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Keine Silbentrennung im Englischen???

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TobiW

Hallo ihr,

ich hab eine – vermutlich schnell zu beantwortende – Frage:

Ein Freund, der mit Typografie nix am hat hat (aber Anglistik studiert) hat eben behauptet, im Englischen gäbe es keine Silbentrennung. Das hat mich doch sehr irritiert, denn ich bin eben nicht dieser Meinung.

Daher an die Experten und diejenigen unter euch, die die englischen Regelwerk-Bücher in den Regalen haben, die Frage:

Gibt es im Englischen Silbentrennung oder wird sie (in besonderen Fällen) vermieden?

Vielen Dank für die Aufklärung!

Gute Nacht!

Tobi

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Minimalist

Höre ich zum ersten Mal ... Bringhurst widmet dem Thema Hyphenation einen Abschnitt mit drei Seiten. Allerdings ist Silbentrennung in einem englischsprachigen Text sicherlich weniger häufig notwendig als in einem deutschsprachigen, da das Englische im Schnitt kürzere Wörter hat :?

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Pachulke

Alisch hat auch eine reichliche Seite zum Thema. Die englische Silbentrennung scheint nicht unkompliziert, in Details umstritten, aber natürlich gibt es sie.

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CRudolph

Keine Silbentrennung ist natürlich Unfug, natürlich wird auch im Englischen getrennt. Meine Vorredner haben allerdings recht, die Regeln für die Silbentrennung sind komplex. Es gibt genügend Kollegen hier, die dem Zitat insofern recht geben würden als daß sie behaupten, daß es keine fixierten Regeln für die Silbentrennung gäbe. Man könnte trennen wo man wolle. Das ist kein Witz sondern wird hierzulande von nicht wenigen Leuten tatsächlich so propagiert.

Ein einziger Blick in ein gutes Wörterbuch räumt damit auf: Trennfugen sind immer angegeben; es gibt also durchaus Regeln. Diese sind nur ziemlich undurchschaubar und die zulässigen Trennungen erscheinen zumindest mir oftmals völlig kontraintuitiv. Das ist besonders deshalb oft ärgerlich weil z.B. die Standard-Trennroutine in InDesign im Englischen eine hohe Fehlerquote hat. Ich muß dann im Grunde jedes getrennte Wort nachschlagen um zu eruieren ob das nun korrekt getrennt wurde oder nicht.

In wissenschaftlichen Texten (das mag in anderen Bereichen auch so sein) wird allerdings tatsächlich selten getrennt. Das liegt, wie schon angedeutet, vermutlich daran, daß die Worte relativ kurz sind und der Blocksatz weniger anfällig für Löcher ist als im Deutschen. Man trifft Texte, in denen nicht getrennt wurde, daher häufiger an als Texte, bei denen getrennt wird (das bezieht sich jetzt wie gesagt in erster Linie auf wissenschaftliche Journale, aber auch auf Romane etc.)

Grüße,

Christian

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Þorsten
Gibt es im Englischen Silbentrennung

Ganz klar: ja. Ich habe eben mal zehn, zwölf Bücher aus dem englischsprachigen Teil der Familienbibliothek Regal gezogen und wirklich alle haben Silbentrennung benutzt, vom Wörterbuch, über Fachbücher diverser Disziplinen bis hin zu Romanen. In Zeitungen wird auch fleißig getrennt, von der New York Times bis zum Lokalkäseblatt.

oder wird sie (in besonderen Fällen) vermieden?

Auch diese Frage muss man prinzipiell wohl bejahen. Schließlich lassen sich auch im Deutschen Fälle finden, in denen Silbentrennung vermieden wurde. Es würde mich allerdings nicht wundern, wenn es im Englischen öfter vermieden wird als im Deutschen. Meine Kurzrecherche lässt folgendes vermuten: im Blocksatz ist Silbentrennung Standard – dort habe ich keinen Text gefunden, der sie nicht hatte. Im Flattersatz wird man sie im Englischen aber oft vergeblich suchen. Sie kommt dort auch vor, aber – bei den normalerweise kurzen Texten – wird sie halt oft einfach nicht gebraucht.

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TobiW

Wow so viele Antworten um diese Zeit. Dieses Forum ist echt nachtaktiv.

Danke erstmal für die vielen aufschlussreichen Antworten. Ich bin gespannt, was noch so kommt.

