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Webfont für Offline-Anwendungen konvertieren


Sevemiyen

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Sevemiyen

Ist es möglich aus einer Webfont-Exsample-Seite ( Beispiel ) eine offline verwendbare Version (ttf, otf o.Ä.) zu konvertieren / generieren? 

 

:-P Sprich: Schriftart-Piraterie? 

Scheint mir nicht so abwägig zu sein es technisch um zu setzen... z.B. mit Fontlab - Transtype oder Fontlab - Scanfont?

 

Erweiterte Frage 1: ist es möglich den font offline zu verwenden wenn die Person die *.woff oder *.eot Dateien hat?

Erweiterte Frage 2: kann man die .woff oder .eot Dateien als Webseiten-Besucher (ohne irgendwelche Zugangsdaten auf dem Webspace/Server) irgendwie technisch rausziehen? Laut meinem technischen Verständnis tut der Browser ja den Font temporär downloaden und verarbeitet es lokal auf meinem Rechner... :-?

 

Tut mir leid wenn das 'dumme' Fragen sind... Ich habe absolut keine Erfahrung in diesem Thema. Will aber gerne wissen wie Klau-Sicher Webfont's sind.

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Sevemiyen
vor 20 Minuten schrieb Ralf Herrmann:

»Ja« zu allem. 

:-o Eine so schnelle Antwort.. Um diese Uhrzeit.. vom Admin

 :-)  Freut mich, dass ich nicht der einzige mit Schlafstörungen bin..

 

Eine wirklich technisch gereifte Möglichkeit seine teuer gekauften Fonts auf der eigenen Webseite verfügbar zu machen ohne das es sich jmd unter die Nagel reissen kann gibt es gar nicht? Keine Alternativen zu Webfonts o. Ä.?

 

Obwohl ich sagen muss, dass ich trotz 2 stündiger Suche noch keinen dokumentierten Weg gefunden habe den Webfont unerlaubt ziehen kann.

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Ralf Herrmann
vor 8 Minuten schrieb Sevemiyen:

Eine wirklich technisch gereifte Möglichkeit seine teuer gekauften Fonts auf der eigenen Webseite verfügbar zu machen ohne das es sich jmd unter die Nagel reissen kann gibt es gar nicht? 

Nein. Wie es auch unmöglich ist, Fotos ins Netz zu stellen, gleichzeitig aber zu verhindern, dass sie jemand aus dem Browser holt. 

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bertel
vor 2 Stunden schrieb Sevemiyen:

Eine wirklich technisch gereifte Möglichkeit seine teuer gekauften Fonts auf der eigenen Webseite verfügbar zu machen ohne das es sich jmd unter die Nagel reissen kann gibt es gar nicht? …

Du verwechselst "gekauft" mit "lizenziert". Die Fonts hast du nicht gekauft, sie sind damit nicht in dein Eigentum übergegangen. Du hast sie lediglich lizenziert, sprich eine Gebühr dafür bezahlt, dass du sie nutzen darfst. Sollte jemand die Fonts also von deiner Website ziehen und weiterverwenden (wie auch immer, illegal ist’s ja eh), entsteht nicht dir der Schaden, sondern dem Lizenzgeber. Wenn es wirklich eigene Fonts betrifft (du bist Lizenzgeber) kannst du nur Bildvorschauen rendern und zeigen, um die Weiterverwendung zu verhindern. Ob sich dann jemand die Mühe macht, die Schrift nachzubauen, steht wieder auf einem anderen Blatt.

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catfonts

Und wo wir schon bei den Lizenzen sind:

 

Hier können sich nämlich Webseitenbetreiber selbst gut in die Nesseln setzen, wenn sie von dem Font nämlich nur eine Desktop-Lizenz erworben haben - und den Lizenzvertrag nie gelesen hat (worauf deine Formulierung mit dem gekauften Font hinweist) und dann sich daraus mit Hilfe eines Webfont-Konverters die Webfonts generiert hat. Dies ist in den meisten Fällen nämlich nicht erlaubt.

