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Schrift auf Braun Radio SK4

Hervorgehobene Antworten

Hallo liebes Typografie-Forum.

 

Ich möchte ein Braun Radio (Schneewittchensarg) restaurieren, welches leider angerostst ist daher leider auch neu lackiert werden muss. Damit ich die Tastenbeschriftungen möglichst gut als Decal reproduzieren kann, benötige ich deren Font, bitte. Baujahr ist 1957/58.

 

Den Font des Braun-Logos kenne ich schon, das ist Chingolo-Pro. Aber dies hier?

 

Danke und viele Grüße,  Wilfried

IMG_9023.JPG

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Gelöst von Ralf Herrmann

1955 hat die Akzidenz-Grotesk Einzug bei Braun gehalten – bist du dir sicher, dass das Radio nicht älter ist? 

1957 sah die Beschriftung so aus: http://www.mdeffner.de/radio/braun_g11/index.html

  • Ersteller

Ah, Danke! Dann halte ich mal bei den Grotesk-Schriften ausschau.

 

Das Radio ist bestimmt nicht vor 1957 produziert worden. Der Entwurf stammt von Dieter Rams und wurde 1956 erstmalig vorgestellt.

 

Wurde sowas damals im Tampon-Druck beschriftet?  Der Schriftzug liegt gewölbt, dick und satt auf.

Wenn ich die beiden unterschiedlichen a und die zugelaufenen Binnenräume der Buchstaben anschau, könnte das auch handgemalt sein. Auch die runden Enden der Buchstaben hätte man 1956 in einem Druckverfahren besser hinbekommen (Siehe Bilder in meinem link zu Herrn Deffner). Eventuell wurde das schon mal (schlecht) lackiert und nachgezeichnet? Die Bleche waren eigentlich nicht dafür bekannt, dass sie rosten …

  • Ersteller

Danke, Bertel,

 

Ich, denke, die Beschriftung ist schon original, aber sehr dick aufgetragen. Schriftgröße ist übrigens ca. 3,5mm, d.h. das "a" ist ca. 2mm hoch.

 

Der Rost ist komplett flächig und unterrostet, nicht von den Kanten oder von oberflächlichen Verletzungen her. Der mattweiße Lack ist halt SEHR Matt, fast völlig ohne Bindemittel und feuchtedurchlässig.  Solche Unterrostungen kenne ich auch von alten Anzeigetafeln, Tachometern, Zifferblätter öffentlicher Uhren. Immer ist der Lack sehr matt, wohl damit er nicht reflektiert und glänzt. 40Jahre Keller tuen dann leider Ihre Wirkung...

Das wird wohl damals per Siebdruck nach handgeschriebenen Rapidograph-Vorlagen gemacht worden sein.

Tampondruck gibt es erst seit ca 1971.

Den heutigen Tampondruck mit Silikonkautschukstempeln gibt es erst seit 1971. Vorher wurden dafür Gelatinestempel verwendet, beispielsweise in der Keramik- und Uhrenindustrie (Decalcierverfahren). Ob Braun das damals eingesetzt hat, kann ich nicht sagen.

  • Ersteller

Unigrotesk ist klasse.

 

Damit könnte ich ja loslegen, wenn es dabei bleibt. Vielen Dank!!

 

Das Tamponverfahren kenne ich von halt Uhrenzifferblättern. Was da schon in den 30er Jahren möglich war, versetzt mich immer noch wieder ins staunen.

 

 

Wilfried

  • 8 Jahre später...

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