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  1. 6 Punkte
    Die Sitka ist ein von Matthew Carter gestalteter Systemfont, der ab Version 8.1 mit dem Windows-Betriebssystem ausgeliefert wird. Für beste Darstellung und Leserlichkeit in allen Schriftgraden verfügt die Schrift über ganze 6 optische Größen, die bei entsprechender Software-Unterstützung automatisch aktiviert werden. Sitka Small, Einsatz < 9,7 Punkt Sitka Text, Einsatz ≥ 9,7 < 13,5 Punkt Sitka Subheading, Einsatz ≥ 13,5 < 18,5 Punkt Sitka Heading, Einsatz ≥ 18,5 < 23,5 Punkt Sitka Display, Einsatz ≥ 23,5 < 27,5 Punkt Sitka Banner, Einsatz ≥ 27,5 Punkt Die 6 optischen Größen sind für alle 4 Grundstile (normal, kursiv, fett, fett kursiv) verfügbar. Somit besteht die Schriftfamilie insgesamt aus 24 Schnitten, jeweils mit lateinischer, kyrillischer und griechischer Belegung.
  2. 5 Punkte
    Hanzipen ist eine digitalisierte Druckbuchstaben-Handschrift des taiwanischen Schriftlabels DynaComware. Neben der CJK-Belegung, für die sie entwickelt wurde, enthält sie aber auch die lateinischen Schriftzeichen. Hanzipen ist im Betriebssystem Mac OS 10 (ab Version Mavericks) enthalten und umfasst zwei Strichstärken (regular, bold).
  3. 4 Punkte
    Die FF Hertz zielt mit ihrem geringen Strichstärkenkontrast und der relativ großen Laufweite besonders auf den Einsatz in Textgrößen. Der Book-Schnitt ist ziemlich kräftig und eignet sich daher gut für die Darstellung auf e-Ink-Displays, die den Text dünner erscheinen lassen, als er ist, oder um ein traditionelles kräftiges Druckbild zu erreichen. Die Schriftfamilie umfasst zwei Kapitälchensätze: Einen größeren, der Abkürzungen und Akronyme nicht zu sehr aus dem Text hervorstechen läßt, und einen kleineren, der optisch auf der Höhe der Kleinbuchstaben bleibt. Es gibt sechs Strichstärken mit zugehörigen Kursiven. In allen aufrechten sowie allen kursiven Schnitten nimmt jede Glyphe den gleichen horizontalen Platz in allen Fettegraden ein, so daß ein Wechsel zwischen verschiedenen Fettegraden möglich ist, ohne dass sich der Textumbruch ändert. Der Entwurf begann mit einer Zeichenübung im Fonteditor mit heruntergesetzter Auflösung (einer Technik, die von Tim Ahrens vorgeschlagen wurde, um sich zuerst auf die groben Proportionen einer Schrift zu konzentrieren und sich nicht zu früh in Details zu verlieren), die sich schnell zu einem größeren Projekt auswuchs. Die FF Hertz vereint Einflüsse aus Hermann Zapfs »Melior« und seiner vergessenen »Mergenthaler Antiqua«, Ziffern aus der Schreibmaschine von Jens’ Mutter, und, besonders in den Kursiven, alte deutsche Kartographiealphabete.
  4. 4 Punkte
    Die Rund-Grotesk ist eine geometrische Groteskschrift, die ab 1931 bei der Stuttgarter Schriftgießerei C. E. Weber als Hausschnitt ohne Gestalterangabe erschien. Wie ihre Vorläufer, zum Beispiel Kabel, Erbar-Grotesk und Futura, benutzt die Schrift geometrische Gestaltungsprinzipien, ohne gänzlich von traditionellen Antiqua-Formen abzurücken. Damit behält die Schrift eine ausreichende Lesefreundlichkeit und ist somit nicht gänzlich auf Schauanwendungen beschränkt. Auffällige Charakterzüge der Rund-Grotesk sind die großen Oberlängen und das f mit Unterlänge. Es wurden im Laufe der 1930er-Jahre insgesamt sechs Schnitte (normal, kursiv, halbfett, fett, kursiv fett und schmalfett) veröffentlicht. Eine Digitalisierung in bislang vier Schnitten fertigte Frédéric Krauser als seine Bachelor-Arbeit an der Bauhaus-Universität Weimar im Jahr 2012.
  5. 4 Punkte
    Die FF Franziska von Jakob Runge wurde an der »Muthesius Kunsthochschule« in Kiel unter der Leitung von Albert-Jan Pool und Prof. André Heers im Jahr 2012 als Masterarbeit begonnen. Ab 2013 wurde die Schrift für die FontFont-Bibliothek ausgebaut und verfeinert. Sie erschien dort im Juni 2014. Der kräftig-robuste Schriftentwurf spielt mit einer Mischung von Antiqua- und Egyptienne-Elementen. Die Kursive ist nur leicht geneigt und zeichnet sich durch ihren kräftigen, scharfkantigen Schnitt aus. Eine Reihe von Piktogrammen, einschließlich verschiedener Pfeile und Dingbats, ergänzen den üblichen Zeichenumfang der FontFont-Schriften. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen Die Familie ist in 10 Strichstärken (Hairline bis Black) in aufrechten und kursiven Schnitten erhältlich.
  6. 4 Punkte
    Die Gotham enstand ursprünglich als exklusive Hausschrift für das Männermagazin GQ. Dazu studierte Tobias Frere-Jones alte Beschilderungen New Yorks. Ein Gebäude, das Port Authority Bus Terminal, hatte es ihm dabei besonders angetan und wurde der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Gotham. Natürlich erhielt die Schriftfamilie im Vergleich zu den Versalvorlagen auch Kleinbuchstaben. Diese wurden im Grundcharakter geometrisch ausgeführt, jedoch ohne allzu große Strenge. Nachdem die Schrift nicht mehr exklusiv war, wurde sie rasch zu einem Bestseller, insbesondere in Nordamerika. Mittlerweile ist die Familie in 64 Schnitten (8 Strichstärken in jeweils 4 Weiten) verfügbar.
  7. 4 Punkte
    Die Palatino ist neben der Optima die bekannteste Schrift Hermann Zapfs. Seit ihrem Erscheinen zur Mitte des 20. Jahrhunderts findet sie sich in regelmäßiger Anwendung. Benannt ist die Schrift nach dem Italiener Giovanbattista Palatino, einem Schreibmeister des 16. Jahrhunderts und Zeitgenossen von Michelangelo und Claude Garamond. »Hermann Zapf wies mit dieser Schrift überzeugend nach, daß auf den Grundlagen der Renaissance immer noch weitergebaut werden kann, daß es hier immer noch genügend Möglichkeiten zum Variieren verschiedener Details der Schriftzeichnung gibt, durch die die Individualität der eigenen Auffassung ausgedrückt werden kann« heißt es in Die schöne Schrift von František Muzika Korrekturphasen der Palatino Kursiv (hier noch unter dem später verworfenen Namen Medici) Zapf baut seine Palatino auf antike Proportionen auf und haucht ihnen dabei kalligrafischen Charakter ein. Die Schrift läuft vergleichsweise weit. Dies macht die Schrift jedoch auch besonders robust und lesefreundlich. Schlichte Einführung eines Klassikers im Jahr 1950 Buchstabenbelegung in der Bleisatzversion von 1950 Die Entwürfe von Hermann Zapf (rechts) wurden von August Rosenberger (links) für den Bleisatz geschnitten Der erste Druck in einem Probegrad erfolgt 1949 in dem Buch »Von der dreifachen Ehrfurcht, Gedanken Goethes über Erziehung zu edlem Menschentum« als Privatdruck der Schriftgießerei D. Stempel. Die Schrift erscheint dann 1950 für Hand- und Linotypesatz. Eine leichtere Version der Palatino wurde von Linotype unter der Bezeichnung Aldus Antiqua herausgebracht. Zugehörig waren ebenfalls die Versal-Alphabete Michelangelo, Sinista und Phidias. Die Palatino Nova (2005) ist eine moderne Überarbeitung für den Digitalsatz durch Akira Kobayashi. Die neue Version vermeidet die Einschränkungen von Blei- und Fotosatz und ist auch im Zeichenvorrat den heutigen Erfordernissen angepasst. Die Michelangelo heißt nun Palatino Nova Titling und die Sinista wurde in Palatina Nova Imperial umgetauft. Mit der Palatino Sans bekam die Palatino im 2006 eine serifenlose Schwester. 2013 erschien zudem eine eText-Version in 4 Schnitten (normal, kursiv, fett, fett kursiv) speziell für den Einsatz auf elektronischen Lesegeräten. Die Überarbeitung erfolgte in diesem Fall von Toshi Omagari.
