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Weihnachtsschriften, die Dritte: Orient Antiqua

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Oliver Weiß

@Tobias L That's right, and don't you forget it 😄 

 

Ich wollte noch die Akzente präsentieren, die ja für die Darstellung von Fremdsprachen unentbehrlich sind, in diesem Fall Schwäbisch. Sie scheinen mir etwas schwächlich, zumindest in kleinen Größen. 

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Oliver Weiß

Nun also die Lichte. Mein einziges Muster ist dies, noch dazu in einem viel kleinerem Schnitt: 

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Daraus kann ich höchstens die Strichstärke ableiten. Damit ist es aber nicht getan, denn auch der Kontrast ist in diesem Schnitt viel geringer, fast schon Monoline. Die vergleichsweise schweren Serifen sind mit Sicherheit dem kleinen Schnitt zuzuschreiben, denn die sind auch bei der Mageren in dieser Größe so, während meine Magere auf dem 48pt Original der Pavillon-Presse basiert.  

Was ich also blind anfliege ist die Lichte Orient in 48pt.  Mal sehen, ob das klappt. 

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Oliver Weiß

 

Der Anfang ist gemacht, es liegt aber noch vieles im Argen. A und K sind mißraten, aber ich sehe noch nicht, woran es liegt. Vielleicht könnt Ihr mir auf die Sprünge helfen?  

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R::bert

Mir fällt beim A erstmal nur auf, dass der Einlauf? (@Tobias L soll ja schließlich wieder was zu lachen haben 😉) der Waagerechten nicht wie bei den anderen abgerundet wurde. Vielleicht sticht es deshalb etwas heraus?

Beim K bin ich etwas über die Strichstärken gestolpert und ich habe mich gefragt, ob Du vielleicht besser gefahren wärst insgesamt nahezu auf Kontraste zu verzichten. Aber wirklich missraten finde ich es nicht. 🤷🏼‍♂️

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Phoibos

Mir ist der Strichstärkenkontrast zu gering. Die sind ja beim unteren Beispiel sehr prominent und, zumindest grad auf dem IPhone (hochkant) zu linear dünn zueinander. Aber das kann ob der beschränkten Displaymöglichkeiten auch täuschen. 

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Phoibos

Oh, und wenn ich es ohne Brille richtig sehe, es fehlen die Rundungen, wenn die Linien aufeinander treffen. 

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Oliver Weiß

Danke für Eure Kommentare! Ich habe viel gegrübelt und rumprobiert, aber am Ende war ich einer Meinung mit @R::bert, habe alles verworfen und den Kontrast ganz entfernt. Damit bin ich im Prinzip glücklich. Optische Täuschungen fallen jetzt viel mehr auf, es gibt also noch einiges zu verbessern. Spacing & Kerning habe ich noch nicht angefaßt. Alles in Allem mehr Arbeit als vorgesehen:mad:
 

Welche Mängel fallen Euch auf? Was ich jetzt schon sehe:

  • Z ist noch nicht fertig
  • N hat dicke Beine
  • der Haken im Q ist, obwohl charmant, vielleicht etwas zu beleibt
  • S ist zu mager und hat einen Klumpfuß
  • O, C und vielleicht G dürften in den Vertikalen einen Hauch dicker sein. 

 

 

 

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R::bert

Ich habe es jetzt noch mal in Ruhe auf mich wirken lassen und komme zu folgenden Gedanken:

