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Typografie-Artikel

Neuigkeiten und Fachartikel zu Schrift und Typografie

Wie im letzten Jahr berichtet, können Schriftanbieter seit iOS 13 Fonts systemweit verfügbar machen, wenn sie entsprechende Apps zur Installation zur Verfügung stellen. MyFonts hat nun eine solche App veröffentlicht. 

Die App kommt mit 50 Familien aus dem Monotype-Portfolio, die sich mit einem Klick auf dem eigenen iPhone oder iPad installieren lassen. Konkret handelt es sich um folgende Schriften (mit Anzahl der Schnitte in Klammern):
Akko (4) Akko Rounded (2) Albertus Nova Alfie (3) Amasis (4) Ayita (2) Between (12) Bodoni (4) Burlingame (2) Century Gothic (4) Charlotte (3) Charlotte Sans (3) Clearface Gothic (2) Daytona (4) Demos (3) DIN Next (4) DIN Next Slab (4) Eurostile Next (4) Fette Fraktur Neue Frutiger (4) Gill Sans Nova (4) Gill Sans Nova Inline (2) Harmonia Sans (4) FF Info (4) Joanna (4) Kabel (3) Memphis (3) FF Meta (4) Monarda Morris Sans Neue Aachen (4) Neue Haas Unica (4) Neue Plak (8) Neue Plak Text (4) OCR-A Oz Handicraft (2) Placard Next (4) Placard Next Round (4) Plantin (4) Rockwell Nova (2) Rockwell (4) Sackers Gothic Sagrantino Swift (4) Tango Trade Gothic (4) Trade Gothic Next (4) FF Unit (2) FF Unit Rounded (2) FF Unit Slab (2) Unitext (4) VAG Rounded (3) Walbaum 12pt (4) Ysobel (4) Bei einzelner Lizenzierung kämen hier viele Tausend Euro zusammen. Die Installation über die App macht die Schriften jedoch kostenlos auf dem jeweiligen Gerät nutzbar. Dies fällt unter eine integrierte Desktop-Lizenz, die nur für das Gerät gilt, auf dem die Installation erfolgte. Hier können mit den Schriften beliebige statische Gestaltungen erstellt werden. Die Fonts dürfen erwartungsgemäß nicht anderweitig genutzt oder auf andere Geräte übertragen werden. Dies schließt auch jegliche Einbettung (Webfonts, E-Books usw.) ein. 
https://apps.apple.com/de/app/myfonts-find-install-fonts/id1473836950 
Der Schriftgestalter Heinz König ist lange nicht so bekannt wie einige seiner Zeitgenossen wie Rudolf Koch oder Lucian Bernhard. Und dies, obwohl König zwischen den 1880er- bis 1920er-Jahren ein beachtliches Portfolio an Schriftentwürfen für verschiedene deutsche Schriftgießereien schuf.
Königs Vater betrieb eine Druckerei für Lithografie und Buchdruck in Lüneburg. So kam Heinz König schon früh mit Schrift in Berührung und erlernte später auch den Beruf des Schriftsetzers. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Druckereien in Deutschland bevor er schließlich die Druckerei seines Vaters übernahm. Parallel entstanden zahlreiche Schriften, unter anderem für Genzsch & Heyse, Klingspor, Klinkhard, Gursch und Linotype. 
Ein bislang noch ungehobener Schatz von Königs Werk ist die Werbeschrift Wiking, die zwischen 1925 und 1927 in einem normalen und einem lichten Schnitt bei der Gießerei J.D. Trennert und Sohn erschien.   


Originalschriftmuster der Wiking und Wiking licht
 
Aktuell läuft eine Crowdfunding-Kampagne mit dem Ziel einer professionellen Digitalisierung und der anschließenden kostenlosen Veröffentlichung unter der Open Font License. Die Digitalisierung erfolgt auf Basis der Original-Bleilettern und wie bei den anderen gebrochenen Schriften der FDI Type Foundry soll es eine vollständige westeuropäische Zeichenbelegung geben, die sowohl traditionellen Fraktursatz wie auch den internationalen Einsatz mit modifizierten, besser lesbaren Zeichenformen unterstützt. 


Erstellung eines Drucks speziell zur Digitalisierung
 
Jede Unterstützung hilft dem Ziel, den Wiking-Font frei verfügbar zu machen. Je nach Höhe der Unterstützung winken jedoch auch exklusive digitale und physische Belohnungen. 
Die Kickstarter-Kampagne läuft noch bis 16. März 2020. Wie bei Kickstarter üblich handelt es sich eine Alles-oder-nichts-Finanzierung. Nur bei rechtzeitigem Erreichen des Finanzierungsziel werden die Unterstützungsbeträge tatsächlich eingezogen. 
☞ https://www.kickstarter.com/projects/schriftkontor/reviving-the-blackletter-font-wiking
Die Zeiten, in denen die Schriftanwendung in den Händen weniger Experten lag, sind vorbei. Besitzer elektronischer Geräte (wie Desktop-Computer, Mobiltelefone und Tablets) können heute jederzeit mit Schriften gestalten. Doch wie findet man die richtige Schrift für eigene Projekte oder Auftragsarbeiten? Einfach das Schriftmenü von oben bis unten durchprobieren oder Suchbegriffe bei Google eingeben? Dieser Artikel erklärt die Grundlagen einer gezielten Schriftensuche. 
Schriftensuche ist stets ein Abwägen vieler Faktoren, die in der Folge beschrieben werden. Man kann also selten – wie von Anfängern im Bereich der Typografie regelmäßig erwartet – von einer bestimmten Anwendung auf konkrete passende Schriften schließen. Für ein »Suche Schrift für ein Yoga-Studio« kommen tausende Schriften in Frage und auch vage Charakterisierungen wie »modern«, »interessant«, »schön« und ähnliches helfen kaum weiter. Für eine Schriftauswahl, die nicht bloß willkürlich ist, müssen wir bestimmte Ziele definieren und Eigenschaften prüfen. 

Die Schriftanmutung
Schriftarten sind die Kleidung der Texte. Robust, förmlich, elegant, traditionell, spielerisch, futuristisch, technisch, ausdrucksstark, warm, freundlich – die Liste möglicher Beschreibungen der Anmutung von Schriften ließe sich endlos fortsetzen. Einige dieser Beschreibungen lassen sich objektiv aus der Gestaltung der Buchstaben ableiten – andere sind gelernte Assoziationen. Da unser ganzes Leben lang Schriftanwendungen auf uns einwirken, assoziieren wir Schriftarten und -stile in der Folge mit dem Kontext der gesehenen Anwendung. 
Wenn wir Schriftarten bewusst für eine bestimmte Verwendung aussuchen, können wir diese Assoziationen zu unseren Gunsten nutzen. So bietet es sich in den meisten Fällen an, die gewünschten Charaktereigenschaften der Schriftanmutung als erstes festzulegen. Wie soll unser Font aussehen?
traditionell, zeitgemäß oder futuristisch? warm und freundlich oder technisch und konstruiert? fett und robust oder zart und elegant? einzigartig und ausdrucksstark oder gewöhnlich und zurückhaltend? ernst oder spielerisch? und so weiter Welche Assoziationen sollen darüber hinaus noch geweckt werden?
Assoziationen mit einem Ort oder einer Region? Assoziationen mit einer bestimmten Zeit? Assoziationen mit bestimmten Personen, Gruppen oder Organisationen? Je mehr dieser Assoziationen bestimmt werden können, umso besser, denn umso kleiner wird die Auswahl der Schriftkandidaten. 
Die Wirkung der Wahl sollte dabei nicht unterschätzt werden. Das visuelle Erscheinungsbild kann etwa Seriosität und Glaubwürdigkeit vermitteln – oder in Zweifel ziehen. Welche Schrift bietet sich zum Beispiel für ein Hochbau-Unternehmen als Hausschrift an? Eine etwas wackelige Systemschreibschrift? Wohl kaum. Eine robuste Serifenlose wäre sicherlich besser geeignet. 

Doch wie schon am Anfang gesagt, sollte man nicht nur oberflächlich von bestimmten Themen auf bestimmte Schriftstile schließen. Im Idealfall reagiert man direkt auf die konkrete Anwendung, also hier im Beispiel auf ein Unternehmen. Was zeichnet es aus? Welche positiven Assoziationen hat das Unternehmen bereits bei Kunden und in der Öffentlichkeit? Diese Dinge können wir durch unsere Gestaltung und Schriftwahl womöglich unterstützen. 
Bei aller Konzentration auf die Schriftwahl sollte auch nicht vergessen werden, dass die Schriftwahl stets nur ein Puzzleteil der Gesamtgestaltung ist. Die Schriftwahl sollte deshalb nicht losgelöst von anderen Gestaltungsentscheidungen getroffen werden. Wird etwa die Logo-Schrift mit einem Bildsymbol kombiniert, dann sollten beide natürlich miteinander harmonieren. 

Beispiele harmonierender Wort-Bild-Marken
 
Darüber hinaus steht die Schriftwahl in Corporate Designs, Magazinen, Websites usw. auch immer in einem gestalterischen Gesamtzusammenhang, der bei der Schriftwahl bedacht werden sollte. Alternativ kann die Schriftwahl eventuell auch am Anfang stehen und die restlichen Gestaltungselemente werden dann passend zur Schrift gewählt. 
Schriftanmutung: typische Fehler
Die gewählten Assoziationen mit der Schriftwahl abzudecken heißt nicht automatisch, die bestmögliche Wahl getroffen zu haben. So ist es verlockend, aber nicht unbedingt zielführend, eine Schriftwahl zu treffen, die zu sehr Klischees und Trends bedient. Bestimmte Schriften sind in bestimmten Bereichen oder grundsätzlich übermäßig stark im Einsatz. Das Plakat für Kinder in Comic Sans, für Designer in Helvetica, für einen Film in Trajan, für eine Bauhaus-Veranstaltung in ITC Bauhaus usw. 