  8. 3 Punkte
    Die Meret von Nils Thomsen erschien ursprünglich 2011 über OurType und ist seit 2018 in einer überarbeiten Fassung bei TypeMates erhältlich. Die Schriftfamilie orientiert sich an den beiden grundlegenden Schreibwerkzeugen der Schriftgeschichte: der Breit- und der Spitzfeder. Das Resultat ist eine robuste Text-Schrift die mit acht Strichstärken – die Hälfte für Textgrößen ausgelegt. Die Kursive ist schlicht gehalten, besitze aber eigenständigen Charakter. Ein Einblick in die recht analytische Recherche zu den Schriftformen und Entscheidungen während Thomens Zeit in der Schriftgestaltungsklasse »Type and Media« an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Den Haag ist hier (auf Englisch) nachzulesen.
  9. 3 Punkte
    CamingoSlab ist eine serifenbetonte Variante der 2008 erschienenen CamingoDos. Die Familie ist in sieben Strichstärken mit zugehörigen Kursiven verfügbar. Alle Schnitte verfügen über eine erweiterte lateinische Belegung und man hat die Wahl zwischen einer Standardvariante mit 510 Glyphen und den Pro-Schnitten mit 830 Glyphen. Nur in letzteren steckt die OpenType-Funktionalität für Kapitälchen, zehn Ziffernsets und stilistische Alternativen.
  10. 3 Punkte
    Tuna ist eine lebhafte, zeitgenössische Fließtextschrift mit kräftigen Serifen, die sowohl für die Verwendung am Bildschirm als auch für den klassischen Buchsatz optimiert wurde. Die Schriftfamilie verfügt über 10 Schnitte. In den jeweils über 700 Glyphen steckt eine erweiterte lateinische Belegung, Kapitälchen und 5 verschiedene Ziffernsets.
  11. 3 Punkte
    Die Dunbar von CJ Dunn basiert auf der Erbar-Grotesk von Jakob Erbar aus den 1920er-Jahren. Statt einer bloßen Digitalisierung ist die Dunbar jedoch eine umfassende Neubearbeitung des ursprünglichen Entwurfs mit umfangreicher Zeichenbelegung und zahlreichen OpenType-Funktionen. Die Familie ist in drei optischen Größen erhältlich: Tall (neun Strichstärken), Text (vier Strichstärken) und Low (sieben Strichstärken).
  12. 3 Punkte
    Die Pensum Pro von Nils Thomsen hat ihren Ursprung in Formübungen mit der Breitfeder und dem Pinsel in der Klasse von Peter Verheul, während Nils’ Zeit 2009 bei Type and Media in Den Haag. Die Schriftfamilie ist primär für Textgrößen gestaltet und bietet neun Strichstärken von Thin bis Black plus zugehöriger Kursiven. Die markanten Serifen zusammen mit dem geringen Kontrast optimieren die Schrift für lange Lesetexte z.B. in Magazinen oder Büchern. Mitunter können die scharfkantigen Details, welche im Kontrast zu pinselartigen und weichen Formen stehen, in großen Überschriften oder kursiven Zitaten punkten. Die Pensum Pro beinhaltet rund 1050 Zeichen mit etlichen OpenType-Features. Hinzu kommt der umfangreiche Sprachausbau von rund 90 Sprachen (Adobe Latin 3).
  13. 3 Punkte
    Die Canto von Richard Lipton basiert auf den Untersuchungen Edward Catichs zur Entstehung römischer Inschriften durch den Pinsel als formbestimmendes Schreibwerkzeug. In der Canto wird dieser Duktus auf eine heutige, doppelhäusige Antiqua-Familie übertragen. Die römischen Capitalis-Monumentalis-Versalien verbinden sich dabei mit dem Duktus humanistischer Kleinbuchstaben. Kapitälchen und ausladende Schwungbuchstaben gehören ebenfalls zum Zeichenvorrat. Die zwei Strichstärken sind jeweils in vier verschiedenen Version erhältlich. Einer normalen (»strengen«) Version, einer etwas bewegteren Version (»Pen«) sowie zwei Display-Versionen, deren Strichführung deutlich die Schreibung mit dem Pinsel hervortreten lässt.
  14. 3 Punkte
    Die Century Schoolbook ist eine Abwandlung der Hausschrift des Century-Magazins. Morris Fuller Benton gestaltete die Century Schoolbook im Auftrag des Schulbuch-Verlages Ginn & Co. Die ursprüngliche Century war gestalterisch auf den Magazin-Satz ausgerichtet. Das Buchstabenbild und die Zwischenräume waren eher eng und feine Details, wie die vertikal lang gezogenen Serifen, verliehen der Schrift eine gewünschte Eleganz. Bei der Century Schoolbook lag der Fokus auf der Leserlichkeit. Das Buchstabenbild und die Zwischenräume sind weiter gehalten. Die Strichstärke ist größer und mit weniger Kontrast gezeichnet. oben: Century Expanded, unten: Century Schoolbook Digitale Versionen als Century Schoolbook oder New Century Schoolbook gibt es zum Beispiel von Linotype, Bitstream, Scangraphic und URW++. Adaptionen unter anderem Namen sind die Grad (Mark Simonson) und die Augustea BQ (Berthold).
  15. 3 Punkte
    Die Rabenau (früher Lucinde) ist eine Antiqua-Schrift von Axel Bertram und erschien 2011 bei Linotype. Ab dem Jahre 2003 wirkte der Kalligraf und Schriftgestalter Andreas Frohloff am Ausbau und der Fertigstellung der 16 Schnitte der Schriftfamilie mit. Rabenau wurde durch verschiedene Quellen inspiriert: von Alphabeten für Buch-Cover bis hin zu Schreibmaschinenschriften und sogar englischen Schriften vom Anfang des 19. Jahrhunderts (z.B. denen, die der erfahrene Drucker William Bulmer verwendete). Die Familie ist in vier Strichstärken (regular, book, semibold, bold) erhältlich. Zusätzlich gibt es schmale und Poster-Schnitte sowie eine lichte Version. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  16. 3 Punkte
    Als Vorlage für die Galliard von Matthew Carter dienten Schriften, die Robert Granjon Mitte des 16. Jahrhunderts schuf. Für die Antiqua war dies die von Plantin in Antwerpen 1567 angeschaffte Gros Cicero, für die Kursive die 1570 im Auftrag Plantins geschnittene Ascendonica Cursiue (20 Punkt Didot). Granjons Gros Cicero fällt insbesondere durch ihre für die Zeit vergleichsweise große x-Höhe auf. Die Kursive gibt sich äußerst lebendig und charakterstark. Außerdem besitzt sie auffällige Schwungbuchstaben und Ligaturen, die sich zumindest teilweise in der ITC Galliard wiederfinden. Die Bezeichnung Galliard geht auf die von Granjon geschnittene 8-Punkt-Antiqua zurück, die dieser nach einem Volkstanz »La Gaillarde« benannt hatte. Die Veröffentlichung der Schrift zog sich lange hin, denn ihre Entwicklung fiel im Sinne der Schrifttechnik auf turbulente Zeiten. Die Entwürfe entstanden zunächst für das Linofilm-System, das eine Einteilung der Buchstabenbreiten auf 18 Einheiten verlangte. Nach zwei Versuchen, die Feinheiten der Schrift in diesem System akzeptabel wiederzugeben, wurde das Projekt zunächst fallengelassen. Mit dem später erschienenen Linofilm-Quick-System war die technische Ausgangslage besser, jedoch war das System an sich kein Verkaufsschlager, sodass es auch hier zu keiner Veröffentlichung der Galliard kam. Erst mit dem Linotype-VIP-System mit 54 Einheiten wurde das Projekt schließlich realisiert und die Schrift erschien 1978 in vier aufrechten und kursiven Schnitten. bei MyFonts herunterladen Drei Jahre später übernahm ITC die Rechte an der Schrift und verhalf ihr weltweit zu einer großen Verbreitung. Durch die im PostScript-Format üblichen 8-Bit-Zeichensätze war der Zeichenumfang zunächst gegenüber den Originalentwürfen geschrumpft. Jedoch gibt es heute wieder Pro-Versionen mit größerem Zeichensatz inklusive verschiedener Ziffernsets, Ligaturen und Schmuckbuchstaben. Für Lesetexte am Bildschirm kam 2013 noch eine von Carl Crossgrove überarbeitete eText-Version in vier Schnitten heraus.
