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Graublau Slab – Die Erweiterung zum Bestseller Graublau Sans
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spectator

Zu wenig Aufmerksamkeit für Kursivierungen bei Schriftempfehlungen

Empfohlene Beiträge

spectator

Vielleicht ist mein Eindruck nicht repräsentativ - mir kommt es so vor, als würde hier bei der Beratung, welche Schrift zu welchem Zweck passt, zu wenig danach gefragt, welche Rolle Kursivierungen spielen sollen, insbesondere bei Empfehlungen für längere Texte (Visitenkarten und Einladungen sind weniger problematisch).

 

Da Kursivierungen höchst unterschiedliche - und unterschiedlich große - Rollen spielen, scheint es mir wichtig zu sein, bei Schriftempfehlungen sicherzustellen, dass die empfohlene Schrift eine zweckentsprechende Kursive hat. Gerade auch deshalb, weil viele Fragesteller diesem Punkt oft keine Beachtung schenken.

 

Ich nenne nur drei grob unterschiedliche Einsatzzwecke, um meinen Punkt zu verdeutlichen:

  1. Selten auftretende Kursivierung einzelner Wörtern oder kurzer Wendungen, die besonders hervorgehoben werden sollen.
  2. Häufig auftretende Kursivierung einzelner Wörtern oder kurzer Wendungen, die vielleicht nicht besonders hervorgehoben werden sollen, aber dennoch nicht unauffällig sein sollen (wie in Literaturverzeichnissen oder in sprachwissenschaftlichen Arbeiten, die hunderte von Anführungszeichen zur Kennzeichnung ihres Sprachmaterials vermeiden wollen).
  3. Mehr oder minder häufig auftretende Kursivierung längerer Textpassagen, die vom nicht kursivierten Text funktional wohlunterschieden sind (wie Fragen in Interviews, szenische Anweisungen, Wechsel des Dokumenttyps, etc.).

 

Kursivierungen, die Zweck 1 vorzüglich erfüllen, können bei Zweck 2 und erst recht bei Zweck 3 ermüdend oder gar enervierend wirken. Das trifft auf viele berühmte Serifenschriften zu, aber auch auf manche Serifenlose (z.B. auf  die Scala Sans oder die Publicala). Sie sind recht eigentlich für gelegentliche und punktuelle Auszeichnungen gedacht und gemacht.

 

Umgekehrt sind Kursive, die man auch mehrfach hintereinander oder über längere Strecken lesen kann, ohne seekrank zu werden, oft nicht sehr gut darin, Zweck 1 zufriedenstellend zu erfüllen. Je mehr Kursivierungen morphologisch simplen Obliquen nahekommen, desto weniger unangenehm ist zwar ihr häufiges Auftreten, aber desto leichter kann man sie bei vereinzeltem Vorkommen als Hervorhebungen verkennen.

 

Auf die Frage, "Welche Schrift passt?", sollte daher die Rückfrage, "Wie hältst du's mit der Kursivierung?", auf der Checkliste stehen.

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R::bert

Vergesst aber bitte bei aller rühmlichen Gewissenhaftigkeit nicht, dass Typografie.info keine Ausbildungsplattform für Schriftsetzer ist und sein kann, und die hier Mitwirkenden auch keine angestellten/bezahlten Ausbilder sind.

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spectator

Lieber @R::bert, weshalb so bierernst und defensiv?

Ich wollte mit meinem Beitrag hier doch niemanden kritisieren oder Unterlassungssünden anprangern!

 

Mich interessiert zunächst immer die Einschätzung der typographisch Erfahreneren (ich habe ja gerade von dir sehr viel gelernt), und zum anderen wollte ich lediglich eine Anregung geben, durch welche sich die von mir geschätzte breite Palette an Perspektiven der hier publizierten Beiträge noch ergänzen lässt.

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Schnitzel

Ich sehe da kein systematisches Problem. Für die beiden erste Fälle sind die meisten Kursiven* (der Textschriften) in aller Regel brauchbar. Da entscheidet man sich ja für den Einsatz einer Kursiven, da diese weniger auffällt als andere Auszeichnungsarten.

