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Microboy

Klein- bzw. Großschreibung in Logos

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Microboy

Ich sitze gerade an einem Logo welches aus vier Buchstaben bzw. einer Abkürzung besteht. Das bisherige Logo ist komplett in Versalien angelegt. Die Lettern geben aus grafischer Sicht leider nicht viel her. Mit Kleinbuchstaben entsteht durch den Wechsel von Ober- und Unterlängen ein deutlich spannenderes Bild.

 

Ich persönlich mag es eigentlich nicht, wenn Firmennamen klein geschrieben werden. Bei Abkürzungen bin ich etwas unsicher bzw. unentschieden. Allerdings ist das ja durchaus üblich (Siehe dpa, edp, ...). Wie seht ihr das? Spricht etwas grundsätzlich gegen Kleinbuchstaben?

 

:-?

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Þorsten
vor 9 Minuten schrieb Microboy:

Spricht etwas grundsätzlich gegen Kleinbuchstaben?

Nö, siehe dpa, edp, … ;-)

 

Ich denke, es kommt wie immer auf die Umsetzung an. Und halt darauf, ob die Logogestaltung als solche gesehen wird oder ob man daraus (m.E. fälschlicherweise) ableitet, dass der Firmenname auch im Text so geschrieben werden soll. Das ist dann das, das mich oft nervt.

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Microboy
vor einer Stunde schrieb Þorsten:

Das ist dann das, das mich oft nervt.

Das nervt in der Tat und diesen Punkt hatte ich bisher auch gar nicht bedacht. :aschehaupt:

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Þorsten

Ansonsten sind kleingeschriebene Logos in den letzten Jahren anscheinend schwer in Mode gekommen. Mir fallen da auf Anhieb etliche Redesigns ein. Also nur zu, wenn’s so besser passt …

 

Übrigens kann auch eine Adhoc-Mischung aus Versalien und Minuskeln funktionieren. Spontan fällt mir da die Restaurantkette IHOP ein. Vielleicht auch eine Überlegung wert …

ihope-gallery-ft.png

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Christian Z.

Während meiner Ausbildung und jetzt auch wieder bin ich in einer Firma gelandet, die sich im Logo klein schreibt. In beiden Fällen ist es so gedacht, dass dies auch im Fließtext durchgezogen werden soll. Persönlich finde ich es komisch, Eigennamen im Text klein zu schreiben und ein bisschen anmaßend, dies mit seinem Design vorschreiben zu wollen. Daher freue ich mich über Kunden, die die Kleinschreibung ignorieren und Firmennamen stattdessen ganz normal schreiben (wie Nachnamen eben, was die Firmennamen in beiden Fällen auch sind). 😄

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bertel

amazon, adidas, android, zalando, smart … funktioniert doch prima.

smart schreibt sich im Fließtext selbst klein.

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Þorsten
vor 1 Stunde schrieb bertel:

smart schreibt sich im Fließtext selbst klein.

Which, to put it mildly, isn’t very smart — especially in English.

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Microboy
vor 1 Stunde schrieb bertel:

amazon, adidas, android, zalando, smart … funktioniert doch prima.

smart schreibt sich im Fließtext selbst klein.

In meinem Fall ist es ein Verband dessen Name sich aus mehreren Wörtern zusammensetzt und das Logo besteht aus den vier Anfangsbuchstaben - bisher in Versalien. Ausgeschrieben wird der Name ganz normal gesetzt. Mit amazon oder zalando lässt er sich deshalb nur bedingt vergleichen. Der Fall liegt eher wie bei dpa und da bin ich gerade nicht sicher wie ich das im Fließtext finde. Machen kann man es natürlich...

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Þorsten
vor 30 Minuten schrieb Microboy:

dpa … im Fließtext

Also ich verspüre da keinerlei Ambivalenz. Das ist einfach hässlich und doof! :baeh: Ich hätte echt nicht gedacht, dass ein Unternehmen, das ein Unternehmen, dessen Kernkompetenz die Sprache ist, das so durchzieht. Und dann auch noch mit so Sachen wie »dpa Nachrichten« (sic)! Übrigens scheinen englischsprachige Medien den Wunsch der DPA nach Kleinschreibung mehrheitlich zu ignorieren. Die deutschen halten sich meist dran. :-?

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Microboy

Aber DPA sieht eben im Gegensatz zu dpa im Logo schon sehr lahm aus ... 

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Þorsten

Es ist aber nicht die Aufgabe von Fließtext, nicht lahm auszusehen. Mir erschließt sich der Drang, schicke Logoschreibungen regelbrechend im Fließtext einsetzen zu müssen, ohnehin nicht. Dann könnte man auch gleich darauf bestehen, im Fließtext immer auch Schriftart, Strichstärke und Farbe der Marke zu verwenden. Macht auch keiner.

