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GANZ-
TÄGIG
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09. Mai 2018 10. Februar 2019
Ausstellung: Buchkunst des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland›Wie ein fruchtbarer Regen nach langer Dürre … ‹
Buchkunst des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland
Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Heidelberg
9. Mai 2018 – 10. Februar 2019
geöffnet täglich 10-18 Uhr
Die Kritik an industrieller Massenfertigung, die Skepsis gegenüber dem Streben nach Gewinnmaximierung sowie nach einer möglichst billigen und schnellen Produktion von Konsumgütern geht in vielen Bereichen einher mit einer Rückbesinnung auf traditionelle handwerkliche Fertigungsmethoden. Das betrifft auch das Druckwesen und die Buchgestaltung und ist kein spezifisches Phänomen unserer Zeit: Sie artikulierte sich ähnlich schon vor über 100 Jahren in verschiedenen Reformbewegungen in Europa und den USA. So kam es in der Buchherstellung und -gestaltung zu zahlreichen Neuanfängen und Wiederentdeckungen, die maßgeblichen Einfluss auf die moderne Typographie hatten. Die Entstehung und Ausprägung der Buchkunstbewegung vor allem in Deutschland in der Zeit um 1900 bis in die 1930er Jahre ist das Thema der Ausstellung.
Bis um 1800 unterschied sich die Ausstattung einer Druckerei und die Herstellung von Büchern nicht wesentlich von jener zur Zeit Gutenbergs: Das Papier wurde von Hand geschöpft, der Text im Handsatz gestaltet und die Bogen auf der Handpresse gedruckt. Erst rund 350 Jahre nach der Erfindung des Buchdrucks kam es zu grundlegenden Veränderungen in der Papier- und Satzherstellung sowie im Druck und in den Illustrationstechniken, die den Weg hin zur industriellen Buchproduktion und die Abkehr von der handwerklichen Fertigung unumkehrbar machten.
Aufgrund der technischen Erfindungen konnten zwar der im Laufe des 19. Jahrhunderts enorm gestiegene Lesebedarf befriedigt und die Auflagenzahlen erheblich gesteigert werden. Die Kehrseite war jedoch eine weitgehende Verschlechterung der materiellen und typographischen Qualität der Bücher seit etwa der Mitte des Jahrhunderts; zudem gab es seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts in der Schriftgestaltung kaum noch neue, kreative Impulse.
Die Entwicklungen wurden bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem von Künstlern, Verlegern und Wissenschaftlern kritisiert; es formierten sich zunächst in England, später auch europaweit Erneuerungsbewegungen. Inspiriert durch die sozialreformerischen Schriften von John Ruskin und William Morris kam es in England im Rahmen des ›Arts and Crafts Movement‹ zur Gründung von Privatpressen, die sich in Bezug auf die Schriftwahl, die allgemeine typographische Gestaltung sowie die verwendeten Materialien und Techniken vor allem an deutschen und venezianischen Drucken der Inkunabelzeit orientierten und deren Bücher durch ihre durchdachte typographische Konzeption und die sorgfältige Ausführung neue Maßstäbe auch für kommerzielle Verleger setzte. Vor allem die Werke der von Morris 1889 gegründete Kelmscott-Press und der 1900 bis 1916 von Thomas James Cobden-Sanderson und Emery Walker betriebenen Doves-Press hatten europaweit einen prägenden Einfluss auf begeisterte Amateure, Kunsthandwerker und Künstler. So auch in Deutschland, wo die Situation des Buchdrucks bzw. -gewerbes in den Jahren um 1900 gleichfalls deutlich als Krise beschrieben wurde:
