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Hängender Einzug (Aufzählung) im Blocksatz?


Fpark

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Fpark

Hallo Zusammen, (:-o)

 

ich möchte hier mal ein Problem ansprechen, welches mir oft begegnet - ich aber in der Literatur (Hochuli, Forssmann, deJong etc.) keinen Hinweis finde, wie man damit am besten verfährt:

 

Ich setze gerade eine Studie im Blocksatz. Dazwischen tauchen immer wieder Aufzählungen auf –  mit Nummerierungen oder Bullet-Points hervorgehoben.

Dies habe ich als hängende Einzüge im Flattersatz gesetzt, da die Aufzählungen mal über 2-4 Zeilen laufen oder auch ganz kurz sein können. 

 

Nun fragt die Autorin, ob man diese nicht auch im Blocksatz setzen könnte, was sich m.M.n. verbietet. Auf der anderen Seite wirken solche Passagen auch immer unruhig - was in meinem Bsp. auch der Zeit geschuldet ist: es gab sie nicht, daher ist der Umbruch auch nicht immer perfekt (Die Studie wurde schon von jemand anderem im Pages oder Word (?) gesetzt – der Auftrag wurde aber aufgrund der Unzufriedenheit der Autorin storniert. Dadurch ist viel Zeit verloren gegangen…).

 

Eine andere Möglichkeit wäre evtl. doch Blocksatz oder Flattersatz mit zusätzlichem rechten Einzug - allerdings wieviel Einzug (gibts da eine Regel, die sich auch den allg. Einzug bezieht) und dann Blocksatz oder Flattersatz?

Wie schon am Anfang erwähnt, ich finde einfach keine Beispiele – auch nicht in meiner Bibliothek. Zur Visualisierung habe ich mal eine Doppelseite angehangen.

 

Wie löst Ihr solche Textpassagen? Welche ästhetische Lösungen bieten sich alternativ an – oder hättet Ihr Beispiele?

 

Viele Grüße & Dank im Voraus,
J

Bildschirmfoto 2021-03-04 um 20.47.21.png

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Norbert P

Wenn die Autorin schon so viel mitreden möchte, dann würde ich ihr einfach mal drei Varianten zur Entscheidung vorlegen:

Flattersatz (status quo), Blocksatz ohne rechten Einzug und Blocksatz mit dem gleichen Einzug rechts wie links (2. Zeile). So verschwendest du nicht unnötig Zeit auf ein Problem, das wahrscheinlich eh nicht optimal bzw. zur »vollsten« Zufriedenheit der Autorin zu lösen ist. Höchstwahrscheinlich ergeben die Blocksatzvarianten unschöne Löcher und/oder unglückliche Trennungen, die fachlich ein leichtes Gruseln erzeugen – aber eventuell den »Geschmack« der Autorin treffen.

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JulieParadise

Das ist so ein Fall, bei dem man froh sein kann,  in eine etablierte Reihe im Verlag zu liefern, bei der alle Eventualitäten bereits vorgeschrieben sind ... 

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Fpark
vor 11 Stunden schrieb Norbert P:

Wenn die Autorin schon so viel mitreden möchte, dann würde ich ihr einfach mal drei Varianten zur Entscheidung vorlegen:

Flattersatz (status quo), Blocksatz ohne rechten Einzug und Blocksatz mit dem gleichen Einzug rechts wie links (2. Zeile). So verschwendest du nicht unnötig Zeit auf ein Problem, das wahrscheinlich eh nicht optimal bzw. zur »vollsten« Zufriedenheit der Autorin zu lösen ist. Höchstwahrscheinlich ergeben die Blocksatzvarianten unschöne Löcher und/oder unglückliche Trennungen, die fachlich ein leichtes Gruseln erzeugen – aber eventuell den »Geschmack« der Autorin treffen.

Ok, danke. Blocksatz bleibt außen vor. Blocksatz/Flattersatz mit rechtem Einzug wäre eine Option, die man mal beispielhaft probieren kann. Allerdings würde ich bei Flattersatz mit rechtem Einzug diesen ein bisschen erhöhen (im Gegensatz zum linken Einzug), damit es optisch harmonischer wirkt.

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Carlito Palm

mir fällt noch eine variante ein: die aufzählungen (die ja bei dieser publikation ziemlich häufig zu sein scheinen) im gegensatz zum sonst einspaltigen satz immer in 2 spalten zu setzen. damit würden die zeilen deutlich kürzer, das flattern deutlich reduziert und damit ruhiger und auch kompakter. und platz spart das erfahrungsgemäß auch einiges.

