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  1. Ralf Herrmann

    Ralf Herrmann

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  2. Martin Z. Schröder

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Zeige Inhalte mit den meisten Reaktionen seit 26.07.2020 in Titel

  1. Im Schweizer Birkhäuser Verlag ist ein umfangreiches Buch zum Thema Schriftmischung erschienen. Der Autor Philipp Stamm ist gelernter Schriftsetzer und Professor für Schriftgestaltung, Typografie, Corporate Design an der Fachhochschule Nordwestschweiz. Aus dem Klappentext: »Dieses Handbuch zeigt, dass sich für das Mischen von Schriften Kriterien bestimmen lassen. Es vermittelt durch das detaillierte Betrachten der Schriftgestalt und eine erneuerte Schriftklassifikation ein vertieftes Verständnis für die Vielfalt an Schriftformen und erarbeitet durch die systematische Analyse von Analogie und Kontrast die dringend benötigten Erkenntnisse zum Kombinieren von Schriften. Ein unverzichtbares Standardwerk für Typografen und Grafikdesigner.« Bevor das 360-seitige Buch die Kriterien der Schriftmischung tatsächlich angeht, stehen ganze fünf Kapital Einführung mit Grundlagen und Begriffserklärungen. »Historische Betrachtungen« mit einem Abriss zum Schrifteinsatz mit besonderem Hinblick auf Schriftmischungen »Grundformen | Maßsyteme« mit Begriffserklärungen wie Geviert, Laufweite, Schriftgröße usw. Satzschriftklassifikationen einschließlich eines eigenen Systems und »Schriftkonzepte«, d.h. Erklärungen zu Schriftfamilien bzw. digitalen Ausprägungen wie Variable Fonts Die restlichen drei Kapital gehen dann die Schriftmischung direkt und ausführlich an. In Kapital sechs werden auf knapp 50 Seiten die möglichen Kriterien der Schriftgestaltung bis ins kleinste Detail hin ausgelotet. Dies ist in dieser Ausprägung wohl einzigartig. Strichstärke, Kontrast, Schriftlage, Duktus, Kehlung, Effekte, Füllungen, Farbe und so weiter. Vierzehn Gestaltmerkmale (zuzüglich Untergruppen) werden hier behandelt. In Kapitel sieben folgt dann eine konkrete und praxisnahe Anleitung zur Anwendung der vorgenannten Kriterien bei der Schriftwahl. Den Abschluss des Buches bilden über 100 Seiten mit Schriftmischungs-Beispielen. Fazit: Nach Jahren des Rezensieren von Typografie-Büchern freue mich über jedes Buch, das tatsächliche eine eigene Nische besetzt und nicht nur die fachüblichen Lehre neu verpackt. Das vorliegende geht mit dem Thema Schriftmischung ein eigenes Thema an und tut dies auch auf eine ungemein detailreiche Weise. Das Werk gibt sich dabei in jeder Hinsicht als schnörkelloses, echtes Fachbuch. Text und Gestaltung versuchen gar nicht erst, Laien und Quereinsteiger mit bunten Bildern und möglichst einfachen Texten abzuholen. Das Buch eignet sich für Fachleute und jene, die es werden wollen.
