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Zeige Inhalte mit den meisten Reaktionen seit 18.02.2019 in Beiträge

  1. 14 Punkte
    In dem Beispiel »zu bequem zum Mülltrennen« ist tatsächlich nur die Zusammenschreibung möglich. Das Beispiel Auto fahren trifft es: Die Fügung aus Substantiv und Verb wird getrennt geschrieben, wenn sie verbal verwendet ist. Sie wird zusammengeschrieben, wenn sie substantiviert ist. Das zum (Präposition + Artikel) ist ein Zeichen für die Substantivierung und wird vom Infinitiv mit zu unterschieden. Wenn das Trennen betont werden soll, müsste man umformulieren: »zu bequem, den Müll zu trennen«, »zu bequem zum Trennen des Mülls«.
  2. 11 Punkte
    INDD ist - vereinfacht gesagt - ein serielles Format, d.h. es werden Änderungen, Ergänzungen etc. beim speichern hinten angehängt. Das ist super, weil bei einem Programmabsturz kaum was kaputt oder verloren gehen kann. Es hat aber den Nachteil, dass sich in einem Dokument das über lange Zeit bearbeitet wird, sehr viel altes im Dokument ansammelt, das nie aufgeräumt wird sondern nur durch neueres weiter hinten in der Datei ersetzt wird. Weiters werden im INDD-Dokument auch Bildvorschauen, Textumbruch etc. als Zustand abgespeichert, das hilft beim Öffnen, da die Vorschauen nicht aus den Zuspieler-Dokumenten errechnet werden müssen, und sogar dann sichtbar sind wenn die Verknüpfungen fehlen sollten, der Textumbruch muss nicht neu kalkuliert werden, etc. Aber das sammelt haufenweise Material im Dokument an. Es lohnt sich, ab und zu die Datei unter neuem Namen zu speichern – das kürzt alles raus, was im aktuellen Zustand des Dokuments nicht mehr wirksam ist. Die Dateigröße kann sich dabei durchaus deutlich verkleinern (halbieren, ...). Es ist und bleibt aber das selbe Dokument, es wird nichts konvertiert, nur weg gelassen was wirklich nicht mehr gebraucht wird. D.h. die Vorschauen aktueller Bilder, errechneter Textumbruch etc. bleiben bestehen. Die nächste Stufe ist dann IDML: dort wird praktisch nur der aktuelle Datensatz abgelegt den Indesign unbedingt benötigt um das Dokument wieder darstellen zu können. Bildvorschauen, Textumbruch etc. werden dabei gelöscht, und das spart gewaltig Platz ein. Dadurch dauert das Öffnen von IDML-Dokumenten viel länger, da dann alle diese Sachen neu berechnet werden müssen. Angenehmer Nebeneffekt: auch Unsinn der sich ins Dokument eingeschlichen hat, und den Indesign beim Öffnen als gegeben ohne weiteres Nachdenken annimmt, fliegt so oft aus dem Dokument raus – z.b. eine korrupte Bildvorschau, Schriftlisten(!), etc. Beim Öffnen von IDML in der selben Indesign-Version hatten wir dabei bisher keine dramatischen Probleme. In einem Fall in dem wir komplexe GREP-Formatierungen in den Formatvorlagen hatten, haben diese danach nicht mehr dem Originalzustand entsprochen, die Formatierungsstrings waren einfach nicht mehr die selben – dadurch wurde anders formatiert, der Textsatz war "kaputt". Das ließ sich beheben. Außerdem werden offenbar Informationen wie z.B. die manuell erstellte Reihenfolge der Formatvorlagen in der Vorlagen-Palette nicht mitgespeichert, sondern sie werden in der IDML nach Erstellungs-ID sortiert ... bei umfangreichen Vorlagensystemen ist die Rekonstruktion mühsam und es schmälert das Vertrauen ob schon alles richtig gemacht wurde. Immer etwas spannend wird es auch, wenn man eine IDML-Datei verwendet, um ein neues Dokument in einer älteren Indesign-Version zu öffnen – auch dafür ist das Format ja eigentlich gedacht, aber wie genau Features dabei interpretiert werden die in der alten Version nicht vorhanden sind, ist von Fall zu Fall zu prüfen ... Tendenziell geht dabei was kaputt. --> bei uns in der Agentur machen wir IDML nur dann, wenn es gar nicht anders geht – sogar wenn wir Indesign-Daten mit externen Partnern austauschen, ist die erste Wahl eine frisch gespeicherte INDD-Datei, um diese Fragezeichen zu umgehen. Aber für schnelle Reparaturen ist es ein Mittel zum Zweck, wobei dem Resultat ein gesundes Misstrauen entgegengebracht wird – wenn das die 14. Sprache eines fertigen Projekts ist, geht das, wenn es das komplexe Master-Dokument für eine ganze Dokumentgruppe ist, rate ich dazu ein Backup zu holen und sich die verlorene Arbeit lieber nochmal anzutun als was zu riskieren. Wie so eine Schrift die es nicht gibt ins Dokument kommen kann ... manchmal über Vererbung von Formatvorlagen: angenommen du hast Schrift A Semibold für den Fließtext, und Schrift B für die Überschrift, die auf A basiert aber keine Semibold hat, und du stellst das nicht auf Regular oder Bold um --> sucht Indesign nach einer Schrift B Semibold. Wenn das in einer Indesign-Installation mal eingestellt wird, während kein Dokument offen ist, gilt es für alle