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Eckhard

Was im vorgsetellten Layout für wesentlich mehr Unruhe sorgt, sind die in sich mittig zentrierten Mariginalien. Schaut man auf Seite 40 unten, dann kann man den linken Einzug kaum als einen solchen erkennen, weil die Mariginalie mehrere vertikale Linien vorgibt. Auch rechts unten stört mich das gewaltig. Warum sind die Mariginalien nicht außen- oder noch besser innenbündig?

 

Aufzählungen gewinnen an Klarheit, wenn Sie Abstand zueinander halten, auch weil die Übersichtlichkeit und das bei Aufzählungen oft gewollte Quereinsteigen über Schlagworte leichter fällt. Eine ganze Zeile ist aber zuviel. Du würdest also die Registerhaltgkeit verlieren. Manchmal ist die nicht so wichtig.

 

Aufzählung versuche ich zu vermeiden, wo es nur geht. Manche Autoren lieben sie, weil sie dann keinen gescheiten Sätz formulieren müssen. Leider führt das oft zu einer Aufeinanderhäufung von substantivierten Verben, aber das nur nebenbei. Die Autoren meinen auch, dass solche Texte übersichtlicher seien. Ich habe genau die gegensätziche Erfahrung gemacht. Bei einem nichtwisssenschafltlichen kleinen hauseigenen Test, musste ich festestellen, dass einige Leser genau das Gegenteil der Aufzählungen verstanden hatten. Nach der sechsten Aufzählung fällt es den Leuten schwer, zu behalten, wofür sie eigentlich steht. Aufzählungen zu schreiben scheint leicht zu sein, sie zu verstehen leider nicht immer. Getreu dem alten Satz: "Einer muss sich qäulen, der Autor oder der Leser." Aber das alles ist nur eine Randbemerkung am Freitag Abend.

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Fpark
Am 4.3.2021 um 23:02 schrieb JulieParadise:

Das ist so ein Fall, bei dem man froh sein kann,  in eine etablierte Reihe im Verlag zu liefern, bei der alle Eventualitäten bereits vorgeschrieben sind ... 

Ja, das ist natürlich toll, das kenne ich aus der Magazinproduktion… aber der Chef durfte immer alles (ändern)! ;-)

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Fpark
Am 5.3.2021 um 19:29 schrieb Eckhard:

Was im vorgsetellten Layout für wesentlich mehr Unruhe sorgt, sind die in sich mittig zentrierten Mariginalien. Schaut man auf Seite 40 unten, dann kann man den linken Einzug kaum als einen solchen erkennen, weil die Mariginalie mehrere vertikale Linien vorgibt. Auch rechts unten stört mich das gewaltig. Warum sind die Mariginalien nicht außen- oder noch besser innenbündig?

 

Aufzählungen gewinnen an Klarheit, wenn Sie Abstand zueinander halten, auch weil die Übersichtlichkeit und das bei Aufzählungen oft gewollte Quereinsteigen über Schlagworte leichter fällt. Eine ganze Zeile ist aber zuviel. Du würdest also die Registerhaltgkeit verlieren. Manchmal ist die nicht so wichtig.

 

Aufzählung versuche ich zu vermeiden, wo es nur geht. Manche Autoren lieben sie, weil sie dann keinen gescheiten Sätz formulieren müssen. Leider führt das oft zu einer Aufeinanderhäufung von substantivierten Verben, aber das nur nebenbei. Die Autoren meinen auch, dass solche Texte übersichtlicher seien. Ich habe genau die gegensätziche Erfahrung gemacht. Bei einem nichtwisssenschafltlichen kleinen hauseigenen Test, musste ich festestellen, dass einige Leser genau das Gegenteil der Aufzählungen verstanden hatten. Nach der sechsten Aufzählung fällt es den Leuten schwer, zu behalten, wofür sie eigentlich steht. Aufzählungen zu schreiben scheint leicht zu sein, sie zu verstehen leider nicht immer. Getreu dem alten Satz: "Einer muss sich qäulen, der Autor oder der Leser." Aber das alles ist nur eine Randbemerkung am Freitag Abend.

Hallo Eckhard, 

 

ich geb Dir ja recht -- das Problem war hier, dass der Satzspiegel im Entwurf asymmetrisch war  --  die Marginalie stand auf der rechten Seite zum Bund. Damit hätten Aufzählungen im Flattersatz durch den schmalen Seitenrand und die Seitenkante auf der rechten Seite mehr Halt gehabt.
Die Auftraggeberin wünschte sich aber die "klasssiche" Symmetrie.

