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  1. 17 Punkte
    Mir fehlten bei den vorangegegangen Auflagen Zeit und Mut, diese seltene und empfindliche Schrift mit einer Feile anzufassen. Aber nun habe ich es gewagt. Vielleicht auch, weil ich beim digitalen Satz oft eingreife und dadurch empfindlicher geworden bin. Hier steht die Form auf der Schließplatte. Wenn man als Setzer und Drucker allein in der Werkstatt arbeitet, kann man sich den Arbeitsplatz aussuchen. Früher hätte der Setzer die Arbeit im Winkelhaken gemacht, weil der Drucker seinen Platz selbst brauchte. Das Unterschneiden ist gefährlich für das Schriftbild. Eine falsche Bewegung, und der Buchstabe ist hin. Bei einer seltenen Schrift wie der Wiener Grotesk, Erstguß 1912, wäre das bedauerlich. Das Feilen dauert seine Zeit. Bis die Form paßt, vergeht ein Stündchen. Und wenn man den Buchstaben am Ende doch kaputt macht, werden zwei Stunden daraus. Ich war aber sehr vorsichtig und hatte Glück dazu. Die beiden angefeilten Typen in der Druckform. Für Bleisatzkritiker: Das Blindmaterial links und rechts besteht aus Doppelcicero-Quadraten, weil die schneller greifbar waren als der Doppelmittel-Ausschluß. Hält auf kurzen Abschnitten genauso gut: Schließlich die Vorher-Nachher-Ansicht:
  2. 14 Punkte
    Die Zeiten, in denen die Schriftanwendung in den Händen weniger Experten lag, sind vorbei. Besitzer elektronischer Geräte (wie Desktop-Computer, Mobiltelefone und Tablets) können heute jederzeit mit Schriften gestalten. Doch wie findet man die richtige Schrift für eigene Projekte oder Auftragsarbeiten? Einfach das Schriftmenü von oben bis unten durchprobieren oder Suchbegriffe bei Google eingeben? Dieser Artikel erklärt die Grundlagen einer gezielten Schriftensuche. Schriftensuche ist stets ein Abwägen vieler Faktoren, die in der Folge beschrieben werden. Man kann also selten – wie von Anfängern im Bereich der Typografie regelmäßig erwartet – von einer bestimmten Anwendung auf konkrete passende Schriften schließen. Für ein »Suche Schrift für ein Yoga-Studio« kommen tausende Schriften in Frage und auch vage Charakterisierungen wie »modern«, »interessant«, »schön« und ähnliches helfen kaum weiter. Für eine Schriftauswahl, die nicht bloß willkürlich ist, müssen wir bestimmte Ziele definieren und Eigenschaften prüfen. Die Schriftanmutung Schriftarten sind die Kleidung der Texte. Robust, förmlich, elegant, traditionell, spielerisch, futuristisch, technisch, ausdrucksstark, warm, freundlich – die Liste möglicher Beschreibungen der Anmutung von Schriften ließe sich endlos fortsetzen. Einige dieser Beschreibungen lassen sich objektiv aus der Gestaltung der Buchstaben ableiten – andere sind gelernte Assoziationen. Da unser ganzes Leben lang Schriftanwendungen auf uns einwirken, assoziieren wir Schriftarten und -stile in der Folge mit dem Kontext der gesehenen Anwendung. Wenn wir Schriftarten bewusst für eine bestimmte Verwendung aussuchen, können wir diese Assoziationen zu unseren Gunsten nutzen. So bietet es sich in den meisten Fällen an, die gewünschten Charaktereigenschaften der Schriftanmutung als erstes festzulegen. Wie soll unser Font aussehen? traditionell, zeitgemäß oder futuristisch? warm und freundlich oder technisch und konstruiert? fett und robust oder zart und elegant? einzigartig und ausdrucksstark oder gewöhnlich und zurückhaltend? ernst oder spielerisch? und so weiter Welche Assoziationen sollen darüber hinaus noch geweckt werden? Assoziationen mit einem Ort oder einer Region? Assoziationen mit einer bestimmten Zeit? Assoziationen mit bestimmten Personen, Gruppen oder Organisationen? Je mehr dieser Assoziationen bestimmt werden können, umso besser, denn umso kleiner wird die Auswahl der Schriftkandidaten. Die Wirkung der Wahl sollte dabei nicht unterschätzt werden. Das visuelle Erscheinungsbild kann etwa Seriosität und Glaubwürdigkeit vermitteln – oder in Zweifel ziehen. Welche Schrift bietet sich zum Beispiel für ein Hochbau-Unternehmen als Hausschrift an? Eine etwas wackelige Systemschreibschrift? Wohl kaum. Eine robuste Serifenlose wäre sicherlich besser geeignet. Doch wie schon am Anfang gesagt, sollte man nicht nur oberflächlich von bestimmten Themen auf bestimmte Schriftstile schließen. Im Idealfall reagiert man direkt auf die konkrete Anwendung, also hier im Beispiel auf ein Unternehmen. Was zeichnet es aus? Welche positiven Assoziationen hat das Unternehmen bereits bei Kunden und in der Öffentlichkeit? Diese Dinge können wir durch unsere Gestaltung und Schriftwahl womöglich unterstützen. Bei aller Konzentration auf die Schriftwahl sollte auch nicht vergessen werden, dass die Schriftwahl stets nur ein Puzzleteil der Gesamtgestaltung ist. Die Schriftwahl sollte deshalb nicht losgelöst von anderen Gestaltungsentscheidungen getroffen werden. Wird etwa die Logo-Schrift mit einem Bildsymbol kombiniert, dann sollten beide natürlich miteinander harmonieren. Beispiele harmonierender Wort-Bild-Marken Darüber hinaus steht die Schriftwahl in Corporate Designs, Magazinen, Websites usw. auch immer in einem gestalterischen Gesamtzusammenhang, der bei der Schriftwahl bedacht werden sollte. Alternativ kann die Schriftwahl eventuell auch am Anfang stehen und die restlichen Gestaltungselemente werden dann passend zur Schrift gewählt. Schriftanmutung: typische Fehler Die gewählten Assoziationen mit der Schriftwahl abzudecken heißt nicht automatisch, die bestmögliche Wahl getroffen zu haben. So ist es verlockend, aber nicht unbedingt zielführend, eine Schriftwahl zu treffen, die zu sehr Klischees und Trends bedient. Bestimmte Schriften sind in bestimmten Bereichen oder grundsätzlich übermäßig stark im Einsatz. Das Plakat für Kinder in Comic Sans, für Designer in Helvetica, für einen Film in Trajan, für eine Bauhaus-Veranstaltung in ITC Bauhaus usw. Oft lohnt es sich, etwas abseits des Stroms zu schwimmen und bei der Bedienung der gewünschten Assoziationen nicht zu offensichtlich zu agieren. Dies gilt übrigens insbesondere für Branding-Anwendungen, wo ein gewisses Maß an Eigenständigkeit Priorität bei der Schriftwahl haben sollte. Ein derzeit noch anhaltender Trend: Logos verlieren ihren Wiedererkennungswert durch die Ersetzung durch (insbesondere geometrische) Grotesk-Schriften. Das andere Extrem ist die Erzeugung von Eigenständigkeit um jeden Preis, etwa durch die Modifizierung von Satzschriften für Logos. Ein Trend, der in dieser Sammlung dokumentiert wird. ☞ https://cuttingedgelogos.tumblr.com Sollten Satzschriften tatsächlich nicht ausreichen, können eigenständige Entwürfe durch Schriftgestalter oder Lettering-Künstler angefertigt werden, die auf diese Arbeit spezialisiert sind. Negativbeispiel: Das Rasterprinzip der Bildmarke wurde der Schrift übergestülpt. Schriftkategorisierung und Fontmanagement Mit zehntausenden verfügbaren Schriften ist es heute unabdingbar, die Flut der Möglichkeiten durch eine Kategorisierung zu strukturieren – sei es gedanklich und/oder in Form einer Sortierung in einem Fontmanagement-Programm. Schriften lassen sich jedoch durch ihre Fülle von Gestaltungsmerkmalen nicht sonderlich einfach in ein hierarchisches Kategorisierungsmodell zwingen. Im deutschsprachigen Raum üblich ist die Klassifikation nach DIN 16518. Ähnliche Modelle existieren auch international. Diese Kategorisierungen werden der Flut heutiger Schriften aber immer weniger gerecht, da die meisten Kategorien historische Entwicklungsschritte abbilden, in die sich heutige Schriftentwürfe oft schlecht oder gar nicht einordnen lassen. Dieser Artikel beschränkt sich daher auf ein einfacheres Modell, das Schriften nach zwei auch für Einsteiger nachvollziehbaren Kriterien beurteilt. 1. Serifen und Konstruktionsprinzip Die Existenz und Art der Serifen bildet eine typische und einfache Klassifizierungsmöglichkeit, insbesondere von unverbundenen, aufrecht stehenden Druckschriften. Die erste Kategorie bilden die Antiqua-Schriften (englisch: serif), die Serifen besitzen und seit hunderten Jahren als Fließtextschriften im Einsatz sind. Die Egyptienne oder serifenbetonte Linear-Antiqua (englisch: slab-serif) entstand im 19. Jahrhundert zunächst als Werbeschrift. Die Groteskschriften (englisch sans-serif), die gänzlich ohne Serifen auskommen, setzten sich im 20. Jahrhundert durch. Neben diesen aufrechten lateinischen Schriften gibt es weitere typische Kategorien, zum Beispiel Schreibschriften, gebrochene Schriften, Unzialschriften und Symbolschriften. Zur leichteren Auswahl sollte der eigene Schriftbestand mit einem Fontmanager zumindest in Hauptkategorien wie die vorgenannten eingeordnet werden. Mit wachsendem Bestand an Schriften und mit größerer Erfahrung können Unterkategorien hinzukommen. Darüber hinaus gestatten Fontmanager in der Regel die parallele Nutzung verschiedener Kategorisierungssysteme bzw. die Vergabe von Schlagwörtern. Auf diese Weise lassen sich auch andere Kriterien als der bloße Schriftstil erfassen, etwa welche Schriftsysteme abgedeckt werden oder ob bestimmte Zeichen vorhanden sind. 2. Strichstärkenkontrast Ein weiteres typisches Merkmal von Schriftarten bildet der Strichstärkenkontrast. Darunter versteht man den charakteristischen Wechsel zwischen dünnen und dickeren Partien im Verlauf des Buchstabens bzw. das Fehlen eines solchen Wechsels. Bei handgeschriebenen Texten war dies ursprünglich eine direkte Folge des Schreibwerkzeugs und dessen Haltung. Die gegebenenfalls entstehende, gedachte Linie durch die dünnsten Partien wird Schattenachse genant. Eine geneigte Schattenachse erzeugt eine eher kalligrafisch-organische Anmutung und steht mit der Frühzeit des Buchdrucks in Verbindung. Eine aufrechte Schattenachse wirkt oft statischer und eleganter und ist typisch für den Einsatz der Spitzfeder und die Zeit des Klassizismus. Relative Schriftgröße Nach den Erläuterungen der Anmutung von Schriftarten nähern wir uns