Und ich hab noch eine Frage zur Trennung: Wenn ihr schreibt, dass InDesign nicht so gut trennt, weiß jemand, wie es mit TeX/LaTeX ist? Ich hab gehört, es sei besser als so manch menschlicher Setzer. Ist da was dran?

Nun aber wirklich gute Nacht!

Tobi

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TobiW

Warum eigentlich? Mit Trennungen habe ich doch deutlich bessere Chancen auf gleißmäßig lange Zeilen (mit Flatterrand)

Ein Beispiel mit sehr schmalen Spalten:

Das ist ein

Beispiel, in dem

es um die

Zeilenlänge geht

und die

Silbentrennung.

vs.

Das ist ein Bei-

spiel, in dem es

um die Zeilen-

länge geht und

die Silbentren-

nung.

Der Zweite Fall ist doch schöner oder? Oder geht es um die dann evtl zu häufig auftretende Trennung bzw. mit einem Trennstrich abschließende Zeilen?

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Minimalist

Nun, Du deutest jetzt schon enorm schmale Spalten an ...! :D Man könnte sagen, dass es beim Flattersatz zwei unterschiedliche Geschmacksrichtungen gibt – Du kannst Flattersatz durchaus relativ sanft setzen, mit einer – angemessenen – Anzahl an Trennungen. Es gibt allerdings auch den eher puristischen Flattersatz, bei dem man davon ausgeht, dass die Schönheit hier gerade in einer – nicht zu extrem – starken Variation der rechten Kante liegt. Ich persönlich finde, dass beides schön aussehen kann, bevorzuge allerdings letztere Sichtweise :D Aber da muss man flexibel sein; Design sieht darum gut aus weil es gut funktioniert, nicht weil man von Anfang an auf eine besonders schöne Lösung abgezielt hat :D

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Pachulke
Der Zweite Fall ist doch schöner oder?

Darüber kann man streiten (ich finde das zweite Beispiel fürchterlich; dann lieber gleich Blocksatz). Nicht streiten kann man hingegen darüber, daß es kein Flattersatz im engeren Sinne mehr ist, sondern Rauhsatz. Die Grenzen sind zwar je nach Definition der Breite der Flatterzone fließend, aber grundsätzlich gilt: Keine oder fast keine Trennungen im Flattersatz bei »natürlicher« (großer) Flatterzone; Trennungen im Rauhsatz bei eingeschränkter Flatterzone.

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Þorsten

Na gut, dann sagen wir mal so: wegen der kurzen Wortlängen wirkt englischer Flattersatz auch ohne Trennungen i.a.R. wie dt. Rauhsatz. Oder?

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Joshua K.

Zur englischen Silbentrennung in LaTeX:

Der LaTeX-Trennalgorithmus soll für die englische Sprache besser funktionieren als für die deutsche, was nicht verwunderlich ist, da er fürs Englische entwickelt wurde. Inzwischen sind fürs Deutsche neue Trennregeln entwickelt worden, aber ich fand die früheren Regeln schon recht ordentlich. Fürs Englische können sie so schlecht also nicht sein.

Genaueres kann ich dazu leider nicht sagen, da ich mich mit der englischen Silbentrennung nicht auskenne.

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GePix
Das ist besonders deshalb oft ärgerlich weil z.B. die Standard-Trennroutine in InDesign im Englischen eine hohe Fehlerquote hat. Ich muß dann im Grunde jedes getrennte Wort nachschlagen um zu eruieren ob das nun korrekt getrennt wurde oder nicht.

Hallo Christian,

das irritiert mich jetzt, denn Martin Fischer begin_of_the_skype_highlighting     end_of_the_skype_highlighting schrieb auf meine Frage hin:

[wie kriegt man denn dieses skype-Zeugs weg?!]

Ich trenne Englisch mit dem integrierten Proximity-Modul.

In den von mir gesetzten englischsprachigen Büchern werden von den Autoren nur selten Trennfehler zur Korrektur markiert. Und wenn, dann sind es meist Fachbegriffe.

Nach meinen Erfahrungen ist der Algorithmus für engl. Silbentrennung weniger kompliziert als für die deutsche, wo es viele Sonderregeln und Ausnahmen zu berücksichtigen gilt.

