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Zeige Inhalte mit den meisten Reaktionen seit 30.11.2010 in Schriftarten

  1. 6 Punkte
    Die Sitka ist ein von Matthew Carter gestalteter Systemfont, der ab Version 8.1 mit dem Windows-Betriebssystem ausgeliefert wird. Für beste Darstellung und Leserlichkeit in allen Schriftgraden verfügt die Schrift über ganze 6 optische Größen, die bei entsprechender Software-Unterstützung automatisch aktiviert werden. Sitka Small, Einsatz < 9,7 Punkt Sitka Text, Einsatz ≥ 9,7 < 13,5 Punkt Sitka Subheading, Einsatz ≥ 13,5 < 18,5 Punkt Sitka Heading, Einsatz ≥ 18,5 < 23,5 Punkt Sitka Display, Einsatz ≥ 23,5 < 27,5 Punkt Sitka Banner, Einsatz ≥ 27,5 Punkt Die 6 optischen Größen sind für alle 4 Grundstile (normal, kursiv, fett, fett kursiv) verfügbar. Somit besteht die Schriftfamilie insgesamt aus 24 Schnitten, jeweils mit lateinischer, kyrillischer und griechischer Belegung.
  2. 5 Punkte
    Hanzipen ist eine digitalisierte Druckbuchstaben-Handschrift des taiwanischen Schriftlabels DynaComware. Neben der CJK-Belegung, für die sie entwickelt wurde, enthält sie aber auch die lateinischen Schriftzeichen. Hanzipen ist im Betriebssystem Mac OS 10 (ab Version Mavericks) enthalten und umfasst zwei Strichstärken (regular, bold).
  3. 4 Punkte
    Die FF Hertz zielt mit ihrem geringen Strichstärkenkontrast und der relativ großen Laufweite besonders auf den Einsatz in Textgrößen. Der Book-Schnitt ist ziemlich kräftig und eignet sich daher gut für die Darstellung auf e-Ink-Displays, die den Text dünner erscheinen lassen, als er ist, oder um ein traditionelles kräftiges Druckbild zu erreichen. Die Schriftfamilie umfasst zwei Kapitälchensätze: Einen größeren, der Abkürzungen und Akronyme nicht zu sehr aus dem Text hervorstechen läßt, und einen kleineren, der optisch auf der Höhe der Kleinbuchstaben bleibt. Es gibt sechs Strichstärken mit zugehörigen Kursiven. In allen aufrechten sowie allen kursiven Schnitten nimmt jede Glyphe den gleichen horizontalen Platz in allen Fettegraden ein, so daß ein Wechsel zwischen verschiedenen Fettegraden möglich ist, ohne dass sich der Textumbruch ändert. Der Entwurf begann mit einer Zeichenübung im Fonteditor mit heruntergesetzter Auflösung (einer Technik, die von Tim Ahrens vorgeschlagen wurde, um sich zuerst auf die groben Proportionen einer Schrift zu konzentrieren und sich nicht zu früh in Details zu verlieren), die sich schnell zu einem größeren Projekt auswuchs. Die FF Hertz vereint Einflüsse aus Hermann Zapfs »Melior« und seiner vergessenen »Mergenthaler Antiqua«, Ziffern aus der Schreibmaschine von Jens’ Mutter, und, besonders in den Kursiven, alte deutsche Kartographiealphabete.
  4. 4 Punkte
    Die Century Schoolbook ist eine Abwandlung der Hausschrift des Century-Magazins. Morris Fuller Benton gestaltete die Century Schoolbook im Auftrag des Schulbuch-Verlages Ginn & Co. Die ursprüngliche Century war gestalterisch auf den Magazin-Satz ausgerichtet. Das Buchstabenbild und die Zwischenräume waren eher eng und feine Details, wie die vertikal lang gezogenen Serifen, verliehen der Schrift eine gewünschte Eleganz. Bei der Century Schoolbook lag der Fokus auf der Leserlichkeit. Das Buchstabenbild und die Zwischenräume sind weiter gehalten. Die Strichstärke ist größer und mit weniger Kontrast gezeichnet. oben: Century Expanded, unten: Century Schoolbook Digitale Versionen als Century Schoolbook oder New Century Schoolbook gibt es zum Beispiel von Linotype, Bitstream, Scangraphic und URW++. Adaptionen unter anderem Namen sind die Grad (Mark Simonson) und die Augustea BQ (Berthold).
  5. 4 Punkte
    Die Rund-Grotesk ist eine geometrische Groteskschrift, die ab 1931 bei der Stuttgarter Schriftgießerei C. E. Weber als Hausschnitt ohne Gestalterangabe erschien. Wie ihre Vorläufer, zum Beispiel Kabel, Erbar-Grotesk und Futura, benutzt die Schrift geometrische Gestaltungsprinzipien, ohne gänzlich von traditionellen Antiqua-Formen abzurücken. Damit behält die Schrift eine ausreichende Lesefreundlichkeit und ist somit nicht gänzlich auf Schauanwendungen beschränkt. Auffällige Charakterzüge der Rund-Grotesk sind die großen Oberlängen und das f mit Unterlänge. Es wurden im Laufe der 1930er-Jahre insgesamt sechs Schnitte (normal, kursiv, halbfett, fett, kursiv fett und schmalfett) veröffentlicht. Eine Digitalisierung in bislang vier Schnitten fertigte Frédéric Krauser als seine Bachelor-Arbeit an der Bauhaus-Universität Weimar im Jahr 2012.
  6. 4 Punkte
    Die FF Franziska von Jakob Runge wurde an der »Muthesius Kunsthochschule« in Kiel unter der Leitung von Albert-Jan Pool und Prof. André Heers im Jahr 2012 als Masterarbeit begonnen. Ab 2013 wurde die Schrift für die FontFont-Bibliothek ausgebaut und verfeinert. Sie erschien dort im Juni 2014. Der kräftig-robuste Schriftentwurf spielt mit einer Mischung von Antiqua- und Egyptienne-Elementen. Die Kursive ist nur leicht geneigt und zeichnet sich durch ihren kräftigen, scharfkantigen Schnitt aus. Eine Reihe von Piktogrammen, einschließlich verschiedener Pfeile und Dingbats, ergänzen den üblichen Zeichenumfang der FontFont-Schriften. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen Die Familie ist in 10 Strichstärken (Hairline bis Black) in aufrechten und kursiven Schnitten erhältlich.
  7. 4 Punkte
    Die Gotham enstand ursprünglich als exklusive Hausschrift für das Männermagazin GQ. Dazu studierte Tobias Frere-Jones alte Beschilderungen New Yorks. Ein Gebäude, das Port Authority Bus Terminal, hatte es ihm dabei besonders angetan und wurde der Ausgangspunkt für die Entwicklung der Gotham. Natürlich erhielt die Schriftfamilie im Vergleich zu den Versalvorlagen auch Kleinbuchstaben. Diese wurden im Grundcharakter geometrisch ausgeführt, jedoch ohne allzu große Strenge. Nachdem die Schrift nicht mehr exklusiv war, wurde sie rasch zu einem Bestseller, insbesondere in Nordamerika. Mittlerweile ist die Familie in 64 Schnitten (8 Strichstärken in jeweils 4 Weiten) verfügbar.
