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Victor

Austreiben/Einbringen im Blocksatz

Empfohlene Beiträge

Victor

Hallo,

 

bisher habe ich im Blocksatz Hurenkinder und Gassenbildung aufgrund riesiger WZR meist durch das Erhöhen bzw. Verringern der Laufweite vermieden. Nun ist das ja eigentlich verpönt, da dadurch der Grauwert geändert wird, auch wenn ich die LW »behutsam« um maximal  5 Einheiten (in InDesign also um 5‰ eines Gevierts) anpasse.

 

Wie ist da euer Workflow? Arbeitet ihr mit der Anpassung der Wortzwischenräume? Kann man das in ID irgendwie überblicken? Ein Eingabefeld wie für die LW, die man dadurch immer im Auge behält, gibt es ja m.W. nicht.

 

Anbei ein konkretes Beispiel mit einer sehr unschönen, löchrigen Zeile (die WZR wurden hier von ID auf ca. 200% erhöht) und der Frage, wie ihr in so einem Fall vorgehen würdet.

 

Meine Einstellungen sind bei diesem Screenshot wie folgt: Wortabstand: min. 85%, opt. 100%, max. 130% — Zeichenabstand: 0% — Silbentrennung: min. 5 Buchstaben, kürzeste Vorsilbe: 2, kürzeste Nachsilbe: 3, max. Trennstriche: 3 — Schrift: Fresco Normal 9/13, ca. 62 Zeichen pro Zeile.

 

V

Bildschirmfoto 2017-09-06 um 12.22.11.png

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KlausWehling

Meine Antwort ist mit Vorsicht zu genießen, da ich, was Gestaltung und Layout angeht, Autodidakt bin.

Meine Einstellungen in InDesign (CS5) .

Abstände: 80%, 100%, 110%

Silbentrennung: 3, 1, 1, 1,  5 und der Schieberegler steht ganz links auf »Abstände optimieren«.

Meine Silbentrennungseinstellung geht gegen alle Empfehlungen, funktioniert aber so recht gut. Ich habe bisher nur äußert selten nachbessern müssen.

 

Mit besten Grüßen

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Victor

Danke für Deine Antwort! Leider sieht mein Beispiel  mit Deinen Einstellungen  genauso schlimm aus wie vorher. Und Wörter mit drei Buchstaben zu trennen, bringe ich nicht über’s Herz. ;—) Wie treibst Du denn Zeilen aus bzw. bringst sie ein?

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KlausWehling
vor 40 Minuten schrieb Victor:

Danke für Deine Antwort! Leider sieht mein Beispiel  mit Deinen Einstellungen  genauso schlimm aus wie vorher. Und Wörter mit drei Buchstaben zu trennen, bringe ich nicht über’s Herz. ;—) Wie treibst Du denn Zeilen aus bzw. bringst sie ein?

Trotz meiner »furchtbaren« Silbentrennungsoptionen ist es noch nie vorgekommen, daß ID ein dreibuchstabiges Wort getrennt hätte.:roll:

Ich fürchte, bei dem von Dir gezeigten Abschnitt wirst Du mit dem Ergebnis leben müssen. Ich sehe keine Möglichkeit, wie Du »Schreib-« auf die erste Zeile bringen könntest. »ging« ist auch nicht viel besser. Vielleicht hat ja hier noch jemand einen Tipp, wie tief man in die Trickkiste greifen müßte. Ich lebte damit. Auch deshalb, weil eine aufwändige Lösung vielleicht nur »halbgut« aussieht und diese zwei Zeilen geschafft wären, es aber durch diesen Eingriff  »weiter unten« zu neuen Problemen führte.

 

Mit besten Grüßen

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Dieter Stockert

Bei Mengentext kommt es mir in erster Linie auf das angenehme Lesen an und erst in zweiter Linie darauf, wie die Seite im Ganzen wirkt. Deshalb achte ich im Zweifelsfall eher auf »sinnvolle« Silbentrennungen als auf einen möglichst gleichmäßigen Grauwert.

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bertel
vor 4 Stunden schrieb Dieter Stockert:

Deshalb achte ich im Zweifelsfall eher auf »sinnvolle« Silbentrennungen

So mache ich das auch, da ich die schnelle und möglichst eindeutige Erfassbarkeit vorziehe.

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Victor

Was macht ihr denn bei Hurenkindern? Treibt ihr Zeilen aus bzw. bringt diese ein, indem ihr die LW verändert? Greift ihr in die Breite der WZR ein? Verändert ihr den Satzspiegel minimal in der Breite (±1mm) oder in der Höhe (±1 Zeile)? Und falls ja, in welcher Reihenfolge bzw. in welcher Priorisierung?

 

Bei mir war das bisher so (InDesign, Blocksatz, klassische Literaturformate):

  1. LW ±5
  2. Die beiden untersten Zeilen einer Doppelseite entfernen (also Länge des Satzspiegels ändern)
  3. Wenn die Paginierung nicht im Weg ist und der Übersatz max. 1/3 der Zeilenlänge hat, eine zusätzliche Zeile unter den Satzspiegel einfügen
  4. LW ±10 (zur Not und mit Bauchschmerzen)

Das schlaue Buch (»Detailtypografie«) sagt ja, dass man beim Austreiben/Einbringen garnicht mit der LW, sondern mit den WZR arbeiten soll.