Zur Marginalie: das ist/war noch nicht die finale Version -- im Ausdruck zeigte sich in der Tat, das der Schriftschnitt in der Marginalie zu fett war. Die Stichworte sind hier auch eher Stichworte und beziehen sich i.d.R. immer auf die gesamten Abschnitte, an denen sie stehen. Wie Forssmann/De Jong schon zu Recht schrieben: mittig gesetzte Marginalien führen ein Eigenleben. 
Aber, ich finde, das sie in light sehr gut funktionieren und auch weniger den Lesefluss stören als in dem Screenschot (in dem sie aber auch sehr fett wirken).

 

Zu den gefühlten 1.000 Aufzählungen und deren inhaltlicher Berechtigung sage ich nichts… geb Dir insgeheim Recht -- was soll ich sagen?

Ich hab es dann auch so gelöst, in dem ich sie aus dem Satzspiegel genommen habe (1/4 pt Abstand vom Zeilendurchschuss, damit sie teilweise auch wieder mit dem Raster alignieren - hätte man von Anfang an im Raster berücksichtigen können). Das funktionierte ganz gut, auch wenn man dadurch Umbrüche vor Ende des Satzspiegels provoziert…

Und es ist beim einem überarbeitetem Flattersatz geblieben.

 

Insgesamt hätte ich mir mehr Zeit zur Umsetzung gewünscht -- so musste aber alles schnell umgesetzt werden -- und ich hab mich  aber auch nicht in zu vielen Ausdifferenzierungen verloren.

Viele Grüße

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Eckhard

Wenn du Lust hast, zeig doch mal das Ergebnis, auch wenn du gerne mehr Zeit für den Satz gehabt hättest.

 

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Fpark
Am 8.3.2021 um 17:20 schrieb Eckhard:

Wenn du Lust hast, zeig doch mal das Ergebnis, auch wenn du gerne mehr Zeit für den Satz gehabt hättest.

 

So,  manche"unschöne"  Stellen sind der Textvorlage und der fehlenden Redaktion geschuldet  und der Blocksatz hätte noch eine verbesserte Feineinstellung vertragen (unter Trennstil: "Alle" anstelle von "Bevorzugt ästhetische") - aber für diesen engen Zeitrahmen ok  (wie schongesagt, ist eine Studie - es wird also nicht kommerziell vertrieben).

 

Bildschirmfoto 2021-03-15 um 19.23.08.png

Bildschirmfoto 2021-03-15 um 19.23.25.png

 

 

 

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Eckhard

Danke, dass du das Ergebnis gezeigt hast. Du hast ja erklärt, das keine Zeit war, daher kristisiere ich nicht dich. Aber die Aufzählungen haben nun einen zu geringen Abstand untereinander. Man müsste den Druck 1:1 sehen, aber es erscheint mir der Abstand zu ähnlich zum normalen Zeilenabstand zu sein, was erneute Unruhe in die Sache bringt. Schriftart und Mittigzentrierung bei den Mariginalien erzeugen auch Unruhe. Sie helfen dem Leser nicht wirklich, meine ich.

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Fpark
vor einer Stunde schrieb Eckhard:

Danke, dass du das Ergebnis gezeigt hast. Du hast ja erklärt, das keine Zeit war, daher kristisiere ich nicht dich. Aber die Aufzählungen haben nun einen zu geringen Abstand untereinander. Man müsste den Druck 1:1 sehen, aber es erscheint mir der Abstand zu ähnlich zum normalen Zeilenabstand zu sein, was erneute Unruhe in die Sache bringt. Schriftart und Mittigzentrierung bei den Mariginalien erzeugen auch Unruhe. Sie helfen dem Leser nicht wirklich, meine ich.

Ach, schon ok --die Kritik könnte ja auch hilfreich und konstruktiv sein. Es gibt immer wieder Textelemente , deren Umsetzung (ich) schwierig ist (finde) -- weil sie innerhalb des Buches oder eines Heftes zu Problemen/unruhigen Abschnitten führen.

Aber wie meinst Du das?  Einen größeren Abstand der Aufzählungsblöcke zueinander oder der einzelnen Punkte innerhalb der Aufzählung?

Un d wie viel ZD hättest Du gewählt? Die Häflte des eigentlichen Zeilendurchschusses?
Vielen Dank für Deine bisherige Anregeung!

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Eckhard

Ich meine, es müsste ein größerer Durchschuss zwischen den einzelnen Aufzählungspunkten sein, damit man überhaupt einen Unterschied zum normalen Fließtext erkennen kann und es nicht aussieht, als sei unsauber gesetzt worden. Wieviel kann ich nicht sagen, das muss man sich ansehen.  Ich wäre auch mal von einem zusätzlichen Durchschuss von der Hälfte des eigentlichen ausgegangen und hätte dann nach oben oder unten korrigiert. Ich probiere das in InDesign tatsächlich mit mm-Angaben aus. 

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