  17. 3 Punkte
    Nach dem Schnitt der Post-Antiqua widmete sich Herbert Post einem Frakturschrift-Entwurf. Denn die geänderten politischen Verhältnisse Anfang der 1930er-Jahre ließen wenig Raum für die Anwendung seines Antiqua-Entwurfes. »Die Verleger suchen sehr nach einer uns zeitgemäßen Schrift. […] Es ist schade, daß ich mit dem Drucken in Antiqua aufhören muß, wenigstens vorerst …« schrieb Post in einem Brief. Schriftmuster der Post-Fraktur, Ende der 1930er-Jahre 1933 reiste Post nach Frankfurt/M. um durch Rudolf Kochs Sohn Paul Koch den Schnitt seiner Fraktur besorgen zu lassen. Die Bauersche Gießerei erklärte sich zur Anfertigung eines Probegusses bereit. Einfach und klar sollte die Fraktur werden. »Ich strebte eine Buch- und Leseschrift an. Sie sollte deutlich sein. Sie sollte die Vorzüge der klassischen Schriften eines Unger habe, der schon vor 100 Jahren versuchte die barocken Schnörkel zu vermeiden. Ich ging sogar soweit, daß ich möglichst wieder auf die Grundform in den Versalien ging. Ich nahm die Federform, die organische Form, um eine flüssigere Linie, den gesetzmäßigen Wechsel von dicken und dünnen Linien zu erhalten – aber beachtete streng, daß die Buchstaben im Schnitt auf die im Letterndruck sich ständig wiederholenden Typenform, also auf das Gesetz der Type abgestimmt sind. Dies scheint mir das Geheimnis in der Schriftgestaltung zu sein.« Die Veröffentlichung der Post-Fraktur gestaltete sich jedoch als schwierig. Die Bauersche Gießerei stellte sie zwar her, wollte sie jedoch nicht vertreiben, zumindest bis sich doch Interessenten meldeten und die Geschäfte an Post vorbeizugehen drohten. Es kam zum Streit, der darin mündete, dass Post die Matrizen und Stahlstempel gegen eine Zahlung von 500,– Mark auslöste. Post bot die Schrift in der Folge auch Karl Klingspor an. Dieser sah in ihr jedoch eine zu starke Ähnlichkeit zu Rudolf Kochs gerade erschienener Claudius und drohte daher mit rechtlichen Schritten, wenn die Schrift in den Handel kommen sollte. Rudolf Kochs Claudius in einer Digitalisierung von Ralph M. Unger 1937 einigte sich Post mit der H. Berthold AG in Berlin über den Vertrieb von Post-Antiqua und Post-Fraktur und im gleichen Jahr begann nun zügig der Ausbau und Schnitt beider Schriften. Neben dem normalen Schnitt begann auch die Arbeit an einer halbfetten Garnitur und Zierversalien. Beide kamen 1940 heraus. Die Schriftprobe zur Veröffentlichung der Post-Fraktur betont gleich auf der ersten Seite ausdrücklich, dass die Schrift bereits 1933 im Entwurf vorlag – also vier Jahre vor der Veröffentlichung der Claudius. Digitalisierungen der Post-Fraktur sind zum Beispiel über Delbanco-Frakturschriften und RMU Fonts erhältlich. bei MyFonts herunterladen
  18. 3 Punkte
    Die FF Quixo entstand als Frank Grießhammers Abschlussprojekt beim Typedesign-Studium an der königlichen Kunstakademie Den Haag. Jeder Schnitt basierte ursprünglich auf unterschiedlichen Schreibwerkzeugen. Nach dem Abschluss des Studiums wurde die Schrift noch einmal grundlegend überarbeitet und ausgebaut. Auch die starken stilistischen Unterschiede zwischen den Schnitten wurden zugunsten einer vielseitig einsetzbaren Schriftfamilie wieder reduziert. Die Familie verfügt über sechs Strichstärken, jeweils mit Kursiven. Die aufrechten Schnitte der Familie enthalten zusätzlich zu den Schriftzeichen eine Piktogramm-Belegung entsprechend der Zapf Dingbats. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  19. 3 Punkte
    Die FF Dora von Slávka Pauliková vereint in ihren 5 Schnitten Leserlichkeit und Charakterstärke. Der normale aufrechte Schnitt glänzt durch einen weichen, humanistischen Stil mit hervorragender Leserlichkeit. Die Schrift kann daher problemlos für Lesetexte in Büchern und Zeitschriften eingesetzt werden. Die kursiven und fetten Schnitte hingegen zeichnen sich durch ihre bewegte und kräftige Strichführung aus. In der Display-Version mit den bulligen Serifen und den tiefen, kantigen Einschnitten wurde der besondere Charakter der FF Dora noch einmal verstärkt und auf die Spitze getrieben.
  20. 3 Punkte
    Die von Paul Renner in den 1920er-Jahren geschaffene Futura gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Schriften des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn dieses Jahrhunderts dominierten im deutschsprachigen Raum noch die gebrochenen Schriften. Am Bauhaus in Weimar und später in Dessau experimentierten Designer wie Herbert Bayer, Josef Albers und Joost Schmidt mit stark vereinfachten Alphabeten, die gänzlich aus geometrischen Grundformen zusammengesetzt sind und teilweise sogar auf Großbuchstaben verzichten. Doch die neuen Alphabete sind zu radikal, um als Gebrauchsschrift eingesetzt werden zu können. Inspiriert von den Ideen der Bauhäusler gelingt Paul Renner jedoch ein erfolgreicher Kompromiss. Er baut seine Futura ebenfalls auf möglichst einfachen Grundformen auf, orientiert sich aber dennoch an Lesegewohnheiten und schriftgestalterischen Konventionen, mit denen in Satzschriften visuelle Effekte ausgeglichen werden. So sind Kreisformen in der Futura nicht streng mathematisch, sondern nach optischen Gesichtspunkten konstruiert und auch Einläufe von Kurven in Stämme verjüngen sich, um Fleckenbildung zu vermeiden. In der allerersten Version 1927 hatte die Futura noch einige experimentelle Buchstabenformen als »Spezialfiguren«, die aber in der Folge aus den Mustern verschwanden und sich heute in aktuellen OpenType-Versionen wiederfinden.
