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  1. 21 Punkte
    Die Publikation Signa Nr. 9 – Das große Eszett – ist leider seit längerer Zeit vergriffen und die Voraussetzungen für eine gedruckte Neuauflage sind derzeit nicht gegeben. Doch durch die jüngste Entwicklung hat das Interesse an diesem Thema wieder zugenommen. Der Verlag Edition Wæchterpappel hat die Situation mit den Autoren dieser Ausgabe beraten und wir sind übereinstimmend zu der Schlußfolgerung gekommen, die Ausgabe Signa Nr. 9 nach nunmehr 11 Jahren auf elektronischem Wege frei zugänglich zu machen. Es wird damit die Hoffnung verbunden, die dargestellten Forschungsergebnisse und Diskussionsbeiträge mögen somit die Verbreitung finden, die dem Thema angemessen ist. Die vollständige Ausgabe ist nun als Pdf unter CC-Lizenz veröffentlicht und kann hier bezogen werden: https://www.pdf-archive.com/2017/07/13/signa-9-ausgabe-2017-cc/signa-9-ausgabe-2017-cc.pdf
  2. 12 Punkte
    Im Korrektorat des Mannheimer Dudenverlages (bis 2013) wurde mindestens seit 2002 der Zusatz »kompress« in Korrekturanweisungen und Korrekturen verwendet, wenn angewiesen oder angemerkt werden sollte, dass Zeichen ohne Abstand gesetzt werden sollten. Das war beim Halbgeviertstrich und bei Fügungen wie A4 oder G8, zwischen Gradzeichen und Kennbuchstaben usw. (besonders am Zeilenumbruch) zur Verdeutlichung notwendig. Es wurde auf dem Ausdruck mit dem Korrekturzeichen (kleiner Bogen oben und unten) angemerkt und ggf. mit dem Zusatz ((kompress)) in Doppelklammern versehen. Im fachsprachlichen Bereich ist die Verwendung von kompress für »ohne Abstand« also durchaus eingeführt und geläufig, auch wenn der Rechtschreib-Duden sie nicht aufführt.
  3. 12 Punkte
    Den Hinweis hab ich gerade in den Pressemeldungen meiner Heimat-Uni gesehen: Alle Jahrgänge der 1924 gegründeten Zeitschrift "Gebrauchsgraphik" sind nun online verfügbar: http://design.illustrierte-presse.de/ Auf der Partnerseite gibt's noch andere illustrierte Magazine der Zwischenkriegszeit zum Durchblättern: http://magazine.illustrierte-presse.de/
  4. 12 Punkte
    Der Artikel ist unsinnig. Die meisten Leute können eine Garamond nicht von einer Times unterscheiden. Selbstverständlich kann man mit einer Times eine gutaussehende Bewerbung setzen oder vernünftige Tabellen. Ich würde fast meinen, daß man mit einer gut gesetzten Times leichter »einen guten Eindruck« vermitteln kann als mit der spröden Helvetica. Und warum sollte sich ein Laie überhaupt eine Helvetica kaufen, wenn er die Unterschiede zur Arial sowieso nur findet, so sie ihm jemand unter der Lupe zeigt? Warum sollten Serifen in einem tabellarischen Lebenslauf »ein Unding« sein? Das würde ich wiederum für die kuriose Privatansicht eines Laien halten, für Meinungsrauschen. Marotten sind völlig legitim, nur mit Typografie hat diese nichts zu tun. Ich finde diese Art des leeren Daherredens über Schrift grausig. Niemand kann das nachvollziehen, wenn einer die Garamond für »besser« als die Times erklärt, ohne daß er selbst wahrscheinlich die beiden Schriften unterscheiden könnte, wenn ihre Namen nicht dranstehen. Auf diese Art und Weise verschafft man Typografen den Ruf von Spinnern und Nerds.
  5. 11 Punkte
    Soweit die Behauptung. Behauptungen wollen halt mindestens begründet, bestenfalls sogar bewiesen werden. Es ist eine Tugend, Dinge nicht einfach hinzunehmen, sondern zu hinterfragen. Und es ist gerade ein Wesenszug eines Fachforums, entsprechende Diskussionen zu führen. Was denn sonst? Autor XY hat es so und so gesagt und damit verbietet sich jede Diskussion? Und wieder eine Behauptung, der ich doch entschieden widersprechen möchte. Natürlich kann da vieles schiefgehen. Erstens: Tschichold ist bekannt für seinen dogmatischen Stil – was im Sinne der Wahrheitsfindung mindestens problematisch ist. Zweitens: Tschichild ist bekannt dafür, in einigen Dingen komplett seine Meinung geändert zu haben. Welchen Tschichold sollen wir also lesen? Bei welchem Buch aus welchem Jahr kann vermeintlich nichts schiefgehen? Drittens: Tschichold ist schon einige Jahrzehnte tot. Er kann uns zu heutigen Satz- und Lesegewohnheiten – so sie von den früheren abweichen – rein gar nichts sagen.
  6. 11 Punkte
    Frohes Fest – da könnte ich jetzt länger drüber schreiben (und geht dann schon mal gut los), weil ich an dem »Relaunch« des Duden im Jahre 2000 maßgeblich als Freelancer beteiligt war (siehe „Vorher“). Die Reinzeichnung der Logotype (meist angeschnittenes schwarzes Fähnchen, wurde dann aber auch alleinstehend als Logo eingesetzt), stammt von mir, basierte auf einer minimal modifizierten Frutiger Roman. Vorher gab es kein »Duden-Logo«, es gab zwar eine grafische Linie in der Einbandgestaltung, die auf einer durch Günter Gerhard Lange überarbeiteten Times basierte. Der Gedanke, den Markennamen Duden in eine grafisch konsistente Form zu bringen, sprich also eine Logotype zu gestalten, die als Element der Einbandgestaltung, wie auch alleinstehend Verwendung finden konnte, war damals neu. Dennoch gab es einige Konstanten, wie z.B. den „Regenbogen“ für die Kernbände, die beibehalten wurden – die Pixel kamen später dazu. Der Spektralverlauf ist eine Erbschaft von Willy Fleckhaus, der das spektakulär bei der edition suhrkamp in die Verlagsbranche eingeführt hat, was auch wunderbar funktioniert, wenn man viele Einzelbände zur Verfügung hat, bei zwölf Bänden wird die Sache ein bisschen schwierig. Nichtsdestotrotz haben wir viel Energie darauf verwendet, den Verlauf zu optimieren bzw. durfte ich diesen Part übernehmen – was dann dazu führte, das die vorher verwendeten Vollton-HKS-Töne einer etwas aufgehellten Farbreihe wichen, was auch der Wahrig in seinem Redesign damals übernommen hat, naja, im Prinzip wurde das ganze grafische Konzept für den Duden, daß wir entwickelt hatten, vom Wahrig abgekupfert. Die Frutiger kam nebst der Kepler im durch Iris Farnschläder parallel überarbeiteten Innenteil zum Einsatz, auf den sich die Umschlaggestaltung ganz klar bezieht (wir waren während der Arbeit nicht mit ihr im Kontakt, bekamen aber die eingesetzten Fonts durch den Verlag übermittelt und haben auch die Gestaltung gesehen, glaube ich). Farbigkeit Duden Band 1: der bekannteste Duden und eines der auflagenstärksten Bücher in Deutschland ist natürlich Ausgangspunkt eines jeden Redesigns – also das markante Gelb, wie Bertel schon bemerkte. Zusammen mit dem Schwarz und der roten Linie (diese ist also nicht völlig unnötig, Herr Enslin) in der Logotype addierte sich dies zum Dreiklang analog der bundesdeutschen Staatsflagge. Wir haben diesen ziemlich offensichtlichen Zusammenhang damals nicht ignoriert, es gab aber auch ganz andere Vorschläge innerhalb der Agentur. Unser Grundgedanke (Agentur: Bender + Büwendt, Berlin) beim Design, das sich zunächst mal auf die Aufgabe bezog, die Umschlaggestaltung der Kernbände 1–12 zu überarbeiten, ging in Richtung Verlagserscheinungsbild. Dies hat sich dann tatsächlich über die Jahre auch so etabliert, z.Zt. verwenden drei Verlage – Duden Verlag, Duden Schulbuch, Fischer Duden – die Logotype als zentrales Gestaltungselement, das grafische Konzept ist also aufgegangen. So, jetzt aber mal die bunten Teller vorbereiten …
  7. 11 Punkte
    Die Kurzform: Nach vorreformierter Rechtschreibung war nur b richtig. Nach aktueller Rechtschreibung sind alle Varianten möglich, auch: d) Eine Marke zu kennen, heißt, sie zu erkennen. Die Langform: Eine Marke zu kennen (Subjekt) | heißt (Prädikat) | sie zu erkennen (Prädikativ, Gleichsetzungsnominativ). Sind Subjekt und Prädikativ einfache Infinitive (ohne zu), steht kein Komma: Von S. lernen heißt siegen lernen. Die Regeln für den Infinitiv mit zu entscheiden daher, ob/wo hier Kommas stehen müssen. a) Der erste erweiterte Infinitiv mit zu ist durch Komma abgetrennt. Nach aktueller Regelung ist dieses Komma optional, nach vorreformierter Rechtschreibung durfte hier kein Komma stehen, weil der erweiterte Infinitiv mit zu dem Satz als Subjekt vorangestellt ist. b) Dieses Komma vor dem erweiterten Infinitiv mit zu musste nach vorreformierter Rechtschreibung stehen, nach aktueller Regelung ist es optional. c) Beide erweiterten Infinitive mit zu können nach aktueller Rechtschreibung ohne Komma stehen. d) Beide erweiterten Infinitive können nach aktueller Rechtschreibung mit Komma stehen. Fazit: Ich würde zwischen b und c wählen. Variante b knüpft am engsten an die Tradition an, c ist die einfachste Variante.
