Jump to content
Typografie.info
<p>Die neue Fachbibliothek für Schrift und Typografie in Weimar</p>
<p>Die neue Fachbibliothek für Schrift und Typografie in Weimar</p>
<p>Die neue Fachbibliothek für Schrift und Typografie in Weimar</p>
<p>Die neue Fachbibliothek für Schrift und Typografie in Weimar</p>
Phoibos

Sans-Forgetica-Diskussion

Empfohlene Beiträge

Phoibos

Komische Idee, ein ungewohnte (für mich kaputte) Schrift soll helfen, Dinge besser behalten zu können: https://winfuture.de/videos/Software/Sans-Forgetica-Font-soll-Lernstoff-optimal-ins-Gehirn-einbrennen-19661.html

und die Originalseite: http://sansforgetica.rmit/

Für mich klingt das sehr nach dem Font, der Tinte sparen sollte...

  • Gefällt 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
bertel

Das ist nur ein kurzzeitiger Effekt, vergleichbar mit dem Erlernen einer Sprache mit Schriftzeichen wie Hebräisch, CJK etc. Am Anfang muss sich das Hirn extrem damit auseinandersetzen, und wenn dann mal die Zeichen gelernt sind, ist man wieder am Anfang. Dann müssen neue neue Zeichen her ;-)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Phoibos
vor 11 Minuten schrieb bertel:

kurzzeitiger Effekt

Mmm, selbst das möchte ich bezweifeln. Ich kann mich jedenfalls nicht an die ersten griechischen und russischen Wörter erinnern, die ich lesen lernte. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
bertel
vor 2 Stunden schrieb Phoibos:

Ich kann mich jedenfalls nicht an die ersten griechischen und russischen Wörter erinnern, die ich lesen lernte.

Darum geht es ja auch nicht, sondern um das "Lesen lernen". Anfangs muss das neue Zeichen/Wort angeschaut, entziffert, vielleicht der richtige Laut dazu überlegt und dann auch noch die deutsche Entsprechung oder Übersetzung in Hinterkopf gesucht werden. Wie bei dieser ungewohnten Schrift eben auch. Wenn die Zeichen erst mal flüssig gelesen werden können und nicht einzeln oder blockweise vom Hirn aktiv entziffert werden müssen, ist man wieder am Anfang, verhält sich also wie bei jeder anderen bereits gelernten Schrift.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Mueck
vor 3 Stunden schrieb catfonts:

Ich habe so etwas auch schon mal verbrochen:

Auch mit "using the principles of cognitive psychology"?!?

 

Ah, ein linksgeneigter Font, selten geworden ...

Endlich was für kleine Gewässer auf Karten in Zeiten des Klimawandels ...

  • Gefällt 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Þorsten
vor 5 Stunden schrieb bertel:

Das ist nur ein kurzzeitiger Effekt

Und damit potentiell durchaus signifikant, wenn du ihn für die Prüfung deines Lebens aktivieren könntest, oder? 8-)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
bertel

Wenn’s denn überhaupt funktioniert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
catfonts
vor 3 Stunden schrieb Mueck:

 

Ah, ein linksgeneigter Font, selten geworden ...

Eigentlich muss ich in diesem Zusammenhang sagen, dass ich noch keine wirklich echte Linkskursive gesehen habe.

Linksgeneigte Schriften, ja, aber derart in Richtung Schreibschrift tendieren, wie eine echte Kursivschrift, nur eben "lefthanded"?

 

Gibt es das überhaupt?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Þorsten
Am 6.10.2018 um 10:16 schrieb bertel:

Wenn’s denn überhaupt funktioniert.

Dazu gibt’s ja Wissenschaftler, die so was untersuchen. Ich finde das jedenfalls spannend.

 

Zu Peters Schrift:

Kann%20man%20lesen%2C%20oder%3F.png
SchnippSchnapp (Die verwendete Bibliothek kann die kontextabhängigen Alternativglyphen leider nicht anzeigen.)

 

Echte Linkskursive wären dann doch mal eine echte Marktlücke! Als Anwendungsfälle könnte ich mir unkonventionelle Handschriften vorstellen (manche Handschriften sind ja linksgeneigt) oder auch Schriften, die in Kombination mit regelmäßig linksgeneigten hebräischen »Kursivschriften« eingesetzt werden sollen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ralf Herrmann

Die ursprünglichen Studien fanden einen messbaren Zusammenhang zwischen »schwerer lesbar« und »wird besser erinnert«. Was auch nicht weiter verwundert. Jeder Text kann in einem Spektrum von »gründlich/konzentriert/langsam« oder »nur überflogen« gelesen werden. Eine schwerer lesbare Schrift drückte die Ergebnisse in den konkreten Studien einen Tick mehr in erstere Kategorie und das ließ sich messen. Die Lehre daraus ist banal: Du willst dich an das Gelesene erinnern? Dann nimm dir Zeit und ließ den Text gründlich. Überraschung!

