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Canapé – die gemütliche Schriftfamilie von Sebastian Nagel
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Schnitzel

Für einen Kunden mache ich gerade einen Entwurf für ein Banner. Das Ding ist 6 Meter breit und ein Meter hoch und soll über der Straße hängen – also in gut vier Meter Höhe. Das Material ist 350g/qm Netzvinyl.

Den Entwurf habe ich in InDesign in 1:2 angelegt und ein ausgewähltes Bild hat effektiv 106ppi. Mir ist schon klar, dass das sehr wenig ist, deswegen habe ich eben die Druckerei bzw. den Dienstleister angerufen und nachgefragt, wie denn deren Erfahrungen sind. Die junge Frau sagte mir, dass bei Drucken immer 300dpi verlangt werden, sonst können sie keine gute Qualität garantieren. Mein Hinweis, dass es doch auf diesem Netzt gedruckt wird und in einigen Metern Entfernung hängt und ich bestimmt kein Foto habe, das in der Größe noch 300dpi hat wurde freundlich, bestimmt mit ›Im Druck brauchen wir 300dpi‹ erwidert. Nach dem Auflegen, dachten wir beide garantiert: ›Was für unfähige Leute es gibt!‹ :mrgreen:

Aber sagt mal ehrlich: Netzstoff über der Straße mit 300dpi8-) Das kann doch nicht deren Ernst sein ...

Anbieter im Netz verlangen für ähnliche Produkte im Außenbereich ›75 oder besser 150dpi‹. Und das scheint mir doch realistischer ...

In anderen Foren habe ich gelesen, in so einem Fall solle man doch besser Kontakt mit dem Dienstleister aufnehmen – um dann so eine Antwort zu bekommen :-?8-)

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bertel

Bei 4 m Betrachtungsabstand reichen auch 30 dpi Bildauflösung. Dass trotzdem mit 300 dpi gedruckt wird, ist kein Widerspruch – das bezieht sich aber mehr auf gerasterte Vektoren als auf Bilder.

 

Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Monitor hat ca. 100 ppi, ein 46-Zoll-HDTV noch 50 ppi. Und da sitzt man 50–200 cm davor und empfindet das Bild als gestochen scharf. Bei 106 dpi und 4 m Abstand ist man so mehr als auf der sicheren Seite.

 

Das menschliche Auge kann idealerweise eine halbe Bogenminute auflösen. Um herauszufinden, wieviel Auflösung benötigt wird, folgende Formel: 
Auflösung in ppi = 1 Zoll in Meter/(tan(Auflösung des Auges)xSichtabstand) 
Für 0,5 m: 
0,0254 m (Zoll in Meter) / (tan0,0083 (halbe Bogenminute) x 0,5 m (Sichtabstand))= ca. 350 ppi 
Übersicht mit der Minimalauflösung von Bildern, damit sie im Sichtabstand absolut scharf sind: 
0,5 m –> ca. 350 ppi
1 m –> ca. 175 ppi
2 m –> ca. 90 ppi
3 m –> ca. 60 ppi

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Schnitzel
vor 3 Minuten schrieb bertel:

Dass trotzdem mit 300 dpi gedruckt wird, ist kein Widerspruch – das bezieht sich aber mehr auf gerasterte Vektoren als auf Bilder.

Das ist mir auch klar, aber wir haben explizit über die Anforderung der Bilddatei gesprochen ... :oops:

Selbst bei einfachen Flyern etc. kommt man ja schon oft im Offsetdruck mit 200 oder manchmal sogar mit 150dpi aus. Von daher fand ich die Aussage einfach quatsch ...

›Dann müssen Sie es eben in Photoshop etwas hochrechnen!‹ war auch ein Tipp – das habe ich jetzt gemacht (wie gesagt: es war 106dpi im Maßstab 1:2) aber nicht auf 300dpi.

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Ralf Herrmann

Ist halt die seit den 1990ern in der Branche eingebläute Faustregel. DREIHUNDERT DPI und basta!

Ist jetzt deine Entscheidung ob du es hochrechnest, um die Anforderung einfach zu erfüllen oder auf dem Druck in geringerer Auflösung bestehst. Das Ergebnis wird die Wahl nicht beeinflussen. 

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Eckhard

Einfach extrapoliern (ohne Sinn), drucken lassen und hinter anrufen und für den Tipp bedanken, mit dem Hinweis, dass es in 300 dpi wirklich viel besser aussieht. Dann fühlt sie sich bestätigt und nervt die nächsten Kunden auch.😀

 

Im Ernst. Es ist immer wieder ertaunlich wie schlecht die Auflösung beim Druck auf Mesh mit Betrachtunsabstand sein kann, ohne dass man einen Unterschied erkennen könnte. Nicht das schlecht aufgelöste Grafiken anzustreben sind, aber es ist wirklich noch einiges möglich.

