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Super Grotesk, Maxima & Co – Die Schriften der DDR


Thomas Kunz

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Ein lesenswerter Artikel, der von der Frageseite viell. ein wenig zu pointiert auf die vermeintlichen politischen Aspekte abhebt, die in der überschaubaren Schriftschöpfer-Szene der DDR eigentlich kaum eine Rolle spielten. Der einzige wirkliche Unterschied zur Bundesrepublik waren die ziemlichen beschränkten wirtschaftlichen Möglichkeiten – und natürlich auch die Oberaufsicht durch die SED-Behörde Zentrag, die aufmerksam über alle als ›systemrelevant‹ angesehenen grafischen Betriebe wachte. Aber einem Schriftdesigner politische Vorgaben zu machen, wäre schwierig bis sinnlos gewesen.
Die Reihe der profilierten Gestalter wäre zu ergänzen um die Namen Horst Schuster, Hellmuth Tschörtner, Hildegard Korger und Norbert du Vinage. Ihre Leistungen haben allesamt bis heute Bestand, wovon nicht zuletzt eine Reihe erfolgreicher Digitalisierungen zeugen. Tschörtner und Thannhaeuser gehören, neben Kapr,  jedenfalls in die erste Riege der deutschen Schriftgestalter des 20. Jahrhunderts. Die Garamond von Thannhaeuser zählt sicherlich zu den gelungeneren Neuinterpretationen dieses Klassikers, sie war seinerzeit – nicht zuletzt durch die Reclam-Hefte – im Alltag quasi allgegenwärtig. Auch die Schriften von Herbert Post waren in der DDR lange in Gebrauch, obwohl Post als Professor der Hallenser Burg Giebichenstein bereits Anfang der 50er Jahre aus politischen Gründen in den Westen gegangen war.
Und man sollte in diesem Zusammenhang auch den Namen Horst Erich Wolter nennen. Er war jahrzehntelang soetwas wie der Nestor der mitteldeutschen Buchkunst, seine Autorität und sein Einfluß ist eigentlich nur mit dem Max Caflischs vergleichbar. Als jahrzehntelanger Leiter der Setzerei der Offizin Andersen Nexö in Leipzig (vormals Offzin Haag-Drugulin, heute Museum für Druckkunst) war er selbst kaum als Schriftgestalter tätig; wenn ich mich recht erinnere, stammten die Dante-Versalien von ihm.

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<p>Druckgrafisches Museum Pavillon-Presse in Weimar</p>
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