folgenden neuen Dokumente. Auch schon gesehen: über verknüpfte Illustrator-Dateien die diesen Fehler mitbringen ... selbst wenn die Datei später wieder raus fliegt oder korrigiert wird, fliegt teilweise dann diese fehlende Schrift in der Dokument-Font-Liste herum und lässt sich nicht mehr ersetzen. Was helfen kann: die Formatvorlagen radikal durcharbeiten oder gar löschen bis man den verantwortlichen gefunden hat Werkzeugleiste und Paletten abklappern ob dort irgendwo in einem Eingabefeld diese Semibold drinsteht die es nicht gibt Über Schrift > Schriftart suchen ... die Schrift versuchen zu ersetzen und den Haken "alle ändern definiert auch Formate neu" setzen (wenn das für neue Dokumente ungewollt immer passiert, sollte das gemacht werden wenn KEIN Dokument geöffnet ist. Wenn ein bestimmtes Dokument betroffen ist, dann natürlich mit diesem geöffnetem Dokument.) Wenn nichts mehr geht und das betroffene Dokument wichtig ist ... Scripting: alles was in Indesign nicht per Interface geht, geht per Scripting ... man kann dort das gesamte Dokument nach gewissen Eigenschaften durchsuchen (eben z.B. eingestellte Schriftschnitte) und diese dann ersetzen durch etwas was vorhanden ist. Wie das konkret geht müsste ich jetzt auch recherchieren und ist möglicherweise fallabhängig, d.h .der Aufwand lohnt sich nur bei wichtigen Dokumenten. Ein Einstieg ist offenbar hier zu finden: https://indisnip.wordpress.com/2010/08/24/findchange-missing-font-with-scripting/
  3. 10 Punkte
  4. 9 Punkte
  5. 9 Punkte
    TIF ist generell ein lustiges Format ... zwar zum Datenaustausch verwendet, aber im Grunde in großes Becken verschiedenster Daten, die alles andere als trivial sein müssen. Es kann neben unkomprimierten und LZW/ZIP-komprimierten auch JPG-Daten aufnehmen – da kommt dann einfach erst ein allgemeiner TIF-Header der das Dokument beschreibt, danach die Info, dass jetzt ein Bilddaten-Paket nach JPEG folgt, und dann geht's damit los. Dann hat man vordergründig ein TIF, aber trotzdem kleine Dateien und ggf. Datenreduzierungs-Artefakte. Analog dazu würden halt beim Wählen der jeweiligen Option Bilddatenpakete "unkomprimiert" oder "nach LZW" oder "nach ZIP" folgen. Mehr noch, das TIF-Format (besser: der TIF-Container) ist so weitläufig spezifiziert, dass mehr oder weniger alles enthalten sein kann, es ist nur definiert wie dieses "alles" beschrieben werden soll, aber schließt wenig aus. Möglich sind alle unmöglichen Kuriositäten wie nicht-quadratische Pixel, seltsame bit-Ordnungen aus der Urzeit, 5bit-Farbkanäle, Sonderkanäle, Ebenen, mehrseitige Dokumente (z.B. ein Fax), mehrere Auflösungen/Qualitäten des selben Bildes, und auch programmspezifische Datenpakete (wer sich fragt warum in einer TIF-Datei Photoshop-Ebenen drin sein können: weil in der TIF ein PSD-Datenpaket mitgeliefert wird). Es kann auch bei weitem nicht jedes Programm, das "TIF" kann, auch alles lesen, was in "TIF" völlig konform drin sein könnte (es gibt aber ein Baseline-TIF-Subset, bei dem gebeten wird es einzuhalten). Jedes Programm versucht bestmöglich, die Beschreibung und die Bilddatenpakete zu interpretieren. Wenn das nicht klappt, ist das TIF "unlesbar", wenn der TIF-Schreiber gnädig war, hat er aber als Backup innerhalb des Containers noch ein "flaches" Vorschaubild integriert das nichts besonderes enthält aber immerhin ein Bild zur Ansicht zur Verfügung stellt. Drum mag ich es immer gern, wenn bei uns jemand "zur Sicherheit" auf TIF umschwenkt weil die anderen Formate komplizierter oder "gefährlicher" seien, ohne zu sagen was für ein TIF er denn nun gedenkt zu verwenden ("sicher" und gemeint ist aber meistens: ein TIF ohne Ebenen, keine Transparenzen, quadratische Pixel, nur RGB oder CMYK, nur 8 oder 16bit pro Kanal, LZW-Komprimierung). PNG ist viel viel einfacher ... da kann wenig schief gehen, solange man mit RGB-Daten arbeiten kann und will (es will prinzipbedingt schlichtweg kein CMYK können). Das ist ganz gut für Office (nur RGB) und Web, wo es auch um kleine Dateigrößen bei guter Darstellungsqualität geht (was PNG sehr gut kann). In einem Indesign/Druckvorstufe-Workflow sollte man hingegen wirklich wissen was man tut, wenn man mit RGB arbeitet – möglich, aber immer noch unorthodox (und wenn schon RGB, wäre ich wieder bei PSD oder TIF). JPG oder TIF (also LZW-TIF): idealerweise arbeitet man halt möglichst nie mit verlustbehafteten Formaten (JPG) sondern gibt diese immer erst am Ende aus (für die Druckdaten oder für andere Verwendungen), da sonst jede weitere Bearbeitung neue Artefakte ins Spiel bringt und sich das aufschaukelt. Also eingehende JPGs in LZW-TIF oder PSD wandeln, diese bearbeiten, ins Layout einsetzen und am Ende ein PDF an die Druckerei geben. Womit wir beim PDF wären: die PDF/X-Standards