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catfonts

Wahrscheinlich ist das da so, die schauen sich die Bildeigenschaften an, sehen 300 ppi und sind glücklich, Ja, das geht.

 

Jetzt kommst du da mit deinem Bild mit 4200 x 25000 Pixeln da an, und in den Bildeigenschaften steht nur 106 ppi -Oh, viel zu wenig, das geht ja gar nicht!

 

Der nächste Kunde spaziert da rein, mit einem Bild, das in der Breite nicht einmal 1000 Pixel hat, und das auf so einem Banner tatsächlich wohl noch immer hinreichend scharf erscheinen wird, betrachtet man das Ding aus der vorgesehenen Entfernung, ein Blick in die Dateieigenschaften: Prima, 300 ppi! Ja, das drucken wir!

 

Und der dritte Kunde kommt dann mit einem gerade 300 Pixel breiten Bild, Uii, das ist sogar in 600 ppi gespeichert. Kein Problem, auch das drucken wir...

 

Ich möchte die mal sehen, wenn du da tatsächlich mit einem 860 Megapixel-Bild ankommst (also 1 x 6m in 300 ppi), das wegen dann noch hoher Qualität mal locker seine 10GB groß ist...

 

Ich würde das also gar nicht mal hoch interpolieren, also die Dateigröße nutzlos aufblasen, sondern einfach nur in den Metadaten der Datei einen Wert von mindestens 300 ppi einstellen.

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Schnitzel
vor 4 Minuten schrieb catfonts:

Wahrscheinlich ist das da so, die schauen sich die Bildeigenschaften an, sehen 300 ppi und sind glücklich, Ja, das geht.

Die gucken gar nicht ...

Das letzte Mal haben die aus Versehen die falsche Datei bekommen und ein Roll-Up mit einem großen Bild mit 24dpi oder so gedruckt, zusammengebaut und ausgeliefert. Das zweite Roll-up mit einem ähnlichen Bild mit um die 70dpi, sah absolut okay aus – Digitaldruck eben ...

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catfonts

Na, um so besser, das erleichtert die Sache noch mehr: Nichts ändern, sondern einfach hin und sagen: "Ich habe das Bild auf 300 ppi hoch gearbeitet, Danke für den Tip. so wird es jetzt ja gehen..."

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Schnitzel

Im Prinzip schon, aber ...

Der Kunde war mit dem 24dpi-Bild natürlich nicht zufrieden und ich habe den Neudruck bezahlt. Deswegen wollte ich das diesmal abgesprochen haben.

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bertel
Gerade eben schrieb Schnitzel:

Der Kunde war mit dem 24dpi-Bild natürlich nicht zufrieden

Die Diskussion haben wir auch immer wieder – wir stellen den Kunden dann 5 m vom Druck entfernt und bitten ihn, nun zu erklären, worin seine Reklamation besteht. Das Thema hat sich dann immer plötzlich erledigt.

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catfonts

Nun, das stimmt schon, die 24ppi waren schon einigermaßen knapp, schaut man sich den Druck dann auf dem Schreibtisch an, aber das dürfte hier ja jetzt nicht das Problem sein. Die aktuelle Auflösung sollte wohl auch unter diesen Umständen absolut genügen.

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Andrea Preiss

Mein Tipp: such dir einen Anbieter, der etwas von seinem Job versteht 😗

Ich mache seit Jahren Messen und großformatiges und habe in der Größe noch nie Pixelbilder in 300 ppi geliefert. 

Bei Stoffdrucken (z. B. Beitex) reichen 60–80 ppi und die würde ich auch für Mesh veranschlagen. Mit deiner effektiven Auflösung passt also alles  (sofern sie in 1:1 ist und nicht bei 1:2 (sorry, passiert gerne wenn man es sonst gewohnt ist nur in 1:1 zu arbeiten).  Das Bild interpolieren, nur um auf die gewünschten 300 ppi zu kommen, halte ich für blödsinnig. Da geht immer Qualität verloren. 

Schon mal auf deren Webseite gekuckt, ob es ein Datenblatt zum Download gibt? Das weiß oftmals mehr als die Sachbearbeiter. 

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Schnitzel
vor 2 Stunden schrieb Andrea Preiss:

Mein Tipp: such dir einen Anbieter, der etwas von seinem Job versteht

Würde ich wohl so machen, war aber Wahl des Kunden, und der Anbieter ist hier irgendwie der Platzhirsch (mangels großartiger Konkurrenz).

Mein Drucker vor Ort weiß aber wenigstens was er macht – allerdings nur Offset …

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Schnitzel
vor 2 Stunden schrieb Andrea Preiss:

Schon mal auf deren Webseite gekuckt, ob es ein Datenblatt zum Download gibt?

Auf deren Webseite wird von ihrer Kompetenz geschwärmt, technische Angaben und so gibt es dort gar nicht. Die haben halt keinen Webshop.

