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Zeige Inhalte mit den meisten Reaktionen seit 28.05.2019 in Beiträge

  1. 17 Punkte
    Mir fehlten bei den vorangegegangen Auflagen Zeit und Mut, diese seltene und empfindliche Schrift mit einer Feile anzufassen. Aber nun habe ich es gewagt. Vielleicht auch, weil ich beim digitalen Satz oft eingreife und dadurch empfindlicher geworden bin. Hier steht die Form auf der Schließplatte. Wenn man als Setzer und Drucker allein in der Werkstatt arbeitet, kann man sich den Arbeitsplatz aussuchen. Früher hätte der Setzer die Arbeit im Winkelhaken gemacht, weil der Drucker seinen Platz selbst brauchte. Das Unterschneiden ist gefährlich für das Schriftbild. Eine falsche Bewegung, und der Buchstabe ist hin. Bei einer seltenen Schrift wie der Wiener Grotesk, Erstguß 1912, wäre das bedauerlich. Das Feilen dauert seine Zeit. Bis die Form paßt, vergeht ein Stündchen. Und wenn man den Buchstaben am Ende doch kaputt macht, werden zwei Stunden daraus. Ich war aber sehr vorsichtig und hatte Glück dazu. Die beiden angefeilten Typen in der Druckform. Für Bleisatzkritiker: Das Blindmaterial links und rechts besteht aus Doppelcicero-Quadraten, weil die schneller greifbar waren als der Doppelmittel-Ausschluß. Hält auf kurzen Abschnitten genauso gut: Schließlich die Vorher-Nachher-Ansicht:
  2. 13 Punkte
    "Lieber Freund! Die herzlichsten(!) von der Burschenversammlung bei Lippel's sendet Ernst Müller, und Deine Sache ist besorgt und der Schneider wirs(!) Dir in nachster(!) Zeit zuschicken, und ich wünsche das(!) Du Dich zur Kirmse(!) bei uns einstellts(!)" Da hat wohl jemand nach einem feuchtfröhlichen Abend noch zum Bleistift gegriffen.
  3. 12 Punkte
    Vielen Dank für die Detailkritik an den Vollkorn-Versalien! Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich beim Entwurf der Vollkorn vor allem den gemischten Satz im Blick. Gleichzeitig hatte ich offenbar die Möglichkeit von Versalsatz völlig vernachlässigt. Das würde zumindest alle diese Ungereimtheiten der Zeichenbreiten etwas erklären … Irgendwann einmal wird es eine Überarbeitung geben, die all diesen Hinweisen Rechnung tragen wird. Ganz bestimmt!
  4. 12 Punkte
    Der Vollständigkeit halber, damit alle möglichen Meinungen komplett sind: Ich würde nach einer kurzen nicht eingezogenen ersten Zeile den zweiten Absatz einziehen, wenn alle anderen Absätze im Buch eingezogen sind. Das Schema hat doch einen Sinn. Daß Ausnahmefälle zur Verschönerung einen Dienst leisten, kann ich nicht erkennen. Wären solche Ausnahmen nicht eher irritierend? Was ist an einem Einzug ungut oder einem stumpfen Absatz gut? Dialoge sehen in Bücher sehr oft so aus, das ist man als Leser ja gewöhnt. Nur Inkonsequenz wäre ungewöhnlich. »Hallo!« »Wer bist du denn?« Die Dame hatte sich überrascht umgedreht, weil sie nur des Hundes, nicht aber dessen offenbar der menschlichen Sprache mächtigen Begleiters gewahr geworden war. Und so geht der zweite Absatz noch eine Weile dahin, ohne daß er sich an seinem Anfang anders verhält als der auf ihn folgende, ganz gleich, ob der nun lang ist oder nur aus einer Interjektion besteht. »Oh!« Was sollte daran doof aussehen? Es sieht einfach aus wie jedes Kapitel, das auf diese Weise beginnt, also mit nicht eingezogener erster Zeile nach Blindzeilen.
  5. 11 Punkte
    Steine bemalen und beschreiben! Das ist unsere Familienbeschäftigung. Die Steine werden dann am Wegesrand liegen gelassen. Wir freuen uns im Stillen über die Finder. Für die Lachgesichter haben wir ein Buch von @Norbert P konsultiert!
  6. 11 Punkte
    Es gibt nur einen, somit ist der nicht anonym. Der Nachweis einer vermeintlichen »lizenztechnischen Unbelastetheit« kann ausschließlich auf eine Art und Weise erbracht werden: die Existenz einer entsprechenden zugehörigen »freien« Lizenz des Herstellers (z.B. OFL), die weitreichende Nutzungsrechte einräumt oder jegliche Schutzrechte abtritt (z.B. Creative Commons Zero). Ich habe die Fonts vor Veröffentlichung des Artikels geprüft. In der Poppl Laudatio stehen Adobe und Berthold als Hersteller in den Meta-Daten drin. Es ist also vollkommen umzweifelhaft – wie schon von anderen vermutet – eine Raubkopie. Die Argumentation »kriegt man ja auf vielen Websites« ändert daran nichts. Ich kann Millionen rechtlich geschützter Filme, Fotos, Musikstücke usw. im Internet findet. »Frei zugänglich« ist nicht gleich »rechtlich unbedenklich«.
  7. 11 Punkte
    Ich mach mich mal am Wochenende an die Arbeit. Gestern hatte ich ein wenig Kinderbetreuung: seit geraumer Zeit kommt immer mal wieder ein so 9-10 Jahre alter Junge bei uns in der Druckwerkstatt vorbei. Erfrischen sind seine, für heutige Verhältnisse ungewohnte, Neugier und sowas wie ein Wissensdurst. Er fragt Tanja und mir Löcher in den Bauch und hat für einen Jungen in dem Alter echt was auf dem Kasten, gestern zog er ein é aus dem Setzkasten und meinte „Ist das ein französisches E?“. Ich war echt baff! Auch sonst im Gespräch weiss er ein ums andere Mal positiv zu überraschen, ich habe mich mit ihm eine ganze Zeit über die Corona-Krise unterhalten und darüber kamen wir auch auf das Thema Behinderungen zu sprechen. Und auf einmal meinte er ganz unvermittelt: „Du hast auch eine Behinderung!“. Ich schaute ihn fragen an und musste mich bei der Antwort fast setzen: „Du hast eine Sehbehinderung, sonst hättest du keine Brille auf!“ … Sehbehinderung … aus dem Mund eines 9-10 Jährigen! Gestern kam er dann mit seiner überaus dankbaren Mutter zu mir, sie wollte sich mal anschauen, wo ihr Sohnemann manchmal über mehrere Stunden hin verschwindet. Nach einem netten Gespräch drückte sie mir 20€ in die Hand, welche sie auch nach heftigstem Protest nicht zurück nahm! „Ich habe noch 3 Kinder zuhause, sie glauben garnicht was da gerade los ist!" Ilias und ich haben dann also ein Poster mit Holzlettern gedruckt, mit ein wenig Hilfe war er sogar in der Lage die Poster selbst in der FAG zu drucken. Nächste Woche kommt er mit seinem größeren Bruder wieder. Als Hausaufgabe sollten sie sich überlegen, was sie dann drucken wollen. Ich bin gespannt!