erlauben ja JPG als Pixelbildformat in Druckdaten-PDFs. In den allermeisten Fällen ist das auch völlig ausreichend (man *kann* bei guten Drucken und gutem Papier Artefakte erkennen, wenn man Abbildungen druckt, die man gar nicht erst als Pixelbild hätte einsetzen sollen, also glatte Illustrationen - aber nicht bei Fotos). Wer da auf Nummer sicher gehen will, und nicht noch ganz um Ende eines schön verlustfreien Workflows noch eine verlustbehaftete Kompression über alles spielen will, kann bei der Option "Kompression" einfach "ohne" (gar keine Komprimierung, große Dateien) oder sinnvoller ZIP (verlustfreie Komprimierung, sparen was geht ohne die Daten zu beschädigen – das ist analog zu LZW, nur eine etwas modernere Rechenmethode) auswählen. Effektiv "TIF" in einem PDF mitzuliefern geht PDF-spezifikationsbedingt gar nicht. Wenn sich die Druckerei also über "LZW-komprimierte TIFs freut", meint sie in der Regel einfach "keine programmspezifschen Dateiformate, keine verlustbehaftete Kompression". Edit: wenn sie darauf bestehen, könntest du mal eine 64-seitige Broschüre als eine einzige LZW-komprimierte TIF-Datei abliefern (Farbseiten nach CMYK, Schwarzweißseiten natürlich effizienterweise nur in K) und dann schauen wie lange es dauert bis der Anruf kommt 😈
  6. 9 Punkte
    Guten Abend alle beisammen. Ich bin nun, nach Vollendung des Projekts, endlich mal dazu gekommen, euch das Resultat zu zeigen. Geblieben ist es bei der japanischen Bindung. Auf dem Cover ist eine Fresnel-Linse eingesetzt, die den Buchtitel verschwinden lässt, wenn man direkt frontal drauf schaut. Für den Text habe ich mir ein paar Spielereien ausgedacht, wie zB die Aufteilung der Schrift auf zwei Ebenen (Transparentpapier) oder, von@bertel inspiriert, Textstellen, die nur mit einem Rotfilter lesbar sind. Zusätzlich habe ich den Text inhaltsbasierend unterschiedlich leicht/schwer gesetzt. Wem die vier Bilder nicht genügen, der kann sich hier die komplette PDF mit allen Bildern anschauen: https://drive.google.com/file/d/1LC5Bu0-1TfB9zy4UmDL6qdgGnfKV3MeO/view?usp=sharing Danke euch allen für den Input. MfG, Finn
  7. 9 Punkte
    Hier ist noch die passende Dudenregel dazu (D 47, letzter Absatz): https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/getrennt-und-zusammenschreibung Bei einfachen Fügungen empfiehlt der Duden keinen Bindestrich, also das Mülltrennen, aber das Müll-in-verschiedene-Tonnen-Sortieren.
  8. 8 Punkte
    Bleisatztintenflecken!
  9. 8 Punkte
    zu dem im vergangenen herbst hier angekündigten buchprojekt gab es in wien auch ein symposium. jetzt stehen die gesammelten vorträge bei youtube zum nochmaligen (oder für alle, die wie ich nicht kommen konnten, erstmaligen) anschauen.
  10. 8 Punkte
    Ich bin Georg Herold-Wildfellner von FaceType und ich möchte euch gerne die neue Schriftfamilie „Supernett“ vorstellen: Die Familie entstand ursprünglich 2013 und wir finden sie seitdem immer wieder auf Packagings oder in Kinderbüchern. Die Nachfrage an der Schrift ist anhaltend gut, also haben wir sie jetzt ausgebaut und erweitert. Supernett auf MyFonts Die Familie gibt es jetzt in 3 Stärken, 2 verschiedenen Laufweiten, als Aufrechte und auch als echte Kursive. Das Glyphen-Set unterstützt 209 Sprachen sowie eine Vielzahl an OpenType-Features: ›Automatischer Buchstabenwechsel‹ (alle Buchstaben und Ziffern wurden 3 x gezeichnet), ›Wackelnde Glyphen‹ und ›Zufälliger Grundlinienversatz‹ sind die Key-Features, die den handgemachten Charakter verstärken. Die Supernett ist als Display-Familie konzipiert und darf groß gesetzt werden. Sie läuft schmal oder sehr schmal und ist für eine Handschrift top ausgebaut: Es gibt Interpunktionen speziell für den Versal-Satz wie auch für die Kapitälchen (die neu dazugekommen sind) und sie unterstützt die OpenType-Features ›Null mit Schrägstrich‹ und ›Brüche‹. Dank der großen x-Höhe (und trotz des handgezeichneten Looks) überzeugt die Supernett mit guter Lesbarkeit im Mengensatz. Ihr organischer, handgemachter Charakter passt zu Kinderbüchern, Packaging und Food. Supernett wurde von Georg Herold-Wildfellner/FaceType gestaltet. Einzel-Schnitte gibt es um € 17,–. Die Familie (alle 12 Schnitte) kostet € 76,–. Verfügbar ist die Schrift derweil nur auf MyFonts: Bis 22. November mit 70 % Rabatt Die Supernett Light ist kostenlos verfügbar. Foundry: FaceType Ein PDF mit allen Bildern gibt es hier Freue mich auf euer Feedback! MLG, Georg
  11. 8 Punkte
    Bin gerade hierüber gestolpert: Das Lyon-Tablet; eine Rede des Kaisers Claudius, in Bronze gestanzt. Das ist so gleichmäßig, es könnte gedruckt sein. https://en.wikipedia.org/wiki/Lyon_Tablet
  12. 8 Punkte
    Was ist das denn für ra👺💣💥🧨ische Ka💩eiße!? Sorry, sowas darf nicht umkommentiert bleiben ...
