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Philographus

Verschiedene I-Schreibungen in handschriftlichem Deutsch

Verschiedene I-Schreibungen in handschriftlichem Deutsch  

13 Stimmen

  1. 1. Welche Schreibweisen im untenstehenden Bild findet Ihr in einem handschriftlichen deutschen Text akzeptabel? Nota bene: Es geht um die Schreibweise allgemein, nicht um die konkrete Lesbarkeit im Beispielbild!



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Philographus

Rastergrafik.png.42e320dbfc11b3462edda17d88c19200.png

 

Der Zusammenhang: Andernthreads fiel mir das Folgende ein:

vor 3 Stunden schrieb Philographus:

Mir ist in dem Zusammenhang übrigens schon länger aufgefallen, dass Deutsche, wenn sie handschriftlich in reinen Versalien schreiben, beim I und J besondere Regeln beachten:

  • Das I kann J-Form haben, jedoch nur am Wortbeginn; ansonsten hat es stets I-Form;
  • ein I in J-Form hat stets einen Querbalken oben, jedoch nie eine Unterlänge;
  • das J kann dagegen unten aus der Zeile herausragen und braucht auch keinen Querbalken; und:
  • ein Querzug durch den Schaft eines J mit Querbalken und ohne Unterlänge kann nur beim I gesetzt werden; beim J steht er nur, wenn es Unterlänge hat.

Könnt Ihr diese Beobachtungen bestätigen?

Das Problem finde ich, wie geschrieben, schon länger (schon seit der Grundschule! :huhu:) interessant, möchte aber den Wallenstein-Thread nicht kapern und finde, dass Daten dazu hilfreich wären. Namentlich fand Oliver Weiß die J-förmige Schreibung des I antiquiert, was in veröffentlichten Texten zweifellos zutrifft, meiner Erfahrung nach jedoch nicht in der alltäglichen Handschrift.

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Ralf Herrmann

Ich weiß nicht, wie sich »akzeptabel« in diesem Zusammenhang definiert. 

Letztlich kommen die Formen ja aus den (im 20. Jahrhundert) gelernten Handschriften verbundene Schreibschrift bzw. Blockschrift. Versal-Schreibschrift macht aber eigentlich wenig Sinn. Versal-Blockschrift hingegen schon. Dass sich über die Jahre dann generelle oder kontextspezifische Mischformen ausprägen, verwundert aber auch nicht. 

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Philographus
vor 18 Minuten schrieb Ralf Herrmann:

Ich weiß nicht, wie sich »akzeptabel« in diesem Zusammenhang definiert. 

Das ist ein Kriterium, das ich aus der experimentellen Linguistik gemopst habe. Akzeptabel bedeutet, es wird verstanden und fällt nicht als falsch auf.

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catfonts

Ich habe in meiner Sammlung von Schriftvorlagen auch Figutenverzeichnisse, welche alle drei Formen enthalten, So enthalten einige Figurenverzeichnisse sowohl ein großes J mit Unterlänge für den Buchstaben J mit Deckstrich und Unterlänge für den Buchstaben J selbst am Wortanfang, dann eine J-ähnliche Form für den Buchstaben I am Wortanfang, ohne Unterlänge, und dann das gerade I für das Wortinnere in Versalschrift, Selbst ein J mit nur kleinerer Unterlänge und ohne Decksstrich für den Buchstaben J innerhalb Versal geschriebener Worte habe ich gesehen, der dann im Text nicht so breite Lücken reißen soll

 

Das J-ähnliche Anfangs-I gibt es übrigens auch in den deutschen Fibelschriften, die J-Form im Süden, die I Form im Norden. Ich hatte meine diesbezüglichen Schriften ja noch einmal für eine Schul-Arbeitsblatt-Software überarbeitet. Hier hatte ich dann bei der Nord-Version der Schrift dass hier es bei der Fett-Umschaltung Probleme gab, nur weil Nord im Schriftnamen steht, bei der "Sued" Version hingegen nicht. Ich hatte hier sogar Kontakt zu Elsner+Flake aufgenommen, weil ich in einer derer Fonts das gleiche Problem gefunden hatte. Sie konnten diesen Bug bestätigen, eine Lösung konnten sie auch nicht finden, geholfen hat dann einer meiner Tippfehler, nachdem ich Nord durch Nurd ersetzte, war der Fehler weg :-)

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  • sehr interessant! 1

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Philographus
vor 16 Minuten schrieb catfonts:

Das J-ähnliche Anfangs-I gibt es übrigens auch in den deutschen Fibelschriften

Genau das war den Anfang meines Staunens! Wir hatten im ersten Schuljahr eine Fibel mit J-I und im Klassenzimmer eine Druckbuchstabentafel mit I-I. Als ich das bemerkte, begann ich, mich auch theoretisch für Schrift und ihr Verhältnis zur Sprache zu interessieren.

