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  • Neue Typografie-Artikel

    Neuigkeiten und Fachwissen aus der Welt der Schrift und Typografie
    Buchprojekt »Lesbar – Typografie in der Wissensvermittlung« sucht Unterstützer
    »Lesbar – Typografie in der Wissensvermittlung« ist ein aktuelles Kompendium mit zahlreichen Beiträgen aus Praxis und Theorie zur didaktischen Gestaltung. 24 Autoren mit disziplinübergreifenden Ansätzen aus der Lesbarkeitsforschung teilen in diesem Kompendium ihr Wissen: Lesen als Vorgang wird aus Sicht von Typografen beschrieben; barrierefreie Typografie für Leseanfänger sowie der aktuelle Forschungsstand zur »Leichten Sprache« werden ebenso behandelt wie die Gestaltung komplexer wissenschaftlicher Editionen; wegweisende Projekte, in denen Typografie intensiv und hochkarätig eingesetzt ist oder vermittelt wird, werden vorgestellt; Tipps für die Gestaltung bzw. Auswahl von leserlichen Schriften werden gegeben; und selbst typografische Grundlagen kommen nicht zu kurz. »Lesbar – Typografie in der Wissensvermittlung« erläutert, was genau zu einer guten Lesbarkeit führt. Es lotet aus, wo und wie Typografie wirken kann und wie sie beschaffen sein muss, damit sie wirkt.
    Seit mehreren Jahren wird ehrenamtlich an diesem Projekt gearbeitet. Es fanden zahllose Treffen und Tagungen mit den verschiedensten Fachleuten zu diesem Thema statt. Nun sind die Beteiligten so weit, dass die aktuellen Ergebnisse aus Theorie und Praxis in diesem Kompendium veröffentlicht werden können.
    Für die Herstellungskosten sollen 6000,– Euro über die Plattform Startnext eingesammelt werden. Wer das Projekt mit mindestens 46,– Euro unterstützt, erhält das Buch voraussichtlich noch in diesem Jahr. 
    https://www.startnext.com/lesbar
    Überarbeitete DIN 16507-2 zu Schriften und Schriftgrößen kann kommentiert werden
    Wie groß ist eine Schrift? Warum ist der »einfache Zeilenabstand« größer als die Schriftgröße? Werden die Unterlängen die Versalakzente der nächsten Zeile berühren oder nicht? Welche Schriftgröße muss ich eingeben, um die Leserlichkeit einer Schrift bei einem gegebenen Betrachtungsabstand gewährleisten zu können?
    Dies sind Fragen, mit denen Schriftanwender sich zunehmend befassen. Unsere Gesellschaft altert und dementsprechend wächst die Anzahl der Menschen mit einer verringerten Sehschärfe. Der Bedarf an leserlich gestalteten Texten hat zugenommen und wird in den nächsten Jahrzehnten weiter wachsen. Die 2013 aktualisierte DIN 1450 Schriften – Leserlichkeit hilft u.A. Kommunikationsdesignern, Mediengestaltern, Werbetechnikern, Textverarbeitenden und deren Auftraggebern dabei, stets eine gut leserliche Schrift in einer optimalen Schriftgröße festlegen zu können. Die DIN 16507-2 Schriften – Schrift­größen dient der Ermittlung, Bestimmung, Festlegung und Angabe von Schriftgrößen und Zeilenabständen.
    Hierzu beschreibt sie die wichtigsten Maße einer Schrift in Bezug auf die Schriftgröße. Darüber hinaus macht sie Vorgaben für deren Bezug zur Schriftgröße. Die bisherige Ausgabe der DIN 16507-2 wurde 1999 veröffentlicht und eine Aktualisierung war dringend erforderlich. Des Weiteren war eine Angleichung an die bereits aktualisierten Ausgaben der DIN 1450/1451 notwendig. Der Ausschuss »Schriften« im DIN – Deutsches Institut für Normung, hat die Norm entsprechend überarbeitet.
    Die aktualisierte DIN 16507-2 definiert jetzt auch die für die Leserlichkeit relevan­ten Größenangaben und gibt mithilfe einer Tabelle Aufschluss darüber, wie sämt­liche Größenangaben ineinander umgerechnet werden können. Faustregeln erleich­­tern die Berechnung einer Schriftgröße in Punkt bei einer zu gewährleistenden Mittellänge oder Ziffernhöhe in mm. Darüber hinaus werden zusätzliche Anforderungen an Typometer gestellt. Sie sollen nun auch die Vermessung der Mittellängen und Ziffernhöhen in Printmedien und an Bildschirmen erleichtern und deren Bezug zur Schriftgröße vermitteln. Die Überprüfung ob erforderliche Mindestmaße eingehalten wurden, sollte hierdurch vereinfacht werden.

