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Zeige Inhalte mit den meisten Reaktionen seit 22.07.2021 aus allen Bereichen

  1. Im PDF ist das nicht wirklich ein Problem – das enhält auch bei normalen Schriften einen Glyphensatz, also im Grunde nur einen Formenkatalog, der dann im Layout platziert sind. Fürs reine Darstellen des Seiteninhalts selbst ist der Font nicht erforderlich, das ist im Grunde ein Haufen kleiner Bildchen die richtig platziert "zufällig" einen Text ergeben. (Das ganze ist aber kein schnödes "in Konturen umwandeln".) Anders gesagt: Dass der Font auch noch teilweise oder komplett eingebettet ist, und der Text dann nochmal als "Fließtext" (also als Textstring) hinterlegt ist, ist zwar nice to have, wenn man das PDF noch bearbeiten oder durchsuchen möchte, aber nicht wirklich nötig um die Seite als Postscript ausgeben zu können. D.h. wenn der Erzeuger des PDFs (Indesign) variable Fonts unterstützt, und beim Erzeugen des PDFs entsprechende Glyphen für alles, was dargestellt werden soll, erzeugt, ist das PDF am Ende nicht anders als wenn normale Fonts verwendet würden. Nur die Grundlage für die Erstellung der Glyphen ist jetzt halt EIN Font statt bisher mehrere, das Ergebnis im PDF ist dann aber das selbe. Wenn ich ein PDF bearbeiten(!) will, dann muss der Font in nutzbarer Form (nicht nur ein Formenkatalog) mit drin sein, dann haben wir aber wieder einen Editor, nicht nur einen reinen Interpreter, und ein Editor muss mit dem variablen Font natürlich umgehen können, so wie er bisher schon mit verschiedenen Fontformaten umgehen können musste. D.h. wenn ich für die Druckerei ein standardkonformes PDF abliefere und deren RIP das nur interpretiert, ist es unerheblich ob die Grundlage klassische Fonts oder einen variable-font genutzt hat. Wenn ich mit dem PDF noch Dinge anstellen will, oder offene Daten austausche, dann muss mein Gegenüber das Format natürlich verstehen, aber das ist nichts grundsätzlich neues, nur halt ein weiteres neues Format ...
    7 Punkte
  2. Hier findest Du alle Ausgaben der "Ver Sacrum", Zeitschrift der Wiener Sezession. Hier gibt's alle Ausgaben der namengebenden Zeitschrift "Jugend" Kudos für die Uni Heidelberg, die beide Zeitschriften aus ihren Beständen digitalisiert hat.
    6 Punkte
  3. Ich gebe öfter Kurse, sowohl für Kinder als auch Erwachsene. Die Schutzbelehrung hat sich seit meinen Anfängen von vierzig Jahren nicht geändert: Blei ist giftig, deshalb nach dem Arbeiten mit den Lettern: Hände waschen! Keine Lebensmittel berühren mit schmutzigen Händen! Was man nach dem Setzen an den Händen sieht, ist kein Bleiabrieb von den Lettern, sondern Dreck, alte Farbe und Staub. Dieser Staub im Setzkasten ist das Ungesunde. In der Luft befindet er sich gewöhnlich nicht. Mein Luftreiniger steht nicht in der Setzerei, sondern im Maschinenraum, wo die Chemikalien stehen, also Farbe, Öle, Lösungsmittel. Vom Umgang mit diesen Chemikalien sollten jüngere Kinder gänzlich ferngehalten werden, Jugendliche und Erwachsene Handschuhe tragen. Ich mache das nicht beim Formwaschen, also dem Reinigen der Druckform, weil man da nur Waschbenzin auf Lappen oder Bürste gibt und nicht in Kontakt mit der Haut kommt. Aber beim Waschen der Maschinen trage ich die grünen Sicherheitshandschuhe für Lösungsmittel mit langen Stulpen, dann kann man richtig zulangen. Fingerringe, Armreifen usw. müssen abgenommen werden, weil man erstens damit hängenbleiben kann, zweitens hartes Metall das Blei beschädigen kann und Edelmetall zerkratzen kann.