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Gast Arno Enslin

 

vor 5 Stunden schrieb Sevemiyen:

:-o Eine so schnelle Antwort.. Um diese Uhrzeit.. vom Admin

 :-)  Freut mich, dass ich nicht der einzige mit Schlafstörungen bin..

 

Eine wirklich technisch gereifte Möglichkeit seine teuer gekauften Fonts auf der eigenen Webseite verfügbar zu machen ohne das es sich jmd unter die Nagel reissen kann gibt es gar nicht? Keine Alternativen zu Webfonts o. Ä.?

 

Obwohl ich sagen muss, dass ich trotz 2 stündiger Suche noch keinen dokumentierten Weg gefunden habe den Webfont unerlaubt ziehen kann.

Schätzungsweise 80 Prozent aller kommerziellen Fonts können irgendwo illegal heruntergeladen werden. Webfonts sind nur deshalb meist nicht installierbar, weil die internen Namen unvollständig sind. Und als Diebesgut sind sie nur insofern interessant, weil damit die Zeit, in der die original Fonts (meist PostScript flavored OpenType) nicht illegal verfügbar sind, überbrückt wird. Insofern ist es allenfalls sinnvoll, die internen Namen teilweise zu löschen, um die Fonts (die Dateien) klein zu halten. Aber als Schutz ist die Methode völlig untauglich.

 

Der beste Schutz ist, dass die illegale Verwendung eines Webfonts leicht nachzuweisen ist. D. h. das Risiko, Webfonts illegal einzusetzen, ist recht groß. Und das gilt im Wesentlichen für alle veröffentlichten elektronischen Dokumente, in denen die original Outlines eingebunden sind. Nur hört man zwar immer wieder davon, dass Personen wegen der illegalen Verwendung eines Fotos abgemahnt wurden, nicht aber wegen der illegalen Verwendung von Fonts.

 

Fonts sind in Bezug auf die illegale Nutzung viel unattraktiver als z. B. Musik. Musik wird konsumiert. Programme werden zwar nicht konsumiert, sondern genutzt, aber die illegale Nutzung ist nicht nachweisbar. Schrift hingegen wird eingesetzt, um zu kommunizieren. D. h. die Schaden verursachende illegale Nutzung ist viel leichter nachweisbar. Und die keinen Schaden verursachende Nutzung, also im Grunde jede Nutzung von Schrift, die keine Veröffentlichung nach sich zieht, sollte den Foundries eigentlich egal sein. Im Übrigen dezimiert auch nicht jede illegale Nutzung kommerzieller Software den Gewinn der Entwickler. Wer kommerzielle Fonts illegal nutzt, wäre schließlich noch lange nicht bereit, Geld für die Nutzung zu bezahlen, wenn die Fonts besser geschützt wären.

 

Ich finde kommerzielle Fonts für den Einsatz als Webfonts schon deshalb völlig unattraktiv, weil die Lizenzen die Bildung von Subsets verbieten. Ich hätte z. B. überhaupt keine Lust, einen Font einzusetzen, der hunderte Zeichen enthält, die ich auf meiner Website nie brauche. Und abgesehen von ethischen Gründen, würde ich kommerzielle Webfonts nicht illegal einsetzen, weil mir das Risiko, strafrechtlich verfolgt zu werden, viel zu groß wäre.

 

Edit: Deine Frage zielt darauf ab, ob es möglich ist, deine Website mit der Nutzung eines komerziellen Fonts exklusiver zu machen. Für mich klingt das so wie jemand, der andere nicht von seinen Hausaufgaben abschreiben lassen will, weil er nicht erkannt hat, dass der Wert der investierten Arbeitszeit darin liegt, etwas gelernt zu haben und nicht, den Lehrer zufrieden zu stellen.

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  • 6 Monate später...
max moritz

Mit den ganzen Lizenzmodellen stelllt sich die Fontindustry doch selbst ein Bein. Da ist wohl auch einfach nur Gier im Spiel, mal ordentlich mit vielen Desktop- oder Web- oder *was sie sich sonst noch so ausdenken*-lizenzen bei Großfirmen abzukassieren.

