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Adana-Handtiegelpresse


Gast Schnitzel

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Gast Schnitzel

Nach dem Greiff-Junior-Handabzugsgerät hat sich jetzt das nächste Fundstück aufgetan:

Diese Adana-Handtiegelpresse stand in einem Keller und würde uns zur Verfügung gestellt werden, wenn man sie denn wieder hinbekommt. Die Mechanik macht einen recht ordentlichen Eindruck und es ist nichts verrostet oder so. Nur die Farbwalzen sind nicht mehr ganz neu™ – aber seht selbst:

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Macht das Sinn, da nach Ersatzteilen zu suchen? Kriegt man da überhaupt noch irgendwas?

Gedacht wäre das auch wieder nur™ für den spielerischen Umgang und das Kennenlernen dieser Art zu drucken in unserer Kunstschule.

Dabei sind auch zwei Setzkasten mit einer Diskus und einer Art Helvetica oder so – beide nicht ganz vollständig – und ein Kasten mit Blindmaterial.

Den Nachbarthread zum Thema Adana habe ich auch schon ausgegraben

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Nun, wenn da nichts ausgeklappert oder total verrostet ist, sollte man das gute Stück schon wieder hin bekommen. Die Gummiwalzen dürften da das kleinste Problem sein, da es Spezialfirmen für ein Neubelegen gibt, z.B. http://www.kbw-walzen.de/startseite/index.html.

 

Die fräsen dann den ganzen alten Kram runter und vulkanisieren da eine neue Gummischicht auf, die dann perfekt rund geschliffen wird. Ich hab da mal so eine Firma in Hamburg gefunden gehabt (weiß nicht, ob es die noch gibt), wo ich mir für eine steinalte Schreibmaschine einen neuen Belag hab machen lassen, das war nicht wirklich teuer.

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Hallo Zusammen,

 

in Deutschland gibt es einen autorisierten Händler, der Adana Ersatzteile vertreibt. Allerdings sind diese dort relativ teuer. Als Alternative können die Ersatzteile auch direkt vom noch existierenden Hersteller in England bezogen werden. Dort sind von einzelnen Teilen bis hin zu komplett überholten Maschinen alle Teile verfügbar. Die Internet-Adresse lautet: http://www.caslon.co.uk/html/_adana_letterpress___.html

 

Beste Grüße an Alle

Bleisatzkontor

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Hinweis zur Walzenerneuerung: Die Gummiwalzen müssen exakt denselben Umfang haben wie der Teil der gestuften Laufräder, der auf den Laufschienen abrollt. Problem deutscher Drucker mit den Adana-Pressen: sie sind für englische Schrifthöhe ausgelegt, und die Laufschienen lassen sich nicht verstellen. Lösen kann man das, indem man einen Metallstreifen oder fest kalandriertes Papier auf die Laufschienen klebt und damit den Abstand zwischen Fundament und Walzen erhöht. Den Walzendurchmesser kleiner zu machen, hilft nicht, weil sich dann die Walzen etwas schneller drehen als die Laufräder und dadurch die Farbe nicht abrollend auftragen, sondern schieben. Wie groß dieser Effekt wirklich ist, kann ich nicht beurteilen, ich habe meine Adana nie benutzt. Diese kleinen Maschinen können keinen großen Pressdruck ausüben und sind nur für kleine Flächen geeignet, nehme ich an. Bei dem abgebildeten Modell scheint auch kein Kniehebel den Druck präzise justierbar zu übertragen, sondern allein die Kraft des Druckers bewirkt den Druck direkt. Mehr Freude macht ein Boston-Tiegel mit Kniehebel. Der Farbteller scheint eingefärbt zu sein. Er sollte chemisch gereinigt werden, denn er muß ganz glatt bleiben für saubere Farbverreibung. Die von catfonts genannte Adresse für Walzenerneuerung kann ich empfehlen: schnell, gut und preiswert. Bei der Bestellung ist die Anwendung »Buchdruck« zu erwähnen, damit das richtige Gummi verwendet wird. Wer weiche Walzen bevorzugt und mehr Geld ausgeben will, geht zu http://www.sauer-roller.com/. Dort muß man die Shore-Härte angeben und bekommt auf Wunsch weiche Walzen aus rotem Gummi. Diese Walzen härten aber auch schneller aus als die üblichen und verlieren auch in kürzerer Zeit an Umfang. Weiche Walzen ergeben ein zarteres Druckbild. (Braucht man aber nicht für die Helvetica.)