  8. 4 Punkte
    Die Palatino ist neben der Optima die bekannteste Schrift Hermann Zapfs. Seit ihrem Erscheinen zur Mitte des 20. Jahrhunderts findet sie sich in regelmäßiger Anwendung. Benannt ist die Schrift nach dem Italiener Giovanbattista Palatino, einem Schreibmeister des 16. Jahrhunderts und Zeitgenossen von Michelangelo und Claude Garamond. »Hermann Zapf wies mit dieser Schrift überzeugend nach, daß auf den Grundlagen der Renaissance immer noch weitergebaut werden kann, daß es hier immer noch genügend Möglichkeiten zum Variieren verschiedener Details der Schriftzeichnung gibt, durch die die Individualität der eigenen Auffassung ausgedrückt werden kann« heißt es in Die schöne Schrift von František Muzika Korrekturphasen der Palatino Kursiv (hier noch unter dem später verworfenen Namen Medici) Zapf baut seine Palatino auf antike Proportionen auf und haucht ihnen dabei kalligrafischen Charakter ein. Die Schrift läuft vergleichsweise weit. Dies macht die Schrift jedoch auch besonders robust und lesefreundlich. Schlichte Einführung eines Klassikers im Jahr 1950 Buchstabenbelegung in der Bleisatzversion von 1950 Die Entwürfe von Hermann Zapf (rechts) wurden von August Rosenberger (links) für den Bleisatz geschnitten Der erste Druck in einem Probegrad erfolgt 1949 in dem Buch »Von der dreifachen Ehrfurcht, Gedanken Goethes über Erziehung zu edlem Menschentum« als Privatdruck der Schriftgießerei D. Stempel. Die Schrift erscheint dann 1950 für Hand- und Linotypesatz. Eine leichtere Version der Palatino wurde von Linotype unter der Bezeichnung Aldus Antiqua herausgebracht. Zugehörig waren ebenfalls die Versal-Alphabete Michelangelo, Sinista und Phidias. Die Palatino Nova (2005) ist eine moderne Überarbeitung für den Digitalsatz durch Akira Kobayashi. Die neue Version vermeidet die Einschränkungen von Blei- und Fotosatz und ist auch im Zeichenvorrat den heutigen Erfordernissen angepasst. Die Michelangelo heißt nun Palatino Nova Titling und die Sinista wurde in Palatina Nova Imperial umgetauft. Mit der Palatino Sans bekam die Palatino im 2006 eine serifenlose Schwester. 2013 erschien zudem eine eText-Version in 4 Schnitten (normal, kursiv, fett, fett kursiv) speziell für den Einsatz auf elektronischen Lesegeräten. Die Überarbeitung erfolgte in diesem Fall von Toshi Omagari.
  9. 3 Punkte
    Mit der Helvetica Now erschien 2019 eine weitere Bearbeitung des Klassikers Helvetica. Die Helvetica Now zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie in drei optischen Größen (Micro, Text and Display) mit bis zu 10 Strichstärken erhältlich ist. In der Summe kommt die Familie auf 48 Schnitte. Erstmals für die Helvetica erhältlich sind auch Alternativbuchstaben wie ein l mit Fuß, um Versal-I und Minuskel-l besser unterscheiden zu können. Weitere Varianten gibt es für a, u, R und G.
  10. 3 Punkte
    Die Meret von Nils Thomsen erschien ursprünglich 2011 über OurType und ist seit 2018 in einer überarbeiten Fassung bei TypeMates erhältlich. Die Schriftfamilie orientiert sich an den beiden grundlegenden Schreibwerkzeugen der Schriftgeschichte: der Breit- und der Spitzfeder. Das Resultat ist eine robuste Text-Schrift mit acht Strichstärken – die Hälfte für Textgrößen ausgelegt. Die Kursive ist schlicht gehalten, besitzt aber dennoch einen eigenständigen Charakter. Ein Einblick in die recht analytische Recherche zu den Schriftformen und Entscheidungen während Nils Thomsens Zeit in der Schriftgestaltungsklasse »Type and Media« an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Den Haag ist hier (auf Englisch) nachzulesen.
  11. 3 Punkte
    CamingoSlab ist eine serifenbetonte Variante der 2008 erschienenen CamingoDos. Die Familie ist in sieben Strichstärken mit zugehörigen Kursiven verfügbar. Alle Schnitte verfügen über eine erweiterte lateinische Belegung und man hat die Wahl zwischen einer Standardvariante mit 510 Glyphen und den Pro-Schnitten mit 830 Glyphen. Nur in letzteren steckt die OpenType-Funktionalität für Kapitälchen, zehn Ziffernsets und stilistische Alternativen.
  12. 3 Punkte
    Tuna ist eine lebhafte, zeitgenössische Fließtextschrift mit kräftigen Serifen, die sowohl für die Verwendung am Bildschirm als auch für den klassischen Buchsatz optimiert wurde. Die Schriftfamilie verfügt über 10 Schnitte. In den jeweils über 700 Glyphen steckt eine erweiterte lateinische Belegung, Kapitälchen und 5 verschiedene Ziffernsets.
  13. 3 Punkte
    Die Dunbar von CJ Dunn basiert auf der Erbar-Grotesk von Jakob Erbar aus den 1920er-Jahren. Statt einer bloßen Digitalisierung ist die Dunbar jedoch eine umfassende Neubearbeitung des ursprünglichen Entwurfs mit umfangreicher Zeichenbelegung und zahlreichen OpenType-Funktionen. Die Familie ist in drei optischen Größen erhältlich: Tall (neun Strichstärken), Text (vier Strichstärken) und Low (sieben Strichstärken).
  14. 3 Punkte
    Die Pensum Pro von Nils Thomsen hat ihren Ursprung in Formübungen mit der Breitfeder und dem Pinsel in der Klasse von Peter Verheul, während Nils’ Zeit 2009 bei Type and Media in Den Haag. Die Schriftfamilie ist primär für Textgrößen gestaltet und bietet neun Strichstärken von Thin bis Black plus zugehöriger Kursiven. Die markanten Serifen zusammen mit dem geringen Kontrast optimieren die Schrift für lange Lesetexte z.B. in Magazinen oder Büchern. Mitunter können die scharfkantigen Details, welche im Kontrast zu pinselartigen und weichen Formen stehen, in großen Überschriften oder kursiven Zitaten punkten. Die Pensum Pro beinhaltet rund 1050 Zeichen mit etlichen OpenType-Features. Hinzu kommt der umfangreiche Sprachausbau von rund 90 Sprachen (Adobe Latin 3).
  15. 3 Punkte
    Die Canto von Richard Lipton basiert auf den Untersuchungen Edward Catichs zur Entstehung römischer Inschriften durch den Pinsel als formbestimmendes Schreibwerkzeug. In der Canto wird dieser Duktus auf eine heutige, doppelhäusige Antiqua-Familie übertragen. Die römischen Capitalis-Monumentalis-Versalien verbinden sich dabei mit dem Duktus humanistischer Kleinbuchstaben. Kapitälchen und ausladende Schwungbuchstaben gehören ebenfalls zum Zeichenvorrat. Die zwei Strichstärken sind jeweils in vier verschiedenen Version erhältlich. Einer normalen (»strengen«) Version, einer etwas bewegteren Version (»Pen«) sowie zwei Display-Versionen, deren Strichführung deutlich die Schreibung mit dem Pinsel hervortreten lässt.
  16. 3 Punkte
    Die Questa ist eine Schriftsippe, die als Zusammenarbeit von Jos Buivenga und Martin Majoor entstand. Die Sippe besteht aus vier Stilen. Die Serifenfamilie nahm sich klassizistische Schriften von Bodoni, Didot und Walbaum zum Vorbild, ohne jedoch eine konkrete Neuinterpretation einer dieser Schriften sein zu wollen. Auch gibt sich die Schrift weniger konstruiert als die klassizistischen Vorbilder. Auf Basis der Serifenversion wurden die eher statische Groteskfamilie und die elegante Display-Version Questa Grande als Einzelschnitt erarbeitet. Die Serifen- und Sans-Versionen verfügen über je fünf Strichstärken (jeweils mit Kursive). 2016 kam die Questa Slab als Erweiterung der Sippe hinzu. Der Regular-Schnitt aller Sippenmitglieder kann gratis als Druckschrift und Webfont geladen werden.
