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Das Typografie-Wiki
Das große gemeinschaftsbasierte Fachlexikon der Typografie und Drucktechnik mit über 350 Begriffen.
Im Wesentlichen funktionieren der Typengreif und vergleichbare Geräte anderer Hersteller wie herkömmliche Staubsauger. Den Unterschied macht der Aufsatz. Über den Schlauch liegt ein permanenter Sog an. Wird der Aufsatz in das Fach eines Setzkastens mit Bleilettern gehalten, werden die Lettern angesogen und innerhalb des Gummibehälters gehalten. Ein Metallgitter verhindert, dass die Typen in den Schlauch gelangen.
Durch eine Klappe oder ein Knopf am Aufsatz kann der Luftstrom nach hinten umgeleitet werden. Der Sog an der Vorderseite des Aufsatzes wird dadurch aufgehoben und die Lettern fallen wieder aus dem Aufsatz heraus. Die Saugleistung lässt sich beim Typengreif in drei Stufen variieren, um Lettern unterschiedlicher Größe optimal ansaugen zu können.
Der Staubsauger hatte zwei wesentliche Funktionen: einerseits das Reinigen von Bleilettern und Setzkästen, andererseits das einfache Umlegen von Schriften in andere Setzkästen.
Werbeanzeige für den Typengreif. 1951. Quelle: Flickr
Größeres Typengreif-Model. Fotograf: Norman Posselt (www.p98a.com). Mit freundlicher Genehmigung.
Darstellung eines vergleichbaren Gerätes des Unternehmens Electrolux.
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(Zu alternativen Bedeutungen siehe Ende dieses Artikels)
Typograf Jan Tschichold
Umgangssprachlich wird die Bezeichnung Typograf oft fälschlicherweise als Synonym für Schriftgestalter verwendet. Allerdings gestaltet nur der Schriftgestalter (englisch »Type Designer«) Schriftarten; der Typograf benutzt in der Regel vorgefertigte Schriften für seine grafischen Gestaltungen. Natürlich kann ein Gestalter auch gleichzeitig Typograf und Schriftgestalter sein.
Die Bezeichnung Typograf ist nicht geschützt. Sie fällt in der Regel in das weite Feld des Grafikdesigns. Typografen können zum Beispiel aus folgenden Lehrberufen bzw. Studiengängen hervorgehen:
Schriftsetzer Mediengestalter Digital und Print (Deutschland), Medienfachmann/-frau (Österreich), Polygraf (Schweiz) Gestaltungstechnischer Assistent Kommunikationsdesign bzw. Visuelle Kommunikation
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Die Typografie als Technik
Die Typografie als Technik beschreibt die Erstellung beziehungsweise Darbietung von Textinformation über vorgefertigte Zeichenvorlagen. In unserem Kulturkreis hat diese Technik ihren Ursprung in der Erfindung Johannes Gutenbergs, der Bücher mithilfe einzelner Bleilettern (sogenannter Typen) druckte. Die einzelnen Bleibuchstaben eines Schriftstils in einer bestimmten Größe werden dabei zu einem Satz zusammengefasst, den man Font nennt. Der heute übliche Digitalsatz ist ein Nachfahre dieser Technik. Fonts sind nun Software, aber sie bestehen weiterhin aus einzelnen Zeichen (jetzt Glyphen genannt), die wie schon zu Gutenbergs Zeiten zu Zeilen und Textblöcken arrangiert werden. Die Typografie in ihrer technischen Definition wird im Fachbereich des Grafikdesigns von zwei anderen Techniken unterschieden: Bei der Kalligrafie werden die Texte allein durch Schreiben mit der Hand erstellt und hinter dem englischen Begriff des Letterings werden alle anderen Techniken zusammengefasst, die weder geschrieben noch mittels vorgefertigten Schriftzeichen erstellt wurden. So werden dementsprechend zum Beispiel gezeichnete, gemalte, gesprühte, geritzte Wörter oder Texte als Lettering bezeichnet.
