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Font für Grabstein


Type7

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Type7

Hallo!

Die Großmutter meines Freundes ist kürzlich verstorben. Sie wurde 90 Jahre alt. Wir versuchen jetzt eine manierliche "altdeutsche" Schrift für den Grabstein zu finden. Es wäre wirklich klasse, wenn jemand ein paar Hilfestellungen geben könnte oder allgemein eine Idee dazu hat.

Viele Grüße

Marc

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Pachulke

Ich vermute mal, daß Du mit »altdeutsch« eine gebrochene Schrift meinst. Der Begriff »altdeutsch« ist etwas irreführend, da die deutschen bzw. gebrochenen Schriften etliche Jahrhunderte jünger sind als die Antiquaschriften, die wir sonst so verwenden.

Bei den gebrochenen Schriften gibt es wiederum mehrere Möglichkeiten, es ist etwas schwierig, anhand der Vorgabe »manierlich« einigermaßen vernünftige Ratschläge zu geben. Was ist Schwerpunkt? Lesbarkeit, Feierlichkeit, soll es schlichter oder schnörkeliger sein?

Wie ist die technische Umsetzung? Ihr wollt ja sicher den Stein nicht selbst meißeln. Ist es nicht am einfachsten, zum Steinmetzen zu gehen und zu sehen, was der an gebrochenen Schriften zur Verfügung hat? Oder wollt Ihr eine Vorlage erstellen und damit zum Steinmetzen gehen? Arbeitet der händisch oder digital?

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Type7

Wir möchten eine Vorlage erstellen und damit zum Metz gehen. Ich wollte ein paar Vorschläge machen und ihn dann fragen, ob er es hauen kann. Es sollte eine gebrochene Schrift sein oder zumindest eine, die vom Charakter her etwas härter ist. Die Optima von Christian ist im Prinzip treffend, aber für diese spezielle Person etwas zu sanft. Vielleicht hab ich sie einfach auf zu vielen Kosmetikverpackungen gesehen. Da sie sehr altmodisch war, wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, wenn die Schrift reflektieren würde, zu welcher Zeit sie aufgewachsen ist. Das zu lösen, fällt mir im Moment ein bisschen schwer.

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Pachulke

Wallau wäre mir zu maskulin und Weiß ist eben gerade ziemlich weich für eine Fraktur.

Kommen gotische Schriften in Frage?

[specimen=Viel zu früh abcdefgh:1hjm6ap4]49638[/specimen:1hjm6ap4]

Oder eher eine richtige Fraktur?

[specimen=Ruhe sanft abcdefgh:1hjm6ap4]32560[/specimen:1hjm6ap4]

Unbedingt aufpassen, daß die s/?-Regeln beim Fraktursatz eingehalten werden.

Obige Beispiele sind natürlich älter als die Großmutter. Aber sie sind relativ zeitlos, während die Schriften, die in den zwanziger Jahren entstanden sind, meist sehr spezifisch sind.

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Sascha.timplan

Ehrlich?

Ich glaub es ist besser erstmal zum Steinmetz zu gehen. Wenn er sein Handwerk beherrscht und nicht nur vorgefertigte Buchstaben auf dem Stein anbringt, sollte das funktionieren. Also wenn ich über unseren Friedhof gehe, spiele ich ja manchmal immer noch mit dem Gedanken Steinmetz zu werden. Da stimmt in der Regel der Ausgleich, es gibt immer wieder interessant Ligaturen und ich bin jedes mal auf ein neues positiv überrascht. Ich rede hier aber nicht von den Übergangsholzkreuzen, sondern von richtig gemachten Grabsteinen.

Irgendwann bring ich ein Buch raus nur mir Grabsteinen. :cheer:

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hey

Ich kann mir für diesen Zweck gut die schöne Brahms-Gotisch vorstellen. Die sollte auch dem Steinmetz mit ihren klaren Formen, die sich auch gegen einen charaktervollen Stein behaupten können sollten, entgegenkommen. Sie wirkt feierlich, nicht zu weich und nicht zu hart und ist auch für in Sachen gebrochene Schriften Unbedarfte gut lesbar. Es gibt meines Wissens leider eine nur mittelmäßige Digitalisierung, die aber für diesen Zweck ausreichen sollte.

http://moorstation.org/typoasis/blackletter/htm/brahms-gotisch.htm

Ansonsten hab ich die Walbaum-Fraktur sehr gern:

[specimen=Oma und Mutter:1v8y0tg2]49032[/specimen:1v8y0tg2]

Ansonsten lohnt sicher auch die Nachfrage direkt beim Steinmetz: ein guter Steinmetz kann entsprechende Muster zeigen und verfügt auch oft über Schriftmuster, die nie für einen anderen Zweck gedacht waren und darum auch sonst nicht verfügbar sind.

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Alpha

Also die Klingspor ist wohl etwas zu kleinteilig für einen Grabstein. Warum nicht Tannenberg oder Thannhäuser und Konsorten? Die passen doch zeitlich ganz gut. Und auch optisch.

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Type7

Danke für eure Vorschläge! Sie sind alle sehr fit.

Ich hatte meinen ersten Satz mit der Lutherschen Fraktur von Linotype gemacht. Die gefällt mir persönlich nach wie vor am besten. Besser zu hauen ist wahrscheinlich aber ein Medium-Schnitt der Neue Luthersche Fraktur. Der Metz meinte, je mehr gerade Linien, umso besser. Das bietet sie jetzt nicht unbedingt, aber was will man machen. Ich werds ihm trotzdem mal unter die Nase halten.

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