  17. 3 Punkte
    Die Rabenau (früher Lucinde) ist eine Antiqua-Schrift von Axel Bertram und erschien 2011 bei Linotype. Ab dem Jahre 2003 wirkte der Kalligraf und Schriftgestalter Andreas Frohloff am Ausbau und der Fertigstellung der 16 Schnitte der Schriftfamilie mit. Rabenau wurde durch verschiedene Quellen inspiriert: von Alphabeten für Buch-Cover bis hin zu Schreibmaschinenschriften und sogar englischen Schriften vom Anfang des 19. Jahrhunderts (z.B. denen, die der erfahrene Drucker William Bulmer verwendete). Die Familie ist in vier Strichstärken (regular, book, semibold, bold) erhältlich. Zusätzlich gibt es schmale und Poster-Schnitte sowie eine lichte Version. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  18. 3 Punkte
    Als Vorlage für die Galliard von Matthew Carter dienten Schriften, die Robert Granjon Mitte des 16. Jahrhunderts schuf. Für die Antiqua war dies die von Plantin in Antwerpen 1567 angeschaffte Gros Cicero, für die Kursive die 1570 im Auftrag Plantins geschnittene Ascendonica Cursiue (20 Punkt Didot). Granjons Gros Cicero fällt insbesondere durch ihre für die Zeit vergleichsweise große x-Höhe auf. Die Kursive gibt sich äußerst lebendig und charakterstark. Außerdem besitzt sie auffällige Schwungbuchstaben und Ligaturen, die sich zumindest teilweise in der ITC Galliard wiederfinden. Die Bezeichnung Galliard geht auf die von Granjon geschnittene 8-Punkt-Antiqua zurück, die dieser nach einem Volkstanz »La Gaillarde« benannt hatte. Die Veröffentlichung der Schrift zog sich lange hin, denn ihre Entwicklung fiel im Sinne der Schrifttechnik auf turbulente Zeiten. Die Entwürfe entstanden zunächst für das Linofilm-System, das eine Einteilung der Buchstabenbreiten auf 18 Einheiten verlangte. Nach zwei Versuchen, die Feinheiten der Schrift in diesem System akzeptabel wiederzugeben, wurde das Projekt zunächst fallengelassen. Mit dem später erschienenen Linofilm-Quick-System war die technische Ausgangslage besser, jedoch war das System an sich kein Verkaufsschlager, sodass es auch hier zu keiner Veröffentlichung der Galliard kam. Erst mit dem Linotype-VIP-System mit 54 Einheiten wurde das Projekt schließlich realisiert und die Schrift erschien 1978 in vier aufrechten und kursiven Schnitten. bei MyFonts herunterladen Drei Jahre später übernahm ITC die Rechte an der Schrift und verhalf ihr weltweit zu einer großen Verbreitung. Durch die im PostScript-Format üblichen 8-Bit-Zeichensätze war der Zeichenumfang zunächst gegenüber den Originalentwürfen geschrumpft. Jedoch gibt es heute wieder Pro-Versionen mit größerem Zeichensatz inklusive verschiedener Ziffernsets, Ligaturen und Schmuckbuchstaben. Für Lesetexte am Bildschirm kam 2013 noch eine von Carl Crossgrove überarbeitete eText-Version in vier Schnitten heraus.
  19. 3 Punkte
    Nach dem Schnitt der Post-Antiqua widmete sich Herbert Post einem Frakturschrift-Entwurf. Denn die geänderten politischen Verhältnisse Anfang der 1930er-Jahre ließen wenig Raum für die Anwendung seines Antiqua-Entwurfes. »Die Verleger suchen sehr nach einer uns zeitgemäßen Schrift. […] Es ist schade, daß ich mit dem Drucken in Antiqua aufhören muß, wenigstens vorerst …« schrieb Post in einem Brief. Schriftmuster der Post-Fraktur, Ende der 1930er-Jahre 1933 reiste Post nach Frankfurt/M. um durch Rudolf Kochs Sohn Paul Koch den Schnitt seiner Fraktur besorgen zu lassen. Die Bauersche Gießerei erklärte sich zur Anfertigung eines Probegusses bereit. Einfach und klar sollte die Fraktur werden. »Ich strebte eine Buch- und Leseschrift an. Sie sollte deutlich sein. Sie sollte die Vorzüge der klassischen Schriften eines Unger habe, der schon vor 100 Jahren versuchte die barocken Schnörkel zu vermeiden. Ich ging sogar soweit, daß ich möglichst wieder auf die Grundform in den Versalien ging. Ich nahm die Federform, die organische Form, um eine flüssigere Linie, den gesetzmäßigen Wechsel von dicken und dünnen Linien zu erhalten – aber beachtete streng, daß die Buchstaben im Schnitt auf die im Letterndruck sich ständig wiederholenden Typenform, also auf das Gesetz der Type abgestimmt sind. Dies scheint mir das Geheimnis in der Schriftgestaltung zu sein.« Die Veröffentlichung der Post-Fraktur gestaltete sich jedoch als schwierig. Die Bauersche Gießerei stellte sie zwar her, wollte sie jedoch nicht vertreiben, zumindest bis sich doch Interessenten meldeten und die Geschäfte an Post vorbeizugehen drohten. Es kam zum Streit, der darin mündete, dass Post die Matrizen und Stahlstempel gegen eine Zahlung von 500,– Mark auslöste. Post bot die Schrift in der Folge auch Karl Klingspor an. Dieser sah in ihr jedoch eine zu starke Ähnlichkeit zu Rudolf Kochs gerade erschienener Claudius und drohte daher mit rechtlichen Schritten, wenn die Schrift in den Handel kommen sollte. Rudolf Kochs Claudius in einer Digitalisierung von Ralph M. Unger 1937 einigte sich Post mit der H. Berthold AG in Berlin über den Vertrieb von Post-Antiqua und Post-Fraktur und im gleichen Jahr begann nun zügig der Ausbau und Schnitt beider Schriften. Neben dem normalen Schnitt begann auch die Arbeit an einer halbfetten Garnitur und Zierversalien. Beide kamen 1940 heraus. Die Schriftprobe zur Veröffentlichung der Post-Fraktur betont gleich auf der ersten Seite ausdrücklich, dass die Schrift bereits 1933 im Entwurf vorlag – also vier Jahre vor der Veröffentlichung der Claudius. Digitalisierungen der Post-Fraktur sind zum Beispiel über Delbanco-Frakturschriften und RMU Fonts erhältlich. bei MyFonts herunterladen
  20. 3 Punkte
    Die FF Quixo entstand als Frank Grießhammers Abschlussprojekt beim Typedesign-Studium an der königlichen Kunstakademie Den Haag. Jeder Schnitt basierte ursprünglich auf unterschiedlichen Schreibwerkzeugen. Nach dem Abschluss des Studiums wurde die Schrift noch einmal grundlegend überarbeitet und ausgebaut. Auch die starken stilistischen Unterschiede zwischen den Schnitten wurden zugunsten einer vielseitig einsetzbaren Schriftfamilie wieder reduziert. Die Familie verfügt über sechs Strichstärken, jeweils mit Kursiven. Die aufrechten Schnitte der Familie enthalten zusätzlich zu den Schriftzeichen eine Piktogramm-Belegung entsprechend der Zapf Dingbats. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  21. 3 Punkte
    Die FF Dora von Slávka Pauliková vereint in ihren 5 Schnitten Leserlichkeit und Charakterstärke. Der normale aufrechte Schnitt glänzt durch einen weichen, humanistischen Stil mit hervorragender Leserlichkeit. Die Schrift kann daher problemlos für Lesetexte in Büchern und Zeitschriften eingesetzt werden. Die kursiven und fetten Schnitte hingegen zeichnen sich durch ihre bewegte und kräftige Strichführung aus. In der Display-Version mit den bulligen Serifen und den tiefen, kantigen Einschnitten wurde der besondere Charakter der FF Dora noch einmal verstärkt und auf die Spitze getrieben. bei MyFonts herunterladen
  22. 3 Punkte
    Die von Paul Renner in den 1920er-Jahren geschaffene Futura gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Schriften des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn dieses Jahrhunderts dominierten im deutschsprachigen Raum noch die gebrochenen Schriften. Am Bauhaus in Weimar und später in Dessau experimentierten Designer wie Herbert Bayer, Josef Albers und Joost Schmidt mit stark vereinfachten Alphabeten, die gänzlich aus geometrischen Grundformen zusammengesetzt sind und teilweise sogar auf Großbuchstaben verzichten. Doch die neuen Alphabete sind zu radikal, um als Gebrauchsschrift eingesetzt werden zu können. Inspiriert von den Ideen der Bauhäusler gelingt Paul Renner jedoch ein erfolgreicher Kompromiss. Er baut seine Futura ebenfalls auf möglichst einfachen Grundformen auf, orientiert sich aber dennoch an Lesegewohnheiten und schriftgestalterischen Konventionen, mit denen in Satzschriften visuelle Effekte ausgeglichen werden. So sind Kreisformen in der Futura nicht streng mathematisch, sondern nach optischen Gesichtspunkten konstruiert und auch Einläufe von Kurven in Stämme verjüngen sich, um Fleckenbildung zu vermeiden. In der allerersten Version 1927 hatte die Futura noch einige experimentelle Buchstabenformen als »Spezialfiguren«, die aber in der Folge aus den Mustern verschwanden und sich heute in aktuellen OpenType-Versionen wiederfinden.