Die Typografie als Lehre
Die Typografie als Lehre beschreibt das Wissen um die Anwendung der Schrift. Dieses reicht von historisch, kulturwissenschaftlich Zusammenhängen bis zu den theoretischen und praktischen Grundlagen der gestalterischen Anwendung von Schrift in der Gegenwart. Bildhaft gesprochen kann man von der »Inszenierung einer textlichen Botschaft« sprechen und die Schrift als »Kleidung der Texte« verstehen. Die Kenntnisse, diese »Kleider« nach ästhetischen, funktionalen, kulturellen, künstlerischen, und inhaltlichen Kriterien optimal auszuwählen und anzuwenden, ist die Lehre der Typografie. Sie überschneidet sich in diesem Sinne heute stark mit dem Fachbereich des Grafikdesigns, in dem die Schrift nicht selten eine wesentliche Rolle als Kommunikationsmittel einnimmt. Schrift und Gestaltung sind aber dennoch keine Synonyme. Die Typografie beschreibt immer nur die Dinge, die unmittelbar die Schriftanwendung betreffen.
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Arbeitsweise
Die Matrizen sind bei dieser Setzmaschine in einem fächerförmigen Rahmen aufgehängt. Beim Tasten gleiten die stabförmigen Matrizen durch ihr bloßes Gewicht aus der Ruhestellung über Gleitdrähte zur Matrizensammelstelle. Über Spatienringe werden die Wortzwischenräume eingestellt. Die fertige Zeile wird daraufhin abgegossen und durch Schwenken des Matrizenkorbes gelangen die Matrizen wieder in die Ausgangsposition.
Geschichtliches
Die Typograph war durch ihren einfachen Aufbau deutlich günstiger als die Linotype-Maschinen der Mergenthaler Linotype Company. Diese verklagte Rogers 1886 wegen Patentverletzungen. Rogers gewinnt zwar die Verhandlung, aber in der Folge kauft die Mergenthaler Linotype Company kurzerhand sämtliche zugehörigen amerikanischen Patente auf und nimmt die Typograph-Setzmaschine vom Markt. Rogers erhält eine Beraterstelle in der Mergenthaler Linotype Company.
Die Maschine wird jedoch in Kanada weiter produziert und nach Auslaufen der Patente in den USA auch wieder in Detroit von der American Typograph Company angeboten.
Über Kanada kam die Maschine auch nach Deutschland, wo die Ludwig Loewe & Co. in Berlin zunächst Testmodelle baute. Die endgültige Form des deutschen Modells wurde 1897 dann über die Setzmaschinenfabrik Typograph in Berlin hergestellt und vertrieben.
Typograph Model B im Druckkunstmuseum Leipzig. Foto: Pachulke
Das Model A hatte lediglich ein Buchstabenbild pro Matrize. Mit dem Modell B (1908) waren dann aber (wie bei Linotype) auch zwei Buchstaben pro Matrize möglich und das Ablegen der Matrizen durch Überkippen des Korbes konnte die Maschine nun selbstständig vornehmen. Zu dieser Zeit hatte man bereits 2000 Maschinen in ganz Europa verkauft.
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk in Berlin vollständig zerstört.
Video-Portrait einer Druckerei in den 1950er-Jahren, in dem auch eine Typograph-Maschine im Einsatz gezeigt wird (1:40—2:30)
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Seit 2002 wird der Name für einen Blog benutzt, den der US-Amerikaner Stephen Coles federführend betreibt.
Typographi.ca im Jahr 2002.
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In der Gestaltung von Schriftarten muss diesem Effekt durch einen optischen Ausgleich entgegengewirkt werden. Spitzen und Rundungen werden dazu mit einem Überhang (englisch: overshoot) versehen. Die betreffenden Stellen ragen dann mehr oder weniger stark über Grundlinie, x-Höhe oder Versalhöhe hinaus.
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Schriftmuster mit Verweis auf die enthaltenen Übersetzer in größeren Schriftgraden
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Schlägt man das Werk auf, schaut man links auf die, bei Büchern in der Regel unbedruckte, Seite U2 (und bei Büchern rechts dann auf den Schmutztitel).
Blättert man nun das ganze Werk durch, bis man die letzte Seite umgeschlagen hat, dann ist links die letzte Seite des Werkes und rechts liegt U3, bei Büchern meistens ebenfalls unbedruckt.