Der dritte Fall ist so speziell, dass doch davon auszugehen ist,  dass, wenn dem Fragesteller eine eigenartige Kursive wichtig ist, er das bei der Frage erwähnt. So scheint es mir hier eigentlich normal zu sein.

Soweit es erforderlich ist, wird hier auch durchaus auf Eigenheiten der anderen Schnitte hingewiesen. Auch wenn z. B. eine Bold extrem fett ist oder ähnliches. Bei jeder Frage oder Antwort muss das aber nicht erwähnt werden.

* Ich würde nicht von „Kursivierung“ reden, weil es um extra gestaltete Schriftschnitte geht, die eben nicht nur schräg gestellt sind.

 

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Schnitzel
vor 2 Stunden schrieb spectator:

Je mehr Kursivierungen morphologisch simplen Obliquen nahekommen, desto weniger unangenehm ist zwar ihr häufiges Auftreten, aber desto leichter kann man sie bei vereinzeltem Vorkommen als Hervorhebungen verkennen.

Das ist ja mal eine ziemlich verallgemeinerte These – da sind die Empfehlungen hier ja doch spezieller und zielgerichteter.

 

vor 2 Stunden schrieb spectator:

Auf die Frage, "Welche Schrift passt?", sollte daher die Rückfrage, "Wie hältst du's mit der Kursivierung?", auf der Checkliste stehen.

Siehe oben. Ich denke kaum, dass hier irgendwer Fragen mit einer Checkliste für Gegenfragen beantwortet. Solche Dinge sollten, auf der Checkliste des TO stehen, wenn ihm denn solche expliziten Probleme wichtig sind.

Was sollen wir denn noch alles Fragen ..?

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spectator
vor 22 Stunden schrieb Schnitzel:

Das ist ja mal eine ziemlich verallgemeinerte These – da sind die Empfehlungen hier ja doch spezieller und zielgerichteter.

 

Siehe oben. Ich denke kaum, dass hier irgendwer Fragen mit einer Checkliste für Gegenfragen beantwortet. Solche Dinge sollten, auf der Checkliste des TO stehen, wenn ihm denn solche expliziten Probleme wichtig sind.

Was sollen wir denn noch alles Fragen ..?

Nun, ein Problem ist etwas, das von jemandem gehabt wird - es existiert nicht objektiv, "an sich".

 

Wenn außer mir niemand ein Problem darin sieht, eine Schrift zu empfehlen, ohne sich danach zu erkundigen, ob und welche Funktion(en) die Kursive dieser Schrift erfüllen soll, dann ist das eben so. (Dass ich mich mit meinem Beitrag vornehmlich auf Schriftberatungsanfragen beziehe, aus denen die Verwendungsabsicht hinsichtlich der Kursiven noch nicht klar hervorgeht, wäre eine wohlwollende Unterstellung gewesen; doch Wohlwollen kann man nicht einklagen.)

 

Unabhängig von meinen konkreten Formulierungen hat sich auch niemand bemüßigt gesehen, darüber nachzudenken, ob die höchst unterschiedliche Strapazierung von Auge und Geduld durch kursive Schriftschnitte in längeren Texten nicht ein Punkt ist, den man bei der Wahl einer Schrift - selbstverständlich mit Blick auf die bevorzugte Schriftverwendung - berücksichten sollte. Ich nehme diese (von meiner Haltung abweichenden) Haltung zur Kenntnis; aus ihr lernen kann ich nichts.

 

Wer einmal den Versucht macht, mehrere Seiten vergleichend zu lesen, die etwa in der Italic der Diverda Serif einerseits und in der Italic der Farnham Text andererseits gesetzt sind, hat durchaus Grund, sich zu fragen, ob der dramatische Unterschied zwischen beiden (und natürlich zwischen sehr vielen anderen ähnlich verschiedenen Italics) nicht öfter der Erwähnung wert wäre.

 

Doch sei ihm, wie ihm sei - ich dränge niemand ein Problem auf, das er nicht sieht oder sehen will.