  8. 11 Punkte
    INDD ist - vereinfacht gesagt - ein serielles Format, d.h. es werden Änderungen, Ergänzungen etc. beim speichern hinten angehängt. Das ist super, weil bei einem Programmabsturz kaum was kaputt oder verloren gehen kann. Es hat aber den Nachteil, dass sich in einem Dokument das über lange Zeit bearbeitet wird, sehr viel altes im Dokument ansammelt, das nie aufgeräumt wird sondern nur durch neueres weiter hinten in der Datei ersetzt wird. Weiters werden im INDD-Dokument auch Bildvorschauen, Textumbruch etc. als Zustand abgespeichert, das hilft beim Öffnen, da die Vorschauen nicht aus den Zuspieler-Dokumenten errechnet werden müssen, und sogar dann sichtbar sind wenn die Verknüpfungen fehlen sollten, der Textumbruch muss nicht neu kalkuliert werden, etc. Aber das sammelt haufenweise Material im Dokument an. Es lohnt sich, ab und zu die Datei unter neuem Namen zu speichern – das kürzt alles raus, was im aktuellen Zustand des Dokuments nicht mehr wirksam ist. Die Dateigröße kann sich dabei durchaus deutlich verkleinern (halbieren, ...). Es ist und bleibt aber das selbe Dokument, es wird nichts konvertiert, nur weg gelassen was wirklich nicht mehr gebraucht wird. D.h. die Vorschauen aktueller Bilder, errechneter Textumbruch etc. bleiben bestehen. Die nächste Stufe ist dann IDML: dort wird praktisch nur der aktuelle Datensatz abgelegt den Indesign unbedingt benötigt um das Dokument wieder darstellen zu können. Bildvorschauen, Textumbruch etc. werden dabei gelöscht, und das spart gewaltig Platz ein. Dadurch dauert das Öffnen von IDML-Dokumenten viel länger, da dann alle diese Sachen neu berechnet werden müssen. Angenehmer Nebeneffekt: auch Unsinn der sich ins Dokument eingeschlichen hat, und den Indesign beim Öffnen als gegeben ohne weiteres Nachdenken annimmt, fliegt so oft aus dem Dokument raus – z.b. eine korrupte Bildvorschau, Schriftlisten(!), etc. Beim Öffnen von IDML in der selben Indesign-Version hatten wir dabei bisher keine dramatischen Probleme. In einem Fall in dem wir komplexe GREP-Formatierungen in den Formatvorlagen hatten, haben diese danach nicht mehr dem Originalzustand entsprochen, die Formatierungsstrings waren einfach nicht mehr die selben – dadurch wurde anders formatiert, der Textsatz war "kaputt". Das ließ sich beheben. Außerdem werden offenbar Informationen wie z.B. die manuell erstellte Reihenfolge der Formatvorlagen in der Vorlagen-Palette nicht mitgespeichert, sondern sie werden in der IDML nach Erstellungs-ID sortiert ... bei umfangreichen Vorlagensystemen ist die Rekonstruktion mühsam und es schmälert das Vertrauen ob schon alles richtig gemacht wurde. Immer etwas spannend wird es auch, wenn man eine IDML-Datei verwendet, um ein neues Dokument in einer älteren Indesign-Version zu öffnen – auch dafür ist das Format ja eigentlich gedacht, aber wie genau Features dabei interpretiert werden die in der alten Version nicht vorhanden sind, ist von Fall zu Fall zu prüfen ... Tendenziell geht dabei was kaputt. --> bei uns in der Agentur machen wir IDML nur dann, wenn es gar nicht anders geht – sogar wenn wir Indesign-Daten mit externen Partnern austauschen, ist die erste Wahl eine frisch gespeicherte INDD-Datei, um diese Fragezeichen zu umgehen. Aber für schnelle Reparaturen ist es ein Mittel zum Zweck, wobei dem Resultat ein gesundes Misstrauen entgegengebracht wird – wenn das die 14. Sprache eines fertigen Projekts ist, geht das, wenn es das komplexe Master-Dokument für eine ganze Dokumentgruppe ist, rate ich dazu ein Backup zu holen und sich die verlorene Arbeit lieber nochmal anzutun als was zu riskieren. Wie so eine Schrift die es nicht gibt ins Dokument kommen kann ... manchmal über Vererbung von Formatvorlagen: angenommen du hast Schrift A Semibold für den Fließtext, und Schrift B für die Überschrift, die auf A basiert aber keine Semibold hat, und du stellst das nicht auf Regular oder Bold um --> sucht Indesign nach einer Schrift B Semibold. Wenn das in einer Indesign-Installation mal eingestellt wird, während kein Dokument offen ist, gilt es für alle folgenden neuen Dokumente. Auch schon gesehen: über verknüpfte Illustrator-Dateien die diesen Fehler mitbringen ... selbst wenn die Datei später wieder raus fliegt oder korrigiert wird, fliegt teilweise dann diese fehlende Schrift in der Dokument-Font-Liste herum und lässt sich nicht mehr ersetzen. Was helfen kann: die Formatvorlagen radikal durcharbeiten oder gar löschen bis man den verantwortlichen gefunden hat Werkzeugleiste und Paletten abklappern ob dort irgendwo in einem Eingabefeld diese Semibold drinsteht die es nicht gibt Über Schrift > Schriftart suchen ... die Schrift versuchen zu ersetzen und den Haken "alle ändern definiert auch Formate neu" setzen (wenn das für neue Dokumente ungewollt immer passiert, sollte das gemacht werden wenn KEIN Dokument geöffnet ist. Wenn ein bestimmtes Dokument betroffen ist, dann natürlich mit diesem geöffnetem Dokument.) Wenn nichts mehr geht und das betroffene Dokument wichtig ist ... Scripting: alles was in Indesign nicht per Interface geht, geht per Scripting ... man kann dort das gesamte Dokument nach gewissen Eigenschaften durchsuchen (eben z.B. eingestellte Schriftschnitte) und diese dann ersetzen durch etwas was vorhanden ist. Wie das konkret geht müsste ich jetzt auch recherchieren und ist möglicherweise fallabhängig, d.h .der Aufwand lohnt sich nur bei wichtigen Dokumenten. Ein Einstieg ist offenbar hier zu finden: https://indisnip.wordpress.com/2010/08/24/findchange-missing-font-with-scripting/
  9. 10 Punkte
  10. 9 Punkte
    Letzthin gab es so viel zu tun, daß ich kaum ins Forum schauen konnte. Die mir vergönnte Freizeit verprasste ich mit der Ovid. Jetzt ist sie soweit fertig. Guckt mal: Ich bin damit sehr zufrieden. Sie hat fast etwas klassisch-aristokratisches an sich. Da vergißt man gänzlich, daß sie sich mit "Covid" reimt. Übrigens habe ich noch ein paar Ligaturen für th, ch, ck, usw. eingeschmuggelt.