Schließt man das Werk, blickt man zum Schluss auf die Seite U4.
Bei fadengehefteten Büchern sind U2 und U3 häufig mit dem Vorsatzpapier verleimt, sodass der Schmutztitel erst nach erneutem Umblättern sichtbar wird.
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Benutzt man den Begriff Unicase innerhalb der lateinischen Schrift, ist damit eine besondere Art der Schriftgestaltung gemeint. Dabei werden bestimmte Groß- und Kleinbuchstabenformen zu einem einheitlichen Satz kombiniert, das in der Regel keine oder nur geringe Ober- und Unterlängen aufweist (siehe Beispielabbildungen). Im Deutschen lässt sich dies auch als unikameral bezeichnen.
Unicase (allgemein) = monokameral = einhäusig (Beispiele: סופית / ABCDEF / abcdef) Bicameral = bikameral = zweihäusig (Beispiel: AaBbCc) Unicase (in lateinischer Schrift) = unikameral = »vereinthäusig« (Beispiel: HҼУM)
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Hintergrund:
Typische Ligaturen des klassischen Fraktursatzes (zum Beispiel ch/ck/ll/tt) haben im Unicode keine offizielle Entsprechung. In den Unicode wurden typografische Ligaturen (zum Beispiel fi und fl) lediglich aus Gründen der Kompatibilität zu bestehenden Zeichenkodierungen aufgenommen. Hinzu kommt, dass vor der Etablierung von Unicode Zeichensätze des lateinischen Schriftsystems meist auf 8 Bit (256 Zeichen) angelegt waren und somit nur selten Platz für zusätzliche Zeichen boten. Dies führte dazu, dass Anbieter gebrochener Schriften Ligaturen oder zum Beispiel die Unterscheidung von s und ſ durch unstandardisierte Zeichenbelegungen erreichen mussten. So kann etwa das lange s auf die Taste s gelegt werden, das runde s dagegen auf die Position des Pluszeichens. Der Schriftanwender kann dann beide Zeichen problemlos über jede herkömmliche Tastatur erreichen, die Texte sind jedoch nicht sauber kodiert und damit nicht Font- und systemübergreifend austauschbar und im Allgemeinen schwer technisch zu verarbeiten (Suchmaschinen-Indizierung/automatische Silbentrennung usw.). Mit der UNZ-Belegung sollte daher ein entsprechender Standard für die Anbieter gebrochener Schriften geschaffen werden, der diese historisch gewachsenen Probleme aus der Welt schafft.
Vorteile:
Die UNZ-Belegung schafft einen einheitlichen Standard für alle Anbieter gebrochener Schriften und kann damit vermeiden, dass sich die Schriften (nach ausreichender Etablierung der UNZ-Belegung) von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich verhalten.
Die UNZ-Belegung vermeidet die falschen Belegungen von offiziell kodierten Unicode-Stellen.
Die UNZ-Belegung benötigt keine Smartfont-Technologien zum Erzwingen oder Unterdrücken der gewünschten Ligaturen oder zum Austausch von Zeichen durch historischen Alternativzeichen.
Die UNZ-Kodierung ist im technischen Sinne stabiler als OpenType-basierte Glyphen-Ersetzungen, da die typografischen Satzkonventionen über die UNZ-Belegung direkt auf Kodierungsebene festgehalten werden und nicht von einem bestimmten OpenType-Font abhängig sind.
Kritik: (kurze Zusammenfassung entsprechender Typografie.info-Diskussionen)
Die UNZ-Belegung widerspricht dem Prinzip von Unicode, lediglich sinntragende Zeichen zu kodieren und keine typografischen Varianten. Für die technische Kodierung von Ligaturen besitzt das Unicode-System den Bindehemmer und das unsichtbare Verbindungszeichen. Damit lassen sich Ligaturen völlig unabhängig von Spezialschriften auf Kodierungsebene vorgeben oder unterdrücken.