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Kathrinvdm
Zitat

Doch sei ihm, wie ihm sei - ich dränge niemand ein Problem auf, das er nicht sieht oder sehen will.

Na, das ist doch schön. :-D

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Dieter Stockert

Also ich finde die einleitenden Überlegungen von spectator durchaus nachvollziehbar und verstehe die Ablehnung nicht so recht. Oder bezieht sich das dann nur auf spactators abschließende Forderung, die Frage nach der Kursivierung sollte auf der Checkliste stehen?

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Schnitzel
vor einer Stunde schrieb spectator:

Nun, ein Problem ist etwas, das von jemandem gehabt wird - es existiert nicht objektiv, "an sich".

Du sagst es! Deswegen kann derjenige, der das Problem hat dieses gerne zur Diskussion stellen, und wir müssen nicht jedem Fragenden dieses Problem unterstellen ;-)

vor 14 Minuten schrieb Dieter Stockert:

Also ich finde die einleitenden Überlegungen von spectator durchaus nachvollziehbar und verstehe die Ablehnung nicht so recht. Oder bezieht sich das dann nur auf spactators abschließende Forderung, die Frage nach der Kursivierung sollte auf der Checkliste stehen?

Ich finde die einleitende Überlegung auch nachvollziehbar, sonst hätte ich nicht geantwortet. Nur die Verallgemeinerung stößt bei mir auf Ablehnung. Sollen wir bei jeder Frage zurückfragen, wie weit die Kursive verwendet wird … und ob Kapitälchen wichtig sind, ob sie Versalsatz tauglich sein muss, wie wichtig optische Größen sind, … 

Entweder der TO gibt mit seiner Frage an, was ihm wichtig ist, oder solche Probleme kommen bei der Diskussion heraus. Warum man da eine vermeintlich perfekte, effiziente Checkliste braucht, kann ich in diesem Rahmen nicht nachvollziehen. Weil wir eben

 

Am 14.7.2019 um 20:11 schrieb R::bert:

keine angestellten/bezahlten Ausbilder sind.

 

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Schnitzel
vor 1 Stunde schrieb spectator:

Dass ich mich mit meinem Beitrag vornehmlich auf Schriftberatungsanfragen beziehe, aus denen die Verwendungsabsicht hinsichtlich der Kursiven noch nicht klar hervorgeht, wäre eine wohlwollende Unterstellung gewesen

Wenn die Verwendung der Kursiven in der Frage ausgelassen wird, unterstelle ich wohlwollend, dass diese evtl. gar nicht oder nur im relativ normalen Rahmen (z. B. Auszeichnung) verwendet wird. Längere Passagen halte ich heutzutage für Sonderfälle, die erwähnenswert wären.

vor 1 Stunde schrieb spectator:

Unabhängig von meinen konkreten Formulierungen hat sich auch niemand bemüßigt gesehen, darüber nachzudenken, ob die höchst unterschiedliche Strapazierung von Auge und Geduld durch kursive Schriftschnitte in längeren Texten nicht ein Punkt ist, den man bei der Wahl einer Schrift - selbstverständlich mit Blick auf die bevorzugte Schriftverwendung - berücksichten sollte

Da steht völlig außer Frage …

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Þorsten
vor 13 Stunden schrieb spectator:

Ich nehme diese (von meiner Haltung abweichenden) Haltung zur Kenntnis; aus ihr lernen kann ich nichts.

Och, also ich finde, dass ich von anderen Haltungen allerlei lernen kann – z.B. über die Menschen, die sie vertreten. Und wenn die den erhobenen Zeigefinger schon im Avatar haben … ;-)scnr

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Dieter Stockert
vor 1 Stunde schrieb Þorsten:

Und wenn die den erhobenen Zeigefinger schon im Avatar haben

Aber Wilhelm Busch ironisiert das dann wieder etwas.

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Microboy

Ich persönlich bin kein großer Freund von kursiven Hervorhebungen in Texten. Ich versuche das in den meisten Fällen über Anführungen, Unterschreichungen oder anderen Hervorhebungen zu lösen. Eben weil mir viele Kursive zu sehr aus dem Rahmen fallen und sich oft schlechter lesen lassen ... dass es Ausnahmen gibt versteht sich und es ist auch nur mein persönliches empfinden. Würde ich eine Schrift mit einer gut lesbaren Kursiven suchen würde ich aber auch direkt danach fragen.