Einführungskurse für den Bleisatz und Buchdruck gibt es bei mir und Kollegen wie dem hiesigen »gutenberger« sowie im Museum der Arbeit in Hamburg und, wenn ich das richtig mitgelesen habe, in Weimar bei Walbaums und Ralf Hermann. Vielleicht auch in Leipzig im Museum für Druckkunst.

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Gast Schnitzel

Wow, vielen Dank, das sind ja schonmal sehr wertvolle Informationen  :huhu:  :gimmifive:  :rockon:

 

Ich werde mich jetzt mal bei den genannten Adressen umhorchen.

Bezügl. Einführungskurse: Ich habe schon zweimal (einmal mit einer erlauchten Runde aus diesem Forum) die Einführung im Museum der Arbeit mitgemacht und im Studium mussten wir mal einen Dreizeiler setzen und drucken. Ich hätte das damals auch gerne weitergemacht, aber der Werkstattleiter schien so angenervt und desillusioniert von Studenten, dass ich mich ihm nicht aufdrängen wollte ...

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Im Hamburger Museum der Arbeit ist (ich glaube montags) offene Werkstatt, wo m.W. auch ein paar Fachleute herumturnen, die Dir weiterhelfen können. In Kiel gibts neben der Werkstatt der Muthesiusschule (wenn Du dessen Werkstattleiter meintest - der ist in Rente, ich weiß allerdings nicht, ob und wen sie als neuen haben) noch die Umtriebpresse, die Dir helfen könnte ...

In Rendsburg ist ein kleines Druckmuseum, von dem ich allerdings nicht weiß, ob da noch jemand ist, der Ahnung hat. Und in Helserdeich wohnt Klaus Heinrich, der auch ne Menge Ahnung und eine kleine private Druckwerkstatt hat.

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Vielleicht ist ja auch ein Kontakt zu tlotze  angesagt. Ich habe mich auf seiner Website umgeschaut, und da ein Bild gefunden, das für mich wie eine Adana ausschaut. Vielleicht ist er ja bereit, seine Erfahrunge mit dir zu tauschen.

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Wobei Jena von Otterndorf aus noch weiter entfernt als Berlin ist ... ich hatte mich deshalb auf Tips im Nordwesten beschränkt. Es gäbe im Norden auch noch weitere Workshop- und Lern-Möglichkeiten in Sachen Bleisatz/Buchdruck in Uelzen, in Stralsund, in Krakow, in Gransee und dann käme geografisch gesehen Berlin.

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Man sollte nicht nur nach dem Ort gehen. Hilfreich ist wahrscheinlich Erfahrung mit kleinen Tiegeln. Fettfreie Laufschienen, geölte Walzenlager, Druckeinstellungen, Aufzug, Zurichtung, solche Sachen. Wer nur Erfahrung mit Nudeln hat und sich womöglich für gutes Druckbild nicht interessiert (kommt durchaus vor bei Handpressendruckern), kann beim Tiegel nur wenig hilfreich sein. Mit Adana werden die wenigsten arbeiten. Wenn man Eisen gewöhnt ist, fremdelt man mit Maschinen aus Aluminium doch ordentlich. Ich hab meine Adana nur einmal ausprobiert und dann stehenlassen. Ich könnte mit der Adana nicht so hilfreich sein wie mit einem alten Boston. (Wobei es da einstellbare Kniegelenke gibt, mit denen ich auch keine Erfahrung habe.)