  13. 8 Punkte
    Das ist schön zu lesen! Ich bin nach sehr vielen und tiefgehenden Diskussionen hier im Forum davon überzeugt, dass es sehr gute Argumente für das Versal-Eszett gibt. Schlüssige Argumente, die die Anwendung der deutschen Schriftsprache logischer machen und Uneindeutigkeiten beseitigen. Es geht bei der Befürwortung des Versal-Eszett nicht um irgendeine Hipsterspinnerei, um keine abgehobene Diskussion im Elfenbeinturm der Typografiegelehrten, sondern ganz im Gegenteil sogar um sehr handfeste, praktische Verbesserungen im Schriftalltag. Warum sollte man etwas gegen diese Vervollständigung des Alphabets haben? Außer einer dogmatischen Verweigerung von Veränderungen an sich oder der Bequemlichkeit, die jeden Lernprozess ablehnt, fällt mir in diesem Fall wirklich nichts ein. Ich persönlich schätze die offenen und fachkundigen Diskussionen hier im Forum sehr und habe schon so manche meiner Ansichten geändert, weil mir von den Kollegen und Kolleginnen eine bessere angeboten wurde. Davon ist mir noch nie eine Serife aus der Krone gebrochen – im Gegenteil. Keiner von uns hat die Wahrheit für sich gepachtet – und niemand verliert sein Gesicht oder seinen fachlichen Status, wenn er einen Irrtum zugibt oder seine Meinung über einen Sachverhalt ändert. Dieses Forum ist bekannt für seinen respektvollen, freundlichen und oftmals sehr hintersinnig-humorvollen Ton und das hohe fachliche Niveau. In den elf Jahren, die ich Mitglied des Forums bin, habe ich so manche kontroverse Diskussion und etliche hitzige fachliche Gefechte erlebt und oftmals waren das echte Sternstunden, an die ich mich gerne zurückerinnere. Es dauert lange, bis hier der Vorwurf der Trollerei erhoben wird und es geschieht sehr selten, worüber ich mehr als froh bin. Denn das bedeutet, dass wir einander mit Respekt begegnen und dass es die grundsätzliche Bereitschaft auf allen Seiten gibt, gute Argumente anzuerkennen. Ich schätze Deine Bereitschaft, die im Diskussionsverlauf genannten Pro-Argumente nochmals zu bedenken und bin gespannt, ob Du vielleicht zu einer anderen Bewertung des Sachverhalts gelangen wirst. Lass uns gerne daran teilhaben – gute Gegenargumente sind dabei stets willkommen, denn nur daran können wir bemessen, wie gut unsere Pro-Argumente sind. Freundliche Grüße
  14. 8 Punkte
  15. 8 Punkte
    Halbfette Senats Fraktur, 1912, Friedrich Bauer, Genzsch & Heyse
  16. 8 Punkte
  17. 8 Punkte
  18. 8 Punkte
    Etwas offtopic, kleiner Tipp am Rande: Wenn so ein Logo mit Pinselschrift wirklich geschrieben aussehen soll, müsstest du darauf achten, dass gleiche Buchstaben nicht exakt gleich aussehen, hier R und T. Es gibt Schriften mit handgeschriebener Anmutung, die mehrere Alternativen für einen Buchstaben mitbringen. Wenn dies nicht der Fall ist, lohnt sich meiner Meinung nach die Handarbeit in einem Vektorprogramm deiner Wahl. Ein (schnell mit Photoshop erstelltes) Beispiel anhand deiner Wortmarke:
  19. 8 Punkte
    Habe 50 Euro gespendet, hier bekommt man echt super Hilfe!!!
  20. 7 Punkte
    Das müsste die Bookerly sein. Ich vermute, der Screenshot kommt vom Kindle des Autors: https://en.wikipedia.org/wiki/Bookerly
  21. 7 Punkte
  22. 7 Punkte
    Dass die beiden unterschiedlichen e alleine schon drauf hinweisen, dass der Schriftzug gezeichnet ist, sollte klar sein. Von der Idee her, wie die Striche zusammengesetzt sind geht es Richtung Rotunda oder Rundgotisch – für Bier nicht ganz unüblich. bei MyFonts herunterladen Aber irgendwie auch maturalike: bei MyFonts herunterladen Mit Frustsaufen zu werben finde ich ja sehr grenzwertig
  23. 7 Punkte
    Vor allem von der Denkweise »So wie ich es früher mal gelernt habe muss es für alle Zeit richtig sein«. Und natürlich von dem erinnerten Halbwissen. Es war sehr wohl schon vor über hundert Jahren vom Versal-Eszett die Rede und es gab schon vor hundert Jahren Druckschriften mit großem Eszett. Ich habe schon erklärt, dass die Regel der Ersatzschreibung SZ von den Verantwortlichen nur als temporäre Notlösung eingeführt wurde. Wenn man die Notlösung nun als einzig richtige Form verteidigen will, hat man freilich schlechte Karten. Es kommt argumentativ ja nicht über ein »weil ich das so kenne« hinaus. Es war den Verantwortlichen ja damals schon bewusst, dass man keine gute oder irgendwie »richtige« Lösung hatte. Und das kann man schwarz auf weiß nachlesen. Schrift und Sprache sind in ständigem Wandel. Bis ins 19. Jahrhundert gab es ganz selbstverständlich Kleinbuchstaben-Umlaute, aber keine Großbuchstaben-Umlaute (Beispiel) – bis die Schriftgießereien diese Lücke Ende des 19. Jahrhunderts erst eigenmächtig füllten und dies dann um 1900 zum offiziellen Standard erhoben. Gleiches folgt nun mit etwas Verspätung für das Eszett. Beide Schritte folgen logisch aus der praktischen Anwendung dieser Buchstaben. Müller wird besser zu MÜLLER und nicht MUELLER, damit der Eigenname eindeutig bleibt. In gleicher Weise kann Meißner nur zu MEIẞNER werden und die Vokal-Aussprache-Regel zum »Fußball« bleibt nur mit FUẞBALL in Versalien erhalten. Wie nun schon mehrfach gesagt: das ist das Grundprinzip der lateinischen Schrift, welches schon Erstklässler sofort verstehen. a=A, b=B usw. Es könnte kaum einfacher sein. Nur weil Abweichungen davon einer persönlichen Gewohnheit entsprechen, sind sie nicht automatisch irgendwie besser oder »richtig«. Das wäre zu zeigen und nicht nur zu behaupten. Die amtliche deutsche Rechtschreibung kann man online einsehen. Der Zeichensatz und die Regeln stehen. Das ist es, was für die heutige Anwendung und die zukünftige Anwendung zählt. Welchen Vorteil sollten Zeichen-Lücken in diesem System (a=A, b=B …) haben? Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es wurde ja nicht darauf eingegangen. Entweder lässt sich so ein Vorteil aufzeigen – oder es bleibt nur der logische Schluss, dass alle lateinischen Buchstaben in Groß und Klein vorhanden sein sollten.
