Jahrhunderts in den USA das Century Magazine. Er war jedoch mit der zunächst benutzten Schrift nicht zufrieden. Zu dieser Zeit erfreuten sich die feinen klassizistischen Schriften noch immer großer Beliebtheit. De Vinne wünschte sich für das Magazin eine robustere Schrift mit markanten Serifen und ökonomischem Platzbedarf. In Zusammenarbeit mit Linn Boyd Benton entstand so Mitte der 1890er-Jahre die neue Hausschrift des Magazins: die Century. Um die Jahrhundertwende nahm sich Morris Fuller Benton, der Sohn von Linn Boyd Benton, der Schrift an und baute sie über einen Zeitraum von zehn Jahren für American Type Founders (ATF) zu einer frei verkäuflichen Großfamilie aus. Die ATF-Hauptprobe von 1912 widmete der Schrift ganze 64 Seiten. Die Schrift wurde auch für die Satzmaschinen von Monotype, Linotype und Intertype verfügbar gemacht und blieb lange Zeit eine beliebte Wahl für Fließ- und Schautexte. Digitalisierungen sind heute von verschiedenen Herstellern (zum Beispiel ITC, Bitstream, Linotype, URW++) unter der Bezeichnung Century oder Century Expanded erhältlich. Eine besonders umfangreiche Adaption ist die Benton Modern von Tobias Frere-Jones, die über 40 Schnitte verfügt.
    2 Punkte
  41. Didot ist die Bezeichnung für Schriften, die insbesondere in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts von der Pariser Drucker- und Schriftgießer-Familie Didot entworfen und benutzt wurden. Die Schriften zählen neben denen von Bodoni aus Italien zum Inbegriff der Schrift des Klassizismus, weshalb beide auch im Englischen zu dem Gattungsbegriffe Didone (Didot + Bodoni) verschmolzen wurden. Während des 18. Jahrhunderts vollzieht sich der Übergang von den in der Renaissance geprägten, humanistischen Antiquas hin zu eleganten, statisch und konstruiert wirkenden Schriften. Sie fallen besonders durch den starken Strichstärkenkontrast und die damit einhergehenden, feinen Serifen und Haarlinen auf. Im 20. Jahrhundert entstehen zahlreiche Adaptionen für alle Satztechniken und -systeme. Sie beziehen sich meist auf die Schnitte von Pierre Didot, der die Druckerei 1789 vom Vater François Ambroise Didot übernommen hatte. Einige Jahre später konnte er in der Räumen der Nationaldruckerei Imprimerie de la République arbeiten. Zusammen mit seinem Bruder Firmin entstanden hier Glanzstücke der Buchdruckkunst. bei MyFonts herunterladen
    2 Punkte
  42. Die Ratio-Latein von F.W. Kleukens erschien ab 1923 bei der D. Stempel AG. Auf den ersten Blick ist sie eine typische klassizistische Antiqua mit ausgeprägten Tropfenserifen, doch in den Details zeigen sich einige Besonderheiten wie die spitzen Sporne am Stammende des t oder die eigenwillige Form des Eszett, die sich auch in der Kleukens-Antiqua findet. Die ursprüngliche Bleisatz-Version verfügte über die Schnitte normal, kursiv, halbfett und fett. Außerdem gab es zusätzlich lichte Ratio-Versalien, so genannte freie Versalien und blumenverzierte Initialen. Die Grundschnitte sind seit 2011 in einer Digitalisierung mit dem Namen Ratio Modern über Canada Type erhältlich. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
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  43. Die Egyptienne-Schriften tauchten erstmals im England des 19. Jahrhunderts auf und sind damit eine noch relativ junge Gattung in der typografischen Geschichte. Sie entstanden im Zuge der industriellen Revolution aus dem gestiegenen Bedarf nach auffälligen Werbeschriften für die nun immer häufigeren Handzettel und Plakatwerbungen. Zunächst wurden diese mit klassischen Buchschriften wie Baskerville oder Caslon gesetzt. Als eine der ersten Egyptienne-Schriften wird ein Versalalphabet namens »Antique« von Vincent Figgins (* 1766, † 1844) erachtet, das bereits 1817 in einem Schriftmuster erschien. Die ersten Egyptienne-Schriften sind allerdings zunächst eher stark verfettete Antiqua-Schriften mit deutlich betonten Serifen und ausschließlich für Titelsatz bestimmt. Die ursprüngliche, streng rechtwinklige Form der dominierenden Serifen wurde später durch eine Kehlung aufgeweicht. Zusammen mit einer Harmonisierung der Strichstärken entwickelte sich eine neue Gruppe