    5 Punkte
  4. Ich würde noch so ein Schild aufstellen, man weiß ja nie wo die Viecher lauern. https://www.wahnhinweise.de/post/166916754564/vorsicht-bleiläuse-das-juckt-nicht-nur-den
    2 Punkte
  5. bis
    Ein Kalligrafie-Wochenend-Workshop für gebrochene Schriften mit Tobias-David Albert. Samstag, 16. Oktober 2021, 10:30 Uhr bis circa 16 Uhr und Sonntag, 17. Oktober 2021, 10 Uhr bis circa 14 Uhr Der Wochend-Workshop knüpft an den ersten Teil des Workshops an. Trotzdem ist er ein offenes Angebot an jeden Menschen, der etwas Erfahrung mit Kalligrafie oder Typografie mitbringt. Die Textura stellt den Ausganspunkt für gebrochene Schriften im Mittelalter dar. Mit der Fraktur erreichen diese Schriftformen ihren Höhepunkt im 15. Jahrhundert. Hier wird der Strich der gebrochenen Schriften beweglicher und spielerischer und formt so einen neuen Typus von Handschrift. Vor allem die Versalien der Fraktur-Schriften laden zum experimentieren und spielen ein. Anhand von Schreibvorlagen wird mit Rohrfedern, Paralell-Pen und anderen Schreibgeräten gearbeitet. Dazu gibt es Hintergrundwissen zur Beziehung von gebrochenen Schriften zur Antiqua. Das wiederum führt auch zu einem bessseren Verständnis der Formen, der heute gebräuchlichen Buchschriften in der Typografie – oder macht einfach Spaß zu entdecken. Große, kleine, kuriose und moderne Werkzeuge, Tinten, Papier und weiterführende Literatur werden vorgestellt. Details und Anmeldung: https://pavillon-presse.de/blog/veranstaltungen/kalligrafie-kurs-von-textura-zur-fraktur-teil-2-r119/
    2 Punkte
  6. @Martin Z. Schröder betreibt eine aktive Druckerei, vielleicht hat er auch eine Idee? Das Hamburger Museum der Arbeit hat eine Lehrdruckerei, die auch von Schulklassen genutzt werden kann: https://shmh.de/de/museum-der-arbeit Da könntest Du auch noch anfragen.
    2 Punkte
  7. Hat geklappt – schau mal, ob es passt!
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  8. windumtosten Dreimal Toast gelesen. Mein Magen hat eindeutig Hunger 😉
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  9. Der hat mich heute auch erst mal verwirrt...
    2 Punkte
  10. Ich habe einen Vorschlag für eine serifenlose Textschrift, auch wenn diese mit den formalen Anleihen in den Zwanzigerjahren ein bisschen später angesiedelt ist als der reine Jugendstil, sie gehört schon ins Art Deco rüber. Dennoch – die Brandon von Hannes von Döhren wäre meine Idee. Ich mag die Schrift sehr und empfinde sie als schnörkellose, elegante und in der Anmutung warme Schrift, die sicherlich in einem Jugendstilkontext im Kontrast zu einer ornamentaleren Schmuckschrift gut funktionieren könnte. Vielleicht magst Du sie Dir ja mal anschauen?
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  11. … ich seh auch nur den Link (ist aber lustig) …
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  12. Bei uns hat Oma die Marmeladengläser beschriftet: Walderbeere
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  13. 1 Punkt
  14. Rot natürlich, und Tein, dass ja wohl eigtl. Koffein ist … und dann noch ein Ei und das Tun (das, wo man macht).
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  15. Proteinfaltung. Da versteckt sich ein Wort drin!