  11. 9 Punkte
    Jetzt hat auch diese liebe Seele Ruhe. Nochmals meinen allerherzlichsten Dank an Norbert für seine ausgezeichnete Vorarbeit zu den fehlenden Initialen, und Dank sei auch Euch gesagt für Eure Unterstützung!
  12. 9 Punkte
    Was ist das denn für ra👺💣💥🧨ische Ka💩eiße!? Sorry, sowas darf nicht umkommentiert bleiben ...
  13. 9 Punkte
  14. 9 Punkte
    TIF ist generell ein lustiges Format ... zwar zum Datenaustausch verwendet, aber im Grunde in großes Becken verschiedenster Daten, die alles andere als trivial sein müssen. Es kann neben unkomprimierten und LZW/ZIP-komprimierten auch JPG-Daten aufnehmen – da kommt dann einfach erst ein allgemeiner TIF-Header der das Dokument beschreibt, danach die Info, dass jetzt ein Bilddaten-Paket nach JPEG folgt, und dann geht's damit los. Dann hat man vordergründig ein TIF, aber trotzdem kleine Dateien und ggf. Datenreduzierungs-Artefakte. Analog dazu würden halt beim Wählen der jeweiligen Option Bilddatenpakete "unkomprimiert" oder "nach LZW" oder "nach ZIP" folgen. Mehr noch, das TIF-Format (besser: der TIF-Container) ist so weitläufig spezifiziert, dass mehr oder weniger alles enthalten sein kann, es ist nur definiert wie dieses "alles" beschrieben werden soll, aber schließt wenig aus. Möglich sind alle unmöglichen Kuriositäten wie nicht-quadratische Pixel, seltsame bit-Ordnungen aus der Urzeit, 5bit-Farbkanäle, Sonderkanäle, Ebenen, mehrseitige Dokumente (z.B. ein Fax), mehrere Auflösungen/Qualitäten des selben Bildes, und auch programmspezifische Datenpakete (wer sich fragt warum in einer TIF-Datei Photoshop-Ebenen drin sein können: weil in der TIF ein PSD-Datenpaket mitgeliefert wird). Es kann auch bei weitem nicht jedes Programm, das "TIF" kann, auch alles lesen, was in "TIF" völlig konform drin sein könnte (es gibt aber ein Baseline-TIF-Subset, bei dem gebeten wird es einzuhalten). Jedes Programm versucht bestmöglich, die Beschreibung und die Bilddatenpakete zu interpretieren. Wenn das nicht klappt, ist das TIF "unlesbar", wenn der TIF-Schreiber gnädig war, hat er aber als Backup innerhalb des Containers noch ein "flaches" Vorschaubild integriert das nichts besonderes enthält aber immerhin ein Bild zur Ansicht zur Verfügung stellt. Drum mag ich es immer gern, wenn bei uns jemand "zur Sicherheit" auf TIF umschwenkt weil die anderen Formate komplizierter oder "gefährlicher" seien, ohne zu sagen was für ein TIF er denn nun gedenkt zu verwenden ("sicher" und gemeint ist aber meistens: ein TIF ohne Ebenen, keine Transparenzen, quadratische Pixel, nur RGB oder CMYK, nur 8 oder 16bit pro Kanal, LZW-Komprimierung). PNG ist viel viel einfacher ... da kann wenig schief gehen, solange man mit RGB-Daten arbeiten kann und will (es will prinzipbedingt schlichtweg kein CMYK können). Das ist ganz gut für Office (nur RGB) und Web, wo es auch um kleine Dateigrößen bei guter Darstellungsqualität geht (was PNG sehr gut kann). In einem Indesign/Druckvorstufe-Workflow sollte man hingegen wirklich wissen was man tut, wenn man mit RGB arbeitet – möglich, aber immer noch unorthodox (und wenn schon RGB, wäre ich wieder bei PSD oder TIF). JPG oder TIF (also LZW-TIF): idealerweise arbeitet man halt möglichst nie mit verlustbehafteten Formaten (JPG) sondern gibt diese immer erst am Ende aus (für die Druckdaten oder für andere Verwendungen), da sonst jede weitere Bearbeitung neue Artefakte ins Spiel bringt und sich das aufschaukelt. Also eingehende JPGs in LZW-TIF oder PSD wandeln, diese bearbeiten, ins Layout einsetzen und am Ende ein PDF an die Druckerei geben. Womit wir beim PDF wären: die PDF/X-Standards erlauben ja JPG als Pixelbildformat in Druckdaten-PDFs. In den allermeisten Fällen ist das auch völlig ausreichend (man *kann* bei guten Drucken und gutem Papier Artefakte erkennen, wenn man Abbildungen druckt, die man gar nicht erst als Pixelbild hätte einsetzen sollen, also glatte Illustrationen - aber nicht bei Fotos). Wer da auf Nummer sicher gehen will, und nicht noch ganz um Ende eines schön verlustfreien Workflows noch eine verlustbehaftete Kompression über alles spielen will, kann bei der Option "Kompression" einfach "ohne" (gar keine Komprimierung, große Dateien) oder sinnvoller ZIP (verlustfreie Komprimierung, sparen was geht ohne die Daten zu beschädigen – das ist analog zu LZW, nur eine etwas modernere Rechenmethode) auswählen. Effektiv "TIF" in einem PDF mitzuliefern geht PDF-spezifikationsbedingt gar nicht. Wenn sich die Druckerei also über "LZW-komprimierte TIFs freut", meint sie in der Regel einfach "keine programmspezifschen Dateiformate, keine verlustbehaftete Kompression". Edit: wenn sie darauf bestehen, könntest du mal eine 64-seitige Broschüre als eine einzige LZW-komprimierte TIF-Datei abliefern (Farbseiten nach CMYK, Schwarzweißseiten natürlich effizienterweise nur in K) und dann schauen wie lange es dauert bis der Anruf kommt 😈
  15. 9 Punkte
    Guten Abend alle beisammen. Ich bin nun, nach Vollendung des Projekts, endlich mal dazu gekommen, euch das Resultat zu zeigen. Geblieben ist es bei der japanischen Bindung. Auf dem Cover ist eine Fresnel-Linse eingesetzt, die den Buchtitel verschwinden lässt, wenn man direkt frontal drauf schaut. Für den Text habe ich mir ein paar Spielereien ausgedacht, wie zB die Aufteilung der Schrift auf zwei Ebenen (Transparentpapier) oder, von@bertel inspiriert, Textstellen, die nur mit einem Rotfilter lesbar sind. Zusätzlich habe ich den Text inhaltsbasierend unterschiedlich leicht/schwer gesetzt. Wem die vier Bilder nicht genügen, der kann sich hier die komplette PDF mit allen Bildern anschauen: https://drive.google.com/file/d/1LC5Bu0-1TfB9zy4UmDL6qdgGnfKV3MeO/view?usp=sharing Danke euch allen für den Input. MfG, Finn