    Der Entwurf der aktualisierten DIN 16507-2 Schriften – Schrift­größen– Teil 2: Textverarbeitung, Mediengestaltung und verwandte Techniken kann ab sofort über das Norm-Entwurfs-Portal kommentiert werden, die Einspruchsfrist endet am 23. Oktober 2019. 
    Wieder verfügbar: Großes Eszett als Holzbuchstabe
    Unser Holz-Versal-Eszett erscheint in einer zweiten Serie. Statt wie beim letzten Mal aus verleimten Holzstücken, ist die neue Auflage aus 18 Millimeter starkem Birken-Multiplex-Holz gefertigt. Das Material ist zwar etwas teurer als bei der ersten Auflage, bietet jedoch nun ein noch hochwertigeres Bild mit durchgängiger Holzfläche über die gesamte Schauseite.  Die Buchstaben sind knapp 16 Zentimeter hoch. Das Design entstand keiner bestimmten Schrift, sondern wurde eigens für diese Anwendung entworfen. 

    Käufer haben dieses Mal die Qual der Wahl. Die verfügbaren Holzbuchstaben sind Einzelstücke mit manueller Veredelungen in verschiedenen Techniken und Tönungen. Die Holzbuchstaben sind exklusiv in unserem Typografie-Shop verfügbar. 

    Zum Typografie.info-Shop
     
    Buchvorstellung: Othmar Motter, Meister der Extrabold
    Tektura, Ombra, Corpus und Femina: Diese Schriften sind weltweit bekannt, doch ihr Gestalter, der Vorarlberger Grafikdesigner Othmar Motter, ist nur wenigen ein Begriff. Die vorliegende Monografie bringt Licht in Leben und Werk des 2010 verstorbenen Grafikdesigners. Der Autor – Elias Riedmann – stammt selbst aus Vorarlberg und absolvierte 2016 sein Grafikdesignstudium an der Universität für angewandte Kunst in Wien. 



    Die circa 350, durchgehend farbigen Seiten beginnen mit einem biografischen Überblick auf circa 20 Seiten. Den Rest des Buches nimmt dann eine umfangreiche Werkschau ein, die sich in die Bereiche »Schrift« und »Logo« gliedert. Das Buch schöpft dabei aus den circa 20 Schriften und um die 700 Signets, die Motter über die Jahre geschaffen hat. Die Werke werden nicht nur in ihrer endgültigen Version gezeigt, sondern oft auch in interessantem Skizzenmaterial aus dem Archiv Motters, das von seiner Familie weiter gepflegt wird.



    Käufer des Buches können sich über einen beigelegten Code auch 5 digitalisierte Fonts von Othmar Motter herunterladen. Der Zeichenumfang beschränkt sich jedoch leider auf die 26 Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern, Punkt und Bindestrich. 

