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Oliver Weiß

Jugendstil, die Neunte: Wallenstein

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Oliver Weiß

...denn Spaß muß sein...

Eine weitere Kreation von Heinz Keune aus dem Jahr 1904. Sie ähnelt der Wittelsbach, besticht aber durch ihr gedrungen- quadratisches Aussehen. Ulkig, jedenfalls.

 

Das folgende stellt mein gesamtes Quellenmaterial dar. Ich würde mich über weitere Proben oder Anwendungsbeispiele der Wallenstein sehr freuen! 

 

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Oliver Weiß

Auch dieses bisschen hilft, denn es zeigt einen Umlaut. Vielen Dank! Auch an Bertel!

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bertel

Zwar nichts Neues zur Wallenstein, aber vielleicht für viele andere Projekte:

 

Von der Schrift und den Schriftarten

Sonja Steiner-Welz

Reinhard Welz Vermittler Verlag e.K., 2003

ISBN: 9783937636474

 

Ein Blick ins Buch

 

 

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Oliver Weiß

Habe noch Weiteres gefunden. Damit ist das Mysterium Z gelöst. Jetzt fehlen nur noch J, Q, X,Y, j,p,q,w,x,y, 1, 5, 8. Da die Wallenstein recht regelmäßig ist, sollte das kein Problem sein. Auch habe ich erfahren, daß lichte und volle Wallenstein zusammen eine schicke Zweifarbenschrift ergeben. Ich bin gespannt, das auszuprobieren!

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Norbert P
vor 1 Stunde schrieb Oliver Weiß:

daß lichte und volle Wallenstein zusammen eine schicke Zweifarbenschrift ergeben.

Da bin ich auch sehr gespannt :-P

 

Wirst du auch den ganzen »Zierrat« digitalisieren?

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Þorsten

Ich fänd es ja spannend, damit mal einen Fußballverein auszurüsten. Ihr wisst schon: »Das Runde muss in das Eckige.« Und wenn’s dann noch ein Verein ist, der etwa in dieser Zeit gegründet wurde¹ …

 

Eine erfrischende, elegante Alternative zu den immer absurderen Trikot-Blockschriften von Adidas und Co. wär das allemal, denke ich.

 

__________

1. Ich wäre ja für »Eisern Union« (Berlin), deren Vorläufer 1906 gegründet wurde. Und im O lässt sich auch eine Achse/Welle in einem Gehäuse sehen …

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Oliver Weiß
vor 7 Stunden schrieb Norbert P:

Wirst du auch den ganzen »Zierrat« digitalisieren

Klar. Leider habe ich nur dieses Titelblatt. 

 

Edit: habe jemanden gefunden, der vielleicht das ganze Heft besitzt. Mal sehen, ob er antwortet...

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Oliver Weiß

Vielleicht interessant – so sieht die Sache aus bevor das Zeichnen beginnt. Die Lettern sind alle bitmaps, also Zeichenvorlagen. Ich habe sie alle auf die gleiche Größe gebracht. Sie stammen aber alle von verschiedenen Schnitten der Schrift und  passen deshalb nicht zusammen. Auch weisen alle verschiedene Qualitätsgrade und Verzerrungen auf. Radien und Strichstärken nehme ich vom größten, saubersten Schnitt. Damit baue ich mir eine Sammlung von "Körperteilen", aus denen ich fehlende Buchstaben mit einiger Treffsicherheit rekonstruieren kann. 

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Hans Schumacher

Interessante Methodik, gab es auch schon in analogen Zeiten. Martin Wilke, den ich noch kennenlernen durfte, hat das bei seiner Wilke Antiqua mit einem Set von Schablonen von Radien, Formteilen von Buchstaben  etc. praktiziert, für die Reinzeichnung der Schrift.

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catfonts

So ähnlich mache ich das mitden "Körperteilen" einer Schrift auch:

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Allerdings mag ich zum Zeichnen der Glyphen CorelDraw deutlich mehr, da mit hier einige Zeichenwerkzeuge und fie Fang-Funktionen in dem Vektorgrafik-Programm deutlich mehr möglichkeiten bieten, als die Zeichenfunktionen in Fontlab 5.2, das ich für die reinen Font-Funktionen gebrauche, dessem Zeichenfunktionen sind eine echte "pida". Ich hab auch schon die Version VI getestet, die ja komplett neu gestaltet ist, damit komme ich überhaupt nicht zurecht, und da ich eben Windows gewöhnt bin, steht mein Mac auch nur ungenutzt herum :-(

 

Zu Corel bin ich übrigens auf etwas illegale Art gekommen, Corel hat mir das aber wohl längst verziehen, haben sie mit doch schon 2 mal eine komplette Originalversion mit Upgrade-Berechtigung zugesandt.

