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Das Typografie-Wiki
Das große gemeinschaftsbasierte Fachlexikon der Typografie und Drucktechnik mit über 350 Begriffen.
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Umgangssprachlich wird Font oft synomym zu Schriftart verwendet, auch wenn diese Anwendung nicht ganz korrekt ist. Mehr dazu im Fachartikel Unterschiede zwischen Schriftart, Font und Zeichensatz.
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Ein Fontkoffer enthält in der Regel Bitmapfonts zu einem korrespondierenden PostScript-Type1-Font oder die verschiedenen Schnitte eines TrueType-Fonts.
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Mit dem Fotosatz etabliert sich auch erstmals das Prinzip skalierbarer Schriften. Während man im Bleisatz noch jede Schriftgröße einzeln fertigen musste, so erlaubt beispielsweise die diatype Schriftgrößen zwischen 4 und 36 Punkt von einem einzigen Schriftträger aus.
Seit den 1970er Jahren wurde der Fotosatz zunehmend auf die elektronische Datenverarbeitung umgestellt. Die Erfassung und die Belichtung der Texte wurden voneinander getrennt. Die Eingabe der Texte erfolgte mit Tastatur und einer (teils stark eingeschränkten) Sichtkontrolle am Monitor. Die erfassten Texte konnten so im Nachhinein beliebig korrigiert werden und Schriften und Schriftsatzparameter waren variierbar. Die Belichtung des Trägermaterials erfolgt dann schlussendlich, je nach System, mittels Halogenlampen, Xenonblitz, Kathodenstrahlröhre oder Laserstrahl.
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Beispiel: Die Garnitur A der Halbfetten Gotenburg umfasst Schriftschnitte in den Graden von 6 bis 84 Punkt.
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Alternative Bedeutung:
In einer Handsatz-Buchdruckerei wird mit Gasse auch der Arbeitsbereich zwischen den Setzregalen bezeichnet.
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Im 12. Jahrhundert bildete sich in der Architektur der gotische Baustil (Spitzbogenstil) aus. Die Schrift machte diese Stilwandlung mit. Die rundlichen Formen der ausgebildeten karolingischen Minuskelschrift wurden eckig, spitz gebrochen. Durch die Brechung entstand ein kräftiger, vollständig neuer Schriftcharakter, der in seiner Fortentwicklung über die verschiedenen gotischen Volkshandschriften und Urkundenschriften zur individuellen Buchschrift des 14. und 15. Jahrhunderts führte.
Anfänge der gotischen Schrift zeigen sich bereits schon um die Wende des 11. Jahrhunderts. Gotische Versalien im eigentlichen Sinne gab es noch nicht. Aus der karolingischen Minuskel entsteht zunächst die gotische Minuskel und um 1300 ist die eigentliche gotische Schrift oder Textura ausgebildet. Bei der mittelalterlichen Textura ist die Senkrechte stark betont und die Buchtaben stehen eng beieinander. Es entsteht der Eindruck eines Gewebes, daher der lateinische Name »Textura«. Gutenberg wählte als Vorbild für seine Typen die Textura, da sie seit 200 Jahren »die« feierliche Werkschrift war. Neben der strengen und feierlichen Textura gibt es auch in der Gotik Kursive, deren Spätformen mit dem Namen Bastarda belegt werden. Diese Schriften haben die Schwabacher-Schrift – in der die ersten deutschen Bibel-Übersetzungen Martin Luthers gedruckt wurden – und vor allem die spitze deutsche Schreibschrift wesentlich beeinflusst.
In Italien konnte sich die Textura, ebenso wie der gotische Baustil, nicht voll durchsetzen. Schon mit der Entstehung der Textura entwickelte sich dort als eigene Schriftstilgruppe die Rotunda oder rundgotische Schrift, die runde und spitze Bogen harmonisch vereint. Ihr Schriftbild steht der Antiqua-Schrift näher als die anderen gebrochenen Schriften.
Um 1514 entwickelte sich in der Renaissance, also in der Zeit Kaiser Maximilian I. und Albrecht Dürers, eine Form einer gebrochenen Schrift – die Fraktur –, die später zu »der« Schrift der bürgerlichen Literatur im 18. und 19. Jahrhundert wurde. Neben den Kleinbuchstaben gestaltete man bei der Fraktur die Großbuchstaben neu und passte sie den Kleinbuchstaben an. Ein ausschließliche Versalschrift verbietet sich generell bei den gebrochenen Schriften, da sie im Zusammenspiel mit den Minuskeln geschaffen wurden und nur mit diesen zusammen ein harmonisches Schriftbild ergeben.