  24. 7 Punkte
    Lineto hat meine Wünsche erhört und der Circular Ziffern in Versalhöhe spendiert! Gerade zufällig beim testen der OpenType-Features bemerkt!
  25. 7 Punkte
    Ich bin ein Zürcher in Zürich und benutze ß und ẞ schamlos und überall. 🤓 Bin allerdings auch schon mal von einer Kollegin darauf hingewiesen worden, dass sich da ein ß in mein Physik-Skript «eingeschlichen» habe... 🙄 Und bei neuen Klassen sag ich auch immer was dazu, wenn ich an der Tafel zum ersten mal ein ß krakle (gibt immer etwas Gemurmel).
  26. 7 Punkte
    Beim Aufräumen geriet mir gerade meine Kopie des "Robinson" in die Hände, die in einer kräftigen Fraktur gedruckt ist und viele schöne Holzstiche enthält. Der Deckel bezeugt eine 80 Jahre währende Leserschaft. Mein Name, von meiner Großmutter geschrieben, war mir wohl nicht deutlich genug und bedurfte eines Konterfeis...
  27. 7 Punkte
    Das hat mit der Formatvorlage in Excel zu tun. Wenn du das voreingestelle "+Überschrift" etc. änderst, wird auch der Text wie gewünscht in AI dargestellt. Achsenbeschriftung (oder ganzes Diagramm) markieren > rechte Maustaste > Schriftart. Dort Schrift auswählen, "+Überschrift" darf nicht ausgewählt sein. Selbes Diagramm, oben mit "+Überschrift", unten mit "Alegreya", in Excel kopiert und in AI eingefügt:
  28. 7 Punkte
    Scurlock, in die Breite gezogen bei MyFonts herunterladen
  29. 7 Punkte
    Irgendwie ist dieses System seltsam ... Es geht von 1em aus, und skaliert dann stur (statt visuell) mit 0,8-faktoren nach oben und unten. Das ergibt dann natürlich schnell krumme Werte, die mathemisch sauber sein mögen, dabei aber keinen praktischen Mehrwert haben, aber auch keinen dramatischen Nachteil mehr (schlimmstenfalls auf alten Systemen mit negativen Auswirkungen aufs Rendering der Formen, wenn keine ganzen Pixel verwendet werden - moderne renderer und heute Displays haben damit aber keine Mühe). Dann stellt sich die Frage, was 1em ist - em ist eine relative Größenangabe in Bezug auf das Eltern-Element, 1em bedeutet "gleich groß wie von oben verordnet"). Dabei geht das System davon aus, das das (jedes?) Eltern-Element eine statische Größe von 16px hat, nur so machen die Pixelwerte in Klammern im allgemeinen Sinn - hat ein Elternelement eine andere Schriftgröße (z.b. eine Randspalte mit Basis 14px) dann ändert sich auch die Größe der "Kinder" entsprechend, da über em definiert (ergäbe dann aber andere px-Werte in den Klammern). Das ist nicht ganz schlimm bzw. kann durchaus mal gewollt sein wenn man semantisch koreekt deklarieren will aber dabei kontext-abhängig für die gleichen Tags / Klassen verschiedene visuelle Größen haben möchte - aber ein "einfach handhabbares System" aus grafiker-sicht ist das dann meist nicht mehr. Meist einfacher ist es, stattdessen mit rem-Größen zu arbeiten - das sind auch relative Größen, die ihre Größe aber immer von der Dokumentbasis (body-tag) aus berechnen, d.h. ganz egal was ein direktes Eltern-Element hat, ein so formatiertes Element ist überall gleich groß (die Basis sollte dann in px definiert sein - wenn nicht, gibt der Browser oder User einen Standardwert vor und alles andere orientiert sich dann relativ daran). Das ist aus grafischer Sicht einfacher zu handhaben, birgt aber die Gefahr, dass man dir Semantik verschiebt, um die Optik zu beeinflussen ("eine ü4 ist an der Stelle zu groß? mach ich eben schnell eine ü5 draus ..."). Man könnte auch alles in px deklarieren ... das wirkt so als hätte man die absolute Kontrolle, wird halt schrecklich mühsam, wenn man für andere Bildschirmgrößen (Smartphone, ...) das dann anpassen möchte - mit relativen Angaben und einer Basisgröße ist das einfach, mit absoluten nicht. Da kommt einfach raus dass Gestaltung für Bildschirme (Mehrzahl!) nicht das selbe ist wie für gedruckte Medien. Die Problematik, dass "1px" nicht überall visuell gleich groß ist, stellt sich inzwischen eigentlich