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Eine elegante Display-Schrift von Friedrich Althausen mit 200 Ligaturen
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MalteM

musikalische Funktionssymbole als Font?

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MalteM

Hallo allerseits,

 

ich bin gerade auf der Suche nach einer Möglichkeit, musikalische Funktionssymbole für die harmonische Analyse in einer Arbeit zu verwenden. Für den Notensatz in LilyPond habe ich auch schon eine Möglichkeit gefunden, aus einem String wie "/DD_5>-7-9>" ein Funktionssymbol zu machen:

funktionssymbol.png.4c944d364f66cb500d1c93eee27aefcf.png

Falls ich das aber auch im Fließtext in LuaLaTeX nutzen wollte, müßte ich entweder das ganze auch nochmal in LaTeX (mithilfe von Lua) neu implementieren; da exakt identische Ergebnisse zu bekommen, ist aber vermutlich nicht einfach.

 

Oder, und hier kommt jetzt meine Frage nach der Machbarkeit, ich baue einen Font, der mithilfe von OpenType-Magie (Ligaturen, kontextabhängige Varianten, Kerning, …) die Arbeit übernimmt. Dazu nun ein paar Fragen:

  1. Kann man mit OpenType relativ allgemeine Regeln formulieren (sodaß Mechanismen wie das Hochstellen von Zahlen für alle Zahlen auf einmal geht)?
  2. Kann der Kontext von kontextabhängigen Sachen beliebig groß sein bzw. Kettenreaktionen bilden? Also z. B. -6~5~4< würde mir hochgestellt „6–5–4<“ ergeben (z. B. weil - die 6 hochstellt, die hochgestellte 6 den –, der wiederum die 5 usw.).
  3. Könnte man so etwas in FontForge (oder anderer freier Software für Linux) umsetzen?
  4. Ist so ein Projekt für jemanden, der noch fast nichts mit Fonts gemacht hat (außer ein paar Zeichen in Metafont für LilyPond), in wenigen Tagen realisierbar?

Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wo ich für 1. und 2. am ehesten anfangen sollte zu lesen, für meinen konkreten Anwendungsfall ist aber besonders 4. wichtig, deshalb wäre ich für Hinweise dankbar.

 

Viele Grüße

Malte

 

Edit: Das Notensatzprogramm Finale hat einen Font für harmonische Stufensymbole (leider keine Funktionssymbole) und Generalbaßziffern. Der arbeitet aber nicht mit Ligaturen und sonstiger OpenType-Magie, sondern man muß für jedes Zeichen wissen, wie es eingegeben wird (teilweise intuitiv, vieles aber auch mithilfe von Alt+Ziffern oder per Zeichentabelle des Systems). Daher meine Idee, daß das inzwischen doch einfacher gehen müßte.

 

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catfonts
vor 4 Minuten schrieb MalteM:

Ist so ein Projekt für jemanden, der noch fast nichts mit Fonts gemacht hat (außer ein paar Zeichen in Metafont für LilyPond), in wenigen Tagen realisierbar?

Davon würde ich jetzt mal nicht so sehr ausgehen.

 

vor 6 Minuten schrieb MalteM:

Könnte man so etwas in FontForge (oder anderer freier Software für Linux) umsetzen?

Mal davon abgesehen, dass es als Font-Editor frei, mit den notwendigen Möglichkeiten nur FontForge gibt, ja, aber allein dieses Programm ist nun wirklich eines, dass schoin erst mal eine deutlich längere einarbeitungszeit benötigt.

 

vor 9 Minuten schrieb MalteM:

Kann der Kontext von kontextabhängigen Sachen beliebig groß sein bzw. Kettenreaktionen bilden? Also z. B. -6~5~4< würde mir hochgestellt „6–5–4<“ ergeben (z. B. weil - die 6 hochstellt, die hochgestellte 6 den –, der wiederum die 5 usw.).

