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Das Typografie-Wiki
Das große gemeinschaftsbasierte Fachlexikon der Typografie und Drucktechnik mit über 350 Begriffen.
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Ein klassischer Manuskripthalter für den Handsatz bestand aus einem Tenakel und einem Divisorium. Das Tenakel war ein Stück Holz, das über einen Metall-Sporn, einer Klemme oder einer Schraube am Setzkasten befestigt werden konnte.
Das Divisorium war ursprünglich eine Holzgabel, die entlang des Tenakels nach oben und unten geführt werden konnte.
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Ein Durchbruch gelang dem Uhrmacher Ottmar Mergenthaler. Seine erste Maschine mit dem Namen »Blower« wird 1886 vorgestellt und kein geringerer als Thomas A. Edison bezeichnete sie ohne zu zögern als 8. Weltwunder. Zum Setzen des Textes bedient man sich bei dieser Maschine einer Art Schreibmaschinentastatur. Betätigt man eine Taste, wird eine so genannte Matrize – eine Gussform des Buchstabens – aus einem Magazin freigegeben. Der Setzer gibt nun so lange weitere Matrizen frei, bis eine Zeile gefüllt ist. Die komplette Zeile wird anschließend auf einmal gegossen und aus der Maschine ausgegeben. Dieses Prinzip gab der Maschine auch ihren Namen: A Line of Type (Eine Zeile Schrift). Kurz: Linotype. Die nach dem Guss nicht mehr benötigten Matrizen werden vollautomatisch in das Magazin zurückgeführt. Man kann somit ununterbrochen setzen und gießen und die Satzleistung eines geübten Setzers steigert sich durch diese Maschine auf circa 6000 Zeichen pro Stunde.
In Konkurrenz zur Linotype-Maschine wurde 1897 von Tolbert Lanston die Monotype entwickelt. Der Satz wird hier auf zwei Maschinen (und Berufe) aufgeteilt. Der Taster "setzt" auf dem "Taster", indem er ein papiernes Lochband "beschreibt". Dieser Lochstreifen steuert dann die Gießmaschine, die den Satz ausgibt: als korrekturfertige Kolumne aus Einzellettern (»Mono Type«) zusammengesetzt. So können eventuelle Tippfehler auch nach dem Guss noch leicht korrigiert werden. Es können auf einer Monotype-Gießmaschine aber auch Einzellettern zur Verwendung für Korrekturen oder den Handsatz gegossen werden. Es gab verschiedene Gießmaschinen für verschiedene Schriftgrößen. Die Monotype zeichnete sich durch eine bessere Qualität in der Zurichtung der Buchstabenpaare (am Computer Kerning genannt) und konnte auch größere Grade gießen (Linotype in der Grundausstattung nur bis 12p), brauchte aber mehr Platz, zwei verschiedene Spezialisten (Taster und Gießer), war im Betrieb deshalb teurer und die Matrizen konnten zeitweise/teilweise von der Monotype Corporation nur gemietet/geliehen werden.
Deshalb war die Linotype vorwiegend in kleinen und mittleren sowie in Zeitungsdruckereien sehr weit verbreitet, wogegen die Monotype zumeist in mittleren und großen Qualitätssetzereien zu Hause war. Es gab im 20. Jahhundert der Linotype-Setzmaschne technologisch sehr ähnliche und gleiche Lizenznehmer, Plagiatoren und Abwandlungen: in der Sowjetunion wurden beispielsweise die Rossija-Setzmaschinen gebaut, in den USA die Intertype-Maschinen.
Daneben gab es im 20. Jahrhundert auch noch die Setzmaschine "Typograph" (ebenfalls Ende des 19. Jahrhunderts erfunden). Diese erzeugte ebenfalls gegossene Zeilen, war aber ganz anders konstruiert als die Linotype. Der Typograph war kleiner und handlicher und kam vor allem in kleinen und kleinsten Druckereien zum Einsatz - sogar auf Ozeandampfern in dortigen Schiffsdruckereien!
Als Maschinensatz wurden gelegentlich auch Ludlow-"Maschinen" (und deren verwandte Ableger "Nebitype") bezeichnet. Das ist aber nicht richtig, weil auf diesen Geräten im Grunde nur von Hand im Winkelhaken gesetzte Matrizen abgegossen wurden und also nicht wirklich "gesetzt" wurde.