Oft lohnt es sich, etwas abseits des Stroms zu schwimmen und bei der Bedienung der gewünschten Assoziationen nicht zu offensichtlich zu agieren. Dies gilt übrigens insbesondere für Branding-Anwendungen, wo ein gewisses Maß an Eigenständigkeit Priorität bei der Schriftwahl haben sollte. 

Ein derzeit noch anhaltender Trend: Logos verlieren ihren Wiedererkennungswert durch die Ersetzung durch (insbesondere geometrische) Grotesk-Schriften. 
 
Das andere Extrem ist die Erzeugung von Eigenständigkeit um jeden Preis, etwa durch die Modifizierung von Satzschriften für Logos. Ein Trend, der in dieser Sammlung dokumentiert wird. ☞ https://cuttingedgelogos.tumblr.com 
Sollten Satzschriften tatsächlich nicht ausreichen, können eigenständige Entwürfe durch Schriftgestalter oder Lettering-Künstler angefertigt werden, die auf diese Arbeit spezialisiert sind. 

Negativbeispiel: Das Rasterprinzip der Bildmarke  wurde der Schrift übergestülpt. 
Schriftkategorisierung und Fontmanagement
Mit zehntausenden verfügbaren Schriften ist es heute unabdingbar, die Flut der Möglichkeiten durch eine Kategorisierung zu strukturieren – sei es gedanklich und/oder in Form einer Sortierung in einem Fontmanagement-Programm. Schriften lassen sich jedoch durch ihre Fülle von Gestaltungsmerkmalen nicht sonderlich einfach in ein hierarchisches Kategorisierungsmodell zwingen. Im deutschsprachigen Raum üblich ist die Klassifikation nach DIN 16518. Ähnliche Modelle existieren auch international. Diese Kategorisierungen werden der Flut heutiger Schriften aber immer weniger gerecht, da die meisten Kategorien historische Entwicklungsschritte abbilden, in die sich heutige Schriftentwürfe oft schlecht oder gar nicht einordnen lassen. Dieser Artikel beschränkt sich daher auf ein einfacheres Modell, das Schriften nach zwei auch für Einsteiger nachvollziehbaren Kriterien beurteilt. 
1. Serifen und Konstruktionsprinzip
Die Existenz und Art der Serifen bildet eine typische und einfache Klassifizierungsmöglichkeit, insbesondere von unverbundenen, aufrecht stehenden Druckschriften. Die erste Kategorie bilden die Antiqua-Schriften (englisch: serif), die Serifen besitzen und seit hunderten Jahren als Fließtextschriften im Einsatz sind. Die Egyptienne oder serifenbetonte Linear-Antiqua (englisch: slab-serif) entstand im 19. Jahrhundert zunächst als Werbeschrift. Die Groteskschriften (englisch sans-serif), die gänzlich ohne Serifen auskommen, setzten sich im 20. Jahrhundert durch. 

Neben diesen aufrechten lateinischen Schriften gibt es weitere typische Kategorien, zum Beispiel Schreibschriften, gebrochene Schriften, Unzialschriften und Symbolschriften.

Zur leichteren Auswahl sollte der eigene Schriftbestand mit einem Fontmanager zumindest in Hauptkategorien wie die vorgenannten eingeordnet werden. Mit wachsendem Bestand an Schriften und mit größerer Erfahrung können Unterkategorien hinzukommen. Darüber hinaus gestatten Fontmanager in der Regel die parallele Nutzung verschiedener Kategorisierungssysteme bzw. die Vergabe von Schlagwörtern. Auf diese Weise lassen sich auch andere Kriterien als der bloße Schriftstil erfassen, etwa welche Schriftsysteme abgedeckt werden oder ob bestimmte Zeichen vorhanden sind. 
2. Strichstärkenkontrast
Ein weiteres typisches Merkmal von Schriftarten bildet der Strichstärkenkontrast. Darunter versteht man den charakteristischen Wechsel zwischen dünnen und dickeren Partien im Verlauf des Buchstabens bzw. das Fehlen eines solchen Wechsels. Bei handgeschriebenen Texten war dies ursprünglich eine direkte Folge des Schreibwerkzeugs und dessen Haltung. Die gegebenenfalls entstehende, gedachte Linie durch die dünnsten Partien wird Schattenachse genant. Eine geneigte Schattenachse erzeugt eine eher kalligrafisch-organische Anmutung und steht mit der Frühzeit des Buchdrucks in Verbindung. Eine aufrechte Schattenachse wirkt oft statischer und eleganter und ist typisch für den Einsatz der Spitzfeder und die Zeit des Klassizismus. 


Relative Schriftgröße
Nach den Erläuterungen der Anmutung von Schriftarten nähern wir uns nun der tatsächlichen Anwendung. Schriften können in unzähliger Weise eingesetzt werden. Man denke nur einmal an einen typischen eigenen Tag. Die Zahlen auf dem Wecker, die Texte auf Lebensmittelverpackungen, die Beschriftung von Straßenschildern und öffentlichen Verkehrsmitteln, Werbeplakate und Schaufenster, Kataloge, Zeitung, TV, Websites und so weiter und so fort. Unser Leben ist voller Schriftanwendungen. Doch trotz der Fülle der möglichen Anwendungen lässt sich eine ganz grundsätzlich Zweiteilung vornehmen: Schriftanwendungen fallen fast immer entweder in die Kategorie »Lesetext« oder »Schaugrößentext«. Haben wir es mit ganzen Absätzen zu tun (auch Fließtext oder Mengentext genannt) oder einzelnen Wörtern, etwa auf Straßenschildern oder in Überschriften in einer Drucksache? Diese Unterteilung ist wohlgemerkt unabhängig von den absoluten Schriftgrößen. Eine große Tafel an einer Museumswand, die eine Ausstellung erklärt, benutzt in der Regel die gleiche Einteilung in Lesetext und Schaugrößentext wie das Museumsfaltblatt, das man in die Hand nimmt. Der Unterschied liegt lediglich im Leseabstand, der gänzlich andere absolute Schriftgrößen nötig macht. 

Schriften für Lesetexte
Lesetexte stellen deutlich höhere Ansprüche an Leserlichkeit und Lesefreundlichkeit und die Buchstabengestaltung muss daher eher konservativ ausfallen. Die historische Entwicklung der Antiqua in den ersten Jahrhunderten des Buchdrucks wird dabei oft folgendermaßen eingeteilt:  Venezianische Renaissance-Antiqua, Französische Renaissance-Antiqua,  Barock-Antiqua und Klassizistische Antiqua.

Alle vier Gattungen waren über lange Zeit als Leseschriften im Einsatz und sind es nach wie vor. Bei den heutigen digitalen Versionen muss man jedoch stets im Einzelfall prüfen, ob die konkrete Version für Lesetexte geeignet ist. Die bloße Kategorie oder der historische Schriftname (wie Garamond, Bodoni usw.) lässt keinen zwingenden Schluss zur Tauglichkeit zu, da nicht jede Digitalisierung von Leseschriftgraden erfolgt ist bzw. auf einen solchen Einsatz abzielt. 
Details zu konkreten Schriften dieses Stils finden sich in unserer Fontliste Traditionelle Schriftarten für Bücher. Unverbrauchte Schriften werden dagegen in der Liste Erfrischende Serifenschriften für Bücher und E-Books gesammelt. 

Eine typische und einfache Einteilung von Groteskschriften nach dem Formprinzip kann folgendermaßen aussehen:
statische Grotesk (mit eher vertikaler Schattenachse wie bei der klassizistischen Antiqua) humanistische Grotesk (mit angedeutetem Breitfederduktus wie bei einer Renaissance-Antiqua) geometrische Grotesk (mit geometrisch wirkenden Buchstabenformen) Groteskschriften haben sich im 20. Jahrhundert ebenfalls einen Platz als Leseschriften erobert, insbesondere da, wo eine moderne Wirkung erzielt werden soll. So ist etwa die Betriebsanleitung eines technischen Gerätes nicht selten in einer Groteskschrift gesetzt, während traditionelle Drucksachen wie Romane und Zeitungen meist weiter auf Antiqua-Schriften setzen. 
 
Checkliste: darauf kommt es bei Leseschriften an
1. Konservative Buchstabenformen
Zumindest das Buchstabenskelett von Leseschriften sollte traditionell sein und auch die Buchstabenproportionen (x-Höhe, Breite usw.)  sollten sich im gewöhnlichen Rahmen bewegen. Entsprechend der Buchtradition sollten die Schriften bei längeren Texten auch stets proportional und nicht monospaced sein. 

Der robuste Text-Schnitt der Adobe Jenson funktioniert besser für Lesetexte als die raumgreifende Bernhard Modern mit den extremen Oberlängen. 
 
2. Eindeutig unterscheidbare Buchstabenformen
Die Buchstaben sollten auch unter schwierigen Sichtbedingungen möglichst gut unterscheidbar sein. Bei Antiqua-Schriften ist dies fast immer der Fall, nicht jedoch bei Groteskschriften. Ein zweistöckiges »a« funktioniert bei Lesetexten in der Regel besser als ein einstöckiges. Ein kleines »l« sollte nicht mit einem großen »I« zu verwechseln sein und offenere Buchstabenformen funktionieren besser als fast geschlossene (siehe Abbildung). 