  21. 3 Punkte
    »Sie will eine Schrift sein aus dem Geiste unserer Zeit entwickelt, zweckmäßig durchgestaltet wie eine moderne, von allen anerkannte und freudig bejahte Industrieform von heute.« Hermann Zapf, 1958 Die Anfänge der Optima gehen bis ins Jahr 1950 zurück. Damals studierte Hermann Zapf in Rom und Florenz alte Inschriften und kehre mit vielen Skizzen nach Deutschland zurück. Darunter befanden sich auch einige serifenlose Buchstaben, die Zapf wegen ihrer Einfachheit und Strenge besonders gefielen. Die Skizzen basierten auf Inschriften am Konstantinbogens in Rom und Grabplatten aus Santa Croce. Sie bildeten die Grundlage der Idee einer serifenlosen Schrift mit Wechselzug. Skizzen von Hermann Zapf aus Italien, die mangels Papier auf Lire-Scheinen ausgeführt wurden Die ersten Entwürfe zur Optima entstanden 1952 mit einer leicht schräg gestellten Breitfeder. Doch schon bei der Zeichnung der halbfetten Variante, zeigten sich Probleme mit diesem Ansatz. Die Schattenachse wurde daraufhin horizontal gestellt und die Optima entwickelte sich zu einer »ausgesprochen sachlichen Antiquaform«, wie Zapf den Entwurf beschrieb. Dabei mischt die Schrift geschickt die Prinzipien von Antiqua und Grotesk. Denn von der Strichführung her, ist die Optima eher eine Serifenschrift – nur besitzt sie eben gar keine Serifen. Mit Druck- und Prägeversuchen sowie fotografischen Reproduktionen wurde die Schrift weiter optimiert. Mit leicht verstärkten Grundstrichen und Strichenden, wie sie sich bereits in altrömischen Inschriften finden, konnte Zapf die Schrift robuster für die Drucktechniken der Zeit machen und die Schrift wurde auch für kleinere Lesegrade tauglich gemacht. Die Versalien zeigen eine klare Referenz zu den majestätischen Inschriften, wie man sie etwa von der Trajan-Säule in Rom kennt. bei MyFonts herunterladen Bei den Auszeichnungsgraden über 14 Punkt wehrte sich Zapf erfolgreich gegen die Einhaltung der deutschen Normalschriftlinie, die zu einer Kürzung der Unterlängen geführt hätte. Die Grundlinie wurde stattdessen höher gestellt und Schriftmischungen mussten also entsprechend ausgeglichen werden. Damals hieß es in den Broschüren: »Das Aufgabengebiet der Optima umfasst Kunst- und Fotobücher, technisch-wissenschaftliche Publikationen, Kataloge, Industriedrucksachen, Festschriften und Repräsentationsdrucke, Kinderbücher und Zeitschriften.« Die elegante, fast majestätische Anmutung verschaffte der Schrift viele Einsätze in modernen Inschriften bzw. Beschilderungen. Auch im Kosmetikbereich wird die Eleganz für Unternehmens- und Produktbezeichnungen immer wieder verwendet. Als Werkschrift, wie eigentlich anvisiert, konnte sich die Schrift eher nicht durchsetzen. Korrekturabzüge von Hermann Zapf aus dem Jahr 1958 Im Jahre 2002, mehr als 50 Jahre nach dem ursprünglichen Entwurf, wurde die Optima Nova veröffentlicht, die Zapf zusammen mit Akira Kobayashi entwickelt hatte. Die neue Optima verfügt nun über neue Schnitte (Light und mehrere Condensed-Schnitte), echte Kursivformen, Kapitälchen (selbst in der Kursiven) und einen speziellen Titelsatz-Schnitt mit Ligaturen.
  22. 3 Punkte
    Die Trivia ist eine Familie in 48 Schnitten. Štorm hatte immer wieder das Problem, Verlegern die verschiedenen Schriftklassifikation (Antiqua, Grotesk, Egyptienne etc.) und ihre möglichen Ausprägungen zu erklären. Mit dieser Schrift schuf er dazu eine Schriftfamilie als Paradebeispiel, die mit der Zeit immer weiter anwuchs. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  23. 3 Punkte
    »Andika – eine Grotesk mit Unicode-konformer Zeichenbelegung – wurde zu Alphabetisierungszwecken entworfen und berücksichtigt vor allem die Bedürfnisse von Leseanfängern. Das Hauptaugenmerk lag auf klaren, leicht zu erkennenden Formen, die dem Verwechseln von Buchstaben vorbeugen. Manche Lehrer in Alphabetisierungsprojekten bevorzugen serifenlose Schriftarten wegen ihrer gegenüber Serifenschriften einfacheren, weniger detaillierten Formen. Mitunter beschränkte diese Präferenz die Auswahl auf Schriftarten, die für Lese- und Schreibanfänger nur bedingt geeignet waren. Bisweilen mussten sogar mehrere Schriftarten für ein Projekt zum Einsatz kommen, um das erforderliche Zeichenrepertoire abzudecken; die Dokumente, die so entstanden, waren oft verwirrend und unschön. Diese Schwierigkeiten werden durch Andika behoben.« Für einige Zeichen (siehe Abbildung unten) gibt es zwei Formen, von denen jeweils eine handschriftnäher ist. Andika liegt bisher nur in einem Regular-Schnitt vor; weitere Schnitte (kursiv, fett, fettkursiv) sollen folgen.
  24. 2 Punkte
    Klainy ist die zweite Schrift des Schriftgestalters Moritz Kleinsorge. Die Groteskfamilie besteht aus acht Strichstärken mit zugehörigen Kursiven und verfügt über eine erweiterte lateinische Belegung mit mehr als 500 Zeichen pro Schnitt.
  25. 2 Punkte
    Die Goodchild Pro ist eine »pragmatische« Textschrift, ausgestattet mit vier Schnitten (Regular und Bold mit Kursiven) und jeweils über 1000 Glyphen. Pate stand die Jenson, wenngleich die Goodchild mit einer größeren x-Höhe davon abweicht. Kapitälchen, Ligaturen sowie alle Arten von Ziffern sind vorhanden, auch das Versal-Eszett fehlt nicht. Für Headlines gibt es dazu die eng zugerichtete und schärfer gezeichnete Nicholas (normal, kursiv, halbfett und fett).
  26. 2 Punkte
    Die Crimson Text ist eine Schriftfamilie mit sechs Schnitten (normal, halbfett und fett plus entsprechende Kursive) für den Satz von Büchern in traditioneller Weise. Sie enthält Kapitälchen, hoch- und tiefgestellt Ziffern und Buchstaben, außerdem eine Fülle von griechischen und koptischen Zeichen, allerdings kein Versal-Eszett.
  27. 2 Punkte
    Die Atlan von Jorge Cisterna Daniel Hernández knüpft an die Gestaltung geometrischer Groteskschriften (wie Kabel und Erbar Grotesk) der 1920er-Jahre an. Die Atlan ist in acht Strichstärken mit Kursiven ausgebaut. In den 463 Glyphen steckt eine erweiterte lateinische Abdeckung, jedoch kein OpenType-Ausbau in Gestalt von Kapitälchen, verschiedenen Ziffernset oder Ähnlichem.
  28. 2 Punkte
    Andron MC ist ein Satz von 3 Andron-Fonts, bei denen die Kleinbuchstabenpositionen mit Unzialformen bzw. Mittelbuchstaben (engl. middlecase – MC, im Vergleich zu uppercase und lowercase) belegt sind. Die Mittelbuchstaben haben eine zwischen Minuskel-x-Höhe und Majuskel-x-Höhe liegende x-Höhe, sie haben in den Fonts Andron MC Corpus Uncial und Andron MC Corpus Medieval die Form von Unzialbuchstaben, im Font Andron MC Corpus Capital jedoch die Form von Majuskeln, was eine typografische Zwischenform zwischen Versalien und Kapitälchen darstellt. Alle drei Fonts beinhalten ein erweiterstes Lateinisch-Repertoire sowie Griechisch, Koptisch und Gotisch. Die Serie Andron MC ist in erster Linie für spezielle Zwecke des wissenschaftlichen Satzes gedacht, kann aber auch für andere Anwendungen eingesetzt werden, in denen ein typographischer Mittelalterbezug oder etwas ähnliches gewünscht wird.
