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goldmund46

Versal-Eszett überflüssig?

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catfonts

Von einem Standpunkt des damaligen Quarta-Deutschunterrichts, der eben zu einer Zeit war, als ein Versalbuchstabe ẞ einfach noch nicht geschaffen war , obzwar es sicherlich schon damals Stimmen gab, diesen Missstand zu beseitigen. Und man muss eben auch hinnehmen können, dass es in der Schreibung unserer Sprache immer wieder Weiterentwicklungen und änderungen gab, wie beispielsweise die Entfernung des h nach einem T z.B. bei Thieren - mit kaiserlich gewünschter Ausnahme bein Thron, oder die zuordnung der Buchstaben u und v zu unterschiedlichen Lauten, statt sie ähnlich wie ſ und s stellungsabhängig v am Wortanfang oder nach einer Morphemgrenze oder u im Wortinneren  zu verwendfen, wie es z.B. in Dürers Teir üblich war (oder war es grad umgekehrt, müsste ich noch mal nachschlagen.

 

Jetzt ist ß eben keine Ligatur von irgendwas, sondern ein echter Buchstabe unseren Alfabets, und der sollte sich eben auch eindeutig und umkehrgar in eine Verasalform transcribieren lassen

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Kathrinvdm

Danke für die Erläuterung, Thorsten! :huhu:

Ich spreche zwar täglich Englisch, aber diese schicke Redewendung kam bislang noch nicht zum Einsatz. (Mein Mann sagt aber gerade, dass er sie kennt.)

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Kathrinvdm
Zitat

Von einem Standpunkt des damaligen Quarta-Deutschunterrichts, der eben zu einer Zeit war, als ein Versalbuchstabe ẞ einfach noch nicht geschaffen war , …

Haben wir nicht hier im Forum als Startpost eines Versal-Eszett-Threads das Foto eines Duden-Titels von 1919, auf dem ein Versal-Eszett zu sehen ist? Oder habe ich das falsch in Erinnerung?

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catfonts

Und das, was Lehrer verbreiten ist auch nicht immer richtig. Mir wurde in der Schule gesagt, eine Rakete drückt sich auf dem Feuerstahl vom Boden und später von der Luftsäule hinter der Rakete ab.

 

Ach ja, mein Anfangsbuchstabe meines Nachnahmen (w) ist ja auch eine Ligatur  aus v und u, der dazu gehörende Versalbuchstabe wäre dann V U

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catfonts

Nein, es war eine DDR-Ausgabe von 1962:

GrosseDuden.jpg&key=7313c3d1f2528505e21b

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Kathrinvdm

Danke! Dann war der aber nicht von 1919, da habe ich mich geirrt. 

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Microboy

Es gibt etliche Schriftmuster von Schriftgießereien um 1910 in denen das Versal-Eszett enthalten ist. Schelter & Giesecke hatte es definitiv im Einsatz ...

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Schnitzel
vor einer Stunde schrieb goldmund46:

Wovon muss ich im Rahmen dieser Diskussion Abschied nehmen?

Davon, dass du davon ausgehst, dass das was du in der Schule gelernt hast ewig gilt! Die Welt dreht sich inzwischen weiter, dass wird jetzt mit ss geschrieben und Sütterlin ist Geschichte …

Über die Herkunft und Zusammensetzung könnte man sich auch herrlich streiten, oder man sieht ein, dass es nicht ganz klar ist, wie es sich entwickelt hat. 

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Ralf Herrmann
vor 1 Stunde schrieb goldmund46:

PS: Wovon muss ich im Rahmen dieser Diskussion Abschied nehmen?

Vor allem von der Denkweise »So wie ich es früher mal gelernt habe muss es für alle Zeit richtig sein«. Und natürlich von dem erinnerten Halbwissen. Es war sehr wohl schon vor über hundert Jahren vom Versal-Eszett die Rede und es gab schon vor hundert Jahren Druckschriften mit großem Eszett. Ich habe schon erklärt, dass die Regel der Ersatzschreibung SZ von den Verantwortlichen nur als temporäre Notlösung eingeführt wurde. Wenn man die Notlösung nun als einzig richtige Form verteidigen will, hat man freilich schlechte Karten. Es kommt argumentativ ja nicht über ein »weil ich das so kenne« hinaus. Es war den Verantwortlichen ja damals schon bewusst, dass man keine gute oder irgendwie »richtige« Lösung hatte. Und das kann man schwarz auf weiß nachlesen. 

Schrift und Sprache sind in ständigem Wandel. Bis ins 19. Jahrhundert gab es ganz selbstverständlich Kleinbuchstaben-Umlaute, aber keine Großbuchstaben-Umlaute (Beispiel) – bis die Schriftgießereien diese Lücke Ende des 19. Jahrhunderts erst eigenmächtig füllten und dies dann um 1900 zum offiziellen Standard erhoben. Gleiches folgt nun mit etwas Verspätung für das Eszett. Beide Schritte folgen logisch aus der praktischen Anwendung dieser Buchstaben. Müller wird besser zu MÜLLER und nicht MUELLER, damit der Eigenname eindeutig bleibt. In gleicher Weise kann Meißner nur zu MEIẞNER werden und die Vokal-Aussprache-Regel zum »Fußball« bleibt nur mit FUẞBALL in Versalien erhalten. Wie nun schon mehrfach gesagt: das ist das Grundprinzip der lateinischen Schrift, welches schon Erstklässler sofort verstehen. a=A, b=B usw. Es könnte kaum einfacher sein. Nur weil Abweichungen davon einer persönlichen Gewohnheit entsprechen, sind sie nicht automatisch irgendwie besser oder »richtig«. Das wäre zu zeigen und nicht nur zu behaupten. Die amtliche deutsche Rechtschreibung kann man online einsehen. Der Zeichensatz und die Regeln stehen. Das ist es, was für die heutige Anwendung und die zukünftige Anwendung zählt. Welchen Vorteil sollten Zeichen-Lücken in diesem System (a=A, b=B …) haben? Ich weiß, ich wiederhole mich, aber es wurde ja nicht darauf eingegangen. Entweder lässt sich so ein Vorteil aufzeigen – oder es bleibt nur der logische Schluss, dass alle lateinischen Buchstaben in Groß und Klein vorhanden sein sollten. 

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goldmund46

Hallo Ralf,

 

vielen Dank für Deine Stellungnahme! Sie ist für mich schlüssig, und ich kann den Weg zum Versal-SZ nun nachvollziehen. Schließen wir das Thema - Friede!

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catfonts

:gimmifive:

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