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  2. Im Verlag Hermann Schmidt ist 2020 ein weiteres Typografie-Einsteigerbuch erschienen. In »Der erste Eindruck zählt!« führt Sabrina Öttl auf 160 Seiten in die Grundlagen des Gestaltens mit Schrift ein. Die Autorin möchte mit dem Buch »Interesse wecken, erste Fragen beantworten, weitere aufwerfen und Ihnen zeigen, wie vielseitig und wirkungsvoll Sie mit Typografie kommunizieren können«. Öttl arbeitet als angestellte Designerin mit den Schwerpunkten Typografie und Editorial Design in Egg in Österreich. Ihre Bachelorarbeit »Ansichtssache – über Lesbarkeit und Details in der Typografie« beeindruckte den Verlag Hermann Schmidt und führte zur Idee des hier besprochenen Buches, an dem die Autorin vier Jahre gearbeitet hat. Das Buch gliedert sich folgendermaßen: Vorwort Einleitung Definition: Wie Schrift unseren Alltag begleitet Charakter: Wie Schrift unterschiedlich wirken kann Lesen: Wie Schrift verarbeitet und gelesen wird Schriftqualität: Wie Schrift gestaltet und ausgewählt wird Satzqualität: Wie Schrift sorgfältig gesetzt wird Gestaltung: Wie Weißraum strukturiert wird Anhang Typografische Merkhilfe Typografische Shortcuts Literaturverzeichnis Es geht also im Schnelldurchlauf einmal durch das gesamte Feld der Typografie. Leserlichkeit und Lesbarkeit, Schriftmerkmale, Mikrotypografie und Satzregeln, Makrotypografie (Print und Digital). Die wesentlichen Aspekte typografischen Arbeitens werden überblicksartig dargestellt. Wie man auf den Abbildungen sehen kann, verzichtet das Buch dabei übrigens gänzlich auf fotografische Darstellungen. Fazit: »Der erste Eindruck zählt!« geht inhaltlich oder didaktisch keine neuen Wege und füllt damit auf dem deutschen Buchmarkt auch nicht unbedingt eine Lücke. Es handelt sich vielmehr um ein weiteres solides Fachbuch, mit dem vor allem Berufseinsteiger in Ausbildung oder Studium im Bereich Grafikdesign nicht viel falsch machen können. Dazu trägt auch der günstige Preis von 20 Euro bei.
    2 Punkte
  3. Rezension von Martin Z. Schröder Noch vor zwanzig Jahren gab es in jedem größeren Verlag nicht nur eine ganze Abteilung für die Buchentwürfe, sondern auch einen Künstlerischen Leiter, der für einen möglichst hohen Entwurfsstandard und besonders schöne Bücher sorgte. Mancher trug einen langen weißen Seidenschal, damit man ihn gleich erkannte. Heute sind nicht nur die Seidenschalträger verschwunden, es gibt in den Verlagen gleich gar niemanden mehr, dessen Arbeit ausschließlich darin besteht, Büchern ein schönes Gewand zu geben. Die verlagseigene Buchästhetik wurde zur Verschwendung erklärt und ausgelagert. Damit haben sich die Verlage auch der Sachverständigkeit entledigt, Schönheit im Buch überhaupt zu erkennen. Die Kriterien für ein gut hergestelltes Buch liegen in den großen Verlagen heute weitgehend im Dunkeln, das technische Vokabular ist nur noch rudimentär vorhanden. Grafikdesign- und Werbeagenturen werden mit der Druckvorlagenproduktion beauftragt, Handelsagenten entscheiden über die Umschläge nach Marktüberlegungen, und die wichtigsten Kriterien für die Auftragsvergabe bestehen in Preis und Geschwindigkeit. Und so sehen die meisten Bücher aus: außen bunt, innen beliebig und insgesamt lieblos gemacht. Es gibt aber Ausnahmen. Wenn der Buchgestalter Friedrich Forssman bei Suhrkamp, Weidle, Reclam, zu Klampen oder dem Wallstein-Verlag auftaucht, wo nun ein Werkstattbericht über seine Arbeit erschienen ist, kommt der Seidenschal in die Bücherwelt zurück (»FF« hat ein bekanntes Monogramm, raucht Pfeife und fährt einen Oldtimer) und mit ihm die ganze herrliche Ausstattungskultur vergangener Zeiten in einer frischen Blüte. Nun