 

Aber Danke für die Tipps und den Input – ich war tatsächlich kurz irritiert als ich für doof gehalten wurde, weil ich nicht verstehe, dass sie 300dpi brauchen :shock::bow:

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Christian Z.

Wenn die in 300 dpi drucken wollen, müsstest du dann beim Maßstab 1:2 die Grafik nicht auf 600 dpi aufplustern? 🤔 Aus reiner Neugier, warum hast du die Datei in 1:2 angelegt?

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catfonts

Indesign: maximal Format 5486.4 mm ?

 

Noch mal wo anders geschaut:

InDesign kann Seitengrößen bis zu 216 Zoll.
PDF kann Seitengrößen bis zu 200 Zoll.

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Schnitzel
vor 14 Minuten schrieb Christian Z.:

Aus reiner Neugier, warum hast du die Datei in 1:2 angelegt?

 

vor 9 Minuten schrieb catfonts:

Indesign: maximal Format 5486.4 mm ?

 

:nicken:

Ich hätt’s ja auch in Illustrator machen können – reine Gewohnheit, dass ich zu InDesign gegriffen habe …

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Christian Z.

Wusste ich nicht, mein größtes Querformat war bisher nur 4 m breit.

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catfonts

Nur zur Info: In CorelDRAW ist es so:

corelmax.JPG

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Andrea Preiss
vor 2 Stunden schrieb Schnitzel:

 

:nicken:

Ich hätt’s ja auch in Illustrator machen können – reine Gewohnheit, dass ich zu InDesign gegriffen habe …

Ich mache sowas immer in Illustrator – und grundsätzlich in 1:10 oder bei großen Abwicklungen in 1:100. Alles andere ist zu viel „Rechenarbeit“ und damit Fehlerquelle. Eine Schriftgröße von 498 Punkt lässt sich einfacher kontrollieren in 10er-Schritten 😄

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grollwiesel

@catfonts wegen der Megadaten

 

da manche Sachbearbeiter unwissend sind und bei Nachfragen von der Druckvorstufe gern mal nur per Preflight drübergeschaut wird, halte ich den Vorschlag auch für das Beste.

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gaja

King 300dpi gibt´s noch. Krass! Erinnert mich an Zeiten als Kunden 1 x 1 cm große Bilder für `ne Messewand geschickt haben mit der anmerkung: hat 300 dpi....😀

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Uwe Borchert
Geschrieben (bearbeitet)

Hallo,

 

vor 17 Stunden schrieb gaja:

King 300dpi gibt´s noch. Krass! Erinnert mich an Zeiten als Kunden 1 x 1 cm große Bilder für `ne Messewand geschickt haben mit der anmerkung: hat 300 dpi....😀

Klar. Bei der Tendenz zu kostengünstigen Billiglöhnern bekommt man auch eine bezahlungsgerechte Leistung vorgesetzt. Erschwerend kommt hier die viel zu geringe Wertschätzung des technisch-mathematischen Verständnis an den Schulen und den Ausbildungsstätten hinzu. Wenn die Kleinen erst mal groß sind und als Rohmaterial in die bedrückende und handgewrungene Fachkräftemangel rein müssen sind diese schon versaut, was man neudeutsch dann untrainierbar oder so nennt. Dann versuche denen mal mit absoluter vs relativer Auflösung zu kommen, oder den minimalen Winkel zur Auflösung oder ... oder ... oder ... Handbücher lesen ist dann aber auch ein NoGo, denn die Schule und/oder Aus- und Einbildung hat ja schon alles beigebracht und man muss nur noch genial Knöpfchen drücken um seinen genialen Künstler raushängen zu lassen.

 

Ok, ok ist dann häufig eher genital, geht einem auf dem Sack ...

 

PS: Gemäß der Spezifikationen von EXIF (und IIRC PS) müsste da 72 dpi rein, so bzw weil  man die Wiedergabegröße und damit --auflösung nicht (genau) kennt. 72 dpi stehen für unbekannte Wiedergabeauflösung. (*) Dann muss man über die absolute Auflösung (Bildgröße in Pixel²) einfach ausrechnen ob bei minimalem Betrachtungsabstand die Qualitätskriterien erfüllt werden. Minimale Auflösung entspricht etwa 360 dpi bei 30 cm Betrachtungsabstand und danach kann man abweichende Betrachtungsabstände mit dem Strahlensatz leicht und geschmeidig ausrechnen.

 

(*)   JEITA CP-3451 - Exchangeable image file format for digital still cameras: Exif Version 2.2 - XResolution, YResolution Seite 19ff.  Zitat: XResolution The number of pixels per ResolutionUnit in the ImageWidth direction. When the image resolution is unknown, 72 [dpi] is designated.

 

MfG

bearbeitet von Uwe Borchert
Vertappt und Zugeflixt!

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