Handsatz und Maschinensatz auf der Linotype und Monotype waren die dominierenden Satzsysteme im beginnenden 20. Jahrhundert und wurden erst in den 1960er-Jahren zunehmend durch den Fotosatz und später das Desktop Publishing verdrängt.
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Sind die verschiedenen Ziffernarten auf verschiedene Schriftschnitte verteilt, erkennt man die Mediävalziffern an dem Zusatz »OsF« (für Old Style Figures).
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Aus dem Satztechnischen Lexikon: »Der Metteur ist die Seele des Blattes. Er ist oft die Mittelsperson zwischen Druckereigeschäft und Herausgeber; er muß der Redaktion wie auch der Druckereileitung mit Rat und Tat zur Hand gehen und angeben, wo etwas fehlt oder was von Nutzen sein kann. Der Metteur wird für die pünktliche Lieferung des Satzes verantwortlich gemacht, ob nun die Mitarbeiter ihre Pflicht erfüllen oder nicht.«
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Multiple-Master-Fonts konnten sich nie auf breiter Front durchsetzen und werden heute selbst von Adobe, dem Entwickler des Formats, nicht mehr weiterentwickelt oder verkauft. Immer weniger Programme unterstützen sie daher.
Die Multiple-Master-Technologie wird heute vor allem noch von Schriftdesignern benutzt. Statt jedoch die variable Multiple-Master-Schrift selbst zu lizenzieren, werden typische Schriftschnitte auf Seiten des Schriftdesigners/Schriftanbieters gewählt und diese als reguläre Fonts ohne Eingriffsmöglichkeiten angeboten.
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Kerbe A—Schriftgrad auf größerem Kegel (z.B. 9/10 p.) Kerbe B—Dreiviertelfetter Schnitt Kerbe C—Unterscheidungsmerkmal für Schriften mit ähnlichem Schriftbild (nach Wahl der Schriftgießerei) Kerbe D—Buch- oder Werkschriften wenn in der gleichen Schriftfamilie noch magere Schnitte vorhanden waren.
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Dies führte jedoch dazu, dass die Grundlinien der Schrift nicht auf der gleichen Höhe lagen. Bei ausgefallenen Schriften, z.B. mit stark ausladenden Ober- und Unterlängen, war auch eine mittige Platzierung der x-Höhe nicht zweckmäßig (Abbildung rechts).
Beim Setzen war dies solange kein Problem, bis verschiedene Schriften in einer Zeile gemischt werden sollten. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde deshalb die Deutsche Normalschriftlinie eingeführt. Sie wurde von der Hamburger Schriftgießerei Genzsch & Heyse nach dem Vorbild der Standard Line der Inland Type Foundry in St. Louis entwickelt.
Die Normalschriftlinie nimmt die damals gebräuchliche 2-Punkt-Linie als Grundmaß und legt für jede Schriftgröße eine auf diesem Maß basierende Einteilung der Schriftkegel vor. Damit saßen die Grundlinien verschiedener Schriften in gleichen Schriftgrößen nicht nur immer gleich, sondern es wurde sogar möglich, verschiedene Schriftgrade durch standardisierte Über- und Unterlegung in einer Zeile mit gleicher Grundlinie zu benutzen.
Ein Nachteil des Systems war es, dass sich die Buchstabenbilder nun in das System einpassen mussten. So konnten die Unterlängen also nicht mehr beliebig groß sein und Schriften mussten generell oder abhängig vom Schriftgrad umgezeichnet werden.
Digitalsatz
Im Digitalsatz besteht das Problem nicht mehr, da die Grundlinie selbst zum Ausrichten des kompletten (virtuellen) Schriftkegels benutzt wird. Je nach Anwendungsprogramm führt dies allerdings zu neuen Problemen, da nun Ober- und Unterlänge der in einer Zeile gemischten Schriften nicht mehr übereinstimmen. Im Ergebnis kann sich der Zeilenabstand durch Hinzufügen von Schriften ändern oder Elemente werden abgeschnitten.