nun der tatsächlichen Anwendung. Schriften können in unzähliger Weise eingesetzt werden. Man denke nur einmal an einen typischen eigenen Tag. Die Zahlen auf dem Wecker, die Texte auf Lebensmittelverpackungen, die Beschriftung von Straßenschildern und öffentlichen Verkehrsmitteln, Werbeplakate und Schaufenster, Kataloge, Zeitung, TV, Websites und so weiter und so fort. Unser Leben ist voller Schriftanwendungen. Doch trotz der Fülle der möglichen Anwendungen lässt sich eine ganz grundsätzlich Zweiteilung vornehmen: Schriftanwendungen fallen fast immer entweder in die Kategorie »Lesetext« oder »Schaugrößentext«. Haben wir es mit ganzen Absätzen zu tun (auch Fließtext oder Mengentext genannt) oder einzelnen Wörtern, etwa auf Straßenschildern oder in Überschriften in einer Drucksache? Diese Unterteilung ist wohlgemerkt unabhängig von den absoluten Schriftgrößen. Eine große Tafel an einer Museumswand, die eine Ausstellung erklärt, benutzt in der Regel die gleiche Einteilung in Lesetext und Schaugrößentext wie das Museumsfaltblatt, das man in die Hand nimmt. Der Unterschied liegt lediglich im Leseabstand, der gänzlich andere absolute Schriftgrößen nötig macht. Schriften für Lesetexte Lesetexte stellen deutlich höhere Ansprüche an Leserlichkeit und Lesefreundlichkeit und die Buchstabengestaltung muss daher eher konservativ ausfallen. Die historische Entwicklung der Antiqua in den ersten Jahrhunderten des Buchdrucks wird dabei oft folgendermaßen eingeteilt: Venezianische Renaissance-Antiqua, Französische Renaissance-Antiqua, Barock-Antiqua und Klassizistische Antiqua. Alle vier Gattungen waren über lange Zeit als Leseschriften im Einsatz und sind es nach wie vor. Bei den heutigen digitalen Versionen muss man jedoch stets im Einzelfall prüfen, ob die konkrete Version für Lesetexte geeignet ist. Die bloße Kategorie oder der historische Schriftname (wie Garamond, Bodoni usw.) lässt keinen zwingenden Schluss zur Tauglichkeit zu, da nicht jede Digitalisierung von Leseschriftgraden erfolgt ist bzw. auf einen solchen Einsatz abzielt. Details zu konkreten Schriften dieses Stils finden sich in unserer Fontliste Traditionelle Schriftarten für Bücher. Unverbrauchte Schriften werden dagegen in der Liste Erfrischende Serifenschriften für Bücher und E-Books gesammelt. Eine typische und einfache Einteilung von Groteskschriften nach dem Formprinzip kann folgendermaßen aussehen: statische Grotesk (mit eher vertikaler Schattenachse wie bei der klassizistischen Antiqua) humanistische Grotesk (mit angedeutetem Breitfederduktus wie bei einer Renaissance-Antiqua) geometrische Grotesk (mit geometrisch wirkenden Buchstabenformen) Groteskschriften haben sich im 20. Jahrhundert ebenfalls einen Platz als Leseschriften erobert, insbesondere da, wo eine moderne Wirkung erzielt werden soll. So ist etwa die Betriebsanleitung eines technischen Gerätes nicht selten in einer Groteskschrift gesetzt, während traditionelle Drucksachen wie Romane und Zeitungen meist weiter auf Antiqua-Schriften setzen. Checkliste: darauf kommt es bei Leseschriften an 1. Konservative Buchstabenformen Zumindest das Buchstabenskelett von Leseschriften sollte traditionell sein und auch die Buchstabenproportionen (x-Höhe, Breite usw.) sollten sich im gewöhnlichen Rahmen bewegen. Entsprechend der Buchtradition sollten die Schriften bei längeren Texten auch stets proportional und nicht monospaced sein. Der robuste Text-Schnitt der Adobe Jenson funktioniert besser für Lesetexte als die raumgreifende Bernhard Modern mit den extremen Oberlängen. 2. Eindeutig unterscheidbare Buchstabenformen Die Buchstaben sollten auch unter schwierigen Sichtbedingungen möglichst gut unterscheidbar sein. Bei Antiqua-Schriften ist dies fast immer der Fall, nicht jedoch bei Groteskschriften. Ein zweistöckiges »a« funktioniert bei Lesetexten in der Regel besser als ein einstöckiges. Ein kleines »l« sollte nicht mit einem großen »I« zu verwechseln sein und offenere Buchstabenformen funktionieren besser als fast geschlossene (siehe Abbildung). 3. Kontrastarme Schrift und gleichmäßiger Grauwert Leseschriften sollten keine zu feinen Haarstriche enthalten und grundsätzlich einen eher schwach ausgeprägten Strichstärkenkontrast besitzen. Wünschenswert ist auch ein gleichmäßiges Bild bezogen auf die auf die gesamte Fläche des Lesetextes. Man spricht hier vom sogenannten Grauwert. Mitverantwortlich sind dafür nicht nur die eigentlichen Buchstabenformen selbst, sondern auch die Zurichtung und die Unterschneidung der Fonts, die für eine gleichmäßige Verteilung von Buchstabenformen und Weißraum sorgen und somit Leserlichkeit und Lesefreundlichkeit beeinflussen können. Größere Schriftfamilien weisen gegebenenfalls bestimmte Schnitte als Textschnitte aus. Dies erfolgt in der Regel durch das Wort »Text« im Namen des Schriftschnitts bzw. der Familie. Anderenfalls kann man sich bei der Auswahl an obige Checkliste halten. Einige Beispiele für robuste Textschriften: Walbaum 2010, Adobe Jenson, FF Tisa, Adobe Garamond, Skolar. Schaugrößenschriften Umso größer die relative Schriftgröße und umso kürzer der Text, umso größer die gestalterische Freiheit. extradünn bis extrafett schmal, weit oder monospaced fehlende oder stark übertriebene Buchstabenelemente mathematisch konstruierte oder raue Umrisslinien Dreidimensionalität und sonstige Dekoration außerhalb oder innerhalb der Buchstabenform Mehrfarbigkeit, Transparenzen etc. Mischung von Groß- und Kleinbuchstabenprinzipien Simulation verschiedener Druck- und Darstellungsprinzipien (zum Beispiel Pixelraster, Matrixdrucker usw.) u.v.a. Außerdem können mit Schaugrößenschriften leicht historische Assoziationen geweckt werden: Antike, Gotik, Wilder Westen – all dies und vieles andere mehr lässt sich leicht durch Schrift vermitteln, ebenso wie Designepochen wie Jugendstil, Art Deco, Bauhaus und so weiter. Auch im Satz der Schaugrößenschriften sind kaum Grenzen gesetzt. Durch die Fülle der Stile und Möglichkeiten ist eine einfachere Kategorisierung von Schaugrößenschriften kaum möglich. Da fast alles möglich ist, erübrigen sich konkrete Erklärungen und Einschränkungen. Wegen ihrer Besonderheiten nachfolgend jedoch einige Tipps zu zwei Kategorien im Bereich der Schaugrößenanwendung. Schreibschriften Trotz ihres Ursprungs in der Handschrift sind Schreibschrift-Fonts heute meist als Schaugrößenschriften im Einsatz. Eine Auswahl typischer Unterkategorien sind: formelle Schreibschriften, die gern für Einladungen, Zertifikate etc. Verwendung finden informelle Schreibschriften, zum Beispiel für eine Notizen-App oder die Zutatenliste eines Kochbuchs simulierte Handschriften Pinselschriften Professionelle Schreibschriften haben oft zahlreiche Ligaturen und Alternativbuchstaben, die durch OpenType automatisch aktiviert werden können. Dies verleiht den Textzeilen eine natürliche Anmutung. Es lohnt sich deshalb immer, die Hersteller-Angaben und Schriftmuster-PDFs zu studieren, um den kompletten Funktionsumfang der verwendeten Schriften zu kennen. Typische Fehler und Probleme beim Einsatz von Schreibschriften: Verbundene Schreibschriften sollten stets mit der Laufweite auf »Null« gesetzt werden, damit sich die Buchstaben korrekt verbinden. Versale Schwungbuchstaben sind in der Regel auf Zeilenanfängen und -enden ausgelegt, nicht für jeden Buchstaben in einem Wort. Sonstige Schwung- und Alternativbuchstaben sollten gezielt und nicht im Übermaß eingesetzt werden. Signaletik Schriften für die Wegweisung fallen auf den ersten Blick in die Kategorie der Schaugrößenschriften, da sie kurze Textinformationen in vergleichsweise großen Schriftgraden darstellen. Je nach Art des Schildes haben jedoch die Leserlichkeit und ein ökonomischer Platzbedarf der Schrift eine hohe Priorität oder sind – etwa bei Verkehrsschildern – womöglich gar die wesentlichen Kriterien. In diesem Fall schrumpft der gestalterische Spielraum natürlich und es kommt wie bei Leseschriften wieder auf konservative und kontrastarme Buchstabengestaltungen an. Wayfinding Sans Pro – Beispiel einer Schrift, die speziell auf Beschilderungen ausgelegt wurde. Nicht jede Beschilderung stellt jedoch die höchsten Ansprüche an die Leserlichkeit. Bei den Schildern eines Hotels, einer Bibliothek, eines Bürogebäudes etc. mögen ausdrucksstarke Schriften gegebenenfalls ausdrücklich erwünscht sein. Die Schriftfamilie Die Verwendung von Office-Programmen am Computer hat Schriftfamilien mit den vier Schnitten normal (bzw. regular oder roman), kursiv, fett und fett-kursiv als De-facto-Standard etabliert. Sind für den Schrifteinsatz Fließtexte zum Beispiel in Office-Anwendungen oder auf Websites geplant, empfiehlt es sich in aller Regel, auf Schriftfamilien mit mindestens diesen vier Schnitten zu setzen. Anderenfalls erzeugen die Anwendungen womöglich künstlich die fehlenden Schnitte. Eine typische Schriftfamilie (Expo Serif) Office-Programme und Internet-Browser erzeugen fehlende Schnitte notfalls selbst Für mehr gestalterische Flexibilität bieten viele Schriftfamilien zusätzliche Strichstärken und Weiten an. Schmale Schriften können zum Beispiel bei beschränktem Platzangebot (etwa in Tabellen) hilfreich sein. Besonders feine oder fette Schnitte eignen sich oft zur Schaugrößenanwendung. Einige Schriftfamilien gehen auch über die Zweiteilung in Lese- und Schautext hinaus und bieten mehr als zwei Abstufungen abhängig von der Schriftgröße an. Man spricht hier von optischen Größen. Zeichenumfang Ein Font kann 100 Glyphen enthalten oder zehntausende. Verständlicherweise wirkt sich der Zeichenumfang auf die Einsetzbarkeit des Fonts aus. »Mehr« heißt nicht automatisch »besser«, aber bei der Schriftwahl ist die Prüfung des Vorhandenseins aller nötigen Zeichen unabdingbar. Professionelle Schriften sollten zumindest die in den 1980er-Jahren üblich gewordenen 8-Bit-Standards mit bis zu 256 Zeichen vollständig abdecken. Für