Leider machen diese das zunehmend nicht mehr mit. Ich kann schon garnicht mehr aufzählen, wie viele Kunden in Pitches bei individuellen Marken-Schriftvorschlägen abwinken, wenn sie diese komplexen Lizenzgeschichten erst einmal verstanden haben.

Somit kommen dann nur freie Fonts zum Zuge (!!)

Selbst manche Vermarkter wie z.B. Fontstand, die sich selbst als Pseudo-Spotify der Fontindustry beweihräuchern, haben das nicht verstanden. Die Gier scheint einfach zu groß zu sein. Da haben sie Blut mit ein paar erfolgreichen Fonts geleckt und schon geht das Lizenztheater wieder los. Doch es gibt ein paar, die schon etwas coolere Geschäftsmodelle am Start haben, wie z.B. das von Du Carrois.

Diejenigen die es wirklich kapiert haben, wie z.B. Velvetyne.fr, die werden meiner Meinung nach mit ihrem Open Source Konzept zukünftig  erfolgreicher sein, also frei nach dem Motto, macht doch mit den Types was ihr wollt, aber wenn ihr sie kommerziell verwertet, dann wollen wir auch was abhaben vom großen Kuchen. Das ist fair.

 

Sowas ist mir sympathisch und diese innovativen Leute werde ich auch unterstützen, wo ich es nur kann. Diese Haltung finde ich ehrlicher, als diese antiquierten Monotype-Lizenzmodelle oder diese dämlichen Trial-Versions mit 64 Glyphs (natürlich nur mit persönlicher Mailbestellung )) ) oder die klischeehafte, kostenlose Regular-Version einer neuen Fontfamily.



 

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catfonts

Das mit der Gier würde ich so nicht unbedingt unterstützen, denn in einem Font einer Brotschrift stecken mehrere Mahnjahre an Arbeit, besonders wenn dieser in X Schriftgewichten und -Breiten angeboten werden soll, mit passenden kursiven und einer mächtigen Sprachabdeckung. Würde man dies allein machen, ist so eine Schrift fast eine Lebensaufgabe, und im Vertrieb und Kundendienst arbeiten dann noch einmal eine nicht unerhebliche Anzahl an Mitarbeitern, die auch ihre Familien ernähren wollen. Sicher gibt es hier Auswüchse mit schlicht weltfremden Lizenzmodellen, das darf man aber nicht einfach als pure Gier verallgemeinern. Wer Arbeitet, soll eben auch eine angemessene Bezahlung erhalten, oder etwa nicht.

 

Nun, mancher wird sagen, Was regst gerade DU dich auf, bei dir gibt es doch Freefonts unter total freier Lizenz?

 

Ja richtig, aber erstens könnte ich damit keine Familie ernähren, nicht mal mich selbst, denn bei den vielen hunderten Stunden, die ich da in weder für die Bildschirmausgabe optimierten noch bis ins letzte ausgearbeiteten zumeist Zierschriften hinein stecke, gibt es, wenn es hoch kommt als "Anerkennung" gerade einmal einen Betrag, der wenigstens das Webhosting deckt. Und für den Versuch, das mittels Werbung ein wenig lukrativer zu gestalten, erntet man auch noch böse Worte, oder die Spende wird gleich komplett von der Paypal-Gebühr geschluckt.

 

So lange es keine Anerkennungs-Kultur gibt, bei der man freiwillig eine geleistete Arbeit auch entsprechend freiwillig vergütet, einfach damit der, der die Arbeit geleistet hat, auch weiterhin solche Dinge anbieten kann, und man Frei weiterhin einfach nur als Kostenlos ansieht, muss jemand, der mit professionellem Anspruch ein Werkzeug für andere, die damit ja auch ihren Lebensunterhalt bestreiten wollen eben auch ihren Anteil mit Nachdruck einfordern. Das ist dann keine Gier, sondern schlichte Notwendigkeit.