  23. 3 Punkte
    »Sie will eine Schrift sein aus dem Geiste unserer Zeit entwickelt, zweckmäßig durchgestaltet wie eine moderne, von allen anerkannte und freudig bejahte Industrieform von heute.« Hermann Zapf, 1958 Die Anfänge der Optima gehen bis ins Jahr 1950 zurück. Damals studierte Hermann Zapf in Rom und Florenz alte Inschriften und kehre mit vielen Skizzen nach Deutschland zurück. Darunter befanden sich auch einige serifenlose Buchstaben, die Zapf wegen ihrer Einfachheit und Strenge besonders gefielen. Die Skizzen basierten auf Inschriften am Konstantinbogens in Rom und Grabplatten aus Santa Croce. Sie bildeten die Grundlage der Idee einer serifenlosen Schrift mit Wechselzug. Skizzen von Hermann Zapf aus Italien, die mangels Papier auf Lire-Scheinen ausgeführt wurden Die ersten Entwürfe zur Optima entstanden 1952 mit einer leicht schräg gestellten Breitfeder. Doch schon bei der Zeichnung der halbfetten Variante, zeigten sich Probleme mit diesem Ansatz. Die Schattenachse wurde daraufhin horizontal gestellt und die Optima entwickelte sich zu einer »ausgesprochen sachlichen Antiquaform«, wie Zapf den Entwurf beschrieb. Dabei mischt die Schrift geschickt die Prinzipien von Antiqua und Grotesk. Denn von der Strichführung her, ist die Optima eher eine Serifenschrift – nur besitzt sie eben gar keine Serifen. Mit Druck- und Prägeversuchen sowie fotografischen Reproduktionen wurde die Schrift weiter optimiert. Mit leicht verstärkten Grundstrichen und Strichenden, wie sie sich bereits in altrömischen Inschriften finden, konnte Zapf die Schrift robuster für die Drucktechniken der Zeit machen und die Schrift wurde auch für kleinere Lesegrade tauglich gemacht. Die Versalien zeigen eine klare Referenz zu den majestätischen Inschriften, wie man sie etwa von der Trajan-Säule in Rom kennt. bei MyFonts herunterladen Bei den Auszeichnungsgraden über 14 Punkt wehrte sich Zapf erfolgreich gegen die Einhaltung der deutschen Normalschriftlinie, die zu einer Kürzung der Unterlängen geführt hätte. Die Grundlinie wurde stattdessen höher gestellt und Schriftmischungen mussten also entsprechend ausgeglichen werden. Damals hieß es in den Broschüren: »Das Aufgabengebiet der Optima umfasst Kunst- und Fotobücher, technisch-wissenschaftliche Publikationen, Kataloge, Industriedrucksachen, Festschriften und Repräsentationsdrucke, Kinderbücher und Zeitschriften.« Die elegante, fast majestätische Anmutung verschaffte der Schrift viele Einsätze in modernen Inschriften bzw. Beschilderungen. Auch im Kosmetikbereich wird die Eleganz für Unternehmens- und Produktbezeichnungen immer wieder verwendet. Als Werkschrift, wie eigentlich anvisiert, konnte sich die Schrift eher nicht durchsetzen. Korrekturabzüge von Hermann Zapf aus dem Jahr 1958 Im Jahre 2002, mehr als 50 Jahre nach dem ursprünglichen Entwurf, wurde die Optima Nova veröffentlicht, die Zapf zusammen mit Akira Kobayashi entwickelt hatte. Die neue Optima verfügt nun über neue Schnitte (Light und mehrere Condensed-Schnitte), echte Kursivformen, Kapitälchen (selbst in der Kursiven) und einen speziellen Titelsatz-Schnitt mit Ligaturen.
  24. 3 Punkte
    Die Trivia ist eine Familie in 48 Schnitten. Štorm hatte immer wieder das Problem, Verlegern die verschiedenen Schriftklassifikation (Antiqua, Grotesk, Egyptienne etc.) und ihre möglichen Ausprägungen zu erklären. Mit dieser Schrift schuf er dazu eine Schriftfamilie als Paradebeispiel, die mit der Zeit immer weiter anwuchs. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  25. 3 Punkte
    Neil Summerour zur Entstehung seiner »Air«: Gestaltungsinspiration Air entstand, wie in einem guten schlechten Film, an der Schnittstelle zwischen Grotesk und Grotesque. Ich wollte die wichtigsten Merkmale der deutschen Grotesk und der amerikanischen Grotesque miteinander verbinden, um etwas Neues und doch Vertrautes zu schaffen. Dies ist kein Versuch, Helvetica neu zu erfinden (gähn), vergesst das gleich wieder. Ich wollte von Anfang an, dass die Air ein Arbeitstier wird, das dem Benutzer Auswahl und Flexibilität ohne Ende bietet. Im Kern ist diese Schriftart das gereifte Gerüst der Aaux Next, das ich vor Jahren entwickelt habe. Aaux Next entstand aus meiner Liebe zur Akzidenz-Grotesk und meinen Vorbehalten gegen sie. Bei der Aaux Next versuchte ich, mechanisch, kalt und kompromisslos vorzugehen. Ich damals: ein alleinstehender, übermütiger junger Mann – das passte. Ich heute: verheiratet, Kinder, Hund. Ich musste feststellen, dass ich ein ziemliches Weichei geworden bin. Wenn ich mir Aaux Next jetzt anschaue (und wenn ich das in den letzten Jahren tat), sehe ich eine weitere Schriftart hervorlugen, die herauswollte, eine, die den roboterhaften Serifenlosen, den billigen Kunststückchen und Kompromissen nicht in die Falle gehen sollte. Das Erbgut dieser Schriftart musste gezeichnet und nicht bloß am Bildschirm generiert werden, also nahm ich mir ein Jahr Zeit. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen Gestaltungsinformation Ich liebe Schrift. Ich liebe es, mit Schrift zu arbeiten. Aber ich hasse es, nur entweder eine Oblique oder eine echte Kursive zur Verfügung zu haben. Um beide zu ihrem Recht kommen zu lassen, machte ich mich daran, beide zu entwerfen; dafür gibt es genug Gründe. Ich möchte, dass der Benutzer die richtige Schriftart für den Druck, für Websites usw. bewusst wählt (und die Möglichkeit hat, dies zu tun). Diese Flexibilität stand im Zentrum meiner Entscheidungsfindung. Die Oblique ist direkt und aggressiv. Die Kursive zeichnete ich neu, gab den Buchstaben weniger Neigung, aber mehr handschriftlichen Duktus; daher ist das Ergebnis den aufrechten Schnitten wesensähnlicher. Derzeit sind neun Strichstärken verfügbar. Aufgrund der logischen Strichstärkenfolge und der gewünschten Flexiblität wurden einige leichte Schnitte erforderlich, deren Gestaltung und Einsatzmöglichkeiten ich nachging. Herausgekommen sind eine Reihe von dünnen, aber nicht zu dünnen Strichstärken, die ihre Wirkung in der richtigen Größe entfalten. Das Ergebnis ist eine robuste Großfamilie aus 81 Fonts, die funktional, professionell und äußerst leserlich ist, ohne ihre Persönlichkeit aufzugeben. Dazu kommt, dass jeder Font 900 Zeichen mitbringt, darunter Ligaturen, Schmuckligaturen, Formatvarianten, vorgefertigte Brüche sowie separate Zähler- und Nennerziffern, proportional und tabellarisch zugerichtete Versal- und Mediävalziffern, hoch- und tiefgestellte Ziffern, Kapitälchen, kontextabhängige Zeichenvarianten sowie Sonderzeichen für zahlreiche Sprachen. Am Ende steht also eine vielseitige Schriftfamilie, die sich für jedes Projekt eignet.