  8. 10 Punkte
    Ich glaube Dir sofort, dass Du kreativ und ideenreich bist. Und ich stimme Dir auch zu, dass man mit diesen Eigenschaften mitunter auch in fachfremden Disziplinen gewisse Ergebnisse erzielen kann. Nur – ohne die Grundkenntnisse wird das nichts. Um bei Deinem Bild zu bleiben: Was kommt dabei heraus, wenn ich Pflanzen nur nach Farbe und Form auswähle und ohne Wissen um Bodenvoraussetzungen, Lichtverhältnissen, Wachstumsverhalten und um Verträglichkeiten und Unverträglichkeiten der jeweiligen Pflanzen zusammensetze? Wie lange geht das gut, wie nachhaltig wird der Erfolg sein? Kompositorisch mag das kurzfristig hinhauen, fachlich aber nicht. Und jeder Fachmensch, der sich das anschaut, wird es sehen können. Wenn Du gewillt bist, Dich gestalterisch mit Deinem Logo zu beschäftigen (und wenn es am Ende vielleicht auch nur darauf hinausläuft, dass Du einen Gestalter Deines Vertrauens ganz hervorragend briefen kannst), dann musst Du Dir zumindest ein bisschen Fachwissen erarbeiten. Du solltest Gänseblümchen und Hornveilchen auseinanderhalten können, sprich: Schriftarten und ihre visuellen Besonderheiten zumindest grundlegend einordnen können, um zu verstehen, warum Helvetica und Futura kein gemeinsames Beet bewohnen sollten. Und wenn Du Deine Pflänzchen gewählt hast, dann musst Du wissen, welchen Boden sie brauchen und in welchem Abstand voneinander sie gesetzt werden müssen, damit ein gedeihliches Erscheinungsbild daraus erwächst. Das ist ein wirklich tolles Thema, das eigene Logo, aber es ist nicht so simpel wie das Bepflanzen eines Balkonkastens. Das Logo ist eine Blüte der Corporate Identity – aber die Stängel, Blätter und Wurzeln gehören eben auch ganz essenziell dazu. Wenn ich Dir etwas empfehlen darf, dann wäre das, ein oder zwei grundlegende Bücher zum Thema Schrift anzuschaffen und Dich mal ein bisschen in das Thema einzulesen. Das ist auch gar nicht so trocken, sondern macht sogar Spaß. Und dann kannst Du im Anschluss mal schauen, warum die von Dir eingangs gemachten Vorgaben für die Schriftwahl und die dann von Dir genannten Schriften nicht wirklich zusammenpassen. Wenn Du Entwürfe hast, die Du hier zeigen magst, dann wirst Du auch sicherlich weitere hilfreiche Antworten bekommen. Am konkreten Beispiel lässt sich immer viel leichter Hilfe leisten als anhand von Vermutungen. Herzliche Grüße Vielleicht immer auf die gleiche Weise gefragt?
  9. 9 Punkte
    Guten Abend alle beisammen. Ich bin nun, nach Vollendung des Projekts, endlich mal dazu gekommen, euch das Resultat zu zeigen. Geblieben ist es bei der japanischen Bindung. Auf dem Cover ist eine Fresnel-Linse eingesetzt, die den Buchtitel verschwinden lässt, wenn man direkt frontal drauf schaut. Für den Text habe ich mir ein paar Spielereien ausgedacht, wie zB die Aufteilung der Schrift auf zwei Ebenen (Transparentpapier) oder, von@bertel inspiriert, Textstellen, die nur mit einem Rotfilter lesbar sind. Zusätzlich habe ich den Text inhaltsbasierend unterschiedlich leicht/schwer gesetzt. Wem die vier Bilder nicht genügen, der kann sich hier die komplette PDF mit allen Bildern anschauen: https://drive.google.com/file/d/1LC5Bu0-1TfB9zy4UmDL6qdgGnfKV3MeO/view?usp=sharing Danke euch allen für den Input. MfG, Finn
  10. 9 Punkte
    Vor einiger Zeit hatte ich im Forum gefragt, wie man mit Kindern möglichst einfach mit Lettern drucken kann. Die Diskussion wanderte damals sehr streitbar in eine völlig andere Richtung ab, deshalb erlaube ich mir heute die Ergebniss in einem neuen Thema vorzustellen. Altes Thema mit thematischer Entgleisung Meine Aufgabe: Kinder sollen das Prinzip "Drucken mit beweglichen Lettern" verstehen. Hintergrund war die Geschichte Luthers, der Bibelüberstzung und des Druckes durch Gutenberg. Das Problem: Ich konnte keine Holzlettern mehr auftreiben und somit keine machbar DIY-Druckerei basteln. Anregungen hatte ich aus dem Forum reichlich bekommen, vielen Dank dafür. Blei wollte ich die Kindern aber nicht anfassen lassen und die Schriften waren mir für Kinderhände zu klein. Die Lösung: Die Druckwerkstatt des Gutenberg-Museums in Mainz verleiht eine mobile Druckwerkstatt, die ganz genau das kann, was ich gesucht hatte. Kosten 100 Euro für ein Wochenende plus 50 Euro Kaution. Sehr nette Menschen geben dort eine Einführung. Es gab einen Setzkasten mit etwa 5 cm großen Holzbuchstaben und ich durfte mir 4 fertige Druckmotive aussuchen. Von Lappen, Reinigungsbenzin, Farbe, Spachtel bis zu den Farbrollen ist alles in einer Kiste dabei. Die Handpresse hat ein ordentliches Gewicht und lässt sich nur mit zwei Leuten ins Auto heben. Das Ergebnis: Den Kindern im Workshop (Gruppe mit 14 Kids) hat es sehr viel Spaß gemacht. Wir haben zunächst Fehldrucke zugelassen, damit das mit dem richtigen Setzen auch verstanden wird. Die Kids waren total begeistert von der Intensität der Farben auf dem Blech und der Rolle. Wir durften die Farben übereinander rollen (streng mit gelb beginnend) und konnten so kunterbunte Drucke erzeugen. Auch das Mischen der farben konnte so verstanden werden. Den Betreuern und mir hat das aber noch mehr Spaß gemacht und wir haben in der Mittagspause für alle 70 Kinder dieses Tages ein einfaches Plakat mit dem Tagesmotto produziert. Danke für Eure Anregungen. Ein Punkt war leider nicht zu finden im Setzkasten. Den habe ich dann nachgemalt. Aber: (ganz ehrlich) ich hatte TYPOGRAFIE.DE statt .INFO gesetzt, peinlich, dehalb zeige ich das Ergebnis nicht. Ein buntes Abbild vom Herrn Gensfleisch.