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  16. Einfach die Kollegen fragen: Das ,– ist ein Ersatz für das optisch wuchtige ,00 , wenn ein Preis "leicht" wirken soll. --> Ein € 1,69,– würde dann was genau ersetzen? Schwierig wird's immer dann, wenn sowohl runde Beträge, als auch solche mit Komma vorkommen. € 1,99 € 2,50 € 3,– --> da werden dann die, die nach Regeln streben nervös. Bleibt für solche Fälle nur ein € 3,00 Wenn man hinten immer was stehen haben will, kann man schreiben: 1,99 € 2,50 € 3 € --> Das ist zwar für einen Buchhalter vermutlich eher ein Graus, und macht das Vergleichen der Beträge auch nicht wirklich einfacher, aber es ist optisch weniger unterschiedlich.
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  17. Ich habe damit auf dem iPad mal die Freigeist-Variable-Demo-Fonts ausprobiert. Ich bekomme zwar alle Schnitte (Fallback?) angezeigt und kann diese auch auswählen und nutzen, aber das Kerning passt im Vergleich zu den normalen Fonts eben leider überhaupt nicht. Jetzt ist natürlich die Frage ob das an Affinity oder an den Fonts liegt. Nach unseren hier zusammen getragenen, derzeitigen Erkenntnissen scheinen jedoch eher die Programme hinterher zu hinken. Daher meine ich solange die Office-, DTP- und Drucker-Software damit noch nicht richtig nach einheitlichen Standards verlässlich und plattformübergreifend umgehen kann, sollten die Schriftanbieter im Sinne des Service-Gedankens eben auch die normalen Einzelfonts im Paket mit ausliefern und dem Nutzer die Wahl überlassen. Warum Monotype hier zweigleisig fährt und diese Option offenbar nicht anbietet, verstehe ich nicht.
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  18. Aber dann habe ich ja gar nix mehr zum basteln! Aber genau so habe ich mir das tatsächlich vorgestellt. Ich schaue mir den New Victorian Printshop tatsächlich einmal näher an.
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  19. Oder, falls das nicht klappt: Bei meinem Anbieter kostet das SSL-Zertifikat etwa einen Euro pro Monat zusätzlich; finde ich vertretbar. Mit etwas Glück gibt es einen netten Support, der hilft.
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  20. du hast ganz recht: man schreibt das immer noch so wie du das gelernt hast. korrekterweise ist es der lange strich: € 59,– (der stand angeblich mal für zwei kurze, die wiederum für zwei nullen standen)
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  21. Türschild bauen? Da hätte ich was für Dich...
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  22. Die Belwe-Antiqua von Georg Belwe erschien ab 1913 bei der Schriftgießerei Schelter & Giesecke. Die Antiqua mit kalligrafischen Charakter wurde bis in die 1920er Jahre hinein ausgebaut und verfügte schließlich über drei Strichstärken, zwei Kursive und lichte Versalien. Ein auffälliges Merkmal der Schrift sind die Schwünge, die sonst bei der Antiqua bestehende Weißräume (zum Beispiel beim V, W und Y) zum Teil ausgleichen. Außerdem enthielt die Schrift auch in der ursprünglichen Version bereits ein Versal-Eszett. Eine Digitalisierung des Grundschnittes gibt es von Nick’s Fonts als Bellwether Antique NF. Eine deutlich freiere Version mit dafür mehr Schnitten gibt es von ITC unter dem Namen Belwe.
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  23. Hallo @Kathrinvdm, eine »nur halb« selbstgeschnitzte Möglichkeit: mit [Windows] Strg + Alt + Shift + L kannst du den Befehl »Override All Master Page Items« (wie heißt der auf deutsch?) auf dem Druckbogen anwenden. Dadurch werden alle auf dem Druckbogen vorhandenen Elemente von der Master-Seite »abgelöst« und sind fortan nur noch als Inline-Elemente vorhanden. Mit [Windows] Shift + Bild ↓ springst du anschließend zum nächsten Druckbogen. Entweder, du schreibst dir ein Skript oder Makro, das diese beiden Befehle von der ersten bis zur letzten Seite alternierend ausführt, oder du machst das eben von Hand – sobald du die beiden »Affengriffe« einmal intus hast, dauert das schließlich auch bei einigen Dutzend Seiten nicht allzu lange.
