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Senk|rech|ter Strich für Wort|tren|nung – Unicode?

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Friedrich Althausen

Ich bearbeite derzeit eine Schrift, die unter anderem in einem Wörterbuch verwendet werden soll. Darin werden senk|rech|te Stri|che zur Kennzeichnung der Wortfugen genutzt, wie im Duden. (Beispielbilder)

 

Welcher ist der geeigneteste Unicodeplatz für diesen Strich?

 

Einfach den | (u+007C Vertical Line, wie seit ASCII bekannt) zu verwenden, befriedigt mich nicht ganz. Dieser Strich ist als Betragstrich |-3| = 3 genormt und in meiner Schrift nicht für Wortfugen geeignet, da er in seiner vertikalen Ausdehnung an den Versalziffern ausgerichtet ist. (Er soll aber sowohl Ober- als auch Unterlänge überragen.) Außerdem wird wegen einer zusätzlichen, digitalen Veröffentlichen viel Wert auf korrekten Unicodegebrauch gelegt.

 

Denkbare Lösungen:

  1. Normalen Strich | (u+007C Vertical Line) mit Opentype-Stilset varieren
    • grafisch sinnvoll
    • semantisch fragwürdig
  2. Das Dingbatzeichen ❘ (u+2758 Light Vertical Bar) zweckentfremden
    • gut, da keine Opentypeersetzung nötig ist
    • tja, Zweckentfremdung
  3. Binde-/Trennstrich - (u+002D Hyphen) mit Opentype-Stilset varieren
    • semantisch sinnvoll
    • grafisch schwierig zu merken
    • unpraktisch, da oft beide Formen innerhalb eines Wortes gebraucht werden (Beispiel)
  4. Bedingten Trennstrich - (u+00AD Softhyphen) mit Opentype-Stilset varieren
    • semantisch am sinnvollsten
    • grafisch schwierig zu merken
    • unpraktisch, weil Satz- und Darstellungsprogramme speziell damit umgehen
  5. Schrägstrich / (u+002F Solidus) mit Opentype-Stilset varieren
    • semantisch einigermaßen sinnvoll
    • grafisch schwierig zu merken
    • weniger schwierig als 3.

Was denkt Ihr?

 

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Martin Z. Schröder

Eine Antwort auf diese interessante Frage weiß ich nicht, aber das gezeigte Beispielbild demonstriert, daß serifenlose Schrift und zu kurzer senkrechter Strich die ganze Angelegenheit schwierig machen, weil die Strich wie ein l aussieht und man ihn als Buchstaben liest statt als Trennung.

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Phoibos

Ich bearbeite derzeit eine Schrift, die unter anderem in einem Wörterbuch verwendet werden soll. Darin werden senk|rech|te Stri|che zur Kennzeichnung der Wortfugen genutzt, wie im Duden. (Beispielbilder)

 

Welcher ist der geeigneteste Unicodeplatz für diesen Strich?

  • Das Dingbatzeichen ❘ (u+2758 Light Vertical Bar) zweckentfremden
    • gut, da keine Opentypeersetzung nötig ist
    • tja, Zweckentfremdung

 

 

Wie willst Du "symbolhafter und dekorativer Glyphen" (nach Wikipedia) zweckentfremden können? Ich denke, solange Unicode nicht Silbengrenze definiert, bist Du genau dort richtig (oder Du machst irgendwas im PUA).

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catfonts

Wenn diese Schrift direkt als Wörterbuch-Schrift vorgesehen ist, glaube ich weniger, dass die genormzte Bedeutung von | als Betragstrich hier wirklich genutzt wird, in sofern würde ich mich für diesen entscheiden, denn alle anderen Alternativen sind doch wohl eine deutlich größere Zweckentfremdung, und bergen das Risiko, dass es damit erst recht "in die Hose" geht. Wenn also | entspreched der angedachten An|wen|dung sehr sxchmal gestaltet wird, kann dies im Falle einer Anwendung als Betragsstrich dann ja immernoch durch Einfügen von schmalen Zwischenräumen einfach korrigiert werden. Zudem wird der Autor des Wörterbuchs wohl mit größter Wahrscheinlichkeit ohnehin u+007C im Manuskript haben, und kaum etwas anderes aus den Vorschlägen. Wenn man dann beim Satz daran geht u+007C z.B. mittels Grep zu ersetzen, könnten dann natürlich auch wieder eventuell doch verwendete Betrags-Striche unter die Räder geraten, beziehungsweise dann möglicherweise massenhaft die als alternative gedachten Varianten.

 

Möchte man aber doch ein Schriftzeichen hierfür missbrauchen, dann sollte es aber eines sein, dass unter Garantie nicht in seiner eigentlichen Bedeutung im Wöerterbuch auftaucht, damit fallen alle Bindestrich-Varianten, /, \ Klammern usw ohnehin shon mal aus der Auswahl heraus. ein möglicher Kandidat erscheint mit z.B. u+2021 "daggerdbl"

 

Wenn ich mich für veines deiner Vorschläge unter Vermeidung von | entscheiden müsste, wäre u+2758 wahrscheinlich am wenigsten eine Zweckentfremdung, denn in dieser Anwendung passt eine "Strich-Grafik" ja schon irgenwie logisch am besten, evtl. auch das Box-Drawing-Symbol U+2502, da ich kaum annehme, das Box-Drawing in der eigentlichen Verwendung im Wörterbüchern zur Anwendung kommt.