  • Das Monolineare finde ich tatsächlich auch ansprechender – gefällt mir gut!
  • Der ursprüngliche Schriftentwurf kommt mir etwas wie die Hipster-Fonts heute vor: Man versucht hier und da Grenzen so weit wie möglich zu verschieben (z.B. die tief hängenden großen Punzen beim P die mir fast wehtun, weil es schein beinahe zum D zu werden droht oder die Position des Q-Schweifs – nicht mittig aber auch nicht entschieden weg von der Mittelachse) und Formen neu zu interpretieren (z.B. M, N, B, Q oder die Anstriche beim t, h, …). Das ist auf der einen Seite reizvoll und ggf. auch innovativ, kann aber auch zu Irritationen führen und den Schwierigkeitsgrad beim Entwurf extrem erhöhen. Letzteres empfinde ich so beim M und Q insbesondere beim neuen lichten Schnitt, wo diese Details (Häken) durch die geringen Kontraste noch mehr auffallen. Daher komme ich (wie Du offensichtlich auch) zu der Überlegung, ob man hier die Ausprägung dieser etwas abmildern sollte um das Schriftbild ein wenig zu beruhigen und zu harmonisieren.
  • Tja, genau, beim S wird wird im Gegensatz zum P die Grenze zum Hochhängenden ausgereizt, was ja wiederum zum E, F und B passt. Aber vielleicht ist die Diagonale im Vergleich dazu wirklich ein klein wenig zu weit hoch gerutscht. Oder man muss den Winkel etwas anpassen?
  • Beim T und Z würde ich schauen, dass sie nicht zu schmal werden.

 

Bleibt zu hoffen, dass Dir das jetzt mehr hilft als dass es Dir Arbeit macht! 😶

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Oliver Weiß

Nein, nein, Deinen Überlegungen sind alle sehr wertvoll für mich, vielen Dank! Ich würde dagegenhalten, daß diese Schrift ein Produkt ihrer Zeit und ihrer Umstände ist. Sicherlich paßt sie nicht in ein modernes Layout, und wird sich mit den meisten anderen Schriften beißen (und als Fließtext so wie ich sie hier zeige, taugt sie natürlich nicht. Das habe ich nur getan um Ungleichheiten erkenntlich zu machen). Als Kartenschrift, oder in ähnlichen Anwendungen, wo sie das einzige gestalterische Element ist, wird sie sich m. E. gut machen. 
 

Was das bierbauchige P angeht, da hat der Gestalter vorsorglich auch ein hochbeiniges vorgegeben. Ein ebensolches R werde ich selber basteln. 

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R::bert
vor 2 Stunden schrieb Oliver Weiß:

Ich würde dagegenhalten, daß diese Schrift ein Produkt ihrer Zeit und ihrer Umstände ist.

Ich glaube da widersprechen wir uns auch gar nicht. 😉

 

vor 2 Stunden schrieb Oliver Weiß:

Als Kartenschrift, oder in ähnlichen Anwendungen, wo sie das einzige gestalterische Element ist, wird sie sich m. E. gut machen.

Genau. Wie bei Deinem Wintergruß, der mich etwas an Vintage-Romantik erinnert hat.

 

vor 2 Stunden schrieb Oliver Weiß:

Was das bierbauchige P angeht, da hat der Gestalter vorsorglich auch ein hochbeiniges vorgegeben. Ein ebensolches R werde ich selber basteln. 

👍🏻

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Oliver Weiß
vor 1 Minute schrieb R::bert:

der mich etwas an Vintage-Romantik erinnert hat

Es gibt ja nix Neues unter der Sonne 😄

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Stötzner

beim H ist der linke Schaft zu schmal und der rechte zu dick.

starke Partie beim C (und G?) darf stärker sein.

Eine klare Fett-Fein-Verteilung ist immer wichtig, auch wenn der Unterschied, wie hier, nur sehr gering ist:

bei S und N sollten die mittleren Teile stark sein (wichtig!), auch beim M ist die Fettfein-Verteilung noch ungeklärt.

Die runden Köpfe von P und R brauchen mehr Spannung und mehr Bums.

 

Falls das überhaupt in Betracht kommt: ich kann mir den Wechselduktus (Fettfein) auch allgemein einen Hauch ausgeprägter vorstellen.

 

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Stötzner
Am 25.1.2022 um 17:20 schrieb Oliver Weiß:

 

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das große Eszett würde ich so lassen. Für das kleine: die untere Form geht gar nicht; die in der Mitte ist gut, aber in der Mitte würde ich den Abstand zw. Schaft und Strich etwas vergrößern.

 

die rechten Beine von n und m sind zu dick.

 

die Spitze des mittleren M-Hakens würde ich so gewichten wie die Serifen.