Die wichtigen Stilgruppen der Spitzbogenschriften sind:
Gotische Schrift oder Textura Rundgotische Schrift oder Rotunda Gebrochene Buchkursive oder Bastarda Schwabacher Fraktur Fraktur-Varianten Spitze Schreibschrift oder Kurrentschrift
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Ein anderes, ebenfalls häufig gebrauchtes Wort für Kleinbuchstaben ist Minuskeln (vergl. zum Beispiel Karolingische Minuskeln) – im Gegensatz zu den Majuskeln, den Großbuchstaben.
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1.) Ein quadratisches Stück Blindmaterial im Bleisatz, dessen Kantenlängen genau der Schriftgröße (Kegelhöhe) entsprechen.
2.) Ein Bezugssystem des Schriftsatzes. Da die Seitenlänge des Gevierts identisch mit der Schriftgröße ist, nutzt man den Begriff Geviert auch, um schriftgrößenunabhängige Bezüge herzustellen. So lässt sich zum Beispiele die Breite von Zeichen im Verhältnis zum Geviert beschreiben. Die Bezeichnungen Geviertstrich, Halbgeviertstrich (Gedankenstrich) und Viertelgeviertstrich (Bindestrich) sind auf diese Weise entstanden. Jedoch haben Schriftgestalter/-hersteller hier letztlich freie Hand und wählen die tatsächliche Breite dieser Zeichen eher nach optischen, denn mathematischen Gesichtspunkten.
Auch Leerräume werden in Bezug zum Geviert beschrieben und lassen sich in Textverarbeitungsprogrammen über entsprechende Bezeichnungen ansprechen.
Auch für digitale Schriften ist das Geviert weiterhin die zentrale Bezugsgröße. Das Geviert erstreckt sich hierbei zwischen Oberlänge und Unterlänge der Schriftart. Beim Anzeigen oder Drucken einer Schrift wird diese dann entsprechend skaliert, sodass der Abstand zwischen Ober- und Unterlänge exakt der eingestellten Schriftgröße von z.B. 12 Punkt entspricht.
Wie man in der Darstellung sieht, korrespondiert die Größe des Gevierts nicht unmittelbar mit den Buchstabenformen. Geviert und Schriftgröße beschreiben also in aller Regel nicht – wie oft fälschlicherweise angenommen – den Raum zwischen der messbaren Ober- und Unterkante bestimmter Buchstaben, sondern lediglich die Größe des physischen oder virtuellen Schriftkegels.
In welcher Größe die Buchstaben tatsächlich auf dem Kegel abgebildet sind, ist von Schrift zu Schrift sehr unterschiedlich. Daher ist es in der Praxis auch so schwierig, allgemein von Schriftgrößen zu sprechen. Wenn etwa für Medikamentenbeipackzettel eine Mindestgröße bestimmt werden soll, dann muss sich diese am Besten auf die x-Höhe der Schrift beziehen und nicht auf Schriftgröße bzw. Geviert, da diese nichts über die tatsächliche Buchstabenhöhe aussagen, sondern lediglich die Größe des Schriftkegels beschreiben.
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Auch Ligaturen (z.B. ffi), die seit Anfang der Buchdruckerkunst verwendeten Buchstabenverbindungen, bilden meist eine einzige Glyphe zur Repräsentation der zugrunde liegenden Zeichenfolge (f f i). Andererseits können auch mehrere Glyphen zu einem einzelnen Zeichen zusammengesetzt werden, zum Beispiel n + ˜ zu ñ.
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Der Grauwert wird dabei sowohl durch die verwendete Schrift und deren Eigenschaften bestimmt (Strichstärke, Duktus, Weißraum etc.), als auch durch die Art und Weise des Schriftsatzes (Laufweite, Zeilenabstand etc.). Der Grauwert gilt als ein Kriterium der Lesefreundlichkeit von Schriften beziehungsweise Texten.
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Beispiele:
Benton Modern Text Grade 1 bis 4
Bureau Roman Text Grade 0 bis 4
Chronicle Text Grade 1 bis 4
Greta Text Regular −, Regular und Regular +
Guardian Agate Sans G1 bis G4
Magma und Magma Halo
Mercury Text Grade 1 bis 4
Miller Daily 1 bis 4
Munc und Munc Halo
Poynter Agate Grade 0 bis 3
Poynter Oldstyle Text Grade 1 bis 4
Quiosco 1 bis 4
Tabac G1 bis G4
Tempera Biblio Book A bis C
Tuff, Tuff Halo, Tuff School und Tuff School Halo
Zócalo Text 1 bis 4
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In der deutschen Schriftklassifikationsnorm DIN 16518 werden Groteskschriften als »Gruppe VI: Serifenlose Linear-Antiqua« eingeordnet.