3. Kontrastarme Schrift und gleichmäßiger Grauwert
Leseschriften sollten keine zu feinen Haarstriche enthalten und grundsätzlich einen eher schwach ausgeprägten Strichstärkenkontrast besitzen. Wünschenswert ist auch ein gleichmäßiges Bild bezogen auf die auf die gesamte Fläche des Lesetextes. Man spricht hier vom sogenannten Grauwert. 
Mitverantwortlich sind dafür nicht nur die eigentlichen Buchstabenformen selbst, sondern auch die Zurichtung und die Unterschneidung der Fonts, die für eine gleichmäßige Verteilung von Buchstabenformen und Weißraum sorgen und somit Leserlichkeit und Lesefreundlichkeit beeinflussen können. 

Größere Schriftfamilien weisen gegebenenfalls bestimmte Schnitte als Textschnitte aus. Dies erfolgt in der Regel durch das Wort »Text« im Namen des Schriftschnitts bzw. der Familie. Anderenfalls kann man sich bei der Auswahl an obige Checkliste halten. 

Einige Beispiele für robuste Textschriften: Walbaum 2010, Adobe Jenson, FF Tisa, Adobe Garamond, Skolar. 
 
Schaugrößenschriften
Umso größer die relative Schriftgröße und umso kürzer der Text, umso größer die gestalterische Freiheit. 
extradünn bis extrafett schmal, weit oder monospaced fehlende oder stark übertriebene Buchstabenelemente mathematisch konstruierte oder raue Umrisslinien Dreidimensionalität und sonstige Dekoration außerhalb oder innerhalb der Buchstabenform Mehrfarbigkeit, Transparenzen etc. Mischung von Groß- und Kleinbuchstabenprinzipien Simulation verschiedener Druck- und Darstellungsprinzipien (zum Beispiel Pixelraster, Matrixdrucker usw.) u.v.a. Außerdem können mit Schaugrößenschriften leicht historische Assoziationen geweckt werden: Antike, Gotik, Wilder Westen – all dies und vieles andere mehr lässt sich leicht durch Schrift vermitteln, ebenso wie Designepochen wie Jugendstil, Art Deco, Bauhaus und so weiter. Auch im Satz der Schaugrößenschriften sind kaum Grenzen gesetzt. 

Durch die Fülle der Stile und Möglichkeiten ist eine einfachere Kategorisierung von Schaugrößenschriften  kaum möglich. Da fast alles möglich ist, erübrigen sich konkrete Erklärungen und Einschränkungen. Wegen ihrer Besonderheiten nachfolgend jedoch einige Tipps zu zwei Kategorien im Bereich der Schaugrößenanwendung. 
Schreibschriften
Trotz ihres Ursprungs in der Handschrift sind Schreibschrift-Fonts heute meist als Schaugrößenschriften im Einsatz. Eine Auswahl typischer Unterkategorien sind:
formelle Schreibschriften, die gern für Einladungen, Zertifikate etc. Verwendung finden informelle Schreibschriften, zum Beispiel für eine Notizen-App oder die Zutatenliste eines Kochbuchs simulierte Handschriften Pinselschriften 
Professionelle Schreibschriften haben oft zahlreiche Ligaturen und Alternativbuchstaben, die durch OpenType automatisch aktiviert werden können. Dies verleiht den Textzeilen eine natürliche Anmutung. Es lohnt sich deshalb immer, die Hersteller-Angaben und Schriftmuster-PDFs zu studieren, um den kompletten Funktionsumfang der verwendeten Schriften zu kennen. 
Typische Fehler und Probleme beim Einsatz von Schreibschriften:
Verbundene Schreibschriften sollten stets mit der Laufweite auf »Null« gesetzt werden, damit sich die Buchstaben korrekt verbinden. Versale Schwungbuchstaben sind in der Regel auf Zeilenanfängen und -enden ausgelegt, nicht für jeden Buchstaben in einem Wort.  Sonstige Schwung- und Alternativbuchstaben sollten gezielt und nicht im Übermaß eingesetzt werden. 
Signaletik
Schriften für die Wegweisung fallen auf den ersten Blick in die Kategorie der Schaugrößenschriften, da sie kurze Textinformationen in vergleichsweise großen Schriftgraden darstellen. Je nach Art des Schildes haben jedoch die Leserlichkeit und ein ökonomischer Platzbedarf der Schrift eine hohe Priorität oder sind – etwa bei Verkehrsschildern – womöglich gar die wesentlichen Kriterien. In diesem Fall schrumpft der gestalterische Spielraum natürlich und es kommt wie bei Leseschriften wieder auf konservative und kontrastarme Buchstabengestaltungen an. 

Wayfinding Sans Pro – Beispiel einer Schrift, die speziell auf Beschilderungen ausgelegt wurde.
 
Nicht jede Beschilderung stellt jedoch die höchsten Ansprüche an die Leserlichkeit. Bei den Schildern eines Hotels, einer Bibliothek, eines Bürogebäudes etc. mögen ausdrucksstarke Schriften gegebenenfalls ausdrücklich erwünscht sein. 
Die Schriftfamilie
Die Verwendung von Office-Programmen am Computer hat Schriftfamilien mit den vier Schnitten normal (bzw. regular oder roman), kursiv, fett und fett-kursiv als De-facto-Standard etabliert. Sind für den Schrifteinsatz Fließtexte zum Beispiel in Office-Anwendungen oder auf Websites geplant, empfiehlt es sich in aller Regel, auf Schriftfamilien mit mindestens diesen vier Schnitten zu setzen. Anderenfalls erzeugen die Anwendungen womöglich künstlich die fehlenden Schnitte. 

Eine typische Schriftfamilie (Expo Serif)

Office-Programme und Internet-Browser erzeugen fehlende Schnitte notfalls selbst
 
Für mehr gestalterische Flexibilität bieten viele Schriftfamilien zusätzliche Strichstärken und Weiten an. Schmale Schriften können zum Beispiel bei beschränktem Platzangebot (etwa in Tabellen) hilfreich sein. Besonders feine oder fette Schnitte eignen sich oft zur Schaugrößenanwendung. 

Einige Schriftfamilien gehen auch über die Zweiteilung in Lese- und Schautext hinaus und bieten mehr als zwei Abstufungen abhängig von der Schriftgröße an. Man spricht hier von optischen Größen. 
Zeichenumfang
Ein Font kann 100 Glyphen enthalten oder zehntausende. Verständlicherweise wirkt sich der Zeichenumfang auf die Einsetzbarkeit des Fonts aus. »Mehr« heißt nicht automatisch »besser«, aber bei der Schriftwahl ist die Prüfung des Vorhandenseins aller nötigen Zeichen unabdingbar. Professionelle Schriften sollten zumindest die in den 1980er-Jahren üblich gewordenen 8-Bit-Standards mit bis zu 256 Zeichen vollständig abdecken. Für den deutschsprachigen Raum ist damit die als »westeuropäische Belegung« oder »Latin 1«  bekannte Standardisierung die Ausgangsbasis.
 
Sollen Sprachen aus anderen Regionen der Welt zum Einsatz kommen, ist auch dies gezielt zu prüfen. Neben den Zeichen dieser Sprachen selbst ist auch auf die passenden Währungs- und Satzzeichen zu achten. 
OpenType-Extras
Für komplexere Anwendungen (wie Corporate Designs) lohnt sich auch meist eine Prüfung der OpenType-Funktionen. Professionelle OpenType-Schriften bieten hier zahlreiche Extras wie verschiedene Ziffernsets, Kapitälchen, Alternativzeichen, Ligaturen, Schwungbuchstaben und ähnliches. 

Durch OpenType steuerbare Ziffernsets erlauben einen flexiblen Einsatz je nach Anwendung (zum Beispiel wahlweise optimiert für Fließtexte oder Tabellen)
Fontformate
Für Desktop-Fonts, also lokal zu installierende Schriftarten, sind heute Fonts mit der Endung .TTF und .OTF üblich. Was genau hinter diesen Endungen steckt, sorgt seit langem für viele Missverständnisse. Das Wesentliche ist jedoch, dass die bloße Existenz dieser Endungen bedeutet, dass man es mit einem plattformübergreifend einsetzbaren Font zu tun hat, der auf aktuellen Betriebssystemen und in den meisten aktuellen Anwendungen funktioniert.  
Für den Einsatz als Webfont ist heute das Format WOFF (Web Open Font Format) üblich. Schriftanbieter und Webfont-Dienste stellen die Schriften entsprechend in diesem Format zur Verfügung. Eine Konvertierung von Desktop-Schriften zu WOFF ist technisch möglich, bei kommerziellen Schriften aber in der Regel nicht gestattet, da Desktop-Fonts ausschließlich für die Desktop-Nutzung lizenziert sind. 
Lizenzoptionen
Kommerzielle und kostenlose Schriften werden vom Anbieter zur Nutzung lizenziert und der Lizenztext (EULA) definiert und beschränkt den Rahmen der Nutzung. Bei der Schriftwahl ist also immer zu prüfen, ob die Lizenz die gewünschten und gegebenenfalls auch zukünftigen Anwendungen abdecken und welche Kosten dafür entstehen. Typische Lizenzarten für Fonts sind heute:
Desktop-Lizenz: zur lokalen Installation und Nutzung, zum Beispiel zur Gestaltung von Logos und Drucksachen. Webfont-Lizenz: zur Einbettung der Schriften in Websites. App-Lizenz: zur Einbettung der Schriften in Apps. E-Book-Lizenz: zur Einbettung der Schriften in E-Books. Server-Lizenz: zur Nutzung der Schrift durch viele Nutzer über ein zentrales System. OEM-Lizenz: zur Verbreitung des Fonts mit anderen Produkten (zum Beispiel beim Verkauf von Computern). Schriftqualität beurteilen
Für kleine Gestaltungsarbeiten wie die Einladung zu einer Feier mag die Schriftqualität keine besondere Priorität haben und eine kostenlose Schrift aus dem Internet mag ihren Dienst problemlos tun. Für größere Projekte und Gestaltungen im Kundenauftrag ist es jedoch wichtig, dass die verwendeten Schriften gewisse Qualitätsansprüche erfüllen. Nachfolgend einige typische Probleme, auf die man achten sollte.
Keine fehlenden Buchstaben
Kostenlose Schriften haben oft keine vollständigen Zeichenbelegung. Dies fällt nicht immer sofort auf. Daher sollte der Zeichenvorrat immer im Voraus geprüft werden. 