den deutschsprachigen Raum ist damit die als »westeuropäische Belegung« oder »Latin 1« bekannte Standardisierung die Ausgangsbasis. Sollen Sprachen aus anderen Regionen der Welt zum Einsatz kommen, ist auch dies gezielt zu prüfen. Neben den Zeichen dieser Sprachen selbst ist auch auf die passenden Währungs- und Satzzeichen zu achten. OpenType-Extras Für komplexere Anwendungen (wie Corporate Designs) lohnt sich auch meist eine Prüfung der OpenType-Funktionen. Professionelle OpenType-Schriften bieten hier zahlreiche Extras wie verschiedene Ziffernsets, Kapitälchen, Alternativzeichen, Ligaturen, Schwungbuchstaben und ähnliches. Durch OpenType steuerbare Ziffernsets erlauben einen flexiblen Einsatz je nach Anwendung (zum Beispiel wahlweise optimiert für Fließtexte oder Tabellen) Fontformate Für Desktop-Fonts, also lokal zu installierende Schriftarten, sind heute Fonts mit der Endung .TTF und .OTF üblich. Was genau hinter diesen Endungen steckt, sorgt seit langem für viele Missverständnisse. Das Wesentliche ist jedoch, dass die bloße Existenz dieser Endungen bedeutet, dass man es mit einem plattformübergreifend einsetzbaren Font zu tun hat, der auf aktuellen Betriebssystemen und in den meisten aktuellen Anwendungen funktioniert. Für den Einsatz als Webfont ist heute das Format WOFF (Web Open Font Format) üblich. Schriftanbieter und Webfont-Dienste stellen die Schriften entsprechend in diesem Format zur Verfügung. Eine Konvertierung von Desktop-Schriften zu WOFF ist technisch möglich, bei kommerziellen Schriften aber in der Regel nicht gestattet, da Desktop-Fonts ausschließlich für die Desktop-Nutzung lizenziert sind. Lizenzoptionen Kommerzielle und kostenlose Schriften werden vom Anbieter zur Nutzung lizenziert und der Lizenztext (EULA) definiert und beschränkt den Rahmen der Nutzung. Bei der Schriftwahl ist also immer zu prüfen, ob die Lizenz die gewünschten und gegebenenfalls auch zukünftigen Anwendungen abdecken und welche Kosten dafür entstehen. Typische Lizenzarten für Fonts sind heute: Desktop-Lizenz: zur lokalen Installation und Nutzung, zum Beispiel zur Gestaltung von Logos und Drucksachen. Webfont-Lizenz: zur Einbettung der Schriften in Websites. App-Lizenz: zur Einbettung der Schriften in Apps. E-Book-Lizenz: zur Einbettung der Schriften in E-Books. Server-Lizenz: zur Nutzung der Schrift durch viele Nutzer über ein zentrales System. OEM-Lizenz: zur Verbreitung des Fonts mit anderen Produkten (zum Beispiel beim Verkauf von Computern). Schriftqualität beurteilen Für kleine Gestaltungsarbeiten wie die Einladung zu einer Feier mag die Schriftqualität keine besondere Priorität haben und eine kostenlose Schrift aus dem Internet mag ihren Dienst problemlos tun. Für größere Projekte und Gestaltungen im Kundenauftrag ist es jedoch wichtig, dass die verwendeten Schriften gewisse Qualitätsansprüche erfüllen. Nachfolgend einige typische Probleme, auf die man achten sollte. Keine fehlenden Buchstaben Kostenlose Schriften haben oft keine vollständigen Zeichenbelegung. Dies fällt nicht immer sofort auf. Daher sollte der Zeichenvorrat immer im Voraus geprüft werden. Beispiel einer Schrift von Dafont mit mangelhafter Zeichenbelegung Konsistenter Duktus und sinnvolle Ankerpunkte In der Handschrift entsteht das endgültige Buchstabenbild durch reines Ziehen eines Schreibgerätes. Digitale Fonts in den typischen Formaten »schreiben« eine Schrift jedoch nicht. Der Schriftgestalter muss die Umrisslinie des Buchstabens entwerfen und damit ein gedachtes Schreibgerät simulieren. Dies erfordert Erfahrung und insbesondere Schriften von Anfängern weisen hier oft Mängel auf. Der Grundstrich wirkt dann etwa ungleichmäßig und ist womöglich voller Dellen. Ein typisches Problem sind auch zu viele Ankerpunkte, wie sie bei automatisch vektorisierten Buchstabenformen entstehen. Beispiel einer kostenlosen Schrift mit mangelhafter Qualität der Strichführung Zurichtung und Unterschneidung Zur Qualität einer Schrift gehören nicht nur die sichtbaren Buchstabenelemente, sondern auch der umgebende Weißraum. Die Zurichtung aller Buchstaben soll für gleichmäßig wirkende Zwischenräume sorgen. Antiqua-Schriften benötigen außerdem für zahlreiche Buchstabenpaare Ausnahmeregeln in Form von Unterschneidungswerten. Nötig ist dies bei allen Buchstaben, die in Kombination mit anderen Buchstaben zu viel Weißraum erzeugen, etwa A, Y, W, L, T und P. Umgekehrt muss gegebenenfalls auch mit zu eng stehenden bzw. gar kollidierenden Glyphen umgegangen werden. Stößt etwa ein f mit einem langen Bogen mit einer nachfolgendem Klammer oder einem Anführungszeichen zusammen? Als Anwender kann man diese Probleme im Voraus testen. Beispiel einer Schrift (oben) mit mangelhafter Zurichtung und Unterschneidung. Unten ein gutes Beispiel (Myriad Pro). Bildschirmoptimierung Sollen die Fonts regelmäßig auf Bildschirmen eingesetzt werden, ist die Tauglichkeit dafür zu prüfen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Schriftgrößen relativ klein werden. Wenn die Vektor-Umrisse der Buchstaben in ein enges Pixelraster gezwängt werden, führt dies notwendigerweise zu Verlusten. Der Grundstrich des Buchstabens kann unterschiedlich breit dargestellt werden und schmale oder kleine Elemente können schlimmstenfalls ganz wegfallen. Schriftgestalter können ihren Schriften Informationen zur bestmöglichen Darstellung in kleinen Pixelrastern mitgeben. Dies wird Hinting (deutsch: Bildschirmoptimierung) genannt. Da die Auswertung und Umsetzung des Hintings stark von der Software abhängig ist, sollte die Prüfung der Bildschirmtauglichkeit möglichst auf unterschiedlichen Geräten und mit unterschiedlichen Anwendungsprogrammen erfolgen. Schriften finden Nachdem der Besprechung der Kriterien der Schriftwahl geht es nun abschließend um die konkrete Suche nach Schriften. Für das Durchsuchen der lokalen Schriften sollte wie bereits besprochen ein Fontmanager mit einem eigenen Ordnungssystem eingesetzt werden. So lassen sich alle installierten und auch nicht installierten Schriften leicht nach den vorab festgelegten Kriterien durchsuchen. Kostenlose Online-Angebote Im Internet lassen sich blitzschnell zehntausende kostenlose Schriften finden. Doch die Qualität und Legalität der Angebote ist oft äußerst fraglich. Es ist deshalb empfehlenswert, sich auf kuratierte Sammlungen zu beschränken – zum Beispiel Google Fonts oder Fontsquirrel. Durch Filter und Schlagwort-Suchen lässt sich die Auswahl der Schriften auch gut und bequem eingrenzen. Kommerzielle Online-Angebote Für kommerzielle Quellen kann man zum Beispiel mit seinen Lieblingsanbietern starten. Mit wachsender Erfahrung kennt man auch die Spezialisierungen der einzelnen Anbieter. So findet man bei einer Foundry zum Beispiel unzählige Retro-Fonts, während eine andere für Textschriften mit einer Abdeckung vieler Schriftsysteme bekannt ist. Alternativ zur Suche bei einzelnen Anbietern kann man natürlich auch jene Webshops aufsuchen, die die Schriften von dutzenden oder gar hunderten Foundrys in einem Shop anbieten. Zu den bekanntesten zählen aktuell zum Beispiel MyFonts und Fontspring. Als Alternative zum klassischen Webshop gibt es auch Modelle wie Fontstand, wo die Lizenzierung über eine App erfolgt. Soweit die Grundlagen der Schriftwahl. In einem folgenden Artikel wird es – auf diesem Artikel aufbauend – um die Mischung von Schriften gehen.
  3. 13 Punkte
    "Lieber Freund! Die herzlichsten(!) von der Burschenversammlung bei Lippel's sendet Ernst Müller, und Deine Sache ist besorgt und der Schneider wirs(!) Dir in nachster(!) Zeit zuschicken, und ich wünsche das(!) Du Dich zur Kirmse(!) bei uns einstellts(!)" Da hat wohl jemand nach einem feuchtfröhlichen Abend noch zum Bleistift gegriffen.
  4. 12 Punkte
    Vielen Dank für die Detailkritik an den Vollkorn-Versalien! Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich beim Entwurf der Vollkorn vor allem den gemischten Satz im Blick. Gleichzeitig hatte ich offenbar die Möglichkeit von Versalsatz völlig vernachlässigt. Das würde zumindest alle diese Ungereimtheiten der Zeichenbreiten etwas erklären … Irgendwann einmal wird es eine Überarbeitung geben, die all diesen Hinweisen Rechnung tragen wird. Ganz bestimmt!
  5. 12 Punkte
    Ich mach mich mal am Wochenende an die Arbeit. Gestern hatte ich ein wenig Kinderbetreuung: seit geraumer Zeit kommt immer mal wieder ein so 9-10 Jahre alter Junge bei uns in der Druckwerkstatt vorbei. Erfrischen sind seine, für heutige Verhältnisse ungewohnte, Neugier und sowas wie ein Wissensdurst. Er fragt Tanja und mir Löcher in den Bauch und hat für einen Jungen in dem Alter echt was auf dem Kasten, gestern zog er ein é aus dem Setzkasten und meinte „Ist das ein französisches E?“. Ich war echt baff! Auch sonst im Gespräch weiss er ein ums andere Mal positiv zu überraschen, ich habe mich mit ihm eine ganze Zeit über die Corona-Krise unterhalten und darüber kamen wir auch auf das Thema Behinderungen zu sprechen. Und auf einmal meinte er ganz unvermittelt: „Du hast auch eine Behinderung!“. Ich schaute ihn fragen an und musste mich bei der Antwort fast setzen: „Du hast eine Sehbehinderung, sonst hättest du keine Brille auf!“ … Sehbehinderung … aus dem Mund eines 9-10 Jährigen! Gestern kam er dann mit seiner überaus dankbaren Mutter zu mir, sie wollte sich mal anschauen, wo ihr Sohnemann manchmal über mehrere Stunden hin verschwindet. Nach einem netten Gespräch drückte sie mir 20€ in die Hand, welche sie auch nach heftigstem Protest nicht zurück nahm! „Ich habe noch 3 Kinder zuhause, sie glauben garnicht was da gerade los ist!" Ilias und ich haben dann also ein Poster mit Holzlettern gedruckt, mit ein wenig Hilfe war er sogar in der Lage die Poster selbst in der FAG zu drucken. Nächste Woche kommt er mit seinem größeren Bruder wieder. Als Hausaufgabe sollten sie sich überlegen, was sie dann drucken wollen. Ich bin gespannt!