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Dann will ich mal sehen, ob ich etwas beitragen kann...

 

Was die Walzengummis betrifft, sehen sie ähnlich aus wie die meiner Presse, als ich sie gebraucht gekauft habe; dafür kamen dann die angesprochenen "offiziellen" zum Einsatz. Abgesehen vom Preis war das eine gute Lösung dafür, daß ich mich zu dem Zeitpunkt noch nicht weiter ausgekannt hatte. Der Gummi ist nach mehr als einem Jahr immernoch gut in Form, aber ich freue mich schon auf den Vergleich des Druckbilds mit dem von weicheren Walzen, die ich für eine andere, noch in Betrieb zu nehmende Presse habe.

 

Ein anderes Problem macht mir seit einigen Monaten aber zu schaffen: Die Laufräder sind aus Kunststoff, der sich irgendwann so weit und vor allem ungleichmäßig abnutzt, daß das Druckbild leidet und sich nur retten läßt, indem man vor jedem Druck mehrfach mit von Hand weitergedrehten Walzen einfärbt – was aber nervt und natürlich wieder Probleme mit zu viel Farbe mit sich bringt. Den Effekt habe ich auch schon von anderen beschrieben gehört, und die Lösung dürfte da sein, sich die Laufräder aus Aluminium zu drehen. (Aber auch nicht aus etwas härterem, sonst leiden die Laufflächen.)

 

Den Effekt, daß die Farbe aufgrund der deutschen Schrifthöhe über die Form geschoben wird, habe ich nicht unmittelbar bemerkt. Das mag natürlich daran liegen, daß ich mir mit meiner Adana das Drucken erst selbst beigebracht habe und mir daher der Zusammenhang bisher entgangen ist, aber ich kann mir auch ohnehin eher vorstellen, daß Lettern mit deutscher Höhe einfach nur zu tief in den Gummi eindrücken, solange die Walzen noch nicht geschrumpft sind.

 

Insofern könnte es eine gute Idee sein, sich die Walzen einschließlich der Laufräder nicht original zu besorgen, sondern Aluräder und preiswerteren Gummi zu benutzen. Da ich mir selbst auch Aluräder drehen lassen will, wäre ich übrigens daran interessiert, wenn jemand die Originalmaße aus sicherer Quelle beisteuern könnte. Ich hatte nur mal welche in einem anderen Forum gefunden, aber ohne Quellenangabe.

 

Ich hoffe, das hat ein wenig geholfen.

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Man sollte nicht nur nach dem Ort gehen. Hilfreich ist wahrscheinlich Erfahrung mit kleinen Tiegeln. Fettfreie Laufschienen, geölte Walzenlager, Druckeinstellungen, Aufzug, Zurichtung, solche Sachen. 

Wie wahr. Das kann man aber nur bei echten Profis richtig lernen. Von denen allerdings niemand - zumindest meines Wissens -  auf Adanas druckt. Die von mir genannten Kollegen arbeiten alle an professionellen Tiegeln ...

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zu #10:

 

Die Weichheit des Gummis spielt keine große Rolle. Den Unterschied zwischen normal weich und superweich merkt man nur, wenn man mit perfektem Walzenabstand, sauberem Abrollen, perfekter Zurichtung Haarlinien druckt. Da die weichen Walzen eher schrumpfen, hat man nicht lange Freude daran, also vielleicht ein, zwei Jahre. Dann fängt man an, gegen die Schrumpfung zu kämpfen, und die ist nicht gleichmäßig, das ist kein echter Spaß. Die alten Drucker sagen, daß die superweichen Gelatinewalzen wunderbar druckten, sich aber durch Wärme extrem leicht verformten und sich im Hochsommer verflüssigten.