der serifenbetonten Schriften. Die Schrift Clarendon wird durch ihre Popularität zum Namensgeber dieser Untergruppe. Die Schriften dieses Stils waren nun wesentlich besser lesbar und damit auch für Fließtext einsetzbar. bei MyFonts herunterladen Die erste Clarendon, die diesen Namen trug, stammt von Robert Besley und dem Stempelschneider Benjamin Fox. Sie kam 1845 bei der Fann Street Foundry. Sie gilt auch als die erste Schrift, die einen englischen Copyright-Schutz erhielt, der allerdings nur drei Jahre währte. Nach Ablauf der Schutzfrist erschienen auch bei anderen Gießereien Schriften gleichen Stils. Das heutige Bild der Clarendon wird allerdings eher von Interpretationen des 20. Jahrhunderts geprägt, etwa der von Hermann Eidenbenz in den 1950er-Jahren für Haas geschaffenen Version. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
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  44. Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der klassizistische Stil der Typografie und Buchgestaltung. Wichtige Zentren bezogen auf die Schriftentwürfe waren dabei vor allem Frankreich (Fournier, Didot) und Italien (Bodoni). Der deutschsprachige Raum spielte in der Entwicklung keine Rolle, da man hierzulande nach wie vor traditionell in gebrochenen Schriften (insbesondere Fraktur) druckte. Unter den Gelehrten und höheren gesellschaftlichen Schichten stand die französische Kultur jedoch hoch im Kurs und das Lesen von französischen Originaltexten in Antiqua-Schriften war weit verbreitet. Im Laufe des 18. Jahrhunderts gab es daher vermehrt Versuche, klassizistische Ideale der Buchgestaltung und des Schriftentwurfs auch für deutschsprachige Werke zu etablieren. Ein engagierter Vertreter war dabei der Berliner Drucker Johann Friedrich Unger. Er näherte sich dieser Aufgabe gleich auf zwei Weisen: Einerseits vertrieb er exklusiv die Schriften Didots im deutschsprachigen Raum und goss sie später auch in seiner eigenen Gießerei in Berlin. Andererseits machte er sich auch daran, die Fraktur selbst im Sinne klassizistischer Ideale zu reformieren. Seit 1785 beschäftigte er sich nach eigenen Angabe mit dieser Idee. Sein Bestreben war es, »das viele eckige von den gemeinen, und das Krause, Gotischschnörkelichte von den großen Buchstaben oder Versalien wegzuschaffen«. Didot-Fraktur nach Vorgaben Ungers Seine Ideen ließ er von seinem Geschäftpartner Didot in Paris in Stahl schneiden. Doch die mehrfachen Anläufe scheiterten alle. Unger schrieb über die Arbeit Didots: »… allein, sey es, daß wir uns nicht ganz verstanden, oder daß er mit dem Schnitte der Deutschen Lettern zu unbekannt war, und sich nicht in die, Deutschen Augen gewöhnlichen Schriftzüge versetzen konnte: – genug der Versuch mißlang abermals.« Doch Unger ließ sich nicht von seiner Idee abbringen. Nachdem ihn andere deutsche Schriftschneider nicht unterstützen wollten, machte er sich selbst an die Arbeit. »Heller und deutlicher« sollte seine Fraktur werden, um »dadurch den nicht unbegründeten Klagen über das Unangenehme der jetzigen Deutschen Schriftzüge abzuhelfen«. Damit meinte Unger zum Beispiel verwechselbare Buchstaben wie V und B oder u und n. Sein Entwurf erschien 1793 als »Probe einer neuen Art Deutscher Lettern. Erfunden und in Stahl geschnitten von J.F. Unger.« Unterstützt wurde er beim Druck und der Fertigstellung der Schrift von Christoph Gubitz. Gestalterisch bedient sich Unger des gewohnten Fraktur-Skelettes, wobei allzu dekorative Verschnörkelungen vermieden werden. Die generelle Anmutung der Schrift erinnert jedoch an die Antiqua. Die Kleinbuchstaben sind filigran gezeichnet und so weit und freistehend angelegt wie Antiqua-Buchstaben. Interessanterweise werden auch die Umlaute in einer für die Zeit höchst modernen Form angelegt: statt wie üblich das e über die anderen Vokale zu stellen, benutzt Unger etwas schräg gestellte Striche. Dies hatte zum Beispiel Adelung für deutsche Texte in Antiqua-Schriften vorgeschlagen. Ungers Entwurf wurde nach seiner Veröffentlichung rege diskutiert. Manche sahen in den Frakturschriften von Haas in der Schweiz und Breitkopf in Leipzig bereits den unübertrefflichen Höhepunkt des Frakturentwurfs erreicht und neue Ansätze seien somit von vornherein zum Scheitern verurteilt. Weniger begeistert zeigten sich auch Zeitgenossen wie Wieland und Bertuch, die sich generell für eine Etablierung der Antiqua bei deutschsprachigen Texten stark machten. Eine reformierte Fraktur war daher nicht in ihrem Interesse. Die zarte und helle Anmuntung wurde von vielen gelobt – gleichsam aber auch kritisiert. »Die Ungersche Schriftprobe deucht mir viel zu scharf. Auf diesem Wege könnte man das Publikum bald blind machen.