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Phoibos

Ich finde gewisse Logoschreibungen auch im Fließtext nett: iPod statt IPod oder Ipod sieht doch irgendwie netter aus. Kann aber natürlich auch an der Wirksamkeit der Apple'schen Marketingstrategie liegen.

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Microboy
vor 8 Stunden schrieb Þorsten:

Es ist aber nicht die Aufgabe von Fließtext, nicht lahm auszusehen. Mir erschließt sich der Drang, schicke Logoschreibungen regelbrechend im Fließtext einsetzen zu müssen, ohnehin nicht. Dann könnte man auch gleich darauf bestehen, im Fließtext immer auch Schriftart, Strichstärke und Farbe der Marke zu verwenden. Macht auch keiner.

Mir ging es bei dem Vergleich nicht um die Schreibweise im Fließtext sondern um die Wirkung im Logo die dann wiederum eine entsprechende Schreibweise im Fließtext nach sich zieht.

 

Priorität hat für mich erst einmal das Logo. Die Schreibweise im Fließtext ist dann ein untergeordnetes Problem. 

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Ralf Herrmann
vor 5 Minuten schrieb Microboy:

Priorität hat für mich erst einmal das Logo. Die Schreibweise im Fließtext ist dann ein untergeordnetes Problem. 

Letzteres ist ein zwingend folgendes Problem, also gerade nicht untergeordnet. Es sind zwei Seiten einer Medaille und es muss also direkt mitbedacht werden. Jede vom Rechtschreibstandard abweichende Form (Kleinschreibung, Leerzeichen in Komposita, …) schafft die schon diskutierte Problematik in Fließtexten. Und die ist auch nicht auszuräumen, da allenfalls Standards für eigene Texte aufgestellt und durchgesetzt werden können. Wir hatten dazu ja schon mal eine lange und ziemlich hitzige Diskussion. 

Mein Fazit bleibt gleich: Letztlich ist es ein Abwägen. Spricht etwas gegen Logo-Schreibungen, die von Rechtschreibregeln abweichen: Klares Ja! Sie erzeugen Unsicherheiten und Inkonsistenzen, die Standardschreibungen nicht erzeugen würden. Das ist ein objektiver Nachteil. Überwiegt dieser Nachteil die Gründe, aus denen man eventuell eine von Rechtschreibstandards abweichende Schreibung wählen könnte? Das hängt vom Einzelfall ab und ist letztlich auch subjektiv. 

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Microboy

Das kann ich so alles nachvollziehen und stimme im Prinzip auch zu.

 

Ich werde erst einmal klären wie oft die Abkürzung in Texten auftauchen wird (sofern man das überhaupt klären kann) und überlegen ob man Unsicherheiten und Inkonsistenzen in Kauf nimmt wenn das Logo ansich stärker wird. Die Frage wäre dann auch ob man die Schreibweise des Logos für den Fließtext übernimmt oder quasi zweigleisig fährt (Siehe amazon/Amazon) und im Fließtext abweicht.

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Þorsten
vor 4 Stunden schrieb Microboy:

die Schreibweise im Fließtext […] die dann wiederum eine entsprechende Schreibweise im Fließtext nach sich zieht

Und genau da steckt für mich der Denkfehler, den einige hier machen. Die Farbe einer Wortmarke hat keine Auswirkung auf die Textfarbe im Fließtext. Die Schriftart einer Wortmarke hat keine Auswirkung auf die Schriftart im Fließtext. Warum soll es bei der Großkleinschreibung der Wortmarke (die, genau wie Farbe und Schriftart auch nicht bedeutungstragend ist, sondern aus gestalterischen Aspekten so gewählt wurde) anders sein. Logo ist Logo, Text ist Text. Fäärtich!

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Ralf Herrmann
vor 28 Minuten schrieb Þorsten:

Und genau da steckt für mich der Denkfehler, den einige hier machen … Logo ist Logo, Text ist Text. Fäärtich!

Es ist nicht unsere Denke, sondern unsere Kenntnis der Praxis. Die Leute sehen einen Logoschriftzug wie »real,–«. Wie ist die zugehörige Fließtextschreibung für diese und jede andere Marke?  Real? real? real,–? Solange dies nicht für alle eindeutig ist, nützt es nichts einfach zu postulieren »Logo ist Logo, Text ist Text«. 

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Martin Z. Schröder

Ich glaube nicht, daß es ein Denkfehler ist. Sobald ein Text professionell geschrieben und gesetzt wird und ein Korrektor mitarbeitet, wird aus der dpa die DPA, aus »real,-« wird der Supermarkt Real, ggf. in Anführungen. Und aus der BILD-Zeitung die Bild-Zeitung oder »Bild-Zeitung«, die Zeitung WeLT wird zur »Welt« usw.

Laien dürfen sowieso machen, was sie mögen und tun es auch, und wer sollte das beeinflussen wollen?

