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medieval superscript letter diacritics

Hervorgehobene Antworten

Liebe Forum-Mitglieder,

ich möchte die alte Schreibung der Umlaute umsetzen, nämlich das e über Vokale platzieren, so wie in dieser Grafik: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/89/Umlaut_forms.png

Für das hochgestellte e gibt es einen Unicode, der sich „Medieval superscript letter diacritics“ (letzte Seite des PDFs: http://www.unicode.org/charts/PDF/U0300.pdf) nennt. Wie kann ich diesen Code für meine Hausschrift Minion Pro anwenden?

Vielen Dank für Eure antworten.

Wie kann ich diesen Code für meine Hausschrift Minion Pro anwenden?

Ist diese Form der Umlaute denn für Antiquaschriften überhaupt belegt? Ich habe das bisher für eine reine Frakturangelegenheit gehalten.

  • Ersteller

Hallo Pachulke,

das kann ich Dir nicht sagen.

Besteht die Möglichkeit, dass man eine Glyphe (also kleines e über Vokale) aus der Minion Pro bastelt?

  • Ersteller

Hallo Ralf,

danke für Deine Antwort. Diesen Code kenne ich:

Der Code lautet wie folgt: „{EQ \o(\s\up11 (e);a)}“. Mit diesem Code steht das e direkt über a. Durch diesen Code verändert sich nicht die Zeilenhöhe. Der reguläre Text vor und nach diesem Code ist einheitlich.

Leider funktioniert das nicht in LibreOffice. MS Word möchte nich nicht benutzen.

Gibt es keine andere Möglichkeit? Eine Glyphe basteln vielleicht?

Die Andron Mega Corpus von Andreas Stötzner bietet bei O, U, a, o und u ein überstelltes e. Ein Majuskel-A mit überstelltem e konnte ich nicht finden. Aber bei über 5000 Glyphen ist das nicht so einfach. Ich kann also nicht mit Sicherheit sagen, ob es existiert oder nicht.

Andron_Diarese.PNG

gäbe es denn auch eine Möglichkeit, so etwas im Indesign mit Schriften ohne diese Glyphe irgendwie halbwegs automatisiert zu basteln?

Könnte einem dabei dieser oben erwähnte Code helfen, mit dem ich gar nichts anfangen kann - als nur oberflächlicher User ...

Von Hand (kleines e dahinter, kleiner machen, hochstellen, zurechtrücken) wärs ja doch etwas zu mühselig bei mehr als drei Seiten. Was anderes fällt mir aber nicht ein.

  • Ersteller
In Systemschriften ist das »Combining Latin Small Letter e« gar nicht so selten. Auf meinem Rechner fand ich es in Arial, Cambria, Courier, Geneva, Helvetica, Lucida Grande, Microsoft Sans, Segoe UI.

Können Sie mir auch Serifen-Schriften nennen?

  • Ersteller
Die Andron Mega Corpus von Andreas Stötzner bietet bei O, U, a, o und u ein überstelltes e. Ein Majuskel-A mit überstelltem e konnte ich nicht finden. Aber bei über 5000 Glyphen ist das nicht so einfach. Ich kann also nicht mit Sicherheit sagen, ob es existiert oder nicht.

Andron_Diarese.PNG

Das sieht sehr gut aus. Gibt es vielleicht eine kostengünstigere Variante?

  • Ersteller
In Systemschriften ist das »Combining Latin Small Letter e« gar nicht so selten. Auf meinem Rechner fand ich es in Arial, Cambria, Courier, Geneva, Helvetica, Lucida Grande, Microsoft Sans, Segoe UI.

Meine Cambria besitzt 6834 characters. Vielleicht eine dumme Frage, aber wie finde ich die Glyphe (e über a)?

Ist diese Form der Umlaute denn für Antiquaschriften überhaupt belegt? Ich habe das bisher für eine reine Frakturangelegenheit gehalten.

Ist zwar das einzige Beispiel, das mir spontan einfällt, aber dafür kenn ich das Logo schon lang:

4713_2.jpg

In diesem Fall schreibt man die Brauerei aber auch meistens „Toerring“, ab und zu sieht man auch „Törring“ (und so heißt das Ursprungsdorf anscheinend auch).

Na schön, aber in der Werbung gibt es schließlich alles, was dazu angetan ist, Aufmerksamkeit zu erregen. Mich würde interessieren, ob es wirklich historische Vorbilder für einen Gebrauch dieser Umlaute in Antiquaschriften gibt. Wäre das so, müßte das ja irgendwann mal in Blei gegossen worden sein oder es müßte Bücher geben, die das belegen. Ist da irgendjemandem etwas bekannt? Ich selbst kenne diese Formen überhaupt nur aus der Schwabacher, aber vielleicht ist das ja eine ganz private Bildungslücke von mir. Möglicherweise wäre die Adaption dieser Umlaute für die Antiqua aber auch schlicht ahistorisch.

  • Ersteller
Na schön, aber in der Werbung gibt es schließlich alles, was dazu angetan ist, Aufmerksamkeit zu erregen. Mich würde interessieren, ob es wirklich historische Vorbilder für einen Gebrauch dieser Umlaute in Antiquaschriften gibt. Wäre das so, müßte das ja irgendwann mal in Blei gegossen worden sein oder es müßte Bücher geben, die das belegen. Ist da irgendjemandem etwas bekannt? Ich selbst kenne diese Formen überhaupt nur aus der Schwabacher, aber vielleicht ist das ja eine ganz private Bildungslücke von mir. Möglicherweise wäre die Adaption dieser Umlaute für die Antiqua aber auch schlicht ahistorisch.

Laut Hartweg (http://www.amazon.de/Fr%C3%BChneuhochdeutsch-Einf%C3%BChrung-deutsche-Sprache-Sp%C3%A4tmittelalters/dp/3484251336/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1302986400&sr=8-1) werden Umlaute mittels Vokalzeichen dargestellt, also e über a oder o; seltener hochgestelltes o, v, i oder a; oder andere Diakritika. In den Werken Lohensteins oder Opitz' findet man die alte Schreibweise für Umlaute oder für s.

http://gutenberg.spiegel.de/gutenb/opitz/poeterey/bilder/poet011.gif

Die Reclam-Ausgabe von Opitz oder Lohenstein folgt der alten Schreibung im Druckbild.

Bearbeitet ( von zeitgeisth)

  • Ersteller
Es gibt von der Andron einen Probier-Font. Und es gibt die Andron Scriptor Web. Ob diese auch das überstellte e haben, weiß ich allerdings nicht.

Ich nutze jetzt Uvallanne für hochgestellte Vokale; Mediaevum für die alte Schreibweise für das s.

http://www.jltypes.com/Uvallanne/index_en.php

http://www.mediaevum.de/mhd/mediaevum_klein.gif

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