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Friedrich Althausen

Wie willst Du "symbolhafter und dekorativer Glyphen" (nach Wikipedia) zweckentfremden können?

In der Tat, der „eigentliche“ Zweck dieses Zeichens hat sich mir noch nicht erschlossen.

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Friedrich Althausen

Wenn diese Schrift direkt als Wörterbuch-Schrift vorgesehen ist, glaube ich weniger, dass die genormzte Bedeutung von | als Betragstrich hier wirklich genutzt wird,

Eben doch. Es geht um Anwendung in Schulbüchern aller Arten. Unter anderem in Mathe- und Deutschbüchern.

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R::bert

Nur zwei Gedanken:

 

  • ​Wenn ich als Anwender diesen senkrechten Strich setze, mache ich das in der Regel über Alt + 7 (Mac). Sollte da nichts gewinnbringendes rauskommen, ist nicht gesagt, dass ich zwangsläufig nochmal woanders suche. Außer wenn ich weiß, dass die Schrift noch reichlich andere grafische Elemente wie zum Beispiel Pfeile, waagerechte Striche, … bietet, würde ich da vielleicht mehr Varianten vermuten und nochmal via Glyphentabelle nachsehen.
     
  • Solltest Du an einer Serifenlosen arbeiten, könnte man in der Tat Martins Gedanken aufgreifen und sich zum Beispiel für das kleine L hier inspirieren lassen: Alternativen zur AG Schoolbook (Fontliste). Zweiter Knackpunkt ist ja dann meistens noch das große i …

 

Ich bin gespannt!  :-D

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catfonts

Ich glaube ehrlich auch, dass die Mehrheit der Schriftnutzer einfach zu dem Strich greiven werden, der direkt über die Tastatur erreichnar ist, und sich bei optisher Unzulänglichkeit dann nur fragen: "Was hat sich der Schriftgestalter da blos bei gedacht, also werde ich die wohl durch die | aus einer passenden Schriftart ersetzen..."

 

Daher glaube ich, dass eine OpenType-Losung nach dem Schema

feature calt {
...
sub @buchstaben bar' @buchstaben by bar.alt ;
...
} calt;

wohl am Zielführendsten sein wird

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Friedrich Althausen

„Der Anwender“ sind ausschließlich Redakteure, Typografen oder Setzer im selben Hause, so dass eine kleine Anleitung wegen anderer Spezialfunktionen ohnehin vorhanden ist. Daran sollte es also nicht scheitern.

(@ R::bert Eindeutige Unterscheidbarkeit von Il1| rnm usw. haben wir ausführlich besprochen.)

@catfonts

Das Contextual-Alternate-Feature (calt) zu verwenden, ist eine Idee, die mir gefällt …

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Wrzlprmft

Es geht um Anwendung in Schulbüchern aller Arten. Unter anderem in Mathe- und Deutschbüchern.

Wenn Formeln vernünftig gesetzt sein sollen, muss dort eh eine spezielle Schnittstelle o. Ä. genutzt werden, um den ganzen Spezialitäten des Formelsatzes Rechnung zu tragen. Formelsatz durch einfache Aneinanderreihung von Unicode-Zeichen stößt ziemlich schnell an seine Grenzen, selbst wenn der Nutzer mit halben Leerzeichen u. Ä. arbeitet. Zum Beispiel wird in kaum einer Schrift mit Versalziffern sowohl »(4+5)« als auch »(eilig)« als auch »(f(x)−y)« mit denselben Klammern richtig gut aussehen. Mathe-Schriften stellen normalerweise diverse Größen von Klammern und eben auch Betragsstrichen zur Verfügung, die dynamisch vom Formelsatzprogramm, -plugin, o. Ä. je nach Größe des Umschlossenen gewählt werden.

Deswegen würde ich den U+007C auf Silbentrennung auslegen, weil das wohl die einzige Verwendung im Textsatz ist.

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Friedrich Althausen

@R::bert

Sozusagen – ich bearbeite, korrigiere eine bestehende Exklusivschrift.

 

@Wrzlprmft

Du hast recht. Jedoch geht es hierbei nur um einfachste Grundschulformeln, bei denen weder Variablen noch Formelsatzprogramm zum Einsatz kommen. Und die Klammern liegen in zwei unterschiedlich hoch stehenden Varianten vor.

 

Als Schriftgestalter, der von Berufswegen tradierte Zeichenformen in Frage stellt, achte ich bei den Unicode-Vorgaben weniger auf die Beispielzeichen als vielmehr auf die intendierte Bedeutung jedes Codepoints. Ich suche also ein Unicodezeichen, dass von der Bedeutung her dem Bindestrich ähnelt.

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