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  24. In diesem Falle würde ich nichts anderes als die deutschen Gänsefüßchen nehmen, da sie dem handschriftlichen Gebrauch entsprechen.
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  25. Naja, die (typografische, aber auch semantische / logische) Regel lautet: "Gleiches gleich behandeln", oder in erweiterter Auslegung: "Ähnliches ähnlich behandeln". Das leuchtet eigentlich mit grundsätzlicher Logik ein, wenn es in einem Lehrbuch stehen soll damit es "gültig" ist, dann z.B. Willberg, Lesetypografie. Mailadresse und Telefonnummer sind Kontaktmöglichkeiten und sind somit gleich zu behandeln bzw. zusammen zu gruppieren. Homepage ist ein Informationsangebot, und kann(!) anders behandelt werden (z.B. auf einer eigenen Zeile stehen). Die Kategorien zu mischen, nur weil es optisch "besser" aussieht, mag an der Oberfläche helfen, aber dieser Schein fällt in dem Moment in sich zusammen, in dem ein Leser dem Text Information entnehmen will, weil er bereits Interesse an Details hat und mehr wissen will (also genau jene Leser, die wir genau in diesem Moment NICHT durch dumme Fehler oder Unlogik wieder verlieren wollen). Wenn das optisch gar grausig aussieht, oder das Platzangebot das nicht hergibt, kann ich das eigentlich trotzdem nicht beliebig umsortieren, genauso wenig wie ich einfach die Mailadresse abkürzen kann nur weil sie zu lang ist ... Da kann ggf. ein Condensed-Schnitt helfen das zu lösen, oder eben ein anderes Layout. Gegenprüfung / Trotz: Welche zitierbare Regel "erlaubt" so eine Kategorie-Vermischung? Welche zitierbare Regel schreibt eine Anordnung nach gleichmäßiger Zeilenlänge als erstes Kriterium vor? Ich würde übrigens über diese Reihenfolge nachdenken: Telefonummer Mailadresse Homepage also mit Telefonnummer beginnen, dann Mail, dann (direkt dran oder abgesetzt) Webseite, um die "elektronischen" Medien näher aneinander zu stellen. Außer natürlich, die Adressaten sollen sich bevorzugt per Mail melden.
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  26. Quelle: https://www.facebook.com/thelanguagenerds/photos/a.1617884278326668/4326106860837716/
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  27. Dichter als die Internationale Telephon-Union komm ich jetzt auf Anhieb nicht an eine Regel: https://www.itu.int/rec/T-REC-E.123-200102-I/en
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  28. Rechtschreibung und Zeichensetzung sind Konvention, auf die sich eine Gruppe per Praxis eingespielt hat. Englische Anführungszeichen sind somit ein Fehler in dem Sinne, dass es nicht dieser Konvention in Deutschland entspricht, d.h. es wird bei Lesern tendentiell zu verlangsamtem Lesefluss und eventuell Irritation oder gar Ärger führen, weil es nicht so ist, wie man das üblicherweise gewohnt ist. Man lenkt den Leser von dem ab, was man eigentlich mitteilen möchte, es ist somit nicht Sinne der bestmöglichen Verständlichkeit und Einfachheit für den Leser und somit auch nicht im Sinne des Autors. Aber: prinzipiell kann man natürlich in seinem Privat-Buch (nichts amtliches oder staatliches) die Rechtschreibung und Zeichensetzung so interpretieren und ausüben wie man selbst will und von der aktuell gängigen Konvention abweichen – da gibt es kein Gericht das sowas bewertet oder verurteilt (auch nicht der Duden) und kein Gesetz das sowas vorschreibt. Ein Verlag kann darauf bestehen, dass Bücher die bei ihm erscheinen einer gewissen Konvention entsprechen, im Sinne der Einheitlichkeit und zur Vermeidung von ständigen Diskussionen über die Form statt über den Inhalt.
