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Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie

Unser Holz-Versal-Eszett erscheint in einer zweiten Serie. Statt wie beim letzten Mal aus verleimten Holzstücken, ist die neue Auflage aus 18 Millimeter starkem Birken-Multiplex-Holz gefertigt. Das Material ist zwar etwas teurer als bei der ersten Auflage, bietet jedoch nun ein noch hochwertigeres Bild mit durchgängiger Holzfläche über die gesamte Schauseite.  Die Buchstaben sind knapp 16 Zentimeter hoch. Das Design entstand keiner bestimmten Schrift, sondern wurde eigens für diese Anwendung entworfen. 

Käufer haben dieses Mal die Qual der Wahl. Die verfügbaren Holzbuchstaben sind Einzelstücke mit manueller Veredelungen in verschiedenen Techniken und Tönungen. Die Holzbuchstaben sind exklusiv in unserem Typografie-Shop verfügbar. 

Zum Typografie.info-Shop
 
Tektura, Ombra, Corpus und Femina: Diese Schriften sind weltweit bekannt, doch ihr Gestalter, der Vorarlberger Grafikdesigner Othmar Motter, ist nur wenigen ein Begriff. Die vorliegende Monografie bringt Licht in Leben und Werk des 2010 verstorbenen Grafikdesigners. Der Autor – Elias Riedmann – stammt selbst aus Vorarlberg und absolvierte 2016 sein Grafikdesignstudium an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 



Die circa 350, durchgehend farbigen Seiten beginnen mit einem biografischen Überblick auf circa 20 Seiten. Den Rest des Buches nimmt dann eine umfangreiche Werkschau ein, die sich in die Bereiche »Schrift« und »Logo« gliedert. Das Buch schöpft dabei aus den circa 20 Schriften und um die 700 Signets, die Motter über die Jahre geschaffen hat. Die Werke werden nicht nur in ihrer endgültigen Version gezeigt, sondern oft auch in interessantem Skizzenmaterial aus dem Archiv Motters, das von seiner Familie weiter gepflegt wird.



Käufer des Buches können sich über einen beigelegten Code auch 5 digitalisierte Fonts von Othmar Motter herunterladen. Der Zeichenumfang beschränkt sich jedoch leider auf die 26 Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, Punkt und Bindestrich. 

Daten zum Buch:
Titel: Othmar Motter, Meister der Extrabold Untertitel: Ein Streifzug durch das Archiv der Vorarlberger Grafik Autor: Elias Riedmann veröffentlicht: 2019 Verlag: Triest Verlag Sprache: deutsch Seiten: 352 ISBN: 9783038630333 bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Der Verein für die Schwarze Kunst organisiert seit 2018 eine Walz. Das Ziel ist es, das handwerkliche Können und die traditionellen Berufe des Schriftsetzers und  Buchdruckers zu bewahren, zu fördern und die Wissensvermittlung an nachfolgende Generationen zu unterstützen. Für 2020 vergibt der Verein zehn »Wanderungen« für je zwei Monate in wechselnden Werkstätten. Davon sind fünf als »Walz-Stipendien« für Stipendiaten unter 30 Jahren reserviert, die der Verein mit jeweils 1000 Euro unterstützt.
Die Werkstätten, die sich an der Aktion beteiligen sind für 2020 auf 17 angestiegen: Lettertypen, Typorama, Steintor-Presse, Hans Dubronner, Manufaktur Willi Beck, Grafikwerkstatt Dresden, Edition Schwarzdruck, Museum der Arbeit Hamburg, Museum für Druckkunst Leipzig, Slowtype, Druckerei Hügelschäffer, Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz, Druckwerkstatt Karl Kretschmer, Rehlensche Handpresse, The Fork and Broom Press, Spielkartenfabrik Stralsund, Pavillon-Presse Weimar.

Die Bewerbungsfrist für 2020 endet am 10. Oktober 2019. Die Bewerbung ist formlos, soll aber mindestens folgende Punkte enthalten: 
Name, Alter, Beruf/Ausbildung Wie haben Sie von der Ausschreibung erfahren? Motivation und Vorkenntnisse. Eigenes Vorhaben. Bevorzugter Zeitraum und zeitliche Einschränkungen. Empfehlungsschreiben einer Werkstatt/Fachperson. Die Walz muss nicht durchgängig zwei Monate absolviert werden, aber in max. 6 Monaten abgeschlossen sein. Insgesamt sind 40 Arbeitstage zu mindestens fünf Stunden nachzuweisen. Mindestens sind drei Werkstätten zu besuchen. 
Weitere Details sind über den Verein für Schwarze Kunst bzw. die Manufaktur Willi Beck für Bleisatz und Buchdruck zu erfragen. Letztere nimmt auch die Bewerbungen entgegen. 
Willi Beck
Oskar-von-Miller-Str. 5a
85221 Dachau willi @ beckundbeckdesign.de Telefon: 0 81 31.60 20
Mit »Making Fonts!« erschien im Verlag Hermann Schmidt Mainz ein Einsteigerbuch zum Thema Schriftgestaltung. Geschrieben und gestaltet wurde es von den schriftaffinen Designerinnen Chris Campe (All Things Letters) aus Hamburg und Ulrike Rausch (LiebeFonts) aus Berlin. 


Auf etwas über 200 farbigen Seiten wird der Leser in das Feld der professionellen Schriftgestaltung eingeführt. Da dies ein weites Feld ist, beschränkt sich das Buch zu Recht auf das Entwerfen von dekorativen Schaugrößenschriften. In diesem Rahmen werden jedoch alle notwenigen Details beleuchtet und Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Nach einigen Grundlagen (»Type-Design Basics«) im ersten Kapitel, geht es im Rest des Buches praxisnah um die Gestaltung einer vertriebsfähigen dekorativen Schrift. Von den Ideen bis zum fertigen Produkt werden dabei alle typischen Schritte durchlaufen und erklärt. Vom Entwurf (Kapitel »Schrift gestalten«), über den digitalen Ausbau im Schrifteditor (Kapitel »Fonts anlegen« und »Fonts produzieren«) – bis hin zur Programmierung typischer OpenType-Funktionen. Der Fonteditor Glyphs wird im gesamten Buch beispielhaft verwendet und alle gezeigten Funktionen beziehen sich ausschließlich auf diesen. 



Auf die Grundlagen folgt ein Workshop-Kapitel, in dem einige Schriftstile (Handschrift, Schreibschrift, Schnurzugschrift, konstruierte Schrift) und -arten (Multiple-Master, Ebenen-Schriften) noch einmal separat besprochen werden. Im letzten Kapitel gibt es abschließend Tipps zum Thema Schriftlizenzen, Vertrieb und zum Marketing. 