 

Und das war so:

Im Mai 1989, also jetzt vor ziemlich genau 31 Jahren kam mein Chef nach einem Messebesuch in mein Büro und stelle mir einen ziemlich dicken Karton auf den Schreibtisch: "Herr Wiegel, installieren Sie das mal auf ihrem Rechner und arbeiten sich da mal ein. Ich glaube, damit bekommen wir bessere Zeichnungen für unsere Anleitungen hin?

 

Also spielte ich mit den gefühlt 100 Disketten Diskjockey auf dem vor mit stehenden 386SX. Schnell merkte ich, dass es wohl einen nicht unerheblichen Teil meiner Arbeitszeit kosten wird, mich da einzuarbeiten, und ich durch meine anderen Aufgaben auch viel zu oft abgelenkt würde. Also machte ich meinem Chef den Vorschlag, ob ich dieses Einüben nicht auf meinen (bei mir damals noch nicht exidtierenden) privaten PC installieren könnte, um meine Übungsstunden dann lieber daheim und in Ruhe machen zu können. Zu meinem Erstaunen ging er auf diesen Vorschlag ein und stellte mit 4 Packungen Disketten auf den Tisch, und ich bestellte mir auch gleich - damals beo Quelle - einen PC, auch einen 468 SX mit nur 649 kB SD-RAM und 52MB Festplatte, dazu MS-DOS 4.1 und Windows 3.1.

 

Ein paar Tage später hatte ich dann so meine erste richtige Software zuhause.

 

2 Monate späterstand mein Chef wieder in meinem Büro, "Corel hat mich angeschrieben, die haben ein Fehler-Upgrade bereitgestellt, bitte kopieren Sie von ihrem Rechner aus dem Corel-Installationsverzeichnis die Datei 4711.dat und schicken die Diskette nach Irland an diese Adresse hier."

 

Also kopierte ich die gewünschte Tatei auch von meinem Rechner und schrieb nach Irland mit der Bitte, mir das Update zuzusenden. Zu meiner größten Überraschung kam dann nicht ein Umschlag mit ein paar Fehler-Korrektur-Disketten, sondern ein recht großes Paket mit der kompletten Version 1.10, mit eigener Seriennummer, Registrierung auf micht und dem Ausweis für die Upgrade-Berechtigung für die nächsten Versionen zum jeweils viertel Preis der Vollversion, die ich hiermit jetzt legal hatte. So hatten sie mich dann als Kunde eingefangen...

 

Dann 1993, ich hatte mittlerweile Version 4 wieder regulär ald verbilligtes Update installiert, ärgerte ich mich, wollte ich z.B. ein Speichenrad zeichnen, so vorgehen musste: 1. Speiche 1 zeichnen und diese kopieren, dann ins Menü Anordnen - Drehen. Hier den Drehpunkt numerisch in ein Eingabefeld eintragen, sowie den Drehwinkel, OK. Die Speiche spring an die neue Position, dann die kopierte Speiche an die alte Position einfügen, und dies dann für jede weitere Speicher erneut, mit jedesmal erneuter Eingabe der eigentlich immer wieder gleichen Werte.

 

Corel hatte aber für einige Funktionen schon so genannte Rollup-Menüs eingeführt. (Heute Andockfenster genannt), und so zeichnete ich dann ein Mockup für ein Änderungen.Rollup-Fenster mit den Funktionen Position, Drehen, Skalieren und spiegeln, Größe und Neigen, auch schon mit dem Icons dazu, und sandte diese Grafik über Compuserve (Das Internet gab es noch nicht) nach Canada.

 

Ihr könnt euch sicher denken, wie etwa 9 Monate später ein PC-Magazin das neue CorelDraw! (damals noch mit !) vorstellte und ich da mein Änderungen-Fenster entdeckte - einzige Änderung, ich hatte die Icons links in diesem Fenster über einander gesetzt, die standen jetzt - und stehen bis heute nebeneinander in einer Reihe über den Daten-Eingabe-Feldern. Wow!!!