  16. 8 Punkte
    Weil der ich-Laut und der ach-Laut im Standarddeutschen zwei stellungsbedingte Allophone ein und desselben Phonems sind. Ein Phonem ist die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit in einer Sprache. Das lässt sich an sogenannten Minimalpaaren erkennen, etwa tauchen vs. taufen: ch und f sind Phoneme; sie unterscheiden die Bedeutung der beiden genannten Wörter. Nun wird das Phonem ch im Standarddeutschen (anders als etwa im Hochalemannischen) in der Aussprache mit zwei verschiedenen Lauten realisiert, eben dem ich-Laut und dem ach-Laut. Eine solche Situation heißt Allophonie: ein Phonem, zwei verschiedene Laute. Das bereitet uns aber keine Probleme, weil die Unterscheidungsregel einfach ist: der ach-Laut erscheint nur nach den dunklen Vokalen a, o und u, der ich-Laut an allen anderen Stellen im Wort: die Allophonie ist stellungsbedingt. Eine stellungsbedingte Allophonie heißt in der historischen Sprachwissenschaft übrigens Lautwechsel. Darum brauchen wir für das ch-Phonem nur eine Schreibung: Die Aussprache ergibt sich ja aus dem Kontext; dieselbe Schreibweise für verschiedene Laute nennt man übrigens Homographie. Eine scheinbare Ausnahme von dieser Stellungsregel hat Thomas Kunz oben aufgespießt: Das ch im Deminutivsuffix -chen wird immer als ich-Laut gesprochen, auch im Wort Tauchen, obwohl das u natürlich einen dunklen Vokal repräsentiert. Der Grund für diese scheinbare Ausnahme ist, dass -chen ein Sem ist – so nennt man die kleinste bedeutungstragende Einheit in einer Sprache: -chen trägt natürlich die Bedeutung ,klein‘. Zwischen den Semen Tau und -chen befindet sich also eine Semfuge, über die hinweg das dunkle o nicht wirken kann. Im üblichen Sprachgebrauch wird das -chen in dieser Stellung allerdings gemieden und durch -lein ersetzt (Ausnahme: Frauchen wegen Fräulein, aber auch das wird oft eher scherzhaft gebraucht und ist eigentlich sprachwidrig: es müsste Fräuchen heißen, vgl. schwedisch fröken). Es gibt noch weitere Allophone bzw. Homographen im Deutschen, die uns aber meist nicht auffallen: Das s in (des) Stausees etwa wird mit drei verschiedenen Lauten realisiert: Am Ende ist es stimmlos (es zischt), in der Mitte stimmhaft (es brummt), am Anfang postalveolar (die Zungenspitze liegt hinter dem Zahndamm). Das b in Weib ist stimmlos und behaucht (ist also im Grunde ein p); in Weiber ist es dagegen stimmhaft und unbehaucht (also ein echtes b). Das e in gellen (geschlossene Tonsilbe) ist kurz und offen, in gelen (offene Tonsilbe) ist es lang und geschlossen, und in Spargel (Nebensilbe) ist es ein unbetonter Mittelvokal (ein Schwa). Das war jetzt mehr Text als geplant, aber einen aus der Semitistik hab' ich noch: Das Schwa im Wort Schwa wird nicht ausgesprochen – ursprünglich hieß es aber Schewa mit Schwa. PS: Mister Austins Lehrer konnten das offenbar sehr viel konziser ausdrücken als ich...
  17. 8 Punkte
    Seit Jahrzehnten produziere ich Akzidenzen. Fax wird heute von drei Berufsgruppen verwendet: Mediziner, Juristen, Architekten. Ein Symbol für einen Faxanschluß habe ich noch nie eingesetzt. Der Grund ist die Frage, die gelegentlich von Kunden kommt: Gibt es ein Symbol für den Faxanschluß? Antwort: Dann würden Sie es doch wohl kennen? Die Frage nach dem Symbol zeigt, daß keines etabliert ist. Das Wort »Fax« ist als Schriftbild schneller zu erfassen als ein nicht-etabliertes Symbol zu deuten. Im übrigen sind Symbole in Schrift auch Akzente. Oder Schmuck. Davon sollte man nur einen setzen, weil Schmuck wie ein Ring am Finger nur wirkt, wenn nicht noch andere Ringe daneben sitzen. Dann wirkt der Schmuck unbedacht, billig. Eine Reihung von Symbolen wirkt wie eine Girlande und überflüssige Verzierung, die verlangt Interpretationsleistung, wo das Ablesen genügen würde. Das Symbol als Schmuck: dieses »Rote Telefon« erfreut sich über Jahrzehnte einiger Beliebtheit bei meinen Kunden, und zwar auch bei jenen, die so ein Telefon nur von Fotos ihrer Großeltern kennen. Wenn Firmenzeichen verwendet werden, rate ich immer davon ab, weil das Telefonzeichen keine Konkurrenz sein soll zu wichtigeren Zeichen. Auf dieser Karte hat es keine andere Funktion als Verzierung (die oft zu einem Schmunzeln führt, denn die Strenge des Gesamtentwurfs bekommt ein Körnchen Witz). Die Akzentwirkung hängt nicht nur an der Farbe, sondern auch an der Helligkeit des Zeichens, hier ist es eine kleine Irritation der Mittelachse der Gesamtform: Ein Kasten mit einem Telefonsymbol symbolisiert eine Telefon-Fax-Kombination. »Wenn der Telefonanschluß mit dem Telefonsymbol besetzt ist, rufe ich eben den Kasten mit dem Telefonsymbol an, ggf. wird dort ein Anrufbeantworter dranhängen.« So einen Faxanschluß hatte ich privat, und ich glaube, der funktioniert bis heute. Manchmal kommt ein Reklamefax als PDF von der Nummer. Es wirkt immer wie ein Gruß aus alter Zeit. Blöcke und tabellarisch angeordnete Nummern suche ich zu vermeiden, damit man nicht in der Zeile verrutscht und den Faxton ins Ohr bekommt. Die Nummern werden horizontal gelesen, die Vertikale, das genaue Untereinanderstellen von Zahlen, hat keine Funktion für die Benutzerfreundlichkeit, sie befriedigt allenfalls einen Gestalter, der die Funktion nicht achtet:
  18. 8 Punkte
    Ich würde es auf gar keinen Fall dahinter platzieren. Bei URL und Mail erkenne ich ohne Etikett, was es für eine Info ist, aber bei den Nummern eben nicht. Da will ich vorher wissen, welche Nummer es ist.