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max moritz

Ich habe kein Problem damit, das ein Typedesigner Geld für seine Arbeit will. Aber müssen diese ganzen Lizenzen sein? Kann man das nicht vereinfachen, wie das z.B. Leute wie Du Carrois machen? Und warum muss ich denn als Agentur Lizenzen erstmal kaufen, bevor ich den Font an den Mann gebracht habe? Das halte ich für falsch.

Wenn ich einen Font für einen Typedesigner kommerziell promote, dann will ich den Font auch voll benutzen können, ohne vorher Geld ausgeben zu müssen. Das sollte doch selbstverständlich sein. Sonst  wird man ja arm.

Was soll ich denn mit den Fontstand-Trials, die mir ein angebliches spotifyartiges Feeling vorgaukeln sollen und bei denen ein wichtiges Glyph fehlt, das ist doch Schwachsinn! Das ist ja so, als würde man aus den Spotify-Songs Fragmente herausschneiden.

Und du hast recht, Fontdesign ernsthaft betrieben, ist viel Arbeit. Aber schau dir auch das mal an:

https://www.myfonts.com/fonts/fontmesa/texicali/

 

Dafür werden mehr als 5.000.- Euro in seiner Fullversion aufgerufen. Ich glaube nicht, das hier viele Mannjahre am Werk waren sondern eher ein nettes Softwarefeature namens Interpolation. Wer soll denn sowas bezahlen? Dagegen ist ja die Lexicon ein Schnäppchen ))



 

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Ralf Herrmann
Am 7/2/2017 um 15:19 schrieb max moritz:

Wenn ich einen Font für einen Typedesigner kommerziell promote, dann will ich den Font auch voll benutzen können, ohne vorher Geld ausgeben zu müssen. Das sollte doch selbstverständlich sein. 

Nachvollziehbarer Wunsch, aber das ist die Position der anderen Seite genauso. Stell dir vor, die Foundry bietet jedem Interessenten (also jeder Person oder Agentur irgendwo auf der Welt und unerreichbar im lokalen Rechtssystem) vollwertige Testversionen. Wie viele werden dieses Vertrauen missbrauchen? Wie viele werden den Font einfach kommerziell verwerten und dann nicht bezahlen? Verdient die Foundry wirklich mehr, weil das Vertrauen zu mehr Kunden führt, oder verliert sie Geld, weil das Vertrauen missbraucht wird und letztlich nur das Zurückhalten der Vollversionen eine ordentliche Bezahlung garantiert? Nicht so einfach! Ich würde jedenfalls nicht so schnell ersteres annehmen, nur weil das auf Nutzerseite in meinem Interesse ist. 

Auf der Foundry-Seite sind auch nur normale Menschen, die ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen. Die sind nicht automatisch von Gier getrieben, nur weil deren Preismodelle nicht auf die eigenen Umstände oder konkrete Projekte passen. 

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max moritz

Sicherlich kann ich verstehen, das ein Typedesigner für seine Arbeit Geld verlangt, alles ok. Aber im Grunde verkaufe ich als Agentur bzw. als kleiner Designer die Types an den Endkunden, erkläre ihm mühsam die Fontstory und werbe für das Fontdesign. Und es ist oft so (aber nicht immer), das dabei der Font nicht unbedingt mein absoluter Favorit ist, den ich nun unbedingt auch noch  privat brauche. Oft werden die Fonts rein aus funktionalen Gründen ausgesucht.

Mangelndes Vertrauen hin oder her, aber müsste nicht in Wirklichkeit der Typedesigner dem Vermarkter, sprich der Agentur oder dem Designer, eine Provision zahlen, damit er sich die Mühe macht, seinen Font an den Enduser zu bringen? Ist das Denkmodell, das der Zwischenhändler (Agentur, Designer etc.) in Vorleistung, mittels Kauf oder Abonnement, gehen muss, nicht schon im Vornherein ein Denkfehler im digitalen Fontmarketing, der aus dem Verkaufsdenken des 20. Jahrhunderts aufgrund vom Absatz von Bleibuchstaben, Fotosatzdiscs oder Letrasetbögen herausgeboren wurde?