  29. 2 Punkte
    Die Adobe Clean ist die exklusive Hausschrift des Software-Herstellers Adobe. Dieser setzte viele Jahre die populären Schriftfamilien Myriad und Minion aus dem eigenen Hause als Hausschriften ein, jedoch fehlte dadurch auch das typografische Alleinstellungsmerkmal. Daher wurde von Robert Slimbach mit der Adobe Clean eine neue Hausschrift entwickelt, die diesmal exklusiv zum Einsatz kommt. Der Grundcharakter der Adobe Clean ist der Myriad nicht unähnlich, jedoch weist erstere einige Eigenheiten auf, etwa der Verzicht auf bestimmte Sporne oder das eigenwillige g. Auch einige der Ziffern haben einen ganz eigenen Charakter. Da sie in den Produktnamen wie CS5 und CS6 vorkamen, wurden die Standardziffern als Versalziffern gestaltet. Für andere Einsätze gibt es neben Mediävalziffern auch Kapitälchenziffern sowie einen Ziffernsatz speziell für gemischten Satz, bei dem die Ziffern etwas kleiner sind als die Versalziffern. Die Adobe Clean kommt in allen Bereichen des Unternehmens zum Einsatz – für Produktlogos, Drucksachen und Webseiten. Innerhalb der Programme kommt die spezielle Variante Adobe Clean UI zum Einsatz.
  30. 2 Punkte
    LiebeGerda ist eine Schreibschrift von Ulrike Rausch mit betont rauem Pinselduktus. Viele Buchstaben verfügen über bis zu drei Varianten, die per OpenType automatisch ausgetauscht werden. Außerdem können über das All Caps Feature weniger schwungvolle Großbuchstaben aktiviert werden. In der Summe kommen die Schnitte so auf über 1200 Glyphen. Die Familie verfügt über vier unabhängig voneinander gezeichnete Schriftschnitte: normal, kursiv, fett und fett-kursiv.
  31. 2 Punkte
    Die Rialto Script ist eine monolineare verbundene Schreibschrift von Zuzanna Rogatty. Inspiriert war die Designerin dabei von alten Neon-Schriftzügen in Polen und der Name leitet sich von einem in dieser Weise beschrifteten Kino in Poznań ab. Beispielbild aus der Sammlung der Designerin Die Schrift enthält über 380 Glyphen und verfügt über Ligaturen, Alternativformen, Initial- und Schwungbuchstaben.
  32. 2 Punkte
    Mexikos größte Buchhandelskette heißt Gandhi. Ihr Werbespruch lautet sinngemäß »Wir bringen Sie zum Lesen«. Teil einer großen Gandhi-Werbekampagne im Jahr 2012, die dieses Ziel einmal mehr verfolgte, sind die Schriften Gandhi Sans und Gandhi Serif, die das Unternehmen seit ihrer Veröffentlichung gratis anbietet, um den Mexikanern (Mexico hat eine hohe Analphabetismusquote) das Lesen zu erleichtern. Eine große x-Höhe, weite Öffnungen in den Buchstaben für gute Leserlichkeit, ein gutes Druckergebnis auch unter schlechten Produktionsbedingungen, schlichte, gut erfassbare Buchstabenformen – all dies soll dazu führen, dass in Gandhi gesetzte Texte Lust aufs Lesen machen. Sans und Serif eignen sich insbesondere für Fließtext, funktionieren aber auch in größeren Größen gut. Die Schrift hat – trotz aller Konzentration auf die Pflicht – auch in der Kür eine sehr gute Note verdient, denn sie besticht trotz ihrer schlichten Formen durch Charme und Eigenart. Gandhi Sans und Gandhi Serif haben je vier Schnitte: regular, italic, bold und bold italic. Zum Download der Schriften auf der Website auf den Button »Descarga la fuente« klicken.
  33. 2 Punkte
    Die Guardian ist eine Schriftsippe, die zwischen 2004 und 2005 als Hausschrift der englischen Zeitung The Guardian entstand. Die federführenden Designer waren Christian Schwartz und Paul Barnes. Die Sippe besteht aus fünf Schriftfamilien (Egyptian, Sans, Text Egyptian, Text Sans, Agate) mit insgesamt über 200 Schnitten. Damit bildet die Guardian-Sippe die wohl größte Schriftfamilie, die bislang für eine Zeitung entwickelt wurde. Guardian Egyptian Guardian Sans Guardian Text Egyptian Guardian Text Sans Guardian Agate
  34. 2 Punkte
    Die Questa ist eine Schriftsippe, die als Zusammenarbeit von Jos Buivenga und Martin Majoor entstand. Die Sippe besteht aus vier Stilen. Die Serifenfamilie nahm sich klassizistische Schriften von Bodoni, Didot und Walbaum zum Vorbild, ohne jedoch eine konkrete Neuinterpretation einer dieser Schriften sein zu wollen. Auch gibt sich die Schrift weniger konstruiert als die klassizistischen Vorbilder. Auf Basis der Serifenversion wurden die eher statische Groteskfamilie und die elegante Display-Version Questa Grande als Einzelschnitt erarbeitet. Die Serifen- und Sans-Versionen verfügen über je fünf Strichstärken (jeweils mit Kursive). 2016 kam die Questa Slab als Erweiterung der Sippe hinzu. Der Regular-Schnitt aller Sippenmitglieder kann gratis als Druckschrift und Webfont geladen werden.
  35. 2 Punkte
    Die Deutschmeister erschien 1934 in zwei Strichstärken bei der Schriftgießerei Ludwig Wagner. Bereits 1927 hatte die Gießerei den gleichen Namen für einen anderen, in diesem Artikel nicht behandelten Entwurf verwendet. Das Design der Deutschmeister folgt den schlichten Gotischen wie Tannenberg, National und Element, die kurz zuvor bei anderen deutschen Schriftgießereien erschienen waren. Ein Erkennungsmerkmal der Deutschmeister ist der Schwung am Minuskel-x, bei dem die sonstige Strenge der schlichten Gotischen ausnahmsweise aufgegeben wurde. Eine kommerzielle Digitalisierung in zwei Schnitten gibt es von Gerhard Helzel und einen Einzelschnitt von RMU Fonts. Eine kostenlose Version ist als Grobe Deutschmeister von Peter Wiegel erhältlich.
  36. 2 Punkte
    Die Telefon ist eine geometrische Groteskschrift von Sindre Bremnes. In einem Buch, das ihm seine Tochter geschenkt hatte, stieß Bremnes auf die Originalbeschriftungen norwegischer Telefonzellen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Er fertigte Zeichnungen davon an und begann, ein vollständiges Alphabet daraus zu entwickeln, das 2012 über Monokrom erschien. Die Schrift ist in drei Strichstärken – jedoch bislang ohne Kursive – in erweiterter lateinischer Belegung ausgebaut. Die Ziffern sind als Versal- und Minuskelziffern jeweils tabellarisch proportional sowie als hoch- und tiefgestellte Varianten enthalten.
