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Schwänzchen am Rund-s


Thomas Kunz

Empfohlene Beiträge

Danke, Peter. Wenn ich deine Montage mitabbildete, wüßte jeder sofort, was ich meine, wenn ich von Rute spreche. Aber ohne die Abbildung würde ich sofort hieran denken:

s-l400.jpg

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vor 10 Stunden schrieb Norbert P:

(da war Thomas schneller mit einem Bild einer echten Rute)

Na, kurz nach einer Rute googeln geht ja fix. Ich stauen aber über @catfonts wie schnell er ein Hundebild gefunden hat, wo die Rute fast perfekt zu meinem Ausgangsbild passt. :gimmifive:

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vor 20 Stunden schrieb Thomas Kunz:

Wenn ich deine Montage mitabbildete, wüßte jeder sofort, was ich meine, wenn ich von Rute spreche.

Du könntest ja derjenige sein, der den Terminus für das Erscheinungsbild festlegt!

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vor 5 Stunden schrieb Phoibos:

Du könntest ja derjenige sein, der den Terminus für das Erscheinungsbild festlegt!

Das Buch, an dem ich arbeite, handelt von Lexikografie. Die Typografie wird nur gestreift. Im Speziellen geht es darum, den Unterschied zwischen zwei Druckschriften zu benennen, die in dem betreffenden Wörterbuch genutzt werden. In dem Zusammenhang wäre ich schon zufrieden, wenn die (wahrscheinlich) typografieunerfahrenen Leser verstehen, worauf ich hinaus möchte. Da noch einen neu eingeführten Fachbegriff zu definieren, geht meines Erachtens dann doch zu weit.

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Am 13.6.2021 um 14:25 schrieb Thomas Kunz:

In dem Zusammenhang wäre ich schon zufrieden, wenn die (wahrscheinlich) typografieunerfahrenen Leser verstehen, worauf ich hinaus möchte. Da noch einen neu eingeführten Fachbegriff zu definieren, geht meines Erachtens dann doch zu weit.

Wenn es kein Fachbegriff werden soll, vielleicht »Horn« (Stirnauswuchs) oder »Schisslaweng« (Zislaweng)?

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Schisslaweng

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Auch wenn die Reaktivierung des Schisslaweng in meinem Wortschatzgedächtnis sehr schätze, ist das doch mehr so ein abschließender Schwung bei einer Unterschrift, der ausläuft. Das Getüttel beim Rund-S ist dafür viel zu, mmm, geplant bzw. konstruiert. Zudem kann ich mich nicht entscheiden, ob es ein Auf- oder Abschwung ist bzw. der Beginn oder das Ende eines Federzuges. Die klare Kante spricht eher für den Beginn eines Zuges, aber im Druckbild ist das natürlich nicht zu beobachten/beurteilen.

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Rudolf Kochs Schrägschrift hat diesen An-/Abstrich, Endschwung, Serife, whatever noch weiter zurückgenommen: http://www.klingspor-museum.de/KlingsporKuenstler/Schriftdesigner/Koch/RudolfKoch.pdf

 

Hat jemand von Euch diese Konstruktionsvorschläge aus der Koch-Schule? ABC-Büchlein, Das Schreiben als Kunstfertigkeit oder dergleichen? Wenn ich diese Specimen hier als Maßstab nehme, erklärt er sich vielleicht auch zu dem Schwung des Rund-S: https://www.typeoff.de/2006/09/rudolf-kochs-deutsche-schrift-family/

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@Kathrinvdm Liebe Kathrin, wein doch nicht. Trink ein Schlückchen Frauengold, und alles wird gut. Dein Begriff Tolle ist toll wegen seiner Anschaulichkeit. Aber du merkst ja, wie fimschig ich bei der Begriffsfindung bin. Mein Ausspruch gegen deine Tolle war also überhaupt nicht persönlich gegen dich gemünzt. :trost: Wenn ich sofort bei der Wortsuche an dich gedacht hätte, wäre mir bestimmt Löckchen in den Sinn gekommen.