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Oft aufgerufene Begriffe
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Die vier Umschlagseiten werden mit U1 bis U4 bezeichnet. Das erste, was man von einer Publikation, sei es nun Buch, Zeitschrift oder sonst etwas, sieht, ist die Seite U1. Schlägt man das Werk auf, schaut man links auf die, bei Büchern in der Regel unbedruckte, Seite U2 (und bei Büchern rechts dann auf den Schmutztitel). Blättert man nun das ganze Werk durch, bis man die letzte Seite umgeschlagen hat, dann ist links die letzte Seite des Werkes und rechts liegt U3, bei Büchern meistens ebenf
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Versalien ist der typografische Fachbegriff für Großbuchstaben. Der Begriff leitet sich ursprünglich von den Großbuchstaben ab, die am Anfang einer Verszeile (lat. versus = »Zeile«) standen. Der Singular lautet der Versal, wird aber in der Typografie praktisch nie gebraucht. Die Schreibweise in Versalien zählt neben kursiv, fett etc. zu den Auszeichnungsarten im Schriftsatz. Ein anderes, ebenfalls häufig gebrauchtes Wort für Großbuchstaben ist Majuskeln – im Gegensatz zu den Minuskeln, den
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Das Versal-Eszett bezeichnet die Großbuchstabenform des Buchstaben ß (Eszett). Die Erweiterung des deutschen Alphabets um diesen Buchstabens wird seit Ende des 19. Jahrhundert diskutiert. Bis 1941 waren in Deutschland die gebrochenen Schriften für deutsche Texte vorherrschend und in diesen Schriften gibt es nur in sehr seltenen Fällen Großschreibung von Wörtern. Das ß existierte deswegen lange Zeit nur als Kleinbuchstabe, da es für eine Großbuchstabenvariante schlicht keinen Bedarf gab. Seit dem
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Mit Condensed wird eine im Vergleich zum Normalschnitt schmaler laufende Schrift bezeichnet. Condensed-Schriften bieten sich auf Grund des geringeren Platzbedarfes zum Beispiel für Tabellen oder Zeitungsüberschriften an. Eine Schrift, die im Gegensatz zur Standardweite noch breiter läuft, wird im Englischen Extended bezeichnet.
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Die Versalhöhe beschreibt die Höhe eines Großbuchstabens (z.B. des H) des jeweiligen Schriftschnittes.
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LF ist die Abkürzung für Lining Figures – im deutschen Sprachraum in der Regel als Versalziffern bezeichnet.
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Anfang des 20. Jahrhunderts schuf der deutsche Grafiker Ludwig Sütterlin im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums zwei Schulausgangsschriften: eine nach lateinischen Schriftstil, und eine zweite als Weiterentwicklung der bis dahin im deutschsprachigen Raum vorherrschenden Kurrentschrift. Letztere bekam in der Folge die umgangssprachliche Bezeichnung Sütterlinschrift. Sütterlin verzichtete in seiner Vorlage auf die typische Schrägstellung der Kurrent und den Schwellzug.
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Gruppe I: Venezianische Renaissance-Antiqua Entwickelt um 1470 vor allem durch Nicolaus Jenson, Venedig, aus der humanistischen Minuskel. Das handschriftliche Vorbild dieser Druckschrift wurde mit der schräg angeschnittenen Breitfeder im Wechselzug geschrieben. Erkennungsmerkmale: Serifen Achse der Rundungen Ansatz (Dachansatz) der Serifen Querstrich des kleinen »e« der Kleinbuchstaben sind höher als die Versalien Strichstärken-Unterschiede
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Der Begriff Kurrent kann im weitesten Sinne als Synonym von Schreibschriften (von lateinisch currere: »laufen«) benutzt werden. Diese Bedeutung ist jedoch nicht die übliche. In der Regel meint man mit Kurrent einen spezifischen Schreibschriftstil des lateinischen Schriftsystems, der auf die gotische Kursive des 15. Jahrhunderts zurückgeht und sich im deutschsprachigen Raum bis ins 20. Jahrhunderts als verkehrsübliche Schreibschrift halten konnte. Die Kurrent bildet als Schreibschrift das Pendant
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Der Bleisatz ist ein Satzverfahren, das in unserem Kulturkreis seit seiner Erfindung durch Johannes Gutenberg in Mainz um 1440 angewendet wird. Dabei werden die Texte aus sogenannten beweglichen Lettern – einzelnen Buchstaben aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung – zu einer Druckform zusammengesetzt, und von diesen wird im Hochdruckverfahren gedruckt. Handsatz in einer amerikanischen Staatsdruckerei Das manuelle Zusammenfügen der einzelnen Lettern durch einen Schriftsetzer wird H
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