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Re: Erklärung Rotis


Gast

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Gast

Hallo!

Ich brauche eine Erklärung für mein konzept, warum ich die Rotis Semi Serif benutzt habe!

Wer kennt sich mit der Schrift etwas aus, ruhig auch Geschichtlich, zum größten Teil aber charakteristisch und kann mir etwas dazu sagen?

ich würdet mir echt helfen!

danke im vorraus!

denys könig

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Gast

Hallo auch,

Wenn ich ein Design entwickle, dann immer als Denkprozess. Wenn ich eine Schrift einsezte, dann immer mit Grund.

Wenn ich allso als Designer eine Schrift einsetze, dann setze ich voraus, dass ich mir auch etwas dabei gedacht habe.

Wenn nicht, dann hält das design keiner begründung statt.

Da brauche ich auch keine pseudo-intellektuelle geschichtliche begründung.

Ohne gedanklichen Unterbau ist das Design nichts wert, und bricht wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Danke.

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Gast

ach nein!....ich weiss schon warum und wie ich etwas mache und warum und in welchem zusammenhang ich gerade diese schrift verwende!

es geht sich nur darum, das ich etwas mehr background zu dieser schrift brauche, da ich ein wenig schwallen muss in dem konzept für meine prüfung!

wie wärs, wenn du dich einfach nur meldest, wenn du etwas zu meiner frage beitragen kannst, anstatt mir hier einen kommentar abzuliefern, der nicht nur mich, sondern auch alle anderen hier langweilt?

danke schön lieber anonymer klugscheißer!

netten gruß, denys könig!

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Gast

Rotis ist gar nicht so alt, also kann man nicht wirklich über Geschichte reden, ausserdem ist die so verbraucht , dass man sie nicht mehr nutzen sollte. und was erwartest du hier, dass jemand dir für dein vortrag hier stoff lefert??? suche doch selber.

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Gast

In Aichers «die welt als entwurf» findest du ein paar Ausführungen zur Schrift. Gute Einsatzbeispiele sind die meisten Arbeiten von Baumann und Baumann, die gerne auf die Rotis zurückgreifen. Architekten wie Christoph Ingenhoven, Norman Foster oder architekturnahe Firmen wie bulthaup und ERCO nutzen sie ebenfalls. Kritik an der Rotis findest du wahrscheinlich, wenn du im Web etwas suchst, die Rotis ist inzwischen fast ebenso geliebt/gehasst wie die Helvetica -- ich denke, Erik Spiekermanns Meinung über die Rotis sollte sich irgendwo finden lassen.

Generell wird die aus Renaissance-Antiqua-Formen abgeleitete Rotis mit edlen, erhabenen, noblen Image verbunden, ihr schmallaufender androgyner Chic ist zwar für längere Texte eher schlecht geeignet, für kurze Texte in Broschüre o.ä. aber ausreichend. Aicher hat sich nie, obwohl kein Style over Substance Designer, allzuviel um Lesbarkeit gekümmert, sein Hang zur Minuskelschrift spricht da für sich. Als eine der ersten Schriften mit Sippen-Character war die Rotis lange Zeit ähnlich over-used wie die Helvetica oder die Meta oder derzeit vielleicht Lucs TheSans und ist dementsprechend derzeit eher abgesagt, vielleicht zurecht, da sie typographisch ... wie die meisten Schriften ihrer Zeit ... eher lauwarm ist, keine Scmall Caps, kein Ligaturset, keine ordentlichen Fremdsprachensets, keine Minuskelziffern, Kerning aus der Hölle – so richtig prächtig ist das nicht.

Wenn du die Wahl hast, solltest du eine ähnliche, aber weniger abgegriffene Schrift nehmen. Und da u.a. der Fontshop die Idee der Sippe inzwischen recht konsequent betreibt (Scala, Eureka usw.), zieht das Argument Sans/Semi/Serif auch nicht mehr wirklich. Luc de Groot hat da zum Beispiel die Sun zu bieten, die zwar unter Indesign einige Probleme macht (adobe's Glyphen-Trouble), aber ansonsten klasse ist, Fontshop hat mit der Dax-Familie eine testenswerte Alternative. Es gibt inzwischen besseres und frischeres als die Rotis.

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Gast

Man kann zur Rotis stehen, wie man will. Sie IST ein Klassiker und das wird sie bleiben. Denn Aicher hat mit ihr etwas bis dato einmaliges gemacht -- er hat eine (kleine) Sippe geschaffen. Je nach Verwendungszweck kann man die Serif, die Semi oder die Sans nehmen, ohne dass die Schrift den Charakter der ROTIS verliert. Das ist einmalig gewesen und hat neue Anwendungsgebiete erschlossen. Natürlich erschöpft sich der Verwendungszweck, da die oben genannten Einschränkungen bestehen. So what...