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  29. Das mit dem durchgeschleiften ẞ kann man ja machen, als ss01. Ähnliches gilt auch für die Ligaturen, die ich hier vorstelle, die hab ich gebaut, weil im Versalsatz KA LA und RA so große Löcher reißen, und Versalsatz mit der Flamme irgendwie alles andere als Ideal ist. Ich hab die jetzt einfach als Standardligaturen eingebaut, damit das auch in Software mit rudimentärer OpenType-Unterstützung geht, ich könnte die aber ebensogut in dlig packen.
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  30. Die Begriffe Laufweite und Unterschneidung bzw. Kerning beziehen sich gleichsam auf Abstände zwischen Buchstaben. Doch was genau ist der Unterschied und nach welchen Prinzipien wählt man die idealen Einstellungen für Laufweite und Kerning? Dieser Artikel für Typografie-Einsteiger erklärt die Zusammenhänge und Arbeitsweisen im Detail. Das Buchstabenbild in digitalen Fonts sitzt wie früher im Bleisatz auf einem sogenannten Schriftkegel – auch wenn dieser nun virtuell und in der Regel unsichtbar ist. Dies ist wichtig zu wissen, denn es sind letztlich die Maße des Kegels, die Größe und Positionierung der Buchstabenformen kontrollieren. Zur Sichtbarmachung der Schriftkegel genügt übrigens die Markierung eines Buchstabens. Die vom Anwendungsprogramm dabei gezeigte Hinterlegung entspricht dem Schriftkegel. Im Bleisatz war es noch die Regel, dass der Schriftkegel das gesamte Buchstabenbild umschloss. Der Buchstabe hat dann entsprechend Fleisch links und rechts des Buchstabenbildes. Man spricht hier bezogen auf die Leserichtung auch von Vorbreite und Nachbreite. Bei digitalen Schriften können Elemente wie diakritische Zeichen und ausladende Schwünge jedoch auch beliebig aus dem virtuellen Schriftkegel herausragen (siehe folgende Abbildung). Die Vor- bzw. Nachbreite nehmen dann negative Werte an. Der Begriff Laufweite als einstellbarer Parameter des Schriftsatzes beschreibt die generelle Änderung der Abstände zwischen Buchstabenkegeln und wird in der Regel auf ganze Absätze angewendet. Eine gezielte und deutliche Erhöhung der Laufweite – auch Sperren genannt – war früher für gebrochene Schriften und beim Schreibmaschinensatz im Einsatz, ist aber heute kaum noch in Verwendung. Ist die Laufweite »Null« schließen alle Schriftkegel direkt aneinander an. Bei positiven Werten für die Laufweite, wird jeder Buchstabe um den Wert der Laufweite vergrößert. Bei negativen Werten wird die Buchstabenbreite gleichmäßig reduziert. Die Laufweitenänderungen wirken sich dabei nicht auf beide Seiten der gewählten Buchstaben aus, sondern immer nur auf die hintere Seite bezogen auf die Leserichtung. Bei lateinischer Schrift wird also nur die rechte Seite beeinflusst. Starke Laufweitenänderungen können als bewusster stilistischer Effekt gewählt werden, insbesondere bei Schaugrößenanwendungen. Daneben lassen sich mit der Laufweite jedoch auch Wahrnehmungseffekte ausgleichen. Umso kleiner die relative Schriftgröße, umso größer sollte die Laufweite sein. Denn umso schlechter wir die Buchstaben auflösen können, umso mehr laufen sie visuell ineinander. Eine erhöhte Laufweite kann dem entgegenwirken. Bei größeren relativen Schriftgraden zeigt sich dagegen der umgekehrte Effekt. Die Buchstaben sind so klar erkennbar, dass eine Standardlaufweite zu weit wirken kann und sich womöglich eine Verringerung der Laufweite anbietet. Laufweite und Schriftgrad stehen in einem indirekten Verhältnis. Umso größer die