Ich glaube nicht, das wenn Typefaces frei wären und nur im kommerziellen Fällen zum Lizenzverkauf führen würden, der Umsatz einbricht, nur weil der Font in manchen Fällen 'pirated' wird. Da wo wirklich das Geld da ist, werden auch Lizenzen verkauft und die kleineren Missbräuche kann man ignorieren oder einfach unter Werbung laufen lassen, den Font zu featuren (Fonts-in-use). Im CD ist es doch viel zu auffällig, wenn illegale Types verwendet werden.

Ich könnte mir gut vorstellen, das dann die Orte, and denen 'Fontpiraterie' stattfindet, schlagartig eingehen würden, weil es einfach keinen Sinn mehr machen würde. Aber so wird der Vermarkter (gerade auch in 3. Welt Gebieten), wenn er nicht so liquide ist um ständig in aktuellere oder auch klassische Fonts nachzuinvestieren, indirekt in die Illegalität getrieben, um aktuelles Designmaterial anbieten zu können, bzw. um Materialgleicheit gegenüber den Liquideren zu schaffen.

Aber es gibt mit Fontstand, Fontown, Letrs und seit neuestem auch Fontstore auch schon ganz nette Ansätze, die Situation zu verbessern — das Velvetyne.fr-Open-Source-Modell jedoch, sagt mir trotzdem noch am meisten zu.

 

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Ralf Herrmann
vor 1 Stunde schrieb max moritz:

… müsste nicht in Wirklichkeit der Typedesigner dem Vermarkter, sprich der Agentur oder dem Designer, eine Provision zahlen, damit er sich die Mühe macht, seinen Font an den Enduser zu bringen? 

Schöne Idee eigentlich – ließe sich ja über Affiliate-Links tatsächlich machen. 

Dass das so die Regel wäre, finde ich jetzt allerdings eine etwas unrealistische Darstellung. Die Agentur/der Designer will ein gutes Design abliefern und lässt sich dafür Schriften auf den Namen der Agentur/des Designers lizenzieren. Die Schriften verbleiben in der Regel dort und können für beliebige Projekte eingesetzt werden. Der Kunde zahlt sogar für diese allgemeine, nicht projektbezogene Lizenz. Eine »Mühe für den Foundry« sehe ich da weniger. Es werden halt Materialen für die Erledigung der gestellten Aufgabe erworben und der Kunde bezahlt das. 

vor 1 Stunde schrieb max moritz:

Ich glaube nicht, das wenn Typefaces frei wären und nur im kommerziellen Fällen zum Lizenzverkauf führen würden, der Umsatz einbricht …

Eine schöne Utopie, aber so ist es nun mal nicht. 

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max moritz

Wieso unrealistisch? Warum soll ich für einen Typedesigner Fonts verkaufen, für die einer Agentur oder einem Designer noch nicht einmal eine Verkaufssicherheit besteht? Wir bieten z. B. öfters mehr als eine Schriftart pro Pitch an. Z.Z. muss ich für jeden Font eine Lizenz kaufen, die sich die Agentur, falls dem Kunden das nicht gefällt, ans Bein schmieren kann. Das kann's doch nicht sein? Für wie dumm hält die Fontindustry uns eigentlich noch?

 

Es zeichnet sich doch ganz deutlich ab, das die Fontindustrie unter dem gleichen Wettbewerbsdruck steht, wie z. B. die Agenturen nach der DTP Revolution.

Seit zwei, drei Jahren kommen immer mehr Fonts und Typedesigner bzw. neue Foundries auf den Markt. Die Größe der Fontfamilies und der Fonts selbst (Glyphs) steigt ständig an, wobei die Qualität aber immer schlechter wird. Verglichen mit den 80er und 90ern stehen heute eine unglaubliche Menge an Types zur Verfügung, die den Gewinn schmälern. Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

 

Selbst Foundries wie Latinotype hauen alle zwei bis drei Wochen populäre Fontfamilies heraus, also von wegen viele Mannjahre für eine Qualitätstype.

