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Brauche neutralen Font, aber in wide/extended?


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Hallo! Ich brauche für eine Tastatur einen neutralen Font in "wide" (sagt man "breit" auf Deutsch?). Je mehr ich vergleichend suche, desto großartiger finde ich die Noto Sans, Segoe UI, oder auch die Open Sans. Alle diese empfinde ich als perfekt mit einer kleinen Ausnahme: ich brauche den Font in wide/extended, d. h. die Glyphen sollen breiter sein, nicht nur ein bißchen, sondern schon eine ganze Ecke. Leider finde ich wirklich nichts. Hat jemand einen Tipp?

 

Habe hier mal ein Bild wie ich mir das vorstelle. Das ist ein extended Font, den ich in Richtung Open Sans händisch zurechtgebogen habe, eine Pfuscherei nur zur Anmutung:

8DXvGRb.png

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Danke für die Vorschläge, jetzt weiss ich schonmal, daß ich bisher nicht so falsch lag. Denn die Montserrat hatte ich schon im Auge, und hatte sogar schon Hand an sie angelegt, denn einige Glyphen von ihr sind etwas auffällig J G Q 7 1 3. Im Großen und Ganzen ist sie aber schon ein super Kandidat. Übrigens, nach stundenlangen Schrift-Vergleichen bemerke ich, daß es vor allem immer dieselben Glyphen sind, die am ehesten aus dem Rahmen fallen bzw. sich deutlich unterscheiden in der Gruppe der Segoe-ähnlichen, nämlich: & ß @ ? J G Q R K 1 3 6 9. Natürlich ist alles Geschmackssache, aber ich empfinde bspw. ein "G" ohne Horizontalbalken ziemlich strange. Ebenso ein "K" mit Horizontalbrücke:

 

Draft.png

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Uwe Borchert

Hallo,

 

Bzgl. des G gibt es mindestens zwei Varianten mit geänderten G. Argentum Sans und Gontserrat.

 

https://fontlibrary.org/en/font/argentum-sans

https://ospiro.com/products-services/gontserrat/

 

In der Truneo sind einige andere Lettern geändert:

https://fontlibrary.org/en/font/trueno

 

Notfalls kannst Du Dir Deine eigene Bastelversion bauen?

 

MfG

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Sample.png.eee2c9d0b5c8611ebbba8e2343b9fc49.pngDanke für den Hinweis, Uwe. Ja, meine Bastelversion (auf Basis der Interval Next Wide) ist schon weit fortgeschritten. Hatte anfangs ein schlechtes Gefühl als Pfuscher Hand anzulegen an die "meisterhaften" Glyphen, bis ich bemerkt habe, daß es umgekehrt ist, und ich der Perfektionist bin, der fahrlässig gestaltete Glyphen schematisch korrigiert. Zum Beispiel finde ich bei professionell gestalteten Schriften oft uneinheitliche Strichstärken, da hat wohl jemand schnell mal "scale down" gemacht, und die Strichstärke wurde ebenfalls verkleinert. Sowas empfinde ich als Pfuscherei. Außerdem sehe ich bei vielen "wide" Schriftschnitten die Glyphen einfach nur in die Breite gezogen mit entsprechender Strichstärken-Verzerrung. Wirklich von Grund auf neuzeichnen macht wohl auch nicht jeder? Verzerren kann jeder Laie auf Knopfdruck.

 

Empfindet Ihr in dieser Schriftübersicht irgendeine Glyphe als auffällig ausfällig? Außer dem vertikal zentrierten Asterisk, das ist zweckbedingt, da die Schriftart auf Tastenkappen kommt. Aber sonst?

Sample.png

Hier noch was fürs Gruselkabinett:AdelleSansEXT-Thin.png.bbae588506dbdcb29a7f0e2ce2fa44fe.png

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R::bert

S, s, ß, e, a und $ wirken irgendwie noch unausgegoren auf mich.
 