  11. 9 Punkte
  12. 9 Punkte
    Ich oute mich mal als begeisterter InDesign-Nutzer (noch CS6, so lange es geht). Ich habe immer mal wieder Alternativen geprüft, doch keins der Programme kommt in Qualität und Flexibilität an InDesign heran. Ich nutze das Programm seit Version 2 für Windows, hatte damals aber auch Pagemaker im Einsatz. InDesign ist einfach ein Traum, weil ich damit inzwischen (fast) alles machen kann. Stabil, flexibel, anpassbar. Die Vorlagen, die Masterseiten ... herrlich! Fachbücher, Belletristik, Biografien, Kinderbücher ... QuarkXPress ist nicht so flexibel beim Import aus Word, für mich ein ganz wichtiges Kriterium. Warm geworden bin ich mit dem Programm nie. Update: So können die letzten Versionen nur noch .docx-Dokumente importieren, nicht mehr .doc. Das Herauslösen und nachträgliche Verknüpfen von in die Worddatei eingebetteten Bildern ist mir auch nicht gelungen, das geht ja in InDesign ganz wunderbar. Oder ich hab's nicht gefunden? Und wenn ich mit Quark mal ein paar Wochen nichts gemacht habe, tut das Programm beim Neuaufruf jedes Mal so, als wäre es eine Testversion und will (im Administratormodus, sonst geht's nicht!) den Schlüssel haben. Nervt auch. Update vom April 2018: In QuarkXPress ist seit vielen Versionen schon der DiHyph-Silbentrennungsalgorithmus der Firma Dieckmann eingebaut, ab Version 2018 gilt das auch für die Sprache Englisch und außerdem gibt es dann sogar 5 Qualitätsstufen. Für mich als Buchsetzer ein absolutes Killerfeature. (Den musste ich für InDesign erst teuer als Plugin einkaufen, und das nur für eine Sprache.) Viele typografische Funktionen (z.B. der optische Randausgleich) gefallen mir außerdem besser als in InDesign. Der VivaDesigner kann hier noch weniger und der Support war für meine Nachfragen überhaupt nicht existent. (Auch ein wichtiges Kriterium, warum ich die Software dann NICHT gekauft habe.) Quark dagegen HABE ich gekauft. Serif PagePro hatte mich ziemlich überrascht (Grundlinienraster, optischer Randausgleich, PDF-Import ...), das schien mir tlw. erwachsener zu sein als Quark und der Preis war ein Witz. Aber es wird ja nicht weiterentwickelt. Ich bin sehr gespannt auf den Affinity Publisher! Das könnte ein echter InDesign-Konkurrent werden. Update: Teste gerade die letzte Version PagePro X9, die es derzeit zum unglaublichen Downloadpreis von knapp 23,- EUR gibt. Von der Stabilität und vom Handling her kann das Programm nicht (mehr) überzeugen. Die Unterstützung von OpenType-Features (Kerning) ist furchtbar buggy. Da soll X8 besser gewesen sein. Die PDF-Ausgabe (PDF X1-a mit CMYK - ISOcoated v2 300%) ist zwar absolut fehlerfrei (in Adobe getestet), aber bis dahin muss man es erst einmal schaffen! Der Word- und PDF-Import jedoch gefallen mir besser als in Quark. Ein Bugfix sollte wohl noch kommen, aber Serif setzt jetzt wohl derzeit mehr auf die Affinity-Produkte als auf "Legacy-Software". Word ist ein hervorragendes Satzprogramm für den Mengensatz (Fachbücher) und für lange Dokumente, wenn man das Programm beherrscht und die typografische Messlatte nicht ganz so hoch hängt. (Immerhin ist die OpenType-Unterstützung ab Version 2013 richtig gut.) Wichtig ist, dass man Word als Satzprogramm ganz anders einsetzen muss, als die breite Masse das tut, dass man ausschließlich mit Vorlagen und verlinkten Grafiken arbeitet, die richtigen Grundeinstellungen wählt und fleißig programmiert. Dann kann man beim richtigen Workflow im Verlag viel Zeit und Arbeit sparen. Vor allem im Bereich Wissenschaft ist Word weit verbreitet. (Es gibt genug Dinge, die ich voll sch... an Word finde, aber immerhin konnte es vor 20 Jahren schon Grafiken verknüpfen und super Tabellensatz machen, als man in Pagemaker für Tabellen noch eine Erweiterung benötigte! Und InDesign hat ja gerade erst gelernt, Absatzvorlagen für Kästen zu nutzen. Auch das konnte Word schon vor 20 Jahren!) Der Writer kann manches sogar besser als Word, selbst registerhaltiges Setzen ist von Hause aus vorgesehen. (In Word nur mit Trick 17.) Leider werden OpenType-Features nicht unterstützt. Update vom 7.2.2017: Writer aus LibreOffice ab 5.3 unterstützt ab sofort ausgewählte OpenType-Features! Auch die nächsten beiden Textverarbeitungen unterstützen diese Schriften nicht voll: Papyrus Autor tut so, als wäre es ein DTP-Programm, ich finde es als Satzprogramm jedoch unbrauchbar. Es ist ein super Texteditor mit vielen nützlichen Funktionen für Autoren und einer rudimentären RTF-Schnittstelle in die Microsoft-Welt, aber nix für Setzer (und auch nix für Sachbuchautoren). Dann schon lieber TextMaker. Immerhin ist der TextMaker das Programm, bei dem der DUDEN-Korrektor am besten läuft. (Der so tolle Korrektor ist sonst noch bei Papyrus Autor und Patchwork eingebaut.) Und damit finde ich bei vielen Kunden immer noch viele, viele Fehler und kann manchmal sogar sagen: Leute, nochmal zurück ins Korrektorat. Update vom Januar 2018: Papyrus Autor kennt inzwischen doch das docx.-Format. Außerdem besitzt es seit Version 8.5. (momentan aktuell: Version 9) einen PDF-RGB-zu-CMYK-Konverter, bei dem man sogar mit ICC-Profilen (FOGRA, ISO-coated usw.) arbeiten kann. Leider wird Text nicht zu K-Schwarz, sondern zu CMYK-Schwarz. AbiWord soll die zweite der mir bekannten Textverarbeitungen sein, die die speziellen Features von OT-Schriften nutzt wie Ligaturen oder Mediävalziffern. Steht auf meiner Probier-Todo-Liste. Update: Habe AbiWord probiert, interpretiert tatsächlich OT-Features. Das ist aber auch alles. Gespiegelte Seitenränder? Initialbuchstaben? Eine verständliche Formatvorlagen- bzw. Stilverwaltung? Fehlanzeige! Auch die Stabilität lässt bei meinen Tests sehr zu wünschen übrig. Fazit: nicht empfehlenswert, ist nicht mehr als eine rudimentäre Textverarbeitung. Wenn ich in InDesign ohne optischen Randausgleich arbeite, den viele Kunden merkwürdigerweise gar nicht wünschen, kann ich mit Word und InDesign, vorausgesetzt, ich nutze die gleiche hochwertige Schrift, ein praktisch identisches Satzbild erzeugen. (Und die Silbentrennungsfunktion ist in beiden Programmen gleich mies.) Insofern: Es gibt weit mehr als InDesign da draußen, aber ich kehre immer wieder begeistert und verliebt zu InDesign zurück.
  13. 9 Punkte
    Kann gar nicht wieder aufhören zu lachen:
  14. 9 Punkte
    die freundliche grafikerin des finnischen verlags hat innert einer halben stunde geantwortet. und hier der link zum schriftschöpfer.