Die Fontools und Apps werden immer raffinierter und erlauben schnellste Fontproduktion. Bedingt duch Globalismus kommen viele neue Schriftanbieter aus der 2. und 3. Welt, die ihre Fonts billigst auf den Markt werfen.  Dazu kommen die neuen Onlinevermarkter (s.o.), die für relativ kleines Geld den großen und klassischen Fontvermarkter wie Monotype das Wasser abgraben. Diese wieder, setzen die Fontdesigner über Myfonts unter Druck, Sonderangebote zu machen — 80%iger Nachlass ist dabei keine Seltenheit mehr, sondern Normalität.

 

Jetzt kommt aber noch Google und neue Foundries ins Spiel, die über Open Source Qualitätsfonts frei verteilen. Auch das erzeugt einen enormen Druck.

 

Das alles führt meiner Meinung nach dazu, das die Karten neu gemischt werden und der Markt gezwungenermaßen auf Open Source umswitchen wird.

Und ab diesem Zeitpunkt setzt sich dann langsam die Erkenntnis durch, das es nicht soo schlecht sein kann, den Agenturen Provisionen anzubieten, damit ihre Fonts schneller verkauft werden.
Ich glaube nicht, dass das alles so utopisch ist… )

 

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Ralf Herrmann
vor 6 Minuten schrieb max moritz:

Wieso unrealistisch?

Hab ich erklärt. Deine ganze lange Antwort geht aber mit keinem Wort darauf ein, was ich gesagt habe. So ist die Diskussion sinnlos. 

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max moritz

Ich lese nur, das die Agentur die Lizenz hat und sich aufs Lager legen darf, wenn der Kunde einen anderen Font favorisiert. Und es ist keinesfalls so, das jeder Pitch oder jede verwendete Schriftart darin vergütet wird. Das mag bei Agenturen in der Größe von Eden Spiekermann (der oft lamentiert, das man sich die Pitches bezahlen lassen soll) der Fall gewesen sein, normal ist es aber leider nicht, wie alle wissen. Folglich wird es einer Agentur sehr schwer gemacht Fonts zu verkaufen bzw. an den Kunden zu transportieren.

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RobertMichael
vor 22 Minuten schrieb max moritz:

Wir bieten z. B. öfters mehr als eine Schriftart pro Pitch an. Z.Z. muss ich für jeden Font eine Lizenz kaufen, die sich die Agentur, falls dem Kunden das nicht gefällt, ans Bein schmieren kann. Das kann's doch nicht sein? Für wie dumm hält die Fontindustry uns eigentlich noch?

Verstehe das geheule nicht. Den Pitch lasst Ihr Euch vorher doch auch nicht bezahlen? Ihr geht hier ebenso in Vorleistung (nicht nur mit Arbeitseinsatz) und erhaltet evtl. kein Rückvergütung. Wieso sollte die Foundry in Vorleistung gehen?

Nutzt doch die Vorschaubilder der Fonts, die reichen doch oftmals auch zur Präsentation.

 

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catfonts
vor 13 Minuten schrieb max moritz:

Folglich wird es einer Agentur sehr schwer gemacht Fonts zu verkaufen.

Ich hoffe doch sehr, dass Du diese Sprachreglung nicht auch gegenüber Deinen Kunden anwendest?

 

vor 30 Minuten schrieb max moritz:

das die Karten neu gemischt werden und der Markt gezwungenermaßen auf Open Source umswitchen wird.

Das müsste dann allerdings auch für deine Arbeiten gelten, denn warum sollten generell die Fontersteller auf ihre Rechte verzichen, und Du beansprochst an denen Entwürfen das Urheberrecht? Auch muss sich eben die Erkenntnis durchsetzen dass OpenSource nicht kostenlos ist, sondern nur die Freiheit der Nutzung betrifft. In der Linux-Szene zeigen sich hier schon löbliche Anfänge.