Damals dachte Otl nicht an den Einsatz in Slowenisch oder Kyrillisch, sondern er wollte einen Font schaffen, der SEINEN Forderungen nach Typographie Genüge leistet. Und das tat/tut sie. Seine Grundsätze kann man ebenfalls im oben genannten Buch nachlesen, neben anderen (sehr interessanten und polarisierenden) Artikeln zum Corporate Design und/oder Architektur. Man sollte auch nicht vergessen, dass die Schrift aus den 80er Jahren ist -- und dennoch eine Frische an den Tag legt, als wäre sie von heute.

Ich verwende die Rotis auch sehr gern. Sie gefällt mir immer noch sehr gut -- ganz ohne Begründung. Sie gehört für mich zu den Meilensteinen des europäischen Schriftdesigns. Und dass sie nicht ebenso extensiv ausgebaut wird wie die Thesis, Eureka, Scala ist eher wohltuend als einschränkend. Ich kenne niemanden, der die gesamte Formenvielfalt dieser Extrem-Familien typografisch einsetzt. Keinen einzigen Setzer, keinen Typographen. Niemand braucht derartig ausgebaute Sippen, die eventuell noch absoluten TypeManiacs begeistern können. Und es gibt eigentlich auch keinen vernünftigen Grund, die Rotis ähnlich zu pervertieren.

Zurück zur eigentlichen Frage: Warum solltest du eine »vernünftige Erklärung« zum Einsatz der Rotis liefern. Wird beim Einsatz der Times (New Roman und Derivate) ähnliches von dir erwartet? Oder hat man sich so an die (fürchterliche) Arial gewöhnt wie an die unsäglichen Schreibmaschinen-Schriften, die jedes Gefühl für Schrift über viele Jahrzehnte ersterben ließ...

Oder ist (nach solch langer Zeit der Einführung) die Rotis immer noch so 'revolutionär', dass du eine Verwendung begründen musst?

Wenn mein Vorredner die fehlenden typografischen Einschränkungen bemängelt, kann er doch eine Neuauflage (mit SmallCaps, Minuskelziffern und ausgebautem fremdsprachlichen Sets und natürlich dem Euro) den momentanen Distributionen anbieten. Vielleicht besteht Bedarf...

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Gast

>kann er doch eine Neuauflage (mit SmallCaps,>Minuskelziffern und ausgebautem>fremdsprachlichen Sets und natürlich dem Euro)>den momentanen Distributionen anbieten

Da trau ich mich nicht ran :-D. Um das Euro hat Agfa (glaube ich) die Rotis inzwischen denn doch mal erweitert. Aber ich finde schon, daß z.B. Luc(as) VW-Version der Futura mit OSF eine gute Idee war (viel schöner und ruhiger als der Neufville-Ansatz) oder daß auch die Officina etwas besser ausgebaut mit SC und so weiter besser daherkommt. Vielleicht kommt irgendwann mal, wie jetzt bei der Syntax oder der Sabon von Lino, ein schöner Relaunch der Rotis. Die Helvetica könnte so was auch mal gebrauchen, da habe ich mir die CAPS tatsächlich selbst gestrickt, aber eine richtig schöne Version der Neuen Helvetica mit nicht allzu altmodischen OldStyle-Ziffern (wie bei der Akzident Grotesk, brrr), das wär doch was.

Die Thesis voll auszureizen ist so eine Sache -- ich hatte allerdings letztens einen Job mit der OT-Version der Myriad, die den Font schon ziemlich ausgereizt hat -- zehnsprachiges Plakat und nur das Thai mußte aus einem eigenen Zeichensatz kommen.

Generell finde ich es ganz gut, die gew#hlte Schrift nicht nur aus dem Bauch heraus zu wählen, sondern dem Klienten gegenüber diese Entscheidung auch zu begründen, ästhetisch oder historisch oder in einer anderen Art. Gehört einfach dazu. Ich mag keine CD-Manuals, in denen einfach BUMM eine Schrift gewählt wird. Ein bißchen erklären und begründen ist da immer prima. Macht man beim Farbklima ja auch. Und es macht meistens auch Spaß, die vieleicht zunächst intuitive Auswahl rational zu hinterfragen und untermauern.

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<p>Eine elegante Display-Schrift von Friedrich Althausen mit 200 Ligaturen</p>
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