  15. 9 Punkte
  16. 9 Punkte
    Hallo zusammen, da ich selbst Schriften für Grabsteine mache und die Beiträge dieses Themas daher sehr interessant fand, würde ich gerne das Arbeitsfeld eines Schrifthauers etwas näher darstellen, insbesondere um zu verdeutlichen, dass eben nicht alles (vor allem nicht zu 100% !) Maschinenarbeit ist. Um eine Schrift in den Stein zu arbeiten gibt es verschiedene Techniken: Zunächst das Hauen von Hand, mit Fäustel und Eisen oder mit Pressluftpistolen, was nach wie vor die verbreiteste, da günstigste, Methode ist. Erkennbar ist sie an dem Grat, der sich in der Mitte der Buchstaben befindet (Querschnitt ist V-förmig). Fräsen mittels Sandstrahler. Wird auch sehr häufig gemacht, ist allerdings nicht für alle Gesteinsarten geeignet, sobald ein Gestein porös oder nicht homogen ist muss wieder von Hand gehauen werden. Der Querschnitt einer Sandgestrahlten Schrift is U-förmig, ein Grat ist nicht erkennbar. Sandgestrahlte Schriften lassen sich übertief arbeiten, wodurch ein sehr interessanter Schattenwurf entstehen kann. Fräsen mittels Diamantfräsen. Hiermit können nahezu alle Gesteine bearbeitet werden. Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass die Maschinen auf Grund sehr hoher Anschaffungskosten und hohem Verschleiß der Diamant-Köpfe für den einfachen Steinmeztbetrieb nicht rentabel sind. Beim Fräsen mittels Diamant sind außerdem die Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich des Schriftsatzes auch begrenzt, da feste Schablonen erstellt werden, Unterschneidungen lassen sich hierbei z.B. nur schwer einrichten. Wir haben in unserem Betrieb einen Sandstrahler, dieser kann aber eben nicht in jedem Fall eingesetzt werden. Muss z.B. eine Nachschrift erstellt werden, muss die Schrift nach wie vor von Hand gezeichnet werden (entsprechend dem vorhergehendem Schrifttypus). Und wird anschließend in der selben Technik in der die vorhergenhende Inschrift gearbeitet war, eingearbeitet. Für neue Inschriften, haben wir unsere eigenen Fonts mit Fontlab entwickelt, setzten diese mit Corel und plotten sie anschließend auf Folien. Diese Folien können dann als Schablone oder/und als Strahlfolie verwendet werden. Wir und etliche andere Steinmetzbetriebe, die ihren Schwerpunkt unter anderem auf gestaltete Grabmale gelegt haben, importieren eben nicht in China oder Indien gefertigte Steine. Vielmehr verwenden wir hier beheimatete Gesteine, und bearbeiten diese selbst. Selbst sogenannte Steine "von der Stange" werden von hier ansässigen Firmen geliefert. Desweiteren gibt es eine Vereinigung die ein Siegel (Signum) entwickelt hat, das zertifiziert, dass Steine aus Indien oder China nicht von Kindern gefertigt wurden und der entsprechende Arbeitsschutz gewährleistet wird. Es liegt hier also wie bei vielen Bereichen auch am Kunden, was für ihn wichtig ist, wofür er sich entscheidet. Hier ein kleiner Eindruck wie Schriftgestalung bei unseren Grabsteinen eingesetzt wird: http://vogel-bildhauer.de/html/grabmale.html
  17. 8 Punkte
  18. 8 Punkte
    Habe 50 Euro gespendet, hier bekommt man echt super Hilfe!!!
  19. 8 Punkte
    Ursprünglich setzte man auch nach freistehenden Zeilen (in Inschriften, Anzeigen, Überschriften, Bildunterschriften, Anreden usw.) und nicht nur nach vollständigen Sätzen häufig einen Punkt. Selbst der Duden machte das bis zur 9. Auflage (1915) so. Vor der Rechtschreibreform war der Punkt (bzw. seine Weglassung) nach freistehenden Zeilen nicht geregelt, sondern folgte nur dem verbreiteten Usus.
  20. 8 Punkte
    Nichts desto trotz, eine solche Schrift ist machbar...
  21. 8 Punkte
  22. 8 Punkte
    @Erwin Krump Mit deinen Anmerkungen hast du völlig recht, und ich habe unrecht mit der Darstellung, der Satzspiegel spiele für den Durchschuß keine Rolle. Ich hatte dabei nur die Stellung der Kolumne im Sinn, aber es kommt ja auf die Proportionen an. Ein Buch mit schmalen Rändern und splendid durchschossenem Satz erzielt eine gänzlich andere Wirkung als ein Buch mit breiten Rändern und eng durchschossener Kolumne.
  23. 8 Punkte
  24. 8 Punkte
    Wir haben uns auf die Stockwerke aufgeteilt: Wir im Hochparterre, die Stimmung im Keller. Aber glücklicherweise unbeschadet und hoffentlich auch ungefährdet.
  25. 8 Punkte
    Hängt bei Freunden im Esszimmer - ein Kellerfund aus der Nachwendezeit. Die meisten Schilder dürften aus den 1920er- und 1930er-Jahren sein ...
  26. 8 Punkte
    Fertig: Danke noch mal für Eure Unterstützung! (Der Raum ist übrigens komplett nachgebaut und neu. )
  27. 8 Punkte
  28. 7 Punkte
    Das hat mit der Formatvorlage in Excel zu tun. Wenn du das voreingestelle "+Überschrift" etc. änderst, wird auch der Text wie gewünscht in AI dargestellt. Achsenbeschriftung (oder ganzes Diagramm) markieren > rechte Maustaste > Schriftart. Dort Schrift auswählen, "+Überschrift" darf nicht ausgewählt sein. Selbes Diagramm, oben mit "+Überschrift", unten mit "Alegreya", in Excel kopiert und in AI eingefügt:
  29. 7 Punkte
    Vielen Dank, Peter! Deine Version mit der unteren Kurve vom S hat mir sehr gefallen. Ich habe mich letztendlich für diese Form entschieden:
  30. 7 Punkte
    Die Allise (Ethan Dunham, 2005) kommt ganz gut hin: bei MyFonts herunterladen
  31. 7 Punkte
    Meine Favoriten in absteigender Reihenfolge: Mittelpunkt. Das ist einfach der naheliegendste Begriff. Ich vermute, dass normale Menschen, die diesen Punkt benennen sollten, diesen Begriff wählen würden. Das Argument der Mehrdeutigkeit überzeugt mich nicht. Kontext löst theoretische Verwirrungen fast immer automatisch auf, ohne dass uns das auffallen würde. Wir müssen in normaler Konversation nicht darüber nachdenken, ob Bank ein Geldinstitut oder ein Sitzmöbel beschreibt. Mittelpunkt selbst ist ja schon in der Alltagssprache doppelt besetzt, ohne dass das für Verwirrungen sorgen würde. Warum sollte noch eine Bedeutung, die in einem klar definierten Kontext eingesetzt wird (der mit den anderen Bedeutungen von Mittelpunkt kaum etwas zu tun hat) hier für Verwirrung sorgen? Mittenpunkt. Wäre mein Kompromissvorschlag, wenn Entscheider den Mittelpunkt einfach nicht akzeptieren wollen. Klingt aber irgendwie holpriger. Trennpunkt. Auch intuitiv. Ich bilde mir ein, diesen Begriff im Kontext von Wörterbüchern schon gehört oder gelesen zu haben. Nachteil: beschreibt halt nicht die Position innerhalb der Zeile. Mittepunkt. Da kräuseln sich meine Ohren und bestehen energisch auf einem Fugenkonsonanten. x-Höhen-Punkt. Zu technisch. Ohne Vorwissen versteht der Leser da nur Bahnhof. Mediopunkt. Was zum Teufel ist ein Medio? Welch dämliche Erfindung, um ein vermeintliches Problem zu umgehen! Hochpunkt. Geht m.E. gar nicht. Wer nicht Altphilologe ist, würde den Punkt sehr wahrscheinlich sehr viel höher vermuten als auf der x-Höhe.