  37. 2 Punkte
    Joanna ist eine Antiqua-Schrift von Eric Gill. »… a book face free from all fancy business« beschrieb Gill selbst seinen Entwurf. Die Gestaltung der Schrift entstand zwischen 1930 und 1931. Der Schnitt der Lettern nach Gills Entwürfen erfolgte bei Caslon. Die Schrift war ursprünglich allein für die eigene Verlagsdruckerei »Hague and Gill« bestimmt und wurde erstmals für Gills Buch »Essay on Typography« eingesetzt. Sein Partner Hague war mit Gills Tochter Joan (auch Joanna genannt) verheiratet. Nach ihr wurde die Schrift später benannt. Die Schrift ähnelt Gills früherem Entwurf der Perpetua, hat aber ihren ganz eigenen Charme. Die Gestaltung schwankt zwischen traditioneller humanistischer Antiqua-Gestaltung und eigenwillig-moderner Konstruktion, wie man an den rechtwinkligen Serifen oder der ausgefallenen Form des Buchstabens d sehen kann. Die Kursive wiederum fällt durch ihre schmale, nur wenig geneigte Form auf. Ende der 1930er-Jahre wird die Schrift von Monotype noch einmal neu für den Maschinensatz geschnitten. Zunächst ist sie weiterhin exklusiv im Einsatz. Monotype hatte diese Version für das Unternehmen J. M. Dent & Sons erstellt, die Gills Druckerei und die Rechte an der Schrift übernommen hatte. Später stimmte der Rechteinhaber einem allgemeinen Vertrieb durch Monotype zu. Dort ist die Schriftfamilie heute als digitaler Font wahlweise als Standard- oder Pro-Version verfügbar. Es stehen fünf Strichstärken (jeweils mit Kursive) zur Verfügung. bei MyFonts herunterladen
  38. 2 Punkte
    Inspiriert von der Arbeit von W. A. Dwiggins and Eric Gill gestaltete Buchgestalter Kent Lew seine Schrift Whitman. Die Schrift kombiniert klassische Buchstabenformen mit reduzierten, geradlinigen Gestaltungselementen zu einer modernen, eleganten und gut leserlichen Fließtextschrift. Kent Lew selbst empfiehlt die Whitman für den Einsatz im Buch- und Magazindesign. Die Schriften werden im OpenType-Format angeboten. Momentan gibt es jedoch keine Pro-Versionen mit kombinierten Zeichensätzen. Kapitälchen und Ziffernsets sind wie bei den früheren PostScript-Schriften auf verschiedene Schnitte ausgelagert. 2007 wurde die Whitman durch eine zusätzliche Display-Variante abgerundet, die sich mit dem noch feineren Duktus und den zusätzlichen schmalen Schnitten insbesondere für das Editorial Design eignet.
  39. 2 Punkte
    Die 2013 erschiene Grota verfügte lediglich über ein monokamerales Alphabet. Mit der Grota Sans wurde 2014 ein Ableger veröffentlicht, der nun bikameral ist und sich mit 10 Strichstärken vielseitig einsetzen lässt. bei MyFonts herunterladen
  40. 2 Punkte
    Der Jenaer Schriftgießer Johann Carl Ludwig Prillwitz war Ende des 18. Jahrhunderts mit seinen Schnitten der »Didotschen Lettern« erfolgreich. Eine umfassende Neuinterpretation, ausgehend von den Prillwitz-Originalmustern, nahm Ingo Preuß Anfang des 21. Jahrhunderts vor. Seine Prillwitz wurde in drei optischen Größen (Book, Regular und Display) angelegt. Der als NP (NewsPrint) bezeichnete Schnitt ist speziell für einen Druck in kleinen Größen auf Zeitungspapier geschaffen und wurde aus der Display entwickelt. Für die Regular – und stärker noch die Book – wurde eine weiche und sehr lesefreundliche Outline durch eine s. g. Verschmitzung erreicht und in zahlreichen Testdrucken optimiert. Die Scharfkantigkeit und der übliche maximale Strichstärkenkontrast bekannter klassizistischer Schriften (Didot, Bodoni) wurde durch das Studium der originalen Drucke zugunsten einer sehr guten Lesbarkeit auch in kleinen Schriftgraden überarbeitet. Die Schrift-Familie enthält alle wichtigen Zeichen für effizientes und typographisch hochwertiges Arbeiten: Kapitälchen mit entsprechenden Ziffern in Kapitälchenhöhe (tabellarisch und proportional), Minuskel- und Mediävalziffern (tabellarisch und proportional), Bruchziffern und einen kompletten Akzentsatz für alle lateinischen Schriften. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen Die Schnitte mit reduzierten Zeichenbelegung (STD) sind über preussTYPE und MyFonts beziehbar, die Pro-Version über die German Type Foundry.
  41. 2 Punkte
    Die Ratio-Latein von F.W. Kleukens erschien ab 1923 bei der D. Stempel AG. Auf den ersten Blick ist sie eine typische klassizistische Antiqua mit ausgeprägten Tropfenserifen, doch in den Details zeigen sich einige Besonderheiten wie die spitzen Sporne am Stammende des t oder die eigenwillige Form des Eszett, die sich auch in der Kleukens-Antiqua findet. Die ursprüngliche Bleisatz-Version verfügte über die Schnitte normal, kursiv, halbfett und fett. Außerdem gab es zusätzlich lichte Ratio-Versalien, so genannte freie Versalien und blumenverzierte Initialen. Die Grundschnitte sind seit 2011 in einer Digitalisierung mit dem Namen Ratio Modern über Canada Type erhältlich. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  42. 2 Punkte
    Die Sabon ist eine Garamond-Interpretation von Jan Tschichold aus den 1960er-Jahren. Sie war eine Auftragsarbeit für D. Stempel, Linotype und Monotype. Die drei Anbieter wünschten sich von Tchichold einen Entwurf, der ohne merkliche Unterschiede gleichzeitig im Handsatz sowie auf Linotype- und Monotype-Maschinen einsetzbar war. Dazu musste sich das Design mehreren Einschränkungen unterwerfen und sie bestmöglich ausgleichen. Die Monotype verlangte für die Zeichendickten ein System von maximal 18 Einheiten. Die Linotype erlaubte keine Unterschneidung und verlangte, dass die kursiven Buchstaben die gleiche Dickte wie die jeweiligen aufrechten Zeichen besaßen. Und auch die deutsche Normalschriftlinie wollte berücksichtig werden und ließ somit wenig Raum für die Unterlängen. Lediglich in größeren Schriftgraden (ab 14 Punkt) wurde die Schrift nur noch für den Handsatz gefertigt, sodass hier einige Einschränkungen entfallen konnten. Tchicholds Originalentwürfe. Die Einordnung in die Kästchen zeigt die Berücksichtigung des Einheitensystems der Monotype Die Schrift wurde nach dem aus Lyon stammenden Schriftschneider Jakob Sabon (†1580) benannt, der neben der Arbeit in der Frankfurter Druckerei und Schriftgießerei der Egenolphschen Erben auch für Christoph Plantin in Antwerpen Schriftschnitte schuf. Grundlage des Tschicholdschen Entwurfes ist das Schriftmusterblatt von Conrad Berner aus dem Jahr 1592, dem Nachfolger Sabons in dessen Schriftgießerei. bei MyFonts herunterladen Zwischen 2002 und 2008 entwickelte der französische Schriftgestalter Jean François Porchez eine umfassende Überarbeitung der Sabon. Auch der Zeichenvorrat wurde beträchtlich erweitert. Verschiedene Ziffernsets, Kapitälchen, Schwungbuchstaben, Brüche und Ornamente sind nun in 5 Strichstärke sowie einer Schaugrößen-Variante verfügbar. Für den digitalen Einsatz steht zudem die Sabon eText in 4 Schnitten zur Verfügung.