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spectator
vor 8 Stunden schrieb Microboy:

Ich persönlich bin kein großer Freund von kursiven Hervorhebungen in Texten. Ich versuche das in den meisten Fällen über Anführungen, Unterschreichungen oder anderen Hervorhebungen zu lösen. Eben weil mir viele Kursive zu sehr aus dem Rahmen fallen und sich oft schlechter lesen lassen ... dass es Ausnahmen gibt versteht sich und es ist auch nur mein persönliches empfinden. Würde ich eine Schrift mit einer gut lesbaren Kursiven suchen würde ich aber auch direkt danach fragen.

Jenseits persönlicher Vorlieben gibt es in manchen Sparten gewisse Usancen oder sogar rigide Regeln (z.B. für die Gestaltung von wissenschaftlichen Literaturverzeichnissen von Verlagen), die es einzuhalten gilt, wenn man sich nicht disqualifizieren oder Schwierigkeiten bekommen will. Und da solche Gepflogenheiten unter Umständen zu massiven Häufungen kursivierter Texte führen können, ist mir meine Frage schon mehr als einmal dringlich geworden. Wenn meine Vermutung, dass anderen dies genauso ging, falsch und entsprechendes Interesse gering ist, kann ich damit leben. Lieber ein Denkanstoß zuviel als einer zu wenig, ist mein Motto.

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spectator
vor 8 Stunden schrieb Dieter Stockert:

Aber Wilhelm Busch ironisiert das dann wieder etwas.

@Dieter Stockert  gebührt ein Preis für Fairness und wohlwollende und sachbezogene Offenheit! Dass mein selbstironischer Avatar eines Dolmetschers bedurfte, ist zwar betrüblich, aber - in @Dieter Stockert - einen gefunden zu haben, überaus erfreulich!

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spectator
vor 8 Stunden schrieb Microboy:

9783721207361.jpg

 

Gerade im Angebot für 9,95 Euro!

 

http://www.niggli.ch/de/kursiv.html

 

:huhu:

Danke für den Link - leider funktioniert der Bestell-Button bei mir nicht.

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Christian Z.

Ich finde die Ausgangsthese von zweckentsprechenden Kursiven interessant, aber bei Schriftempfehlungen sehe ich vor allem die fragende Person in der Pflicht, genug Infos bereitzustellen, damit eine gute Empfehlung gegeben werden kann. Die Vorschläge können geprüft werden und es darf ja auch gerne nach weiteren Details gefragt werden, falls eine Schrift in die engere Auswahl kommt, dann aber beispielsweise die Kursive "komisch" wirkt oder andere Features vermisst werden.

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Microboy
vor 3 Minuten schrieb spectator:

Danke für den Link - leider funktioniert der Bestell-Button bei mir nicht.

Oh. Dann scheint es wohl ausverkauftzu sein ... bei Amazon ist es ebenfalls nicht verfügbar.

 

:shock:

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spectator

Dem stimme ich prinzipiell zu! Aber ich denke daran, dass es doch auch viele Typographie-Novizen hierher verschlägt, aus denen man die einschlägigen Informationen oft erst herauskitzeln muss, weil ihnen viele sachlogischen Zusammenhänge (noch) nicht recht klar sind.

 

(Selbstverständlich war meine obige Rede von einer Checkliste für Rückfragen eine vereinfachende Zuspitzung, von der ich überrascht feststellen musste, dass einige hier sie buchstäblich genommen haben.)

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spectator
vor 1 Minute schrieb Microboy:

Oh. Dann scheint es wohl ausverkauftzu sein ... bei Amazon ist es ebenfalls nicht verfügbar.

 

:shock:

Der Verfasser hat mittlerweile wohl besseres zu tun, als für eine Neuauflage zu sorgen. Aber wer weiß, vielleicht hat er ja diesen gedankenschweren thread gelesen ...

  • lustig! 1

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