Schrift, umso geringer sollte die Laufweite sein. Umso kleiner die Schrift, umso größer sollte die Laufweite sein. Versalsatz profitiert in der Regel auch von erhöhter Laufweite Anwendungen wie die von Adobe geben Änderungen von Laufweite und Kerning übrigens als ein Tausendstel des Gevierts an – also relativ zur Schriftgröße. Bei einer Schriftgröße von 12 Punkt und einer Laufweite von 1000 würde also jeder Buchstabe um exakt 12 Punkt in der Breite vergrößert werden. Unterschneidung bzw. Kerning Änderungen von Buchstabenabständen, die sich auf konkrete Buchstabenpaare beziehen, werden Unterschneidung genannt. Neben diesem Begriff ist auch hierzulande der englische Begriff Kerning verbreitet. Anpassungen der Abstände zwischen Buchstabenpaaren können im Font hinterlegt sein oder durch den Schriftanwender gesetzt oder überschrieben werden. Die Begriffe Unterschneidung und Kerning gehen auf die Buchdruckzeit zurück, als die Lettern zur Verringerung der Buchstabenabstände physisch beschnitten werden mussten. Bei digitalen Schriften können heute natürlich beliebige positive und negative Werte für Unterschneidung bzw. Kerning gesetzt werden. Die Unterschneidung kann sogar so groß sein, dass die Buchstabenbreite selbst überschritten wird. Zweck des Kernings ist der Ausgleich der Weißräume zwischen den Buchstaben. Ungleiche Abstände würden beim Lesen ablenken und die Unterscheidung zwischen Buchstabenabstand und Wortabstand erschweren. Gutes Kerning verbessert also die Lesbarkeit und Lesefreundlichkeit des Textes. Schriftgestalter versehen alle Buchstaben bereits mit einer zum jeweiligen Buchstabenform passenden Vor- und Nachbreite. Dadurch lassen sich die meisten Buchstaben mit beliebigen anderen Buchstaben kombinieren und es entsteht im Zusammenspiel von Vor- und Nachbreiten aufeinanderfolgender Buchstaben automatisch der passende Abstand und Weißraum. Doch für einige Buchstabenkombinationen ist dennoch eine spezielle Behandlung der Buchstabenabstände erforderlich, die sich nicht allein durch Vor- und Nachbreiten kontrollieren lässt – das Kerning! Wovon hängt das Kerning ab? Kerning hängt vom Schriftsystem, dem Schriftstil und der Schriftart ab. Bei verbundenen Schreibschriften verbieten sich Eingriffe in Laufweite und Unterschneidung zum Beispiel, da die durchgehende Verbindung sonst unterbrochen wird. Gebrochene Schriften benötigen in der Regel ebenfalls kein Kerning, da sie im Gegensatz zu Antiqua-Schriften nicht über diagonalen Linien und ähnliche Elemente verfügen, die große Weißräume innerhalb der Buchstabenformen erzeugen. Doch die hierzulande am meisten verwendeten Antiqua- und Groteskschriften benötigen in aller Regel Kerningpaare. Ob Schriftanwender hier eingreifen müsst, hängt jedoch auch von der Schriftgröße ab. Während das in den Schriften enthaltene Kerning stets aktiviert sein sollte, ist eine manuelle Nacharbeit in Leseschriftgraden in der Regel nicht notwendig oder sinnvoll. Umso größer die Schrift jedoch dargestellt wird, umso mehr fallen Kerningprobleme ins Auge. Bei Überschriften kann der Schriftanwender daher gegebenenfalls nacharbeiten und bei einzelnen Schriftzügen wie zum Beispiel Logos ist manuelles Kerning meist unabdingbar. Übrigens steht das Kerning auch mit der Laufweite in Verbindung. Umso enger die Buchstabenformen stehen, umso deutlicher fallen Unterschiede der Weißräume und Buchstabenabstände auf. Umso größer die Laufweite ist, umso geringer der Bedarf nach Kerning. Wie man den Weißraum zwischen Buchstaben