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bertel
vor 4 Stunden schrieb Victor:

Was macht ihr denn bei Hurenkindern?

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Einfach zwei Zeilen zusammenhalten :-D

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Dieter Stockert

Das ist zu einfach. Gemeint war vermutlich: Was kann man tun, damit der Satzspiegel bei der Methode des Zeilen-Zusammenhaltens nicht um eine Zeile zu kurz wird?

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Erwin Krump

Zu diesem Thema gibt es hier einige Beiträge. Z. B.

 

Hurenkinder verhindern
 

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jpw

<schmutzige Tricks>Wenn du sehr unglücklich mit den großen Wortzwischenräumen bist, kannst du für den einen Absatz mit Zeichenabstand (-2%/0%/2%) und Glyphenskalierung (98%/100%/102%) experimentieren und sogar den Schriftgrad um 0,1 Punkt reduzieren. Typographen werden aufjaulen, aber sieh dir das Endergebnis an und entscheide dann, was für dich insgesamt besser aussieht. Du kannst auch für die eine Seite den Satzspiegel um z.B. 1 mm verbreitern (oder schmaler machen), das merkt auch fast niemand.</schmutzige Tricks>

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catfonts

Ich hab mal in Corel etwas ganz anderes probiert. Ich weiß, Schriften strecken und stzauchen ist Bä! Aber warumj eigentlich nicht etwas ausnutzen, das ja jetzt erst durch digitale Schriften geht, und in Blei schlicht unmöglich ist. Im grunde ja der werg, dfen man bei alten Handschriften nutzte, indem man nicht nur die Wortzwischenräume, oder auch zu unterschiedlichen Grauwerten in den Zeilen führend, die Laufweite ändert, sondern die kompleete Zeile streckt oder staucht?

 

Hier mein Muster, das ich mal zeigen wollte, im Vergleich zu Blocksatz durch Strecken der Wortzwischenräume, was hier auch noch ne prima Gasse beschert.

 

Block.png.d2ae9f2fbeadaa90e010b4be34d652f9.png

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Dieter Stockert

Die englische Verfahrensweise, Worte oder Satzteile mittels langem Strich ohne Abstand zu verbinden, wo es doch eigentlich um ein Voneinander-Abtrennen geht (im Deutschen sinnfällig mit Leerzeichen Gedankenstrich Leerzeichen), ist in meinen Augen ziemlich widersinnig. Im Deutschen hätte man bei so einem Text noch den zusätzlichen Vorteil, dass die zusätzlichen Leerzeichen um die Gedankenstriche den Wortausgleich erleichtern. Und dann gibt es ja noch – im Englischen wie im Deutschen – die Silbentrennung, die das weiter entschärft.

Aber wenn ich das gezeigte Beispiel mal so nehme wie es ist, so finde ich beim ersten Hinschauen den oberen Textblock gleichmäßiger. Wenn ich dann aber anfange zu lesen, komme ich ins Schleudern. Wieso sieht die Schrift plötzlich anders aus? Die gedehnten Buchstaben wirken größer, ich habe also den Eindruck, hier finde eine Textauszeichnung statt. Nein, das würde ich nicht machen.

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catfonts

Das stimmt, aber ich habe hier bewusst so einen etwas

ungünstigen Ausgangszustand gewählt. Wenn ich zu-

vor die normalen Möglichkeiten su gut wie möglich aus-

schöpfe, denke ich jerdoch, dass ein minimales Strecken

und Stauchen der Textzeilen im einem noch nicht so auf-

fälligem Umfang dann die letzten, verbleibenden Proble-

me zu beseitigen helfen  könnte, ohne das es sehr deutlich

auffällt. Ich glaube sehr, hätte ich das an diesem Text hier

gemacht dann wäre es niemandem aufgefallen

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Dieter Stockert

Dann mach' doch mal.

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catfonts

Ja, der Text von eben schaut dann so aus:

 

Block1.png.d9072ec376b90f9a86464fafdac7034f.png

Hier habe ich allerdings die Bindestriche ein klein wenig über den rechten Rand gezogen, um das optisch besser anzugleichen

  • traurig 1

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Norbert P

Das sieht echt nicht gut aus.

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Jonas P
Am 8.9.2017 um 15:43 schrieb jpw:

<schmutzige Tricks>Wenn du sehr unglücklich mit den großen Wortzwischenräumen bist, kannst du für den einen Absatz mit Zeichenabstand (-2%/0%/2%) und Glyphenskalierung (98%/100%/102%) experimentieren … </schmutzige Tricks>

Weil ich mich damit gerade wieder rumschlage: Ist das nicht die Typografisch beste Lösung? Die minimale Verbreiterung ist doch nicht auffällig und so wurde doch auch früher (Gutenberg-Bibel) auch gesetzt. Persönlich gehe ich nicht unter 99%, das dann doch zu viel. Aber eine leichte Verbreiterung finde ich nicht störend, wenn es zu besserer Worttrennung führt. Meistens bekommt man ein Hurenkind ja weg, indem man einen Absatz vorher anders umbricht und nicht das eigentliche Hurenkind zurechtstutzt.

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