Opentype stellt nicht die Glyphen hoch und skaliert diese, statt dessen brauchst du die jeweiligen Glyphen in den gewünschten Größen und auf der jeweiligen Position, die dann kontextabhängig getauscht werden.  Ich habe da schon ähnliches gemacht, um chemische Formeln schreiben zu können. Ich bin da mit meinem Fonteditor, den ich so gut kenne, dass ich einen einfachen Font schon mal in ein paar Stunden beisammen habe, an diesem Hoch- und Tiefstellen gut 2 Wochen gebastelt, bis es wie ich wollte auch funktioniert.

 

vor 14 Minuten schrieb MalteM:

Kann man mit OpenType relativ allgemeine Regeln formulieren (sodaß Mechanismen wie das Hochstellen von Zahlen für alle Zahlen auf einmal geht)?

Dazu kommen die Zahlen und ihre hochgestellten Versionen jeweils in Glyphen-Klassen.

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MalteM
vor 1 Minute schrieb catfonts:

Davon würde ich jetzt mal nicht so sehr ausgehen.

Danke für die schnelle Antwort – ich habs befürchtet. Wär ich bloß vor längerer Zeit mal auf die Idee gekommen …

 

vor 1 Minute schrieb catfonts:

Opentype stellt nicht die Glyphen hoch und skaliert diese, statt dessen brauchst du die jeweiligen Glyphen in den gewünschten Größen und auf der jeweiligen Position, die dann kontextabhängig getauscht werden.  Ich habe da schon ähnliches gemacht, um chemische Formeln schreiben zu können. Ich bin da mit meinem Fonteditor, den ich so gut kenne, dass ich einen einfachen Font schon mal in ein paar Stunden beisammen habe, an diesem Hoch- und Tiefstellen gut 2 Wochen gebastelt, bis es wie ich wollte auch funktioniert.

Die Glyphen würde ich aus einem bestehenden Font nehmen (natürlich nur von einem, dessen Lizenz das erlaubt, ich hatte aber z. B. mal ein Auge auf Vollkorn geworfen). Da müßte man dann natürlich die hochgestellten Glyphen noch kopieren und auf mehrere verschiedene Höhen bringen, aber immerhin sind die Formen schon mal da.

vor 1 Minute schrieb catfonts:

Dazu kommen die Zahlen und ihre hochgestellten Versionen jeweils in Glyphen-Klassen.

Das klingt schon mal ganz gut. Kannst du etwas empfehlen, wo ich solche Grundlagen nachlesen kann?

 

Angesichts der mangelnden Zeit ist das dann allerdings wohl doch eher ein Projekt für „irgendwann später“.

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catfonts

Ich würde mich mal hier umsehen:

http://opentypecookbook.com/

 

Allerdings ist sein Projekt schon so speziell, dass da recht viel eigene Knobelei, denn bei OpenType hast du es ja letztlich fast nur mit Ersetzungsfunktionen und eben keiner richtigen Programmiersprache zu tun.

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MalteM

Danke! Beim kurzen Überfliegen siehts so aus, als wäre ein einfaches Verschieben von Glyphen sogar möglich (letztes Beispiel unter „Common techniques“) – dann bräuchte man nichtmal mehrere Glyphen für unterschiedliche Höhen.

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catfonts

aber eben die kleineren versionen

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Liuscorne

Hast Du mal geschaut, wie das neue Notensatzprogramm Dorico mit Funktionssymbolen umgeht? Es ist ja darauf ausgelegt, alles in einem Programm anzubieten, also auch das Setzen von Text, wie man es in Notenausgaben braucht. Vielleicht ist die mit Dorico ausgelieferte (und unter Public Domain veröffentlichte) Schriftart Bravura schon für Textsatz geeignet. (Vielleicht werden in Dorico die Funktionssymbole aber auch mit einem eigenen Textfont erzeugt, das weiß ich gerade nicht.) In jedem Fall dürften die Schriftarten von Dorico schon passende Glyphen für hochgestellte Ziffern etc. haben, weil das Programm auch in Sachen Typografie neue Maßstäbe setzen möchte. (Man hätte also schon Glyphen zur Verfügung, die nicht, wie das wohl in Finale oder Sibelius der Fall ist, skaliert werden, sondern schon in der passenden Größe gezeichnet sind.)