    Daten zum Buch:
    Titel: Othmar Motter, Meister der Extrabold Untertitel: Ein Streifzug durch das Archiv der Vorarlberger Grafik Autor: Elias Riedmann veröffentlicht: 2019 Verlag: Triest Verlag Sprache: deutsch Seiten: 352 ISBN: 9783038630333 bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
    Walz für Handsatz und Buchdruck 2020
    Der Verein für die Schwarze Kunst organisiert seit 2018 eine Walz. Das Ziel ist es, das handwerkliche Können und die traditionellen Berufe des Schriftsetzers und  Buchdruckers zu bewahren, zu fördern und die Wissensvermittlung an nachfolgende Generationen zu unterstützen. Für 2020 vergibt der Verein zehn »Wanderungen« für je zwei Monate in wechselnden Werkstätten. Davon sind fünf als »Walz-Stipendien« für Stipendiaten unter 30 Jahren reserviert, die der Verein mit jeweils 1000 Euro unterstützt.
    Die Werkstätten, die sich an der Aktion beteiligen sind für 2020 auf 17 angestiegen: Lettertypen, Typorama, Steintor-Presse, Hans Dubronner, Manufaktur Willi Beck, Grafikwerkstatt Dresden, Edition Schwarzdruck, Museum der Arbeit Hamburg, Museum für Druckkunst Leipzig, Slowtype, Druckerei Hügelschäffer, Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz, Druckwerkstatt Karl Kretschmer, Rehlensche Handpresse, The Fork and Broom Press, Spielkartenfabrik Stralsund, Pavillon-Presse Weimar.

    Die Bewerbungsfrist für 2020 endet am 10. Oktober 2019. Die Bewerbung ist formlos, soll aber mindestens folgende Punkte enthalten: 
    Name, Alter, Beruf/Ausbildung Wie haben Sie von der Ausschreibung erfahren? Motivation und Vorkenntnisse. Eigenes Vorhaben. Bevorzugter Zeitraum und zeitliche Einschränkungen. Empfehlungsschreiben einer Werkstatt/Fachperson. Die Walz muss nicht durchgängig zwei Monate absolviert werden, aber in max. 6 Monaten abgeschlossen sein. Insgesamt sind 40 Arbeitstage zu mindestens fünf Stunden nachzuweisen. Mindestens sind drei Werkstätten zu besuchen. 
    Weitere Details sind über den Verein für Schwarze Kunst bzw. die Manufaktur Willi Beck für Bleisatz und Buchdruck zu erfragen. Letztere nimmt auch die Bewerbungen entgegen. 
    Willi Beck
    Oskar-von-Miller-Str. 5a
    85221 Dachau willi @ beckundbeckdesign.de Telefon: 0 81 31.60 20
    Buchvorstellung: Making Fonts!
    Mit »Making Fonts!« erschien im Verlag Hermann Schmidt Mainz ein Einsteigerbuch zum Thema Schriftgestaltung. Geschrieben und gestaltet wurde es von den schriftaffinen Designerinnen Chris Campe (All Things Letters) aus Hamburg und Ulrike Rausch (LiebeFonts) aus Berlin. 


    Auf etwas über 200 farbigen Seiten wird der Leser in das Feld der professionellen Schriftgestaltung eingeführt. Da dies ein weites Feld ist, beschränkt sich das Buch zu Recht auf das Entwerfen von dekorativen Schaugrößenschriften. In diesem Rahmen werden jedoch alle notwenigen Details beleuchtet und Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Nach einigen Grundlagen (»Type-Design Basics«) im ersten Kapitel, geht es im Rest des Buches praxisnah um die Gestaltung einer vertriebsfähigen dekorativen Schrift. Von den Ideen bis zum fertigen Produkt werden dabei alle typischen Schritte durchlaufen und erklärt. Vom Entwurf (Kapitel »Schrift gestalten«), über den digitalen Ausbau im Schrifteditor (Kapitel »Fonts anlegen« und »Fonts produzieren«) – bis hin zur Programmierung typischer OpenType-Funktionen. Der Fonteditor Glyphs wird im gesamten Buch beispielhaft verwendet und alle gezeigten Funktionen beziehen sich ausschließlich auf diesen. 



    Auf die Grundlagen folgt ein Workshop-Kapitel, in dem einige Schriftstile (Handschrift, Schreibschrift, Schnurzugschrift, konstruierte Schrift) und -arten (Multiple-Master, Ebenen-Schriften) noch einmal separat besprochen werden. Im letzten Kapitel gibt es abschließend Tipps zum Thema Schriftlizenzen, Vertrieb und zum Marketing. 