Die UNZ-Belegung setzt auf Unicode-Werte aus dem Bereich zur privaten Verwendung (PUA). Damit werden UNZ-kodierte Texte dauerhaft inkompatibel zu herkömmlichen Texten, die mit offiziellen Unicode-Werten erstellt wurden. »B u c h« und »B u ch« werden so zu unterschiedlichen Wörtern und können von gängiger Textverarbeitungssoftware (inklusive Suchmaschinen) nicht mehr als sinngemäß gleich verarbeitet werden. Da der PUA-Bereich per Definition unstandardisiert ist, wird sich an dieser Situation auch mittel- bis langfristig nichts ändern. UNZ-kodierte Texte sind daher auch in Zukunft ausschließlich mit den UNZ-Spezial-Fonts darstellbar und ihre Inhalte inkompatibel zu herkömmlichen Texten in den entsprechenden Sprachen.
Die Bezeichnung als »Norm« wurde kritisiert, da dieser Begriff bei technischen Empfehlungen im allgemeinen Sprachgebrauch einen erfolgreichen Normierungenprozess an einem anerkannten Normungsinstitut (z.B. DIN/ISO etc.) suggeriert. Bei der UNZ-Belegung handelt es sich jedoch lediglich um eine von Vereinsmitgliedern entwickelte, private Empfehlung.
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Unique IDs gelten als veraltet und werden nicht mehr neu vergeben. Eine XUID (»Extended User ID«) ist ein 10-stelliger Kode. Die ersten vier Stellen sind die Herstellerkennung. Diese muss bei Adobe angefordert werden. Die restlichen Stellen können frei zur Kennung von Schriftfamilie und Schnitt verwendet werden, wobei mehrere Schnitte nie die gleichen IDs teilen dürfen.
Unique IDs und XUIDs stammen aus den Anfängen des Desktop Publishings und trugen langsamen Verbindungen und rechenschwachen PostScript-Interpretern Rechnung. Für die Neuentwicklung von Fonts (etwa von PostScript-basierten OpenType-Fonts) ist es gemäß Adobe nicht mehr notwendig, Unique IDs und XUID einzubinden.
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http://www.extensis.com/de/products/universaltypeserver
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Ohne Unterschneidung (links) und mit Unterschneidung (rechts)
Im Computersatz lassen sich die Schriftkegel beliebig ineinander schieben. Digitale Schriften (Fonts) werden vom Hersteller bereits mit intergrierten Listen von Unterschneidungspaaren ausgeliefert. Sofern das Satzprogramm die Unterschneidung unterstützt und diese aktiviert ist, werden die im Font enthaltenen Unterschneidungspaare automatisch umgesetzt. Typische Unterschneidungspaare sind: Av, AV, LT, LV, Ly, Ta, To, Ty, Te, T., Va, Vo, V., Ya, Yo, Y. Umfangreiche Fonts können unter Umständen mehrere Tausend Unterschneidungspaare besitzen.
Grafikdesigner können aber auch in den meisten Textverarbeitungs- und Layoutprogrammen manuell unterschneiden. Das Unterschneiden gilt ebenso wie das Ändern der Laufweite als Instrument der Mikrotypographie, um die Lesbarkeit des Textes zu verbessern und ein harmonisches Schriftbild ohne optische Lücken oder Verdichtungen zu erhalten.
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Der UPM-Standardwert für PostScript-Type-1-Fonts beträgt 1000, für TrueType-Fonts 2048. TrueType- und OpenType-Fonts können aber gemäß der heutigen Spezifikationen beliebige Werte annehmen.
Der UPM-Wert selbst hat keinen direkten Einfluss auf die abzubildende Größe der Glyphen eines Fonts. Wie groß eine Schrift im Satz erscheint, wird aber durch das Verhältnis der Größe der Glyphen zum UPM-Wert bestimmt. Denn der digitale Schriftkegel und das enthaltene Buchstabenbild wird im Satz auf die jeweils eingestellte Schriftgröße skaliert. Bei einer Schriftgröße von 10 Punkt und einem UPM-Wert von 1000 wird also ein Großbuchstabe, der von der Grundlinie gemessen eine Höhe von 800 Einheiten hat, nur mit einer effektiven Versalhöhe von 8 Punkt abgebildet. Aus diesem Grund erscheinen unterschiedliche Fonts auch bei gleicher Punktgröße immer in einer anderen tatsächlichen Größe.