« schrieb Schiller an Goethe. Um die Gunst des letzteren warb Unger immer wieder. Er bat Goethe mehrfach, seine Werke in Unger-Fraktur setzen zu dürfen. Doch Goethe war von der Schrift nicht restlos überzeugt. Lediglich sein »Wilhelm Meister« erschien in Unger-Fraktur. Man nimmt jedoch anhand des erhaltenen Schriftverkehrs zwischen beiden an, dass dies ohne explizite vorherige Zustimmung Goethes erfolgte. Unger überarbeitete die Entwürfe noch einmal und die endgültige Version wurde 1794 für das Buch »Die neue Cecilia« von Karl Philipp Moritz erstmalig benutzt. Im Vorwort erläutert Unger den Schriftentwurf noch einmal ausführlich und nimmt zu den zahlreichen Kritiken Stellung. Unger-Fraktur in Buch Die neue Cecilia Unger-Fraktur und Walbaum-Antiqua in einem von Brockhaus verlegten Buch In der Folge wird die Unger-Fraktur gern eingesetzt – sie bleibt jedoch ein Einzelentwurf. Eine allgemeine Reform der Frakturschriften kann die Unger-Fraktur nicht anstoßen. Im 20. Jahrhundert wird die Unger-Fraktur von Carl Ernst Poeschel bei Enschedé in Haarlem (Niederlande) wiederentdeckt. Sie erscheint daraufhin erneut bei verschiedenen Gießereien (D. Stempel, Schriftguß, Klinkhardt als »Kabinett-Fraktur« und Monotype) und erlebt noch einmal eine Renaissance. Digitale Versionen gibt es heute zum Beispiel bei Delbanco-Frakturschriften und von RMU-Fonts. bei MyFonts herunterladen
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  45. Bei House Industries setzt man sich seit der Gründung der Foundry mit der amerikanischen Designgeschichte auseinander – nicht nur in Bezug auf das Grafikdesign, sondern zum Beispiel auch in Hinblick auf Produktdesign und Architektur. So stießen die Designer von House Industries in ihren vielen Referenzbüchern um das Jahr 2000 auf die Arbeiten des Architekten Richard Neutra, der 1892 in Wien geboren wurde. Dessen Entwürfe und Gebäude enthielten oft interessante Beschriftungen, meist in einfachen, bauhausartigen Versalien. Diese Buchstaben bildeten die Grundlage für die ersten Skizzen zur Neutraface. Den Ausbau der umfangreichen Schriftfamilie von ursprünglich 29 Schnitten übernahm Christian Schwartz. Um der Flut der Zeichenvarianten Herr zu werden, experimentierte man mit dem damals noch neuen OpenType-Format. Pläne, die Schrift nur in diesem Format anzubieten, scheiterten jedoch am Protest der Kunden. Da die Familie aber auch völlig unabhängig von den Formatfragen schlagartig erfolgreich war, begann kurz darauf die Arbeit an zusätzlichen Condensed-Schnitten. Die auffällig verschobenen Querstriche eigneten sich gut für Schaugrößen, aber waren für Fließtext-Anwendungen weniger gut geeignet. Im Jahr 2006 bat Christian Schwartz daher darum, noch einmal einen »Director’s Cut« (wie er es nannte) anzufertigen. Die Neutraface No. 2 entstand – weniger individuell, aber flexibler einsetzbar. Hinzu kam ein Inline-Schnitt. 2009 kam schließlich noch eine Slab-Version hinzu, die von Kai Bernau und Susana Carvalho geschnitten wurde. Wie üblich bei House Industries, kann der Kunde zu einem Projekt mehr bekommen als nur digitale Schriften. In den Fotos von Neutras Gebäuden fand sich ein besonderer Stuhl im Stil der amerikanischen Moderne. Und wie sich herausstellte, war dieser nie in Massenfertigung hergestellt worden. House Industries bemühten sich um entsprechende Lizenzen und arbeiteten ganze 8 Monate an den Prototypen. Ebenfalls erhältlich sind Ziffern für Hausnummern. Damit schließt sich auf interessante Weise der Kreis der Schriftentwicklung. War doch die Hausbeschriftung von Neutra der Ausgangspunkt dieser Schriftfamilie.