  32. 7 Punkte
    Gefunden auf Ischia. Beste Grüße
  33. 7 Punkte
    So agieren Trolls nun einmal. Hart an der Grenze des (offenen) Regelbruchs, dabei regelmäßig wenigstens ein bisschen on topic, um den eigentlich angebrachten Rauswurf zu vermeiden. Aber im Kern geht es darum, zu stänkern und ehrliche Teilnehmer zu verunsichern. Also lass dich bloß nicht von deinem Kurs abbringen, @Heike & Stefan! Das passt alles schon, was du machst. Und dein Engagement für die Laufgruppe und die Gruppe an sich sind sowieso klasse. Wenn ich Bundesverdienstkreuze vergeben könnte, bekäme eure Gruppe sicher eins.
  34. 7 Punkte
    Ab heute gibt’s bei SIAS die brandneue Popelka – die Vorspann-Schrift aus dem Kultfilm »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel«. Das Design dieser halbfetten Unzialschrift stammt ursprünglich aus den Barrandov-Studios Prag. Die Schrift des Vorspannes wurde von Hand gezeichnet/geschrieben, das erkennt man bei genauerem Hinsehen an Unterschieden zwischen den Vorkommen eines Buchstabens. In der DEFA-Version des Filmes wurde diese Schrift dann nachempfunden, allerdings nicht ganz mit der gleichen kalligraphischen Sicherheit, die das tschechische Original (?) zeigt; ein Vergleich der beiden Filmversionen ist in dieser Hinsicht aufschlußreich. Also nun: eine frohe Weihnachtszeit allerseits – und viel Spaß beim Gestalten von Einladungen, Tischkärtchen und Geschenkanhängern etcª mit der neuen Aschenbrödel-Schrift! Übrigens, mein persönlicher Geheimtip: die tschechische Version ansehen!
  35. 7 Punkte
    Die abstrahierten Beispiele, die bertel weiter oben zeigt, finde ich sehr schön, besonders die Variante von St. Mang, die an ein Bleiglaskirchenfenster erinnert. Aber auch Gregors Visualisierung in handgezeichnetem Duktus hat ihren Charme. Für Dieters Projekt stellt sich daher zunächst einmal die grundlegende Frage, ob die Darstellung der Kirche den Charme des Handgezeichneten haben soll oder ob eine auf das Wesentliche reduzierte, visuell spannende grafische Anmutung das Richtige ist. Letzteres muss dabei nicht kalt und unpersönlich rüberkommen, sondern könnte durch Farbe gezielt um eine emotionale Wahrnehmungsebene erweitert werden, siehe bertels Beispiele. Da Kirchen heute weniger streng und autoritär wirken möchten, sondern oft sehr auf das freiwillige Mitwirken der Gemeindemitglieder angewiesen sind, ist ebenso oft der Wunsch da, den Menschen mit offenen Türen, menschlicher Wärme und einem Angebot der echten Teilhabe zu begegnen. Heutzutage werden die Kirchen sogar wesentlich besser geheizt als früher und die Schäflein verfügen in aller Regel über Sitzkissen auf den kargen Kirchenbänken, damit kein schmerzendes Hinterteil von der spirituellen Einkehr ablenkt. In diesem Sinne müsstest Du, Dieter, der Diakonin vielleicht noch mal ein paar gezielte Fragen stellen, um die genaue Zielsetzung zu ermitteln: Gibt es eine inhaltliche Definition dieser Gemeinde und ihrer Schwerpunkte/zukünftigen Schwerpunkte? Gibt es eventuell sogar ein Empfinden darüber, dass die Wahrnehmung der Kirche/Gemeinde von außen und innen differiert? Um die Neugestaltung eines Unternehmens, einer Kirche oder einer sonstigen Organisation anzugehen, muss zunächst klar sein, wie der theoretische Unterbau überhaupt aussieht. Wenn das inhaltliche Konzept nicht bekannt ist, dann wird die Gestaltung zur reinen Geschmacksfrage – und das geht in den meisten Fällen eher schief, als dass ein Volltreffer dabei herauskäme. Die wichtigen Fragen also wären zunächst einmal: Was für eine Kirchengemeinde haben wir hier vor uns – wie groß, welche inhaltliche Ausrichtung, wie viele Gemeindemitglieder, ländlich oder städtisch geprägt, etc. Also: die Definition von Sender und Empfänger, Anbietendem und Zielgruppe sozusagen. Und dann wäre es wichtig, sich die bisherige Gestaltung anzuschauen und festzuhalten, was daran gut ist und gefällt und wo Handlungsbedarf besteht – und diesen zu definieren. Im nächsten Schritt wäre dann klar zu formulieren, was gewünscht ist und die Inhalte/Attribute festzulegen, die das neue Erscheinungsbild im Gegensatz zum alten aufweisen soll. Und dann kann man sich daran machen, die neue Gestaltung anhand dieser Vorgaben zu entwickeln und zu messen. Man sieht ja durch die Diskussion hier im Forum, wie unterschiedlich mögliche Parameter von den verschiedenen Diskutanten bei der Betrachtung gewichtet werden. Damit das Ganze zielführend fortgesetzt werden kann, müssten wir einfach wissen, wie der »Kunde« das Ganze sieht. Andernfalls besteht die Gefahr, dass wir uns im Kreis drehen, wie hier zum Beispiel zu besichtigen. Liebe Ostergrüße Kathrin
  36. 7 Punkte
    Du brauchst kein schlechtes Gefühl haben, du zwingst ja niemanden dazu etwas beizutragen. Ich kann es nur vermuten, aber bisher geschieht hier doch alles weil es den Leuten entweder Spaß macht, sie daran interessiert sind oder einfach weil du ein sympathischer Typ bist.
  37. 7 Punkte
    In Stichworten: Name und akademischer Grad ohne Unterschied wirken wie ein Begriff. Der Mann heißt Simon R. Becker Master of Ingeneering und ist von Beruf Ingenieur für ... Besser: Name so belassen (Kapitälchen mit Großbuchstaben sind überflüssig zierhaft, ich würde sie ohne Großbuchstaben verwenden), etwas weiter sperren und Wortabstände verringern. Den zweiten so verringern, daß er optisch dem ersten gleicht, d.h. den Punkt neutralisieren. Die zweite und dritte Zeile aus einer Schrift, und zwar in derselben Größe wie im Fuß. Die dritte Zeile ist deutlich zu lang und zu groß. Abgesehen von der unschönen stumpfen Pyramide stehen Format und Entwurf nicht miteinander in Beziehung. Die Karte ist für den Entwurf zu schmal und zu hoch oder eben die Schrift zu breit. Durch die genannten Änderungen wird das verbessert. Der untere Rand ist zu knapp, er sollte so groß sein wie die seitlichen. Fuß: Nach dem Plus Leerraum tilgen. Die (0) kann weg, das Divis nach 177 kann weg. Die Gruppierung sollte reduziert werden, statt 5 67 89 kann man setzen 567 89, unten dann 890 1234, oben die 1234 ohne Lücke. Die 177 muß zusammen. Ergebnis: stärkere Zeilenbildung, ruhigeres Bild, gute Lesbarkeit. Die Abstände für die Gruppierung reduzieren. Ich würde linksbündigen Satz bevorzugen, auch auf der rechten Seite. Rechtsbündiger Satz zeigt die Bemühung um eine Mittelachse, die nicht erreichbar ist, weil der linke Block kürzer ist als der rechte. Diese Achsverschiebung fällt durch die glatten Außenkanten nur noch mehr auf; das wirkt ungeschickt. Ausprobieren: den gesamten Fuß auf Mittelachse, keine Aufteilung in seitliche Spalten, sondern in auf Mitte gestellte Zeilen: Straße . PLZ Ort . Land Fon 123 . Mobil 123 . Mail www.usw..de Das spart die Rückseite. Doppelseitige Karten haben Nachteile: höhere Druckkosten, Rückseite kann übersehen werden. Sie haben keine Vorteile. Rückseite: nach www entsteht ein Loch. Der Punkt muß dort sowie vor DE gleiche optische Räume bekommen. Die Zeile kann verkleinert und etwas mehr (nicht viel) gesperrt werden. Format kann in der Höhe vielleicht etwas reduziert werden. Kreditkartengröße wäre 1 mm niedriger, aber 85 x 54 ist klobig. 85 x 50 wäre zu probieren, paßt sehr wahrscheinlich auch besser zum Entwurf. Viel Vergnügen!