Die Grafik aus der Marke wird in die Rechtschreibung überführt, also ggf. geändert, das steht nebeneinander. Auch für den I-Pod gibt es nur eine richtige Schreibweise, also keinen iPod oder IPod oder I Pod, was auch immer. Es ist alles bestens geregelt, und Profis halten sich daran, denn Autoren sind keine Marketing-Assistenten. Ich würde mir also über die Übertragung eher wenig Gedanken machen.

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Þorsten
vor 4 Stunden schrieb Ralf Herrmann:

Es ist nicht unsere Denke

Klar, ich meinte auch nicht »uns hier«, sondern eher die weitere Nutzerschaft da draußen und dort vor allem die Markettingtextschreiber. Verwirrung gibt es nach meinen Erfahrungen vor allem da, wo Markeninhaber selbst eine logoinspirierte, aber regelwidrige Schreibung forcieren. Tun sie das hingegen nicht, kommt es nach meinen Erfahrungen auch nicht zu Verwirrungen. So habe ich es noch nie erlebt, dass ein Amazon-Kunde meinte, im Fließtext »amazon« schreiben zu müssen.

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Ralf Herrmann
vor 11 Minuten schrieb Martin Z. Schröder:

Laien dürfen sowieso machen, was sie mögen und tun es auch, und wer sollte das beeinflussen wollen?

Ob sie es dürfen ist kaum irrelevant. Die Frage ist, ob sie es machen. Und das kann der Gestalter natürlich beeinflussen indem er eine Standardschreibweise nimmt oder eben nicht. Die Standardschreibweise minimiert inkonsistente Schreibweisen. Sie nicht zu verwendet fördert Inkonsistenzen, die in der Regel nicht im Sinne des Logo-Inhabers sind. Wer, wenn nicht der Logo-Gestalter muss dies also bedenken?

 

vor 23 Minuten schrieb Martin Z. Schröder:

Es ist alles bestens geregelt, und Profis halten sich daran, denn Autoren sind keine Marketing-Assistenten. 

Korrekt. Das Fazit daraus ist aber nicht das suggerierte. Der Logo-Inhaber hat natürlich die Marketing-Ziele im Sinn und Änderungen durch die hier genannten »Autoren« sind dann wieder ein Problem. Die Schreibweise I-Pod ist von Apple freilich nicht gewollt. Es ist geradezu geschäftsschädigend, wenn die Schreibweise entsprechend verwässert wird und zum Beispiel nicht mehr den eingetragenen Warenzeichen entspricht. Wären Logo-Schreibweise und Standardschreibweise identisch, gäbe es solche Problem nicht. Das muss zumindest bedacht werden. 

 

vor 23 Minuten schrieb Martin Z. Schröder:

Ich würde mir also über die Übertragung eher wenig Gedanken machen.

Die Logik »es ist geregelt«, also müssen wir uns darüber keine Gedanken machen, geht nicht auf. Alles was in der Praxis folgt, beginnt mit dem Vorschlag, eine Standardschreibweise zu verwenden oder nicht zu verwenden. An welchem Punkt sonst sollte man sich also darüber Gedanken machen? Ist mit anderen Designentscheidungen ja nicht anders. 

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bertel
vor 20 Stunden schrieb Microboy:

Aber DPA sieht eben im Gegensatz zu dpa im Logo schon sehr lahm aus ... 

Bei GlaxoSmithKline funktioniert es ganz gut …

gsk-logo.png?width=94

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pürsti
Am 22.3.2019 um 18:49 schrieb Martin Z. Schröder:

Auch für den I-Pod gibt es nur eine richtige Schreibweise, also keinen iPod oder IPod oder I Pod, was auch immer.

Steht denjenigen, die ihren Produkten und Firmen Namen geben, nicht das  Recht zu, das Produkt oder die Firma so zu benennen, wie sie es für richtig halten? Und ist dann nicht genau das die richtige Schreibweise? 

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Martin Z. Schröder

Ich würde dazu diesen Text empfehlen, der die Angelegenheit in meinen Augen erschöpfend behandelt und mich der dort gegebenen Empfehlung anschließen.

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pürsti

Interessanter  Text. Vor allem sein Resümmee: "Die absolut richtige Lösung für alle Fälle gibt es nicht"

Das relativiert dann auch die

Am 22.3.2019 um 18:49 schrieb Martin Z. Schröder:

nur eine richtige Schreibweise

für den -sorry- iPod.

Ich glaub in einem Fließtext würd ich z. B.  auch YouTube eher ungebremst verstehen als Youtube.

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  • lustig! 1

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bertel
vor 3 Stunden schrieb pürsti:

Steht denjenigen, die ihren Produkten und Firmen Namen geben, nicht das  Recht zu, das Produkt oder die Firma so zu benennen, wie sie es für richtig halten? Und ist dann nicht genau das die richtige Schreibweise? 

Doch, natürlich. Genauso wie es die Eltern entschieden haben, ihr Kind Martin zu nennen und nicht Maarten, Marten, Morten oder sonstwie, und damit die richtige Schreibweise selbst festgelegt haben.

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