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Variable Fonts sind im OpenType-Standard seit Version 1.8 (2016) als OpenType Font Variations definiert. Die Bezeichnung »variable Fonts« bezieht sich ausschließlich auf Fonts nach diesem Standard und nicht auf andere Schrift-Interpolationstechniken mit ähnlicher Funktionsweise (wie zum Beispiel Multiple Master).
Weitere Informationen bietet unser Fachartikel Was sind variable Fonts.
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Beispiele:
Meißner → MEI?NER groß → GRO?
Großschreibweise des ß
Der Bedarf nach einem Großbuchstaben für »ß« wurde also schon sehr früh angemeldet, beispielhaft sei aus der neunten Auflage des Rechtschreibdudens aus dem Jahre 1925 zitiert:
»Für ß wird in großer Schrift SZ angewandt, z.B. MASZE (Maße) – aber MASSE (Masse), STRASZE, PREUSZEN, MEISZNER, VOSZ. Die Verwendung zweier Buchstaben für einen Laut ist nur ein Notbehelf, der aufhören muss, sobald ein geeigneter Druckbuchstabe für das große ß geschaffen ist.«
Nach der Rechtschreibreform von 1996 ist bei Großschreibung SZ nicht mehr zulässig. Da es immer weniger benutzt wurde, ist es nun durch die zwei Einzelbuchstaben SS zu ersetzen.
»Weiß« wird laut amtlicher deutscher Rechtschreibung in Deutschland und Österreich im Versalsatz als »WEISS« geschrieben. Die Verwechslungsgefahr, besonders bei Eigennamen hat sich dadurch noch vergrößert.
Weiß → WEISS → Weiss oder Weiß?
Aber auch die frühere Schreibung mit SZ hilft nur bedingt, da man auch bei dieser nicht weiß, ob die zwei Buchstaben S und Z nun für die Einzelbuchstaben s und z oder für ß stehen sollen.
KNEISZ → Kneisz oder Kneiß?
Der Eindeutigkeit halber ist man bei behördlichen Dokumenten dazu übergangen, »ß« auch bei der Großbuchstabenschreibung beizubehalten, also z.B. »GROßMANN« für »Großmann« zu schreiben. Dieser Mischsatz aus Groß- und Kleinbuchstaben wird seit den 1980er Jahren bei deutschen Reisepässen und Personalausweisen angewandt. Auch die Deutsche Post – wie auch die Finanzämter – empfehlen, beim Ausfüllen von Formularen in Großbuchstaben den Kleinbuchstaben ß beizubehalten.
Seit der Rechtschreibreform von 1996 besteht zudem zusätzlich das Problem, dass die Unterscheidung von ß und ss nun eine lautliche Funktion bekommen hat.
Kuss (kurzer Vokal) Gruß (langer Vokal)
Im Versalsatz wird dieses Prinzip jedoch außer Kraft gesetzt, wenn das ß durch Doppel-S ersetzt wird.
Gruß → GRUSS
Mit einem großen Eszett kann sowohl das Problem der Eigennamen, als auch das Problem der Aussprache behoben.
Meißner → MEIẞNER → Meißner Maße → MAẞE (jeweils eindeutig lang ausgesprochener Vokal, statt unklare Aussprache und Bedeutung bei MASSE)
Zwei Duden aus dem Jahr 1929, die noch mit Ersatzschreibungen für das ß arbeiten. Rechts: DDR-Duden aus dem Jahr 1957 mit einem extra für das Cover gezeichnetem, großem Eszett.
Verschiedene Schriftkünstler haben ihre Schriften seit Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem Versal-Eszett ausgestattet. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts und der Unicode-Kodierung (siehe nächster Abschnitt) nimmt die Zahl (auch internationaler) Schriftveröffentlichungen mit Eszett immer weiter zu.