nicht mehr bzw. immer weniger ... die Angabe in px ist inzwischen eine für virtuelle Pixel, die sich auf die einigermaßen etablierte Größe eines Pixels auf einem herkömmlichen Bildschirm beziehen - das Betriebssystem macht daraus dann eine Umrechnung in hardware- oder "device-pixel", d.h. eine 12px-schrift auf einem Retina/hiDPI-screen ist nicht kleiner, sondern nur schärfer / detailreicher als auf einem Display herkömmlich üblicher Auflösung (klassischerweiße etwas um die 100ppi), die übrigen Pixel werden nicht für zusätzlichen Platz sondern für zusätzliche Schärfe verwendet. Welcher Faktor hier verwendet wird, gibt in der Regel das Gerät vor (Android-Smartphones meist zwischen 1,5 und 3x; Windows-10-rechner über den Bildschirmtreiber oder frei wählbaren Skalierungsfaktor für das komplette UI; Apple-Geräte immer mit dem fixen Faktor 2x und die Displays haben eine dem entsprechende Hardware-Pixelzahl die bei diesem Faktor etwa die übliche Darstellungsgröße sicherstellen). Der Webdesigner bzw. der Browser muss sich selten darum kümmern, wobei es sie Möglichkeit gibt das auszulesen und ggf. auch spezifisch zu nutzen (oft: bessere Bilder für Geräte die das auch anzeigen können). Dass ein User bewusst die Gestaltung so umstellt dass sie ihm besser passt, muss ein Gestalter am Bildschirm in Kauf nehmen bzw. sollte das auch begrüßen und nicht erschweren (z.b. für Lesbarkeit bei schlechter Sicht, z.b. durch Überschreiben einer Basis-Schriftgröße - siehe rem-Angaben). Allerdings sollte er auch nicht davon ausgehen dass das viele tatsächlich machen und eine eigenständige, gute Gestaltung ohnehin sinnlos ist (effektiv wirkt sonst das was der Browserhersteller sinnvoll fand). Und er sollte auch nicht den Absender in der Kommunikationsbeziehung ignorieren - der hat ebenso wie der Empfänger Bedürfnisse, die ein Kommunikationsgestalter berücksichtigen muss. Nur weil der Empfänger in Web eingreifen kann, heißt das nicht dass alle Macht und alle Verantwortung bei ihm liegt. In der Praxis: Größe für Body in px festlegen, im Zweifel 16px. Das ist der Wert der zu verändern ist, wenn man alle Größen anpassen möchte, z.b. für Smartphones, für Barrierefreiheit per Schalter auf der Webseite, oder als einfache Möglichkeit, dass der User sich eine eigene Größe anlegeb kann ohne zig werte ändern zu müssen. Alle weiteren Größen in em oder rem angeben. Das hängt davon ab, wie komplex das Layout ist und wie semantisch korrekt man sein möchte. Bei visuell komplexen Sachen: Bequemer ist rem ... ethischer ist em. Ansehen, welche Größen / Hierarchien man braucht. Basistext, Nebentext, Seitentitel, 2-4 Überschriften-Hierarchien, ... und diese in optisch sinnvolle Relationen zu bringen (funktionell aber auch ästhetisch). Text hat dann 1rem, Titel 3rem, Ü1 2rem, Ü2 1.5rem, Ü3 1.25rem, Ü4 1rem bold? Sich erst eine Größensammlung anzulegen und dann zu sehen wofür man die nun brauchen könnte, ist der verkehrte Weg, auch wenn irgendwer eine n Generator dafür geschrieben hat ... Was sinnvolle Größenverhältnisse sein können bzw. wie man sie für seine aufgabe finden kann, steht z.b. in Peter Willbergs Lesetypografie - die ist größtenteils medienunabhängig gültig. mit der Zeit hat man natürlich ein Gefühl dafür und braucht keine Bekräftigung durch einen Rechner mehr.
  30. 7 Punkte
    Vielen Dank, Peter! Deine Version mit der unteren Kurve vom S hat mir sehr gefallen. Ich habe mich letztendlich für diese Form entschieden:
  31. 7 Punkte
    hier stolpere ich mehr über den anstrich vom r bei "Unter" als über das versal-ß
  32. 7 Punkte
    Meine Großmutter hat leidenschaftlich Landkarten und Reiseführer gesammelt. Gereist ist sie selbst eher selten - aber sie hat immer nachgeschaut wohin die anderen reisen. Am Wochenende ist mir ein Stapel mit alten Karten aus der DDR in die Hand gefallen. Die Deckblätter sind recht charmant und es gibt sehr hübsche Äs, Ös und Üs ...
