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Safari zeigt CSS-Farben falsch an


TobiW

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Hallo zusammen,

 

ich hab gleich noch ein zweites Problem … mir ist aufgefallen, dass Safari Farben anders anzeigt, als der Rest (Chrome, FF, Opera). Wenn ich die Elemente in Safari „untersuche“ zeigt er zwar den korrekten Farbcode an, aber wenn ich den mit Sip nachmesse, kommt ein andere raus:

 

HUWsvWC.png

 

Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte? Und wie ich das verhindern kann?

 

LG

Tobi

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Safari kompensiert deine Farbwerte entsprechend deines Monitor-Profils, sprich er rechnet sie korrigierend um und schickt sie erst dann an den Bildschrim, sodass sie dann "wie auf jedem profilierten Bildschirm erscheinen sollten". D.h. der Fehler, den der Bildschirm beim Darstellen machen wird, wird vorher gegenkompensiert.

 

Andere Browser gleichen die Farben nicht an*, sondern schicken die Farbwerte genau so wie definiert an den Bildschirm. Der Bildschirm mit seiner Abweichung vom Ideal stellt dann die Farben dar so gut er eben kann, aber nicht so, wie nach dem gewählten Farbstandard die Farbe aussehen sollte.

 

Heißt, ob deine Profile Grütze sind, kann damit nicht festgestellt werden – in Safari wird es angewendet, in den anderen Browsern nicht, das macht den Darstellungsunterschied aus. Ob die Profile gut sind, kannst du nur feststellen wenn du neben deinen ersten Bildschirm einen zweiten stellst der möglichst anderer Bauart ist, beide mittels vorher erstelltem Farbprofil vom System kompensieren lässt, und wenn danach die selben Farben dargestellt werden, obwohl die Bildschirme technisch verschieden sind, dann sind die Profile "gut".

Sehr gut sind sie, wenn du daneben einen richtig richtig guten Monitor stehen hast, der auch ganz ohne System-Kompensation die Farben korrekt darstellt, und deine Kompensationsprofile auf den anderen Bildschirmen dann auch die gleichen Farben zeigen (das hat allerdings seine Grenzen des machbaren, man kann nicht aus einem 80-Euro-Gammelmonitor mittels Software-Korrektur einen DTP-Proof-Bildschirm machen).

 

 

* in Firefox kannst du System-Farbmanagement in der about:config aktivieren ... hilft wenn du einen Wide-Gamut-Monitor hast, und praktisch jedes normale nicht-profilierte Bild aus dem Internet dich mit Knallfarben erschlägt.

Ganz insgesamt ist Farbmanagement im Internet aber noch eine ziemlich mühsame Sache ... Grundsätzlich müssten da auch die Autoren mitspielen, nicht nur die Browser und Lesegeräte.

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Danke für die ausführlich Erklärung … mein Monitor ist der Dell U2711, also etwas besser als nen 80€-Modell … nur vernünftig kallibriert hab ich den recht sicher nicht … das müsste ich eigentlich mal angehen …

 

Zum Thema: Wenn mir die Farbe, die die umprofilierten Browser anzeigen nun besser gefällt, weil sie deutlich mehr „Leuchtkraft“ hat, kann ich dann was tun, die auch in Safari zu bekommen, bzw. einigermaßen sicher sein, dass die meisten meine „Wunschfarbe“ sehen?

Oder muss man sich im Web immer noch an die websicheren Farben halten?

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kann ich dann was tun, die auch in Safari zu bekommen, bzw. einigermaßen sicher sein, dass die meisten meine „Wunschfarbe“ sehen?

nein

Oder muss man sich im Web immer noch an die websicheren Farben halten?

auch nein, denn auch die werden mit den meisten browsern eben auch so angezeigt, wie der betreffende Monitor das gerade kann, und mit Safari oder Firefox mit aktivierter Farbkorrektur eben auf jedem vernünftig kallibrietem monitor möglichst "richtig" - und das ist dann eben oft deutlich weniger Bunt.

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Nicht mal #000 und #fff sind verbindlich ... je nach Helligkeitseinstellung und Maximalkontrast des jeweiligen Monitors können die extrem verschwieden aussehen, von sehr flau bis angenehm bis völlig überstrahlt – es ist ja nur die Anweisung "so hell wie möglich bzw. "so dunkel wie möglich".

Auch ein Blau mit dem Wert #00F sagt dem Bildschirm ja erst mal nur "Rot aus, Grün aus, Blau so hell wie nur möglich – auf einer Skala von 256 Stufen nimm das hellste Blau das du auf Lager hast". Aber ohne Farbprofil ist nicht definiert, von wo bis wo diese Skala reicht – sie reicht von dem dunkelsten bis zum hellsten Blau, das das Gerät schafft.

 

Sprich: wenn du auf deinem Bildschirm mit großem Farbraum (weit jenseits vom "Minimum sRGB") ein extremes 00F-Blau definierst, das du auch genau so haben möchstest, und dann dieser Farbwert auf einem Gerät ausgegeben wird das grade mal sRGB schafft, wird das Ergebnis sehr viel flauer ausfallen.