Beispiel einer Schrift von Dafont mit mangelhafter Zeichenbelegung
 
Konsistenter Duktus und sinnvolle Ankerpunkte
In der Handschrift entsteht das endgültige Buchstabenbild durch reines Ziehen eines Schreibgerätes. Digitale Fonts in den typischen Formaten »schreiben« eine Schrift jedoch nicht. Der Schriftgestalter muss die Umrisslinie des Buchstabens entwerfen und damit ein gedachtes Schreibgerät simulieren. Dies erfordert Erfahrung und insbesondere Schriften von Anfängern weisen hier oft Mängel auf. Der Grundstrich wirkt dann etwa ungleichmäßig und ist womöglich voller Dellen. Ein typisches Problem sind auch zu viele Ankerpunkte, wie sie bei automatisch vektorisierten Buchstabenformen entstehen. 

 
Beispiel einer kostenlosen Schrift mit mangelhafter Qualität der Strichführung
 

Zurichtung und Unterschneidung
Zur Qualität einer Schrift gehören nicht nur die sichtbaren Buchstabenelemente, sondern auch der umgebende Weißraum. Die Zurichtung aller Buchstaben soll für gleichmäßig wirkende Zwischenräume sorgen. Antiqua-Schriften benötigen außerdem für zahlreiche Buchstabenpaare Ausnahmeregeln in Form von Unterschneidungswerten. Nötig ist dies bei allen Buchstaben, die in Kombination mit anderen Buchstaben zu viel Weißraum erzeugen, etwa A, Y, W, L, T und P. Umgekehrt muss gegebenenfalls auch mit zu eng stehenden bzw. gar kollidierenden Glyphen umgegangen werden. Stößt etwa ein f mit einem langen Bogen mit einer nachfolgendem Klammer oder einem Anführungszeichen zusammen? Als Anwender kann man diese Probleme im Voraus testen. 

 Beispiel einer Schrift (oben) mit mangelhafter Zurichtung und Unterschneidung. Unten ein gutes Beispiel (Myriad Pro). 
Bildschirmoptimierung
Sollen die Fonts regelmäßig auf Bildschirmen eingesetzt werden, ist die Tauglichkeit dafür zu prüfen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Schriftgrößen relativ klein werden. Wenn die Vektor-Umrisse der Buchstaben in ein enges Pixelraster gezwängt werden, führt dies notwendigerweise zu Verlusten. Der Grundstrich des Buchstabens kann unterschiedlich breit dargestellt werden und schmale oder kleine Elemente können schlimmstenfalls ganz wegfallen. Schriftgestalter können ihren Schriften Informationen zur bestmöglichen Darstellung in kleinen Pixelrastern mitgeben. Dies wird Hinting (deutsch: Bildschirmoptimierung) genannt. Da die Auswertung und Umsetzung des Hintings stark von der Software abhängig ist, sollte die Prüfung der Bildschirmtauglichkeit möglichst auf unterschiedlichen Geräten und mit unterschiedlichen Anwendungsprogrammen erfolgen. 
Schriften finden
Nachdem der Besprechung der Kriterien der Schriftwahl geht es nun abschließend um die konkrete Suche nach Schriften. Für das Durchsuchen der lokalen Schriften sollte wie bereits besprochen ein Fontmanager mit einem eigenen Ordnungssystem eingesetzt werden. So lassen sich alle installierten und auch nicht installierten Schriften leicht nach den vorab festgelegten Kriterien durchsuchen. 
Kostenlose Online-Angebote
Im Internet lassen sich blitzschnell zehntausende kostenlose Schriften finden. Doch die Qualität und Legalität der Angebote ist oft äußerst fraglich. Es ist deshalb empfehlenswert, sich auf kuratierte Sammlungen zu beschränken – zum Beispiel Google Fonts  oder Fontsquirrel. Durch Filter und Schlagwort-Suchen lässt sich die Auswahl der Schriften auch gut und bequem eingrenzen. 

Kommerzielle Online-Angebote
Für kommerzielle Quellen kann man zum Beispiel mit seinen Lieblingsanbietern starten. Mit wachsender Erfahrung kennt man auch die Spezialisierungen der einzelnen Anbieter. So findet man bei einer Foundry zum Beispiel unzählige Retro-Fonts, während eine andere für Textschriften mit einer Abdeckung vieler Schriftsysteme bekannt ist. Alternativ zur Suche bei einzelnen Anbietern kann man natürlich auch jene Webshops aufsuchen, die die Schriften von dutzenden oder gar hunderten Foundrys in einem Shop anbieten. Zu den bekanntesten zählen aktuell zum Beispiel MyFonts und Fontspring. Als Alternative zum klassischen Webshop gibt es auch Modelle wie Fontstand, wo die Lizenzierung über eine App erfolgt. 

 
Soweit die Grundlagen der Schriftwahl. In einem folgenden Artikel wird es – auf diesem Artikel aufbauend –  um die Mischung von Schriften gehen. 
Im Jahr 2004 suchte ich nach einem Umzug interessante Typografie-Poster zum Aufhängen in meiner neuen Wohnung – und fand zunächst lange nichts interessantes. Antiquarisch stieß ich schließlich zufällig auf Schriftmuster-Poster der Schriftgießerei D. Stempel AG, die vermutlich um 1940 erschienen waren. Sie zeigen die Schriftstile Antiqua, Fraktur und Gotisch, gesetzt in drei Schriften der D. Stempel AG:  Trajanus, Neue Luthersche Fraktur und Gotenburg.

Die Poster zieren seitdem mein Wohnzimmer und erst über die Jahre bemerkte ich, welchen Seltenheitswert sie eigentlich haben. Schriftmuster-Hefte und Bücher lassen sich leicht in Regalen verstauen, doch Schriftmuster-Poster aus der Bleisatzzeit haben deutlich seltener überdauert – zumal sie auch erst im Rückblick ihren Wert gewinnen und zu ihrer Zeit als bloße Werbemittel angesehen wurden. 

Die drei Stempel-Poster sind jetzt wieder als ein Stück typografischer Zeitgeschichte in einer kleinen Neuauflage über Typografie.info verfügbar. Für eine bestmögliche Qualität wurden die drei Poster sorgfältig digital nachgearbeitet. Das heißt, die Texte sind komplett digital nachgesetzt und auch die Bildteile wurden sorgsam digitalisiert. 


Das Posterset ist jetzt in einer kleinen Auflage exklusiv im Typografie.info-Shop erhältlich. Der Preis für alle 3 Poster im Format A2 beträgt nur 24,99 Euro (inkl. MwSt. und zzgl. Versand).
☞ zum Angebot
Aktive Typografie.info-Förderer erhalten automatisch einen Preisnachlass bei der Bestellung. 

Apple ist bekannt für ein eher geschlossenes Ökosystem und Fonts bilden dabei keine Ausnahme. Bislang gab es keinen offiziellen Weg, auf mobilen Geräten von Apple, Schriften auf Betriebssystem-Ebene zu installieren. Mit dem kürzlich veröffentlichten iOS 13 und dem neuen iPad OS hat sich dies jedoch geändert. Insbesondere die Produktkategorie der Tablett-Computer mausert sich ja immer mehr zum Ersatz für klassische Desktop-Computer. Gestaltungsarbeiten ohne Zugriff auf beliebige Fonts schränkten die Möglichkeiten aber bisher stark ein. 

Wie zu erwarten öffnet Apple sein System auch beim Thema Fontinstallation nur soweit nötig. Man kann auch jetzt keineswegs einfach mit einem mobilen Browser beliebige Fonts aus dem Internet laden und auf dem iPhone oder iPad installieren. Stattdessen verlangt Apple die Installation über Apps und damit den Weg über den App Store. Schriftanbieter müssen also entsprechende Apps entwickeln oder die Funktionalität in bestehende Apps integrieren. Bereits im Juni 2019 kündigte Apple an, dass Anbieten wie Adobe und Monotype bereits an entsprechenden Lösungen arbeiten. 

Einer der ersten Schriftanbieter, der eine entsprechende App herausgebracht hat, ist Font Diner. Momentan gibt es darin ein Paket aus kostenlosen Schriften des Anbieters zur privaten Nutzung. Kommerzielle Schriften sollen jedoch folgen. Diese werden in dieser und vergleichbarer Apps dann sicherlich zumeist über In-App-Käufe abgewickelt. Wie man auf dem Bildschirmfoto sehen kann, verlangt die Installation beliebiger neuer Systemfonts stets eine Zustimmung durch den Nutzer. Auch überprüft Apple die Fonts, um Sicherheit und Funktionalität zu gewährleisten. 