  38. 7 Punkte
    Wer sagt das? Fundamental Dotless.zip Wie gesagt, mit MEINEN Schriften kann ich anstellen, was ich will, selbst wenn dies eigentlich Blödsinn ist...
  39. 7 Punkte
    Für alle die ... bzw. für den einen der scheinbar schon ungeduldig vom einen auf's andere Bein hüpft: So sieht es bis jetzt aus, bin aber noch nicht zufrieden und fertig, daher wird's heute nichts mehr (ja, die Bilder werden bei Klick "gross").
  40. 7 Punkte
    Das waren gesamt ca 1100 laufende Meter Boden- und ca 300 qm Wandbeklebung. Beides gedruckt direkt auf die entsprechenden Folien. Die Kreise dann noch mit Konturschnitt. Schwierig war für mich, die genauen Winkel der Kurven festzulegen, damit später auch alles an den richtigen Stellen geschnitten und geklebt wurde. Ich habe das Layout direkt auf dem Architekturplan angelegt und die Bänder dann mit Farbcodes belegt, damit nichts verloren geht und die Werbetechniker später nicht den Überblick verlieren. Anbei ein Screenshot eines Teiles des Layouts. Die schwarzen Linien zeigen immer, wo geschnitten werden musste. Nach der Layoutfreigabe habe ich dann die Bänder mit den zu schneidenden Linien rauskopiert, und in jeweils 50 cm lange und 1 cm hohe Streifen verteilt (Maßstab 1:100). Die Druckerei hat immer 5 m lange Bänder gedruckt. Dies sind in der RZ die roten Linien. Die schwarzen Linien zeigen an, wo geschnitten werden musste, damit die Bänder passend um die Kurven gehen oder an die Kreise andocken konnten.
  41. 7 Punkte
  42. 7 Punkte
  43. 6 Punkte
    Das ist theoretisch (z.B. bei alleinstehenden Zeichen) auch ein Problem, aber ß und B sind ja etablierte Zeichen. Die müssen wir jetzt nicht auch noch infrage stellen. In der (bisherigen) Praxis macht es der Kontext eindeutig – und damit meine ich nicht den Inhalt, den man erst lesen und verstehen muss, sondern die bloße Wortstellung. In Straße (gemischter Satz) kann es kein Großbuchstabe sein. Bei Bauhaus kann es kein Eszett sein, weil es nie am Wortanfang steht. Über GROß als potenziell »grob« wurde sich seit Jahren lustig gemacht. Das verdeutlicht das Problem. Und bei WEIẞ vs. WEIB würde es sich fortsetzen. Es sei denn, man gibt dem ẞ ein eigenes Skelett, dass nicht als B gelesen wird. Rechts oben eine Diagonale oder ein nach innen gewölbter Bogen (wie beim S) schaffen das erfolgreich. Die Brechung bricht im wahrsten Sinne des Wortes mit der Lesegewohnheit des B.
  44. 6 Punkte
  45. 6 Punkte
    Aufgrund der Lockenstruktur besonders gut zum Malen der Kurven geeignet
  46. 6 Punkte
    So jetzt sonntags mit mehr Zeit doch noch eine Antwort. Deine unsäglichen Strohmann-Argumentationen kann man ja so nicht stehenlassen. Also generell muss ich wohl noch einmal wiederholen, dass es mir um Plausibilität und Wahrheitsgehalt von Argumenten (egal auf welcher Seite) geht. Wenn ich da im konkreten Fall Zweifel habe, heißt dies nicht, dass ich das Gegenteil von dem will, was diejenige Person sagte. Wenn ich konkrete Argumente gegen eine Abschaffung der Schreibschrift anzweifle, bin ich nicht automatisch für eine Abschaffung der Schreibschrift. Und wenn ich mich mit Argumenten rund um gebrochene Schriften und das lange s auseinandersetze und dabei Probleme oder schlicht Unwahrheiten aufzeige, bin ich entgegen entsprechender Aussagen einiger Fraktur-Freunde kein Fraktur-Hasser (Originalzitat), kein linker Ideologe (Originalzitat) und eben auch kein Gegner des langen s. Das steht hier auch schwarz auf weiß in der Diskussion und daher sind entsprechende Strohmänner nach so vielen eindeutigen Aussagen sehr ärgerlich. Aber man scheint schon zum Gegner/Buhmann zu werden, wenn man bloß die Realität beschreibt, die einigen nicht gefällt. Denn darin scheint mir das eigentliche Problem zu liegen. Wir haben keinen Konflikt zwischen Eliten und Nichteliten, zwischen meiner Position und eurer Position oder ähnlichem … Der Konflikt liegt darin, dass einige an einem bestimmten historischen Konventionsstand festhalten möchten, in der Realität aber etwas anderes passiert. Dann gegen mich zu argumentieren ist sinnlos, weil ich diese Realität nur beschreibe und nicht beeinflusse. Ich könnte es auch gar nicht. Selbst wenn ich alle Typografie.info-Mitglieder schwören ließe, fortan gebrochene Schrift nur noch mit langem s zu setzen – es würde nichts ändern. Das ſ verschwindet dennoch aus der deutschsprachigen Fraktur. Genauso wie es in jeder anderen historisch üblichen Anwendung verschwunden ist. Es verschwand aus der Anwendung in anderen Sprachen (obwohl dort ebenfalls historisch üblich), es verschwand aus der deutschsprachigen Antiqua (obwohl dort historisch üblich) und seit Mitte des 20. Jahrhunderts nun eben auch aus der gebrochenen Schrift für deutsche Texte. Und dazu hab ich ja schon meine »Gretchenfrage« mehrfach in diesem Strang gestellt: Warum könnt ihr problemlos akzeptieren, dass ein englischer Text in gebrochener Schrift oder ein deutscher Antiqua-Text kein ſ benutzt (obwohl jeweils historisch üblich), nur bei der deutschsprachigen Fraktur dürfe sich dieser schon so oft geschehene Wandlungsprozess nicht wiederholen und die historische Konvention müsse vor aktuellen Konventionen stehen. Das ist im Gesamtkontext einfach nicht plausibel. Der zentrale Faktor ist wohl nur der Zeitparameter. Die deutschsprachige gebrochene Schrift ist schlicht die allerletzte Stelle, wo das ſ ausstirbt. Mehr aber auch nicht. Die gesellschaftlichen Umstände lassen nichts anderes zu. Der Einsatz des ſ in aktuellen Texten tendiert gen Null. Es ist nicht Teil der Schulausbildung, noch ist es auf Tastaturen vorhanden. Das Zeichen hat so keine Chance mehr, sich über Wasser zu halten, also die nötige Bindung von Satzkonvention und Lesererwartung aufrecht zu erhalten. Und wo die Lesererwartung wegbricht, verschwindet auch der Nutzen. Das Zeichen wird zum Stolperstein und gerade eben nicht zur vermeintlichen, oft beschworenen Lesehilfe. Wenn das nicht gefällt – tja, Pech gehabt. Man kann diese Entwicklung für sich persönlich natürlich boykottieren, aber wie sinnvoll dies auf Dauer wäre, ist eine andere Frage. Und dies bringt mich zu den Fragen von Austerlitz. Du beschreibst gängige Satzfehler (Bis-Strich/Apostroph …) von Otto Normal und fragst, ob ich diese im Sinne eines Mehrheitsprinzips übernehmen würde oder doch abweichenden »Eliten-Satz« machen würde (der dann vermutlich auch Abweichungen wie historische Fraktursatz-Regeln einschließen könnte). Die Frage stellt aber ein falsches Dilemma in den Raum und impliziert meiner Meinung nach lauter seltsame Dinge. Zunächst einmal sind typische Fehler noch lange keine Mehrheitskonvention. Täglich lesen Millionen tausende neue Texte in kommerziellen Medien, die diese Fehler nicht aufweisen und auch die Rechtschreibwerke als Anker der aktuellen Konventionen empfehlen sie ja nicht und fördern die Verbreitung damit nicht. Dein Argument schlägt also schon hier fehl, weil es die Realität einfach nicht beschreibt. Typische Satzfehler sind noch lange keine Mehrheitskonvention. Sie sind einfach typische Satzfehler. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Zumal ich hier auch zwischen Feintypografie und klarer orthografischer Relevanz unterscheiden würde. Ich würde behaupten, dass Otto Normal ohnehin nicht bewusst verarbeitet, ob z.B. ein Apostroph verdreht ist. Das sind höchst subtile Signale, die somit (selbst bei häufiger Fehlanwendung) nicht gleich eine neue Erwartungshaltung der gesamten Leserschaft auslösen, der man dann im Gegenzug wieder entsprechen müsste. Ein langes s ist aber kein subtiles Signal und auch nicht vergleichbar mit typografischen Alternativzeichen oder optionalen Ligaturen. Das ſ ist ein eigenständiges Zeichen, dass man lernen und durch Lesen beträchtlicher Textmengen als (dann nicht mehr störenden) Teil der eigenen Lesekonvention verinnerlichen muss. Die Umstände geben das heute für die Masse der Leser einfach nicht mehr her. Und nun zur Frage, wie ich denn setze, z.B. Geschäftsbriefe. Mache ich absichtlich die Fehler von Otto Normal oder mache ich »Elitensatz«? Die Fehler von Otto Normal zu übernehmen ist freilich Blödsinn. (Und die Frage in diesem Sinne auch ein bisschen unfair und suggestiv.) Würde ich so setzen, wie es Otto Normal standardmäßig aus dem Word-Dokument fällt, würde man mich nicht beauftragen müssen. Logisch. Ich werde dafür bezahlt, es besser/anders zu machen. Wenn ich den Geschäftsbrief setze, nutze ich mein Fachwissen und meine Erfahrung als eine Art professioneller Inhalte-Vermittler. Wenn es einen Auftraggeber gibt, muss ich dessen Ziele erfüllen und dazu muss ich selbstverständlich die Adressaten so gut wie möglich verstehen, um sie entsprechend ansprechen zu können. Ich hatte das ja zuvor schon mit Sprachwahl verglichen. Wenn ich zu einem Vortrag eingeladen werde, hängt meine Wortwahl vom Publikum ab. Wenn es ein allgemeines Publikum ist, werfe ich nicht mit Fachbegriffen oder Fremdwörtern um mich, die meine drei »Eliten-Kollegen« in der erste Reihe verstehen, aber 99% des Publikums nicht oder nur mit Mühe. Ich wäre ein schlechter (und schnell arbeitsloser) Redner, wenn ich dies tun würde. Ich gleicher Weise bin ich ein schlechter Grafiker, wenn ich den Kenntnisstand der Leser der von mir gesetzten Drucksachen ignoriere. Ich muss eine Vielzahl von funktionalen und ästhetischen Entscheidungen treffen und gegeneinander abwägen um zu einem bestmöglichen Ergebnis im Sinne der Auftraggeber und deren Adressaten zu kommen. Wenn es für Auftrag und/oder Leserschaft angemessen ist, historische Satzregeln zu benutzen, dann tue ich dies und empfehle es auch anderen so. Ich habe nie etwas anderes behauptet. Aber die deutsche Schriftkonvention bewegt sich in eine Richtung, die solche Fälle immer weniger werden lässt. Ich erlaube mir darauf hinzuweisen. Ich erlaube mir auch darauf hinzuweisen, dass dieser Prozess schon viele Male stattgefunden hat und somit nichts besonderes ist. Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass ihr alle hunderte solcher Wandlungsphänomene akzeptiert und praktiziert, wenn sich hinreichend lange in der Vergangenheit passiert sind. Ich erlaube mir darauf hinzuweisen, dass die historischen Satzkonventionen eben historisch sind und somit der Verzicht darauf nicht automatisch »falsch« ist, wenn er mit den aktuellen Konventionen (siehe amtliche deutsche Rechtschreibung) konform geht. Das ist eigentlich alles.
  47. 6 Punkte
    Hallo Lars, Du weißt, dass auch ich die Sache mit der Schriftenentwicklung nicht an einer Schule erlernt habe, sondern mit per „learning by doing“ selbst erarbeitet, und wenn sich mir Fragen auftaten, angelesen habe. Trotzdem versuche ich mal, in die Sache meinen Überblick darzustellen. Am Anfang war der Bleistift. Die großen Schriftgestalter, egal ob Garamond, Baskerville oder Frutiger hatten ja nur die Möglichkeit, ihre Schriftentwürfe von Hand auf Papier zu zeichnen. Als Hilfsmittel hatten sie hier eben Lineal, Zirkel und später Kurvenlineale zur Verfügung. Wie alle kennen ja die Konstruktionen von Antiquaschriften, bei denen die Rundungen und deren Übergänge mit Zirkelschlägen ausgeführt sind. Da es hierbei natürlich dort, wo ein großerer Kreisbogen in einen kleinen übergeht zu sichtbaren „Ecken“ kommt, konnte hier nur aus dem Handgelenk angeglichen werden. So gesehen waren die mir aus heutiger Schich fast unglaublicher Kunstfertigkeit gezeichneten Entwürfe durch die zur Verfügung stehenden Mittel letztlich sogar weniger Präzise, als das, was einem "Dilletanten" wie mir dank der Computertechnik zur Verfügung steht. Jetzt mussten aber noch nach diesen Entwürfen die Stempel geschnitten werden. Im letzten Jahrhundert standen den Stempelschneidern ja hierzu hoch präzise Pantograph-Fräsen zur Verfügung. Hierzu musste die Originalzeichnung des Buchstabens ja „nur“ auf eine Metallplatte gepaust, von einem Graveur nachgeschnitten, (aber eben in der Originalgröße) und dann mit der so geschaffenen Führungsbahn der Buchstabe verkleinert werden, dies oft über mehrere Schritte, bis so direkt die fertige, und sauberst gefräste Matritze zur Verfügung stand. Zuvor aber war das alles ungleich komplizierter. Hier musste zunächst vom Stempelschneider die Punzen seitenrichtig aus einem härtbaren Vierkantstahl herausgearbeitet werden, immer wieder kontrolliert und nur per Augenschein mit der Punze auf der Originalzeichnung verglichen werden. War so der Stempel der Punze fertiggestellt, wurde dieser gehärtet und in die Stirnseite eines weiteren Stempelrohlings eingeschlagen. Hierdurch konnte man eine Kontur einiger weniger Buchstaben schon einmal identisch für verschiedene Stempel nutzen. Die so mit den Punzen versehenen Stempelrohlinge mussten jetzt vom aufgewölbten Material wieder befreit, und planparallel geschliffen werden, bis dann um die Punze herum alles, was nicht zum Buchstaben gehört mit Handsticheln und feinen Feilen entfernt werden musste. Auch hier war praktisch nur die Genauigkeit des Auges zu erreichen, wobei dies natürlich auch dazu beiträgt, die konstruierten Formen optisch besser zu glätten. Trotzdem kann ich mir kaum vorstellen, welch unglaublioche Mühe in einem Stempelsatz einer Schrift stecken mag, besomders wenn es dann auch noch besonders kleine Grade sind. Doch kommen wir jetzt zu den digitalen Schriften: Karow und der Schnürboden Als es jetzt daran ging, Schriften für den Computersatz verfügbar zu machen, gab es zunächst nur die Möglichkeit, über die Schriftzeichen ein „Karopapier“ zu legen, und dieses Karo dann, füllt die Linie des darunter liegenden Buchataben das Karo zu mehr als 50% zu schwärzen, dann Spalte für Spalte diese schwarzen und weißen Kästchen als 1 und 0 – bits aufzufassen, und die Spalten dann als Byte, Halfword oder Word aufzufassen, und so dann abzuspeichern. Ich selbst habe genau so meine erste digitale Schrift