»Der Rückblick auf die deutsche Buchkunst in den letzten vier bis fünf Decennien des neunzehnten Jahrhunderts gewährt ein trostloses und beschämendes Bild. In Angesicht der vielen Hässlichkeiten und der stumpfsinnigen Geschmacklosigkeiten, die sich in Deutschland auf unserem Gebiet in dieser Epoche entfaltet haben, die wir in ihrer Gesamterscheinung als die traurigste und korrupteste Zeit in der Kunstgeschichte bezeichnen dürfen, lässt sich im Buchgewerbe kaum noch von einer Kunst reden. Der mangelnde, ästhetische Sinn, die Anspruchs- und Bedürfnislosigkeit des grossen Publikums […] setzten dem keinen Widerhalt entgegen, dass das ganze Buchgewerbe der Industrie anheimfiel, die alles künstlerische Empfinden mit ihren Maschinen zerstampfte.«1
Die Bemühungen von Verlegern, Künstlern und Schriftstellern um eine Reform des deutschen Buch-gewerbes waren zunächst Teil einer allgemeinen Erneuerung des Kunsthandwerks in den 1890er Jahren und fanden ihren ersten ›sichtbaren‹ Ausdruck in den Neugründungen literarisch-künstlerischer Zeitschriften wie Pan (1895), Jugend (1896), Simplicissimus (1896) und Insel (1899) in München und Berlin. Wenige Jahre später, 1901 bzw. 1907, erfolgten dann mit der Steglitzer Werkstatt in Berlin, der Janus-Presse in Leipzig und der Ernst Ludwig-Presse in Darmstadt die ersten Pressen-Gründungen in Deutschland, die auch in regem Austausch mit englischen Kollegen standen. Weitere bekannte Pressen sind die 1911 zunächst in Bremen gegründete, später in Bad Tölz bzw. München tätige Bremer Presse und die 1913 in Weimar gegründete Cranach-Presse. Der hohe ästhetische und qualitative Anspruch der Handpressen in Hinsicht auf die Typographie und die Ausstattung des Buches sollte sich aber nicht nur in den eigenen Werken niederschlagen, sondern er beeinflusste auch die Gestaltung des kommerziellen Gebrauchsbuches. Junge Verleger wie etwa Albert Langen, Eugen Diederichs, Kurt Wolff oder die Gründer des Insel-Verlags griffen die Impulse auf und versuchten sie in ihren Ausgaben umzusetzen. Darüber hinaus haben die Handpressen durch ihre intensive Auseinandersetzung mit Schrift und Buchgestaltung auch das allgemeine typographische Bewusstsein ihrer Zeit verändert und wirkten über die Vertreter der typographischen Avantgarde wie Paul Renner und Jan Tschichold auch auf die Anhänger der Neuen Typographie und des Bauhauses und damit bis weit ins 20. Jahrhunderts hinein.
http://www.ub.uni-heidelberg.de/ausstellungen/buchkunst2018.html
14:00
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04. Juli 2018 14:30 17:30
CRM-Instrumente richtig im eigenen Unternehmen einsetzenhttps://agd.de/termine/design-macht-business_04-07-2018
Inhalt und Zielstellung
Wie Sie CRM erfolgreich und zielführend in Ihrer eigenen Unternehmung einsetzen können, erfahren und erproben Sie in diesem Workshop anhand praktischer Beispiele.
Beschreibung
In diesem Workshop erproben Sie wahlweise an Ihrer eigenen Unternehmung oder an praxistauglichen Fallstudien den Einsatz von CRM als selbstständige Designer. Sie lernen, Ihr Wertangebot an den Bedürfnissen Ihrer Kunden(gruppen) auszurichten und entwickeln das dafür geeignete Kommunikationsmodell. Dafür erhalten Sie sowohl von der Dozentin als auch von den anderen Teilnehmern wertvolles Feedback, Tipps und Hinweise, die auch nach dem Workshop funktionieren.
Sofern Sie ein qualifiziertes Zertifikat erwerben wollen, bietet Ihnen dieser Workshop einerseits die richtige Vorbereitung dafür. Andererseits ist er der geeignete Rahmen, sich für die in Gruppenarbeit zu bearbeitenden Fallstudien zusammenzufinden.