Fazit: Schriftgestaltung ist ein großes, eigenes Berufsfeld und das zugehörige Wissen könnte viele Bände füllen. Making Type schafft mit der Beschränkung auf dekorative Schriften einen hervorragenden Einstieg in die Materie, der Lust auf mehr macht. Dazu trägt auch der lockeren Schreibstil der Autorinnen bei, der passend zum Buch eher wie eine Workshop-Begleitung, denn ein autoritäres Lehrbuch gehalten ist. Das Buch ist durchweg erfreulich praxisnah geschrieben und beantwortet unzählige Fragen, die Einsteiger typischerweise haben. 
Mein einziger Kritikpunkt: Der Klappentext verschweigt, dass fast alle Kapitel des Buches auf dem nur für Mac OS verfügbaren Fonteditor Glyphs aufbauen. Zwar sind die gezeigten Schritte in der Schriftgestaltung prinzipiell auch auf andere Fonteditoren übertragbar, aber die anvisierte Zielgruppe der Einsteiger ist damit vermutlich überfordert. Bedenkenlos empfehlen kann ich das Buch also nur für Mac-Nutzer mit Zugriff auf zumindest die Demo-Version von Glyphs. Der passendere Untertitel des Buches wäre wohl »Der Einstieg ins professionelle Type-Design mit Glyphs« gewesen. Übrigens ist das Buch somit auch ein perfektes Einsteigerbuch für alle, die Glyphs bereits besitzen und das Programm besser kennen lernen möchten. Selbst wer tiefer in die Materie einsteigen möchte und etwa auch Grotesk- und Antiqua-Familien entwickeln möchte, findet in Making Type einen guten, didaktisch aufbereiteten Überblick über die typischen Arbeitsschritte in Glyphs. 
Daten zum Buch:
Titel: Making Fonts! Der Einstieg ins professionelle Type-Design Autoren: Chris Campe, Ulrike Rausch veröffentlicht: 2019 Verlag: Verlag Hermann Schmidt Mainz Sprache: deutsch Seiten: 216 ISBN: 9783874399098 Format 18×26 cm Mattfolienkaschierter Festeinband bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Am 16. März 2019 ist Axel Bertram, bekannter Gebrauchsgrafiker der DDR, kurz vor seinem 83. Geburtstag nach langer schwerer Krankheit in Berlin gestorben. Seinen Namen kannten nur Spezialisten, seine Werke kennt jeder, der in der DDR gelebt hat. Geboren in Dresden und aufgewachsen in Freital, arbeitete Bertram nach dem Studium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee seit 1960 als freiberuflicher Grafiker. Von 1977 bis 1992 unterrichtete er zugleich als Professor für Schrift und gebrauchsgrafisches Gestalten an der Berliner Kunsthochschule.

Bertram war auf sämtlichen Feldern des grafischen Designs tätig. Er gestaltete zahlreiche Bücher und Plakate und entwarf das Layout der Zeitschriften »Sibylle« und »Wochenpost«. Er gestaltete er Umlauf- und Gedenkmünzen, so das 20-Pfennig-Stück und die 5-Mark-Umlaufmünze der DDR. Auch zahlreiche Briefmarken gehen auf ihn zurück.

Als Schriftgestalter entwickelte er die spezielle Fernsehschrift Videtur sowie den OpenType-Font Rabenau Pro. Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift. Er sah sich vielmehr als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers und suchte stets aufs Neue nach der perfekten Lösung einer konkreten Aufgabe. Mit einem an der Tradition geschulten Formbewußtsein und dem Selbstverständnis eines Künstlers, der nicht für das Museum, sondern für den Alltag arbeitet, nahm er mehr als fünf Jahrzehnte lang jede Gelegenheit wahr, Neues auszuprobieren. Einen Gesamtüberblick über sein Werk bietet der Band: Axel Bertram. Grafisches Gestalten in fünf Jahrzehnten. Lehmstedt Verlag, Leipzig. 
Zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus beschäftigt sich die Pavillon-Presse  im Mai im Rahmen des 8. Walbaum-Wochenendes mit Wesen und Wirken des Bauhauses, speziell in Bezug auf die Typografie. Die Designschule ist weltweit bekannt wird für einen vermeintlich bestimmten Stil (oft unkritisch) gefeiert. Doch was ist wirklich dran? Wo kommen die typografischen Ideen und Ideale tatsächlich her? Wie neu waren sie eigentlich und wie und durch wen konnten sie umgesetzt werden?

Samstag, 25. Mai 2019 – Vorträge:
Dr. des. Dan Reynolds: Schriftgestaltung zu großherzoglichen Zeiten Jay Rutherford: Ursprünge des Bauhauses Ralf Herrmann: Bauhaus-Typen Dr. Julia Meer: Neuer Blick auf die Neue Typographie
Sonntag, 26. Mai 2019 – Letterpress-Workshop:
Die Veranstaltungsteilnehmer entwerfen, setzen und drucken unter fachkundiger Anleitung in Gruppenarbeit Bauhaus-Poster mit Original-Blei- und Holzschriften aus dem 20. Jahrhundert. 
Kosten und Anmeldung:
Die Teilnahmegebühr beträgt 99,- Euro (bzw. 80,– für Vereinsmitglieder und  45,- für Studenten).
Die Anmeldung ist bis 31. März 2019 möglich und wird mit Erreichen der Mindestteilnehmerzahl von 20 Personen verbindlich. Eine rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl auf 30 Personen beschränkt ist. 
zur Anmeldung
Das Buch »Typografie für alle: Überzeugen Sie mit guter Schrift« ist ein Typografie-Buch von Claudia Korthaus, das sich ausdrücklich an »Nicht-Designer« richtet. Der Klappentext nennt als Beispiele Autoren, Wissenschaftler, Anwälte, Sekretäre und Studenten, die überzeugende Dokumente, Präsentationen, Geschäftsberichte, Werbemittel und Websites gestalten möchten. Entsprechend versucht das Buch Grundlagen des Grafikdesigns, insbesondere im Hinblick auf die Schriftanwendung, zu vermitteln. 



Die 257 Seiten des durchgängig vollfarbigen Buches gliedern sich dabei in vier Kapitel. Das erste Kapitel erklärt kurz grundlegendes zur Bedeutung der Typografie in gestalterischer Arbeit. Kapitel 2 (»Die Schrift als Schlüssel«) gibt einen Überblick, wo man kommerzielle und kostenlose Schriften herbekommt und was es in Hinblick auf die Qualität dabei zu beachten gibt. In Kapitel 3 folgen »Schriftwahl und Schriftmischung«. Ausgehend von einer Schriftkategorisierung mit sechs »Schubladen« werden typische gestalterische Schrifteigenschaften und mögliche Anwendungen besprochen. Thematisiert werden hier auch Details zur Lesbarkeit von Schrift und Prinzipien der Schriftmischung. 


Mit über 100 Seiten nimmt Kapitel 4 (»Die Praxis«) den größten Teil des Buches ein. Neben Erklärungen zur Detailtypografie erfolgt die Vermittlung des Wissens hier beispielhaft an konkreten Projekten: 
Einladung zur Taufe, Die Visitenkarte eines Geigers, Das Geschäftspapier eines Rollerverleihs, Die Broschüre eines Reisebüros, Eine Bachelorarbeit, Die Website eines Gewürzanbieters, Ein Geschäftsbericht.
Beispielhafte Gestaltungen als Positiv- und Negativbeispiele vermitteln hier anschaulich, worauf Laien bei der Gestaltung achten sollten. 