Ich überlege halt, ob ich mir das Plug-In Indihyph für Englisch besorgen sollte ... und würde natürlich gerne Geld sparen.

Da ich die Silbentrennung für Englisch nicht beurteilen kann, bin ich auf erfahrene Leute angewiesen. Ob das in Amerika gebaute Indesign vielleicht auf amerikanisches Englisch baut?

(Gibts da überhaupt Unterschiede in der Silbentrennung zum Britischen?)

:?

Grüße

Gerd

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TobiW

Ich kann als guten Gewissens behaupten, dass die Aussage „Im Englischen gibt es grundsätzlich keine Silbentrennung“ als falsch abweisen?

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CRudolph
Ob das in Amerika gebaute Indesign vielleicht auf amerikanisches Englisch baut?

(Gibts da überhaupt Unterschiede in der Silbentrennung zum Britischen?)

Hallo Gerd,

Unterschiede in der Silbentrennung sind mir bisher noch nicht aufgefallen. Die Wortwahl ist oftmals anders, wie die Wörter getrennt werden ist aber, soweit ich das beurteilen kann, gleich.

Ansonsten muß ich gleich mal Wikipedia.org zitieren:

A definitive collection of hyphenation rules does not exist; rather, different manuals of style prescribe different usage guidelines. The rules of style that apply to dashes and hyphens have evolved to support ease of reading in complex constructions; editors often accept deviations from them that will support, rather than hinder, ease of reading.

Das entspricht dem, was mir die Leute hier sagen und öffnet natürlich Tür und Tor für allen möglichen Wildwuchs.

Zwei Beispiele, die mir gerade heute in InDesign untergekommen sind:

collisi-

ons

prese-

nce

Ich behelfe mich meist mit dictionary.com und zumindest gemäß den Einträgen dort sind die Trennfugen pres-ence und col-li-sions. Aber wenn es keine festen Regeln gibt, was will man da sagen? :?

Grüße,

Christian

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TobiW
Ja, kannst du. Natürlich gibt es die. Und dass es auch im Netz Leute gibt, denen sie wichtig ist, sieht man z.B. an hyphenator.

Super Tip, danke :-)

Hat schon jemand Erfahrungen, wie gut der Funktioniert? Wie steht’s dabei mit Barrierefreiheit?

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Gast bertel
… Zwei Beispiele, die mir gerade heute in InDesign untergekommen sind:

collisi-

ons

prese-

nce …

Kann es sein dass du eine falsche Sprache eingestellt hast? Mein InDesign gibt jenes vor:

Bildschirmfoto 2010-10-01 um 16.47.17.png[/attachment:3cqa3rfx]

Bildschirmfoto 2010-10-01 um 16.47.02.png[/attachment:3cqa3rfx]

post-14085-1355407667,5795_thumb.png

post-14085-1355407667,6027_thumb.png

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Cajon

Hat schon jemand Erfahrungen, wie gut der Funktioniert? Wie steht’s dabei mit Barrierefreiheit?

Optisch funktioniert’s, aber so ziemlich alle Browser haben Probleme damit, z.B. weil sie ­ bei der Suche nicht ignorieren. So getrennte Texte lassen sich also nicht mehr sinnvoll durchsuchen. Ich hab’s mal ausprobiert, würd’s im Moment aber noch nicht benutzen.

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Mach

Ich bin den hyphenator in einem Forum am Einsetzen. Das mit der Durchsuchbarkeit ist so eine Sache. Eigentlich sollten Suchfunktionen dem Unicode-Standard zufolge den ­ einfach ignorieren (oder z.?B. auch das lange ?). Ein Wort sollte also genau gleichgut auffindbar bleiben, egal ob es nun irgendwo einen ­ enthält oder nicht. Firefox setzt das bereits um, die Google-Suche ebenfalls, nicht jedoch die Browser Safari, Chrome und Opera. In besagtem Forum kommt es aber auf die Durchsuchbarkeit nicht so sehr an, weil es sowieso eher ein proof of concept ist für @font-face-Schrifteinbettung.

Barrierefreiheit sollte also eigentlich gegeben sein, ist es aber in verschiedenen Browsern noch nicht. Ferner setzt hyphenator zwar auf JavaScript, aber falls JavaScript nicht aktiviert oder aktivierbar ist, so ergeben sich keine weiteren Nachteile als einzig der, dass halt die Trennung nicht funktioniert.

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