  6. 12 Punkte
    Der Vollständigkeit halber, damit alle möglichen Meinungen komplett sind: Ich würde nach einer kurzen nicht eingezogenen ersten Zeile den zweiten Absatz einziehen, wenn alle anderen Absätze im Buch eingezogen sind. Das Schema hat doch einen Sinn. Daß Ausnahmefälle zur Verschönerung einen Dienst leisten, kann ich nicht erkennen. Wären solche Ausnahmen nicht eher irritierend? Was ist an einem Einzug ungut oder einem stumpfen Absatz gut? Dialoge sehen in Bücher sehr oft so aus, das ist man als Leser ja gewöhnt. Nur Inkonsequenz wäre ungewöhnlich. »Hallo!« »Wer bist du denn?« Die Dame hatte sich überrascht umgedreht, weil sie nur des Hundes, nicht aber dessen offenbar der menschlichen Sprache mächtigen Begleiters gewahr geworden war. Und so geht der zweite Absatz noch eine Weile dahin, ohne daß er sich an seinem Anfang anders verhält als der auf ihn folgende, ganz gleich, ob der nun lang ist oder nur aus einer Interjektion besteht. »Oh!« Was sollte daran doof aussehen? Es sieht einfach aus wie jedes Kapitel, das auf diese Weise beginnt, also mit nicht eingezogener erster Zeile nach Blindzeilen.
  7. 11 Punkte
    Solche stumpfen Beleidigungen verfangen leider doch immer ein wenig und hinterlassen einen faden Geschmack von Fassungslosigkeit und ziellos aufgestauten Ärger. Ich spreche vermutlich für die meisten hier, wenn ich mal ganz unpathetisch sage, dass Du mit dem Forum ein tolles Projekt ins Leben gerufen hast und über solchem Unsinn stehen kannst. Oder wie die Oma immer so schön gesagt hat: »Lass es an Dir abperlen, Junge. Wie Jauche an der Marmorstatue.«
  8. 11 Punkte
    Steine bemalen und beschreiben! Das ist unsere Familienbeschäftigung. Die Steine werden dann am Wegesrand liegen gelassen. Wir freuen uns im Stillen über die Finder. Für die Lachgesichter haben wir ein Buch von @Norbert P konsultiert!
  9. 11 Punkte
    Es gibt nur einen, somit ist der nicht anonym. Der Nachweis einer vermeintlichen »lizenztechnischen Unbelastetheit« kann ausschließlich auf eine Art und Weise erbracht werden: die Existenz einer entsprechenden zugehörigen »freien« Lizenz des Herstellers (z.B. OFL), die weitreichende Nutzungsrechte einräumt oder jegliche Schutzrechte abtritt (z.B. Creative Commons Zero). Ich habe die Fonts vor Veröffentlichung des Artikels geprüft. In der Poppl Laudatio stehen Adobe und Berthold als Hersteller in den Meta-Daten drin. Es ist also vollkommen umzweifelhaft – wie schon von anderen vermutet – eine Raubkopie. Die Argumentation »kriegt man ja auf vielen Websites« ändert daran nichts. Ich kann Millionen rechtlich geschützter Filme, Fotos, Musikstücke usw. im Internet findet. »Frei zugänglich« ist nicht gleich »rechtlich unbedenklich«.
  10. 11 Punkte
    INDD ist - vereinfacht gesagt - ein serielles Format, d.h. es werden Änderungen, Ergänzungen etc. beim speichern hinten angehängt. Das ist super, weil bei einem Programmabsturz kaum was kaputt oder verloren gehen kann. Es hat aber den Nachteil, dass sich in einem Dokument das über lange Zeit bearbeitet wird, sehr viel altes im Dokument ansammelt, das nie aufgeräumt wird sondern nur durch neueres weiter hinten in der Datei ersetzt wird. Weiters werden im INDD-Dokument auch Bildvorschauen, Textumbruch etc. als Zustand abgespeichert, das hilft beim Öffnen, da die Vorschauen nicht aus den Zuspieler-Dokumenten errechnet werden müssen, und sogar dann sichtbar sind wenn die Verknüpfungen fehlen sollten, der Textumbruch muss nicht neu kalkuliert werden, etc. Aber das sammelt haufenweise Material im Dokument an. Es lohnt sich, ab und zu die Datei unter neuem Namen zu speichern – das kürzt alles raus, was im aktuellen Zustand des Dokuments nicht mehr wirksam ist. Die Dateigröße kann sich dabei durchaus deutlich verkleinern (halbieren, ...). Es ist und bleibt aber das selbe Dokument, es wird nichts konvertiert, nur weg gelassen was wirklich nicht mehr gebraucht wird. D.h. die Vorschauen aktueller Bilder, errechneter Textumbruch etc. bleiben bestehen. Die nächste Stufe ist dann IDML: dort wird praktisch nur der aktuelle Datensatz abgelegt den Indesign unbedingt benötigt um das Dokument wieder darstellen zu können. Bildvorschauen, Textumbruch etc. werden dabei gelöscht, und das spart gewaltig Platz ein. Dadurch dauert das Öffnen von IDML-Dokumenten viel länger, da dann alle diese Sachen neu berechnet werden müssen. Angenehmer Nebeneffekt: auch Unsinn der sich ins Dokument eingeschlichen hat, und den Indesign beim Öffnen als gegeben ohne weiteres Nachdenken annimmt, fliegt so oft aus dem Dokument raus – z.b. eine korrupte Bildvorschau, Schriftlisten(!), etc. Beim Öffnen von IDML in der selben Indesign-Version hatten wir dabei bisher keine dramatischen Probleme. In einem Fall in dem wir komplexe GREP-Formatierungen in den Formatvorlagen hatten, haben diese danach nicht mehr dem Originalzustand entsprochen, die Formatierungsstrings waren einfach nicht mehr die selben – dadurch wurde anders formatiert, der Textsatz war "kaputt". Das ließ sich beheben. Außerdem werden offenbar Informationen wie z.B. die manuell erstellte Reihenfolge der Formatvorlagen in der Vorlagen-Palette nicht mitgespeichert, sondern sie werden in der IDML nach Erstellungs-ID sortiert ... bei umfangreichen Vorlagensystemen ist die Rekonstruktion mühsam und es schmälert das Vertrauen ob schon alles richtig gemacht wurde. Immer etwas spannend wird es auch, wenn man eine IDML-Datei verwendet, um ein neues Dokument in einer älteren Indesign-Version zu öffnen – auch dafür ist das Format ja eigentlich gedacht, aber wie genau Features dabei interpretiert werden die in der alten Version nicht vorhanden sind, ist von Fall zu Fall zu prüfen ... Tendenziell geht dabei was kaputt. --> bei uns in der Agentur machen wir IDML nur dann, wenn es gar nicht anders geht – sogar wenn wir Indesign-Daten mit externen Partnern austauschen, ist die erste Wahl eine frisch gespeicherte INDD-Datei, um diese Fragezeichen zu umgehen. Aber für schnelle Reparaturen ist es ein Mittel zum Zweck, wobei dem Resultat ein gesundes Misstrauen entgegengebracht wird – wenn das die 14. Sprache eines fertigen Projekts ist, geht das, wenn es das komplexe Master-Dokument für eine ganze Dokumentgruppe ist, rate ich dazu ein Backup zu holen und sich die verlorene Arbeit lieber nochmal anzutun als was zu riskieren. Wie so eine Schrift die es nicht gibt ins Dokument kommen kann ... manchmal über Vererbung von Formatvorlagen: angenommen du hast Schrift A Semibold für den Fließtext, und Schrift B für die Überschrift, die auf A basiert aber keine Semibold hat, und du stellst das nicht auf Regular oder Bold um --> sucht Indesign nach einer Schrift B Semibold. Wenn das in einer Indesign-Installation mal eingestellt wird, während kein Dokument offen ist, gilt es für alle folgenden neuen Dokumente. Auch schon gesehen: über verknüpfte Illustrator-Dateien die diesen Fehler mitbringen ... selbst wenn die Datei später wieder raus fliegt oder korrigiert wird, fliegt teilweise dann diese fehlende Schrift in der Dokument-Font-Liste herum und lässt sich nicht mehr ersetzen. Was helfen kann: die Formatvorlagen radikal durcharbeiten oder gar löschen bis man den verantwortlichen gefunden hat Werkzeugleiste und Paletten abklappern ob dort irgendwo in einem Eingabefeld diese Semibold drinsteht die es nicht gibt Über Schrift > Schriftart suchen ... die Schrift versuchen zu ersetzen und den Haken "alle ändern definiert auch Formate neu" setzen (wenn das für neue Dokumente ungewollt immer passiert, sollte das gemacht werden wenn KEIN Dokument geöffnet ist. Wenn ein bestimmtes Dokument betroffen ist, dann natürlich mit diesem geöffnetem Dokument.) Wenn nichts mehr geht und das betroffene Dokument wichtig ist ... Scripting: alles was in Indesign nicht per Interface geht, geht per Scripting ... man kann dort das gesamte Dokument nach gewissen Eigenschaften durchsuchen (eben z.B. eingestellte Schriftschnitte) und diese dann ersetzen durch etwas was vorhanden ist. Wie das konkret geht müsste ich jetzt auch recherchieren und ist möglicherweise fallabhängig, d.h .der Aufwand lohnt sich nur bei wichtigen Dokumenten. Ein Einstieg ist offenbar hier zu finden: https://indisnip.wordpress.com/2010/08/24/findchange-missing-font-with-scripting/
  11. 10 Punkte
    Jetzt hat auch diese liebe Seele Ruhe. Nochmals meinen allerherzlichsten Dank an Norbert für seine ausgezeichnete Vorarbeit zu den fehlenden Initialen, und Dank sei auch Euch gesagt für Eure Unterstützung!