Kodierungsbestrebungen
Im Jahr 2004 beantragte der Typograf Andreas Stötzner beim Unicode Consortium die Aufnahme eines Latin Capital Letter Double S in den Unicode. Der Antrag wurde verworfen, da unter anderem die Existenz dieses Buchstabens nicht ausreichend bewiesen war. Im Jahr 2005 zeigte der Interessensverband Rat für deutsche Rechtschreibung e.V. auf Nachfrage Verständnis, eine Abhilfe für die notdürftige Ersetzung durch SS zu schaffen. Es bedürfe allerdings »einer Initiative aus der Schreibgemeinschaft (z.B. von Seiten der Typografen)«, und nicht der Iniative des Rates für deutsche Rechtschreibung. Ein zweiter Antrag auf eine Aufnahme des Versal-Eszetts als LATIN CAPITAL LETTER SHARP S ist am 27. April 2007 vom Komitee des zuständigen Deutsches Institut für Normung (DIN) gestellt worden. Deutschland wurde in der einwöchigen, turnusmäßigen Sitzung durch Mitglieder des DIN-NIA 29.01 (Codierte Zeichensätze) vertreten. Im Rahmen der 50. Sitzung der zuständigen Internationalen Organisation für Normung (ISO) bzw. der International Electrotechnical Commission (IEC)-Working-Group vom 23. bis 27. April 2007 ist beschlossen worden, das Versal-Eszett solle gemäß diesem Vorschlag im Unicode-Standard die Stelle U+1E9E erhalten. Am 4. April 2008 ist wie angekündigt mit dem Erscheinen des Unicode-Standards Version 5.1 das große Eszett aufgenommen worden und hat den Platz U+1E9E erhalten.
Technisches
Glyphe: ẞ Unicode: U+1E9E Unicode-Bezeichnung: LATIN CAPITAL LETTER SHARP S Eingabe über verschiedene Geräte siehe FAQ
Rechtschreibung
Seit 2017 ist das große Eszett Teil der amtlichen deutschen Rechtschreibung. Die Schreibung von Wörtern mit großem Eszett wurde als Variante neben der Ersatzschreibung Doppel-S geführt, also STRASSE oder STRAẞE.
In der Überarbeitung von 2024 wurde die Formulierung noch einmal abgeändert. Die Schreibung mit ẞ kann nun als Hauptform angesehen werden und die Schreibung mit Doppel-S wird als mögliche Variante angegeben.
Zugehörige Links
ausführlicher Fachartikel zum großen Eszett als PDF Wie gibt man das große Eszett ein?
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1. Kleukens-Antiqua, 1910, Bauersche Gießerei
2. Belwe-Antiqua, 1913, Schelter & Giesecke
3. Dolmen und Zierdolmen, 1922, Schelter & Giesecke
4. Ehmcke-Antiqua, 1908, Flinsch
5. Feder-Grotesk, 1909, Ludwig & Mayer
6. (Kartenschrift) Gnom und verzierte Varianten (Perkeo, Kolibri, Tauperle), 1914, Schelter & Giesecke
7. Journal-Antiqua, 1913, Gursch
8. Grimm-Antiqua, 1908, Klinkhardt
9. Koralle, 1913, Schelter & Giesecke
10. Monos, 1911, Schelter & Giesecke
11. Roland-Grotesk, 1909, Schelter & Giesecke
12. Ehmcke-Rustika, 1914, D. Stempel AG
13. Schelter-Antiqua, 1905, Schelter & Giesecke
14. Schneidler-Latein, 1916, Schelter & Giesecke
15. Shakespeare-Mediäval, 1927, Schelter & Giesecke
16. Parcival-Antiqua, 1930, Schelter & Giesecke
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Oft aufgerufene Begriffe
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Die vier Umschlagseiten werden mit U1 bis U4 bezeichnet. Das erste, was man von einer Publikation, sei es nun Buch, Zeitschrift oder sonst etwas, sieht, ist die Seite U1. Schlägt man das Werk auf, schaut man links auf die, bei Büchern in der Regel unbedruckte, Seite U2 (und bei Büchern rechts dann auf den Schmutztitel). Blättert man nun das ganze Werk durch, bis man die letzte Seite umgeschlagen hat, dann ist links die letzte Seite des Werkes und rechts liegt U3, bei Büchern meistens ebenf