  26. 3 Punkte
    »Andika – eine Grotesk mit Unicode-konformer Zeichenbelegung – wurde zu Alphabetisierungszwecken entworfen und berücksichtigt vor allem die Bedürfnisse von Leseanfängern. Das Hauptaugenmerk lag auf klaren, leicht zu erkennenden Formen, die dem Verwechseln von Buchstaben vorbeugen. Manche Lehrer in Alphabetisierungsprojekten bevorzugen serifenlose Schriftarten wegen ihrer gegenüber Serifenschriften einfacheren, weniger detaillierten Formen. Mitunter beschränkte diese Präferenz die Auswahl auf Schriftarten, die für Lese- und Schreibanfänger nur bedingt geeignet waren. Bisweilen mussten sogar mehrere Schriftarten für ein Projekt zum Einsatz kommen, um das erforderliche Zeichenrepertoire abzudecken; die Dokumente, die so entstanden, waren oft verwirrend und unschön. Diese Schwierigkeiten werden durch Andika behoben.« Für einige Zeichen (siehe Abbildung unten) gibt es zwei Formen, von denen jeweils eine handschriftnäher ist. Andika liegt bisher nur in einem Regular-Schnitt vor; weitere Schnitte (kursiv, fett, fettkursiv) sollen folgen.
  27. 2 Punkte
    Arpona ist eine Schrift mit Dreiecks-Serifen von Felix Braden. Die Schrift ist in Teilen inspiriert von den in Stein gemeißelten Buchstaben der römischen Antiqua. Die Familie hat 18 Schnitte, von Thin bis Black, inklusive entsprechender Kursiven. Jeder Schnitt umfasst 590 Glyphen, und unterstützt alle west-, ost- und mitteleuropäischen Sprachen, darunter vier verschiedene Zahlensätze und viele Währungszeichen.
  28. 2 Punkte
    Livory wurde von Hannes von Döhren und Livius F. Dietzel zwischen 2005 und 2010 entwickelt. Gut geeignet als Leseschrift für lange Texte, kommt sie auch in Display-Größen gut zur Geltung. Die Familie besteht aus vier Schnitten (Regular und Bold, jeweils mit Kursiven). Jeder Schnitt beinhaltet fast 700 Glyphen, darunter Kapitälchen, verschiedene Ziffernarten, Ligaturen, Pfeile und Ornamente.
  29. 2 Punkte
    Dieter Hofrichter hat mit der Carrara eine gut lesbare, unaufdringliche, »moderne Transitional-Antiqua« geschaffen, die sich für alle Arten von Text eignet. In größeren Schriftgraden kommen die individuellen Details gut zur Geltung. Die Schrift ist mit 12 Schnitten (von Extra Light bis Black mit entsprechenden Kursiven) und jeweils über 700 Zeichen, darunter Ligaturen, Kapitälchen, alle Arten von Ziffern, Pfeilen und OpenType-Funktionen gut ausgebaut. Den Light-Schnitt gibt es als kostenlosen Download. Ein Versal-Eszett ist leider nicht vorhanden.
  30. 2 Punkte
    Die Crimson Text ist eine Schriftfamilie mit sechs Schnitten (normal, halbfett und fett plus entsprechende Kursive) für den Satz von Büchern in traditioneller Weise. Sie enthält Kapitälchen, hoch- und tiefgestellt Ziffern und Buchstaben, außerdem eine Fülle von griechischen und koptischen Zeichen, allerdings kein Versal-Eszett.
  31. 2 Punkte
    EmojiOne ist ein Satz von Emoji-Grafiken des US-amerikanischen Unternehmens Ranks.com, Inc. Die Emoji-Grafiken stehen als Bitmap- und Vektorgrafiken sowie als Font-Dateien zum Download bereit und wurden ursprünglich unter der Creative-Commons-Lizenz CC BY 4.0 angeboten. Seit Version 3.0 gibt es eigene, größtenteils kostenpflichtige Lizenzen.
  32. 2 Punkte
    Die KS GrequeX wurde nach dem Vorbild der berühmten Grecs du Roi von Garamond erstellt. Dieser schnitt Mitte des 16. Jahrhunderts für den Drucker und Gelehrten Robert Estienne die Stempel, der damit im Auftrage Franz I. den Humanismus vorantrieb, indem diese Schrift für Jahrhunderte Griechische Schrift definierte. Die Schrift selbst basierte auf der Handschrift des Kreter Kopisten Angelo Vergikio. Für verschiedene Druckwerke kursierte die Grec du Roi in diversen Auflagen, von denen die umfangreichste um die 430 Elemente umfasste. Die KS GrequeX hat insgesamt über 1100 Ligaturen und Abkürzungen, die sowohl über Opentype-Features wie auch über die Glyphentabelle erreichbar sind. Neben polytonischem Griechisch inklusive archaischer Zeichen wird Latein unterstützt, auch mit Alternativ-Glyphen. Kapitälchen und zwei verschiedene Zahlenblöcke komplettieren den Font. Es werden jedoch keine Zeichen unterstützt, die Garamond nicht auch zur Verfügung hatte!
  33. 2 Punkte
    Die PS Fournier von Stéphane Elbaz ist eine Neubearbeitung der Antiqua-Schriften von Pierre Simon Fournier aus dem 18. Jahrhundert. Die PS Fournier verfügt dabei über einen besonders großzügigen Ausbau mit 42 Schnitten. Sieben Strichstärken und drei optische Größen stehen dabei zur Verfügung. Abgerundet wird das Paket mit über 100 Zeichen für Rahmen, Linien und Ornamente.
  34. 2 Punkte
    Maria Doreuli begann die Arbeit an der William bereits während ihres Designstudiums an der Staatlichen Universität für das Druckwesen in Moskau. Pate standen dabei Caslon-Schriftmuster aus den Jahren 1785 und 1796. Seit 2013 wurde in Zusammenarbeit mit Typotheque an der endgültigen Veröffentlichung gearbeitet, die 2016 erfolgte. Die Familie verfügt über drei optische Größen (Text, Subhead, Display) mit erweitertem lateinischen Ausbau sowie OpenType-Merkmalen wie Kapitälchen und Schwungbuchstaben. Griechisch und Kyrillisch sollen später folgen. Alle drei Familien haben die vier Standardschnitte normal, kursiv, fett und fett kursiv. Die Display-Familie verfügt zudem über einen lichten Schnitt. Die Textversion besitzt einen zusätzlichen Ornament-Font.
  35. 2 Punkte
    Die Cardamon von Brigitte Schuster entstand ursprünglich als Abschlussarbeit ihres Master-Studiums an der Kunsthochschule von Den Haag in den Niederlanden. Die Basis bildete eine Analyse historischer Schriften aus dem 16. Jahrhundert von Hendrik van den Keere und Robert Granjon für die aufrechten Schnitte und zusätzlich von Giovan Francesco Cresci für die Kursive. Darüber hinaus experimentiert Brigitte Schuster mit einer Betonung eckiger Formen, um in kleinen Graden die Lesbarkeit und in großen Graden die Individualität der Schrift zu erhöhen. Allerdings stellt sich der gewünschte Effekt nicht vollends ein, sodass der Effekt in der Cardamon Pro letztlich zurückgenommen wurde, aber weiterhin als stilistisches Element enthalten ist. bei MyFonts herunterladen Die Formen der Cardamon zeigen deutlich den Einfluss der historischen Renaissance-Antiqua, kombiniert mit Elementen einer mit der Breitfeder geschriebenen Handschrift. Letzteres findet zum Beispiel in den teilweise eckigen Formen, einer leichten Neigung der Buchstaben in Schreibrichtung sowie in den mitunter leicht gekehlten Stämmen seinen Ausdruck. Außerdem gab die Designerin der Cardamon mit leicht unterschiedlich lang gestalteten Serifen zusätzliche Lebendigkeit. Eine große x-Höhe und großzügige Punzen sorgen dafür, dass die Schrift auch in kleinen Graden leserlich und lesefreundlich ist. Die Familie ist in vier Strichstärken mit Kursiven ausgebaut, wobei die Strichstärkenunterschiede vergleichsweise schwach ausfallen. Die Pro-Belegung verfügt über 671 Glyphen mit Kapitälchen und allen gängigen Ziffernsets.
  36. 2 Punkte
    Die Questa Grande von Jos Buivenga und Martin Majoor ist Teil der kommerziellen Questa-Sippe, kann jedoch kostenlos von Fontspring heruntergeladen werden. Die Schrift ist mit ihrem hohen Strichstärkenkontrast speziell auf den Einsatz in Schauanwendungen ausgelegt. Die Schrift besitzt eine lateinische Belegung mit Kapitälchen und Ziffern in Versal- und Minuskelform (jeweils tabellarisch und proportional).