Bewertung: Die Vermittlung der Grundlagen von Gestaltung und Typografie an »Nicht-Designer« in einem einzelnen Buch ist eine herausfordernde, nur schwer lösbare Aufgabe. Es gibt einen Grund, warum Grafikdesigner ein Beruf ist, der in mehrjährigen Berufsausbildungen bzw. Studiengängen vermittelt wird. Es gibt umfassendes Wissen zu vermitteln und erst im Gesamtzusammenhang kann alles in guter Gestaltung münden. So versucht das Buch vielleicht ein bisschen zu viel und spannt den Bogen zu weit. Der Ansatz, gute und schlechte Gestaltungsbeispiele vollfarbig gegenüberzustellen, ist für Laien sicherlich ein gut gewählter, anschaulicher Weg. Hier kann man einiges Lernen und auch die Grundlagen zu Schriftklassifikation und Detailtypografie schaden freilich nicht. Letztlich zeigen die Gestaltungsbeispiele aber dann doch klassische Grafikdesigner-Arbeiten. Dafür muss man professionelle Satzprogramme wie InDesign besitzen und natürlich beherrschen, um etwa die gezeigten Gestaltungsraster überhaupt auch nur anlegen bzw. sinnvoll nutzen zu können. Ganz zu schweigen vom Webdesign, was wieder einen eigenen Fachbereich bildet. So müssen Käufer des Buches, die tatsächlich Laien sind, dann wohl doch noch eine ganze Menge anderer Bücher mit in den Warenkorb legen, um das gelernte Wissen überhaupt in die Praxis umsetzen zu können. 
Und grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass alle Fachbücher dieser Art nicht nur ein Textkorrektorat durchlaufen, sondern auch von Fachleuten noch einmal vor Drucklegung gegengelesen werden. So mancher fachliche Fehler, der von Verlag und Textkorrektorat nicht bemerkt wird, spränge Fachleuten leicht ins Auge. 
Daten zum Buch:
Art: Broschiert Umfang: 257 Seiten Erschienen: 25. Januar 2019 Verlag: Rheinwerk Design Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3836256926 Größe und/oder Gewicht: 19,2 × 1,7 × 24,1 cm Bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Die DIN 2137 regelt die Ausführung und Belegung von »Tastaturen für die Daten- und Texteingabe« und erschien zuletzt 2012 mit drei aufeinander aufbauenden Belegungen:
T1: einfache deutsche Standardbelegung, die fast alle Tastaturen verwenden. T2: erweiterte Belegung (umgangssprachlich auch »Europatastatur« genannt) mit weiteren diakritischen Zeichen, Interpunktionszeichen, langem s, großem Eszett etc.   T3: Diese enthält zusätzlich alle in der internationalen Norm ISO/IEC 9995-3:2010 aufgelisteten Zeichen, die für diverse Minderheitensprachen und Transliterationen erforderlich sind.
Tastatur mit der üblichen deutschen Belegung (T1)
 
Im Dezember 2018 erscheint nun eine neue Version dieser Norm. Sie folgt der Neuausrichtung der internationalen Tastaturnormung, indem die grundlegende Gestaltung von Tastaturen in der Normenreihe ISO/IEC 9995 festgelegt wird und die nationalen Besonderheiten in nationalen Normen festgelegt werden. Außerdem stand die Einbindung des großen Eszett auf dem Prüfstand, nachdem der Buchstabe 2017 in die amtliche deutsche Rechtschreibung aufgenommen worden war. Hier hatte es im Vorfeld auch schon reichlich Spekulationen gegeben. So wurde vielfach gemutmaßt, dass ein anderes Zeichen auf der Standardtastatur für das große Eszett Platz machen müsse. 
Der 2018 erschienene Norm-Entwurf sah zunächst eine Abschaffung der oben aufgeführten »T-Belegungen« vor. Stattdessen sollte eine abgewandelte Form der erweiterten T2-Belegung zum neuen und alleinigen Standard erhoben werden. Gerade aus typografischer Sicht ein eigentlich verständlicher Schritt. Denn die aufgedruckte Standardbelegung von Computertastaturen ist noch immer im Schreibmaschinen-Zeitalter hängengeblieben und bietet zum Beispiel weder Apostroph noch typografisch korrekte Anführungszeichen direkt und sichtbar an.  
Dennoch stieß der Vorstoß einer erweiterten Tastatur als neuer und alleiniger Standard auf Kritik. So verweist beispielhaft die Bitkom-Stellungnahme darauf, dass erweiterte Belegungen eine absolute Ausnahme sind und in der Praxis nahezu ausschließlich T1-Belegungen vorkommen.
Der DIN-Ausschuss reagierte auf diese Kritik und die im Dezember 2018 erscheinende, endgültige Normenfassung behält die bisherige T1-Norm nun doch als komplett unverändert bei. Das große Eszett ist somit auch zukünftig nicht für entsprechende Tastaturen vorgeschrieben. 
Die T3-Belegung wird dagegen gestrichen und die abgewandelte T2-Belegung heißt fortan E1. Neben vielen diakritischen Zeichen sind hier auch im Ausland übliche Interpunktionszeichen verfügbar, etwa der amerikanische Gedankenstrich (Geviertstrich), französische Anführungszeichen (Guillemets) und spanische kopfstehende Frage- und Ausrufezeichen. Auch das lange s (ſ) und das große Eszett (ẞ) sind in der E1-Belegung verfügbar. Die Norm regelt dabei übrigens auch, welche Zeichen der Belegung zwingend auf der Tastatur abgebildet werden müssen und für welche Zeichen die Darstellung optional ist. Denn eine Darstellung aller ansprechbaren Zeichen macht die erweiterten Tastaturen doch recht unübersichtlich.

Erweiterte Cherry-Tastatur nach dem bisherigen T2-Standard
 
Die Änderungen halten sich bei der neuen Normversion also letztendlich doch in Grenzen. Die bisherige einfache Standardbelegung wird wohl weiterhin dominieren und die Tastaturhersteller müssen hier nichts ändern. Inwieweit sich die erweiterte Tastaturbelegung E1 durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Der deutsche Tastatur-Hersteller Cherry hat auf Nachfrage von Typografie.info erklärt, zur Umsetzung der E1-Belegung noch keine Entscheidung getroffen zu haben. 
DIN 2137-1:2018-12 beim Beuth Verlag
Dutch Type von Jan Middendorp erschien ursprünglich 2004. Nach drei Jahren war die erste Auflage von 3500 Exemplaren ausverkauft und das Buch war nur noch antiquarisch und zu hohen Sammler-Preisen erhältlich. 2018 wurde eine Neuauflage über Kickstarter finanziert und vom Autor im Selbstverlag (»Druk Editions«) neu herausgegeben.   

Das reich bebilderte Buch gibt einen Überblick über das Schriftschaffen in den Niederlanden – vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Die Informationen zu zeitgenössischen niederländischen Schriften wurden durch unzählige Interviews des Autors mit den entsprechenden Designern zusammengetragen. Das Bildmaterial stammt zu großen Teilen aus privaten Sammlungen. 