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Versalien ist der typografische Fachbegriff für Großbuchstaben. Der Begriff leitet sich ursprünglich von den Großbuchstaben ab, die am Anfang einer Verszeile (lat. versus = »Zeile«) standen. Der Singular lautet der Versal, wird aber in der Typografie praktisch nie gebraucht. Die Schreibweise in Versalien zählt neben kursiv, fett etc. zu den Auszeichnungsarten im Schriftsatz. Ein anderes, ebenfalls häufig gebrauchtes Wort für Großbuchstaben ist Majuskeln – im Gegensatz zu den Minuskeln, den
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Das Versal-Eszett bezeichnet die Großbuchstabenform des Buchstaben ß (Eszett). Die Erweiterung des deutschen Alphabets um diesen Buchstabens wird seit Ende des 19. Jahrhundert diskutiert. Bis 1941 waren in Deutschland die gebrochenen Schriften für deutsche Texte vorherrschend und in diesen Schriften gibt es nur in sehr seltenen Fällen Großschreibung von Wörtern. Das ß existierte deswegen lange Zeit nur als Kleinbuchstabe, da es für eine Großbuchstabenvariante schlicht keinen Bedarf gab. Seit dem
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Mit Condensed wird eine im Vergleich zum Normalschnitt schmaler laufende Schrift bezeichnet. Condensed-Schriften bieten sich auf Grund des geringeren Platzbedarfes zum Beispiel für Tabellen oder Zeitungsüberschriften an. Eine Schrift, die im Gegensatz zur Standardweite noch breiter läuft, wird im Englischen Extended bezeichnet.
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Die Versalhöhe beschreibt die Höhe eines Großbuchstabens (z.B. des H) des jeweiligen Schriftschnittes.
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LF ist die Abkürzung für Lining Figures – im deutschen Sprachraum in der Regel als Versalziffern bezeichnet.
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Anfang des 20. Jahrhunderts schuf der deutsche Grafiker Ludwig Sütterlin im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums zwei Schulausgangsschriften: eine nach lateinischen Schriftstil, und eine zweite als Weiterentwicklung der bis dahin im deutschsprachigen Raum vorherrschenden Kurrentschrift. Letztere bekam in der Folge die umgangssprachliche Bezeichnung Sütterlinschrift. Sütterlin verzichtete in seiner Vorlage auf die typische Schrägstellung der Kurrent und den Schwellzug.
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Gruppe I: Venezianische Renaissance-Antiqua Entwickelt um 1470 vor allem durch Nicolaus Jenson, Venedig, aus der humanistischen Minuskel. Das handschriftliche Vorbild dieser Druckschrift wurde mit der schräg angeschnittenen Breitfeder im Wechselzug geschrieben. Erkennungsmerkmale: Serifen Achse der Rundungen Ansatz (Dachansatz) der Serifen Querstrich des kleinen »e« der Kleinbuchstaben sind höher als die Versalien Strichstärken-Unterschiede
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Der Begriff Kurrent kann im weitesten Sinne als Synonym von Schreibschriften (von lateinisch currere: »laufen«) benutzt werden. Diese Bedeutung ist jedoch nicht die übliche. In der Regel meint man mit Kurrent einen spezifischen Schreibschriftstil des lateinischen Schriftsystems, der auf die gotische Kursive des 15. Jahrhunderts zurückgeht und sich im deutschsprachigen Raum bis ins 20. Jahrhunderts als verkehrsübliche Schreibschrift halten konnte. Die Kurrent bildet als Schreibschrift das Pendant
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Der Bleisatz ist ein Satzverfahren, das in unserem Kulturkreis seit seiner Erfindung durch Johannes Gutenberg in Mainz um 1440 angewendet wird. Dabei werden die Texte aus sogenannten beweglichen Lettern – einzelnen Buchstaben aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung – zu einer Druckform zusammengesetzt, und von diesen wird im Hochdruckverfahren gedruckt. Handsatz in einer amerikanischen Staatsdruckerei Das manuelle Zusammenfügen der einzelnen Lettern durch einen Schriftsetzer wird H
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