Wenn du hingegen deinen Bildschirm auf sRGB hin kalibrierst (erst mal per optimaler Hardware-Einstellung, dann per System/Treiber-Kompensation), dann "limitierst" du deine Skala auf das, was in sRGB darstellbar ist, und bist damit "kompatibler" mit dem Durchschnitt.

 

Das mag erst mal unsinnig erscheinen wenn du einen tollen Bildschirm gekauft hast, aber es kommt eben immer darauf an, was du primär machen willst:

Wenn du Bilder bearbeitest, willst du die Farbenpracht die deine Kamera aufgenommen dein Bildschirm darstellen kann auch sehen – dann kalibrierst du bessere auf AdobeRGB oder was ähnliches.

Wenn du hauptsächlich im Web arbeitest, also von einem kleineren Farbraum oder unkalibrierten Geräten ausgehen musst, ist es besser ihn auf sRGB zu kalibrieren – machst du das nicht, dann wählst du nach optischen Kriterien Farben aus, die andere niemals sehen werden, und im Gegenzug knallt dir ein von einem sRGB-Autor erstellter Extrem-Farbwert die Augen raus, weil dein Bildschirm den so toll wie er kann darstellt, statt in den Grenzen, in denen der Autor den Wert ausgwählt hat ...

 

In einer idealen Welt hat jeder sein Gerät kalibriert ... in der Realität nicht. Heißt: selbst wenn du brav dein System kalibrierst und in sRGB fürs Web arbeitest, wird jemand der einen großen Farbraum hat aber damit nicht umzugehen weiß (indem er entweder seinen Bildschirm auf sRGB getrimmt hat, oder einen Browser verwendet der das berücksichtigt – Safari) deinen Farbwert extrem viel knalliger sehen als du in deiner sRGB-Simulation ...

In einer idealen Welt wird die System-Kalibrierungs-Kompensation in allen Programmen gleichermaßen verwendet – in der Realität können sich Programme dagegen entscheiden (Browser außer Safari) oder bewusst was anderes verwenden (Photoshop etc.), und auch die Betriebssysteme agieren da unterschiedlich ... deshalb immer erst per Hardware so nah wie möglich ans gewünschte Profil hin einstellen, erst dann nachbessern lassen was nötig ist.

 

 

In deinem Fall hat jetzt Safari das Kompensationsprofil des Systems verwendet und korrigiert deinen Farbwert so weit, dass er der Darstellung in diesem Profil entspricht. Wenn du noch nicht bewusst kalibriert hast (zumindest per Monitormenü-Profil-Voreinstellung oder Colorimeter) dann ist das dargestellte Ergebnis vermutlich auch noch nicht die "Wahrheit" sondern eher ein mehr oder weniger zufälliges Ergebnis.

Firefox gibt den Farbwert direkt an den Bildschirm weiter und der macht dann das draus, was er kann. Da es knalliger wird, ist davon auszugehen dass dein Monitor einen größeren Farbraum als sRGB darstellen kann und per Monitormenü auch eingestellt hat.

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Erneut danke für die ausführliche Antwort!

 

Irgendwie kalibriert ist mein Bildschirm schon, aber nicht wirklich zuverlässig … ich schiebe schon eine Weile vor mir her, mir ein Tool zuzulegen, mit dem ich den mal ordentlich kalibrieren kann. Die Crux ist, das ich sowohl für Web als auch für den Druck arbeite, da muss ich mich mal schlau machen, ob und wie man evtuell mit mehrere Profilen arbeiten kann und diese je nach Anwendung wechselt …

 

Ich glaube aber die hier gestellte Frage nach Safari und den vermeidlich falschen Farben können wir als beantwortet betrachten. Wenn ich Zeit habe, mich mit dem sich dabei aufgetanen Feld näher zu befassen, wende ich mich – wie immer – wieder vertrauensvoll an euch ;-)

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Genau das Problem habe ich auch – ich mache Foto, Print und Web, und hätte gerne "alles", und muss meinen Bildschirm im "Webbetrieb" auf sRGB "zurücknehmen" wenn ich nicht alles über-knallig sehen will was jemand andres in Annahme auf sRGB-Ausgabe definiert hat.

 

Wenn alle Browser vollständig und brav farbmanagen würden (Bilder und HTML/CSS-Elemente!), könnten wir unsere adobeRGB-Bildschirme in diesem großen Farbraum betreiben, die Vorzüge bei der Bildbearbeitung und beim Proofen nutzen (Pantone Neon-Farben am Bildschirm?), und die Browser würden für die Darstellung von Webseiten/Bildern alles in den sRGB-Raum umrechnen, solange der Webautor nicht etwas explizit anderes vorgegeben hat, z.B. für eine tolle Fotografie-Webseite (andere Farbprofile als sRGB für Bilder im Web sind ja teilweise schon möglich, aber Farbprofile für HTML-Dokumente noch nicht ...).

Das wird zunehmend besser weil die Browser-Hersteller die Klagen natürlich hören, aber es ist noch nicht zuverlässig.

 

(aber genug jetzt ... das Thema ist ein Fass ohne Boden :-)

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