 

Hier ein paar Links zum Weiterforschen:

https://www.smufl.org/fonts/

https://www.dorico.com/

 

Hier der Link zum Dorico-Forum, wo man vielleicht nachfragen kann:

https://www.steinberg.net/forums/viewforum.php?f=246

 

Und hier schließlich ein Link zu einem Notensatzforum, wo einige (auch in Sachen Fonts) sehr kompetente Leute unterwegs sind:

http://notat.io/

 

Unter anderem der Betreiber dieser Foundry für Notenschriftarten:

https://www.musictypefoundry.com/product/mtf-arnold

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HenningH

Der Function-Symbol-Font von Sibelius enthält direkt die entsprechenden Symbole; ist aber leider serifenlos.

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Liuscorne

Ich habe gerade mal nachgeschaut: Meine Sibeliusversion (7.1.3) hat auch einen Serifen-Font (Opus Chords) für Funktionssymbole (eine angepasste Times New Roman). Über die Glyphentabelle lassen sich die Zeichen problemlos in eine Textverarbeitung einfügen; die meisten (oder alle nötigen??) Symbole sind direkt im Font enthalten, werden also nicht erst über Hochstellung und Versatz o.ä. erzeugt. Bei Vorzeichen u.ä. ist die Unterschneidung so gestaltet, dass die entsprechenden Symbole bündig untereinander angeordnet werden, wenn man sie einfügt. Vielleicht lohnt es sich zu testen, ob diese Schriftart schon alles enthält, was Du brauchst, Malte.

Der Opus-Font ist nicht frei verfügbar; aber mit einer Sibelius-Testversion sollte es möglich sein, den entsprechenden Font zu testen. Mein spontaner Eindruck ist, dass für Deine Zwecke eine solche Font-Version die geeignete ist. Eine für Deine Bedürfnisse angepasste Version ließe sich auch selbst relativ einfach anlegen, ohne dass man Ahnung von Opentype etc. haben müsste.

 

Ich habe mir auch mal kurz die Bravura-Fonts angeschaut (Bravura und Bravura Text). Der Aufbau dieser Fonts ist, wie nicht anders zu erwarten, ganz anders als der von Opus, Engraver u.ä., da ja alles in einem Font zusammengefasst ist (und zudem einem neuen Standard folgt). Die Funktionssymbole sind offenbar nicht "vorgefertigt" im Font enthalten, sondern werden eigens durch das Programm erzeugt. Da jeder Font hunderte von Glyphen enthält, ist es gar nicht so einfach herauszubekommen, wo sich welches Symbol befindet. Hier eine kurze Erläuterung:

https://w3c.github.io/smufl/gitbook/tables/chord-symbols.html

 

Da die Glyphen in Bravura von höherer Qualität sind als z.B. die Glyphen in Opus, lohnt es sich vielleicht, die einzelnen Symbole nach Deinen Bedürfnissen in einem neuen Font zusammenzustellen, der sich einfach in einem Textprogramm verwenden lässt.

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HenningH

Im Font der Akkordsymbole (Opus Chords) sind aber nicht die Funktionsbezeichnungen mit drin. Die habe ich nur in Opus Function Symbols und der ist leider serifenlos.

Edit: Im SMuFL sind sie auch serifenlos.

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TobiW

Hab jetzt grad keine Zeit , den Thread zu lesen, aber vielleicht hilft dir das: https://tobiw.de/tbdm/funktionssymbole

 

Edit: Nu hab ich doch Zeit gefunden zum Lesen … also mei Link, der eine Implementierung von Symbole in TeX zeigt, hilft womöglich eher wenig, aber ich lasse es trotzdem mal stehen …

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MalteM

Hallo allerseits,

 

vielen Dank für die weiteren Antworten! Leider hatte ich mein Paßwort vergessen und die Mails vom Forum zum Zurücksetzen sind nicht angekommen, deshalb antworte ich jetzt erst.

