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Schwarz-Weiß-Bilder in Schwarz-Weiß oder RGB scannen

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Buchlayout

Hallo in die Runde und einen schönen Sonntag!

 

Hat vielleicht mit Typografie nur im weiteren Sinne zu tun. Es geht um Fotos (und ich bin weder Bildbearbeitungs- noch Scanprofi, sondern verarbeite normalerweise, was mir die Auftraggeber anliefern. Ein bisschen optimieren und scannen kriege ich aber auch noch hin.)

Nun habe ich einen älteren Kunden, dem ich bei seinen liebevollen Eisenbahn-Buchprojekten mit vielen Abbildungen Hilfe zur Selbsthilfe gebe.

 

Bei seinen Recherchen scannt er immer wieder Abbildungen aus geliehenen Büchern oder alte Fotos aus Archiven. Die Scans sehen für mich, in Abhängigkeit von der Vorlage, einwandfrei aus. Die Schwarz-Weiß-Bilder haben tlw. einen angenehmen Sepia-Ton. Sie sind auch hoch genug aufgelöst, um im Druck nachher die 300 dpi zu erreichen (wenn man sie nicht gerade auf Doppelseitengröße zoomt).

 

Nun hat er seine örtliche Druckerei besucht und ihnen alles gezeigt. Und sie müssen ihn dort wohl enorm runtergezogen haben und er stand kurz davor, das Projekt hinzuschmeißen. Sie meinten dort unter anderem, dass man die Schwarz-Weiß-Abbildungen nur in Schwarz-Weiß scannen dürfe. (Er hat durchweg in RGB gescannt.) Er fürchtet jetzt, dass alle Bilder unbrauchbar wären und dass das mit dem Buch nichts mehr würde!

 

Nun habe ich etwas gegoogelt und stoße auf ein differenziertes Bild: Die einen sagen: Schwarz-Weiß-Bilder nur in Schwarz-Weiß scannen. Die anderen finden, auch Schwarz-Weiß-Abbildungen sollten in RGB gescannt werden, um möglichst alle Informationen zu erhalten. Grauskalieren kann man hinterher immer noch. Das ist auch die Meinung, zu der ich tendiere. Lieber mit allen Farbinformationen scannen und hinterher in der Bildbearbeitung so aufbereiten, wie es am besten passt.

 

Meine Frage: Scannt jemand unter euch regelmäßig Schwarz-Weiß-Abbildungen? Wenn ja, wie sehr ihr das?

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Tja, immer schwierig mit diesen Druckerei-Aussagen »was man angeblich solle« – wie vor kurzem die Sache mit den Bildskalierungen. Eigentlich muss man sofort »warum« zurückfragen. Erst dann kann man die Aussage wirklich bedenken, statt wild darüber zu spekulieren, warum sie das wohl empfehlen oder gar fordern könnten. 

 

In der Regel erlaubt das Schwarz-Weiß-Scannen höhere Auflösung bei gleichzeitig höherer Scan-Geschwindigkeit. Wenn die Auflösung der RGB-Scans aber hoch genug war und die Scans keine Qualitätsmängel (wie Streifenbildung) haben, fällt mir kein Grund ein, der die Bilder schlechter oder gar unbrauchbar machen sollte, nur weil sie RGB sind. 

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Christian Z.

Ich weiß nicht genau, wie man richtig scannt, würde selbst aber wahrscheinlich Graustufenbilder gleich in Graustufen scannen, wenn ich den Sepiaton am Ende eh nicht wiedergeben möchte. Außerdem scanne ich immer mit überzogen hohen Auflösungen, wegen der von dir genannten nachträglichen Bildbearbeitung. Wenn die Vorlage eine reine Schwarz-Weiß-Zeichnung ist, und ich sie in Schwarz-Weiß wiedergeben will, würde ich auch direkt in Schwarz-Weiß scannen.

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catfonts

Ich scanne auch  bei allem, dass hinterher noch irgendwie bildbearbeitet werden soll, erst einmal mit dem vollen Scanner-Overkill. Viel zu hoch aufgelöst und viel zu RGB. Besonders bei alten Schwarzweiß-Bildern.

 

Grund dafür: Ich kann weit mehr beim Putzen des Bildes machen. Habe ich ein Farbbild eines SW-Fotos bekomme ich auch Stockflecke und Vergilbung sowie durch Oxidation oder verbliebene Fotochemie verblichene Stellen wieder hingemogelt.

 

Und wenn ich dann mit dem gesäuberten Bild richtig zufrieden bin, wird eine Kopie des Bildes dann gnadenlos entsättigt und entweder als Graustufenbild gespeichert oder eben, möchte ich die Originaltonung  wieder herstellen in ein Bild aus 2 Layern gewandelt. Der Hintergrund-Layer ist dann einfach eine glatte Fläche ohne Bildinformation, die dann in der originalen Papierefarbe eingefärbt wird, z.B. "charmois", der Vordergrund-Layer ist dann mein gereinigtes, entsättigtes und in der Gradationskurve korrigierte Bild, das transparent über den Papierlayer gelegt ist, und an dem ich dann meinen virtuellen Schwefeltoner wirken lasse.