  19. 8 Punkte
    Ich kann nichts zum Satz sagen, so etwas prüfe ich lieber auf Papier. Von der st-Ligatur aber möchte ich aus Erfahrung als Leser abraten. Lesen geht am besten in gewohnten Textformen. Diese st-Ligatur ist eine reine Schmuckligatur, die für Überschriften oder sehr, sehr kurze Texte, kürzer als ein Gedicht, und für große Schriftgrade gedacht ist. In Brotschriftgraden hat es früher, im Bleisatz, so etwas aus gutem Grund nicht gegeben. Erst ab Steckschriftgröße, also 16, vielleicht auch mal 14 Punkt. Sobald drei solche »st« auf engem Raum auftreten, wird der Schmuck lästig. Ich würde solch einen Text nicht lesen können, weil ich in einem fort daran erinnert werde, daß jemand absichtsvoll in den gewohnten Leseprozeß eingreift, also als würde der Setzer unentwegt »Hallo, hier bin ich!« rufen. »Und ich habe eine Ligatur im Setzkasten gefunden, die du noch nicht kennst. Schau hier, noch mal. Und hier wieder! Achtung, jetzt! ...« Ich erinnere an das Bonmot von Frutiger, das für längere Texte wie für ein einzelnes Zeichen gelten kann: »Schrift ist wie ein Löffel: wenn ich mich am Abend an die Form des Löffels erinnere, mit dem ich am Mittag meine Suppe gegessen habe, dann war es eine schlechte Löffelform.« Zur ch-Ligatur möchte ich als Bleisetzer, der die Ligatur aus dem Kasten greift, also absichtsvoll einsetzt, bemerken, daß sie nicht für »sch« verwendet werden sollte, weil die Trennung von »s« und »ch« die Lautbildung zumindest theoretisch irritiert. Man liest sicherlich darüber hinweg, aber es widerspricht der Absicht. In Fraktur gab es im Bleisatz eine sch-Ligatur, in Antiqua nicht oder sehr selten. Es ist besser, eine sichtbare ch-Ligatur nicht zu verwenden, wenn sie automatisch eingesetzt wird.
  20. 8 Punkte
    Vielen Dank, Marcus! Das wird in der Tat sehr hilfreich sein! Inzwischen habe ich das erste Dutzend Initialen gezeichnet. Diese waren in der S&G Schriftprobe abgebildet, es ging also recht einfach. Den Rest erfinde ich frei dazu. Erfahrungsgemäß lassen sich nur so weitere Originale entdecken 🙂
  21. 8 Punkte
    Wenn Leserlichkeit das Hauptkriterium ist (statt, sagen wir mal, die möglichst stringente Einhaltung eines CD/CI) würde ich überhaupt davon abraten, dem Leser eine Webschrift (ohne einfache Wechselmöglichkeit) aufzuzwingen. Warum? Weil eine Systemschrift seines Systems mit einiger Wahrscheinlichkeit besser leserlich ist (weil eben auf sein System optimiert) als irgendein Webfont. Was macht ein Smartphonebesitzer denn als erstes? Richtig: eine Schrift aussuchen, die ihm gefällt/die er auf diesem Gerät gut lesen kann. Webschriften sind ein nettes Extra, aber ich würde sie für besonders sensible Gruppen, was Leserlichkeit angeht, immer nur als Option anbieten. Ich habe in letzter Zeit einiges für Grundschüler gestaltet – in enger Abstimmung mit ihren Lehrern – und da auch mehrere Schriftoptionen angeboten. Das kann sinnvoll und hilfreich sein, weil Systemschriften eben nicht immer optimale Leserlichkeit für besonders sensible Gruppen von Lesern (wie eben Leselernanfänger, Dyslexiker, Einwanderer, die gerade erst Sprache und Alphabet lernen, Menschen mit allerlei Behinderungen und und und) bieten. Serifenschriften können da helfen, wie auch komplexe a- und g-Formen (die weniger leicht mit o und 9 verwechselt werden) oder besonders humanistisch/»organisch« gestaltete Schriften, bei denen sich b, d, p und q besonders klar voneinander unterscheiden (auch wenn sie gedreht und gespiegelt werden). Aber auf manchen Geräten sieht dann auch die sorgfältigst getestete Schrift eben nicht so klar aus wie eine Systemschrift. Deshalb: Wahlmöglichkeit! Schon innerhalb eines Schulbezirks gibt es aber die unterschiedlichsten Geräte, auf denen Schriften ganz unterschiedlich dargestellt werden: ältere PCs, neue PCs, Chromebooks, »richtige« Laptops, Tablets verschiedenerer Generationen, Telefone, Smartboards (auf denen Schriften dann ganz anders wirken als auf dem angeschlossenen PC) . Da ist der Testaufwand schon bei einem Nutzer, den man kennt, enorm. Wenn der Leser irgendjemand sein kann, nun ja … Nach meinen Erfahrungen ist er (wenn Erwägungen wie die obigen wichtig sind) wichtiger denn je, da eben immer mehr Inhalte auf nichttraditionellen Geräten konsumiert werden. In einem PC-/Laptop-Browser kann ich selbst als naiver Nutzer die Schriftgröße ziemlich einfach anpassen, ohne das Layout zu zerschießen. Ctrl-+ gedrückt oder auf das + in der Browserleiste geklickt, schon ist die Schrift größer! Aber schon auf einem Smartphone ist das klar schwieriger. Klar, da kann ich pinch-zoomen, aber dann passt eben eine Textzeile nicht mehr in den Viewport. Doof! Da kann eine A+ A- Option sehr helfen.