  12. 10 Punkte
  13. 9 Punkte
    Nutzer von Mac OS Catalina haben seit kurzem Zugriff auf neue hochwertige Systemschriften, die Apple von renommierten Schriftanbietern wie Commercial Type und der Klim Type Foundry lizenziert hat. Da die Fonts jedoch nicht standardmäßig installiert werden, wissen viele Anwender von Mac OS Catalina gar nichts von ihrem Glück. Um die optionalen Systemschriften zu installieren, muss man zunächst das Programm Schriftsammlung von Apple öffnen und den Punkt »Alle Schriften« auswählen. In dieser Liste finden sich dann viele ausgegraute Schriften. Dabei kann es sich einerseits um vom Anwender deaktivierte Fonts handeln – oder aber um die optionalen Systemschriften von Apple. Bei letzteren findet sich dann beim Rechtsklick auf den Font oder den Familiennamen die Option, den Font oder die gesamte Familie zu laden und zu installieren. Hier eine Auswahl der verfügbaren Schriften: Familien: Canela von Commercial Type in 16 Schnitten Domaine Display von Klim Type Foundry in 6 Schnitten Founders Grotesk von Klim Type Foundry in 17 Schnitten Graphik von Commercial Type in 18 Schnitten Produkt von Commercial Type in 8 Schnitten Proxima Nova von Mark Simonson Studio in 12 Schnitten Publico von Commercial Type in 12 Schnitten Einzelne Schaugrößen-Schriften: Sauber Script von den TypeJockeys Quotes Caps and Quotes Script von Sudtipos Zusätzlich zu diesem stattlichen Paket von Schriften mit lateinischer Belegung gibt es natürlich auch eine große Anzahl von Fonts mit anderen Schriftsystemen. Eine komplette Liste findet sich in diesem Support-Dokument von Apple: ☞ https://support.apple.com/en-us/HT210192
  14. 9 Punkte
    Weil der ich-Laut und der ach-Laut im Standarddeutschen zwei stellungsbedingte Allophone ein und desselben Phonems sind. Ein Phonem ist die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit in einer Sprache. Das lässt sich an sogenannten Minimalpaaren erkennen, etwa tauchen vs. taufen: ch und f sind Phoneme; sie unterscheiden die Bedeutung der beiden genannten Wörter. Nun wird das Phonem ch im Standarddeutschen (anders als etwa im Hochalemannischen) in der Aussprache mit zwei verschiedenen Lauten realisiert, eben dem ich-Laut und dem ach-Laut. Eine solche Situation heißt Allophonie: ein Phonem, zwei verschiedene Laute. Das bereitet uns aber keine Probleme, weil die Unterscheidungsregel einfach ist: der ach-Laut erscheint nur nach den dunklen Vokalen a, o und u, der ich-Laut an allen anderen Stellen im Wort: die Allophonie ist stellungsbedingt. Eine stellungsbedingte Allophonie heißt in der historischen Sprachwissenschaft übrigens Lautwechsel. Darum brauchen wir für das ch-Phonem nur eine Schreibung: Die Aussprache ergibt sich ja aus dem Kontext; dieselbe Schreibweise für verschiedene Laute nennt man übrigens Homographie. Eine scheinbare Ausnahme von dieser Stellungsregel hat Thomas Kunz oben aufgespießt: Das ch im Deminutivsuffix -chen wird immer als ich-Laut gesprochen, auch im Wort Tauchen, obwohl das u natürlich einen dunklen Vokal repräsentiert. Der Grund für diese scheinbare Ausnahme ist, dass -chen ein Sem ist – so nennt man die kleinste bedeutungstragende Einheit in einer Sprache: -chen trägt natürlich die Bedeutung ,klein‘. Zwischen den Semen Tau und -chen befindet sich also eine Semfuge, über die hinweg das dunkle o nicht wirken kann. Im üblichen Sprachgebrauch wird das -chen in dieser Stellung allerdings gemieden und durch -lein ersetzt (Ausnahme: Frauchen wegen Fräulein, aber auch das wird oft eher scherzhaft gebraucht und ist eigentlich sprachwidrig: es müsste Fräuchen heißen, vgl. schwedisch fröken). Es gibt noch weitere Allophone bzw. Homographen im Deutschen, die uns aber meist nicht auffallen: Das s in (des) Stausees etwa wird mit drei verschiedenen Lauten realisiert: Am Ende ist es stimmlos (es zischt), in der Mitte stimmhaft (es brummt), am Anfang postalveolar (die Zungenspitze liegt hinter dem Zahndamm). Das b in Weib ist stimmlos und behaucht (ist also im Grunde ein p); in Weiber ist es dagegen stimmhaft und unbehaucht (also ein echtes b). Das e in gellen (geschlossene Tonsilbe) ist kurz und offen, in gelen (offene Tonsilbe) ist es lang und geschlossen, und in Spargel (Nebensilbe) ist es ein unbetonter Mittelvokal (ein Schwa). Das war jetzt mehr Text als geplant, aber einen aus der Semitistik hab' ich noch: Das Schwa im Wort Schwa wird nicht ausgesprochen – ursprünglich hieß es aber Schewa mit Schwa. PS: Mister Austins Lehrer konnten das offenbar sehr viel konziser ausdrücken als ich...
  15. 9 Punkte
    Letzthin gab es so viel zu tun, daß ich kaum ins Forum schauen konnte. Die mir vergönnte Freizeit verprasste ich mit der Ovid. Jetzt ist sie soweit fertig. Guckt mal: Ich bin damit sehr zufrieden. Sie hat fast etwas klassisch-aristokratisches an sich. Da vergißt man gänzlich, daß sie sich mit "Covid" reimt. Übrigens habe ich noch ein paar Ligaturen für th, ch, ck, usw. eingeschmuggelt.
  16. 9 Punkte
    Ein Besuch im Schildermalermuseum der Familie Samuel in Wien.
  17. 9 Punkte
    Was ist das denn für ra👺💣💥🧨ische Ka💩eiße!? Sorry, sowas darf nicht umkommentiert bleiben ...
  18. 9 Punkte
  19. 9 Punkte
    TIF ist generell ein lustiges Format ... zwar zum Datenaustausch verwendet, aber im Grunde in großes Becken verschiedenster Daten, die alles andere als trivial sein müssen. Es kann neben unkomprimierten und LZW/ZIP-komprimierten auch JPG-Daten aufnehmen – da kommt dann einfach erst ein allgemeiner TIF-Header der das Dokument beschreibt, danach die Info, dass jetzt ein Bilddaten-Paket nach JPEG folgt, und dann geht's damit los. Dann hat man vordergründig ein TIF, aber trotzdem kleine Dateien und ggf. Datenreduzierungs-Artefakte. Analog dazu würden halt beim Wählen der jeweiligen Option Bilddatenpakete "unkomprimiert" oder "nach LZW" oder "nach ZIP" folgen. Mehr noch, das TIF-Format (besser: der TIF-Container) ist so weitläufig spezifiziert, dass mehr oder weniger alles enthalten sein kann, es ist nur definiert wie dieses "alles" beschrieben werden soll, aber schließt wenig aus. Möglich sind alle unmöglichen Kuriositäten wie nicht-quadratische Pixel, seltsame bit-Ordnungen aus der Urzeit, 5bit-Farbkanäle, Sonderkanäle, Ebenen, mehrseitige Dokumente (z.B. ein Fax), mehrere Auflösungen/Qualitäten des selben Bildes, und auch programmspezifische Datenpakete (wer sich fragt warum in einer TIF-Datei Photoshop-Ebenen drin sein können: weil in der TIF ein PSD-Datenpaket mitgeliefert wird). Es kann auch bei weitem nicht jedes Programm, das "TIF" kann, auch alles lesen, was in "TIF" völlig konform drin sein könnte (es gibt aber ein Baseline-TIF-Subset, bei dem gebeten wird es einzuhalten). Jedes Programm versucht bestmöglich, die Beschreibung und die Bilddatenpakete zu interpretieren. Wenn das nicht klappt, ist das TIF "unlesbar", wenn der TIF-Schreiber gnädig war, hat er aber als Backup innerhalb des Containers noch ein "flaches" Vorschaubild integriert das nichts besonderes enthält aber immerhin ein Bild zur Ansicht zur Verfügung stellt. Drum mag ich es immer gern, wenn bei uns jemand "zur Sicherheit" auf TIF umschwenkt weil die anderen Formate komplizierter oder "gefährlicher" seien, ohne zu sagen was für ein TIF er denn nun gedenkt zu verwenden ("sicher" und gemeint ist aber meistens: ein TIF ohne Ebenen, keine Transparenzen, quadratische Pixel, nur RGB oder CMYK, nur 8 oder 16bit pro Kanal, LZW-Komprimierung). PNG ist viel viel einfacher ... da kann wenig schief gehen, solange man mit RGB-Daten arbeiten kann und will (es will prinzipbedingt schlichtweg kein CMYK können). Das ist ganz gut für Office (nur RGB) und Web, wo es auch um kleine Dateigrößen bei guter Darstellungsqualität geht (was PNG sehr gut kann). In einem Indesign/Druckvorstufe-Workflow sollte man hingegen wirklich wissen was man tut, wenn man mit RGB arbeitet – möglich, aber immer noch unorthodox (und wenn schon RGB, wäre ich wieder bei PSD oder TIF). JPG oder TIF (also LZW-TIF): idealerweise arbeitet man halt möglichst nie mit verlustbehafteten Formaten (JPG) sondern gibt diese immer erst am Ende aus (für die Druckdaten oder für andere Verwendungen), da sonst jede weitere Bearbeitung neue Artefakte ins Spiel bringt und sich das aufschaukelt. Also eingehende JPGs in LZW-TIF oder PSD wandeln, diese bearbeiten, ins Layout einsetzen und am Ende ein PDF an die Druckerei geben. Womit wir beim PDF wären: die PDF/X-Standards erlauben ja JPG als Pixelbildformat in Druckdaten-PDFs. In den allermeisten Fällen ist das auch völlig ausreichend (man *kann* bei guten Drucken und gutem Papier Artefakte erkennen, wenn man Abbildungen druckt, die man gar nicht erst als Pixelbild hätte einsetzen sollen, also glatte Illustrationen - aber nicht bei Fotos). Wer da auf Nummer sicher gehen will, und nicht noch ganz um Ende eines schön verlustfreien Workflows noch eine verlustbehaftete Kompression über alles spielen will, kann bei der Option "Kompression" einfach "ohne" (gar keine Komprimierung, große Dateien) oder sinnvoller ZIP (verlustfreie Komprimierung, sparen was geht ohne die Daten zu beschädigen – das ist analog zu LZW, nur eine etwas modernere Rechenmethode) auswählen. Effektiv "TIF" in einem PDF mitzuliefern geht PDF-spezifikationsbedingt gar nicht. Wenn sich die Druckerei also über "LZW-komprimierte TIFs freut", meint sie in der Regel einfach "keine programmspezifschen Dateiformate, keine verlustbehaftete Kompression". Edit: wenn sie darauf bestehen, könntest du mal eine 64-seitige Broschüre als eine einzige LZW-komprimierte TIF-Datei abliefern (Farbseiten nach CMYK, Schwarzweißseiten natürlich effizienterweise nur in K) und dann schauen wie lange es dauert bis der Anruf kommt 😈
  20. 9 Punkte
    Guten Abend alle beisammen. Ich bin nun, nach Vollendung des Projekts, endlich mal dazu gekommen, euch das Resultat zu zeigen. Geblieben ist es bei der japanischen Bindung. Auf dem Cover ist eine Fresnel-Linse eingesetzt, die den Buchtitel verschwinden lässt, wenn man direkt frontal drauf schaut. Für den Text habe ich mir ein paar Spielereien ausgedacht, wie zB die Aufteilung der Schrift auf zwei Ebenen (Transparentpapier) oder, von@bertel inspiriert, Textstellen, die nur mit einem Rotfilter lesbar sind. Zusätzlich habe ich den Text inhaltsbasierend unterschiedlich leicht/schwer gesetzt. Wem die vier Bilder nicht genügen, der kann sich hier die komplette PDF mit allen Bildern anschauen: https://drive.google.com/file/d/1LC5Bu0-1TfB9zy4UmDL6qdgGnfKV3MeO/view?usp=sharing Danke euch allen für den Input. MfG, Finn
  21. 8 Punkte
    "You have enemies? Good. That means you’ve stood up for something, sometime in your life." — Churchill Ich würde mir das für ein Weilchen an die Wand hängen, und mich an der Dummheit anderer Menschen erfreuen. Aber auf keinen Fall den Troll füttern – online oder offline. Und als Quasi-Muttersprachler finde ich Dein Englisch weder schauderhaft noch peinlich.