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Schnitzel

In einem handschriftlichen, deutschen (?) Text finde ich alle akzeptabel im Sinne von lesbar. Beim letzten Beispiel könnte ich mir allerdings vorstellen, dass das so in dieser Reinform nicht oder selten vorkommt. Ich denke beim Schreiben wird man automatisch Unterschiede machen.

Abgelöst von der Wallenstein-Debatte hätte ich aber noch gerne andere Formen wie das Bahnschienen- oder Stahlträger-I ⬅️ gesehen.

Vorletzte Variante würde ich auch mal gerne in freier Wildbahn sehen bzw. ob das überhaupt jemand so praktiziert.

Meine Aussagen beziehen sich auf handgeschriebene Texte, Satz-Handschriften folgen m. E. anderen Prämissen und ich halte das auch legitim.

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Philographus

Dass das Stahlträger-I als akzeptabel gesehen wird, hielt ich für ausgemacht. Im Deutschen ist das doch einfach eine Nebenform des I-I, oder nicht? Im amerikanischen Comics-Versallettering wird hier allerdings ein Unterschied gemacht: Das Stahlträger-I steht nur für das Wort I und in Großbuchstaben-Abkürzungen; in allen anderen Fällen steht das einfache Strich-I.

vor 26 Minuten schrieb Schnitzel:

Vorletzte Variante würde ich auch mal gerne in freier Wildbahn sehen

Hier zum Beispiel zu sehen (aus aktuellem Anlass). Ich selbst mache das aber auch so, und den regelwidrig nicht gewischten Tafelanschrieben meiner Kollegen nach zu urteilen, auch von denen sehr viele.

 

 

 

Edit meint: Hier gibt's noch was Aktuelleres, hier auch, aber englaufend und eher angedeutet.

 

Ich meine: Wenn man nach "Transparent Demo" bildergoogelt, bekommt man nur sehr wenige Wörter heraus, die mit I beginnen. Und nach 20 Minuten Demotransparente lesen muss ich jetzt erst mal was für meinen Blutdruck tun. :cry:

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Philographus
vor einer Stunde schrieb catfonts:

Ich habe in meiner Sammlung von Schriftvorlagen auch Figutenverzeichnisse, welche alle drei Formen enthalten

Im Druck hat bspw. die Eckmann-Schrift alle drei Varianten – und noch eine extra für römische Zahlen:

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Schnitzel
vor 1 Stunde schrieb Philographus:

Dass das Stahlträger-I als akzeptabel gesehen wird, hielt ich für ausgemacht. Im Deutschen ist das doch einfach eine Nebenform des I-I, oder nicht?

Einerseits hast du Recht, andererseits weiß ich nicht, ob man zwischen deinen beiden Is wirklich so eine klare Grenze ziehen kann, wie dein Extrembeispiel es vermuten lässt. Vielleicht ist das gebogene I auch einfach nur eine Nebenform. Die Klassifizierungen würde ich erstmal genauer klären. Dazu gehören dann auch die Mischformen, die Ralf bereits angesprochen hat. 

vor 1 Stunde schrieb Philographus:

Hier gibt's noch was Aktuelleres, hier auch

Hmm, Transpis würde ich jetzt nicht als „normale“ Handschrift gelten lassen. Hier geben sich die Schreiber:innen in einem gewissen Sinne Mühe. Wie weit eine Form bewusst oder unbewusst eingesetzt oder aus der eigenen Handschrift übernommen wird ist fraglich. Vielleicht wird da das runde I auch benutzt weil das gerade für inakzeptabel (störend, schwer erkennbar, irritierend) gehalten wird!? Ein Einkaufszettel würde mich hier mehr überzeugen.
 

Deswegen habe ich auch dazu geschrieben, dass ich es in einer Handschrift akzeptabel finde, und nicht nach deinem sehr extremen Beispiel urteile, das das ganze fast zu einer Suggestivfrage :roll: 
 

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catfonts
vor 3 Stunden schrieb Philographus:

Als ich das bemerkte, begann ich, mich auch theoretisch für Schrift und ihr Verhältnis zur Sprache zu interessieren.

So ähnlich lief das bei mir auch, Hier war es unser Klassenlehrer, der irgendwann abseits vom offiziellen Lehrplan meinte, wir sollten auch die Briefe unserer Eltern und Großeltern lesen können, und uns in nur 2 Schulstunden die deutsche Kurrent näher gebracht hatte.  Wo wir eigentlich nicht zu bändigenden St-Paulianer sonst es ihm viel zu schwer gemacht haben, waren wir jetzt mit viel interesse bei der Sache.  Und wo wir so dann eine Klassen-Geheimschrift hatten, haben wir dann auch noch einen Blick über den Gartenzaun gewagt, und, da mein Bankgenosse ein Bulgare war, auch einen grundlegenden Einblick ins Kyillische gewagt. Wahrscheinlich bin ich nur deshalb auf dieser Seite hier?

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