  43. 2 Punkte
    1919 kam D. Stempel mit der Übernahme der Leipziger Schriftgießerei Drugulin in den Besitz von Stempeln, Matern und Abschlägen einer bei Drugulin »Holländische Antiqua« genannten Schrift, die Jan Tschichold später in seinem Meisterbuch der Schrift als »schönste alte deutsche Antiqua-Schrift« bezeichnete. Sie wurde von Stempel als Janson Antiqua in Umlauf gebracht und entwickelte sich zu einer der beliebtesten Fließtextschriften des 20. Jahrhunderts. Doch der Bezug zum Schriftschneider Anton Janson stellte sich in der Folge als eine Fehleinschätzung heraus. Der eigentliche Schöpfer war der Ungar Nicolas Kis. An der Aufklärung dieser Verwechslung wirkten unter anderen Harry Carter, George Buday und György Haimann mit. Nicolas Kis ging 1680 nach Amsterdam, um calvinistische Theologie zu studieren und um im Auftrage eines Bischofs eine ungarische Bibel bei Daniel Elzevier zu drucken. Da das dafür versprochene Geld jedoch nicht eintraf, entschloss er sich, das Werk selbstständig anzugehen. Dazu fing er bei der Gießerei Voskens eine Lehre als Schriftschneider an und zeigte sich dabei wohl äußerst talentiert. Nach der Lehre machte er sich 1683 selbstständig und begann nun auch mit dem Druck der ungarischen Bibel unter Benutzung seiner eigenen Schriften. Die Qualität seiner Drucke brachte ihm alsbald Aufträge aus verschiedensten europäischen Ländern ein. Nach über neun Jahren Arbeit in Holland verließ er das Land 1689 und brach wieder in Richtung Ungarn auf. Bei einem geplanten Zwischenstopp in Leipzig traf er statt des zuvor verstorbenen Anton Janson nur noch auf dessen Nachfolger Johann Carl Edling. Ein anvisierter Verkauf von Schriftmaterial an Edling scheiterte, die Matern verblieben jedoch dennoch erst einmal in Leipzig. Versuche durch Kis und später durch seine Witwe, die Matern nach Ungarn bringen zu lassen, scheiterten. 1720 tauchten die Schriften dann als »Holländische Schrifften« im Verzeichnis der Ehrhardtschen Gießerei auf. Die Gießerei von Wolfgang Dietrich Ehrhardt hatte von den Erben Edlings die Jansonschen Matrizen erworben. Von der Ehrhardtschen Gießerei gingen die Stempel und Matern in der Folge in den Besitz von Wilhelm Drugulin, von wo aus sie dann schließlich 1919 von D. Stempel übernommen wurden. Ein neuer Neuschnitt auf Grundlage der Matrizen bei Stempel erfolgte dann 1937 durch Chauncey H. Griffith. Weite Verbreitung fand jedoch vor allem die Linotype-Überarbeitung aus den 1950er-Jahren durch Hermann Zapf. Sie kam in Matrizenform für den Zeilenguss in den Größen 6, 8, 9, 10 Punkt heraus (normal und kursiv), ergänzt durch zwei Auszeichnungsgrößen von 24 und 48 Punkt für den Handsatz. Dazu Hermann Zapf:
  44. 2 Punkte
    Die seit 1919 im Besitz von D. Stempel befindliche Janson Antiqua entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer der beliebtesten Fließtextschriften. Doch die Zuschreibung zum Stempelschneider Anton Janson stellte sich durch weitere Nachforschungen schließlich als Fehler heraus. Als ihr Schöpfer gilt nun der ungarische Stempelschneider und Drucker Nicolas Kis. Der volkseigene DDR-Schriftanbieter Typoart veröffentlichte in den 1980er-Jahren die Typoart Kis in einer Überarbeitung für den Fotosatz. Prof. Dr. Albert Kapr beauftragte dazu die Leipziger Schriftgestalterin Hildegard Korger. Sie berichtet dazu: Schriftmuster der Kis Antiqua von Typoart 2006 beschloss Elsner+Flake, die Typoart Kis Antiqua von Hildegard Korger in überarbeiteter Form und erweitertem Umfang als OpenType-Pro-Variante herauszubringen. In den bei Elsner+Flake im IKARUS-Format vorhanden Datenbeständen aus dem Jahr 1989 waren vorhanden: Antiqua und Kursive mit Versal- und Minuskelziffern, Bruch- und Fußnotenziffern, (aufrechte) Kapitälchen, Punkturen, Akzente, Zeichen. Wie damals bei Typoart üblich, war die Schrift in den Größen von 9pt, 20pt und 48pt realisiert worden, was jeweils eine Modifizierung der im 20pt Grad angefertigten Ausgangszeichnung voraussetzte. Nach Rücksprache mit Frau Korger beauftragte Elsner+Flake den Leipziger Schriftgestalter Erhard Kaiser mit der Durchführung der Überarbeitung. Zur Aufbereitung gehörte hier vor allem, die vorhandenen Daten von Unsauberkeiten an Form und Kontur zu befreien, die in der Vergangenheit etwa durch elektronische Konvertierungen entstanden waren. Diese zwischen 1984 und 1990 entstandene Typoart Kis findet sich mit neuer Zurichtung im jetzigen Headline-Schnitt wieder. Ausgehend von diesem Headline-Schnitt (TH Pro Regular und Italic) besteht die Schriftfamilie der Kis Antiqua Now aus dem Schnitt einer etwas kräftigeren Buchtype (TB Pro Regular und Italic) und einer deutlich fetteren Variante (TB Pro Semibold und Italic). Somit umfasst die Kis-Familie nun sechs Schnitte.
  45. 2 Punkte
    Konservative amerikanische Drucker witterten Anfang der 1920er-Jahre eine »black menace« (schwarze Bedrohung), als der Grafiker Oswald Bruce Cooper seine Schrift Cooper Black bei Barnhart Bros. & Spindler in Chicago veröffentlichte. Ungeachtet dieses Urteils entwickelte sich die Cooper Black zu einem Kassenschlager. Besonders in der Werbung erfreute sich diese Schrift zunehmender Beliebtheit. Ob in Zeitungsinseraten oder auf Plakaten, immer häufiger tauchte Coopers Entwurf auf. 1924 nimmt sie auch die Schriftguß AG in Dresden in ihr Programm auf und fügt später eine passende Kursive hinzu. Cooper scheint zudem ein Mann mit einem ausgeprägten Sinn für Humor gewesen zu sein: auf den Vorwurf der »Schwarzen Bedrohung« reagierte er mit der Veröffentlichung der Cooper Hilite (siehe Abbildung) im Jahre 1925, ohne dass diese »Zweitverwertung« allerdings die Popularität des Originals hätte übertreffen können. Besonders in den frühen 1970er-Jahren erlebte die Schrift auf zahllosen Postern und Plattencovern eine wahre Renaissance. Der Einsatz der Schrift hält aber nach wie vor an.
  46. 2 Punkte
    Die Behrensantiqua von Peter Behrens erschien ab 1907 bei den Gebrüdern Klingspor in Offenbach. bei MyFonts herunterladen
  47. 2 Punkte
    Während um 1800 auf dem europäischen Festland die Schriften von Didot und Bodoni das Bild der klassizistischen Antiqua prägten, gab es Anfang des 18. Jahrhunderts in Schottland eine neue Entwicklung, die über hundert Jahre als »Scotch (Roman)« das Schriftbild im anglo-amerikanischen dominierte. Der Stil wird vor allem dem Schriftschneider Richard Austin und seiner Arbeit für die schottischen Gießereien von William Miller und Alexander Wilson zugeschrieben. Ein Druck aus dem Jahr 1869 Scotch Modern von Shinntype Typisch für die Zeit ist der starke Strichstärkenkontrast. Die Scotch-Schriften treiben jedoch nicht nur diesen auf die Spitze. Die Serifen in und zwischen den Buchstaben sind extrem lang. Die Öffnungen von Punzen sind nur minimal. Dadurch ergeben sich übermäßig spitze Sporne und Serifen, die auch in den hakenförmigen Abstrichen bei R und a aufgenommen werden. Typisch sind auch der »beulenartige« Strichstärkenwechsel, der durch eine stark unterschiedliche Krümmung der Innen- und Außenseite der Rundungen entsteht. Da der Schriftstil im Laufe des 20. Jahrhunderts wieder außer Gebrauch geriet, haben nur wenige Schriften den Sprung in Foto- und Digitalsatz geschafft – und wenn doch, meist nur in wenigen Schnitten. Mit der Scotch Modern hat Nick Shinn eine umfassende moderne Interpretation geschaffen. Die Familie verfügt über je vier Schnitte für Lesetext (Scotch Modern) und Konsultationstext (Scotch Micro). Zusätzlich gibt es einen einzelnen Schnitt für Schautexte (Scotch Modern Display). Mit über 1600 Zeichen pro Schnitt ist Familie überdurchschnittlich gut ausgebaut: lateinisch, kyrillisch, griechisch; 10 Ziffernsätze, Kapitälchen, Monokameral-Versionen, Schwungbuchstaben, Titelsatz-Umlaute usw. Trotz des abweichenden Namens: die Figgins Sans von Nick Shinn kann als serifenlose Schwester der Scotch Modern angesehen und mit ihr wie eine Schriftsippe benutzt werden. Die Mittellänge und der Neigungswinkel der Kursiven sind entsprechend abgestimmt.