  22. 8 Punkte
    Der letzte Kommentar hier fand die Welt noch in Ordnung. Jetzt ist alles anders. Ich lasse mich aber nicht ablenken. Mittlerweile ist der Zeichensatz fertig, und sogar die erste Fuhre Ausgleich habe ich abgeladen. Probieren wir die Schrift mal aus...
  23. 8 Punkte
    Das kam mir gerade bei meinen Jugendstil-Recherchen unter. Das Ä macht mir feuchte Hände.
  24. 8 Punkte
    Bleisatztintenflecken!
  25. 8 Punkte
    zu dem im vergangenen herbst hier angekündigten buchprojekt gab es in wien auch ein symposium. jetzt stehen die gesammelten vorträge bei youtube zum nochmaligen (oder für alle, die wie ich nicht kommen konnten, erstmaligen) anschauen.
  26. 8 Punkte
    Ich bin Georg Herold-Wildfellner von FaceType und ich möchte euch gerne die neue Schriftfamilie „Supernett“ vorstellen: Die Familie entstand ursprünglich 2013 und wir finden sie seitdem immer wieder auf Packagings oder in Kinderbüchern. Die Nachfrage an der Schrift ist anhaltend gut, also haben wir sie jetzt ausgebaut und erweitert. Supernett auf MyFonts Die Familie gibt es jetzt in 3 Stärken, 2 verschiedenen Laufweiten, als Aufrechte und auch als echte Kursive. Das Glyphen-Set unterstützt 209 Sprachen sowie eine Vielzahl an OpenType-Features: ›Automatischer Buchstabenwechsel‹ (alle Buchstaben und Ziffern wurden 3 x gezeichnet), ›Wackelnde Glyphen‹ und ›Zufälliger Grundlinienversatz‹ sind die Key-Features, die den handgemachten Charakter verstärken. Die Supernett ist als Display-Familie konzipiert und darf groß gesetzt werden. Sie läuft schmal oder sehr schmal und ist für eine Handschrift top ausgebaut: Es gibt Interpunktionen speziell für den Versal-Satz wie auch für die Kapitälchen (die neu dazugekommen sind) und sie unterstützt die OpenType-Features ›Null mit Schrägstrich‹ und ›Brüche‹. Dank der großen x-Höhe (und trotz des handgezeichneten Looks) überzeugt die Supernett mit guter Lesbarkeit im Mengensatz. Ihr organischer, handgemachter Charakter passt zu Kinderbüchern, Packaging und Food. Supernett wurde von Georg Herold-Wildfellner/FaceType gestaltet. Einzel-Schnitte gibt es um € 17,–. Die Familie (alle 12 Schnitte) kostet € 76,–. Verfügbar ist die Schrift derweil nur auf MyFonts: Bis 22. November mit 70 % Rabatt Die Supernett Light ist kostenlos verfügbar. Foundry: FaceType Ein PDF mit allen Bildern gibt es hier Freue mich auf euer Feedback! MLG, Georg
  27. 8 Punkte
    Bin gerade hierüber gestolpert: Das Lyon-Tablet; eine Rede des Kaisers Claudius, in Bronze gestanzt. Das ist so gleichmäßig, es könnte gedruckt sein. https://en.wikipedia.org/wiki/Lyon_Tablet
  28. 8 Punkte
    Das ist schön zu lesen! Ich bin nach sehr vielen und tiefgehenden Diskussionen hier im Forum davon überzeugt, dass es sehr gute Argumente für das Versal-Eszett gibt. Schlüssige Argumente, die die Anwendung der deutschen Schriftsprache logischer machen und Uneindeutigkeiten beseitigen. Es geht bei der Befürwortung des Versal-Eszett nicht um irgendeine Hipsterspinnerei, um keine abgehobene Diskussion im Elfenbeinturm der Typografiegelehrten, sondern ganz im Gegenteil sogar um sehr handfeste, praktische Verbesserungen im Schriftalltag. Warum sollte man etwas gegen diese Vervollständigung des Alphabets haben? Außer einer dogmatischen Verweigerung von Veränderungen an sich oder der Bequemlichkeit, die jeden Lernprozess ablehnt, fällt mir in diesem Fall wirklich nichts ein. Ich persönlich schätze die offenen und fachkundigen Diskussionen hier im Forum sehr und habe schon so manche meiner Ansichten geändert, weil mir von den Kollegen und Kolleginnen eine bessere angeboten wurde. Davon ist mir noch nie eine Serife aus der Krone gebrochen – im Gegenteil. Keiner von uns hat die Wahrheit für sich gepachtet – und niemand verliert sein Gesicht oder seinen fachlichen Status, wenn er einen Irrtum zugibt oder seine Meinung über einen Sachverhalt ändert. Dieses Forum ist bekannt für seinen respektvollen, freundlichen und oftmals sehr hintersinnig-humorvollen Ton und das hohe fachliche Niveau. In den elf Jahren, die ich Mitglied des Forums bin, habe ich so manche kontroverse Diskussion und etliche hitzige fachliche Gefechte erlebt und oftmals waren das echte Sternstunden, an die ich mich gerne zurückerinnere. Es dauert lange, bis hier der Vorwurf der Trollerei erhoben wird und es geschieht sehr selten, worüber ich mehr als froh bin. Denn das bedeutet, dass wir einander mit Respekt begegnen und dass es die grundsätzliche Bereitschaft auf allen Seiten gibt, gute Argumente anzuerkennen. Ich schätze Deine Bereitschaft, die im Diskussionsverlauf genannten Pro-Argumente nochmals zu bedenken und bin gespannt, ob Du vielleicht zu einer anderen Bewertung des Sachverhalts gelangen wirst. Lass uns gerne daran teilhaben – gute Gegenargumente sind dabei stets willkommen, denn nur daran können wir bemessen, wie gut unsere Pro-Argumente sind. Freundliche Grüße
  29. 8 Punkte
  30. 8 Punkte
    Halbfette Senats Fraktur, 1912, Friedrich Bauer, Genzsch & Heyse
  31. 8 Punkte
  32. 7 Punkte