 

Bravura/SMuFL hab ich mir angeschaut, aber es sieht tatsächlich nicht so aus, als würde der Font viel hergeben. Sibelius hat mir Probleme bereitet; ich brauche zwar nur den Font, aber da hier Linux läuft konnte ich das Programm nicht mal installieren, um dranzukommen. Außerdem kann ich mir vorstellen, daß das 30-tägige Ausprobieren sich auch auf den Font bezieht, oder? Ich hab ihn jedenfalls anderswo nicht finden können, was für mich so klingt, als sei er nicht frei verfügbar.

 

Auf notat.io schau ich auch nochmal; da habe ich auch diesen Thread gefunden, wo tatsächlich auch Abraham von der MTF schreibt. Es scheint aber, als hätte es damals kein Ergebnis gegeben.

 

In der Zwischenzeit habe ich mich aber doch drangesetzt und aus Adobes Source Sans Pro mit fontforge was zusammengebastelt. Die Ergebnisse sind noch nicht 100% zufriedenstellend, aber vielleicht für meine Zwecke erstmal genug. Die Eingabe

(_5>/DD-79-.> D-46-~~.3~-.~-.5)[s-n] _5T_~4 _6/D_~-9_~->_~-~_5-8 t_3G-8-~-7->=DD-5v-> T-469~~~358

ergibt

Funktionssymbole.png.8b1fe0304f81e9b8190e2e99602703a4.png

Source Sans Pro hab ich aus zwei Gründen als Grundlage verwendet:

  1. Der Font ist unter der SIL Open Font License veröffentlicht. Wenn ich das richtig verstehe, bedeutet das, daß ich den Font sogar veröffentlichen dürfte, solange ich einen anderen Namen und dieselbe Lizenz verwende, oder? (Hab ich nicht vor, handwerklich ist das vermutlich ziemlicher Murks, was ich da gemacht hab.)
  2. Er enthält hochgestellte Ziffern und Klein- und Großbuchstaben; d. h. an neuen Zeichen mußte ich nur die hochgestellten < und > (beides einfach skalierte Originale), den Strich für Vorhalte/Durchgänge und die Striche für verkürzte Akkorde erstellen.

Ich hab erstmal alles ohne große Ahnung ins rlig-feature gepackt, aber es funktioniert bei ersten Tests in LilyPond und auf FontDrop! gut.

LuaLaTeX zickt aber rum, die Ligaturen /DD, /D und DD will es mir nicht zusammenbauen. Der Rest funktioniert aber auch da (mal abgesehen davon, daß _ und ~ in LaTeX Sonderbedeutung haben und ich bisher \_ und \textasciitilde schreiben muß, aber das läßt sich sicher noch beheben).

 

Deshalb frag ich mich jetzt, ob LuaLaTeX OpenType nicht vollständig unterstützt oder ob Pango (was LilyPond verwerwendet) übers Ziel hinausschießt und nur deshalb meine stümperhaften Versuche funktionieren, obwohl sie von OpenType nicht abgedeckt wären …

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TobiW

Zu LuaTeX und OpenType kann ich nix sagen, aber vielleicht magst du deinen Font mal irgendwie zur Verfügung stellen, dann kann einer von den Profis vielleicht erkennen was das Problem ist. Ich denke da an @catfonts, der schon viele nette Open-Type-Spielereien gebaut hat :gimmifive:

 

Für deine Analyse-Darstellungen die Sonderzeichen _ und ~ zu deaktivieren geht leicht, du musst den sog. catcode einfach ändern (12 = other). Das ganze sinnvollerweise innerhalb von einer Umgebung / einem Befehl, die/der dir dann auch direkt auf den richtigen Font etc. umschaltet.