 

Gegen Kunststofflaufräder ist an sich nichts zu sagen, der Heidelberger Tiegel hat auch Kunststofflaufräder. Und die sind richtig alt. Drehen sich denn die Laufräder richtig? Es hilft gelegentlich, Kreide auf die ohnehin unbedingt fettfrei zu haltenden Laufschienen zu bringen, damit vermeidet man Rutschen. Die Lager der Walzen müssen dagegen geschmiert sein. Also bei der Adana geölt, damit die Walzenkernenden sich in den Halterungen richtig drehen können. Ich würde eher raten, sich neue Kunststoffräder zu besorgen und die Laufschienen zu erhöhen. Da kann man auch Tesafilm draufkleben. Den kann man übrigens auch auf die Laufräder kleben, nur darf er nicht überlappen, damit die Walze an diesen Stellen nicht springt.

 

Wenn die Schrift sich tief in die Walzen eindrückt, bleibt an feiner Schrift fast gar keine Farbe haften, die befindet sich dann nur außen am Schriftbild, man druckt dann quasi nur Quetschränder.

 

Was den Durchmesser der Walzen angeht: Es kommt dabei nicht auf Genauigkeit  und Originalquellen an. Ob die Walze einen Millimeter dicker oder dünner ist, spielt keine Rolle, nur die Walzen müssen den identischen Durchmesser wie die Laufräder haben, damit auch die Drehgeschwindigkeit identisch ist. Und dafür wiederum müssen die Laufschienen die gleiche Höhe wie die Druckform haben. Die Walze darf sich auf keinen Fall durch die Druckform von den Laufrädern heben. Also ggf. bei englischen Maschinen die Laufschienen etwas erhöhen. Die englische Schrifthöhe: 23,32 mm, die deutsche: 23,567 mm. Ein Papierstreifen in 100g/qm auf den Laufschienen kann schon helfen. Die optimale Walzenhöhe testet man mit einem Walzenmaß. Für saubere Abwicklung kann es auch hilfreich sein, in die Druckform rechts und links lange Cicero-Linien einzubauen, auf denen die Walze abrollt. Man hat allerdings dann bald einen schmierigen Aufzug, da die Linien immer auf selbigen drucken.

Aluminium auf Aluminium: Das wäre ich vorsichtig und empfehle Recherche. Stichworte: Abrieb, Wärmeverformung, Oxydation durch mechanische Beanspruchung und Zerstörung der Schutzschicht, die sich von allein aufbaut, Verhalten bei Kontakt mit Fett und Benzin. Da es im Maschinenbau meines Wissens nicht verwendet wird (außer für Gehäuse), scheint es gute Gründe dagegen zu geben. Auf meinen drei Boston-Tiegeln laufen nachgedrehte Stahlräder tafellos auf Eisenschienen. Für den Tiegel wurden im Osten gelegentlich Messinglaufräder gedreht. Messing ist aber selbstschmierend, ob das Drucken damit nun lustig war, weiß ich nicht.

Edit: Denkfehler hinsichtlich gestufter Laufräder gelöscht.

bearbeitet von Martin Z. Schröder
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Und wenn man sich die Rollen drehen lassen möchte, und da wieder Kunststoffrollen winn, würde ich als Werkstoff POM empfehlen. dieser technische Kunststoff, den es als Rundmaterial als Halbzeug gibt, ist sehr hart und sehr verschleßfest und wird daher im Maschinenbau für solche Sachen gern verwendet. Mich wundeert allerdings auch, dass man da nicht neben der Führungsschine  noch eine Zahnstange eingebaut hat, sodass die Walzen einfach nicht durchrutschen können

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Zunächst herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.

 

Gegen Kunststofflaufräder ist an sich nichts zu sagen, der Heidelberger Tiegel hat auch Kunststofflaufräder. Und die sind richtig alt. Drehen sich denn die Laufräder richtig?

Soweit ich das beurteilen kann, tun sie das. Ein Effekt, den ich gelegentlich beobachte und der evtl. mit Rollen vs. Rutschen zu tun haben könnte, sind horizontale Streifen, auf denen gar keine Farbe auf die Form gelangt. Allerdings hatte ich da bisher eher ungleichmäßig abgenutzte Laufräder im Verdacht, wozu auch paßt, daß das Problem erst nach etwa einem Jahr entstanden ist.