  48. 2 Punkte
    Trotz ihrer 2000-jährigen Geschichten sind die antiken Buchstabenformen der Capitalis Monumentalis weiterhin lebendig und allgegenwärtig. Sie bilden die Basis der lateinischen Großbuchstaben und obwohl sich die Schriftgestaltungsstile ständig ändern und weiterentwickeln, nehmen auch neuere Schriftentwürfe immer wieder auf alten, in Stein gehauenen Monumentalschriften Bezug. Ein Vorzeigeobjekt der antiken Schriftkunst, dass die Zeiten überdauert hat, ist die Inschrift an der Trajan-Säule in Rom. Diese römische Siegessäule für den Kaiser Trajan wurde 113 n. Chr. eingeweiht und ist geprägt von einem 200 Meter langen Fries, der sich spiralförmig um die Säule legt. Schriftinteressierte begeistern sich jedoch vor allem für die Inschrift auf dem Sockel der Säule. Dort steht geschrieben: »Senat und Volk von Rom [haben dieses Monument] dem Imperator Caesar Nerva Traianus Augustus, Sohn des vergöttlichten Nerva, dem Bezwinger der Germanen, dem Bezwinger der Daker, dem obersten Staatspriester (= Pontifex Maximus), dem Inhaber der tribunizischen Amtsgewalt zum siebzehnten Mal, dem siegreichen Feldherrn zum sechsten Mal, dem Consul zum sechsten Mal, dem Vater des Vaterlandes [geweiht], um zu zeigen, wie hoch der Hügel und das Gelände [war, das] für diese umfangreichen Baumaßnahmen entfernt wurde.« Der Schriftzug diente als Vorlage für die 1989 veröffentlichte und von Carol Twombly geschaffene Trajan-Schrift, die bei Adobe erschien. Sie wird gern eingesetzt, wenn Inhalte in Schaugrößen erhaben, historisch – und eben monumental wirken sollen. Letzteres führte dazu, dass sie genreübergreifend als Titelschrift für hunderte Kinofilme verwendet wurde. Albrecht Dürer: Underweysung der Messung, mit dem Zirckel und Richtscheyt, in Linien, Ebenen unnd gantzen corporen. Nürnberg 1525 Über die Jahrhunderte wurde immer wieder versucht, durch Berechnungen und Vermessungen dem Geheimnis der Schönheit dieser Buchstaben auf die Spur zu kommen. Die Bemühungen blieben vergeblich, denn so einfach und konstruiert, wie die Buchstaben erscheinen, sind sie nicht. Die klare und einfache Grundkonstruktion bildet nur einen Teil des Gesamtwerkes. Erst die manuelle handwerkliche Ausführung haucht den Schriften dieser Zeit ihren besonderen Charakter ein. Die These, dass die Formen (einschließlich der Serifen) dabei vom Meißeln geprägt wurden, wird heute immer seltener vertreten. Edward M. Catich legte in seinem Werk The Origin of the Serif überzeugend dar, dass die Buchstaben stets mit einem Pinsel vorgeschrieben wurden. Und diese Pinselbewegungen gaben den Monumentalschriften ihren schwungvollen Charakter und führten dabei mutmaßlich sogar zur Entstehung bzw. bewussten Ausprägung der Serifen, die beim Absetzen des Pinsels am Strichende entstanden. Im Ausbau der Trajan-Schrift wies die Digitalisierung schon eine Eigenheit auf, die antike Inschriften natürlich nicht kannten: die Trajan von Adobe war von Anfang an in zwei Strichstärken verfügbar. Als OpenType-Version (Trajan Pro) wurde die Schrift 2001 veröffentlicht. Robert Slimbach hat die Schrift anschließend weiter ausgebaut. Die Trajan Pro 3 (2012) enthält nun neben einem umfangreichen lateinischen Ausbau auch Griechisch und Kyrillisch und die Familie ist auf 6 Schnitte angewachsen. Alternativzeichen der Trajan Pro 3 Außerdem wurde der Trajan mit der Trajan Sans Pro auch eine serifenlose Schwester zur Seite gestellt. Wie die Optima basiert sie auf einem für die Capitalis Monumentalis üblichen Skelett, hat jedoch nur gekehlte Stämme ohne deutlich sichtbare Serifen.
  49. 2 Punkte
    Die Schrift Apollo wurde zwischen 1962 und 64 von Adrian Frutiger entworfen. Dass diese Schrift zu den weniger bekannten Werken Frutigers gehört, mag daran liegen, dass einige seiner anderen Werke (zum Beispiel die Univers und die Frutiger) das Hauptaugenmerk der typophilen Gemeinde auf sich gezogen haben. Die Apollo war eine der ersten Schriften, die die Firma Monotype für die Verwendung auf ihren neuen Fotosatzmaschinen entwickeln ließ. Sowohl bei MyFonts als auch bei Linotype wird die Apollo für ihre gute Lesbarkeit und ihren robusten Charakter gelobt, der sie nicht nur zu Fotosatzzeiten einen hervorragenden Eindruck machen ließ, sondern diesem auch in ihrer heutigen digitalen Variante in Nichts nachsteht. Die Apollo scheint ein echter Allrounder zu sein, wird sie doch von Linotype als hervorragende Wahl für Buchtypografie, Magazingestaltung und Überschriften gelobt, während MyFonts neben den Überschriften auch die Fließtexteignung explizit hervorhebt.
  50. 2 Punkte
    Source Sans Pro ist eine Schrift von Paul D. Hunt. Die erste Open-Source-Schriftfamilie von Adobe wurde in erster Linie für Benutzeroberflächen entwickelt, nach dem Vorbild US-amerikanischer Groteskschriften des 20. Jahrhunderts, die sich durch besondere Klarheit und Lesbarkeit auszeichnen. Bei der Gestaltung von Source Sans Pro analysierte Hunt systematisch die herausragenden Charakteristika vorhandener serifenloser Schriften und reduzierte anschließend die einzelnen Glyphen weitestgehend zurück auf ihre Urform. Um ähnliche Buchstabenformen besser voneinander zu unterscheiden (z. B. großes I und kleines L), wurden einige zusätzliche Details hinzugefügt. Neben expliziter Klarheit bei kurzen Zeichenfolgen lag das Hauptaugenmerk des Designers auf guter Lesbarkeit unter unterschiedlichsten Bedingungen. Das ist an den allgemeinen Proportionen erkennbar. Source Sans Pro läuft etwas breiter als andere serifenlose Schriften. Die kürzeren Großbuchstaben und etwas weiter auseinanderliegenden Kleinbuchstaben sorgen bei längeren Textpassagen für ein angenehmeres Leseerlebnis. Source Sans Pro unterstützt eine Vielzahl von Sprachen mit lateinischem Alphabet und umfasst sämtliche Zeichen des Adobe Latin 4-Glyphensatzes. Das Open-Source-Projekt wird voraussichtlich mit inkrementellen Updates um neue Glyphen und Funktionen erweitert. Künftige Versionen werden u. a. griechische und kyrillische Zeichensätze, eine verwandte dicktengleiche Familie und andere Funktionen enthalten, die auf der von SourceForge gehosteten Projektseite unter Open@Adobe dokumentiert sind. Wenn Sie zu diesem Open-Source-Projekt beitragen möchten, finden Sie weitere Informationen auf der o. g. SourceForge-Seite. Source Sans Pro kann gemäß den Bestimmungen der Lizenzvereinbarung für Open-Source-Schriften (Open Font License, OFL) angepasst und weiterverteilt werden.
Zeitzone: Berlin/GMT+02:00
With three main styles, Plain, Script and Formal, StylePro transforms the Retro look into a versatile, and powerful font that can be used for nostalgic work, or 21st Century design.
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