    2 Punkte
  46. Die Wilhelm Klingspor Gotisch von Rudolf Koch erschien 1925 bei den Gebrüdern Klingspor in Offenbach. Sie ist nach der kräftigen Maximilian (Entwurf 1913–14) Kochs zweite gotische Schrift, die nun deutlich edler und schlanker erscheint. Die Klingspor Gotisch geht auf einen 1918 von Koch geschriebenen Text zurück (siehe Abbildung). Karl Klingspor regte an, daraus eine Satzschrift zu entwickeln. Von 1920 bis 1926 wurde daran gearbeitet – ein vergleichsweise langer Zeitraum für einen einzelnen Fettegrad. In der damaligen Schriftprobe heißt es dazu sinngemäß »obwohl unsere Zeit nicht die Unternehmung von so anspruchsvollen Druckwerken erlaubt wie die Zeit Gutenbergs, wir doch das Verlangen haben, in der Güte und Schönheit unserer Arbeit nicht hinter den Alten zurückzustehen; so sei diese Schrift für Aufgaben gedacht, für die unsere glatten Gebrauchsschriften nicht ausreichen und die, aus den Bedürfnissen unserer Zeit geboren, erhöhten Anspruch auf Schrift und Satzwirkung erheben.« Die folgende Darstellung zeigt die ersten Probeschnitte: Jedoch kam man zur Überzeugung, dass die Schrift noch zu kräftig war, und schnitt alle Grade noch einmal neu: Eine Besonderheit der Schrift sind die Varianten. Im Geiste Gutenbergs wurden für viele Buchstaben verschiedene Breiten entworfen, sodass man im Satzbild die jeweils passenden wählen konnte. Im Gedenken an den 1925 verstorbenen Bruder Karl Klingspors wurde die Schrift als Wilhelm Klingspor Gotisch herausgebracht. bei MyFonts herunterladen Die Linotype-Digitalisierung benutzt einige Antiqua-artige Buchstabenformen, die den heutigen Lesegewohnheiten angepasst sind, jedoch nicht den Originalentwürfen Kochs entsprechen. Die Digitalisierung von José Alberto Mauricio aus dem Jahr 2013 enthält jedoch die ursprünglichen Zeichenvorrat inklusive aller Varianten und einiger passender Zierstücke. bei MyFonts herunterladen
    2 Punkte
  47. Die seit 1919 im Besitz von D. Stempel befindliche Janson Antiqua entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer der beliebtesten Fließtextschriften. Doch die Zuschreibung zum Stempelschneider Anton Janson stellte sich durch weitere Nachforschungen schließlich als Fehler heraus. Als ihr Schöpfer gilt nun der ungarische Stempelschneider und Drucker Nicolas Kis. Der volkseigene DDR-Schriftanbieter Typoart veröffentlichte in den 1980er-Jahren die Typoart Kis in einer Überarbeitung für den Fotosatz. Prof. Dr. Albert Kapr beauftragte dazu die Leipziger Schriftgestalterin Hildegard Korger. Sie berichtet dazu: Schriftmuster der Kis Antiqua von Typoart 2006 beschloss Elsner+Flake, die Typoart Kis Antiqua von Hildegard Korger in überarbeiteter Form und erweitertem Umfang als OpenType-Pro-Variante herauszubringen. In den bei Elsner+Flake im IKARUS-Format vorhanden Datenbeständen aus dem Jahr 1989 waren vorhanden: Antiqua und Kursive mit Versal- und Minuskelziffern, Bruch- und Fußnotenziffern, (aufrechte) Kapitälchen, Punkturen, Akzente, Zeichen. Wie damals bei Typoart üblich, war die Schrift in den Größen von 9pt, 20pt und 48pt realisiert worden, was jeweils eine Modifizierung der im 20pt Grad angefertigten Ausgangszeichnung voraussetzte. Nach Rücksprache mit Frau Korger beauftragte Elsner+Flake den Leipziger Schriftgestalter Erhard Kaiser mit der Durchführung der Überarbeitung. Zur Aufbereitung gehörte hier vor allem, die vorhandenen Daten von Unsauberkeiten an Form und Kontur zu befreien, die in der Vergangenheit etwa durch elektronische Konvertierungen entstanden waren. Diese zwischen 1984 und 1990 entstandene Typoart Kis findet sich mit neuer Zurichtung im jetzigen Headline-Schnitt wieder. Ausgehend von diesem Headline-Schnitt (TH Pro Regular und Italic) besteht die Schriftfamilie der Kis Antiqua Now aus dem Schnitt einer etwas kräftigeren Buchtype (TB Pro Regular und Italic) und einer deutlich fetteren Variante (TB Pro Semibold und Italic). Somit umfasst die Kis-Familie nun sechs Schnitte.