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Oliver Weiß

Vielen Dank, Andreas! Ich kann Deine Hinweise gut nachvollziehen. Die Fett-Fein Verteilung will ich optisch soweit wie  möglich entfernen, denn das Muster oben ist so gut wie monoline. Das Kurvenspannen ist bei mir leider reine Glückssache. Hast Du eine Methode? Ich lasse mich da gerne belehren.  Und Bums – klar, aber was hat das mit Schriftgestaltung zu tun 😉 ? Das ß haben wir schon weiter oben besprochen. Das Original sah zu sehr nach tz aus, daher meine eigene Version. Inwiefern paßt sie nicht? 

 

 

 

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Thomas Kunz
vor 39 Minuten schrieb R::bert:

Allerdings ist diese wirklich monoline.

Finde ich nicht:

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(Die gleichgroßen roten Punkte habe ich zur Veranschaulichung eingefügt.)

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R::bert

Klar, optischer Ausgleich findet sich hier auch, aber die Serifen wurden beispielsweise nicht verjüngt. Darauf wollte ich hinaus. Außerdem sind ja in unserem Fall auch eher die leichten Schnitte relevant. Trotzdem Danke fürs Relativieren! 😉

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Thomas Kunz

Die Rosalinde finde ich keine gute Inspiration. Sie wirkt auf mich knubbelig und unausgeglichen in den einzelnen Formen. Schau dir nur die Kurven beim oben gezeigten s an. (Es kann aber auch einfach an der schlechten Bildschirmdarstellung liegen. Wieder ein Punkt, der für Druck- oder zumindest pdf-Specimens spricht.)

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R::bert

Daher habe ich zuvor Oliver mit „so gut wie monoline“ zitiert. Auch nur dafür (also dem Umgang mit der unscheinbaren Strichstärken-Modulation) schien sie mir mal einen Blick wert zu sein. Aber vielleicht gibt es da auch noch bessere.

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R::bert
vor 54 Minuten schrieb Thomas Kunz:

Sie wirkt auf mich knubbelig und unausgeglichen in den einzelnen Formen.

Gut möglich, dass man das auch ganz bewusst so gemacht hat um sie noch mehr in die verspielte, handschriftliche Richtung zu treiben, wie zum Beispiel auch die FF Suhmo. Aber wie gesagt: Der formale Ansatz (Skelett) sollte hier nicht das Inspirierende sein. Warum auch? Dafür hat Oliver ja schon eine Vorlage. Und die stand ja hier nur in manchen Details zur Diskussion.

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  • 4 Wochen später...
Oliver Weiß

Nachdem WF Corbitt glücklich vom Stapel gelaufen ist, geht es jetzt hier weiter. Gleich als erstes habe ich wieder feststellen müssen, was für ein Esel ich manchmal bin. Weiter oben auf dieser Seite hatte ich angenommen, ich hätte zur Lichten Orient Antiqua fast kein Quellenmaterial. Meine Version wurde also eine dünnere Variante der Mageren. Gestern landete ich versehentlich ganz am Anfang dieses Threads. Siehe da, eine Probe die fast nur aus "Licht" besteht 😳  Von mir selbst eingestellt. 🙄 

Nun stellt sich die Frage, welche Version die Bessere ist. Mit meiner eigenen bin ich nicht so ganz glücklich, denn die runden Ecken sind zu rund und störend:

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An der Vorlage gefallen mir aber die hungerleidenden Serifen bei E und F nicht:

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Hier die Magere zum Vergleich:

 

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Ich könnte bei meiner die Ecken weniger rund machen. Das wäre einem Variablen Font oder zumindest weiteren Schnitten zuträglich. Andererseits vielleicht die Serifen der Vorlage ändern? 

 

Was meint Ihr? 

 

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Ralf Herrmann
vor 13 Minuten schrieb Oliver Weiß:

Was meint Ihr? 

Dass die Serifen so kugelrund abschließen, gefällt mir bei beiden nicht. Das sieht wie Wiener Würste aus bzw. wie in Illustrator konstruiert und damit nicht passend für eine Schrift der damaligen Zeit. 

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