Nach der Installation durch die App stehen die Fonts systemweit zur Verfügung. Eine komplette Übersicht aller installierten Fonts ist in den Systemsteuerung des Betriebssystems verfügbar. Hier gibt es eine alphabetische Liste aller durch Apps installierten Schriften mit Schriftmusterdarstellung und Informationen zur Dateigröße und zum Copyright. Auch kann eine Deinstallation von hier aus erzwungen werden, ohne erst die App zu starten, die den Font ursprünglich installiert hat. Die Deinstallation einer Fontinstallations-App löscht übrigens auch alle mit ihr installierten Schriften wieder automatisch vom System. 

Erwähnenswert ist auch, dass die Fonts nur in Fontmenüs von Apps auftauchen, die die Verwendung von eigenen, systemweit nutzbaren Fonts ausdrücklich aktiviert haben. In Zukunft dürfte dies sicherlich bei den meisten Apps der Fall sein, aber bei vielen Apps muss man gegenwärtig wohl auf die nächste größere Aktualisierung warten, bevor die installierten Fonts tatsächlich im Fontmenü auftauchen. Aktuell ist die Zahl der Apps mit Unterstützung der neuen Funktion noch verschwindend gering. Wer die neuen Möglichkeiten einmal ausprobieren möchte, kann es mit Pages versuchen.  

Das Druckkunstmuseum Pavillon-Presse beherbergt derzeit circa 1000 Hochdruckschriften. Darunter befinden sich auch einige vergessene Bleisatzschriften, die niemals im Foto- oder Digitalsatz umgesetzt wurden. Einer der Schätze des Archivs ist eine gotische Schrift der Leipziger Gießerei Julius Klinkhardt aus dem Jahr 1916. 


Diese Schrift wurde nun für das Museum digitalisiert. Dies erfolgte jedoch nicht wie heute meist üblich, von Schriftmusterdrucken der Schriftgießerei. Bleisatzdrucke sind nie eine perfekte Wiedergabe des Buchstabenbildes auf Buchdrucklettern. Der physische Druck erzeugt immer eine gewisse Quetschung, die das Buchstabenbild etwas verfälscht. Dieser Effekt ist in der Regel umso größer, je kleiner der Schriftgrad ist. Heutige Schriftgestalter stehen hier immer vor der Wahl, ob sie das tatsächliche Druckbild digitalisieren oder die Originalformen der Glyphen hinter den Drucken gewissermaßen erraten wollen. Außerdem geben Drucke keinen direkten Aufschluss über die Größe der jeweiligen Schriftkegel. So muss insbesondere die Vor- und Nachbreite der Lettern ebenfalls in der Regel erraten werden. Bei der hier vorliegenden Digitalisierung waren jedoch die Bleisatzlettern vorhanden. So konnten die Schriftformen im Original studiert werden. Zur Digitalisierung diente zudem ein speziell im Museum für diesen Zweck gefertigter Druck alle Lettern. Indem alle Lettern mit druckenden Messinglinien umschlossen wurden, konnte die Größe der Kegel genau für die Digitalisierung übernommen werden.  

So entstand die nach dem Museum benannte »Pavillon Gotisch A«. Die Schrift enthält die originalgetreuen Buchstabenbilder der Bleisatzschrift, einschließlich der interessanten Schwungbuchstaben und Ligaturen. Über die OpenType-Funktion »bedingte Ligaturen« lässt sich auf einfache Weise klassischer deutscher Fraktursatz erzeugen. Außerdem wurde der Zeichensatz auf die westeuropäische Standardbelegung ausgebaut. 



Da die Buchstabenformen vieler gebrochenen deutschen Schriften nicht mehr ohne weiteres für jeden lesbar sind, gibt es eine abgewandelte Version B, bei der die Buchstabenbilder etwas mehr in Richtung Antiqua umgesetzt sind. 


Die Pavillon Gotisch steht nicht zur direkten Lizenzierung zur Verfügung. Stattdessen erhalten Mitglieder des Vereines Pavillon-Presse Weimar e.V. sowie Förderer von Typografie.info die Schrift gratis mit ihrer gültigen Mitgliedschaft. 
Schriftmuster-PDF ansehen Pavillon Gotisch im Download Archiv von Typografie.info Infos zur Mitgliedschaft im Pavillon-Presse Weimar e.V. Pavillon Gotisch bei FDI Type
»Lesbar – Typografie in der Wissensvermittlung« ist ein aktuelles Kompendium mit zahlreichen Beiträgen aus Praxis und Theorie zur didaktischen Gestaltung. 24 Autoren mit disziplinübergreifenden Ansätzen aus der Lesbarkeitsforschung teilen in diesem Kompendium ihr Wissen: Lesen als Vorgang wird aus Sicht von Typografen beschrieben; barrierefreie Typografie für Leseanfänger sowie der aktuelle Forschungsstand zur »Leichten Sprache« werden ebenso behandelt wie die Gestaltung komplexer wissenschaftlicher Editionen; wegweisende Projekte, in denen Typografie intensiv und hochkarätig eingesetzt ist oder vermittelt wird, werden vorgestellt; Tipps für die Gestaltung bzw. Auswahl von leserlichen Schriften werden gegeben; und selbst typografische Grundlagen kommen nicht zu kurz. »Lesbar – Typografie in der Wissensvermittlung« erläutert, was genau zu einer guten Lesbarkeit führt. Es lotet aus, wo und wie Typografie wirken kann und wie sie beschaffen sein muss, damit sie wirkt.
Seit mehreren Jahren wird ehrenamtlich an diesem Projekt gearbeitet. Es fanden zahllose Treffen und Tagungen mit den verschiedensten Fachleuten zu diesem Thema statt. Nun sind die Beteiligten so weit, dass die aktuellen Ergebnisse aus Theorie und Praxis in diesem Kompendium veröffentlicht werden können.
Für die Herstellungskosten sollen 6000,– Euro über die Plattform Startnext eingesammelt werden. Wer das Projekt mit mindestens 46,– Euro unterstützt, erhält das Buch voraussichtlich noch in diesem Jahr. 
https://www.startnext.com/lesbar
Wie groß ist eine Schrift? Warum ist der »einfache Zeilenabstand« größer als die Schriftgröße? Werden die Unterlängen die Versalakzente der nächsten Zeile berühren oder nicht? Welche Schriftgröße muss ich eingeben, um die Leserlichkeit einer Schrift bei einem gegebenen Betrachtungsabstand gewährleisten zu können?
Dies sind Fragen, mit denen Schriftanwender sich zunehmend befassen. Unsere Gesellschaft altert und dementsprechend wächst die Anzahl der Menschen mit einer verringerten Sehschärfe. Der Bedarf an leserlich gestalteten Texten hat zugenommen und wird in den nächsten Jahrzehnten weiter wachsen. Die 2013 aktualisierte DIN 1450 Schriften – Leserlichkeit hilft u.A. Kommunikationsdesignern, Mediengestaltern, Werbetechnikern, Textverarbeitenden und deren Auftraggebern dabei, stets eine gut leserliche Schrift in einer optimalen Schriftgröße festlegen zu können. Die DIN 16507-2 Schriften – Schrift­größen dient der Ermittlung, Bestimmung, Festlegung und Angabe von Schriftgrößen und Zeilenabständen.
Hierzu beschreibt sie die wichtigsten Maße einer Schrift in Bezug auf die Schriftgröße. Darüber hinaus macht sie Vorgaben für deren Bezug zur Schriftgröße. Die bisherige Ausgabe der DIN 16507-2 wurde 1999 veröffentlicht und eine Aktualisierung war dringend erforderlich. Des Weiteren war eine Angleichung an die bereits aktualisierten Ausgaben der DIN 1450/1451 notwendig. Der Ausschuss »Schriften« im DIN – Deutsches Institut für Normung, hat die Norm entsprechend überarbeitet.
Die aktualisierte DIN 16507-2 definiert jetzt auch die für die Leserlichkeit relevan­ten Größenangaben und gibt mithilfe einer Tabelle Aufschluss darüber, wie sämt­liche Größenangaben ineinander umgerechnet werden können. Faustregeln erleich­­tern die Berechnung einer Schriftgröße in Punkt bei einer zu gewährleistenden Mittellänge oder Ziffernhöhe in mm. Darüber hinaus werden zusätzliche Anforderungen an Typometer gestellt. Sie sollen nun auch die Vermessung der Mittellängen und Ziffernhöhen in Printmedien und an Bildschirmen erleichtern und deren Bezug zur Schriftgröße vermitteln. Die Überprüfung ob erforderliche Mindestmaße eingehalten wurden, sollte hierdurch vereinfacht werden.

Der Entwurf der aktualisierten DIN 16507-2 Schriften – Schrift­größen– Teil 2: Textverarbeitung, Mediengestaltung und verwandte Techniken kann ab sofort über das Norm-Entwurfs-Portal kommentiert werden, die Einspruchsfrist endet am 23. Oktober 2019. 
Unser Holz-Versal-Eszett erscheint in einer zweiten Serie. Statt wie beim letzten Mal aus verleimten Holzstücken, ist die neue Auflage aus 18 Millimeter starkem Birken-Multiplex-Holz gefertigt. Das Material ist zwar etwas teurer als bei der ersten Auflage, bietet jedoch nun ein noch hochwertigeres Bild mit durchgängiger Holzfläche über die gesamte Schauseite.  Die Buchstaben sind knapp 16 Zentimeter hoch. Das Design entstand keiner bestimmten Schrift, sondern wurde eigens für diese Anwendung entworfen. 

Käufer haben dieses Mal die Qual der Wahl. Die verfügbaren Holzbuchstaben sind Einzelstücke mit manueller Veredelungen in verschiedenen Techniken und Tönungen. Die Holzbuchstaben sind exklusiv in unserem Typografie-Shop verfügbar. 

