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Die Kunst der Beschriftung

Ralf Herrmann

»Die Kunst der Beschriftung« stellt mit kurzen, erläuternden Texten und zahlreichen Fotos die Herstellungsprozesse von mehr als achtzig Beschriftungsverfahren vor. Ergebnis ist ein Kompendium klassischer und aktueller Wege, Schrift herzustellen und anzuwenden.

Das Buch »Die Kunst der Beschriftung« aus dem Niggli-Verlag ist die deutsche Ausgabe des englischen Buches Lettering: A Reference Manual of Techniques von Andrew Haslam. Der Autor ist Absolvent des Royal College of Art in London und neben seiner publizistischen Tätigkeit als Dozent für Grafikdesign und Typografie an mehreren britischen Universitäten tätig. Für dieses Buch besuchte er zusammen mit einem Fotografen Handwerker, Künstler und Betriebe und dokumentierte ihre Arbeiten und Techniken.

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Das Buch beginnt mit einer Einführung in typografische Grundbegriffe zur Buchstabenanatomie sowie typografischen und technischen Fachbegriffen aus dem Schriftsatz. Diesen Teil des Buches sollte der Leser besser gleich überblättern, da sich hier zu viele Fehler und teils haarsträubende Aussagen finden. Wahrscheinlich hat wohl auch die Übersetzung ihr Übriges dazu beigetragen, dass die Erläuterungen falsch oder zumindest für den Leser unverständlich erscheinen. Für typografische und technische Grundlagen dieser Art seien hier Anatomie der Buchstaben* und Decodeunicode empfohlen.

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Die folgenden sechs Kapitel widmen sich dann den einzelnen Beschriftungsverfahren. Die Kapitel heißen:

  • Handgeschrieben und gemalte Schriften
  • Schriftguss, Satz und Design
  • Druck
  • Geschnitzte, gravierte, geätzte und dreidimensionale Buchstaben
  • Geformte und gegossene dreidimensionale Schrift
  • Buchstaben in Textilien
  • Leuchtschrift, Animation und Bewegtgrafiken

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Jedes Schreib-, Druck-, Produktions- oder Beschriftungsverfahren ist mit einer Einleitung mit generellen und entwicklungsgeschichtlichen Informationen versehen und dann mit einer bebilderten Schritt-für-Schritt-Abfolge des tatsächlichen Beschriftungsprozesses dargestellt. Beachtlich ist der gewählte Umfang der Verfahren. Neben den klassischen Schriftsatz- und Druckverfahren kommen selbst Anwendungen wie essbare oder gestickte Buchstaben, Tattoos, Kanalbootbemalungen sowie Buchstaben als Feuerwerksinstallation zur Sprache. Wer für anstehende Projekte noch Inspirationen für ausgefallene typografische Anwendungen und Veredelungstechniken sucht, wird in diesem Buch sicher fündig.

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So ist die Stärke des Buches sicherlich vor allem, dass die beschriebenen Techniken alle im tatsächlichen Herstellungprozess in Werkstätten und Betrieben dokumentiert wurden. Insofern hat dieses Kompendium sicher auch dann noch einen großen Wert, wenn die beschriebenen Techniken zukünftig veraltet sein werden und außer Gebrauch geraten sind. Und jeder, der sich für Typografie begeistern kann, wird sicherlich allein an den über 1000 Detailaufnahmen im Buch große Freude haben.

Klar sollte allerdings auch sein, dass das Buch seine Herkunft aus Großbritannien nicht verleugnen kann – und natürlich auch nicht muss. Die vorgestellten Techniken dokumentieren die Anwendung lateinischer Schrift in ganz bestimmten Betrieben und Werkstätten in Großbritannien und die Inhalte spiegeln somit nicht unbedingt immer allgemeingültig das Wissen und die Anwendung in den jeweiligen Fachbereichen wider.

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bearbeitet von Ralf Herrmann


Untertitel: Handwerker, Künstler, Designer und ihre Techniken

Autor(en): Andrew Haslam

veröffentlicht: 2011

Verlag: niggli Verlag

Sprache: deutsch

ISBN: 978-3-7212-0775-0




<p>Canapé – die gemütliche Schriftfamilie von Sebastian Nagel</p>
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