beurteilt Beim Kerning werden die Weißräume ausgeglichen, die sich direkt zwischen benachbarten Buchstaben aufspannen. Daher müssen Schriftanwender lernen, die Größe dieser Weißräume entsprechend visuell einschätzen zu können. Dies erfordert etwas Übung und ist wegen der Komplexität der Zeichenformen auch nicht völlig objektiv. Nicht selten sind auch Kompromisse nötig, da verschiedene Ziele miteinander kollidieren können – etwa der Ausgleich der Weißräume mit der Erhaltung der Leserlichkeit der einzelnen Buchstaben durch hinreichende Separation von den umgebenen Buchstaben. Als einfach Grundregeln kann man jedoch festhalten: Treffen zwei Stämme an der Buchstabengrenze aufeinander, ist der größte Buchstabenabstand erforderlich. Trifft ein Stamm auf eine Rundung, kann der Abstand verkleinert werden, da sich der Weißraum nun auch auf den Bereich über und unter der Rundung erstreckt. Und treffen zwei Rundungen aufeinander, ist der ideale Buchstabenabstand besonders gering. Gleichmäßiger Weißraum durch unterschiedliche Buchstabenabstände Besondere Beachtung benötigen Buchstaben der lateinischen Schrift, die Diagonalen enthalten (A, V, W, Y, K, X, y, v, w) bzw. ein eher kopf- oder fußlastiges Buchstabenskelett besitzen (zum Beispiel T, L, F, P, r). Dabei sollte man nicht vergessen, dass diese Zeichen nicht nur in Kombination mit anderen Buchstaben manuelles Kerning erfordern können. Auch in Kombination mit Satzzeichen oder Wortabständen kann Kerning erforderlich sein. Schließen die Buchstaben links und rechts der Buchstabengrenzen mit klar begrenzten Stämmen oder Rundungen ab, lässt sich die Größe des zwischen den Buchstaben entstehenden Weißraums relativ einfach einschätzen. Schwieriger wird es, wenn die Weißräume in die Buchstabenformen selbst fließen, wie man bei folgender Abbildung sehen kann: Die Abstände im Wort »from« lassen sich recht gut einschätzen, doch die Flächen, die zwischen den Buchstaben E + a und e + s in »Eames« gebildet werden, sind um ein vielfaches größer als die restlichen Weißräume. Wir können dies weder ignorieren, noch die Buchstaben so ineinander schieben, dass diese großen Fläche auf das Maß der restlichen Weißräume reduziert werden. Die Lösung liegt vielmehr darin, diesen Weißraum entsprechend gewichtet einzuschätzen. Umso weiter der Weißraum in die Buchstaben ragt, umso mehr können wir ihn ignorieren, was in der Darstellung als Verlauf visualisiert ist. Der Kerning-Prozess Um das Kerning für ein Wort zu setzen, kann man letzteres einfach von dessen Anfang zum Ende in Buchstaben-Dreiergruppen durchschreiten. So betrachtet man also stets zwei Weißräume im Vergleich und kann die Größe des linken Weißraumes als Muster auf den rechten übertragen. Dabei können sich jedoch auch Folgefehler einschleichen und die generelle Laufweite kann sich unnötigerweise ändern. Eine alternative Methode besteht daher darin, sich von den Extremen her anzunähern. Man betrachtet also das gesamte Wort bzw. die gesamte Wortgruppe und sucht nach den Weißräumen, die als besonders groß oder besonders klein herausstechen. Diese werden dann an die durchschnittliche Größe der Weißräume angepasst. Im Anschluss beginnt der Prozess von vorn. Welche Weißräume stechen nun noch hervor? Man wiederholt den Prozess, bis der gesamte Text ausgeglichen ist. Kompromisse und Ausnahmen Der Kerning-Prozess ist immer ein gestalterisches Abwägen, keine exakte Wissenschaft. So muss zum Beispiel oft entschieden werden, ob sich Buchstabenformen