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Echte Kursive
Oblique – Falsche Kursive
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Oft aufgerufene Begriffe
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Die vier Umschlagseiten werden mit U1 bis U4 bezeichnet. Das erste, was man von einer Publikation, sei es nun Buch, Zeitschrift oder sonst etwas, sieht, ist die Seite U1. Schlägt man das Werk auf, schaut man links auf die, bei Büchern in der Regel unbedruckte, Seite U2 (und bei Büchern rechts dann auf den Schmutztitel). Blättert man nun das ganze Werk durch, bis man die letzte Seite umgeschlagen hat, dann ist links die letzte Seite des Werkes und rechts liegt U3, bei Büchern meistens ebenf
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Versalien ist der typografische Fachbegriff für Großbuchstaben. Der Begriff leitet sich ursprünglich von den Großbuchstaben ab, die am Anfang einer Verszeile (lat. versus = »Zeile«) standen. Der Singular lautet der Versal, wird aber in der Typografie praktisch nie gebraucht. Die Schreibweise in Versalien zählt neben kursiv, fett etc. zu den Auszeichnungsarten im Schriftsatz. Ein anderes, ebenfalls häufig gebrauchtes Wort für Großbuchstaben ist Majuskeln – im Gegensatz zu den Minuskeln, den
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Das Versal-Eszett bezeichnet die Großbuchstabenform des Buchstaben ß (Eszett). Die Erweiterung des deutschen Alphabets um diesen Buchstabens wird seit Ende des 19. Jahrhundert diskutiert. Bis 1941 waren in Deutschland die gebrochenen Schriften für deutsche Texte vorherrschend und in diesen Schriften gibt es nur in sehr seltenen Fällen Großschreibung von Wörtern. Das ß existierte deswegen lange Zeit nur als Kleinbuchstabe, da es für eine Großbuchstabenvariante schlicht keinen Bedarf gab. Seit dem
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Mit Condensed wird eine im Vergleich zum Normalschnitt schmaler laufende Schrift bezeichnet. Condensed-Schriften bieten sich auf Grund des geringeren Platzbedarfes zum Beispiel für Tabellen oder Zeitungsüberschriften an. Eine Schrift, die im Gegensatz zur Standardweite noch breiter läuft, wird im Englischen Extended bezeichnet.
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Die Versalhöhe beschreibt die Höhe eines Großbuchstabens (z.B. des H) des jeweiligen Schriftschnittes.
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LF ist die Abkürzung für Lining Figures – im deutschen Sprachraum in der Regel als Versalziffern bezeichnet.
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Anfang des 20. Jahrhunderts schuf der deutsche Grafiker Ludwig Sütterlin im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums zwei Schulausgangsschriften: eine nach lateinischen Schriftstil, und eine zweite als Weiterentwicklung der bis dahin im deutschsprachigen Raum vorherrschenden Kurrentschrift. Letztere bekam in der Folge die umgangssprachliche Bezeichnung Sütterlinschrift. Sütterlin verzichtete in seiner Vorlage auf die typische Schrägstellung der Kurrent und den Schwellzug.
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Gruppe I: Venezianische Renaissance-Antiqua Entwickelt um 1470 vor allem durch Nicolaus Jenson, Venedig, aus der humanistischen Minuskel. Das handschriftliche Vorbild dieser Druckschrift wurde mit der schräg angeschnittenen Breitfeder im Wechselzug geschrieben. Erkennungsmerkmale: Serifen Achse der Rundungen Ansatz (Dachansatz) der Serifen Querstrich des kleinen »e« der Kleinbuchstaben sind höher als die Versalien Strichstärken-Unterschiede
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Der Begriff Kurrent kann im weitesten Sinne als Synonym von Schreibschriften (von lateinisch currere: »laufen«) benutzt werden. Diese Bedeutung ist jedoch nicht die übliche. In der Regel meint man mit Kurrent einen spezifischen Schreibschriftstil des lateinischen Schriftsystems, der auf die gotische Kursive des 15. Jahrhunderts zurückgeht und sich im deutschsprachigen Raum bis ins 20. Jahrhunderts als verkehrsübliche Schreibschrift halten konnte. Die Kurrent bildet als Schreibschrift das Pendant
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Der Bleisatz ist ein Satzverfahren, das in unserem Kulturkreis seit seiner Erfindung durch Johannes Gutenberg in Mainz um 1440 angewendet wird. Dabei werden die Texte aus sogenannten beweglichen Lettern – einzelnen Buchstaben aus einer Blei-Zinn-Antimon-Legierung – zu einer Druckform zusammengesetzt, und von diesen wird im Hochdruckverfahren gedruckt. Handsatz in einer amerikanischen Staatsdruckerei Das manuelle Zusammenfügen der einzelnen Lettern durch einen Schriftsetzer wird H
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