  33. 7 Punkte
    Die Allise (Ethan Dunham, 2005) kommt ganz gut hin: bei MyFonts herunterladen
  34. 7 Punkte
    Na, da hatte ich ja zum Frühstück ordentlich was zu lesen! Als Neuling möchte ich mich bei Euch für diese angeregte und intelligente Diskussion bedanken. Andernorts geht es ja leider oft sehr grob zu. Imitate finde ich nur als Selbstzweck verwerflich. Meiner Verlobten einen künstlichen Diamanten andrehen, oder etwas maschinell hergestelltes als “Handarbeit” ausgeben - das ist nicht drin, da hat Martin ganz recht. Aber Imitate als Mittel zum Zweck sind m. E. durchaus notwendig. Niemand wird die Nase rümpfen, wenn derselbe Diamant als Requisite beim Film eingesetzt wird, denn es kommt hier nicht auf den Diamanten an, sondern auf den Eindruck, den er schafft. Und dazu braucht es keinen echten Diamanten. Aus diesem Grund verwenden Requisiteure gerne meine Schriften - besonders, wenn der Regisseur nach Feierabend noch einen kompletten Satz “authentischer” Formulare aus dem 19ten Jahrhundert für den nächsten Drehtag bestellt. Da ist Bleisatz eben nicht drin. Zeit und Kosten treffen hier aber oft die Entscheidung, und es ist vielfach kein entweder/oder, sondern eine Mischung. Ich bin mit einem Requisiteur befreundet der neben digitalen Schriften auch Holz und Blei verwendet. Ihm geht es um die Wirkung, die Mittel sind untergeordnet. Im übrigen hat der Bleisatz auch kräftig Dreck am Stecken - erwähnt wurde schon der Satz von Schreibmaschinenschriften, die nicht nur durch Seide, und manchmal mit lila Tinte gedruckt wurden, sondern zu denen es auch durchstrichene Tippfehler gab, um die Drucksache noch persönlicher erscheinen zu lassen. Und damit handelt es sich wirklich nur um die logische Weiterentwicklung der vielen, vielen Korrespondenzhandschriften die Gießereien im 19ten Jahrhundert anboten. Aber Vorsicht! Wer mit meiner Definition eines “verwerflichen Imitats” einverstanden ist, wird auch zugeben müssen, das Gutenbergs Bibeln schnöde Imitationen sind. Er erfand den Buchdruck ja nicht des Buchdrucks wegen, sondern weil es hier eine “market opportunity” gab. Handgeschrieben Bibeln kosteten ein Vermögen; mit gut gedruckten Imitaten war viel Geld zu machen! Oliver
  35. 7 Punkte
    In Ordnung! Also: Ich finde den Gestaltungsansatz auch ansprechend, aber formal ist mir der Kontrast zwischen der Zartheit der Zeichnung und dem mit fetten Balken unterlegten Schriftzug zu krass. Und ich frage mich, warum sich die Frau von der Textaussage abwendet, das widerspricht sich doch? Da könnte man fast schon von Bild-Text-Schere sprechen. Und die Führungsnull im Datum dürfte auch gerne weg, das ist aber eine Marginalie. Mein Fazit zu diesem Motiv: Guter Ansatz, aber noch ein bisschen ausbaufähig.
  36. 7 Punkte
    Und ich muß an das Gesicht denken, daß ein Arzt zieht oder sich verkneift, wenn man ihm sagt, was man zu seinen Symptomen bei Dr. Google gefunden hat. Wenn meinen Auftraggebern eine Arbeit von mir nicht zusagt, dann erwarte ich ihre Kritik, ebenso wie ich deutlich sage, was ich von den Ideen halte, die mitgebracht werden. Das ist ein notwendiger Bestandteil der Arbeit. Allein mit einem Lächeln kann niemand vermitteln, was er sich wünscht. Aber es würde mich enttäuschen und auch verärgern, wenn sie sich woanders Rat holen und mir dann sagen möchten, was ich machen soll, wobei dann meistens nur Details ankommen ohne Gesamtperspektive. So etwas ist unangenehm und kann zum Abbruch der Arbeit führen. Ich fordere meine Klienten, Mandanten und Patienten immer ausdrücklich zur Kritik auf, vor allem ganz am Anfang, wenn man erst einmal eine Richtung sucht. Die Kritik ist ein wichtiger Bestandteil der Entwurfsarbeit und die Voraussetzung für ein befriedigendes Ergebnis. Man muß dazu ermuntern, weil die meisten Leute keine Erfahrung haben im Erteilen von Aufträgen und die Kritik scheuen, die wir aber brauchen. Wenn es um Schrift geht, reicht es nicht zu sagen, daß sie nicht gefällt. Hier muß der Designer ggf. selbst die Vokabeln vorgeben, um ein Gespräch zu ermöglichen und zu ermitteln, was an der Schrift stört. Die Schrift ist in einen Entwurf eingearbeitet und oft nicht einfach austauschbar, deshalb ist es mir lieber, ich spreche mit Auftraggebern über einen Gesamteindruck, um das Problem zu erkennen und zu beheben. Wenn jemand beispielsweise mit dem Wunsch kommt, ich möge eine schöne Schreibschrift auf ein Briefpapier drucken und ich dann erfahre, daß die Briefe von Hand geschrieben werden sollen, werde ich sehr darauf hinweisen, daß die schöne Schreibschrift die an sich unauffällige Handschrift durch den Gegensatz lächerlich aussehen läßt. Es gehört also auch zur Designarbeit dazu, falsche Vorstellungen zu korrigieren. (In meiner »Stilkunde« gibt es übrigens eigens ein Kapitel »Mit Designern reden«.)
  37. 7 Punkte
    Liebe Dominique, gerade weil es eine junge Kollegin ist, die unter Umständen noch nicht ganz sattelfest ist, wäre es für mein Empfinden durchaus der richtige Weg, sie selbst um eine Überarbeitung der Typografie zu bitten. Wenn sie ihre Arbeit toll macht, wie Du selber schreibst, dann wird sie auch in der Lage sein, mit einem Rebriefing professionell und konstruktiv umzugehen. Auch im Praxisalltag eines erfahrenen Profis kommt es immer wieder zu Situationen, in denen der Kunde um Überarbeitung bittet. Das ist ganz normal und diese Lernkurve sollte auch der jungen Kollegin zugestanden werden. Ich glaube nicht, dass sie Deine Korrekturwünsche als demoralisierend empfinden, sondern eher, dass sie sich von Dir als Mensch in ihrem Beruf ernst genommen fühlen würde. Ich persönlich würde an Deiner Stelle maximal nach ein paar Schriftbeispielen in Zeitschriften oder im Internet schauen, deren Anmutung Dir für Dein Logoprojekt gefallen würde und die Du der Grafikerin an die Hand geben möchtest. Und dann würde ich es ihr überlassen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und Dir neue Vorschläge zu machen. Und wenn sich die junge Kollegen dann hier bei uns einen Rat erbittet, dann wird sie sicherlich kollegiale Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. Bitte hab Verständnis dafür, dass es sich für uns ein wenig so anfühlt, als würden wir der Kollegin in den Rücken fallen, wenn wir hinter selbigem ihrer Auftraggeberin Ratschläge erteilen. Das ist Dir gegenüber nicht böse gemeint, sondern im besten Sinne als „solidarisch mit der Kollegin“ zu verstehen.