Wäre es nicht einfacher auf einen Schnitt eines ausgefeilten Klassikers wie der oben verlinkten Myriad zu setzen? Dass da »gepfuscht« wurde, bezweifle ich jetzt einfach mal. Wenn Du ein CC-Abo hast, fallen nicht mal weitere Kosten an. 🤷🏼‍♂️

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Jetzt, wo Du es sagst sehe ich es auch, daß der Mittelteil des "S" und "s" und "$" zu linear verläuft und gewundener sein sollte. Die Minuskeln sind leider insgesamt ziemlich unelegant, das ist mir auch schon aufgefallen. Was ist an dem Eszett auffällig?

 

Die Myriad schaue ich mir mal an.

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Eine Frage noch zum Thema Pfusch. Was wäre wenn man einen makellos gestalteten Font nimmt, und daraus eine "wide" Version macht, indem man dessen Glyphen in die Breite zieht, und die dabei als Nebenwirkung auftretende Horizontal-Verzerrung der Strichstärke wieder entzerrt, indem man die Outlines horizontal wieder ausdünnt. Bleibt da noch irgendeine Verzerrung übrig? Sollte eigentlich nicht, oder?

 

 

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StefanB
vor 22 Stunden schrieb Laptop:

Zum Beispiel finde ich bei professionell gestalteten Schriften oft uneinheitliche Strichstärken, da hat wohl jemand schnell mal "scale down" gemacht, und die Strichstärke wurde ebenfalls verkleinert.

Steile These. Gibt es für diese Behauptung auch anschauliche Beispiele?

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So steil, daß nichtmal ein Fussball drauf wegrollt. Man findet das eigentlich fast überall, vor allem bei "@", wo der Kringel nur selten die Strichstärke hat, die im Font standard ist. Oder auch auffällig hier im Font "Programme", wo das Copyright-Zeichen einfach durch "scale-down" des kleinen "c" enstanden ist. 

C7hoISc.png

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Erwin Krump
vor 12 Stunden schrieb Laptop:

Man findet das eigentlich fast überall, vor allem bei "@", wo der Kringel nur selten die Strichstärke hat, die im Font standard ist. 

Dass in einer Schrift die Strichstärke wechselt, ist in erster Linie der Optik geschuldet.

 

Z. B.: Waagrechte Linien sind mitunter dünner als senkrechte Linien.

 

Der Kringel beim @ ist meistens ein feinerer Strich, als bei den anderen Buchstaben usw.

 

Ebenso sind bei vielen Schriften auch die Linien der Minuskel etwas feiner als die der Versalien, die Linien der runden Formen fetter als die der geraden Formen usw.

 

Es liegt im Ermessen des Schriftentwerfers, wie er das handhabt. Es gibt eher wenige Schriften mit "einheitlicher Linienstärke". Eine messbare „Standardstrichstärke“ findet man in einer optisch ausgewogenen Schrift kaum.

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StefanB
vor 16 Stunden schrieb Laptop:

So steil, daß nichtmal ein Fussball drauf wegrollt. Man findet das eigentlich fast überall, vor allem bei "@", wo der Kringel nur selten die Strichstärke hat, die im Font standard ist. Oder auch auffällig hier im Font "Programme", wo das Copyright-Zeichen einfach durch "scale-down" des kleinen "c" enstanden ist. 

C7hoISc.png

Du kannst ja mal das Copyright-Zeichen mit der vermeintlich richtigen Strichstärke versehen. Sehr wahrscheinlich wird das Ergebnis sehr unausgewogen aussehen und das Copyright-Zeichen in kleinen Größen komplett zulaufen.

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R::bert
vor 23 Stunden schrieb Laptop:

Die Myriad schaue ich mir mal an.

Oh, ich dachte das ist längst geschehen – mit allen unseren Vorschlägen?! Oder warum meinst Du helfen wir hier? 😶🥺

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Die Myriad ist einfach zu schlank, schon das Fragezeichen ist sehr schmal, fast schon unter Normalschnitt, und ich brauche das Gegenteil, wide. Neutrale Glyphen, aber wide, und das ist so selten wie ein weisser Rabe.