Dies über eine ganz bestimmte »kapputgemachte« Schrift dauerhaft erzwingen zu wollen, erscheint mir nicht besonders plausibel bzw. praxistauglich. Erstens ließ sich der gleiche Effekt auch bislang schon erstellen. Hunderte dekorative Schriften sind nicht besonders gut lesbar. Kleine Schrift erschwert das Lesen. Schwacher Kontrast und schlechtes Licht erschweren das Lesen. Und so weiter. Wer will, kann Bücher auch verkehrt herum lesen. Noch schwerer! Noch bessere Erinnerung, nicht wahr? ;-) 

Die Story ist sehr medientauglich, da sie suggeriert, es gäbe eine simple Lösung für ein Problem, das jeder kennt. Ob es funktioniert, muss die Praxis und langfristigere Studien zeigen. Ich erwarte es jedenfalls nicht. Nur weil es in Laborversuchen messbare Ergebnisse gab, heißt das noch lange nicht, dass es für Leser einen spürbaren Nutzen gibt. Und der Chance auf den (wohl eher geringen) Nutzen stehen auch Kosten gegenüber: nämlich die Anstrengung selbst. Halte ich es wirklich durch, hunderte Seiten in dieser Schrift zu lesen? Die kollektive Berufserfahrung aus 500 Jahren Typografie lässt uns eigentlich etwas anderes vermuten. 

  • Gefällt 5

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Þorsten
vor 6 Stunden schrieb Ralf Herrmann:

Die kollektive Berufserfahrung aus 500 Jahren Typografie lässt uns eigentlich etwas anderes vermuten.

Martin! Dass du jetzt Ralfs Account kaperst, hätte ich echt nicht erwartet! :neenee:

 

Ob solche Effekte kurzfristig sind, nicht über das hinaus gehen, was sich durch »normale« Displayschriften (oder kleinere Schriftgrößen etc.) erreichbar ist, kann ja in weiteren Studien erforscht werden. Was soll daran schlecht sein? :-?

  • lustig! 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
bertel

Was daran schlecht ist? Die Aussage, der Font soll Lernstoff optimal ins Gehirn einbrennen. Das kann der Font gar nicht leisten, sondern allein die Tatsache, dass der Text mit erhöhter Aufmerksamkeit gelesen wird, weil der Font noch nicht gelernt ist. Alles, was die Aufmerksamkeit erhöhen kann, ist zum Lernen gut.

  • Gefällt 2

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ralf Herrmann
vor 53 Minuten schrieb Þorsten:

Was soll daran schlecht sein? :-?

Nix, und mein »Ob es funktioniert, muss die Praxis und langfristigere Studien zeigen.« sagte ja exakt dies. 
Was das Projekt suggeriert bzw. von den Medien bereitwillig verbreitet wird und ob der gleicher Effekt nicht vielleicht anders genauso erreichbar wäre, darf doch aber wohl auch diskutiert werden. Was soll daran schlecht sein? ;-)

  • lustig! 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Þorsten
vor 2 Stunden schrieb Ralf Herrmann:

darf doch aber wohl auch diskutiert werden

Sicher. Aber zwischen »brennt sich optimal ins Hirn« und »kollektive Berufserfahrung aus 500 Jahren Typografie« (und daraus implizit: Da wissen wir schon, dass das alles Quatsch ist!) ist halt ein weites Feld. Hat sich in den 500 Jahren irgendjemand explizit und fundiert damit beschäftigt, ob verschiedene Schriften einen Einfluss auf das Lernen haben? Nicht, oder? Und wenn das ziemliches Neuland ist, warten wir halt mal ab, was die Experten heraus finden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Martin Z. Schröder

Die Kommentare im Fontblog find ich teilweise lustig: Kopfschmerzen erfordern auch eine höhere Konzentration, also lernt man bei Kopfschmerzen besser.

Ich halte das für Unsinn, diese Studien. Ich wäre nicht auf die Zahl 500 (Jahre) gekommen, aber wie wenig man über Lesen und Lernen weiß, ist seit ein paar Jahrzehnten bekannt. Lesefreundlichkeit spielte vor 500 Jahren eher eine untergeordnete Rolle, glaube ich. Aber die wildesten Studien können praktische Auswirkungen haben. Man muß ja nur einen Blick in die Bücher für Leseanfänger werfen, in denen Wortbilder keine Bedeutung zu haben scheinen (zu große und serifenlose Schriften, die kein Leser würde in Büchern lesen wollen, sollen dazu dienen, Lesen zu lernen). Da ist nur wenig von dem zu finden, woran Typografen glauben. Wenn ein Verlag Bücher mit kaputten Schriften mit dem richtigen Marketing anbietet und eine reformfreudige Kultusverwaltung Tatendrang verspürt, kann auch dieser Quatsch Wirklichkeit werden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ralf Herrmann
vor 2 Minuten schrieb Þorsten:

und daraus implizit: Da wissen wir schon, dass das alles Quatsch ist!

Bisschen streitsüchtig aufgelegt? Meine Worte waren wie meist sorgfältig gewählt und diese Verdrehungen durch Übertreibungen sind doch unnötig. Mein Beitrag lässt viel offen und zieht entgegen deiner Unterstellung eben gerade kein vorschnelles Fazit, dass das vermeintlich alles Quatsch ist.