 

vor 30 Minuten schrieb max moritz:

Selbst Foundries wie Latinotype hauen alle zwei bis drei Wochen populäre Fontfamilies heraus, also von wegen viele Mannjahre für eine Qualitätstype.

Wenn an so einer Schrift eben z.B. 24 Mitarbeiter, jeder für eine andere Spezialaufgabe an einerm Font/einer Font-Familie beschäftigt daran arbeiten, ist ja in 14 Tagen schon ein "Mannjahr" zusammengekommen.

 

Ach ja, wenn jetzt so ein Vorschau-Musterfont verkrüppelt ist, also Buchstaben fehlen, kann man doch wohl trotzdfen die Schriftart dem Kunden präsentieren, oder?

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R::bert
vor 27 Minuten schrieb RobertMichael:

Nutzt doch die Vorschaubilder der Fonts, die reichen doch oftmals auch zur Präsentation.

Echt? Da habe ich gegenteilige Erfahrungen. Die Auftraggeber wollen schon am Liebsten den Endzustand sehen – sprich die verschiedenen Schriften unter gleichen Rahmenbedingungen um vergleichen zu können – aus meiner Sicht auch völlig nachvollziehbar – und am Besten schon im Zusammenspiel mit ihren Layouts.

 

Wenn Du dann noch auf Foundries wie Lineto oder Hoefler zurückgreifst, die weder eine Specimen-PDF* noch gescheite Vorschaubilder anbieten, kann es mitunter echt kompliziert werden. 

 

Im Grunde funktionieren hier tatsächlich nur Demofonts oder Lösungen wie Fontstand – sicher gut für jene Foundries, die das begriffen haben. ;-) 

 

*Hier wäre ich inzwischen sogar für gewisse Standards bzgl. Mengentext-Abbildungen: also ein paar Seiten mit gleicher Satzbreite, Schriftgröße und prozentual identischen Zeilenabständen, um dem Designer schon im Vorfeld das Vergleichen zu erleichtern, am Besten über Foundry-Grenzen hinweg und alles mit selben Text. :Träum:

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max moritz
Am 6.7.2017 um 14:49 schrieb RobertMichael:

Verstehe das geheule nicht. Den Pitch lasst Ihr Euch vorher doch auch nicht bezahlen? Ihr geht hier ebenso in Vorleistung (nicht nur mit Arbeitseinsatz) und erhaltet evtl. kein Rückvergütung. Wieso sollte die Foundry in Vorleistung gehen?

Nutzt doch die Vorschaubilder der Fonts, die reichen doch oftmals auch zur Präsentation.

 

Wie denn jetzt, die Agentur setzt sich für die Foundry oder den Typedesigner ein, indem sie seinen Font powert und soll den auch noch nur für Präsentationzwecke kaufen? Hallo? Und die Foundry kassiert 2x ab: 1x bei der Agentur und 1 x beim Endkunden falls der den Font tatsächlich nimmt? Das kann doch nicht dein Ernst sein )

Die Lösung, mittels Vorschaubildchen eine Fontpräsentation zu gestalten, finde ich nicht besonders professionell. Macht ihr das tatsächlich so? Wo arbeitest Du, das ihr so etwas wettbewerbsfähig realisieren könnt? Hier bei uns (Großstadt Westen) wäre das echt nicht möglich, da verlierst du jeden Pitch. Der Kunde will natürlich WYSIWYG.

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max moritz
Am 6.7.2017 um 14:51 schrieb catfonts:

Ich hoffe doch sehr, dass Du diese Sprachreglung nicht auch gegenüber Deinen Kunden anwendest?

 

Oh, meinst Du jetzt mein fehlendes Komma? Sry, das tut mir aber leid. Dann solltest Du allerdings auch mal Deine Sprachregelung überdenken. Viele orthografische Fehler, lies dir dein Posting am besten selbst mal in Ruhe durch, bevor du andere grammatikalisch massregelst.