Kapitelübersicht:
Early type design and printing in the Low Countries Reinventing tradition Manifestations of the new Metal type: the final years Painters and penmen Functionalism & geometry A typographic counterculture Printing types for a changing technology Letters from The Hague Letters from Arnhem Digital lettering and type Special projects

Daten zum Buch:
Ausführung: gebunden  Seiten: 320 Seiten Verlag: Druk Editions erschienen: Oktober 2018 Sprache: Englisch ISBN-13: 9783982003702 Größe: 22,7 x 3,1 x 28,4 cm bei Amazon aufrufen (Partnerlink) Übersicht der Verkaufsstellen
Chris Campe ist mit ihrem Designbüro All Things Letters auf Lettering und Typografie spezialisiert. Für Verlage, Agenturen und Unternehmen gestaltet sie Bücher, Cover, Logos, Illustrationen, Verpackungen, Websites, Wände, Räume und Schaufenster. In ihrem zuvor erschienenen Handbuch Handlettering hat sie bereits einen Einstieg und Überblick zum Thema Lettering abgeliefert. Mit dem Praxisbuch Brush Lettering widmet sie sich nun ausführlich einer einzelnen Technik aus diesem Bereich. Auf 224 Seiten geht es speziell um die Lettering-Arbeit mit Brushpen Markern, Pinseln und Pinselstiften. 



Zunächst werden Grundlagen zu Materialien und Typografie vermittelt. Im Teil »Anfangen« geht es nach Aufwärmübungen um die Entwicklung einer Brush-Lettering-Grundschrift. Im Teil »Vertiefen« werden die schriftgestalterischen Spielräume als Variation der Grundschrift ausgelotet. Im vierten und letzten Teil (»Anwenden«) geht es um die Lettering-Komposition und eine kleine Auswahl von Lettering-Künstlern werden mit ihren Arbeiten vorgestellt. 



Inhaltsverzeichnis:
Werkzeug & Material Arbeitsweise Grundlagen Aufwärmübungen Grundstriche Buchstaben, Ziffern & Zeichen Buchstaben verbinden Tipps & Tricks Schrift variieren Alphabete Effekte, Farben, Schnörkel, Bildelemente Layout & Komposition

Wie in ihrem Handbuch Handlettering geht es der Autorin auch in diesem Buch eher um die Vermittlung der technischen und gestalterischen Grundlagen. Das Buch ist keine bloße Zusammenstellung von Alphabetvorlagen zum Nachschreiben. Über einen Download-Code können Übungsblätter als PDF von der Verlagswebsite heruntergeladen werden. Die Blätter enthalten entsprechend des Buchaufbaus die Grundübungen sowie ein Brushlettering-Alphabet mit Klein- und Großbuchstaben. Die Blätter sind komplett mit Hilfslinien ausgestattet und können nach dem Ausdruck direkt beschrieben werden. 
Daten zum Buch:
Bindung: Broschur Farbigkeit: größtenteils zweifarbig Seiten: 224 Verlag: mitp; Auflage: 2018 (31. Mai 2018) Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3958457300 Größe: 17,1 × 1,7 × 21,6 cm bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Der vor sieben Jahren von Adobe übernommene Dienst Typekit hat nun einen neuen Namen: Adobe Fonts. Doch nicht nur der Name hat sich geändert. Ursprünglich ging Typekit als reiner Webfontdienst an den Start. Es gab ein beschränktes kostenloses Angebot und kommerzielle Pakete bzw. »Bibliotheken«, mit denen man über ein Abo Fonts auf Websites einbetten konnte. Nach der Übernahme durch Adobe kamen auch Creative-Cloud-Kunden automatisch in den Genuss vieler kommerziellen Schriften. Desktop-Lizenzen gab es zunehmen auch – mal als Teil der Pakete, mal als kommerzielles Zusatzangebot. Dieses, über Jahre gewachsene System wurde nun radikal vereinfacht.


Mit Adobe Fonts gibt es nur noch eine Schriftenbibliothek. Alle Creative-Cloud-Abos beinhalten diese automatisch – auch die Einzelabos von zum Beispiel nur Photoshop. Die beschränkte Verfügbarkeit der Desktop-Lizenzen wurde aufgehoben. So kommen alle Creative-Cloud-Nutzer somit schlagartig in den Besitz von tausenden hochwertigen Schriftfamilien. Auch die existierenden Beschränkungen der Webfont-Nutzung in Bezug auf Seitenabrufe und Domains wurden abgeschafft. Einfach gesagt stehen alle Schriften nun praktisch unbeschränkt für Webfont- und Desktop-Nutzung zur Verfügung. Wer bislang ein reines Typekit-Kit-Abo hatte, wird wohl oder übel auf ein Creative-Cloud-Paket umsteigen müssen. Die Details dazu nennt Adobe bislang nicht und verweist darauf, die entsprechenden Kunden per E-Mail zu informieren. 
https://fonts.adobe.com/ 
Die letzte Veranstaltung des dreiteiligen Kalligrafie-Kurses mit Tobias-David Albert in der Pavillon-Presse Weimar. Dieses Workshop-Wochenende baut auf Kursiv und Spitzfederanglaise auf. Hier geht es vor allem um die Werkzeuge Spitzpinsel und Breitpinsel. Großes und kleines Schreiben wird nach guten Vorlagen geübt. Wegweisende Bücher werden vorgestellt und mit alten und modernen Werkzeugen geübt. Hier nähern wir uns eher den jüngeren amerikanischen Schreibtraditionen im kommerziellen Lettering und spannen aber gleichzeitig einen Bogen zu den Breitpinsel Beschriftungen der späten Antike. Spitz- und Breitpinsel bieten gegenüber anderen Schreibgeräten die größte Virtuosität und Flexibilität an. Samstag, 27. Oktober 2018 (10:30 Uhr bis 16 Uhr) Sonntag, 28. Oktober 2018 (10 Uhr bis 14 Uhr) Bonus: Kostenloser Typostammtisch mit einem Vortrag von Tobias-David Albert am Freitag, 26. Oktober 

Kosten:
Standard: 99,– Euro Pavillon-Presse-Vereinsmitglieder: 80,– Euro Studenten: 45,– Euro Teilnehmerzahl: Mindestens 10, maximal 15 Personen
Hier geht es zum Anmeldeformular
 
 
Der Dynamic Font Day ist die Weiterführung der »Webfontdays« der Typographischen Gesellschaft München und findet dieses Jahr am 17. November statt. 
Als im Herbst 2016 das neue Schriftformat Variable Fonts ausgerufen wurde, war der Dynamic Font Day die erste Konferenz, die sich ausführlich diesem Gemeinschaftsprojekt von Adobe, Apple, Google und Microsoft widmete. Zwei Jahre danach wird es Zeit, Bilanz zu ziehen und zu prüfen, ob die Versprechungen der Macher eingetreten sind. Wie weit ist die Unterstützung in den gängigen Applikationen fortgeschritten? Gibt es erste, gelungene Projekte, bei denen Variable Fonts gewinnbringend eingesetzt wurden? Wie weit ist es noch zur echten, responsiven Typografie? Oder bleibt das Ganze am Ende doch ein Rohrkrepierer? Der Dynamic Font Day 2018 will alle Beteiligten auf den aktuellen Stand bringen und Chancen und Risiken beleuchten. 