Die Sache mit den 500 Jahren bezog sich allein auf die Fragestellung, ob wir hunderte Seiten absichtlich schlecht lesbarer Schrift lesen wollen und also werden, damit vermeintlich positive Effekte überhaupt wirken und somit die genannten Kosten überwiegen können. Wohlgemerkt »Fragestellung«! Es war keine Behauptung, sondern eine Frage, zu der ich mir aus Erfahrung eine »Vermutung« erlaubt habe. Wie vorsichtig soll ich es denn noch formulieren, um nicht damit anzuecken? Fragen und Vermuten ist schon tabu?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Phoibos
vor 26 Minuten schrieb Þorsten:

ob verschiedene Schriften einen Einfluss auf das Lernen haben

Es ist doch Aufgabe des Typographen, Inhalte dem Auge schmeichelnd und dem Hirne leicht erfassbar darzustellen. Ergo ist die pure Berufstätigkeit als solche für mich Untersuchung genug. 
Ja, Irritationen helfen dem Gehirne, aufmerksam zu bleiben. Aber Lernen ist mehr als das pure Durch-einen-Text-stolpern. Wenn dem so wäre, würden illetterate (hab ich grad bei Onkel Wiki gelernt!) Menschen besonders gut Schriftliches lernen können. 
Und "optimal" ist so lächerlich, dass ich da gar nicht darauf eingehen mag.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Phoibos
vor 34 Minuten schrieb Þorsten:

Neuland

In den 3000 Jahren Schrift haben sich Gesellschaften meines Wissens als erfolgreicher erwiesen, die über lesbare und übersichtliche Schriftsysteme verfügt haben.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Uwe Borchert

Hallo,

 

vor 13 Stunden schrieb Ralf Herrmann:

Die Sache mit den 500 Jahren bezog sich allein auf die Fragestellung, ob wir hunderte Seiten absichtlich schlecht lesbarer Schrift lesen wollen und also werden, damit vermeintlich positive Effekte überhaupt wirken und somit die genannten Kosten überwiegen können. Wohlgemerkt »Fragestellung«! Es war keine Behauptung, sondern eine Frage, zu der ich mir aus Erfahrung eine »Vermutung« erlaubt habe. Wie vorsichtig soll ich es denn noch formulieren, um nicht damit anzuecken? Fragen und Vermuten ist schon tabu?

Ich kann zumindest für meinereiner eine Antwort geben. Ich würde ein grauenhaft lesbares Druckwerk sehr schnell bei Seite legen und ggf. einer stofflichen Weiterverwertung im Altpapier zufügen. Aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, weitgehend typografiefrei, kenne ich bei Veranstaltungsflyern und -plakaten ebenfalls den Effekt des sehr schnellen Ignorieren bei unleserlichen Grunge-Schriften oder bei inverser Farbgebenung (hell auf dunkel) bzw. bei Farbe auf Farbe. Dieser Effekt ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis altersabhängig. Mit dem Alter und nachlassender Sehkraft steigt die Neigung schlechte Typografie und Grafik nicht mehr zu tolerieren.

 

Hätten die (sogenannten) Wissenschaftler einen anderen Ansatz gewählt, was wäre dann rausgekommen? Ich hätte da eher einen Ansatz mit einem halben Dutzend Veranstaltungsflyer gemacht und dann nach den Veranstaltungen gefragt. Das in zwei Gruppen, bei denen jeweils das Design vertauscht wurde und man hat in etwa einen Vergleich. Und da wäre das Ergebnis sehr wahrscheinlich anders ausgefallen, würde meine gemachten und oben erwähnten Erfahrungen sicher sehr viel näher kommen als der von diesen (sogenannten) Wissenschaftlern verbreitete These.

 

<POLEMIK>

Mir als Wissenschaftler - Dipl Meteorologe, mit etwa einem Jahrzehnt wissenschaftlicher Berufserfahrung in Bildverarbeitung, Mustererkennung und grafischer Datenverarbeitung, später dann Dokumentation - sind solche (sogenannten) Wissenschaftler immer sehr unangenehm. Unter deren postmodernen, postwahren und postfaktischen Thesen leidet die Wissenschaft und der Ruf der noch wenigen verbliebenen echten Wissenschaftlern™ doch extrem.

</POLEMIK>

 

MfG


Uwe Borchert

  • Gefällt 1
  • sehr interessant! 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Einloggen

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden
Brandon Grotesque — ein MyFonts-Bestseller
Brandon Grotesque — ein MyFonts-Bestseller
Brandon Grotesque — ein MyFonts-Bestseller
Brandon Grotesque — ein MyFonts-Bestseller
×

Hinweis

Wie die meisten Websites, legt auch Typografie.info Cookies im Browser ab, um die Bedienung der Seite zu verbessern. Sie können die Cookie-Einstellungen des Browsers anpassen. Anderenfalls akzeptieren Sie bitte die Speicherung von Cookies. Weitere Details in der Datenschutzerklärung