  37. 2 Punkte
    Die Guardian ist eine Schriftsippe, die zwischen 2004 und 2005 als Hausschrift der englischen Zeitung The Guardian entstand. Die federführenden Designer waren Christian Schwartz und Paul Barnes. Die Sippe besteht aus fünf Schriftfamilien (Egyptian, Sans, Text Egyptian, Text Sans, Agate) mit insgesamt über 200 Schnitten. Damit bildet die Guardian-Sippe die wohl größte Schriftfamilie, die bislang für eine Zeitung entwickelt wurde. Guardian Egyptian Guardian Sans Guardian Text Egyptian Guardian Text Sans Guardian Agate
  38. 2 Punkte
    Theodore Low De Vinne druckte Ende des 19. Jahrhunderts in den USA das Century Magazine. Er war jedoch mit der zunächst benutzten Schrift nicht zufrieden. Zu dieser Zeit erfreuten sich die feinen klassizistischen Schriften noch immer großer Beliebtheit. De Vinne wünschte sich für das Magazin eine robustere Schrift mit markanten Serifen und ökonomischem Platzbedarf. In Zusammenarbeit mit Linn Boyd Benton entstand so Mitte der 1890er-Jahre die neue Hausschrift des Magazins: die Century. Um die Jahrhundertwende nahm sich Morris Fuller Benton, der Sohn von Linn Boyd Benton, der Schrift an und baute sie über einen Zeitraum von zehn Jahren für American Type Founders (ATF) zu einer frei verkäuflichen Großfamilie aus. Die ATF-Hauptprobe von 1912 widmete der Schrift ganze 64 Seiten. Die Schrift wurde auch für die Satzmaschinen von Monotype, Linotype und Intertype verfügbar gemacht und blieb lange Zeit eine beliebte Wahl für Fließ- und Schautexte. Digitalisierungen sind heute von verschiedenen Herstellern (zum Beispiel ITC, Bitstream, Linotype, URW++) unter der Bezeichnung Century oder Century Expanded erhältlich. Eine besonders umfangreiche Adaption ist die Benton Modern von Tobias Frere-Jones, die über 40 Schnitte verfügt.
  39. 2 Punkte
    Die Deutschmeister erschien 1934 in zwei Strichstärken bei der Schriftgießerei Ludwig Wagner. Bereits 1927 hatte die Gießerei den gleichen Namen für einen anderen, in diesem Artikel nicht behandelten Entwurf verwendet. Das Design der Deutschmeister folgt den schlichten Gotischen wie Tannenberg, National und Element, die kurz zuvor bei anderen deutschen Schriftgießereien erschienen waren. Ein Erkennungsmerkmal der Deutschmeister ist der Schwung am Minuskel-x, bei dem die sonstige Strenge der schlichten Gotischen ausnahmsweise aufgegeben wurde. Eine kommerzielle Digitalisierung in zwei Schnitten gibt es von Gerhard Helzel und einen Einzelschnitt von RMU Fonts. Eine kostenlose Version ist als Grobe Deutschmeister von Peter Wiegel erhältlich.
  40. 2 Punkte
    Die Schriftart Potsdam ist eine gebrochene Groteskschriftfamilie von Robert Golpon und erschien 1934 bei der Hamburger Schriftgießerei J. D. Trennert & Sohn. Die Schriftgießerei C. E. Weber übernahm die Schrift ein Jahr später unter dem Namen Staufia, der vom Berg Hohenstaufen abgeleitet ist. Die Versionen beider Gießereien waren in den vier Schnitten mager, halbfett, fett und schmalhalbfett erhältlich. Letzterer ist heute in einer kostenlosen Version von Manfred Klein und in einer kommerziellen Version von Gerhard Helzel erhältlich.
  41. 2 Punkte
    Die Telefon ist eine geometrische Groteskschrift von Sindre Bremnes. In einem Buch, das ihm seine Tochter geschenkt hatte, stieß Bremnes auf die Originalbeschriftungen norwegischer Telefonzellen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts. Er fertigte Zeichnungen davon an und begann, ein vollständiges Alphabet daraus zu entwickeln, das 2012 über Monokrom erschien. Die Schrift ist in drei Strichstärken – jedoch bislang ohne Kursive – in erweiterter lateinischer Belegung ausgebaut. Die Ziffern sind als Versal- und Minuskelziffern jeweils tabellarisch proportional sowie als hoch- und tiefgestellte Varianten enthalten.
  42. 2 Punkte
    Die Mistral ist eine dekorative Schreibschrift von Roger Excoffon und erschien 1953 bei der Fonderie Olive. Der Name Mistral verweist auf die norwestlichen Fallwinde im Rhônetal und stellt somit einen Bezug zum Ort der Schriftgießerei her. Die Ziele Excoffons bei der Entwicklung der Mistral waren Natürlichkeit und Lebendigkeit. Weder sollte die Schrift die Fehlerlosigkeit von Schreibmeisterschriften besitzen, noch die Zahmheit und Strenge von Satzschriften. Daher untersuchte der Gestalter zunächst Handschriften von bekannten Persönlichkeiten und wendete sich auch an Graphologen, um aus der Fülle der persönlichen Varianzen generische Züge einer modernen Handschrift herauszuarbeiten. Auf diesem Weg kam Excoffon jedoch zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen und nahm schlussendlich schlicht seine eigene Handschrift als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Mistral. Entsprechend seiner gesteckten Ziele besitzt die Mistral keine klar erkennbare Grundlinie, sondern »tanzende« Linien. Auch die Neigungswinkel der Striche sind bewusst unregelmäßig. Diese handschriftlich interessanten Formen jedoch in eine Handsatz-Schrift zu überführen, erschien dem Designer lange Zeit als »irréalisable«. Da es sich um eine verbundene Schreibschrift handelt, musste sich jeder Buchstabe perfekt mit beliebigen Nachbarbuchstaben verbinden lassen – vor der Entwicklung von digitalen Fonts mit automatischen, kontextabhängigen Ersetzungen eine extrem schwierige Aufgabe, die bei der Mistral auch nicht in allen Fällen optimale Ergebnisse liefert. Die raue Umrisslinie der Mistral half jedoch mit, nicht perfekte Verbindungen benachbarter Buchstaben im Satzbild zu kaschieren. Zu einigen Buchstaben wurden Alternativformen geliefert, die besonders auf die französische Sprache ausgelegt waren. Außerdem gab es vier Ligaturen (Qu, ll, st, on). Die Mistral war ein schlagartiger Erfolg und machte auch die Fonderie Olive weltweit bekannt. Den Vertrieb außerhalb Frankreichs übernahm die Lettergieterij Amsterdam. Digitalisierungen in ein oder zwei Schnitten sind heute von vielen verschiedenen Anbietern (Linotype, Letraset, ITC, URW++, Adobe) erhältlich.
  43. 2 Punkte
    Joanna ist eine Antiqua-Schrift von Eric Gill. »… a book face free from all fancy business« beschrieb Gill selbst seinen Entwurf. Die Gestaltung der Schrift entstand zwischen 1930 und 1931. Der Schnitt der Lettern nach Gills Entwürfen erfolgte bei Caslon. Die Schrift war ursprünglich allein für die eigene Verlagsdruckerei »Hague and Gill« bestimmt und wurde erstmals für Gills Buch »Essay on Typography« eingesetzt. Sein Partner Hague war mit Gills Tochter Joan (auch Joanna genannt) verheiratet. Nach ihr wurde die Schrift später benannt. Die Schrift ähnelt Gills früherem Entwurf der Perpetua, hat aber ihren ganz eigenen Charme. Die Gestaltung schwankt zwischen traditioneller humanistischer Antiqua-Gestaltung und eigenwillig-moderner Konstruktion, wie man an den rechtwinkligen Serifen oder der ausgefallenen Form des Buchstabens d sehen kann. Die Kursive wiederum fällt durch ihre schmale, nur wenig geneigte Form auf. Ende der 1930er-Jahre wird die Schrift von Monotype noch einmal neu für den Maschinensatz geschnitten. Zunächst ist sie weiterhin exklusiv im Einsatz. Monotype hatte diese Version für das Unternehmen J. M. Dent & Sons erstellt, die Gills Druckerei und die Rechte an der Schrift übernommen hatte. Später stimmte der Rechteinhaber einem allgemeinen Vertrieb durch Monotype zu. Dort ist die Schriftfamilie heute als digitaler Font wahlweise als Standard- oder Pro-Version verfügbar. Es stehen fünf Strichstärken (jeweils mit Kursive) zur Verfügung. bei MyFonts herunterladen
  44. 2 Punkte
    Die Open Sans von Steve Matteson ist ein Ableger der Droid Sans. Letztere wurde als Interface-Font für das mobile Betriebssystem Android entwickelt und verfügte für diesen Einsatz nur über zwei aufrechte Schnitte. Mit der Open Sans wurde der Entwurf für eine vielfältiger einsatzbare Familie umgearbeitet. Die Open Sans ist etwas weiter gehalten als die Droid Sans und sie verfügt auch über kursive Schnitte. Die Familie fand schon kurz nach der Veröffentlichung insbesondere als Webfont weite Verbreitung. Die Open Sans verfügt über sechs Strichstärken und knapp 900 Glyphen mit einer Abdeckung der üblichen west- und osteuropäischen Zeichen sowie Kyrillisch und Griechisch. Seit 2016 gibt es vom selben Schriftentwerfer als Pendant die Open Serif.