Der Dynamic Font Day versteht sich als internationale Plattform für Designer und Entwickler. Alle Vorträge werden in englischer Sprache gehalten. 
Programm:
9:30 — 10:00 Welcome Note
Oliver Linke, Tim Ahrens Webfonts outside the lab
Gerrit van Aaken Typography in the Internet of Things
Marlene Rudolph 11:30 — 12:00  Coffee Break More Variable Than Variable Fonts
June Shin Typeface personality + variable fonts
Rasmus Michaëlis, Torsten Lindsø 13:20 — 14:30 Lunch Break The Lowlands Project
Hansje van Halem, Just van Rossum Movable Type Vol. 2
Irene Vlachou 15:50 — 16:20 Coffee Break Breaking Boxes – Type and Augmented Reality
Andrew Johnson 18 = 96
Akiem Helmling, Bas Jacobs 17:40 — 19:00 Get-together  
 Weitere Informationen zur Konferenz unter dynamicfontday.com
Die Anmeldung erfolgt hier: https://doo.net/event/20956/order
Monotype stellt über 600 weitere Einzelfonts in das Programm von Adobes Typekit-Dienst ein. Damit sind diese Schriften für Abonnenten von Typekit bzw. der Creative Cloud ohne Mehrkosten auch lokal als Desktopfonts nutzbar. Das neu eingestellte Schriftpaket enthält Schriften der Marken Monotype, Linotype ITC und FontFont. 

Konkret verfügbar sind nun folgende Monotype-Schriften: Calibri, Century Gothic, Demos Next, DIN 1451 Pro, FF Amman Sans, FF Attribute Mono/Text, FF Casus, FF Nexus Mix/Sans/Serif/Typewriter, FF Nort, FF Scala, FF Scala Sans, FF Seria, FF Seria Sans, FF Unit, FF Unit Rounded/Slab, Gill Sans Nova, ITC American Typewriter, ITC Avant Garde Gothic, ITC Benguiat, ITC Flora, ITC Franklin Gothic, ITC Galliard, ITC Giovanni, ITC Slimbach, Joanna Nova, Joanna Sans Nova, Linotype Didot, Masqualero, Monotype Grotesque, Monotype Modern Display, Neo Sans, Neue Haas Grotesk, Neue Haas Unica, Neue Kabel, Plantin, PMN Caecilia, PMN Caecilia Sans, Praxis Next, Quire Sans, Rockwell, Rockwell Nova, Rosella, Sabon, Trade Gothic Next, Unitext, Vectora. 

Übrigens können Nutzer von InDesign und Illustrator demnächst die Typekit-Schriften in der Designanwendung durchforsten und live in der Anwendung testen, ohne die Schriften vorher über Typekit aktivieren zu müssen. 
Beim Kopieren und Einfügen von Texten über die Zwischenablage gibt es etwas vereinfacht gesagt zwei Varianten: Reintext und formatierter Text. Bei ersterem wird nur die reine Textinformation übernommen, also eine Folge von kodierten Textzeichen. Beim formatierten Text können dagegen auch Eigenschaften wie Schriftart, Schriftgröße, Farbe, Weblinks und sogar Bilder erhalten bleiben. Betriebssysteme und Software-Anwendungen gehen zunehmend dazu über, auf formatierten Text als Standard zu setzen. Die kann im Einzelfall auch vom Anwender gewünscht sein, aber oft ist es eher lästig. Wer etwa Zitate von Websites in ein lokales Textdokument einfügen will, dem geht es sicherlich meist um den Inhalt – Schriftarten, Schriftgrößen usw. der einzelnen Websites müssen nicht beibehalten werden. Und passiert dies es doch, ist es oft schwierig und zeitraubend, die Formierungen nachträglich wieder loszuwerden. Im schlimmsten Fall erhält man sogar weiße Schrift auf weißem Grund, weil die Website helle Schrift auf dunklem Hintergrund verwendete.
Anwendungsprogramme mit einem Fokus auf Textverarbeitung bieten gegebenenfalls zusätzliche Menüfunktionen oder Tastaturkürzel an, um lediglich Reintext einzufügen. Die Kürzel können aber recht umständlich sein, etwa Befehltaste (⌘) + Wahltaste (⌥) + Umschaltaste (⇧) +  V. 
Über eine wenig bekannte Funktion in der Systemsteuerung von Mac OS X lässt sich dies allerdings vereinfachen. Und so geht’s …
 
1. Öffnen Sie die Systemsteuerung und dort den Eintrag »Tastatur«

2. Öffnen Sie den Reiter »Kurzbefehle« und dort den Eintrag »App-Tastaturkurzbefehle«

3. Klicken Sie auf das Plus-Symbol
4. Unter Programm wähle Sie »Alle Programme«
5. Unter Menü geben Sie manuell »Einsetzen und Stil anpassen« ein. Dies muss exakt dem Menü-Eintrag entsprechen, den Sie in Anwendungen wie TextEdit je nach eingestellter Sprache sehen. 

6. Klicken Sie in das Feld Tastaturkurzbefehl und tippen Sie auf ihrer Tastatur Befehl (⌘) + V ein und Bestätigen Sie den Eintrag mit »Hinzufügen«. Dadurch wurde die Standardbelegung von ⌘ + V überschrieben und formatierter Text wird für dieses Kürzel nun nicht mehr verwendet.
7. Falls Sie dennoch ab und zu formatierten Text benötigen, weisen sie das nun freigeworden Tastaturkürzel entsprechend neu zu: Klicken Sie wieder auf das Plus-Symbol, wählen Sie »Alle Programme« und diesmal den Text »Einsetzen«. Das Tastaturkürzel sollte nun ⌘ + ⌥ + ⇧+ V lauten. 

Diese Schritte drehen also die standardmäßige Funktion um. Einfügen als Reintext  ist nun mit dem einfachen Kürzel ⌘ + V möglich und und formatierter Text bei Bedarf über ⌘ + ⌥ + ⇧+ V erreichbar. Dies funktioniert in allen gängigen Apple-Programmen wie TextEdit,  Safari, Pages und so weiter. 
Sind die gleichen Befehle in Drittanbieter-Programmen anders benannt, lässt sich für diese Programme eine eigene Regel in gleicher Weise anlegen. Wählen Sie statt »Alle Programme« dann die spezifische Anwendung aus. Dies funktioniert aber nur in Programmen, die Apples Software-Bibliotheken zur Erstellung von Menüs verwenden. Die Creative-Cloud-Anwendungen gehören zum Beispiel nicht dazu. Hier müssen Tastaturbefehle bei Bedarf direkt in der Anwendung selbst geändert werden. Dennoch ist der oben genannte Trick sicherlich für viele Mac-Anwender in der täglichen Arbeit hilfreich. 
2015 habe ich mit der Elfen-Fraktur bereits eine durch ihren Schnurzug-Charakter recht außergewöhnliche gebrochene Schrift veröffentlicht. Mit der Krimhilde folgt nun ein weiterer Vertreter aus diesem Bereich. Die Elfen-Fraktur erschien ursprünglich im Jahre 1919, dem Gründungsjahr des Bauhauses. Die in Weimar gegründete Kunstschule hatte maßgeblichen Einfluss auf das Grafikdesign in den 1920er-Jahren. Die Bauhaus-Gestalter experimentierten mit der Reduktion der Buchstaben auf einfachste geometrische Formen und einige propagierten gar die Aufgabe des gemischten Satzes zugunsten eines einzigen Alphabets. Die experimentellen Schrift-Entwürfe der Bauhaus-Gestalter fanden zu ihrer Zeit jedoch kaum breite Anwendung. Aber Schriftgestalter außerhalb des Bauhauses nahmen die Ideen auf und führten sie zu einem Erfolg. So entstand die bis heute äußerst populäre Kategorie der geometrischen Groteskschriften mit Vertretern wie Erbar-Grotesk (von Jakob Erbar erschienen bei Ludwig & Mayer), der Kabel (von Rudolf Koch erschienen bei Gebr. Klingspor) und natürlich der allseits bekannten Futura (von Paul Renner erschienen bei der Bauerschen Gießerei). 