darf man nicht denken, hier werde einem Dandy gehuldigt. Friedrich Forssman war an zwei umfangreichen Standardwerken beteiligt, in denen das gesamte Handwerkswissen von Buchgestaltung und Schriftsatz, soweit das möglich ist, zusammengefaßt wurde und die stets in aktualisierten Auflagen lieferbar sind: »Lesetypografie« (1997, mit Hans Peter Willberg) und »Detailtypografie« (2003, mit Ralf de Jong). Als bedeutendste Referenz für seine Buchentwürfe und sein Können als Schriftsetzer dürften die Arbeiten für die Arno-Schmidt-Stiftung gelten, für die er seit 1990 alle Bücher und Drucksachen entwirft, namentlich »Zettel’s Traum«. In seinem nun erschienenen Werkstattbericht von achtzig Seiten, einem von außen wie eine Kladde aussehenden Heft, wird klar, welchen Anspruch Forssman an seine Arbeit stellt und worauf sich Verleger, die schöne Bücher lieben, einlassen, wenn sie ihn mit Entwürfen beauftragen. Forssman irrt allerdings, wenn er meint, die Buchbranche sei »eine recht heile Welt«, deren Bewohnern er die Liebe zum Buch bescheinigt. Denn die meisten großen Verlage kann er damit kaum meinen. In seinem Essay gibt er über seine Haltung Auskunft. Forssman stellt klar, daß es in einem ausdiskutierten Entwurfskonflikt nur eine entscheidende Instanz geben sollte­­: »Wer dem Gestalter nicht vertrauen kann, ist kein guter Auftraggeber; wer als Gestalter wider besseres Wissen klein beigibt, ist kein guter Gestalter.« Dieser Standpunkt dürfte in behördenähnlich auf Konfliktfreiheit getrimmten Bestsellerverlagsstuben wenig Aussicht auf Verständnis finden; die kleineren Verlage profitieren aber davon, wenn sie den Buchentwurf und vor allem die Typografie als Unterscheidungsmerkmal etablieren. Wie Friedrich Forssman aus einem Text ein Buch formt, wie er den Entwurf aus dem Text ableitet, um dem Leser einen Gegenstand in die Hand zu geben, dessen Gestalt als angenehm empfunden wird, beschreibt er detailliert und an Beispielen. Diesem praktischen und persönlich gehaltenen Teil des Aufsatzes ist der meiste Platz eingeräumt, so daß Lesern wie Verlagsleuten und auch dem Nachwuchs empfohlen werden kann, sich mit diesem Werkstattbericht einen erhellenden Zugang zur Arbeitsweise eines herausragenden Buchgestalters zu verschaffen. Forssman behandelt grundsätzliche Fragen wie die des Buchformates und stellt dar, wie er sich seine Position als interpretierender Diener des Textes schrittweise erarbeitet: in der Wahl der Schrift, der Beurteilung ihres Klanges, ihrer Abstimmung durch Größe, Zeilenlänge, Zeilenabstand und Einrichtung von Buchstaben- und Wortabständen. Die Druckschrift versetzt einen Text in eine charakteristische Stimmung, die dem Leser nicht als Mißklang auffallen darf; in den meisten Büchern darf er ihre Form gar nicht bemerken, weil nicht die Übertragung der Gedanken selbst wichtig ist, sondern der Text ohne Überwindung typografischer Barrieren in die Vorstellung des Lesers dringen, im Ton des Textes aber mitschwingen soll. Ebenso geht der Buchgestalter mit Papier und Farbe um, auch mit Bildern. Für den typografischen Kenner ergibt sich bei der Lektüre auch Überraschendes: »Es gibt viele Satzspiegelkonstruktionen; ich habe nie eine davon angewandt, fand ihr Studium aber lehrreich.« Das ist ein beachtliches Statement für einen Buchgestalter, dem die Konvention im Buch so wichtig ist, weil er das Gewohnheitsrecht der Leser nicht nur respektiert, sondern zur vernünftigen Grundlage seiner Arbeit erklärt. Dabei wirkt auch das vorliegende Werk mit seinem wohlproportionierten Satzspiegel und den Marginalien im besten Sinne klassisch aufgebaut. Erklären läßt sich das mit dem Scharfblick eines Typografen, der sich seit seiner Jugend für Bücher und ihre Form interessiert und derart einen so sicheren Blick für Maßverhältnisse gewonnen hat, daß er keine Geometrie mehr braucht. Das vermögen nur wenige, und so klar und schön darüber schreiben gegenwärtig wohl niemand außer Friedrich Forssman. Martin Z. Schröder zuerst erschienen im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung am 15. Dezember 2015, hier die Manuskriptfassung