  45. 2 Punkte
    Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich der klassizistische Stil der Typografie und Buchgestaltung. Wichtige Zentren bezogen auf die Schriftentwürfe waren dabei vor allem Frankreich (Fournier, Didot) und Italien (Bodoni). Der deutschsprachige Raum spielte in der Entwicklung keine Rolle, da man hierzulande nach wie vor traditionell in gebrochenen Schriften (insbesondere Fraktur) druckte. Unter den Gelehrten und höheren gesellschaftlichen Schichten stand die französische Kultur jedoch hoch im Kurs und das Lesen von französischen Originaltexten in Antiqua-Schriften war weit verbreitet. Im Laufe des 18. Jahrhunderts gab es daher vermehrt Versuche, klassizistische Ideale der Buchgestaltung und des Schriftentwurfs auch für deutschsprachige Werke zu etablieren. Ein engagierter Vertreter war dabei der Berliner Drucker Johann Friedrich Unger. Er näherte sich dieser Aufgabe gleich auf zwei Weisen: Einerseits vertrieb er exklusiv die Schriften Didots im deutschsprachigen Raum und goss sie später auch in seiner eigenen Gießerei in Berlin. Andererseits machte er sich auch daran, die Fraktur selbst im Sinne klassizistischer Ideale zu reformieren. Seit 1785 beschäftigte er sich nach eigenen Angabe mit dieser Idee. Sein Bestreben war es, »das viele eckige von den gemeinen, und das Krause, Gotischschnörkelichte von den großen Buchstaben oder Versalien wegzuschaffen«. Didot-Fraktur nach Vorgaben Ungers Seine Ideen ließ er von seinem Geschäftpartner Didot in Paris in Stahl schneiden. Doch die mehrfachen Anläufe scheiterten alle. Unger schrieb über die Arbeit Didots: »… allein, sey es, daß wir uns nicht ganz verstanden, oder daß er mit dem Schnitte der Deutschen Lettern zu unbekannt war, und sich nicht in die, Deutschen Augen gewöhnlichen Schriftzüge versetzen konnte: – genug der Versuch mißlang abermals.« Doch Unger ließ sich nicht von seiner Idee abbringen. Nachdem ihn andere deutsche Schriftschneider nicht unterstützen wollten, machte er sich selbst an die Arbeit. »Heller und deutlicher« sollte seine Fraktur werden, um »dadurch den nicht unbegründeten Klagen über das Unangenehme der jetzigen Deutschen Schriftzüge abzuhelfen«. Damit meinte Unger zum Beispiel verwechselbare Buchstaben wie V und B oder u und n. Sein Entwurf erschien 1793 als »Probe einer neuen Art Deutscher Lettern. Erfunden und in Stahl geschnitten von J.F. Unger.« Unterstützt wurde er beim Druck und der Fertigstellung der Schrift von Christoph Gubitz. Gestalterisch bedient sich Unger des gewohnten Fraktur-Skelettes, wobei allzu dekorative Verschnörkelungen vermieden werden. Die generelle Anmutung der Schrift erinnert jedoch an die Antiqua. Die Kleinbuchstaben sind filigran gezeichnet und so weit und freistehend angelegt wie Antiqua-Buchstaben. Interessanterweise werden auch die Umlaute in einer für die Zeit höchst modernen Form angelegt: statt wie üblich das e über die anderen Vokale zu stellen, benutzt Unger etwas schräg gestellte Striche. Dies hatte zum Beispiel Adelung für deutsche Texte in Antiqua-Schriften vorgeschlagen. Ungers Entwurf wurde nach seiner Veröffentlichung rege diskutiert. Manche sahen in den Frakturschriften von Haas in der Schweiz und Breitkopf in Leipzig bereits den unübertrefflichen Höhepunkt des Frakturentwurfs erreicht und neue Ansätze seien somit von vornherein zum Scheitern verurteilt. Weniger begeistert zeigten sich auch Zeitgenossen wie Wieland und Bertuch, die sich generell für eine Etablierung der Antiqua bei deutschsprachigen Texten stark machten. Eine reformierte Fraktur war daher nicht in ihrem Interesse. Die zarte und helle Anmuntung wurde von vielen gelobt – gleichsam aber auch kritisiert. »Die Ungersche Schriftprobe deucht mir viel zu scharf. Auf diesem Wege könnte man das Publikum bald blind machen.« schrieb Schiller an Goethe. Um die Gunst des letzteren warb Unger immer wieder. Er bat Goethe mehrfach, seine Werke in Unger-Fraktur setzen zu dürfen. Doch Goethe war von der Schrift nicht restlos überzeugt. Lediglich sein »Wilhelm Meister« erschien in Unger-Fraktur. Man nimmt jedoch anhand des erhaltenen Schriftverkehrs zwischen beiden an, dass dies ohne explizite vorherige Zustimmung Goethes erfolgte. Unger überarbeitete die Entwürfe noch einmal und die endgültige Version wurde 1794 für das Buch »Die neue Cecilia« von Karl Philipp Moritz erstmalig benutzt. Im Vorwort erläutert Unger den Schriftentwurf noch einmal ausführlich und nimmt zu den zahlreichen Kritiken Stellung. Unger-Fraktur in Buch Die neue Cecilia Unger-Fraktur und Walbaum-Antiqua in einem von Brockhaus verlegten Buch In der Folge wird die Unger-Fraktur gern eingesetzt – sie bleibt jedoch ein Einzelentwurf. Eine allgemeine Reform der Frakturschriften kann die Unger-Fraktur nicht anstoßen. Im 20. Jahrhundert wird die Unger-Fraktur von Carl Ernst Poeschel bei Enschedé in Haarlem (Niederlande) wiederentdeckt. Sie erscheint daraufhin erneut bei verschiedenen Gießereien (D. Stempel, Schriftguß, Klinkhardt als »Kabinett-Fraktur« und Monotype) und erlebt noch einmal eine Renaissance. Digitale Versionen gibt es heute zum Beispiel bei Delbanco-Frakturschriften und von RMU-Fonts. bei MyFonts herunterladen
  46. 2 Punkte
    Die Klassizistischen Schriften entwickelten sich im Laufe des 18. Jahrhunderts vor allem in Frankreich (Fournier, Didot) und Italien (Bodoni). In Deutschland blieb indes die gebrochene Schrift vorherrschend. Doch die deutschen Gelehrten der Zeit fanden zunehmend Gefallen an der besonderen Anmutung des klassizistischen Schriftstiles. Johann Friedrich Unger hatte eine besondere Vorliebe für sie und vertrieb die Lettern von Didot in Deutschland. Wenig überraschend machten sich aber auch rasch deutsche Stempelschneider daran, die Didot’schen Lettern in mehr oder weniger abgewandelter Form herzustellen. Zu ihnen gehörte zum Beispiel der Jenaer Schriftgießer Johann Carl Ludwig Prillwitz. Prillwitz war in der Universitätsstadt Jena gut im Geschäft. Er bestückte gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Allgemeine Literaturzeitung mit seinen Lettern, die mit Autoren wie Goethe, Schiller, Kant, Fichte und Humboldt zur auflagenstärksten Zeitung ihrer Art und Zeit wurde. Im Intelligenzblatt des Journals des Luxus und der Moden des Weimarer Verlegers Friedrich Justin Bertuch ließ Prillwitz 1790 annoncieren: »Die Beförderung der Typographischen Schönheit war von jeher der Zweck meiner Bemühungen und Arbeiten; zu welcher mich immer die Betrachtung der schönen Schriften von Baskerville, Bodoni und Didot, deren Anblick dem Auge so wohl thut, aufmunterte; ich fürchtete aber immer daß die teutschen Druckereyen einem Schriftgießer den sehr beträchtlichen