Gebrochene Schriften waren zu dieser Zeit im deutschsprachigen Raum noch immer als Verkehrsschrift im Einsatz. Doch die Modernisierung der Schrift fand in den 1920er-Jahren fast ausschließlich in und mit der Antiqua statt. Jan Tschichold postuliert es in seiner Elementaren Typografie so: 
❝ Elementare Schriftform ist die Groteskschrift aller Variationen: mager—halbfett—fett—schmal bis breit. Schriften, die bestimmten Stilarten angehören oder beschränkt-nationalen Charakter tragen (Gotisch, Fraktur, Kirchenslavisch) sind nicht elementar gestaltet und beschränken zum Teil die internationale Verständigungsmöglichkeit.❞
Erst Anfang der 1930er-Jahren setzt sich die »Modernisierung durch Reduzierung« dann auch für gebrochene Schriften durch. Doch die zu dieser Zeit übliche, eher kalligrafische Fraktur eignet sich dafür nur bedingt. Die Schriftgestalter gingen deshalb zu den Ursprüngen der gebrochenen Schriften zurück: den gotischen Schriften, die damals noch reich verziert, dunkel, eng und eher schwer lesbar erschienen. Mit einer offeneren Gestaltung und dem Verzicht auf jegliche Dekoration gelingt das moderne Erscheinungsbild. Die schlichten Gotisch bzw. Schaftstiefelgrotesk-Schriften erscheinen ab 1933 in rascher Folge bei verschiedenen deutschen Schriftgießereien. 

Die moderne gebrochene Schrift der 1930er. Links: die Element von Max Bittrof. Rechts: Hindenburg-Lettering von Georg Wagner
 
Der Rückgriff auf die Wurzeln der gebrochene Schrift hatte aber noch einen anderen Vorteil: Indem man die Entwürfe auf die frühen gebrochenen Schriften aufbaute, rückte man Antiqua und gebrochene Schrift in Stil und Lesbarkeit wieder näher zusammen. Auch dies verstärkte den modernen Eindruck und erfüllte die Forderungen nach einfacher und zweckmäßiger Gestaltung.  
Und dies bringt uns nun zurück zur Krimhilde.  Ihr Gestalter Albert Auspurg versuchte ebenfalls einen Kompromiss aus moderner Antiqua und gebrochener Schrift. Aber er schlug dabei einen gänzlich anderen Weg ein als die Gestalter der Schaftstiefelgrotesk-Schriften. Anstelle von gotischen Buchstabenskeletten besitzt die 1933 erschienene Krimhilde Kleinbuchstaben mit den Proportionen der geometrischen Grotesk. So entsteht in der Gesamtwirkung ein Schriftbild wie bei einer Antiqua. In den Details zeigen sich dann jedoch auch typische Elemente von Frakturschriften, etwa die durchgängig und deutlich abgewinkelten An- und Abstrichen der Kleinbuchstaben. Die Großbuchstaben folgen Frakturskeletten, jedoch mit einer möglichst einfachen Form und einem für gebrochene Schriften ungewöhnlichen Schnurzugstil. 


Originalmuster der Krimhilde von der Schriftgießerei Ludwig & Mayer
 
Interessant sind sicherlich auch die ursprünglichen Vermarktungstexte der Schriftgießerei. Eindeutig benannte Verweise auf das Bauhaus und die Neue Typografie werden vermieden, jedoch gleichen sich die Beschreibungen der Ziele doch auf verblüffende Weise: 
»Die deutsche Schrift unserer Zeit … muß den Willen zur Sachlichkeit ausdrücken und unter Betonung des Wesentlichen den einzelnen Buchstaben in seiner knappesten Form bringen. […] Wir haben deshalb bei der Schaffung unserer neuen deutschen Druckschrift darauf verzichtet, den Zug und Druck der Schreibfeder wiederzugeben. Wir haben den Grundgedanken der Groteskschrift, die gleiche Strickstärke, auch zur Grundlage dieser neuen deutschen Schrift gemacht und damit erreicht, daß eine Frakturschrift entstand, die in hervorragendem Maße sachlich und zweckentsprechend und damit im besten Sinne des Wortes neuzeitlich genannt werden muß.«
 
Die Krimhilde erschien in einer gewöhnlichen und einer halbfetten Garnitur. Zu einer breiten Anwendung der Schrift kam es jedoch nicht und der gestalterische Hybrid-Ansatz fand in dieser Form im Bereich der Satzschriften auch kaum Nachahmer. Nach dem zweiten Weltkrieg geriet die Krimhilde mangels Nachfrage nach den modernen gebrochenen Schriften der 1930er schnell in Vergessenheit und die Schriftgießerei Ludwig & Mayer bewarb sie auch nicht mehr in ihren Schriftmusterkatalogen. 


Krimhilde von FDI Type, veröffentlicht  2018
 
Auch wenn die Schrift keinen durchschlagenden Erfolg hatte, hat sich doch ihren ganz eigenen Reiz und Anwendungen in Schaugrößen sind auch heute noch denkbar. Mit der Krimhilde-Version von FDI Type ist dies nun möglich. Wie bei der Elfen-Fraktur habe ich nicht einfach die Umrisslinien der Krimhilde digitalisiert, sondern vielmehr den ursprünglichen Gestaltungsprozess wiederholt. Beide Schnitte wurden zunächst als Skelettzeichnung nachempfunden und dann sorgfältig nachbearbeitet. Denn auch wenn die Schrift einen Schnurzug-Charakater besitzt, sind die Striche wie bei den geometrischen Groteskschriften der 1920er-Jahre keineswegs mathematisch genau und gleichmäßig ausgeführt. 
Version A der Krimhilde von FDI Type lehnt sich an die Originalentwürfe an und der Zeichensatz wurde auf eine vollständige westeuropäische Belegung ausgebaut. Natürlich sind auch ein langes s und Fraktursatz-Ligaturen (ch/ck/ſch/tt/tz) als OpenType-Stilsatz enthalten. Mit der Version B gibt es eine zusätzliche Fassung, die noch stärker an die Antiqua-Lesegewohnheiten angepasst wurde. 


Version A und B der Krimhilde von FDI Type
 
Zusätzlich zu den Grundschnitten gibt es optionale Display-Schnitte, die sich für einen mehrfarbigen Einsatz miteinander kombinieren lassen: Schatten, Schatten-Füllung und Umrisslinie.  