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Laptop

Stefan, ich habe mal (nach gewechselter Basisschriftart), das @-Zeichen auf Standard-Strichstärke gebracht, das ist ja letztlich dieselbe Thematik wie beim Copyright-Zeichen. Und ich denke es sieht nicht so schlecht aus, oder?

Alleyn.png

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StefanB
vor 15 Stunden schrieb Laptop:

Stefan, ich habe mal (nach gewechselter Basisschriftart), das @-Zeichen auf Standard-Strichstärke gebracht, das ist ja letztlich dieselbe Thematik wie beim Copyright-Zeichen. Und ich denke es sieht nicht so schlecht aus, oder?

Alleyn.png

Das mag bei einer Schrift im Light-Schnitt noch funktionieren. Wie sähe dein Ansatz der gleichen Strichstärke bei einer Bold aus?

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Hans Schumacher
Am 14.12.2020 um 19:42 schrieb Laptop:

Eine Frage noch zum Thema Pfusch. Was wäre wenn man einen makellos gestalteten Font nimmt, und daraus eine "wide" Version macht, indem man dessen Glyphen in die Breite zieht, und die dabei als Nebenwirkung auftretende Horizontal-Verzerrung der Strichstärke wieder entzerrt, indem man die Outlines horizontal wieder ausdünnt. Bleibt da noch irgendeine Verzerrung übrig? Sollte eigentlich nicht, oder?

 

 

Das wird eine recht eigene »weite« Version ergeben  – das lässt sich nicht so einfach wie beschrieben runterbrechen. Es gibt da ja auch ein paar Kurvenverläufe und Diagonale, die sich dabei verändern werden, und das braucht dann schon ein paar zusätzliche Anpassungen. Kommt natürlich ein bisschen auf die Schrift an, aber das visuelle Geschehen bei der Verbreiterung ist schlichtweg komplexer als eine »horizontale« Verzerrung wieder auszugleichen.

 

Schriftentwurfsprogramme haben ein paar mehr Algorithmen, die für visuell ansprechende Ergebnisse sorgen, aber für bessere Ergebnisse sorgt da auch eher Interpolation zwischen selbst gezeichneten Extrempunkten, also zum Beispiel einem normalen und einem weiten Schnitt.

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Robert: Die Aero sieht ja wirklich furchtbar unneutral aus, eher so nach Klingonenraumschiff, aber die Jasan hat einige interessante Glyphen, ich schaue sie mir mal an.

 

Stefan: Die Bold-Version habe ich bisher nicht geplant, da ich es nur für Tastenkappen brauche, daher auch ein Schnitt irgendwo zw. Regular und Light (etwa: Book).

 

HansSchumacher: Ja, daß da einige seltsame Kurvenverläufe übrig bleiben habe ich jetzt auch entdeckt. Die muss man dann manuell anpassen, so werde ich es tun. Was wäre ein Schriftentwurfsprogramm das Du empfehlen kannst?

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Hans Schumacher
vor 13 Stunden schrieb Laptop:

HansSchumacher: Ja, daß da einige seltsame Kurvenverläufe übrig bleiben habe ich jetzt auch entdeckt. Die muss man dann manuell anpassen, so werde ich es tun. Was wäre ein Schriftentwurfsprogramm das Du empfehlen kannst?

Ich habe schon lange nichts mehr gemacht in dem Bereich, aber Ikarus M, Fontographer und Fontlab Studio sind die, mit denen ich ein bisschen Erfahrung habe.

 

Empfehlen würde ich eher Glyphs, da gibt es mit Glyphs Mini eine Einsteiger Version, läuft allerdings nur auf Mac. Kannst du im Thread nebenan bei Christian Thalmann im Einsatz sehen (Eau de Garamond) er verwendet Glyphs glaube ich.

 

Open Source gäbe es noch FontForge, hier hab ich noch mal einen ganz guten Beitrag zum Thema gefunden: https://www.fontsmith.com/blog/2017/10/25/an-introduction-to-software-for-type-design

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<p>Iwan Reschniev — nach einer Schrift von Jan Tschichold</p>
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