Aufwand, den er an ein vollständiges Sortiment Schriften in diesem Geschmacke wagen müsse, nicht vergüten möchten. Die Erfahrung aber hat meine Furcht widerlegt, da ich sehe, daß sowohl unser geehrtes Publicum als unsere Herren Buchhändler und Buchdrucker Geschmak daran finden, so habe ich es gewagt, und ein vollständiges Sortiment neuer Didotscher Lettern, als in keiner teutschen Schriftgießerey noch existiert, geschnitten, lege hierbey die Proben davon dem hochzuehrenden Publico dar, und offerire sämtl. Herren Buchhändlern und Buchdruckern meine neuen Didotschen Schriften um folgende gewiß sehr billige Preise […]« Über die tatsächliche Qualität der Prillwitz-Typen stritt man sich damals wie heute. Unger, der hierzulande das exklusive Vertriebsrecht für die Didot-Lettern besaß, waren die Prillwitz-Typen, die auch noch ausdrücklich als Didot’sche Lettern angepriesen wurden, verständlicherweise ein Dorn im Auge. Er schickte eigens Prillwitz-Proben zu Didot, um sich von ihm eine mangelhafte Qualität bescheinigen zu lassen. Die Antwort, die erwartungsgemäß wenig Gutes über die Prillwitz-Lettern enthielt, ließ Unger als Warnung an Verleger, Buchdrucker und »Nachahmer« unter den Stempelschneidern in verschiedenen Blättern – darunter auch der Allgemeinen Literaturzeitung – abdrucken. Andere Stimmen lobten dagegen die Arbeit von Prillwitz im Speziellen und auch die Bestrebungen im Allgemeinen, den Stil der Didot’schen Lettern von deutschen Stempelschneidern nachempfinden zu lassen. Neben Bertuch in Weimar ließ auch der bekannte Verleger Joachim Göschen in Leipzig in Prillwitz-Typen drucken. Über die von ihm verlegten Sämmtlichen Werke von Wieland ließ er in einer Annonce verlauten: »Die schönen lateinischen und dem Auge wolthuenden Lettern sind von Herrn Prillwitz in Jena geschnitten und gegossen.« Anwendung in der Allgemeinen Literaturzeitung, 1793 Nach dem Einzug Napoleons ebbt die Begeisterung für die mit Frankreich assoziierten Lettern Anfang des 19. Jahrhunderts schlagartig ab und die Lettern von Prillwitz und Zeitgenossen wie Walbaum geraten in Vergessenheit. Im 20. Jahrhundert wird zunächst die Walbaum wiederentdeckt und erlangt durch Berthold große Verbreitung. Eine Neuinterpretation der Prillwitz nehmen Albert Kapr und Werner Schulze für den Fotosatz bei Typoart in Angriff. Sie wird in drei Schnitten (mager, kursiv, halbfett) ausgeführt. Als Digitalisierung sind die Fonts heute in zwei optischen Größen über Elsner + Flake erhältlich. Eine umfassende Neuinterpretation, ausgehend von den Prillwitz-Originalmustern, nahm auch Ingo Preuß vor. Die Preußtype-Prillwitz wurde in drei echten optischen Größen (Book, Regular und Display) angelegt. Der als NP (NewsPrint) bezeichnete Schnitt ist speziell für einen Druck in kleinen Größen auf Zeitungspapier geschaffen und wurde aus der Display entwickelt. Für die Regular – und stärker noch die Book – wurde eine weiche und sehr lesefreundliche Outline durch eine s. g. Verschmitzung erreicht und in zahlreichen Testdrucken optimiert. Die Scharfkantigkeit und der übliche maximale Strichstärkenkontrast bekannter klassizistischer Schriften (Didot, Bodoni) wurde durch das Studium der originalen Drucke zugunsten einer sehr guten Lesbarkeit auch in kleinen Schriftgraden überarbeitet. Die Schrift-Familie enthält alle wichtigen Zeichen für effizientes und typographisch hochwertiges Arbeiten: Kapitälchen mit entsprechenden Ziffern in Kapitälchenhöhe (tabellarisch und proportional), Minuskel- und Mediävalziffern (tabellarisch und proportional), Bruchziffern und einen kompletten Akzentsatz für alle lateinischen Schriften. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  47. 2 Punkte
    Die Segoe UI ist eine Systemschrift von Microsoft, die seit Windows Vista und Office 12 als Interface-Schrift benutzt wird und dabei speziell auf das ClearType-Rendering zugeschnitten ist. Später wurde die Segoe auch die Hausschrift von Microsoft. Ursprünglich war die Segoe eine im Jahr 2000 für Agfa Monotype entwickelte Schrift. Sie wurde 2003 von Microsoft übernommen und für die Bildschirmanwendung ausgebaut. Wie bei Arial und Helvetica sah sich Microsoft auch bei der Segoe UI Plagiatsvorwürfen ausgesetzt. Abgesehen von wenigen deutlichen Unterschieden in Details gleicht die Schrift der Frutiger Next von Linotype. Gegen Microsofts Versuch, die Segoe UI in Europa als eingentragenes Design zu schützen, erhob Linotype erfolgreich Einspruch. Das europäische Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt erklärte den Schutz der Segoe UI für nichtig und bezeichnete die Schrift in der Entscheidungsbegründung nach Vergleich des Druckbilds wörtlich als »identisch« zur Frutiger bzw. Frutiger Next. Unter dem Sippennamen Segoe kamen später weitere Schriften hinzu: Segoe UI Mono Segoe UI Symbol die zwei Schreibschriften Segoe Print bzw. Segoe Script Segoe Chess Segoe Media Center Segoe TV Segoe News Symbol Segoe WP (Windows Phone) Die Segoe UI kann man sich derzeit nicht einzeln lizenzieren lassen. Sie wird nur mit entsprechenden Microsoft-Produkten installiert. Für Windows 8 wurden einige Großbuchstaben und Ziffern überarbeitet.
  48. 2 Punkte
    Vtg Stencil Germany No1 ist eine Schablonenschrift von Andreas Seidel, die auf historischen Signierschablonen aus dem Deutschland der Kaiserzeit basiert. Die Schrift-Familie besteht aus den drei Stilen Regular (technisch saubere Formen), Paint (schablonierte, raue Formen) und Sketch (Strichzeichnung). Die Stile Paint und Sketch bieten vier zusätzliche Varianten jedes Grundbuchstabens und der Ziffern an. Dadurch wird eine natürlichere (handgemachtere) Anmutung des Schriftbildes erzeugt. Über das OpenType-Feature kontextbedingte Varianten ist eine Art Zufallsgenerator eingebunden, der die einzelnen Buchstabenvariationen dynamisch bei der Texteingabe rotiert. bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen bei MyFonts herunterladen
  49. 2 Punkte
    Die Skolar von David Březina war ursprünglich als Fließtextschrift für akademische Anwendungen konzipiert. In der Pro-Version sind je Schnitt über 1.200 Glyphen aus den Bereichen Lateinisch, Griechisch und Kyrillisch enthalten und in 5 Strichstärken verfügbar. bei MyFonts herunterladen Die gute Leserlichkeit gepaart mit einer charakterstarken, unverbrauchten Anmutung macht die Schrift auch zu einer beliebten Hausschrift und auch als Bildschirmschrift ist sie zahlreich im Einsatz.
  50. 2 Punkte
    Die Mercedes Antiqua von Heinrich Wieynck erschien 1904 (normal), 1905 (kursiv) bzw. 1906 (halbfett) bei Wilhelm Woellmers Schriftgießerei in Berlin.
Zeitzone: Berlin/GMT+02:00
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