Krimhilde bei Fontspring Krimhilde bei der FDI Type Foundry ein kostenloser Schnitt steht exklusiv für Typografie.info-Förderer zur Verfügung
Die Bona Nova ist eine moderne Interpretation der Renaissance-Kursiv Bona des Grafikdesigners Andrzej Heidrich, der in Polen vor allem durch seine Briefmarken- und Banknoten-Gestaltungen bekannt ist. Die neue digitale Fassung wurde von Mateusz Machalski in Zusammenarbeit mit Heidrich entwickelt und die drei entstandenen Textschnitte sind kostenfrei verfügbar. 


Die ursprüngliche Bleisatz-Schrift aus dem Jahr 1971
 
Mateusz Machalski begann das Projekt im Jahr 2011, seinem zweiten Studienjahr an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau. Die Schrift war in der Handsatz-Abteilung der Akademie vorhanden und weckte Machalskis Interesse. Sein Professor organisierte kurzerhand ein Treffen mit dem ursprünglichen Designer, der sich von der Idee einer Neubearbeitung begeistern ließ. Machalski begann mit der Digitalisierung, aber das Projekte landete zunächst wieder in der Schublade. 

2016 wurde das Projekt zusammen mit Leszek Bielski wieder aufgenommen. Es kam zu weiteren Treffen mit Andrzej Heidrich und der Plan zum Ausbau der Schrift in drei Schnitten (normal, kursiv und fett) wurde gefasst. Heidrich war eigentlich kein Schriftgestalter und die Bona sein einziger vollständiger Schriftentwurf. Als Gebrauchsgrafiker in der vordigitalen Zeit gehörte das Zeichnen von Buchstaben – zum Beispiel für Buchumschläge – aber zum Alltagsgeschäft. Mit der Auswahl an Fließtextschriften war er jedoch nicht zufrieden. 
»Wir arbeiteten immer mit 12 Punkt Times oder Garamond. Es war langweilig und jedes Buch sah innen gleich aus. Es gab großen Bedarf an neuen Schriften.« 


Original-Entwürfe und -Matrizen der Bona
 
Heidrich arbeitete an der Bona als Nebenprojekt – aus reiner Freude an der Sache und ohne konkreten Auftrag oder Anwendungszweck. Schlussendlich wurde die Schrift sogar gegossen und ein vollständiger Satz landete in der Akademie, wo er immer wieder einmal zum Einsatz kam. 
Für die Digitalisierung lieferte Heidrich sämtliche Originalskizzen und auch die Original-Matritzen konnten für den Entwurf inspiziert werden. Natürlich gab es beim Ausbau des Entwurfes dennoch noch jede Menge Gestaltungsentscheidungen zu treffen. 
»Die Entwurfsarbeit gestaltete sich äußerst interessant. Ich habe Bilder und Detailfragen fortlaufend auf einer eigens eingerichteten Facebook-Seite veröffentlicht, die damit zu einer Bühne für typografische Diskussionen wurde« erklärt Machalski. 

Die Form des großen Eszett wurde online besonders heftig diskutiert. 
 
Nach der Digitalisierung der Kursiven entstanden zwei aufrechte Schnitte, zu denen es keinerlei Vorlagen gab. Aus Lettering-Arbeiten von Heidrich für Briefmarken und Banknoten konnten jedoch einige typische Charaktermerkmale abgeleitet werden. 
Der Ausbau der Textschnitte brachte es schließlich auf über 1000 einzeln gezeichneten Glyphen pro Schnitt. In der erweiterten lateinischen Belegung sind Kapitälchen, mehrere Ziffernsets, viele Ligaturen und Ornamente enthalten. 

Damit war die Arbeit jedoch noch nicht beendet. Die Familie wuchs weiter. Drei dekorative lichte Schnitte wurden ergänzt sowie drei Display-Schnitte mit besonders starkem Strichstärkenkontrast. Diese Schnitte sind allerdings nicht Teil des kostenlosen Angebots. Und Überlegungen zu einem weiteren Ausbau der Schnitte bzw. der Schriftsystemabdeckung gibt es bereits. 



Schriftmustergrafiken der Bona Nova
 

Die kostenlosen Schnitte der Bona Nova
 

Die kommerziellen Display-Schnitte der Bona Nova
 
Alle Schnitte stehen momentan exklusiv über die Capitalics-Foundry-Website zur Verfügung und erfordern eine Registrierung. Eine Veröffentlichung über Google Fonts ist jedoch auch in Planung. Unter bonanova.wtf gibt es ausführliche Hintergrundinformationen zu dem Projekt in polnischer und englischer Sprache – darunter auch ein Interview mit dem Grafikdesigner Andrzej Heidrich. 
https://capitalics.wtf/en/font/bona-nova
Future Fonts ist eine neue Plattform, auf der Schriftgestalter ihre Schriften noch während des Entstehungsprozesses an Interessenten lizenzieren können. So wird die Entwicklung und der Ausbau der Schriften nicht nur finanziell unterstützt, sondern kann sogar durch die Rückmeldungen der Nutzer beeinflusst werden. 
Hinter dem Projekt stehen die US-amerikanischen Studios von Scribble Tone aus Portland und Oh no Type aus San Francisco.  

Motiviert werden die Schriftkäufer zusätzlich dadurch, dass ein früher Einstieg günstigere Preise verspricht. Umso weiter die Schriftentwicklung fortschreitet, umso mehr nähert sich der Lizenzpreis dem endgültigen Preis an. Wer früher zuschlägt, bekommt die Schriften günstiger und muss für die späteren Aktualisierungen dann nichts mehr bezahlen. Eine Garantie für einen weiteren Ausbau gibt es freilich nicht. Es bleibt also abzuwarten, ob sich das Konzept in der Praxis bewährt. Es ist aber nicht schwer sich vorzustellen, dass die öffentliche Ankündigung, die Rückmeldungen und zahlende Kunden so manchen Schubladenentwurf davor bewahren können, für immer ein solcher zu bleiben. 


Die zum Start bereits verfügbaren Entwürfe können sich auf jeden Fall bereits sehen lassen. Mehr unter: 
https://www.futurefonts.xyz
Für besonders große Unternehmen machen exklusive Hausschriften doppelt Sinn. Einerseits verschafft man sich damit einen eigenständigen visuell-typografischen Auftritt. Andererseits spart man sich meist sogar Geld und Umstände, da die komplexen Schriftlizenzen für alle Büros, Subunternehmer usw. wegfallen.  Mit einer meist einmaligen Zahlung erhält man sein Sorglos-Schriftpaket. 
Und so ist jetzt auch die Coca-Cola Company aus Atlanta diesen Weg gegangen und ersetzt die bislang verwendete Gotham durch eine Exklusivschrift namens TCCC Unity. Die Abkürzung TCCC steht dabei für The Coca-Cola Company.



Die von Brody Associates entwickelte Schriftfamilie bewegt sich allerdings nicht besonders weit weg von der Gotham und dies führte sofort zu Kritik in der Branche. Denn als Basis der Schriftentwicklung wird sie nicht erwähnt. Stattdessen erklärt eine eigens zur Vorstellung der Schrift entwickelte App, dass sich das Design aus visuellen Erbe des Unternehmens selbst ergeben hätte. Betrachtet man sich jedoch das Design der Schrift, wirkt dies äußert fraglich. Die TCCC Unity passt sich exakt in den seit Jahren anhaltenden Trend der geometrischen Groteskschriften ein. Dies sorgt natürlich weder für einen besonders eigenständigen Auftritt, noch lassen sich so typische Gestaltungsprinzipien aus dem konkreten Auftrag und der Geschichte des Unternehmens erklären. Eine Schrift dieser Art könnte für jedes andere Unternehmen auch gestaltet worden sein. Und so muten die Detailerklärungen zum Schriftentwurf schon regelrecht peinlich an. So wird etwa behauptet, dass das oben abgeschrägte t – ein historisch bedingtes Merkmal tausender Schriften – an den Bindestrich des Coca-Cola-Logos erinnert oder dass das Q wie ein Glas mit Strohhalm aussähe. 