 

Und noch mehr WOW war dann, dassich etwas später eine Paket-Benachrichtigung im Briefkasten vorfand, eine Paketsendung aus Canada? Tatsächlich ein Pakei in Umzugskarton-Große, darin das praktisch damals koplette Produktions-Programm von Corel, mit dem kompletten CorelDRAW! 5, Wird Perfect und etliches mehr, wie einige damals angebotele lizenzfreie Stockphoto-CDs.

 

Und so blieb ich eben bei diesem Programm für all meine Vektorzeichnungen - und eben auch die Glyphen für meine Fonts. Einziges Manko: Vektoren werden beim EPS-Export unverbunden exportiert und müssen im Fontlab erst mit "close open conours" verbunden werden, was gelegentlichzu Fehlinterpretationen führt, liegen in einer Grafik zufällig Knoten dicht beieinander.

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Oliver Weiß

Die Großen sind mal grob gezeichnet. Linienstärken, Kurven, etc. sind noch kunterbunt. J lehnt sich an das der Wittelsbach an, ist aber im Moment noch eine Mißgeburt. X und Y sind schon mal nicht schlecht. Q ist unten rechts optisch zu dick. Der Haken am F ist im Original vorgegeben, wird aber in die Alternativen verschoben. Bevor ich hier weiter mache kommen erstmal die Kleinbuchstaben dran, so daß man die Sache im Verbund betrachten kann. 

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Norbert P

Hast du auch mal ausprobiert, das Y asymmetrisch zu machen?

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Norbert P

Nachtrag: Keune hat's ja bei der Maria Theresia ähnlich gemacht ... ;-) ... da gibt's auch eine schöne J-Inspiration.

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Zen

Erster Eindruck: das L würde ich als G lesen, wenn kein G zum Vergleich da ist. Und beim J war der erste Gedanke: das muss gespiegelt werden, das steht auf dem Kopf.

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Norbert P
vor 18 Minuten schrieb Zen:

das L würde ich als G lesen, wenn kein G zum Vergleich da ist.

Mir geht es bei vielen Jugendstilschriften ähnlich – aber: Sobald ich ganze Wörter lese, lassen sich die Wortbilder überraschend »flüssig« erfassen. Da kann man die originalen Formen ruhig weitgehend unangetastet lassen, denke ich.

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Oliver Weiß

Einen an Fraktur gewöhnten Leser werden diese Formen seinerzeit nicht überrascht haben. Heute ist das anders. Zumeist mache ich ja deshalb auch "moderne" Formen dazu.

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Oliver Weiß

Die Kleinbuchstaben im ersten Durchgang, alles noch ganz wild. j, p, q, x, y, habe ich mal angedacht. Dabei meine ich mit x auf dem richtigen Weg zu sein. Die Kleinen lehnen sich sehr an die Großen an, deshalb meine ich, mit dem y nicht falsch zu liegen. Trotzdem gefällt es mir noch nicht. p und q sind nur gespiegelte d, also unten noch zu dünn. 

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bertel

Das e finde ich zu konstruiert, zu wenig organisch. Die Grundform eines 180° gedrehten a könnt ich mir dafür vorstellen …

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Norbert P

Das hätte man Herrn Keune vielleicht früher sagen müssen  …

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Oliver Weiß

Was nicht ist kann ja noch werden, zumindest als Alternative. Ich bat Matthew Carter nach einem seiner Vorträge um seine Meinung zu einem ähnlichen Problem. Er sagte mir "Revival isn't taxidermy" - man sollte sich also nicht vor kritischer Auseinandersetzung mit dem Originalmaterial scheuen. Andererseits gilt bei mir auch "ya gotta dance with the one what brung ya", darum behalte ich die Originalformen bei, soweit es geht, und lasse meinen eigenen Geschmack aussen vor.

 

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Oliver Weiß

Gestern Abend hielt ich geistige Zwiesprache mit Herrn Keune. Nach einer Weile ging mir ein Kronleuchter auf: Mensch, der basiert seine Schriften doch überhaupt nicht auf Antiqua - das ist alles Fraktur! (naja, fast alles). Y/y gleich nochmal gemacht, und schon paßt es viel besser. y ist noch ein wenig luftig, und Y vielleicht zu rund, aber so ähnlich wird das wohl ausgesehen haben

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Oliver Weiß

Auch p sieht jetzt etwas besser aus. q ist immer noch etwas unnatürlich.

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bertel

Noch ein Fundstück:

2018-05-04 18.18.01

 

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