  38. 7 Punkte
    Ja, ich hab jetzt auch die Regel gefunden: https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/getrennt-und-zusammenschreibung#K54 Da werden Substantivierungen explizit erwähnt, z. B. „Auto fahren“ aber „das Autofahren“. Zum Thema Bindestrich siehe Regel 27: https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/bindestrich#K27
  39. 6 Punkte
  40. 6 Punkte
    Übrigens gerade auf meinem Android-Keyboard 📱 entdeckt:
  41. 6 Punkte
    Ne ne, das war schon OK so. Bertel ist unser Schrifterkennungskönig! 👑💕
  42. 6 Punkte
    bei MyFonts herunterladen Schlecht vektorisiert ja, Cooper Black nein ... TANGO!
  43. 6 Punkte
    Seit knapp einem Monat telefonieren wir mit der Starface Cloud über VoIP. Bis jetzt läuft alles nahezu problemlos. Die Audioqualität ist sehr gut und Aussetzer wirklich selten. Die Einbindung in Mac OS funktioniert ebenfalls sehr gut. Man kann quasi jede Telefonnummer anklicken und sie wird gewählt - Klammern, Leerstellen und ähnliches sind kein Problem. Das Interface des Mac Clients könnte etwas moderner sein aber der Client tut was er soll. Umleitungen und ähnliches sind sehr schnell eingerichtet, Anrufe holen und weitergeben ist kinderleicht. Auch die Einbindung des iPhones als Softphone funktioniert super - ich kann quasi von überall über die Büronummer angerufen werden und anrufen.
  44. 6 Punkte
    Quatsch! Typografieaffine Menschen schaffen das auch. Es gibt verschiedenste Werkzeuge dafür, in Soft- und Hardware. Und Standes- und andere -ämter erzählen dir erst mal viel, können im Einzelfall dann aber doch erstaunlich flexibel sein. Ein Kind heißt so, wie die Eltern es genannt haben. Was ein Beamter in irgendeine Datenbank hackt, kann durchaus nur eine ungefähre Näherung sein. Dazu eine Anekdote in drei Akten … 1. Meine Tochter wurde in den USA geboren. Ihre Vornamen sind ungarisch (sie ist unter anderem Ungarin und braucht für ungarische Dokumente eben ungarische Namensversionen) und der zweite Vorname enthält ein ó. OK, also habe ich das auf dem Krankenhausformular, das die Basis für die Erstellung der Geburtsurkunde darstellt, so eingetragen. Ein paar Tage später lag die Geburtsurkunde im Briefkasten, mit einfachem o. Ein sehr netter Mitarbeiter des zuständigen Landesamtes erklärte mir voller Bedauerns, dass wegen der uralten Datenbank (wohl noch irgendein Mainframe) leider überhaupt keine Diakritika eingetragen werden könnten. Das heiße aber nicht, dass Tochter jetzt offiziell …o heiße und nicht …ó. Die korrekte Schreibung des Namens konnte nur nicht erfasst werden. 2. Nächster Akt: deutsches Generalkonsulat in New York. Die sehr viel weniger nette Mitarbeiterin will von der amerikanischen Auslegung der Deutungshoheit der offiziellen Namensschreibung nichts wissen. Es zähle nur das, was in der originalen Geburtsurkunde stünde. Auch der Einwand, dass …ó auch in deutschen Personaldokumenten eigentlich kein Problem und der ungarische Name eben nur mit …ó korrekt ist und auch nur so im ungarischen Pass stehen wird, wird genervt ignoriert. Na gut, es gibt Schlimmeres. Also der deutsche Papierkram nur mit …o. 3. Ein paar Wochen später im Standesamt unserer (ost)deutschen Heimatstadt. Die ältere und sehr nette Standesbeamtin hatte sich, ohne (nach eigenen Angaben) wirklich Englisch zu können, schon durch die englischsprachigen Original-Dokumente gekämpft und bei ihrer Namensrecherche vermutet, dass …o ein ungarischer Name sei, korrekt aber …ó zu schreiben sei. Also hatte sie die deutsche Geburtsurkunde schon mal mit …ó vorbereitet. Sie freute sich sehr darüber, dass wir das auch so sahen und uns wiederum darüber freuten. Heute steht also in allen deutschen Dokumenten ganz selbstverständlich …ó.
  45. 6 Punkte
    Tse – ab ins Café mit Euch! Hier geht es um typografische Fundstücke, keine alkoholischen! Damit es als alkografisches Fachgespräch durchgeht, müsstet Ihr schon deutlich mehr Bilder aufbieten!
  46. 6 Punkte
    Mir geht es andersrum: Ich halte die links-oben-rechtwinklingen Versalesszetts zunächst stets für einen eingeschmuggelten, irgendwie griechisch-kyrillisch-georgischen Buchstaben.
  47. 6 Punkte
  48. 6 Punkte
  49. 6 Punkte
    Hiero Rhode Antiqua. 1944, von Johannes Anton Hieronymus Rhode (1903-1954) Norddeutsche Schriftgießerei. Digital bei G. Helzel.
  50. 6 Punkte
    »dudisch« 3) Zu bequem zum Trennen des Mülls. 4) Zu bequem zum Mülltrennen.
Zeitzone: Berlin/GMT+01:00
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