    So ähnlich mache ich das mitden "Körperteilen" einer Schrift auch: Allerdings mag ich zum Zeichnen der Glyphen CorelDraw deutlich mehr, da mit hier einige Zeichenwerkzeuge und fie Fang-Funktionen in dem Vektorgrafik-Programm deutlich mehr möglichkeiten bieten, als die Zeichenfunktionen in Fontlab 5.2, das ich für die reinen Font-Funktionen gebrauche, dessem Zeichenfunktionen sind eine echte "pida". Ich hab auch schon die Version VI getestet, die ja komplett neu gestaltet ist, damit komme ich überhaupt nicht zurecht, und da ich eben Windows gewöhnt bin, steht mein Mac auch nur ungenutzt herum Zu Corel bin ich übrigens auf etwas illegale Art gekommen, Corel hat mir das aber wohl längst verziehen, haben sie mit doch schon 2 mal eine komplette Originalversion mit Upgrade-Berechtigung zugesandt. Und das war so: Im Mai 1989, also jetzt vor ziemlich genau 31 Jahren kam mein Chef nach einem Messebesuch in mein Büro und stelle mir einen ziemlich dicken Karton auf den Schreibtisch: "Herr Wiegel, installieren Sie das mal auf ihrem Rechner und arbeiten sich da mal ein. Ich glaube, damit bekommen wir bessere Zeichnungen für unsere Anleitungen hin? Also spielte ich mit den gefühlt 100 Disketten Diskjockey auf dem vor mit stehenden 386SX. Schnell merkte ich, dass es wohl einen nicht unerheblichen Teil meiner Arbeitszeit kosten wird, mich da einzuarbeiten, und ich durch meine anderen Aufgaben auch viel zu oft abgelenkt würde. Also machte ich meinem Chef den Vorschlag, ob ich dieses Einüben nicht auf meinen (bei mir damals noch nicht exidtierenden) privaten PC installieren könnte, um meine Übungsstunden dann lieber daheim und in Ruhe machen zu können. Zu meinem Erstaunen ging er auf diesen Vorschlag ein und stellte mit 4 Packungen Disketten auf den Tisch, und ich bestellte mir auch gleich - damals beo Quelle - einen PC, auch einen 468 SX mit nur 649 kB SD-RAM und 52MB Festplatte, dazu MS-DOS 4.1 und Windows 3.1. Ein paar Tage später hatte ich dann so meine erste richtige Software zuhause. 2 Monate späterstand mein Chef wieder in meinem Büro, "Corel hat mich angeschrieben, die haben ein Fehler-Upgrade bereitgestellt, bitte kopieren Sie von ihrem Rechner aus dem Corel-Installationsverzeichnis die Datei 4711.dat und schicken die Diskette nach Irland an diese Adresse hier." Also kopierte ich die gewünschte Tatei auch von meinem Rechner und schrieb nach Irland mit der Bitte, mir das Update zuzusenden. Zu meiner größten Überraschung kam dann nicht ein Umschlag mit ein paar Fehler-Korrektur-Disketten, sondern ein recht großes Paket mit der kompletten Version 1.10, mit eigener Seriennummer, Registrierung auf micht und dem Ausweis für die Upgrade-Berechtigung für die nächsten Versionen zum jeweils viertel Preis der Vollversion, die ich hiermit jetzt legal hatte. So hatten sie mich dann als Kunde eingefangen... Dann 1993, ich hatte mittlerweile Version 4 wieder regulär ald verbilligtes Update installiert, ärgerte ich mich, wollte ich z.B. ein Speichenrad zeichnen, so vorgehen musste: 1. Speiche 1 zeichnen und diese kopieren, dann ins Menü Anordnen - Drehen. Hier den Drehpunkt numerisch in ein Eingabefeld eintragen, sowie den Drehwinkel, OK. Die Speiche spring an die neue Position, dann die kopierte Speiche an die alte Position einfügen, und dies dann für jede weitere Speicher erneut, mit jedesmal erneuter Eingabe der eigentlich immer wieder gleichen Werte. Corel hatte aber für einige Funktionen schon so genannte Rollup-Menüs eingeführt. (Heute Andockfenster genannt), und so zeichnete ich dann ein Mockup für ein Änderungen.Rollup-Fenster mit den Funktionen Position, Drehen, Skalieren und spiegeln, Größe und Neigen, auch schon mit dem Icons dazu, und sandte diese Grafik über Compuserve (Das Internet gab es noch nicht) nach Canada. Ihr könnt euch sicher denken, wie etwa 9 Monate später ein PC-Magazin das neue CorelDraw! (damals noch mit !) vorstellte und ich da mein Änderungen-Fenster entdeckte - einzige Änderung, ich hatte die Icons links in diesem Fenster über einander gesetzt, die standen jetzt - und stehen bis heute nebeneinander in einer Reihe über den Daten-Eingabe-Feldern. Wow!!! Und noch mehr WOW war dann, dassich etwas später eine Paket-Benachrichtigung im Briefkasten vorfand, eine Paketsendung aus Canada? Tatsächlich ein Pakei in Umzugskarton-Große, darin das praktisch damals koplette Produktions-Programm von Corel, mit dem kompletten CorelDRAW! 5, Wird Perfect und etliches mehr, wie einige damals angebotele lizenzfreie Stockphoto-CDs. Und so blieb ich eben bei diesem Programm für all meine Vektorzeichnungen - und eben auch die Glyphen für meine Fonts. Einziges Manko: Vektoren werden beim EPS-Export unverbunden exportiert und müssen im Fontlab erst mit "close open conours" verbunden werden, was gelegentlichzu Fehlinterpretationen führt, liegen in einer Grafik zufällig Knoten dicht beieinander.
  33. 7 Punkte
    http://www.peter-wiegel.de/TI-Bilder/MarshmellowStencil.ttf
  34. 7 Punkte
  35. 7 Punkte
    Liebe Kathrin, es sind nur Skizzen; was Richtiges draus machen muss der Oliver.
  36. 7 Punkte
    Meine Mutter schaut immer »Ich trage einen großen Namen«. Das Logo hat noch ein SS, aber im Abspann läuft inzwischen ein Versal-Eszett:
  37. 7 Punkte
    <quengel>Anstatt dass jede Berufsgruppe einzeln für sich Hilfen reklamiert, sollten wir die Kräfte bündeln und ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle für mindestes sechs Monate fordern</quengel>
  38. 7 Punkte
    Aufgrund meiner Erlebnisse im ITG-Unterricht (Informationstechnische Grundbildung). Viele Jugendliche können heute nicht einmal mit der Maus umgehen, weil bei ihnen zu Hause kein Computer vorhanden ist. Sie sind nur die reinen graphischen Benutzeroberflächen von Smartphones gewohnt. Bis wir die kleinen Däumlinge zur Benutzung der Tastatur und von Textverarbeitungsprogrammen erzogen haben, dauert es heute viel länger als früher, weil immer mehr Jugendlichen die Möglichkeit und der Antrieb fehlen, sich zu Hause mit dem Computer zu beschäftigen. Wenn überhaupt, wird gespielt -- aber auch dazu sind heute keinerlei technische Kenntnisse mehr erforderlich wie noch zu meiner Jugendzeit, als man Prozessoren übertaktete und in den Ferien nächtelang darüber knobelte, das LAN einzurichten. Das ist zumindest meine Erfahrung aus einer Arbeitergegend Berlins. In den "besseren Bezirken" mag das anders sein.