Ob die Schrift von einem neuen visuellen Auftritt begleitet wird oder lediglich die Gotham ersetzt, bleibt abzuwarten. Noch zeigt etwa die Website von Coca-Cola die Gotham. 
Antonia Cornelius studierte Kommunikationsdesign an der HAW Hamburg. Als Abschlussarbeit ihres Bachelor-of-Arts-Studiums entstand 2015 im Bereich Typedesign bei Prof. Jovica Veljović das Buch »Schrift lesbar gestalten. Ein Leitfaden für Textschriften«. 2017 erschien dieses Werk in einer überarbeiteten Fassung mit dem Titel »Buchstaben im Kopf – Was Kreative über das Lesen wissen sollten, um Leselust zu gestalten« beim Verlag Hermann Schmidt. 



Die 180 Seiten, die durchgehend in drei Sonderfarben gedruckt sind, gliedern sich in vier Kapitel. Die ersten 30 Seiten liefern typografisches Grundlagenwissen. Es folgen circa 50 Seiten zum Thema Lesen. Wie wir sehen, lesen, Buchstaben und Wörter erkennen und so weiter. Hier wird sich auf die internationale Lesbarkeitsforschung der letzten Jahre bezogen und die Ergebnisse werden anschaulich dargestellt und zusammengefasst. Es folgen weitere 50 Seiten zum Thema Entwerfen von Schrift. Wie setzen sich Schriftfamilien zusammen? Wie gestaltet man sie und wie optimiert man die Leserlichkeit und Lesbarkeit? Den Abschluss bildet das Kapitel »Anwenden«. Hier wird in einem Überblick auf einige Kriterien und Parameter der Mikro- und Makrotypografie eingegangen. 


An der technischen und gestalterischen Ausstattung des »Schmidt-Buches« gibt es wie so oft nichts auszusetzen. Und der lockere anschauliche Schreibstil gefällt genauso wie die Tatsache, dass das Buch inhaltlich auf der Höhe der Zeit ist. OpenType, Variable Fonts, InDesign-Kerning, Textarten nach der neuen DIN 1450 – das Buch passt perfekt in die heute digitale Typografie. Die leicht verständliche Zusammenfassung der Lesbarkeitsforschung dürfte in dieser Form und in deutscher Sprache bislang einmalig sein und fand sich in den letzen Jahren nur in englischsprachigen Büchern wie etwa Sofie Beiers Reading Letters. 
Beim ersten Lesen wunderte ich mich allerdings stellenweise, an wen genau sich die Autorin richtet. Dies klärte sich für mich erst im Anhang auf. Die Autorin arbeitet an einer eigenen Schrift: der Legilux und das Buch dokumentiert somit die eigene Lesbarkeitsforschung aus Sicht des Typedesigners, wie es der Originaltitel der Universitätsabschlussarbeit auch noch aufzeigt. Wenn sich der Schmidt-Titel jetzt an alle »Kreative« widmet, ist das vielleicht etwas zu weit aufgemacht. So manches Detail im Buch – insbesondere im Kapitel »Entwerfen« – richtet sich klar nur an Schriftgestalter. Direkt empfehlen würde ich das Buch daher eher für Leser in der gleichen Situation wie die Autorin, also angehende Schriftgestalter, die sich einen Überblick über die entsprechenden Grundlagen verschaffen wollen. Andere typografische Einsteiger, die sich für reine Schriftanwendung interessieren, können aber in den anderen Kapiteln freilich auch nützliche Informationen finden. 


Titel: Buchstaben im Kopf Untertitel: Was Kreative über das Lesen wissen sollten, um Leselust zu gestalten Autor: Antonia M. Cornelius veröffentlicht: 2017 Verlag: Verlag Hermann Schmidt Sprache: deutsch Seiten: 180 ISBN: 9783874398954 bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Mit dem Handbuch Handlettering erschien im Schweizer Haupt Verlag ein weiteres Buch zum Trendthema Lettering. Die Autorin Chris Campe ist ausgebildete Buchhändlerin und hat Kommunikationsdesign (in Hamburg und Paris) und Kulturwissenschaften (in Chicago) studiert. Seit 2014 hat sie sich mit ihrem Büro All Things Letters auf Schrift und Typografie spezialisiert.
Ihr Wissen zum Thema und ihre arbeitstechnische Herangehensweise werden im vorliegenden, 160-seitigen Buch dargeboten.



Die ersten 60 Seiten widmen sich ausführlich den Grundlagen: Begriffserklärungen, Lettering-Materialien, Schriftstile, typografisches Einmaleins usw. 
Als Anleitung zum Lettering folgen zwei Hauptkapitel: Brushpen Lettering als geschriebene Pinselschrift wird über circa 30 Seiten erklärt. Im folgenden Kapitel geht es um die tatsächlich gezeichnete Schrift. Neben der Zeichentechnik wird hier auch Ausdruck und Seitenaufbau viel Raum gegeben. 



Das letzte Kapitel widmen sich dem Digitalisieren der analogen Ergebnisse. Ein Aspekt, der insbesondere für kommerzielle Lettering-Anwendungen (Logos, Buchcover usw.) natürlich auch eine wichtige Rolle spielt.  

Das reich illustrierte und ansprechend gestaltete Buch baut auf fundiertes Wissen zum Thema Schrift auf. Man kann das Buch also auch Fachleuten wie Grafikdesignern und Illustratoren, die in das Thema Lettering einsteigen wollen, bedenkenlos empfehlen. Wie auch Lust auf Lettering von Martina Flor, gibt das Handbuch Handlettering einen Überblick über die Thematik. Grundlagen, Materialen und Arbeitsweisen werden fundiert und im Zusammenhang erläutert. Doch das Handwerk des Lettering-Profis kann man sich freilich nicht mit einzelnen Büchern anlesen. Hier heißt es letztlich üben, üben, üben. Mehr als gutes Überblickswissen sollte man also nicht erwarten. Auch ist das Buch bewusst nicht als Übungsbuch angelegt. So ist man nach der Lektüre des Buches ohne begleitende Kurse dann in der Umsetzung des Schreibtrainings doch wieder auf sich allein gestellt. Eventuell könnten hier in Zukunft noch Schreibvorlagen zum Herunterladen nachgelegt werden. 
Handbuch Handlettering. Eigene Buchstaben & illustrative Schrift gestalten Autor: Chris Campe veröffentlicht: 2017 Verlag: Haupt Verlag Sprache: deutsch Seiten: 160 ISBN: 9783258601656 Preis: 29,90 Euro Bei Amazon aufrufen (Partnerlink)  
Canapé – die gemütliche Schriftfamilie von Sebastian Nagel
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