  22. 8 Punkte
    Seit Jahrzehnten produziere ich Akzidenzen. Fax wird heute von drei Berufsgruppen verwendet: Mediziner, Juristen, Architekten. Ein Symbol für einen Faxanschluß habe ich noch nie eingesetzt. Der Grund ist die Frage, die gelegentlich von Kunden kommt: Gibt es ein Symbol für den Faxanschluß? Antwort: Dann würden Sie es doch wohl kennen? Die Frage nach dem Symbol zeigt, daß keines etabliert ist. Das Wort »Fax« ist als Schriftbild schneller zu erfassen als ein nicht-etabliertes Symbol zu deuten. Im übrigen sind Symbole in Schrift auch Akzente. Oder Schmuck. Davon sollte man nur einen setzen, weil Schmuck wie ein Ring am Finger nur wirkt, wenn nicht noch andere Ringe daneben sitzen. Dann wirkt der Schmuck unbedacht, billig. Eine Reihung von Symbolen wirkt wie eine Girlande und überflüssige Verzierung, die verlangt Interpretationsleistung, wo das Ablesen genügen würde. Das Symbol als Schmuck: dieses »Rote Telefon« erfreut sich über Jahrzehnte einiger Beliebtheit bei meinen Kunden, und zwar auch bei jenen, die so ein Telefon nur von Fotos ihrer Großeltern kennen. Wenn Firmenzeichen verwendet werden, rate ich immer davon ab, weil das Telefonzeichen keine Konkurrenz sein soll zu wichtigeren Zeichen. Auf dieser Karte hat es keine andere Funktion als Verzierung (die oft zu einem Schmunzeln führt, denn die Strenge des Gesamtentwurfs bekommt ein Körnchen Witz). Die Akzentwirkung hängt nicht nur an der Farbe, sondern auch an der Helligkeit des Zeichens, hier ist es eine kleine Irritation der Mittelachse der Gesamtform: Ein Kasten mit einem Telefonsymbol symbolisiert eine Telefon-Fax-Kombination. »Wenn der Telefonanschluß mit dem Telefonsymbol besetzt ist, rufe ich eben den Kasten mit dem Telefonsymbol an, ggf. wird dort ein Anrufbeantworter dranhängen.« So einen Faxanschluß hatte ich privat, und ich glaube, der funktioniert bis heute. Manchmal kommt ein Reklamefax als PDF von der Nummer. Es wirkt immer wie ein Gruß aus alter Zeit. Blöcke und tabellarisch angeordnete Nummern suche ich zu vermeiden, damit man nicht in der Zeile verrutscht und den Faxton ins Ohr bekommt. Die Nummern werden horizontal gelesen, die Vertikale, das genaue Untereinanderstellen von Zahlen, hat keine Funktion für die Benutzerfreundlichkeit, sie befriedigt allenfalls einen Gestalter, der die Funktion nicht achtet:
  23. 8 Punkte
    Ich würde es auf gar keinen Fall dahinter platzieren. Bei URL und Mail erkenne ich ohne Etikett, was es für eine Info ist, aber bei den Nummern eben nicht. Da will ich vorher wissen, welche Nummer es ist.
  24. 8 Punkte
    Ich kann nichts zum Satz sagen, so etwas prüfe ich lieber auf Papier. Von der st-Ligatur aber möchte ich aus Erfahrung als Leser abraten. Lesen geht am besten in gewohnten Textformen. Diese st-Ligatur ist eine reine Schmuckligatur, die für Überschriften oder sehr, sehr kurze Texte, kürzer als ein Gedicht, und für große Schriftgrade gedacht ist. In Brotschriftgraden hat es früher, im Bleisatz, so etwas aus gutem Grund nicht gegeben. Erst ab Steckschriftgröße, also 16, vielleicht auch mal 14 Punkt. Sobald drei solche »st« auf engem Raum auftreten, wird der Schmuck lästig. Ich würde solch einen Text nicht lesen können, weil ich in einem fort daran erinnert werde, daß jemand absichtsvoll in den gewohnten Leseprozeß eingreift, also als würde der Setzer unentwegt »Hallo, hier bin ich!« rufen. »Und ich habe eine Ligatur im Setzkasten gefunden, die du noch nicht kennst. Schau hier, noch mal. Und hier wieder! Achtung, jetzt! ...« Ich erinnere an das Bonmot von Frutiger, das für längere Texte wie für ein einzelnes Zeichen gelten kann: »Schrift ist wie ein Löffel: wenn ich mich am Abend an die Form des Löffels erinnere, mit dem ich am Mittag meine Suppe gegessen habe, dann war es eine schlechte Löffelform.« Zur ch-Ligatur möchte ich als Bleisetzer, der die Ligatur aus dem Kasten greift, also absichtsvoll einsetzt, bemerken, daß sie nicht für »sch« verwendet werden sollte, weil die Trennung von »s« und »ch« die Lautbildung zumindest theoretisch irritiert. Man liest sicherlich darüber hinweg, aber es widerspricht der Absicht. In Fraktur gab es im Bleisatz eine sch-Ligatur, in Antiqua nicht oder sehr selten. Es ist besser, eine sichtbare ch-Ligatur nicht zu verwenden, wenn sie automatisch eingesetzt wird.
  25. 8 Punkte
    Vielen Dank, Marcus! Das wird in der Tat sehr hilfreich sein! Inzwischen habe ich das erste Dutzend Initialen gezeichnet. Diese waren in der S&G Schriftprobe abgebildet, es ging also recht einfach. Den Rest erfinde ich frei dazu. Erfahrungsgemäß lassen sich nur so weitere Originale entdecken 🙂
  26. 8 Punkte
    Wenn Leserlichkeit das Hauptkriterium ist (statt, sagen wir mal, die möglichst stringente Einhaltung eines CD/CI) würde ich überhaupt davon abraten, dem Leser eine Webschrift (ohne einfache Wechselmöglichkeit) aufzuzwingen. Warum? Weil eine Systemschrift seines Systems mit einiger Wahrscheinlichkeit besser leserlich ist (weil eben auf sein System optimiert) als irgendein Webfont. Was macht ein Smartphonebesitzer denn als erstes? Richtig: eine Schrift aussuchen, die ihm gefällt/die er auf diesem Gerät gut lesen kann. Webschriften sind ein nettes Extra, aber ich würde sie für besonders sensible Gruppen, was Leserlichkeit angeht, immer nur als Option anbieten. Ich habe in letzter Zeit einiges für Grundschüler gestaltet – in enger Abstimmung mit ihren Lehrern – und da auch mehrere Schriftoptionen angeboten. Das kann sinnvoll und hilfreich sein, weil Systemschriften eben nicht immer optimale Leserlichkeit für besonders sensible Gruppen von Lesern (wie eben Leselernanfänger, Dyslexiker, Einwanderer, die gerade erst Sprache und Alphabet lernen, Menschen mit allerlei Behinderungen und und und) bieten. Serifenschriften können da helfen, wie auch komplexe a- und g-Formen (die weniger leicht mit o und 9 verwechselt werden) oder besonders humanistisch/»organisch« gestaltete Schriften, bei denen sich b, d, p und q besonders klar voneinander unterscheiden (auch wenn sie gedreht und gespiegelt werden). Aber auf manchen Geräten sieht dann auch die sorgfältigst getestete Schrift eben nicht so klar aus wie eine Systemschrift. Deshalb: Wahlmöglichkeit! Schon innerhalb eines Schulbezirks gibt es aber die unterschiedlichsten Geräte, auf denen Schriften ganz unterschiedlich dargestellt werden: ältere PCs, neue PCs, Chromebooks, »richtige« Laptops, Tablets verschiedenerer Generationen, Telefone, Smartboards (auf denen Schriften dann ganz anders wirken als auf dem angeschlossenen PC) . Da ist der Testaufwand schon bei einem Nutzer, den man kennt, enorm. Wenn der Leser irgendjemand sein kann, nun ja … Nach meinen Erfahrungen ist er (wenn Erwägungen wie die obigen wichtig sind) wichtiger denn je, da eben immer mehr Inhalte auf nichttraditionellen Geräten konsumiert werden. In einem PC-/Laptop-Browser kann ich selbst als naiver Nutzer die Schriftgröße ziemlich einfach anpassen, ohne das Layout zu zerschießen. Ctrl-+ gedrückt oder auf das + in der Browserleiste geklickt, schon ist die Schrift größer! Aber schon auf einem Smartphone ist das klar schwieriger. Klar, da kann ich pinch-zoomen, aber dann passt eben eine Textzeile nicht mehr in den Viewport. Doof! Da kann eine A+ A- Option sehr helfen.
  27. 8 Punkte
    Der letzte Kommentar hier fand die Welt noch in Ordnung. Jetzt ist alles anders. Ich lasse mich aber nicht ablenken. Mittlerweile ist der Zeichensatz fertig, und sogar die erste Fuhre Ausgleich habe ich abgeladen. Probieren wir die Schrift mal aus...
  28. 8 Punkte
    Das kam mir gerade bei meinen Jugendstil-Recherchen unter. Das Ä macht mir feuchte Hände.
  29. 8 Punkte
    Bleisatztintenflecken!