 

Das ich so vorgehe, liegt wahrscheinlich daran, dass ich so auch schon in der Dunkelkammer gearbeitet hatte, und mit dem Vergrößerungsgerät als Reprokamera mit verschiedenen Farbfiltern auf Planfilm die Schwarzweißbilder meiner Mutter aus der Dunkelkammer meines Großvaters abfotografiert habe, um so aus fast total ausgeblichenen Papierbildern ein optisch der Zeit noch entsprechendes, aber gut erkennbares Foto zu bauen.

 

Eine Großteil meiner Bildbearbeitung habe ich also tatsächlich in meinerv 3m²-Dunkelkammer erarbeitet, und fahre damit bis heute gut.

 

Für alles, was ich mit Buchstaben mache, bin ich froh, einmal Blei in einen Winkelhaken gepackt zu haben, für die Bildverarbeitung ist es für mich wichtig, das Bild im Entwicklerbad beim Entstehen zu beobachten und die Finger auch mal im Fixierbad getaucht zu haben.

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guest_12

Das ist doch kein Problem, wenn nur s/w gedruckt werde sollte wandelt ihr die Bilder eben um. Generell fotografiere ich auch für geplante s/w Bilder in Farbe, man hat viel mehr Möglichkeiten bei der Umwandlung über Luminanz, Sättigung und Farbton der Farbkanäle die Umwandlung bzw. den Kontrast zu steuern. Gescannt habe ich früher immer in LAB falls das in der Software angeboten wurde.

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Þorsten

Wir gehen bei wichtigen Dokumenten auch etwa so vor wie @catfonts. Das ist wieder mal eine prima Anleitung. Danke, Peter! :biglove:

 

Ansonsten fällt mir nur noch der Hinweis ein, Schwarz-Weiß-Scannen nicht mit Graustufenscannen zu verwechseln. Meine Scanprogramme bieten beides an, und für Fotos ist Schwarz-Weiß-Scannen i.a.R. völlig ungeeignet.

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Eckhard

Ich würde gerne wissen, wie der Drucker und seine Geräte anhand einer Graustufen-Bild-Datei unterscheiden wollen, ob das Bild in Graustufen gescannt oder in RGB gescannt und dann in Graustufen umgewandelt wurden.  Mach doch den Test. Schicke dem Drucker beide Versionen, aber vertausche die Dateien: Die graustufeneingescannte gibst du als RGB und dann umgewandelt an und bei der anderen machst du es analog. Wenn dann noch die wegen besserer Bearbeitungsmöglichkeiten über RGB eingescannte Version otpisch besser ist, dann würde ich hier gerne die Antwort des Druckers lesen.

 

 

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guest_12

Ich glaube nicht das die Druckerei generell ein Problem mit in RGB gescannten und dann in s/w gewandelten Bildern hat. Ich vermute mal das die Bilder, so wie er sie vorgelegt hatte, noch in RGB waren. Dann wäre es durchaus ein »Problem« wenn s/w gedruckt werden soll. Welches sich dann eben doch recht einfach lösen lässt indem man sie in s/w wandelt. 

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Uwe Borchert

Hallo,

 

Am 12.3.2017 um 12:41 schrieb Christian Z.:

... Wenn die Vorlage eine reine Schwarz-Weiß-Zeichnung ist, und ich sie in Schwarz-Weiß wiedergeben will, würde ich auch direkt in Schwarz-Weiß scannen.

Davon würde ioh abraten! In diesem Fall würde ich zuerst in Graustufen scannen, dann die EBV auf das Bild loslassen und erst ganz am Ende in S/W wandeln. Dinge wie Kanten nachschärfen geht in Graustufen aber in S/W nicht mehr.

 

MfG

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catfonts

Und ich würde auch dann die Schwarzweiß-Zeichnung in Graustufen bewahren, und eben nicht in Schwarzweiß umwandeln, es sei denn, es soll als Fax raus. In Schwarzweiß gewandelt schaut das mit den Treppchen einfach nur  ******* aus.

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  • 8 Monate später...
Buchlayout

So, das Ergebnis ist da und die Druckqualität hat meinen Kunden regelrecht umgehauen, so begeistert war er davon, wie die Abbildungen gekommen sind. Auch die Druckerei, es war nicht die, die ihn so runtergezogen hatte, meinte, lange kein so schönes Buch gedruckt zu haben. Insofern hat alles ein gutes Ende genommen. In Abhängigkeit von der Vorlage sind sowohl die Farb- als auch s/w-Abbildungen sehr gut wiedergegeben worden. Danke noch einmal für die Unterstützung und Beratung!

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