Dozentin: VICTORIA RINGLEB
Veranstaltungsdetails
Beginn 04.07.2018 16:30
Ende 04.07.2018 19:30
Ort Workshop »Kundenbeziehung - CRM IV«
Adresse Anton & Luisa
Wöhlertstraße 20
10115 Berlin
Veranstalter Allianz deutscher Designer AGD
Kosten 270 EUR, Anmeldung erforderlich
max. Teilnehmerzahl 20
18:00
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04. Juli 2018 18:00 19:30
Jour fixe für alle Berliner Designer: VertragsgestaltungMit AGD Justiziar Alexander Koch
Die Allianz Deutscher Designer lädt alle Berliner Designer in ihre Geschäftsstelle zu einem Designer Jour fixe ein. In einer offenen Gesprächsrunde beantworten hier Experten Fragen zu designwirtschaftlichen Themen aus dem Designeralltag.
Die Jour fixe werden im Rahmen des von ESF geförderten Projektes »Design macht: Business« organisiert. Sie finden jeweils im Anschluss an die Workshops von 20 bis 21.30 Uhr statt.
Mitgliedschaft und Anmeldung sind nicht nötig. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Weitere Termine:
12. September: Projektmanagement-Software (Christhard Landgraf, Designer und »Design macht:Business«-Projektmanager)
17. Oktober: Designer und die IHK-Berlin (Jürgen Schepers, Branchenkoordinator Kreativwirtschaft der IHK Berlin)
21. November: Preis und Deckungsbeitrag (Victoria Ringleb, AGD-Geschäftsführerin)
Anstehende Veranstaltungen
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Koptisch gut! Eine Einführung in die koptische Buchbindetechnik
In dem eintägigen Workshop werden wir uns allgemeine Werkzeuge und Materialien, die zum Handwerk der Buchbinderei gehören anschauen, ausprobieren und dann in einer koptischen Bindung anwenden. Die koptische Bindung ist eine der ältesten Techniken um Bucheinbände zu fertigen. Sie geht zurück bis ins vierte Jahrhundert n. Chr. ! Das besondere ist die Buchdecke, welche direkt in den Kettenstich eingebunden wird. So lässt sich das Buch am Ende flach aufschlagen.
Gemeinsam erlernen wir diese Technik Schritt für Schritt, sodass am Ende alle Teilnehmenden ein selbst gebundenes Notizbuch mit nach Hause nehmen können.
https://pavillon-presse.de/events/event/148-koptisch-gut-eine-einführung-in-die-koptische-buchbindetechnik/
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Kaserne Pirna: Sommerakademie 2026
Kunst trifft Handwerk. Die Sommerakademie in der Kaserne Pirna bietet in verschiedenen Formaten die Möglichkeit, eine Woche lang in Gemeinschaft traditionelles Handwerk mit zeitgenössischer Gestaltung zu verknüpfen.
Beteiligte Werkstätten:
Officina Arcana Buchdruck-Werkstatt
ANKLAMO Buchbinde-Werkstatt
TIZIANA Lithografie-Werkstatt
https://www.kaserne-pirna.de/events-1/sommerakademie-2026
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Vom Schriftzeichen zur KI: die Kunst der Verflachung.
Prof. Dr. Sybille Krämer
Ob wir schreiben, lesen oder rechnen, stets verwandeln wir komplexe Gedanken in flächig angeordnete Zeichen. Diese »Kulturtechnik der Verflachung« macht Wissen vergleichbar, speicherbar und berechenbar. Wenn Künstliche Intelligenz als schriftfundierte Kulturtechnik betrachtet wird, treten unerwartete Aspekte ans Licht.
https://tgm-online.de/programm/veranstaltungen/vom-schriftzeichen-zur-ki-die-kunst-der-verflachung
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Auftrag und Wirkung der typografischen Komposition
Martin Mosch
Vom Dialog der bedruckten und der unbedruckten Fläche. Schrift ist die Voraussetzung zur typografischen Gestaltung. Jedoch spielt die eigentliche Anordnung als Komposition eine ganz dominante Rolle.
https://tgm-online.de/programm/veranstaltungen/auftrag-und-wirkung-der-typografischen-komposition