  30. 8 Punkte
    Im Jahr 2004 suchte ich nach einem Umzug interessante Typografie-Poster zum Aufhängen in meiner neuen Wohnung – und fand zunächst lange nichts interessantes. Antiquarisch stieß ich schließlich zufällig auf Schriftmuster-Poster der Schriftgießerei D. Stempel AG, die vermutlich um 1940 erschienen waren. Sie zeigen die Schriftstile Antiqua, Fraktur und Gotisch, gesetzt in drei Schriften der D. Stempel AG: Trajanus, Neue Luthersche Fraktur und Gotenburg. Die Poster zieren seitdem mein Wohnzimmer und erst über die Jahre bemerkte ich, welchen Seltenheitswert sie eigentlich haben. Schriftmuster-Hefte und Bücher lassen sich leicht in Regalen verstauen, doch Schriftmuster-Poster aus der Bleisatzzeit haben deutlich seltener überdauert – zumal sie auch erst im Rückblick ihren Wert gewinnen und zu ihrer Zeit als bloße Werbemittel angesehen wurden. Die drei Stempel-Poster sind jetzt wieder als ein Stück typografischer Zeitgeschichte in einer kleinen Neuauflage über Typografie.info verfügbar. Für eine bestmögliche Qualität wurden die drei Poster sorgfältig digital nachgearbeitet. Das heißt, die Texte sind komplett digital nachgesetzt und auch die Bildteile wurden sorgsam digitalisiert. Das Posterset ist jetzt in einer kleinen Auflage exklusiv im Typografie.info-Shop erhältlich. Der Preis für alle 3 Poster im Format A2 beträgt nur 24,99 Euro (inkl. MwSt. und zzgl. Versand). ☞ zum Angebot Aktive Typografie.info-Förderer erhalten automatisch einen Preisnachlass bei der Bestellung.
  31. 8 Punkte
    zu dem im vergangenen herbst hier angekündigten buchprojekt gab es in wien auch ein symposium. jetzt stehen die gesammelten vorträge bei youtube zum nochmaligen (oder für alle, die wie ich nicht kommen konnten, erstmaligen) anschauen.
  32. 8 Punkte
    Ich bin Georg Herold-Wildfellner von FaceType und ich möchte euch gerne die neue Schriftfamilie „Supernett“ vorstellen: Die Familie entstand ursprünglich 2013 und wir finden sie seitdem immer wieder auf Packagings oder in Kinderbüchern. Die Nachfrage an der Schrift ist anhaltend gut, also haben wir sie jetzt ausgebaut und erweitert. Supernett auf MyFonts Die Familie gibt es jetzt in 3 Stärken, 2 verschiedenen Laufweiten, als Aufrechte und auch als echte Kursive. Das Glyphen-Set unterstützt 209 Sprachen sowie eine Vielzahl an OpenType-Features: ›Automatischer Buchstabenwechsel‹ (alle Buchstaben und Ziffern wurden 3 x gezeichnet), ›Wackelnde Glyphen‹ und ›Zufälliger Grundlinienversatz‹ sind die Key-Features, die den handgemachten Charakter verstärken. Die Supernett ist als Display-Familie konzipiert und darf groß gesetzt werden. Sie läuft schmal oder sehr schmal und ist für eine Handschrift top ausgebaut: Es gibt Interpunktionen speziell für den Versal-Satz wie auch für die Kapitälchen (die neu dazugekommen sind) und sie unterstützt die OpenType-Features ›Null mit Schrägstrich‹ und ›Brüche‹. Dank der großen x-Höhe (und trotz des handgezeichneten Looks) überzeugt die Supernett mit guter Lesbarkeit im Mengensatz. Ihr organischer, handgemachter Charakter passt zu Kinderbüchern, Packaging und Food. Supernett wurde von Georg Herold-Wildfellner/FaceType gestaltet. Einzel-Schnitte gibt es um € 17,–. Die Familie (alle 12 Schnitte) kostet € 76,–. Verfügbar ist die Schrift derweil nur auf MyFonts: Bis 22. November mit 70 % Rabatt Die Supernett Light ist kostenlos verfügbar. Foundry: FaceType Ein PDF mit allen Bildern gibt es hier Freue mich auf euer Feedback! MLG, Georg
  33. 8 Punkte
    Bin gerade hierüber gestolpert: Das Lyon-Tablet; eine Rede des Kaisers Claudius, in Bronze gestanzt. Das ist so gleichmäßig, es könnte gedruckt sein. https://en.wikipedia.org/wiki/Lyon_Tablet
  34. 8 Punkte

    Version 1.0.0

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    Eine Schriftdigitalisierung auf Basis spanischer Buchdrucktypen des Druckers Joaquín Ibarra, der damit Don Quijote setzte. Die Schrift ist quelloffen, unter OFL lizenziert und verfügt in den derzeit generierten Schnitten über drei Strichstärken mit echten Kursiven.
  35. 8 Punkte
    Das ist schön zu lesen! Ich bin nach sehr vielen und tiefgehenden Diskussionen hier im Forum davon überzeugt, dass es sehr gute Argumente für das Versal-Eszett gibt. Schlüssige Argumente, die die Anwendung der deutschen Schriftsprache logischer machen und Uneindeutigkeiten beseitigen. Es geht bei der Befürwortung des Versal-Eszett nicht um irgendeine Hipsterspinnerei, um keine abgehobene Diskussion im Elfenbeinturm der Typografiegelehrten, sondern ganz im Gegenteil sogar um sehr handfeste, praktische Verbesserungen im Schriftalltag. Warum sollte man etwas gegen diese Vervollständigung des Alphabets haben? Außer einer dogmatischen Verweigerung von Veränderungen an sich oder der Bequemlichkeit, die jeden Lernprozess ablehnt, fällt mir in diesem Fall wirklich nichts ein. Ich persönlich schätze die offenen und fachkundigen Diskussionen hier im Forum sehr und habe schon so manche meiner Ansichten geändert, weil mir von den Kollegen und Kolleginnen eine bessere angeboten wurde. Davon ist mir noch nie eine Serife aus der Krone gebrochen – im Gegenteil. Keiner von uns hat die Wahrheit für sich gepachtet – und niemand verliert sein Gesicht oder seinen fachlichen Status, wenn er einen Irrtum zugibt oder seine Meinung über einen Sachverhalt ändert. Dieses Forum ist bekannt für seinen respektvollen, freundlichen und oftmals sehr hintersinnig-humorvollen Ton und das hohe fachliche Niveau. In den elf Jahren, die ich Mitglied des Forums bin, habe ich so manche kontroverse Diskussion und etliche hitzige fachliche Gefechte erlebt und oftmals waren das echte Sternstunden, an die ich mich gerne zurückerinnere. Es dauert lange, bis hier der Vorwurf der Trollerei erhoben wird und es geschieht sehr selten, worüber ich mehr als froh bin. Denn das bedeutet, dass wir einander mit Respekt begegnen und dass es die grundsätzliche Bereitschaft auf allen Seiten gibt, gute Argumente anzuerkennen. Ich schätze Deine Bereitschaft, die im Diskussionsverlauf genannten Pro-Argumente nochmals zu bedenken und bin gespannt, ob Du vielleicht zu einer anderen Bewertung des Sachverhalts gelangen wirst. Lass uns gerne daran teilhaben – gute Gegenargumente sind dabei stets willkommen, denn nur daran können wir bemessen, wie gut unsere Pro-Argumente sind. Freundliche Grüße
  36. 8 Punkte
  37. 8 Punkte
    Halbfette Senats Fraktur, 1912, Friedrich Bauer, Genzsch & Heyse
  38. 8 Punkte
    Das Druckkunstmuseum Pavillon-Presse beherbergt derzeit circa 1000 Hochdruckschriften. Darunter befinden sich auch einige vergessene Bleisatzschriften, die niemals im Foto- oder Digitalsatz umgesetzt wurden. Einer der Schätze des Archivs ist eine gotische Schrift der Leipziger Gießerei Julius Klinkhardt aus dem Jahr 1916. Diese Schrift wurde nun für das Museum digitalisiert. Dies erfolgte jedoch nicht wie heute meist üblich, von Schriftmusterdrucken der Schriftgießerei. Bleisatzdrucke sind nie eine perfekte Wiedergabe des Buchstabenbildes auf Buchdrucklettern. Der physische Druck erzeugt immer eine gewisse Quetschung, die das Buchstabenbild etwas verfälscht. Dieser Effekt ist in der Regel umso größer, je kleiner der Schriftgrad ist. Heutige Schriftgestalter stehen hier immer vor der Wahl, ob sie das tatsächliche Druckbild digitalisieren oder die Originalformen der Glyphen hinter den Drucken gewissermaßen erraten wollen. Außerdem geben Drucke keinen direkten Aufschluss über die Größe der jeweiligen Schriftkegel. So muss insbesondere die Vor- und Nachbreite der Lettern ebenfalls in der Regel erraten werden. Bei der hier vorliegenden Digitalisierung waren jedoch die Bleisatzlettern vorhanden. So konnten die Schriftformen im Original studiert werden. Zur Digitalisierung diente zudem ein speziell im Museum für diesen Zweck gefertigter Druck alle Lettern. Indem alle Lettern mit druckenden Messinglinien umschlossen wurden, konnte die Größe der Kegel genau für die Digitalisierung übernommen werden. So entstand die nach dem Museum benannte »Pavillon Gotisch A«. Die Schrift enthält die originalgetreuen Buchstabenbilder der Bleisatzschrift, einschließlich der interessanten Schwungbuchstaben und Ligaturen. Über die OpenType-Funktion »bedingte Ligaturen« lässt sich auf einfache Weise klassischer deutscher Fraktursatz erzeugen. Außerdem wurde der Zeichensatz auf die westeuropäische Standardbelegung ausgebaut. Da die Buchstabenformen vieler gebrochenen deutschen Schriften nicht mehr ohne weiteres für jeden lesbar sind, gibt es eine abgewandelte Version B, bei der die Buchstabenbilder etwas mehr in Richtung Antiqua umgesetzt sind. Die Pavillon Gotisch steht nicht zur direkten Lizenzierung zur Verfügung. Stattdessen erhalten Mitglieder des Vereines Pavillon-Presse Weimar e.V. sowie Förderer von Typografie.info die Schrift gratis mit ihrer gültigen Mitgliedschaft. Schriftmuster-PDF ansehen Pavillon Gotisch im Download Archiv von Typografie.info Infos zur Mitgliedschaft im Pavillon-Presse Weimar e.V. Pavillon Gotisch bei FDI Type
  39. 8 Punkte
  40. 7 Punkte
    Lass Dich nicht unterkriegen, Ralf! Da ich schon ähnliche Erfahrungen gemacht habe, fühle ich mit Dir. Ich weiß gut, wie scheiße so ein mutwilliger Angriff auf das eigene Ehrgefühl ist, auch, wenn man es nicht an sich heranlassen will und eigentlich auch nicht sollte. Darum erlaube ich mir einfach einmal, mich hier als Neuling und Laie zu Wort zu melden. Als solcher wäre ich, glaube ich, jemand, dem Selbstdarstellerei und Überheblichkeit übel aufgefallen wären und der sich davon hätte ohne weiteres abschrecken lassen. Bei Dir finde ich nichts davon -- im Gegenteil: Die Atmosphäre hier ist einladend, man fühlt sich auch als typographisch eher peripher Betroffener sehr willkommen. Von Selbstüberschätzung merke ich bei Dir nichts, mir ist vielmehr schon oft Dein liberaler Ansatz sehr positiv aufgefallen: Du vertrittst Deine Ansichten deutlich, lässt jedoch auch andere gelten, und bleibst dabei stets sachlich und vor allem interessiert an der Auseinandersetzung, womit Du zeigst, dass Du die Gedanken wertschätzt, die Deine Korrespondenzpartner formulieren. Deine Art ist meiner Meinung nach vorbildlich, ganz wie es sich für einen Forenbetreiber gehört. Du unterhältst hier überdies mit Herzblut ein ausgezeichnetes, wertvolles, ständig wachsendes Projekt, und das schon seit vielen Jahren, und Du hast den Mut, das sogar teils in einer fremden Sprache zu tun -- das soll man Dir erst einmal nachmachen! Dass Du nicht die ja bestehende Möglichkeit nutzt, als großer Zampano ex cathedra zu sprechen (Andere tun das ja durchaus...), sondern etwas so Interaktives wie dieses Forum betreibst, spricht objektiv gegen Punkt VIII f. des Briefverfassers. Denjenigen sollten wir übrigens nicht verurteilen: Offenbar ist er in der Coronazeit voller Unmut und Frustration und hat überdies nichts Besseres zu tun als solche Mätzchen. Das ist für ihn bestimmt nicht schön, und in einer solchen Situation lässt man sich bisweilen zu allerhand hinreißen, das man später bereut. Wünschen wir ihm, dass er bald wieder zufrieden sein kann! Wahrscheinlich schämt er sich ohnehin jetzt schon über sein Tun. Das sollte er auch, zumal er sicherlich weiß, dass die Gestaltungskonventionen für solche Briefe beinahe zwingend vorsehen, dass sie in einer Kollage aus ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben zu bestehen haben. Bzw. wäre in diesem Fall vielleicht der Seemann als Quelle eine angemessene Variation gewesen.