Es hilft gelegentlich, Kreide auf die ohnehin unbedingt fettfrei zu haltenden Laufschienen zu bringen, damit vermeidet man Rutschen. Die Lager der Walzen müssen dagegen geschmiert sein. Also bei der Adana geölt, damit die Walzenkernenden sich in den Halterungen richtig drehen können. Ich würde eher raten, sich neue Kunststoffräder zu besorgen und die Laufschienen zu erhöhen. Da kann man auch Tesafilm draufkleben.

Letzteres mache ich derzeit schon, wodurch sich das Druckbild auch allgemein gebessert hat, nur die Streifen sind geblieben.

Wenn die Schrift sich tief in die Walzen eindrückt, bleibt an feiner Schrift fast gar keine Farbe haften, die befindet sich dann nur außen am Schriftbild, man druckt dann quasi nur Quetschränder.

Diesen Effekt kenne ich in der Tat auch, hatte ihn bisher aber auf zu tiefes Eindrücken ins Papier geschoben. Da werde ich gleich einmal experimentieren.

 

Was den Durchmesser der Walzen angeht: Es kommt dabei nicht auf Genauigkeit  und Originalquellen an. Ob die Walze einen Millimeter dicker oder dünner ist, spielt keine Rolle, nur die Walzen müssen den identischen Durchmesser wie die Laufräder haben, damit auch die Drehgeschwindigkeit identisch ist.

Um das richtigzustellen: Es geht mir auch um den Originaldurchmesser der Laufräder, nicht der Walzengummis.

Wenn übrigens die Laufräder gestuft sind, handelt es sich vielleicht um zwei unterschiedliche Höhen, und man muß sie nur umdrehen, damit die Walzen höher kommen. Der Walzendurchmesser muß dann aber so groß sein wie die höhere Stufe der Laufräder.

Bei der Adana ist die Idee umgekehrt die, daß der kleinere Durchmesser der tatsächlich gestuften Räder zum Einsatz kommt, wenn die Walzen geschrumpft sind. Derzeit nutze ich noch den größeren Durchmesser, und der wird offenbar schneller durch Abrieb kleiner als der der Walzen durch Schrumpfung.

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Durchmesser der Laufräder und Walzen: Originalmaß nicht nötig. Ob etwas mehr oder weniger, ist egal.

Die gestuften Laufräder kann ich mir nicht erklären, ich hatte im obigen Zitat einen Denkfehler. Der Durchmesser der Laufräder ändert den Walzenabstand nicht, wenn Laufräder und Walzen gleich dick sind. Deshalb ist es auch egal, ob sie etwas dicker oder dünner sind. Abgenutzte Walzen muß man austauschen, da hilft keine Stufe im Laufrad. Wann sollte denn die Abnutzung exakt der Stufung entsprechen? Außerdem werden die Walzen zuerst innen dünner, dann außen.

Streifen im Druckbild: Wenn da gar keine Farbe aufgenommen wird: Passiert das immer an derselben Stelle oder ändern die Streifen ihren Stand? Sind sie permanent vorhanden?

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Abgenutzte Walzen muß man austauschen, da hilft keine Stufe im Laufrad. Wann sollte denn die Abnutzung exakt der Stufung entsprechen? Außerdem werden die Walzen zuerst innen dünner, dann außen.

Ich denke, hier merkt man, daß die Adana als Hobby-Gerät konzipiert wurde. Die Idee ist vermutlich, daß es erst mal schon nicht auffallen wird, und irgendwann ist der kleine Durchmesser der Läufräder dann eben weniger unpassend als der große.

Streifen im Druckbild: Wenn da gar keine Farbe aufgenommen wird: Passiert das immer an derselben Stelle oder ändern die Streifen ihren Stand? Sind sie permanent vorhanden?