    2 Punkte
  48. Mrs Eaves ist eine Barock-Antiqua von Zuzana Licko aus den 1990er-Jahren. Der Name leitet sich von Sarah Eaves ab – der Haushälterin und späteren Ehefrau von John Baskerville. Die Schrift Mrs Eaves basiert auf den Schriften Baskervilles, ist jedoch keine bloße Digitalisierung. Auffällig ist vor allem die ungewöhnlich geringe x-Höhe. Dies macht die Schrift in normalen Schriftgraden zwar weniger fließtexttauglich, aber gibt ihr einen eleganten Charme, der in Schauanwendungen umso besser zur Geltung kommt. Neue Maßstäbe setzte die Schrift zur Zeit ihrer Veröffentlichung durch ihren Zeichenumfang: über 200 Schmuckligaturen sind enthalten und auch diese unterstützen den Einsatz in Schaugrößen noch einmal zusätzlich. Da die geringe x-Höhe der Original-Mrs-Eaves nicht für alle Anwendungen geeignet war, wurde mit der Mrs Eaves XL 2009 eine Variante mit einer um 30% angehobenen x-Höhe veröffentlicht.
    2 Punkte
  49. Während um 1800 auf dem europäischen Festland die Schriften von Didot und Bodoni das Bild der klassizistischen Antiqua prägten, gab es Anfang des 18. Jahrhunderts in Schottland eine neue Entwicklung, die über hundert Jahre als »Scotch (Roman)« das Schriftbild im anglo-amerikanischen dominierte. Der Stil wird vor allem dem Schriftschneider Richard Austin und seiner Arbeit für die schottischen Gießereien von William Miller und Alexander Wilson zugeschrieben. Ein Druck aus dem Jahr 1869 Scotch Modern von Shinntype Typisch für die Zeit ist der starke Strichstärkenkontrast. Die Scotch-Schriften treiben jedoch nicht nur diesen auf die Spitze. Die Serifen in und zwischen den Buchstaben sind extrem lang. Die Öffnungen von Punzen sind nur minimal. Dadurch ergeben sich übermäßig spitze Sporne und Serifen, die auch in den hakenförmigen Abstrichen bei R und a aufgenommen werden. Typisch sind auch der »beulenartige« Strichstärkenwechsel, der durch eine stark unterschiedliche Krümmung der Innen- und Außenseite der Rundungen entsteht. Da der Schriftstil im Laufe des 20. Jahrhunderts wieder außer Gebrauch geriet, haben nur wenige Schriften den Sprung in Foto- und Digitalsatz geschafft – und wenn doch, meist nur in wenigen Schnitten. Mit der Scotch Modern hat Nick Shinn eine umfassende moderne Interpretation geschaffen. Die Familie verfügt über je vier Schnitte für Lesetext (Scotch Modern) und Konsultationstext (Scotch Micro). Zusätzlich gibt es einen einzelnen Schnitt für Schautexte (Scotch Modern Display). Mit über 1600 Zeichen pro Schnitt ist Familie überdurchschnittlich gut ausgebaut: lateinisch, kyrillisch, griechisch; 10 Ziffernsätze, Kapitälchen, Monokameral-Versionen, Schwungbuchstaben, Titelsatz-Umlaute usw. Trotz des abweichenden Namens: die Figgins Sans von Nick Shinn kann als serifenlose Schwester der Scotch Modern angesehen und mit ihr wie eine Schriftsippe benutzt werden. Die Mittellänge und der Neigungswinkel der Kursiven sind entsprechend abgestimmt.