  41. 7 Punkte
    Oder wie meine Oma: »Luft anhalten, den Mist bloß nicht einatmen und dann kräftig ausspucken.« Vor dem Kurs »Typografie für anonyme Drohbriefschreiber« würde ich aber mit einem Blockseminar »Orthografie und Zeichensetzung für Dauererregte« beginnen.
  42. 7 Punkte
    http://www.peter-wiegel.de/TI-Bilder/MarshmellowStencil.ttf
  43. 7 Punkte
    Meine Mutter schaut immer »Ich trage einen großen Namen«. Das Logo hat noch ein SS, aber im Abspann läuft inzwischen ein Versal-Eszett:
  44. 7 Punkte
    <quengel>Anstatt dass jede Berufsgruppe einzeln für sich Hilfen reklamiert, sollten wir die Kräfte bündeln und ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle für mindestes sechs Monate fordern</quengel>
  45. 7 Punkte
    So, das war's für die Maria Theresia Versalschrift. Herzlichen Dank für Eure Unterstützung und mitunter tatkräftige Mithilfe. Morgen geht's woanders los!
  46. 7 Punkte
  47. 7 Punkte
    Dass die beiden unterschiedlichen e alleine schon drauf hinweisen, dass der Schriftzug gezeichnet ist, sollte klar sein. Von der Idee her, wie die Striche zusammengesetzt sind geht es Richtung Rotunda oder Rundgotisch – für Bier nicht ganz unüblich. bei MyFonts herunterladen Aber irgendwie auch maturalike: bei MyFonts herunterladen Mit Frustsaufen zu werben finde ich ja sehr grenzwertig
  48. 7 Punkte
    Das hat mit der Formatvorlage in Excel zu tun. Wenn du das voreingestelle "+Überschrift" etc. änderst, wird auch der Text wie gewünscht in AI dargestellt. Achsenbeschriftung (oder ganzes Diagramm) markieren > rechte Maustaste > Schriftart. Dort Schrift auswählen, "+Überschrift" darf nicht ausgewählt sein. Selbes Diagramm, oben mit "+Überschrift", unten mit "Alegreya", in Excel kopiert und in AI eingefügt:
  49. 7 Punkte
    Scurlock, in die Breite gezogen bei MyFonts herunterladen
  50. 7 Punkte
    Irgendwie ist dieses System seltsam ... Es geht von 1em aus, und skaliert dann stur (statt visuell) mit 0,8-faktoren nach oben und unten. Das ergibt dann natürlich schnell krumme Werte, die mathemisch sauber sein mögen, dabei aber keinen praktischen Mehrwert haben, aber auch keinen dramatischen Nachteil mehr (schlimmstenfalls auf alten Systemen mit negativen Auswirkungen aufs Rendering der Formen, wenn keine ganzen Pixel verwendet werden - moderne renderer und heute Displays haben damit aber keine Mühe). Dann stellt sich die Frage, was 1em ist - em ist eine relative Größenangabe in Bezug auf das Eltern-Element, 1em bedeutet "gleich groß wie von oben verordnet"). Dabei geht das System davon aus, das das (jedes?) Eltern-Element eine statische Größe von 16px hat, nur so machen die Pixelwerte in Klammern im allgemeinen Sinn - hat ein Elternelement eine andere Schriftgröße (z.b. eine Randspalte mit Basis 14px) dann ändert sich auch die Größe der "Kinder" entsprechend, da über em definiert (ergäbe dann aber andere px-Werte in den Klammern). Das ist nicht ganz schlimm bzw. kann durchaus mal gewollt sein wenn man semantisch koreekt deklarieren will aber dabei kontext-abhängig für die gleichen Tags / Klassen verschiedene visuelle Größen haben möchte - aber ein "einfach handhabbares System" aus grafiker-sicht ist das dann meist nicht mehr. Meist einfacher ist es, stattdessen mit rem-Größen zu arbeiten - das sind auch relative Größen, die ihre Größe aber immer von der Dokumentbasis (body-tag) aus berechnen, d.h. ganz egal was ein direktes Eltern-Element hat, ein so formatiertes Element ist überall gleich groß (die Basis sollte dann in px definiert sein - wenn nicht, gibt der Browser oder User einen Standardwert vor und alles andere orientiert sich dann relativ daran). Das ist aus grafischer Sicht einfacher zu handhaben, birgt aber die Gefahr, dass man dir Semantik verschiebt, um die Optik zu beeinflussen ("eine ü4 ist an der Stelle zu groß? mach ich eben schnell eine ü5 draus ..."). Man könnte auch alles in px deklarieren ... das wirkt so als hätte man die absolute Kontrolle, wird halt schrecklich mühsam, wenn man für andere Bildschirmgrößen (Smartphone, ...) das dann anpassen möchte - mit relativen Angaben und einer Basisgröße ist das einfach, mit absoluten nicht. Da kommt einfach raus dass Gestaltung für Bildschirme (Mehrzahl!) nicht das selbe ist wie für gedruckte Medien. Die Problematik, dass "1px" nicht überall visuell gleich groß ist, stellt sich inzwischen eigentlich nicht mehr bzw. immer weniger ... die Angabe in px ist inzwischen eine für virtuelle Pixel, die sich auf die einigermaßen etablierte Größe eines Pixels auf einem herkömmlichen Bildschirm beziehen - das Betriebssystem macht daraus dann eine Umrechnung in hardware- oder "device-pixel", d.h. eine 12px-schrift auf einem Retina/hiDPI-screen ist nicht kleiner, sondern nur schärfer / detailreicher als auf einem Display herkömmlich üblicher Auflösung (klassischerweiße etwas um die 100ppi), die übrigen Pixel werden nicht für zusätzlichen Platz sondern für zusätzliche Schärfe verwendet. Welcher Faktor hier verwendet wird, gibt in der Regel das Gerät vor (Android-Smartphones meist zwischen 1,5 und 3x; Windows-10-rechner über den Bildschirmtreiber oder frei wählbaren Skalierungsfaktor für das komplette UI; Apple-Geräte immer mit dem fixen Faktor 2x und die Displays haben eine dem entsprechende Hardware-Pixelzahl die bei diesem Faktor etwa die übliche Darstellungsgröße sicherstellen). Der Webdesigner bzw. der Browser muss sich selten darum kümmern, wobei es sie Möglichkeit gibt das auszulesen und ggf. auch spezifisch zu nutzen (oft: bessere Bilder für Geräte die das auch anzeigen können). Dass ein User bewusst die Gestaltung so umstellt dass sie ihm besser passt, muss ein Gestalter am Bildschirm in Kauf nehmen bzw. sollte das auch begrüßen und nicht erschweren (z.b. für Lesbarkeit bei schlechter Sicht, z.b. durch Überschreiben einer Basis-Schriftgröße - siehe rem-Angaben). Allerdings sollte er auch nicht davon ausgehen dass das viele tatsächlich machen und eine eigenständige, gute Gestaltung ohnehin sinnlos ist (effektiv wirkt sonst das was der Browserhersteller sinnvoll fand). Und er sollte auch nicht den Absender in der Kommunikationsbeziehung ignorieren - der hat ebenso wie der Empfänger Bedürfnisse, die ein Kommunikationsgestalter berücksichtigen muss. Nur weil der Empfänger in Web eingreifen kann, heißt das nicht dass alle Macht und alle Verantwortung bei ihm liegt. In der Praxis: Größe für Body in px festlegen, im Zweifel 16px. Das ist der Wert der zu verändern ist, wenn man alle Größen anpassen möchte, z.b. für Smartphones, für Barrierefreiheit per Schalter auf der Webseite, oder als einfache Möglichkeit, dass der User sich eine eigene Größe anlegeb kann ohne zig werte ändern zu müssen. Alle weiteren Größen in em oder rem angeben. Das hängt davon ab, wie komplex das Layout ist und wie semantisch korrekt man sein möchte. Bei visuell komplexen Sachen: Bequemer ist rem ... ethischer ist em. Ansehen, welche Größen / Hierarchien man braucht. Basistext, Nebentext, Seitentitel, 2-4 Überschriften-Hierarchien, ... und diese in optisch sinnvolle Relationen zu bringen (funktionell aber auch ästhetisch). Text hat dann 1rem, Titel 3rem, Ü1 2rem, Ü2 1.5rem, Ü3 1.25rem, Ü4 1rem bold? Sich erst eine Größensammlung anzulegen und dann zu sehen wofür man die nun brauchen könnte, ist der verkehrte Weg, auch wenn irgendwer eine n Generator dafür geschrieben hat ... Was sinnvolle Größenverhältnisse sein können bzw. wie man sie für seine aufgabe finden kann, steht z.b. in Peter Willbergs Lesetypografie - die ist größtenteils medienunabhängig gültig. mit der Zeit hat man natürlich ein Gefühl dafür und braucht keine Bekräftigung durch einen Rechner mehr.
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