Sie wandern und ändern sich, wenn man die Walzen von Hand weiterdreht. Daher hatte ich angenommen, daß entweder die Walzen oder die Laufräder schuld seien, vermutlich eine Kombination aus der Alterung beider. Die Laufräder habe ich vor kurzem auch mal von einem Freund spaßeshalber recht präzise vermessen lassen, da kommen an jedem einzelnen Rad Änderungen des Radius um mehr als einen oder zwei Millimeter vor. Da ich die Höhe insgesamt mit Klebeband auf den Laufschienen korrigiert habe, kann das durchaus zum Abheben führen – denke ich mir. Klebeband wieder wegzunehmen führt aber sofort zu Quetschrändern. Ich denke, die Laufräder sind einfach hinüber. Und um auf den ersten Beitrag dieser Diskussion zurückzukommen: Da sehen die Räder zwar nicht mehr ganz taufrisch aus, aber immernoch besser als meine, wenn ich das jetzt genauer betrachte.

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Ich persönlich würde mir eine genau gerade Metallschine, z.B. Flachmessing vom Baumarkt besorgen, so lang, dass es von Laufschiene zu Laufschine der Farbwalzen reicht, und damit prüfen, ob die Lettern exakt auf dieser Höhe sind, Stehen die Lettern höher, entsprechende Papier/Pappstreifen auf die Laufschienen.

 

Das was hier gesagt wurde, habe ich versucht mal als Skizze darzustellen:

 

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Danke, auch für die Verwendung der Schrift... Aber ich fürchte, ich kann mich gerade nicht gut ausdrücken, denn das, was in der Skizze zu sehen ist, ist mir ja keineswegs unklar. Die Probleme gehen meiner Meinung nach vielmehr da los, wo Unregelmäßigkeiten in den abgenutzten Laufrädern ins Spiel kommen, sodaß die Situation komplexer ist, als es die Skizze nahelegt, in der die Laufräder als perfekte Zylinder mit konstantem Radius angenommen werden.

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Die Laufräder habe ich vor kurzem auch mal von einem Freund spaßeshalber recht präzise vermessen lassen, da kommen an jedem einzelnen Rad Änderungen des Radius um mehr als einen oder zwei Millimeter vor. Da ich die Höhe insgesamt mit Klebeband auf den Laufschienen korrigiert habe, kann das durchaus zum Abheben führen – denke ich mir. Klebeband wieder wegzunehmen führt aber sofort zu Quetschrändern. Ich denke, die Laufräder sind einfach hinüber. Und um auf den ersten Beitrag dieser Diskussion zurückzukommen: Da sehen die Räder zwar nicht mehr ganz taufrisch aus, aber immernoch besser als meine, wenn ich das jetzt genauer betrachte.

Wenn die Laufräder so zerbeult sind, wird das nichts mehr. Das ist mit keinem Mittel auszugleichen, gegen Unrundheit ist kein Kraut gewachsen. Bevor aber neue Laufräder gemacht werden, müßte die Ursache des Schadens gefunden werden, der doch offenbar an der Maschine entstanden ist. Von eiernden Laufrädern habe ich noch nie gehört. Ich würde mir die Abwicklung ganz genau ansehen, stoßen die Laufräder irgendwo bei den Laufschienen an? Wenn die Walzen über den Farbteller laufen, schweben die Laufräder frei. Gibt es ein Problem, etwa durch falsche Montage, an der Stelle, wo die Laufräder auf die Laufschienen treffen? Mit ein paar Fotos der Laufräder könnte ich vielleicht etwas zur Ursache sagen. Oder eiern die Laufräder nicht, sondern sind links und rechts im Durchmesser unterschiedlich? Dann rollen die Walzen nicht parallel über die Druckform, sondern haben Hebestellen. Ursache, an die ich zuerst denke: Walzenschrumpfung. Hatte ich auch mal am Boston. Gleiches Problem: Fehlstellen im Druckbild. Das Austrocknen und Schrumpfen der Walzen ist kein kontinuierlicher Vorgang, also die schrumpfen nicht gleichmäßig. Wenn die Walzen also stellenweise zu klein im Durchmesser sind, berühren sie an diesen Stellen die Druckform nicht. Dagegen hilft nur: neue Walzenbezüge.