    2 Punkte
  50. Trotz ihrer 2000-jährigen Geschichten sind die antiken Buchstabenformen der Capitalis Monumentalis weiterhin lebendig und allgegenwärtig. Sie bilden die Basis der lateinischen Großbuchstaben und obwohl sich die Schriftgestaltungsstile ständig ändern und weiterentwickeln, nehmen auch neuere Schriftentwürfe immer wieder auf alten, in Stein gehauenen Monumentalschriften Bezug. Ein Vorzeigeobjekt der antiken Schriftkunst, dass die Zeiten überdauert hat, ist die Inschrift an der Trajan-Säule in Rom. Diese römische Siegessäule für den Kaiser Trajan wurde 113 n. Chr. eingeweiht und ist geprägt von einem 200 Meter langen Fries, der sich spiralförmig um die Säule legt. Schriftinteressierte begeistern sich jedoch vor allem für die Inschrift auf dem Sockel der Säule. Dort steht geschrieben: »Senat und Volk von Rom [haben dieses Monument] dem Imperator Caesar Nerva Traianus Augustus, Sohn des vergöttlichten Nerva, dem Bezwinger der Germanen, dem Bezwinger der Daker, dem obersten Staatspriester (= Pontifex Maximus), dem Inhaber der tribunizischen Amtsgewalt zum siebzehnten Mal, dem siegreichen Feldherrn zum sechsten Mal, dem Consul zum sechsten Mal, dem Vater des Vaterlandes [geweiht], um zu zeigen, wie hoch der Hügel und das Gelände [war, das] für diese umfangreichen Baumaßnahmen entfernt wurde.« Der Schriftzug diente als Vorlage für die 1989 veröffentlichte und von Carol Twombly geschaffene Trajan-Schrift, die bei Adobe erschien. Sie wird gern eingesetzt, wenn Inhalte in Schaugrößen erhaben, historisch – und eben monumental wirken sollen. Letzteres führte dazu, dass sie genreübergreifend als Titelschrift für hunderte Kinofilme verwendet wurde. Albrecht Dürer: Underweysung der Messung, mit dem Zirckel und Richtscheyt, in Linien, Ebenen unnd gantzen corporen. Nürnberg 1525 Über die Jahrhunderte wurde immer wieder versucht, durch Berechnungen und Vermessungen dem Geheimnis der Schönheit dieser Buchstaben auf die Spur zu kommen. Die Bemühungen blieben vergeblich, denn so einfach und konstruiert, wie die Buchstaben erscheinen, sind sie nicht. Die klare und einfache Grundkonstruktion bildet nur einen Teil des Gesamtwerkes. Erst die manuelle handwerkliche Ausführung haucht den Schriften dieser Zeit ihren besonderen Charakter ein. Die These, dass die Formen (einschließlich der Serifen) dabei vom Meißeln geprägt wurden, wird heute immer seltener vertreten. Edward M. Catich legte in seinem Werk The Origin of the Serif überzeugend dar, dass die Buchstaben stets mit einem Pinsel vorgeschrieben wurden. Und diese Pinselbewegungen gaben den Monumentalschriften ihren schwungvollen Charakter und führten dabei mutmaßlich sogar zur Entstehung bzw. bewussten Ausprägung der Serifen, die beim Absetzen des Pinsels am Strichende entstanden. Im Ausbau der Trajan-Schrift wies die Digitalisierung schon eine Eigenheit auf, die antike Inschriften natürlich nicht kannten: die Trajan von Adobe war von Anfang an in zwei Strichstärken verfügbar. Als OpenType-Version (Trajan Pro) wurde die Schrift 2001 veröffentlicht. Robert Slimbach hat die Schrift anschließend weiter ausgebaut. Die Trajan Pro 3 (2012) enthält nun neben einem umfangreichen lateinischen Ausbau auch Griechisch und Kyrillisch und die Familie ist auf 6 Schnitte angewachsen. Alternativzeichen der Trajan Pro 3 Außerdem wurde der Trajan mit der Trajan Sans Pro auch eine serifenlose Schwester zur Seite gestellt. Wie die Optima basiert sie auf einem für die Capitalis Monumentalis üblichen Skelett, hat jedoch nur gekehlte Stämme ohne deutlich sichtbare Serifen.
    2 Punkte
Zeitzone: Berlin/GMT+02:00
<p>Canapé – die gemütliche Schriftfamilie von Sebastian Nagel</p>
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