erstellt. Die wurde gespeichert noch im einem E-PROM. Solche Bitmap-Schriften haben zwar dem Vorteil, das zu ihrer Darstellung nicht gerechnet werden muss, dafür muss aber für jede Schriftgröße ein extra Font abgespeichert werden. Ganzzahlige Skalierung ist zwar möglich, aber dann sieht man eben auch die Pixel. So kam eben der Wunsch auf, die Buchstaben mit mathematischen Kurven zu beschreiben. Und hier erinnerte sich Peter Karow wohl an die Methoden, in der z.B. im Schiffsbau stetige Kurven auf dem Schnürboden angelegt werden. Hier werden Strakgewichte, Frösche imd Straknägel gesetzt, und darüber eine Straklatte gespannt wird, die dann aufgrund iher Festigkeit dann einen stetigen Kurvenverlauf annimmt. Die Kurve, die von dieser möglichst über ihre ganze Länge gleichmäßig elastische, astlose Holzlatte und der durch die Ankerpunte aufgezwungenen Spanbnung annimmt, lässt sich mit den Formeln der Statik berechnen. Und so entstand dann Peter Karows geniales Ikarus-System. Und da hier praktisch physikalische Formeln aus der Statik und Festigkeitslehre zum Einsatz kommen, ergeben sich bei der im Ikarus-System verwendeten Beschreibung der Kurve durch die Position der virtuellen Strakgewichte, Fröschen und Straknägeln eben auch letztlich quadratische Splines. Somit hatte man eine sehr präzise mathematische Beschreibung für die so digitalisierten Schriftentwürfe, wobei hier die Ankerpunkte über Gleitkomma-Zahlen in ihren Koordinaten gespeichert werden. Splines vs. Bezier 1984 veröffentlichte Adobe die Seitenbeschreibungssprache Postscript. Eigentlich als eine Art Druckertreiber, bei dem der Drucker dann die Postscript Befehle abarbeitet. Generell hatte Adobe hier dann die auch im Illustrator verwendeten kubischen Bezier-Kurven in Postschript eingesetzt, und verwendete, allein wegen der geringen Rechenleistung der Drucker-Prozessoren für die Knoten und Kontrollvektoren nur ganzzahlige Werte. 1985/86 erntwickelten sie dann auch das Schriften-Dateiformat, das intern eine stark vereinfachte Teilmenge der Postscript-Befehle enthält, und wieder wegen der geringen Rechenleistung mit nur 1000 Einheiten per EM auskommen muss. Das bedeutete, dass die Ikarus-Daten eigentlich zum Postscript-Font vereinfacht werden mussten, zuden, wegen der ganzzahligen Rasterwerte entstehen wirklich glatte Kurven zumeist nur, wenn die Kontrollvektoren im rechten Winkel zum zugehörigen Knoten stehen. Dann sehen die Kurven wirklich sehr sauber und elegant aus, sind letztlich aber nur eine gute Annäherung an den Ur-Entwurf, die aber letztlich sogar besser als der mit Ikarus digitalisierte, handgezeichnete Entwurf aussehen kann. Für die Darstellung am Bildschirm wurden aber zu den auf den Drucker hochzuladenden Typ1-Postscript-Fonts noch jeweils ein passnder Satz Pixelglyphen geliefert, um hier wieder die damals sehr schwachen Rechner zu entlasten. Theoretisch hätte man natürlich den zum Font benötigten Teil-Postschript-Interpreter in Anwendungen oder das Betriebssystem mit aufnehmen können, aber Adobe verlangte für die Lizenz Mondpreise. Diese Lizenz- und Patentpolitik von Adobe brachte Apple dazu, 1991 das Truetype-Dateiformat zu entwickeln, wobei sich dieses (darum übrigens Truetype) enger an den Ikarus-Daten orientiete. Die im Ikarus vorhandenen B-Splines mit ihren De-Boor-Punkten werden hier nahezu 1:1 in Bezier-Knoten umgerechnet. Allerdings wird auch hier wieder auf ganzzahlige Werte gerundet, das in feinsten Details (z.B. Rundungen am Ende von Serifen) zu Ungenauigkeiten führt. Und das natürlich auch bei den nicht auf den Extremen liegenden, zusätzlich nötigen Knoten im Gegensatz zu quadratischen Bezierkurven von Typ1. Dieser kleine Nachteil wurde allerdings durch eine nahezu doppelte Genauigkeit mit 2048 Einheiten per EM ausgeglichen, sodass beide Formate bei nativ im Endformat erstellten Schriften auch eine gleiche Qualität aufweist und Truetype sogar dichter an der Ur-Digitalisierung liegt. Der schlechte Ruf von Truetype rührt daher, dass viele Schriftenanbieter einfach schon vorhandene Typ1-Schriften durch einen einfach gestrickten, und mit einem durch Reverse-Engineering erstellten Postscript-Interpeter, wie beispielsweise Ghostscript in Trutype.Fonts konvertiert wurden, aber dabei die Auflösung nicht auf die 2048 Units per Em vorher vergrößert wurde. Das bedeutet, das die hierdurch bei den zusätzlich nötigen Bezierkurven entstehenden Rundungsfehler sehr deutlich sichtbar werden, da sowohl der Bezierknoten, wie auch seine Kontrollvektoren auf dieses zu gering aufgelöste Raster springen. Letztlich sind beide Formate heute so weit entwickelt, sodass die Konturen beider Kurvenbeschreibungen zu absolut deckungsgleichen Glyphen führen, wobei Truetype in der Bildschirmdarstellung geringfügig besser ist (durch die im TrueType hinterlegten Hinting-Algoritmen), während bei der Druckausgabe der direktere Einbau in das auch hinter PDF stehende Postschript-System einige leichte Vorteile bietet.
  48. 6 Punkte
    Ja, das ist (nur) eine Entscheidung der Duden-Redaktion. Die amtliche Rechtschreibung legt den Durchkopplungsbindestrich als Analogie nahe, Regeln gibt es aber nur für Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben, Abkürzungen und Ziffern (§ 40). Regel und Beispiele für Zusammensetzungen mit Sonderzeichen fehlen. Das Prozentzeichen kommt im amtlichen Text nur in Ableitungen vor: 100%ig wird ohne Bindestrich geschrieben, obwohl 100-prozentig einen Bindestrich erhält. Eine Sonderregelung erfährt das Zeichen also auch hier. Im Lektorat ersetze ich das Prozentzeichen in beiden Fällen nach Möglichkeit durch die Vollform.
  49. 6 Punkte
    Ist jetzt nicht direkt ein typographisches Fundstück, aber bisher wurde das ja auch recht liberal gehandhabt: Die Metro bietet nur am 6. 7. eine Toshiba-Computertischplatte mit zusätzlicher Datenspeicherfunktion an. Wenn man noch zwölf bis zwanzig Euro drauflegt und sich bei Ikea zwei Lerberg- oder Oddvald-Tischböcke dazukauft, hat man einen trendigen Computertisch mit Zusatznutzen: Mit knapp einszwanzig mal achtzig nicht gerade ein großer Tisch, aber für manches Home-Office sicher eine schöne, schlichte Lösung. Man hätte sicher in dem Volumen noch ein bißchen mehr Technik als ein lumpiges Terabyte Speicher unterbringen können, andererseits kann man anderswo sechzig € und mehr auch locker für eine Tischplatte ganz ohne Technik-Schnickschnack hinlegen. Insofern paßt das schon. Ist übrigens auch blöd beworben: Dadurch, daß da versehentlich »Festplatte« statt »Tischplatte« steht, übersieht man glatt, wenn man nicht auf die Maße achtet, was man da fürs Geld alles geboten bekommt. Echt dumm auch, da passende Tischböcke nicht gleich selbst mit anzubieten.
  50. 6 Punkte
    Der mexikanische Buchladen Ghandi verschenkt eine gleichnamige Schriftsippe: http://www.tipografiagandhi.com/
Zeitzone: Berlin/GMT+01:00
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