Der Tip von Catfonts hilft nicht, es geht hier um winzige Höhenunterschiede, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann. Die Walze muß auch einen gewissen Druck ausüben, die soll nicht über den Lettern schweben. Dafür gibt es die Walzenlehre, die für eine exakte Höheneinstellung der Laufschienen unabdingbar ist: Walzenlehre.

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Noch zur Erklärung: Das Wandern der Fehlstellen kommt davon, daß die Abwicklung der Walzen nicht jedesmal identisch ist. Dort, wo die Walzen insgesamt etwas springen und rutschen, also an der Stelle, wo die Laufräder die Laufschienen erfassen und wieder verlassen und ganz unten, wo sich die Drehrichtung ändert, kommt es immer zu leichten Verschiebungen. Also mit jedem Druck. Wenn die Laufschienen nicht ganz glatt und trocken sind, wenn die Lager nicht sauber und ölig sind, wenn die Walze gehoben wird durch zu hohe Druckform, überall dort rutscht und springt es, statt abzuwickeln. Deshalb wandern die Fehlstellen.

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Ich persönlich würde mir eine genau gerade Metallschine, z.B. Flachmessing vom Baumarkt besorgen, so lang, dass es von Laufschiene zu Laufschine der Farbwalzen reicht, und damit prüfen, ob die Lettern exakt auf dieser Höhe sind, Stehen die Lettern höher, entsprechende Papier/Pappstreifen auf die Laufschienen.

Lieber Kollege Catfonts, bei aller Wertschätzung Deiner Beiträge zu anderen Themen: Vom Drucken und Druckmaschinen hast Du offenbar gar keine Ahnung und deshalb ist es nicht besonders hilfreich, Ratsuchende mit solcherlei Tips und nicht zutreffenden Zeichnungen in die Irre zu führen.

Und dem Kollegen Lotze würde ich dringend raten, entweder ein gutes Fachbuch zum Thema Walzenzurichtung/Abwicklung/Schmitz zu befragen oder - besser, weil meist verständlicher - wirklich mal zu einem praktizierenden Buchdrucker zu gehen und sich das erklären zu lassen. Das ist nämlich nicht so einfach, dass man es hier in ein paar Sätzen erklären könnte.

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Die Zeichnung ist im Prinzip doch in Ordnung? Abgesehen von der umgedrehten Stufe im Laufrad. Nur ist das reine Theorie und hilft praktisch null. Wenn man die Walzen über die Walzenlehre führt, soll der sichtbare Farbstreifen etwa 6p breit sein, und das ist er nicht, wenn die Walze so eingestellt wird wie in der Zeichnung. Die Walze ist nicht umsonst aus Gummi.

Der Hinweis von Catfonts auf den harten Kunststoff aber ist doch sinnvoll, oder nicht?

Im übrigen stimme ich zu: Fachbücher helfen nur begrenzt, wenn man der richtigen überhaupt antiquarisch habhaft werden kann. Diese Fachbücher sind ja für Profis geschrieben, da stehen die Anfängerfehler eben nicht drin. Wenn man zum Beispiel ständig mit verschiedenen Formen druckt, Handsatzlettern, Monotypesatz, Klischees in verschiedenen Ausführungen, Linolschnitt, Holz, dann kommt noch eine zusätzliche allgemeine Zurichtung hinter der Form ins Spiel. Dafür kenne ich gar keine Fachbuchinhalte. Meine Tiegel sind auf Handsatz eingestellt, und wenn ich von Klischees drucke, wandert automatisch ein großer Bogen hinter die Form. Und dann muß natürlich noch im Aufzug zugerichtet werden, dafür gibt es das Buch mit dem schönen Titel: »Wie soll ich zurichten?«.