 

% !TeX program = lualatex
\documentclass{article}

\makeatletter
\newenvironment{musicfunctions}{%
   % neuer Absatz, Abstand, Inhalt zentrieren (beispielhaft)
   \par\medskip\centering
   % auf deinen Font umschalten, z.B.
   \sffamily
   % _ und ~ zu 'other', d.h. nicht-aktiven, Zeichen machen
   \catcode`\_12\relax
   \catcode`\~12\relax
}{
   % neuer Absatz, Abstand (beispielhaft)
   \par\medskip
   % soll sich verhalten wie {itemize}, d.h. Einzug des folgenden
   % Absatzes nur, wenn durch Leerzeile getrennt
   \@endparenv
}
\makeatother

\usepackage{lipsum}% nur für's Beispiel

\begin{document}
Test~$a_b$
\begin{musicfunctions}
_T D~
\end{musicfunctions}

\lipsum*[2]
\begin{musicfunctions}
_T D~
\end{musicfunctions}
\lipsum*[2]

\lipsum*[2]
\begin{musicfunctions}
_T D~
\end{musicfunctions}

\lipsum*[2]

\end{document}

 

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MalteM
vor 4 Stunden schrieb TobiW:

Zu LuaTeX und OpenType kann ich nix sagen, aber vielleicht magst du deinen Font mal irgendwie zur Verfügung stellen, dann kann einer von den Profis vielleicht erkennen was das Problem ist. Ich denke da an @catfonts, der schon viele nette Open-Type-Spielereien gebaut hat :gimmifive:

Hier (Harmony.fea) mal das kommentierte feature file. Ich habe festgestellt, daß nicht grundsätzlich die Ligaturen /DD, /D und DD das Problem sind, sondern daß jede Ligatur -X für verschiedene X (siehe Zeilen 57–73 der Datei) die Ligatur davor aufbricht. So wird in DD-7 das DD aufgebrochen, in DD-7-9 außerdem das -7.

Ich habe die Autoren-Info etc. im Font noch nicht geändert, deshalb möchte ich ihn ungern online stellen, kann ihn aber gerne privat verschicken. Zum Font kann ich aber sagen, daß ich die neuen Glyphen alle in den privaten Bereich ab U+F0000 gepackt hab. Die .sups-Varianten sind im Original-Font drin, .supp, .sppp und .subs sind Kopien davon (nur letztere verschoben).

Zitat

Für deine Analyse-Darstellungen die Sonderzeichen _ und ~ zu deaktivieren geht leicht, du musst den sog. catcode einfach ändern (12 = other). Das ganze sinnvollerweise innerhalb von einer Umgebung / einem Befehl, die/der dir dann auch direkt auf den richtigen Font etc. umschaltet.

 

Das sieht erstmal gut aus, danke! Allerdings krieg ich es nicht hin, einen entsprechenden Befehl statt einer Umgebung zu definieren:

\documentclass{article}

%\usepackage{fontspec}
%\setsansfont{Harmony}

\newenvironment{function}{%
  \sffamily
  \catcode`\_12\relax
  \catcode`\~12\relax
}{}
\newcommand{\func}[1]{\begin{function}#1\end{function}}

\begin{document}
\begin{function}_5D -3~4\end{function}D\begin{function}D\end{function}D
\func{_5D -3~4}D\func{D}D
\end{document}

Der Fehler ist auch ohne den Font sichtbar 😉

 

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TobiW

Bei Befehlen ist das Problem, dass das Argument zuerst mit den aktuellen Catcodes eingelesen wird und dann an den Befehl übergeben; die Änderungen der Catcodes innerhalb des Befehls, werden also nicht mehr wahrgenommen. Abhilfe schafft hier das Ergänzen von \scantokes, was den Text unter Berücksichtigung der dann aktuellen Catcodes (also der kurz vorher im Befehl selbst geänderten) neu einließt. Die Definition sähe also so aus

\newcommand{\mfunc}[1]{%
   \begingroup
      % auf deinen Font umschalten, z.B.
      \sffamily
      % _ und ~ zu 'other', d.h. nicht-aktiven, Zeichen machen
      \catcode`\_12\relax
      \catcode`\~12\relax
      % Argument einlesen, aber neu scannen, um catcode-Änderung
      % zu berücksichtigen
      \scantokens{#1}%
   \endgroup
}

Ich halte es übrigens generell für keine gute Idee, in einem Befehl eine Umgebung aufzurufen. Abgesehen davon, dass es wie Dur merkst schief gehen kann, finde ich die Unterscheidung von Befehlen (≈ u.a. Verarbeitung kurzer Argumente) und Umgebungen (≈ Kennzeichnung und Verarbeitung längerer Textabschnitte) für sinnvoll. In deinem Fall gibt es eben eine Umgebung, die die Catcodes ändert, aber eben auch dafür sorgt, dass die Analysefolge abgesetzt dargestellt wird. Der Befehl ändert nur die Catcodes uns ist eher für die in-line Nutzung gedacht.