  39. 7 Punkte
    So, das war's für die Maria Theresia Versalschrift. Herzlichen Dank für Eure Unterstützung und mitunter tatkräftige Mithilfe. Morgen geht's woanders los!
  40. 7 Punkte
    Der Glyphensatz ist soweit fertig, ich schraube gerade an runden Ecken usw. herum. Zum Ausgleich mache ich mir schon um Aufmachung und Werbung Gedanken. Dazu habe ich mal einen meiner Hunde mehr oder weniger stilgerecht skizziert. Ludwig Hohlwein bin ich nicht, aber ich tue, was ich kann 🙂
  41. 7 Punkte
    Das müsste die Bookerly sein. Ich vermute, der Screenshot kommt vom Kindle des Autors: https://en.wikipedia.org/wiki/Bookerly
  42. 7 Punkte
  43. 7 Punkte
    Dass die beiden unterschiedlichen e alleine schon drauf hinweisen, dass der Schriftzug gezeichnet ist, sollte klar sein. Von der Idee her, wie die Striche zusammengesetzt sind geht es Richtung Rotunda oder Rundgotisch – für Bier nicht ganz unüblich. bei MyFonts herunterladen Aber irgendwie auch maturalike: bei MyFonts herunterladen Mit Frustsaufen zu werben finde ich ja sehr grenzwertig
  44. 7 Punkte
    Vor allem von der Denkweise »So wie ich es früher mal gelernt habe muss es für alle Zeit richtig sein«. Und natürlich von dem erinnerten Halbwissen. Es war sehr wohl schon vor über hundert Jahren vom Versal-Eszett die Rede und es gab schon vor hundert Jahren Druckschriften mit großem Eszett. Ich habe schon erklärt, dass die Regel der Ersatzschreibung SZ von den Verantwortlichen nur als temporäre Notlösung eingeführt wurde. Wenn man die Notlösung nun als einzig richtige Form verteidigen will, hat man freilich schlechte Karten. Es kommt argumentativ ja nicht über ein »weil ich das so kenne« hinaus. Es war den Verantwortlichen ja damals schon bewusst, dass man keine gute oder irgendwie »richtige« Lösung hatte. Und das kann man schwarz auf weiß nachlesen. Schrift und Sprache sind in ständigem Wandel. Bis ins 19. Jahrhundert gab es ganz selbstverständlich Kleinbuchstaben-Umlaute, aber keine Großbuchstaben-Umlaute (Beispiel) – bis die Schriftgießereien diese Lücke Ende des 19. Jahrhunderts erst eigenmächtig füllten und dies dann um 1900 zum offiziellen Standard erhoben. Gleiches folgt nun mit etwas Verspätung für das Eszett. Beide Schritte folgen logisch aus der praktischen Anwendung dieser Buchstaben. Müller wird besser zu MÜLLER und nicht MUELLER, damit der Eigenname eindeutig bleibt. In gleicher Weise kann Meißner nur zu MEIẞNER werden und die Vokal-Aussprache-Regel zum »Fußball« bleibt nur mit FUẞBALL in Versalien erhalten. Wie nun schon mehrfach gesagt: das ist das Grundprinzip der lateinischen Schrift, welches schon Erstklässler sofort verstehen. a=A, b=B usw. Es könnte kaum einfacher sein. Nur weil Abweichungen davon einer persönlichen Gewohnheit entsprechen, sind sie nicht automatisch irgendwie besser oder »richtig«. Das wäre zu zeigen und nicht nur zu behaupten. Die amtliche deutsche Rechtschreibung kann man online einsehen. Der Zeichensatz und die Regeln stehen. Das ist es, was für die heutige Anwendung und die zukünftige Anwendung zählt. Welchen Vorteil sollten Zeichen-Lücken in diesem System (a=A, b=B …) haben? Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es wurde ja nicht darauf eingegangen. Entweder lässt sich so ein Vorteil aufzeigen – oder es bleibt nur der logische Schluss, dass alle lateinischen Buchstaben in Groß und Klein vorhanden sein sollten.
  45. 7 Punkte
    Ich bin ein Zürcher in Zürich und benutze ß und ẞ schamlos und überall. 🤓 Bin allerdings auch schon mal von einer Kollegin darauf hingewiesen worden, dass sich da ein ß in mein Physik-Skript «eingeschlichen» habe... 🙄 Und bei neuen Klassen sag ich auch immer was dazu, wenn ich an der Tafel zum ersten mal ein ß krakle (gibt immer etwas Gemurmel).
  46. 7 Punkte
    Das hat mit der Formatvorlage in Excel zu tun. Wenn du das voreingestelle "+Überschrift" etc. änderst, wird auch der Text wie gewünscht in AI dargestellt. Achsenbeschriftung (oder ganzes Diagramm) markieren > rechte Maustaste > Schriftart. Dort Schrift auswählen, "+Überschrift" darf nicht ausgewählt sein. Selbes Diagramm, oben mit "+Überschrift", unten mit "Alegreya", in Excel kopiert und in AI eingefügt:
  47. 7 Punkte
    Scurlock, in die Breite gezogen bei MyFonts herunterladen
  48. 7 Punkte
    Vielen Dank, Peter! Deine Version mit der unteren Kurve vom S hat mir sehr gefallen. Ich habe mich letztendlich für diese Form entschieden:
  49. 7 Punkte
    Meine Großmutter hat leidenschaftlich Landkarten und Reiseführer gesammelt. Gereist ist sie selbst eher selten - aber sie hat immer nachgeschaut wohin die anderen reisen. Am Wochenende ist mir ein Stapel mit alten Karten aus der DDR in die Hand gefallen. Die Deckblätter sind recht charmant und es gibt sehr hübsche Äs, Ös und Üs ...
  50. 7 Punkte
    Die Allise (Ethan Dunham, 2005) kommt ganz gut hin: bei MyFonts herunterladen
Zeitzone: Berlin/GMT+02:00
Der komplette Online-Kurs zum Thema Schriftlizenzierung.
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