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Da gehts schon los, Martin. Deine Theorie von den 6pt halte ich auch für grenzwertig, ich bin der Meinung, dass der Streifen auf dem Walzenmaß 1mm, maximal 1,5mm sein darf ... aber das hängt natürlich auch von der Härte des Gummis, dem Walzenumfang und der Exaktheit der Walzenzurichtungsmöglichkeiten ab, die ich beim Adana für arg begrenzt halte. Bei den Spielzeugwalzen vom Adana hast du mit 6pt mit Sicherheit die Walzen zu tief bzw. viel zu stramm ... und über Zurichtung kannst du - vor allem beim Adana - sowieso erst reden, wenn die Walzen gescheit laufen. Und dann erst kommt natürlich dazu, dass verschiedene Formen verschieden behandelt werden müssen.
Die meisten - auch die guten - Fachbücher zum Buchdruck sind für Laien wirklich kaum verständlich, weshalb ich ja empfohlen habe, sich das am besten mal in der Praxis zeigen und erklären zu lassen.

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Ich fahre seit langer Zeit gut mit Nonpareille im Walzenmaß bei Heidelberger und Boston, mir so übermittelt von drei oder vier alten Hasen, aber darüber läßt sich schlecht streiten – das Ergebnis zählt schließlich, und da hat jeder Drucker sicherlich seine eigenen Methoden. Ich weiß, daß du sehr gut drucken kannst.

Die Walzenhöhe läßt sich bei Adana nicht in der Maschine verstellen, deshalb ja der Zirkus mit dem Aufkleben von Material auf die Laufschienen. Je weicher die Walze, desto tiefer kann sie stehen, ohne daß sie die Druckform schmitzen läßt.

Spielzeug würde ich die Adana nicht nennen. Ein Buchdrucker mit großen Maschinen hat mal meinen Boston ein Spielzeug geheißen. Dieser Boston hatte ein paar Jahre später mehr zu tun (und verdiente das Geld für den ersten von mittlerweile zwei Heidelbergern) als der Drucker mit den großen Maschinen, der an und mit ihnen finanziell scheiterte und seinen Betrieb verlassen mußte. Die kleinen Maschinen brauchen ein anderes Geschick als die großen, aber nicht weniger, und dann kann man im Rahmen ihrer Möglichkeiten schöne Arbeiten damit herstellen.

Natürlich ist es einfacher, sich den Maschinenumgang von einem Drucker zeigen zu lassen. Als ich anfing mit dem Boston und ewig keine guten Druckbilder zustande brachte und verzweifelt die Gründe dafür suchte, war ich glücklich über kleine Tips mit großer Wirkung. Die gab mir damals ein Kollege, ohne daß er dafür an die Maschine kam. Aber manche Probleme löste ich allein. Und ich sagte mir damals und sage es auch heute Anfängern: Unser Gutenberg, mit dessen Namen du ja auf deine Weise umgehst, hatte keine Lehrer, die ihm das Formschneiden, Gießen, Setzen, Drucken zeigen konnten. Der Handwerker ist immer auch ein Anfänger. Er hört nie auf zu lernen. Das Erkennen von Problemen, das Ergründen und das Lösen von Schwierigkeiten gehört zum Beruf.

Zu sagen, daß etwas sowieso nichts wird, daß es nur den einen Weg zum Ziel gibt und jede andere Mühe verloren ist, riecht das nicht immer ein wenig nach Standesdünkel? Standen wir nicht alle erst einmal ahnungslos vor einer Sache, die wir noch nie zuvor gemacht hatten? War für jeden unserer Handgriffe jemand da, der sie uns lang und breit vorführte? Das Gefühl für eine Maschine gewinnt man viel schneller, wenn man Fehler macht und sie allein erkennt und überwindet. Kleine Kinder, die das Laufen lernen, laufen schneller sicher, wenn man sie dabei nicht stützt. Und von einem Baum, auf den sie allein geklettert sind, kommen sie auch wieder herunter, anders als jene, die man auf einen Ast hebt.

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