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MalteM

Danke für die Erklärung! Hier habe ich dann auch noch herausgefunden, wie ich mithilfe von \empty verhindern kann, daß ein überflüssiges Leerzeichen gesetzt wird (z. B. direkt vor Satzzeichen). Ja, mir war die eigentliche Bedeutung von Umgebungen und Befehlen schon bewußt, vielleicht hätte ich deutlicher machen sollen, daß ich es auch schon so wie du (bis auf \scantokens eben) probiert hatte, dann aber dachte „wenigstens wenn ich die Umgebung da setze, muß es doch gehen“.

 

Bleibt jetzt nur noch die Frage, warum -X vorhergehende Ligaturen aufbricht bzw. (wahrscheinlicher) gar nicht erst entstehen läßt. Ich probiere da nochmal rum, ob ich das doch in verschiedene features packen kann oder mir lookups in irgendeiner Weise helfen.

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MalteM
vor einer Stunde schrieb MalteM:

Bleibt jetzt nur noch die Frage, warum -X vorhergehende Ligaturen aufbricht bzw. (wahrscheinlicher) gar nicht erst entstehen läßt. Ich probiere da nochmal rum, ob ich das doch in verschiedene features packen kann oder mir lookups in irgendeiner Weise helfen.

Wenn ich die entsprechenden Regeln in ein lookup setze, bricht -X nur noch vorhergehende -X auf, keine anderen Ligaturen. Ich habe mal probiert, das Problem weiter einzugrenzen und bin jetzt bei einem sehr viel kleineren feature file (Harmony_only_sups.fea) gelandet, womit das Problem weiter reduzierbar wird:

 

-4-6 wird zu -4⁶ statt zu ⁴⁶

 

Edit: es geht sogar noch viel kleiner: Harmony_minimal.fea

 

Damit wird -4-4 zu -4⁴, aber _4_4 zu ₄₄. Es scheint so, als sei irgendetwas besonderes an „-“. Ich schau mir nochmal den Font (.otf) an.

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MalteM

Oh Mann, es scheint wirklich am „-“ zu liegen: Ersetze ich „-“ im feature file und in der TeX-Datei durch „=“, ergibt jedenfalls =4=4 wie erwartet ⁴⁴.

 

Ob jetzt der Font oder ((Lua)La)TeX schuld ist, ist mir nicht klar; warum ersterer schuld sein sollte, aber auch nicht.

 

Hab natürlich gleich an catcodes gedacht und „-“ auch auf 12 gesetzt, das hatte aber keinen Effekt (kann mir auch vorstellen, daß es davor schon auf 12 saß).

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TobiW

Also das Divis ist in TeX ein normales Zeichen (eben Catcode = 12), bildet allerdings auch eine Ligatur, um den Halb- und Geviertstrich zu erzeugen. Nutzt du Fontspec? Dann könntest du Versuchen diese TeX-Ligaturen (innerhalb der Wirkung deines Fonts) abzuschalten (S. 21 in fontspec.pdf). Außerdem ist das Divis ja auch als Trennzeichen definiert (Stichwort \hyphenchar), vielleicht liegt es auch daran und du musst diesen ebenfalls deaktivieren. Ansonsten kannst du deine Frage vielleicht auchnochmal auf TeX.SX stellen (mit Hin- und Rücklink zur Info für alle), da tummeln sich mehr TeX-Experten als hier ;-)

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MalteM
vor 3 Stunden schrieb TobiW:

Nutzt du Fontspec? Dann könntest du Versuchen diese TeX-Ligaturen (innerhalb der Wirkung deines Fonts) abzuschalten (S. 21 in fontspec.pdf).