Zum Typografie.info-Shop
 
Tektura, Ombra, Corpus und Femina: Diese Schriften sind weltweit bekannt, doch ihr Gestalter, der Vorarlberger Grafikdesigner Othmar Motter, ist nur wenigen ein Begriff. Die vorliegende Monografie bringt Licht in Leben und Werk des 2010 verstorbenen Grafikdesigners. Der Autor – Elias Riedmann – stammt selbst aus Vorarlberg und absolvierte 2016 sein Grafikdesignstudium an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 



Die circa 350, durchgehend farbigen Seiten beginnen mit einem biografischen Überblick auf circa 20 Seiten. Den Rest des Buches nimmt dann eine umfangreiche Werkschau ein, die sich in die Bereiche »Schrift« und »Logo« gliedert. Das Buch schöpft dabei aus den circa 20 Schriften und um die 700 Signets, die Motter über die Jahre geschaffen hat. Die Werke werden nicht nur in ihrer endgültigen Version gezeigt, sondern oft auch in interessantem Skizzenmaterial aus dem Archiv Motters, das von seiner Familie weiter gepflegt wird.



Käufer des Buches können sich über einen beigelegten Code auch 5 digitalisierte Fonts von Othmar Motter herunterladen. Der Zeichenumfang beschränkt sich jedoch leider auf die 26 Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, Punkt und Bindestrich. 

Daten zum Buch:
Titel: Othmar Motter, Meister der Extrabold Untertitel: Ein Streifzug durch das Archiv der Vorarlberger Grafik Autor: Elias Riedmann veröffentlicht: 2019 Verlag: Triest Verlag Sprache: deutsch Seiten: 352 ISBN: 9783038630333 bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Der Verein für die Schwarze Kunst organisiert seit 2018 eine Walz. Das Ziel ist es, das handwerkliche Können und die traditionellen Berufe des Schriftsetzers und  Buchdruckers zu bewahren, zu fördern und die Wissensvermittlung an nachfolgende Generationen zu unterstützen. Für 2020 vergibt der Verein zehn »Wanderungen« für je zwei Monate in wechselnden Werkstätten. Davon sind fünf als »Walz-Stipendien« für Stipendiaten unter 30 Jahren reserviert, die der Verein mit jeweils 1000 Euro unterstützt.
Die Werkstätten, die sich an der Aktion beteiligen sind für 2020 auf 17 angestiegen: Lettertypen, Typorama, Steintor-Presse, Hans Dubronner, Manufaktur Willi Beck, Grafikwerkstatt Dresden, Edition Schwarzdruck, Museum der Arbeit Hamburg, Museum für Druckkunst Leipzig, Slowtype, Druckerei Hügelschäffer, Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz, Druckwerkstatt Karl Kretschmer, Rehlensche Handpresse, The Fork and Broom Press, Spielkartenfabrik Stralsund, Pavillon-Presse Weimar.

Die Bewerbungsfrist für 2020 endet am 10. Oktober 2019. Die Bewerbung ist formlos, soll aber mindestens folgende Punkte enthalten: 
Name, Alter, Beruf/Ausbildung Wie haben Sie von der Ausschreibung erfahren? Motivation und Vorkenntnisse. Eigenes Vorhaben. Bevorzugter Zeitraum und zeitliche Einschränkungen. Empfehlungsschreiben einer Werkstatt/Fachperson. Die Walz muss nicht durchgängig zwei Monate absolviert werden, aber in max. 6 Monaten abgeschlossen sein. Insgesamt sind 40 Arbeitstage zu mindestens fünf Stunden nachzuweisen. Mindestens sind drei Werkstätten zu besuchen. 
Weitere Details sind über den Verein für Schwarze Kunst bzw. die Manufaktur Willi Beck für Bleisatz und Buchdruck zu erfragen. Letztere nimmt auch die Bewerbungen entgegen. 
Willi Beck
Oskar-von-Miller-Str. 5a
85221 Dachau willi @ beckundbeckdesign.de Telefon: 0 81 31.60 20
Mit »Making Fonts!« erschien im Verlag Hermann Schmidt Mainz ein Einsteigerbuch zum Thema Schriftgestaltung. Geschrieben und gestaltet wurde es von den schriftaffinen Designerinnen Chris Campe (All Things Letters) aus Hamburg und Ulrike Rausch (LiebeFonts) aus Berlin. 


Auf etwas über 200 farbigen Seiten wird der Leser in das Feld der professionellen Schriftgestaltung eingeführt. Da dies ein weites Feld ist, beschränkt sich das Buch zu Recht auf das Entwerfen von dekorativen Schaugrößenschriften. In diesem Rahmen werden jedoch alle notwenigen Details beleuchtet und Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Nach einigen Grundlagen (»Type-Design Basics«) im ersten Kapitel, geht es im Rest des Buches praxisnah um die Gestaltung einer vertriebsfähigen dekorativen Schrift. Von den Ideen bis zum fertigen Produkt werden dabei alle typischen Schritte durchlaufen und erklärt. Vom Entwurf (Kapitel »Schrift gestalten«), über den digitalen Ausbau im Schrifteditor (Kapitel »Fonts anlegen« und »Fonts produzieren«) – bis hin zur Programmierung typischer OpenType-Funktionen. Der Fonteditor Glyphs wird im gesamten Buch beispielhaft verwendet und alle gezeigten Funktionen beziehen sich ausschließlich auf diesen. 



Auf die Grundlagen folgt ein Workshop-Kapitel, in dem einige Schriftstile (Handschrift, Schreibschrift, Schnurzugschrift, konstruierte Schrift) und -arten (Multiple-Master, Ebenen-Schriften) noch einmal separat besprochen werden. Im letzten Kapitel gibt es abschließend Tipps zum Thema Schriftlizenzen, Vertrieb und zum Marketing. 



Fazit: Schriftgestaltung ist ein großes, eigenes Berufsfeld und das zugehörige Wissen könnte viele Bände füllen. Making Type schafft mit der Beschränkung auf dekorative Schriften einen hervorragenden Einstieg in die Materie, der Lust auf mehr macht. Dazu trägt auch der lockeren Schreibstil der Autorinnen bei, der passend zum Buch eher wie eine Workshop-Begleitung, denn ein autoritäres Lehrbuch gehalten ist. Das Buch ist durchweg erfreulich praxisnah geschrieben und beantwortet unzählige Fragen, die Einsteiger typischerweise haben. 
Mein einziger Kritikpunkt: Der Klappentext verschweigt, dass fast alle Kapitel des Buches auf dem nur für Mac OS verfügbaren Fonteditor Glyphs aufbauen. Zwar sind die gezeigten Schritte in der Schriftgestaltung prinzipiell auch auf andere Fonteditoren übertragbar, aber die anvisierte Zielgruppe der Einsteiger ist damit vermutlich überfordert. Bedenkenlos empfehlen kann ich das Buch also nur für Mac-Nutzer mit Zugriff auf zumindest die Demo-Version von Glyphs. Der passendere Untertitel des Buches wäre wohl »Der Einstieg ins professionelle Type-Design mit Glyphs« gewesen. Übrigens ist das Buch somit auch ein perfektes Einsteigerbuch für alle, die Glyphs bereits besitzen und das Programm besser kennen lernen möchten. Selbst wer tiefer in die Materie einsteigen möchte und etwa auch Grotesk- und Antiqua-Familien entwickeln möchte, findet in Making Type einen guten, didaktisch aufbereiteten Überblick über die typischen Arbeitsschritte in Glyphs. 
Daten zum Buch:
Titel: Making Fonts! Der Einstieg ins professionelle Type-Design Autoren: Chris Campe, Ulrike Rausch veröffentlicht: 2019 Verlag: Verlag Hermann Schmidt Mainz Sprache: deutsch Seiten: 216 ISBN: 9783874399098 Format 18×26 cm Mattfolienkaschierter Festeinband bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Am 16. März 2019 ist Axel Bertram, bekannter Gebrauchsgrafiker der DDR, kurz vor seinem 83. Geburtstag nach langer schwerer Krankheit in Berlin gestorben. Seinen Namen kannten nur Spezialisten, seine Werke kennt jeder, der in der DDR gelebt hat. Geboren in Dresden und aufgewachsen in Freital, arbeitete Bertram nach dem Studium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee seit 1960 als freiberuflicher Grafiker. Von 1977 bis 1992 unterrichtete er zugleich als Professor für Schrift und gebrauchsgrafisches Gestalten an der Berliner Kunsthochschule.

Bertram war auf sämtlichen Feldern des grafischen Designs tätig. Er gestaltete zahlreiche Bücher und Plakate und entwarf das Layout der Zeitschriften »Sibylle« und »Wochenpost«. Er gestaltete er Umlauf- und Gedenkmünzen, so das 20-Pfennig-Stück und die 5-Mark-Umlaufmünze der DDR. Auch zahlreiche Briefmarken gehen auf ihn zurück.