 

@Marion Kümmel  Das Wort Schisslaweng kannte ich im Zusammenhang mit Schrift gar nicht. Für mich bedeutete das immer soviel wie Gedöns. Wieder etwas gelernt. Dankeschön! — Horn passt zwar anatomisch (etwas, das aus dem Kopf wächst) sehr gut, ist aber für das kleine Strichlein etwas zu mächtig, oder?

 

@Phoibos Was die Frage nach Anstrich oder Endschwung angeht, haben die bebilderten Beiträge von @Schnitzel doch eigentlich Klarheit gebracht. Aber ich werde mal das RKI (Rudolf-Koch-Institut) anschreiben und nach deren Expertise fragen. :lol:

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Wird Rudolf Koch eigentlich der Bernd Höcke der Typo-Nerds, also ein Insiderwitz, den man nur lange genug durchziehen muss, bis er sich auch woanders festsetzt? :mrgreen:

 

Ach ja, Tolle fand ich auch toll und wundere mich, dass es (ähnlich wie bei der Setzkasten-Frage) dafür tatsächlich keinen festen Begriff gibt. Immer wieder spannend, sowas.

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vor 2 Stunden schrieb Thomas Kunz:

doch eigentlich Klarheit

Wie gesagt, ich hab diese Klarheit noch nicht gewonnen, da ich aus einer Bleiletter mir nicht den Zug der Feder so einfach vorstellen kann. Und ich hab versucht, bei einigen Videos von Kalligraphen den Zug zu verstehen, aber auch da ist es mir nicht gänzlich klar, wo der Zierat (oder schreibt man das mit Doppel-r?) anfängt bzw. es organischer Bestandteil eines Federzuges ist. Ich hab sogar versucht, selbst zu schreiben, aber auch da sind beide Möglichkeiten offen.

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Wenn ich Schnitzel richtig verstanden habe, muss man, wenn man mit der Breitfeder Fraktur schreibt und so eine Tolle zu Papier bringen möchte, die Feder mit dem Strich des Horns entgegen dem Uhrzeigersinn mitdrehen, um ein solch dünnes Schwänzchen zu fabrizieren. Es wäre also kein »Schwung«. Der Schweif wäre mehr eine ziemliche Verrenkung und kein leicht hingezogener Schisslaweng. (Habe ich jetzt alle Namensvorschläge untergebracht?)

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vor 3 Minuten schrieb Kathrinvdm:

Dings

Guter Platzhalter, nicht wirklich tauglich für eine Abhandlung, aber im mündlichen Vortrag durchaus zu gebrauchen 🙂 Wie wenn Muddi das Dingsbums aus der rechten unteren Schublade aus dem linken Schrank möchte.

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Gast Schnitzel
vor 4 Stunden schrieb Phoibos:

wo der Zierat (oder schreibt man das mit Doppel-r?) anfängt bzw. es organischer Bestandteil eines Federzuges ist.

Da ist Thomas‘ Bild eingangs sehr exakt: Das Schwarze ist so ziemlich der organische Bestandteil, rot ist der Zierrat. Meine Beispiele zeigen, dass die Übergänge auch fließend sein können, aber bei der Form m. E. doch deutlich.

 

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vor 15 Minuten schrieb Schnitzel:

Meine Beispiele zeigen, dass die Übergänge auch fließend sein können, aber bei der Form m. E. doch deutlich.

Das habe ich auch verstanden, nur ich weiss nicht, ob der Zierart "im Freien" oder im Rund-S beginnt. Also in welche Richtung, mit (beginnt im Freien) oder gegen den Uhrzeigersinn (beginnt im Rund-S) der Schwung ist. Würde man im ersteren Fall von Ab- und Aufschwung reden? (Ich bin da genauso ratlos wie bei der aktiv/passis-Rolle bei gewissen Praktiken im Boudoir).
Aber jetzt, wo ich das verbalisiere, scheint mir ein Anfang im Rund-S am schlüssigsten zu sein. Dann wäre das dicke Ende des Zierart eine Form einer Serife (ähnlich wie bei der Optima).

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