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max moritz
Am 6.7.2017 um 14:51 schrieb catfonts:

Das müsste dann allerdings auch für deine Arbeiten gelten, denn warum sollten generell die Fontersteller auf ihre Rechte verzichen, und Du beansprochst an denen Entwürfen das Urheberrecht? Auch muss sich eben die Erkenntnis durchsetzen dass OpenSource nicht kostenlos ist, sondern nur die Freiheit der Nutzung betrifft. In der Linux-Szene zeigen sich hier schon löbliche Anfänge.

Ich weiß nicht ob du die Vorpostings gelesen hast, aber es geht nicht darum, sich Fonts betrügerisch zu erschleichen, um die Foundries oder den Typedesigner abzulinken. Falls der Endkunde den Font will, soll er doch die Lizenzen zahlen, ob Open Source oder anderer Lizenzform. Bloss finde ich es nicht ok, das eine Agentur erst den Font kaufen soll, den sie für die Foundry an den Endkunden bringen will. Das ist doch kontraproduktiv. Ich kann doch dem Endkunden sagen, das er die Googlefonts bei Geiz-ist-geil-Mentalität nehmen kann, ihn über die Lizenzen aufklären, das abzeichnen lassen und mich dann um einen feuchten Kericht darum kümmern, ob er er die Lizenzen zahlt oder auch nicht. Das ist ein Unterschied.

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max moritz
Am 6.7.2017 um 14:51 schrieb catfonts:

Wenn an so einer Schrift eben z.B. 24 Mitarbeiter, jeder für eine andere Spezialaufgabe an einerm Font/einer Font-Familie beschäftigt daran arbeiten, ist ja in 14 Tagen schon ein "Mannjahr" zusammengekommen.

Das »Pyte Foundry«-Project von Stefan Ellmer, der 52 grafisch interessante Displayfonts im Jahre 2016 an jedem Montag veröffentlichte, MTs »Font Marathon 2015/2016« mit Toshi Omagaris Font »Cowhand« (mit immerhin 1800 Glyphs) in 72 Stunden und David Jonathan Ross »Fonts of the Month«-Club Project, bei dem derzeit in jedem Monat ein neuer Font veröffentlicht werden soll, zeigen auf, das es kein größeres Problem darstellt, mit entsprechender Fontsoftware ausgestattet, Fonts in kürzester Zeit und ohne eine Manpower von 24 fleissigen Helferlein in weißen Kitteln an großen Schreibtischen im Hintergrund werkeln zu haben, zu produzieren. Let sink that.

Ich denke, die Zeit der vielen »Mann/Frau-Jahre« pro Fontfamily sind vorbei und das sieht man auch täglich auf MyF, YWFT oder CM. Das ist so ein Font-Marketing-Ding der Foundries von früher, Qualtitäts-Tam-Tam bei Releases zu produzieren, dramatische Bilder von mit Bleistift vorgezeichneten Buchstaben, Jahrzehnte-lange-Arbeit-Fontstories und so ))

Sicher gibt es noch einige, die das vielleicht so machen, aber sicherlich nicht gerade die 5-Manshow Latinotype, die allein 2016 um die 30-40 Fontfamilies fließbandmässig in den Markt schmissen. Gert Wiescher ist auch sehr aktiv, was Releases betrifft. Ob der auch 24 Mitarbeiter in weißen Kitteln am Start hat? Aber das ist nur meine ganz persönliche Einschätzung ))
 

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max moritz
Am 6.7.2017 um 14:51 schrieb catfonts:

Ach ja, wenn jetzt so ein Vorschau-Musterfont verkrüppelt ist, also Buchstaben fehlen, kann man doch wohl trotzdfen die Schriftart dem Kunden präsentieren, oder?

Klar kann man das. Aber ist sowas professionell? Eher nicht! Wenn Du ein Logo mit einem darin vorkommenden Uppercase »F« und einem Lowercase »f« hast und die Glyphs in Fontstand fehlen? Was soll denn das — das ist doch kontraproduktiver Blödsinn anstelle von Spotify-Feeling ))

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