Danke, das hab ich ausprobiert, es deaktiviert auch die „--“-Ligatur, hat aber auf „-4-4“ nicht die gewünschte Wirkung.

Zitat

Außerdem ist das Divis ja auch als Trennzeichen definiert (Stichwort \hyphenchar), vielleicht liegt es auch daran und du musst diesen ebenfalls deaktivieren.

Hab verschiedenes probiert, zuletzt \hyphenchar auf -1 gesetzt, bisher leider auch kein Erfolg.

Zitat

Ansonsten kannst du deine Frage vielleicht auchnochmal auf TeX.SX stellen (mit Hin- und Rücklink zur Info für alle), da tummeln sich mehr TeX-Experten als hier ;-)

Hiermit getan, danke für den Hinweis!

 

Edit: Eine Lösung ist gefunden (siehe drüben … Hab ich das richtig verstanden, daß ich mich dort nicht per Kommentar bedanken sollte? Kommt mir irgendwie komisch vor, nur den grünen Haken als einziges Feedback dazulassen.)

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TobiW

Da gabs dann ja auch schon ne Lösung. Gut!

 

Was mir grad noch einfällt. Warum nimmst du eigentlich nicht ^ (statt -) für die Hochstellung und - (statt ~) für die Striche bei Vorhalten? Das erscheint mir – als TeX-Formel-Syntax gewohnter Mensch – irgendwie logischer und ist vielleicht im Quellcode auch besser lesbar.

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MalteM
vor 11 Minuten schrieb TobiW:

Was mir grad noch einfällt. Warum nimmst du eigentlich nicht ^ (statt -) für die Hochstellung und - (statt ~) für die Striche bei Vorhalten?

Es gibt zwei Gründe, die miteinander zusammenhängen:

  1. Warum nicht ^? Ich wollte ^ freihalten, falls ich den Font noch um Soprantöne, also Zahlen, die nicht rechts oben, sondern direkt überm Funktionssymbol stehen, erweitern möchte.
  2. Warum - und nicht was anderes? LilyPond nimmt _ und ^ wie LaTeX für Hoch- und Tiefstellung, außerdem aber - für automatische Positionierung (was dann auch auf hoch oder tief rausläuft). Ich habe - eben auch als drittes Zeichen für eine Art „Mitte“ gewählt, wobei das bei mir nicht „automatisch hoch oder runter“ sondern „nicht explizit Sopran- oder Baßton“ heißt ;)

Ich habe aber schon überlegt, - statt ~ zu verwenden und = statt - für die Optionstöne.

 

Ich werde jetzt mal probieren, den Font zu sortieren und die Metadaten anzupassen, dann kann ich mal überlegen, das Ding irgendwo öffentlich zu machen, da es sicher interessierte Menschen gibt, die vielleicht auch noch Verbesserungen beitragen können. Da es schon mindestens drei Fonts namens „Harmony“ gibt, werd ich wohl zu „Riemann“ wechseln, da hab ich auf die Schnelle nur ein „Riemann Theatre“ gefunden.

 

(Hugo Riemann ist der Begründer der Funktionstheorie in der Musik. Hat soweit ich weiß nichts mit Bernhard Riemann, einem der Begründer der Funktionentheorie in der Mathematik (was etwas komplett anderes ist) zu tun 😉)

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TobiW

Das Circumflex für Soprantöne frei zuhalten ist ne gute Idee, sowas hatte ich nicht auf dem Schirm. Die letzte Funktionsanalyse, die ich gemacht hab war im Studium und das ist dann doch schon ein paar Tage her. In der Schule bin ich schon Froh, wenn die Schüler T und D in Grundstellung auseinanderhalten können :hammer:

 

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MalteM

Auf notat.io gabs Interessensbekundungen, ich hab die Sache hier mal veröffentlicht. Ich hoff bloß, daß das mit der Lizenz alles so hinhaut.

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