Als Schriftgestalter entwickelte er die spezielle Fernsehschrift Videtur sowie den OpenType-Font Rabenau Pro. Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift. Er sah sich vielmehr als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers und suchte stets aufs Neue nach der perfekten Lösung einer konkreten Aufgabe. Mit einem an der Tradition geschulten Formbewußtsein und dem Selbstverständnis eines Künstlers, der nicht für das Museum, sondern für den Alltag arbeitet, nahm er mehr als fünf Jahrzehnte lang jede Gelegenheit wahr, Neues auszuprobieren. Einen Gesamtüberblick über sein Werk bietet der Band: Axel Bertram. Grafisches Gestalten in fünf Jahrzehnten. Lehmstedt Verlag, Leipzig. 
Zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus beschäftigt sich die Pavillon-Presse  im Mai im Rahmen des 8. Walbaum-Wochenendes mit Wesen und Wirken des Bauhauses, speziell in Bezug auf die Typografie. Die Designschule ist weltweit bekannt wird für einen vermeintlich bestimmten Stil (oft unkritisch) gefeiert. Doch was ist wirklich dran? Wo kommen die typografischen Ideen und Ideale tatsächlich her? Wie neu waren sie eigentlich und wie und durch wen konnten sie umgesetzt werden?

Samstag, 25. Mai 2019 – Vorträge:
Dr. des. Dan Reynolds: Schriftgestaltung zu großherzoglichen Zeiten Jay Rutherford: Ursprünge des Bauhauses Ralf Herrmann: Bauhaus-Typen Dr. Julia Meer: Neuer Blick auf die Neue Typographie
Sonntag, 26. Mai 2019 – Letterpress-Workshop:
Die Veranstaltungsteilnehmer entwerfen, setzen und drucken unter fachkundiger Anleitung in Gruppenarbeit Bauhaus-Poster mit Original-Blei- und Holzschriften aus dem 20. Jahrhundert. 
Kosten und Anmeldung:
Die Teilnahmegebühr beträgt 99,- Euro (bzw. 80,– für Vereinsmitglieder und  45,- für Studenten).
Die Anmeldung ist bis 31. März 2019 möglich und wird mit Erreichen der Mindestteilnehmerzahl von 20 Personen verbindlich. Eine rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen, da die Teilnehmerzahl auf 30 Personen beschränkt ist. 
zur Anmeldung
Das Buch »Typografie für alle: Überzeugen Sie mit guter Schrift« ist ein Typografie-Buch von Claudia Korthaus, das sich ausdrücklich an »Nicht-Designer« richtet. Der Klappentext nennt als Beispiele Autoren, Wissenschaftler, Anwälte, Sekretäre und Studenten, die überzeugende Dokumente, Präsentationen, Geschäftsberichte, Werbemittel und Websites gestalten möchten. Entsprechend versucht das Buch Grundlagen des Grafikdesigns, insbesondere im Hinblick auf die Schriftanwendung, zu vermitteln. 



Die 257 Seiten des durchgängig vollfarbigen Buches gliedern sich dabei in vier Kapitel. Das erste Kapitel erklärt kurz grundlegendes zur Bedeutung der Typografie in gestalterischer Arbeit. Kapitel 2 (»Die Schrift als Schlüssel«) gibt einen Überblick, wo man kommerzielle und kostenlose Schriften herbekommt und was es in Hinblick auf die Qualität dabei zu beachten gibt. In Kapitel 3 folgen »Schriftwahl und Schriftmischung«. Ausgehend von einer Schriftkategorisierung mit sechs »Schubladen« werden typische gestalterische Schrifteigenschaften und mögliche Anwendungen besprochen. Thematisiert werden hier auch Details zur Lesbarkeit von Schrift und Prinzipien der Schriftmischung. 


Mit über 100 Seiten nimmt Kapitel 4 (»Die Praxis«) den größten Teil des Buches ein. Neben Erklärungen zur Detailtypografie erfolgt die Vermittlung des Wissens hier beispielhaft an konkreten Projekten: 
Einladung zur Taufe, Die Visitenkarte eines Geigers, Das Geschäftspapier eines Rollerverleihs, Die Broschüre eines Reisebüros, Eine Bachelorarbeit, Die Website eines Gewürzanbieters, Ein Geschäftsbericht.
Beispielhafte Gestaltungen als Positiv- und Negativbeispiele vermitteln hier anschaulich, worauf Laien bei der Gestaltung achten sollten. 


Bewertung: Die Vermittlung der Grundlagen von Gestaltung und Typografie an »Nicht-Designer« in einem einzelnen Buch ist eine herausfordernde, nur schwer lösbare Aufgabe. Es gibt einen Grund, warum Grafikdesigner ein Beruf ist, der in mehrjährigen Berufsausbildungen bzw. Studiengängen vermittelt wird. Es gibt umfassendes Wissen zu vermitteln und erst im Gesamtzusammenhang kann alles in guter Gestaltung münden. So versucht das Buch vielleicht ein bisschen zu viel und spannt den Bogen zu weit. Der Ansatz, gute und schlechte Gestaltungsbeispiele vollfarbig gegenüberzustellen, ist für Laien sicherlich ein gut gewählter, anschaulicher Weg. Hier kann man einiges Lernen und auch die Grundlagen zu Schriftklassifikation und Detailtypografie schaden freilich nicht. Letztlich zeigen die Gestaltungsbeispiele aber dann doch klassische Grafikdesigner-Arbeiten. Dafür muss man professionelle Satzprogramme wie InDesign besitzen und natürlich beherrschen, um etwa die gezeigten Gestaltungsraster überhaupt auch nur anlegen bzw. sinnvoll nutzen zu können. Ganz zu schweigen vom Webdesign, was wieder einen eigenen Fachbereich bildet. So müssen Käufer des Buches, die tatsächlich Laien sind, dann wohl doch noch eine ganze Menge anderer Bücher mit in den Warenkorb legen, um das gelernte Wissen überhaupt in die Praxis umsetzen zu können. 
Und grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass alle Fachbücher dieser Art nicht nur ein Textkorrektorat durchlaufen, sondern auch von Fachleuten noch einmal vor Drucklegung gegengelesen werden. So mancher fachliche Fehler, der von Verlag und Textkorrektorat nicht bemerkt wird, spränge Fachleuten leicht ins Auge. 
Daten zum Buch:
Art: Broschiert Umfang: 257 Seiten Erschienen: 25. Januar 2019 Verlag: Rheinwerk Design Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3836256926 Größe und/oder Gewicht: 19,2 × 1,7 × 24,1 cm Bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Die DIN 2137 regelt die Ausführung und Belegung von »Tastaturen für die Daten- und Texteingabe« und erschien zuletzt 2012 mit drei aufeinander aufbauenden Belegungen:
T1: einfache deutsche Standardbelegung, die fast alle Tastaturen verwenden. T2: erweiterte Belegung (umgangssprachlich auch »Europatastatur« genannt) mit weiteren diakritischen Zeichen, Interpunktionszeichen, langem s, großem Eszett etc.   T3: Diese enthält zusätzlich alle in der internationalen Norm ISO/IEC 9995-3:2010 aufgelisteten Zeichen, die für diverse Minderheitensprachen und Transliterationen erforderlich sind.
Tastatur mit der üblichen deutschen Belegung (T1)
 
Im Dezember 2018 erscheint nun eine neue Version dieser Norm. Sie folgt der Neuausrichtung der internationalen Tastaturnormung, indem die grundlegende Gestaltung von Tastaturen in der Normenreihe ISO/IEC 9995 festgelegt wird und die nationalen Besonderheiten in nationalen Normen festgelegt werden. Außerdem stand die Einbindung des großen Eszett auf dem Prüfstand, nachdem der Buchstabe 2017 in die amtliche deutsche Rechtschreibung aufgenommen worden war. Hier hatte es im Vorfeld auch schon reichlich Spekulationen gegeben. So wurde vielfach gemutmaßt, dass ein anderes Zeichen auf der Standardtastatur für das große Eszett Platz machen müsse. 
Der 2018 erschienene Norm-Entwurf sah zunächst eine Abschaffung der oben aufgeführten »T-Belegungen« vor. Stattdessen sollte eine abgewandelte Form der erweiterten T2-Belegung zum neuen und alleinigen Standard erhoben werden. Gerade aus typografischer Sicht ein eigentlich verständlicher Schritt. Denn die aufgedruckte Standardbelegung von Computertastaturen ist noch immer im Schreibmaschinen-Zeitalter hängengeblieben und bietet zum Beispiel weder Apostroph noch typografisch korrekte Anführungszeichen direkt und sichtbar an.  
Dennoch stieß der Vorstoß einer erweiterten Tastatur als neuer und alleiniger Standard auf Kritik. So verweist beispielhaft die Bitkom-Stellungnahme darauf, dass erweiterte Belegungen eine absolute Ausnahme sind und in der Praxis nahezu ausschließlich T1-Belegungen vorkommen.
Der DIN-Ausschuss reagierte auf diese Kritik und die im Dezember 2018 erscheinende, endgültige Normenfassung behält die bisherige T1-Norm nun doch als komplett unverändert bei. Das große Eszett ist somit auch zukünftig nicht für entsprechende Tastaturen vorgeschrieben. 
Die T3-Belegung wird dagegen gestrichen und die abgewandelte T2-Belegung heißt fortan E1. Neben vielen diakritischen Zeichen sind hier auch im Ausland übliche Interpunktionszeichen verfügbar, etwa der amerikanische Gedankenstrich (Geviertstrich), französische Anführungszeichen (Guillemets) und spanische kopfstehende Frage- und Ausrufezeichen. Auch das lange s (ſ) und das große Eszett (ẞ) sind in der E1-Belegung verfügbar. Die Norm regelt dabei übrigens auch, welche Zeichen der Belegung zwingend auf der Tastatur abgebildet werden müssen und für welche Zeichen die Darstellung optional ist. Denn eine Darstellung aller ansprechbaren Zeichen macht die erweiterten Tastaturen doch recht unübersichtlich.