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  4. Max Caflisch (1916–2004) war ein Schweizer Buchgestalter und Typograf. Die Schrift dominierte im Laufe seines Lebens zunehmend seinen Beruf und seine Freizeit. Akribisch sammelte er entsprechende Fachbücher und legte eine umfangreiche Sammlung von Schriftmustern an. Für die Typografischen Monatsblätter schrieb er regelmäßig seine »Schriftanalysen«. 44 dieser Beiträge erschienen 2003 als zweibändiges Werk über die Typotron AG in St. Gallen. Bei den Texten handelt sich um Fachartikel, die in der Regel einzelne Schriftneuheiten vorstellen. Einige Artikel beschäftigen sich auch mit historischen Schriften oder Schriftstilen. Dabei arbeitet Caflisch mit viel Sachverstand die historischen Wurzeln der Schriften und Schrifstile auf und beschreibt detailliert, die Entwurfsarbeiten der jeweiligen Schriftgestalter. Neutrale, fachmännische Analysen wie die von Caflisch sind heute leider selten geworden. Meist sind Schriftbeschreibung reine Eigenwerbung der Foundrys oder zumindest teilweise von ensprechenden Texten übernommen. Die Analysen von Caflisch haben also auch in der Flut heutiger Schriftveröffentlichungen weiterhin einen hohen Wert. Inhalt, Band I Vorbemerkungen Nicolaus Jenson und seine Antiqua Nachbildungen der venezianischen Renaissance-Antiqua Die Adobe Jenson von Robert Slimbach Die Aurelia von Hermann Zapf George Abrams Venetian Auf den Spuren der Cacellaresca Die Poetica, eine digitale Cancellaresca Die Rialto, eine Schrift italienischen Stils Die Columbus, ein Mix zweier Schriften Abrams Augereau und deren Wurzeln Von Claude Garamond und den Garamond-Schriften ITC Galliard, eine beeindruckende Schriftfamilie Über Granjon, seine Kursiven und eine Nachbildung Eine ausgereifte Renaissance-Antiqua von Guillaume Le Bé I Die Titelschrift Mantinia Die Schriftfamilie Minion Ein Höhepunkt holländischen Schriftschaffens: Die Antiqua und Kursive des Christoffel van Dijck Im holländischen Stil, die Hollander Echt britisch, die Caslon-Antiqua und -Kursive Eine Caslon für große Schriftgrößen Fleischmanns Antiqua und Kursive als digitale Familie Eine maßgeschneiderte Schrift für die Zeitschrift Print Sumner Stones ungleiche Zwillinge: Cycles und Arepo Kepler, eine frühklassizistische Schrift Die Antiqua und Kursive des Buchhändlers, Verlegers, Schriftgießers und Druckers John Bell Namensregister von Band I Inhalt, Band II New Johnston, ein Typoface-Lifting Schrift als integrale Aufgabe: Das schriftkünstlerische Werk von Eric Gill Die Syntax von Hans Eduard Meier Hans Eduard Meiers Antiquaschriften Aufkommen und Wandlungen der Egyptienne-Schriften Die Entstehung der PMN Caecilia Silica, eine neuartige Egyptienne Bitstream Charter, eine Fournier nachempfundene Schrift Zeitungsschriften auf dem Prüfstand Swift, eine neue Zeitungsschrift Amerika im Visier mit der Bitstream Amerigo Von der analogen zur digitalen Trinité Lexicon, eine umfassende, vie versprechende Schriftfamilie Chris Brands schriftkünstlerisches Vermächtnis Die Druckschriften von Oldřich Menhart Gudrun Zapf-von Hesse als Schriftentwerferin Die Skript namens Sanvito Flora, eine aufrechte Kursive Von Skripten und deren Vorläufern Namensregister von Band 2
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