    Fazit: Schriftgestaltung ist ein großes, eigenes Berufsfeld und das zugehörige Wissen könnte viele Bände füllen. Making Type schafft mit der Beschränkung auf dekorative Schriften einen hervorragenden Einstieg in die Materie, der Lust auf mehr macht. Dazu trägt auch der lockeren Schreibstil der Autorinnen bei, der passend zum Buch eher wie eine Workshop-Begleitung, denn ein autoritäres Lehrbuch gehalten ist. Das Buch ist durchweg erfreulich praxisnah geschrieben und beantwortet unzählige Fragen, die Einsteiger typischerweise haben. 
    Mein einziger Kritikpunkt: Der Klappentext verschweigt, dass fast alle Kapitel des Buches auf dem nur für Mac OS verfügbaren Fonteditor Glyphs aufbauen. Zwar sind die gezeigten Schritte in der Schriftgestaltung prinzipiell auch auf andere Fonteditoren übertragbar, aber die anvisierte Zielgruppe der Einsteiger ist damit vermutlich überfordert. Bedenkenlos empfehlen kann ich das Buch also nur für Mac-Nutzer mit Zugriff auf zumindest die Demo-Version von Glyphs. Der passendere Untertitel des Buches wäre wohl »Der Einstieg ins professionelle Type-Design mit Glyphs« gewesen. Übrigens ist das Buch somit auch ein perfektes Einsteigerbuch für alle, die Glyphs bereits besitzen und das Programm besser kennen lernen möchten. Selbst wer tiefer in die Materie einsteigen möchte und etwa auch Grotesk- und Antiqua-Familien entwickeln möchte, findet in Making Type einen guten, didaktisch aufbereiteten Überblick über die typischen Arbeitsschritte in Glyphs. 
    Daten zum Buch:
    Titel: Making Fonts! Der Einstieg ins professionelle Type-Design Autoren: Chris Campe, Ulrike Rausch veröffentlicht: 2019 Verlag: Verlag Hermann Schmidt Mainz Sprache: deutsch Seiten: 216 ISBN: 9783874399098 Format 18×26 cm Mattfolienkaschierter Festeinband bei Amazon aufrufen (Partnerlink)
    Axel Bertram verstorben
    Am 16. März 2019 ist Axel Bertram, bekannter Gebrauchsgrafiker der DDR, kurz vor seinem 83. Geburtstag nach langer schwerer Krankheit in Berlin gestorben. Seinen Namen kannten nur Spezialisten, seine Werke kennt jeder, der in der DDR gelebt hat. Geboren in Dresden und aufgewachsen in Freital, arbeitete Bertram nach dem Studium an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee seit 1960 als freiberuflicher Grafiker. Von 1977 bis 1992 unterrichtete er zugleich als Professor für Schrift und gebrauchsgrafisches Gestalten an der Berliner Kunsthochschule.

    Bertram war auf sämtlichen Feldern des grafischen Designs tätig. Er gestaltete zahlreiche Bücher und Plakate und entwarf das Layout der Zeitschriften »Sibylle« und »Wochenpost«. Er gestaltete er Umlauf- und Gedenkmünzen, so das 20-Pfennig-Stück und die 5-Mark-Umlaufmünze der DDR. Auch zahlreiche Briefmarken gehen auf ihn zurück.

    Als Schriftgestalter entwickelte er die spezielle Fernsehschrift Videtur sowie den OpenType-Font Rabenau Pro. Bertram legte keinen Wert auf eine unverwechselbare Handschrift. Er sah sich vielmehr als Diener des Lesers, Betrachters oder Nutzers und suchte stets aufs Neue nach der perfekten Lösung einer konkreten Aufgabe. Mit einem an der Tradition geschulten Formbewußtsein und dem Selbstverständnis eines Künstlers, der nicht für das Museum, sondern für den Alltag arbeitet, nahm er mehr als fünf Jahrzehnte lang jede Gelegenheit wahr, Neues auszuprobieren. Einen Gesamtüberblick über sein Werk bietet der Band: Axel Bertram. Grafisches Gestalten in fünf Jahrzehnten. Lehmstedt Verlag, Leipzig. 

Krimhilde – Fraktur trifft geometrische Grotesk
Krimhilde – Fraktur trifft geometrische Grotesk
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