Erweiterte Cherry-Tastatur nach dem bisherigen T2-Standard
 
Die Änderungen halten sich bei der neuen Normversion also letztendlich doch in Grenzen. Die bisherige einfache Standardbelegung wird wohl weiterhin dominieren und die Tastaturhersteller müssen hier nichts ändern. Inwieweit sich die erweiterte Tastaturbelegung E1 durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Der deutsche Tastatur-Hersteller Cherry hat auf Nachfrage von Typografie.info erklärt, zur Umsetzung der E1-Belegung noch keine Entscheidung getroffen zu haben. 
DIN 2137-1:2018-12 beim Beuth Verlag
Dutch Type von Jan Middendorp erschien ursprünglich 2004. Nach drei Jahren war die erste Auflage von 3500 Exemplaren ausverkauft und das Buch war nur noch antiquarisch und zu hohen Sammler-Preisen erhältlich. 2018 wurde eine Neuauflage über Kickstarter finanziert und vom Autor im Selbstverlag (»Druk Editions«) neu herausgegeben.   

Das reich bebilderte Buch gibt einen Überblick über das Schriftschaffen in den Niederlanden – vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Die Informationen zu zeitgenössischen niederländischen Schriften wurden durch unzählige Interviews des Autors mit den entsprechenden Designern zusammengetragen. Das Bildmaterial stammt zu großen Teilen aus privaten Sammlungen. 

Kapitelübersicht:
Early type design and printing in the Low Countries Reinventing tradition Manifestations of the new Metal type: the final years Painters and penmen Functionalism & geometry A typographic counterculture Printing types for a changing technology Letters from The Hague Letters from Arnhem Digital lettering and type Special projects

Daten zum Buch:
Ausführung: gebunden  Seiten: 320 Seiten Verlag: Druk Editions erschienen: Oktober 2018 Sprache: Englisch ISBN-13: 9783982003702 Größe: 22,7 x 3,1 x 28,4 cm bei Amazon aufrufen (Partnerlink) Übersicht der Verkaufsstellen
Chris Campe ist mit ihrem Designbüro All Things Letters auf Lettering und Typografie spezialisiert. Für Verlage, Agenturen und Unternehmen gestaltet sie Bücher, Cover, Logos, Illustrationen, Verpackungen, Websites, Wände, Räume und Schaufenster. In ihrem zuvor erschienenen Handbuch Handlettering hat sie bereits einen Einstieg und Überblick zum Thema Lettering abgeliefert. Mit dem Praxisbuch Brush Lettering widmet sie sich nun ausführlich einer einzelnen Technik aus diesem Bereich. Auf 224 Seiten geht es speziell um die Lettering-Arbeit mit Brushpen Markern, Pinseln und Pinselstiften. 



Zunächst werden Grundlagen zu Materialien und Typografie vermittelt. Im Teil »Anfangen« geht es nach Aufwärmübungen um die Entwicklung einer Brush-Lettering-Grundschrift. Im Teil »Vertiefen« werden die schriftgestalterischen Spielräume als Variation der Grundschrift ausgelotet. Im vierten und letzten Teil (»Anwenden«) geht es um die Lettering-Komposition und eine kleine Auswahl von Lettering-Künstlern werden mit ihren Arbeiten vorgestellt. 



Inhaltsverzeichnis:
Werkzeug & Material Arbeitsweise Grundlagen Aufwärmübungen Grundstriche Buchstaben, Ziffern & Zeichen Buchstaben verbinden Tipps & Tricks Schrift variieren Alphabete Effekte, Farben, Schnörkel, Bildelemente Layout & Komposition

Wie in ihrem Handbuch Handlettering geht es der Autorin auch in diesem Buch eher um die Vermittlung der technischen und gestalterischen Grundlagen. Das Buch ist keine bloße Zusammenstellung von Alphabetvorlagen zum Nachschreiben. Über einen Download-Code können Übungsblätter als PDF von der Verlagswebsite heruntergeladen werden. Die Blätter enthalten entsprechend des Buchaufbaus die Grundübungen sowie ein Brushlettering-Alphabet mit Klein- und Großbuchstaben. Die Blätter sind komplett mit Hilfslinien ausgestattet und können nach dem Ausdruck direkt beschrieben werden. 
Daten zum Buch:
Bindung: Broschur Farbigkeit: größtenteils zweifarbig Seiten: 224 Verlag: mitp; Auflage: 2018 (31. Mai 2018) Sprache: Deutsch ISBN-13: 978-3958457300 Größe: 17,1 × 1,7 × 21,6 cm bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
Der vor sieben Jahren von Adobe übernommene Dienst Typekit hat nun einen neuen Namen: Adobe Fonts. Doch nicht nur der Name hat sich geändert. Ursprünglich ging Typekit als reiner Webfontdienst an den Start. Es gab ein beschränktes kostenloses Angebot und kommerzielle Pakete bzw. »Bibliotheken«, mit denen man über ein Abo Fonts auf Websites einbetten konnte. Nach der Übernahme durch Adobe kamen auch Creative-Cloud-Kunden automatisch in den Genuss vieler kommerziellen Schriften. Desktop-Lizenzen gab es zunehmen auch – mal als Teil der Pakete, mal als kommerzielles Zusatzangebot. Dieses, über Jahre gewachsene System wurde nun radikal vereinfacht.


Mit Adobe Fonts gibt es nur noch eine Schriftenbibliothek. Alle Creative-Cloud-Abos beinhalten diese automatisch – auch die Einzelabos von zum Beispiel nur Photoshop. Die beschränkte Verfügbarkeit der Desktop-Lizenzen wurde aufgehoben. So kommen alle Creative-Cloud-Nutzer somit schlagartig in den Besitz von tausenden hochwertigen Schriftfamilien. Auch die existierenden Beschränkungen der Webfont-Nutzung in Bezug auf Seitenabrufe und Domains wurden abgeschafft. Einfach gesagt stehen alle Schriften nun praktisch unbeschränkt für Webfont- und Desktop-Nutzung zur Verfügung. Wer bislang ein reines Typekit-Kit-Abo hatte, wird wohl oder übel auf ein Creative-Cloud-Paket umsteigen müssen. Die Details dazu nennt Adobe bislang nicht und verweist darauf, die entsprechenden Kunden per E-Mail zu informieren. 
https://fonts.adobe.com/ 
Die letzte Veranstaltung des dreiteiligen Kalligrafie-Kurses mit Tobias-David Albert in der Pavillon-Presse Weimar. Dieses Workshop-Wochenende baut auf Kursiv und Spitzfederanglaise auf. Hier geht es vor allem um die Werkzeuge Spitzpinsel und Breitpinsel. Großes und kleines Schreiben wird nach guten Vorlagen geübt. Wegweisende Bücher werden vorgestellt und mit alten und modernen Werkzeugen geübt. Hier nähern wir uns eher den jüngeren amerikanischen Schreibtraditionen im kommerziellen Lettering und spannen aber gleichzeitig einen Bogen zu den Breitpinsel Beschriftungen der späten Antike. Spitz- und Breitpinsel bieten gegenüber anderen Schreibgeräten die größte Virtuosität und Flexibilität an. Samstag, 27. Oktober 2018 (10:30 Uhr bis 16 Uhr) Sonntag, 28. Oktober 2018 (10 Uhr bis 14 Uhr) Bonus: Kostenloser Typostammtisch mit einem Vortrag von Tobias-David Albert am Freitag, 26. Oktober 

Kosten:
Standard: 99,– Euro Pavillon-Presse-Vereinsmitglieder: 80,– Euro Studenten: 45,– Euro Teilnehmerzahl: Mindestens 10, maximal 15 Personen
Hier geht es zum Anmeldeformular
 
 
Der Dynamic Font Day ist die Weiterführung der »Webfontdays« der Typographischen Gesellschaft München und findet dieses Jahr am 17. November statt. 
Als im Herbst 2016 das neue Schriftformat Variable Fonts ausgerufen wurde, war der Dynamic Font Day die erste Konferenz, die sich ausführlich diesem Gemeinschaftsprojekt von Adobe, Apple, Google und Microsoft widmete. Zwei Jahre danach wird es Zeit, Bilanz zu ziehen und zu prüfen, ob die Versprechungen der Macher eingetreten sind. Wie weit ist die Unterstützung in den gängigen Applikationen fortgeschritten? Gibt es erste, gelungene Projekte, bei denen Variable Fonts gewinnbringend eingesetzt wurden? Wie weit ist es noch zur echten, responsiven Typografie? Oder bleibt das Ganze am Ende doch ein Rohrkrepierer? Der Dynamic Font Day 2018 will alle Beteiligten auf den aktuellen Stand bringen und Chancen und Risiken beleuchten. 

Der Dynamic Font Day versteht sich als internationale Plattform für Designer und Entwickler. Alle Vorträge werden in englischer Sprache gehalten. 
Programm:
9:30 — 10:00 Welcome Note
Oliver Linke, Tim Ahrens Webfonts outside the lab
Gerrit van Aaken Typography in the Internet of Things
Marlene Rudolph 11:30 — 12:00  Coffee Break More Variable Than Variable Fonts
June Shin Typeface personality + variable fonts
Rasmus Michaëlis, Torsten Lindsø 13:20 — 14:30 Lunch Break The Lowlands Project
Hansje van Halem, Just van Rossum Movable Type Vol. 2
Irene Vlachou 15:50 — 16:20 Coffee Break Breaking Boxes – Type and Augmented Reality
Andrew Johnson 18 = 96
Akiem Helmling, Bas Jacobs 17:40 — 19:00 Get-together  
 Weitere Informationen zur Konferenz unter dynamicfontday.com
Die Anmeldung erfolgt hier: https://doo.net/event/20956/order
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