berühren dürfen oder nicht. Dazu zwei Beispiele: Das hier gezeigte Wort (erste Zeile) benötigt zwingend Kerning, da es sonst ungewollt optisch in die Teile P–AR–TY zerfällt. Doch auch nach der Optimierung der Abstände (zweite Zeile) sind die Räume nicht vollkommen ausgeglichen. Der Weißraum zwischen T und Y ist deutlich größer als die anderen Weißräume. Eine Vergrößerung aller anderen Weißräume auf diese Größe ist denkbar, aber womöglich gestalterisch nicht gewollt. Eine Berührung von T und Y bietet sich in dieser Schrift mit Serifen jedoch auch nicht an. Die abweichenden Weißräume sind also akzeptabel, solange das Kerning das optische Auseinanderfallen des Wortes erfolgreich verhindert. In anderen Fällen nimmt man die Berührung aber womöglich lieber in Kauf, wie in folgendem Beispiel zu sehen ist: Die Buchstaben w und y reißen eine so große Lücke (zweite Zeile), dass die Überlagerung der Buchstaben (erste Zeile) womöglich das kleinere Übel darstellt. Denn die Leserlichkeit der Buchstaben bleibt dennoch gewährleistet. Dies hängt jedoch von den konkreten Buchstaben ab. Nicht akzeptabel wäre diese Maßnahme zum Beispiel für die Buchstabenkombination r und n, die dann zu einem m werden würde. Schaut man sich professionelle Schriften an, zeigen sich interessante Abweichungen von den bisher besprochenen Grundprinzipien. So werden zum Beispiel Buchstabenabstände zwischen Großbuchstaben und anderen Zeichen zwar angepasst, jedoch nicht so stark wie man es womöglich erwarten würde. Die Abstände zwischen W + e und Y und dem Punkt könnten noch deutlich geringer sein. Der Schriftgestalter hat dies jedoch nicht so im Font hinterlegt (zweite Zeile). Dafür gibt es zwei mögliche Gründe: Erstens können Großbuchstaben grundsätzlich etwas mehr Fleisch besitzen, da sie nicht nur in gemischter Schreibweise, sondern auch im Versalsatz benutzt werden können, wo sich größere Buchstabenabstände anbieten. Zweitens ist der größere Abstand näher an der Leseerfahrung, die durch Jahrhunderte des Buchdrucks geprägt wurde. Eine zu starke Unterschneidung bei digitalen Schriften kann daher womöglich ungewohnt und falsch wirken, insbesondere bei einer eher traditionellen Leseschrift. Zusammenfassung Laufweite und Kerning sind gleichsam Parameter des Schriftsatzes, die die Abstände zwischen Buchstaben durch Änderung der Buchstabenbreiten beeinflussen. Standardmäßig reiht ein Textsatzprogramm Schriftkegel neben Schriftkegel. Der Startpunkt für zum Beispiel den zweiten Buchstaben eines Wortes entspricht also exakt der Breite des Schriftkegels des ersten Buchstabens. Laufweite und Kerning können diese Breite jedoch modifizieren und damit auch den Startpunkt folgender Buchstaben verschieben. Laufweitenänderungen werden in der Regel auf ganze Wörter, Wortgruppen oder Absätze angewendet. Kerning-Anpassungen dienen dagegen der Anpassung der Abstände und Weißräume zwischen einzelnen Buchstabenpaaren. Sind beide Parameter gesetzt, addieren sich die Einstellungen entsprechend. Hat also zum Beispiel ein Buchstabe eine Breite von 500 Einheiten eines Gevierts und die Laufweite ist auf 200 gesetzt, würde der linke Startpunkt des nachfolgenden Buchstabens bei 700 Einheiten liegen. Ist jedoch für diese Buchstaben ein Kerning-Paar mit dem Wert –50 gesetzt, würde sich die Breite des ersten Buchstaben nun auf 650 Einheiten ändern.
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  31. Block- und Flattersatz kennen wir ja ...
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